Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Durch alle Welten – ohne Grenzen Korrektur

Eine Frage, die iche erhielt: Wenn ich die Wünsche von den anderen an mich anschließe, dehne ich mich innerlich aus, fühle aber immer noch nur das Geschehene in mir? Gibt es einen Punkt, in dem ich empfinde, was außer mir wirklich existiert?

Meine Antwort: Natürlich! Und wie! Du empfindest das viel stärker als du dich hier jetzt, in dieser Welt fühlst.

Stelle dir vor, dass du Geschehnisse, die tausend Kilometer von dir entfernt sind, genauso sehen würdest, als ob sie nur einen Meter von dir entfernt wären. Es gibt keinen Unterschied, es gibt keine Entfernung!

Und genauso, wie du die äußerliche Form des Objektes siehst, so würdest du es ganz durch sehen, all das, was darin geschieht, alle Gründe und Folgen.

Das wird als „Begreifen“ bezeichnet. Im Geistigen ist ja nichts weder vom Raum, noch von der Tiefe des Begreifens beschränkt. Von dir sind weder die Gründe, noch die Folgen der Erscheinungen verborgen, die du in allen Schnitten und Eigenschaften beobachtest.

Und deswegen heißt das „Begreifen“ – die endgültige und die größte Wahrnehmung und das Verständnis. Es ist sogar unmöglich das mit unserer Welt zu vergleichen. In unserer Welt haben wir ja kein Begreifen, bzw. wir schauen nur in uns selbst.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 26.11.2010

Ein Sohn der zukünftigen Welt

In dem Augenblick, in dem ich die Absicht „um des Gebens willen“, ohne jegliche Rückkehr an mich selbst, erlange, werde ich als ein „Sohn der zukünftigen Welt“ bezeichnet – ich trete in die höhere Welt, in die Empfindung mit der Absicht zu geben, dem Bestreben zu geben hinein.

Dann beginne ich, in meinem Geben an die Anderen (nur innerhalb des Verlangens, denn ich habe noch nichts, was ich geben könnte), in meiner Haltung ihnen gegenüber das Licht, welches mich erfüllt, das Licht Chassadim, wahrzunehmen. Diese Erfüllung ermöglicht es mir, mich von meinem egoistischen Verlangen zu lösen.

Es verschwindet nicht, doch ich löse mich davon, erhebe mich darüber, nicht dieses Verlangen, sondern die Verlangen der Anderen gewinnen an Wert für mich – genauso wie das Verlangen des Neugeborenen für eine Mutter am Wichtigsten ist und sie sich vollkommen der Fürsorge für das Kind widmet. Doch ihr wird das von Natur aus gegeben, und wir erreichen eine solche Haltung den Anderen gegenüber mit Hilfe des höheren Lichts.

Auf diese Weise enthülle ich die höhere Welt. Und weil ich mich von mir selbst abschalte und in den Verlangen von den Anderen, ohne jegliche Verbindung zu mir selbst lebe, erreiche ich einen Zustand, der „Freiheit vom Todesengel“ genannt wird, wenn mein Verlangen, in dem ich früher mein Leben wahrgenommen habe, nicht mehr als die mich belebende Quelle in mir empfunden wird. Es belebt mich nicht. Ich nehme das Leben in der Erfüllung von fremden Verlangen/Kelim wahr, denn sie sind zu meinen geworden.

Die Freiheit vom Todesengel bedeutet, dass mein Verlangen, selbst auf der untersten primären Stufe, die mir als mein Körper vorkommt, aufhören kann zu leben, selbst jenes minimale, es belebende Leuchten „Kista de Chajuta“ zu empfangen, und ich fühle nicht, dass ich dadurch etwas verliere. Ich identifiziere mich nicht mehr damit. Denn ich habe ein anderes Kli, genannt „Seele“, erlangt.

Diese fremden Verlangen, die ich als meine wahrnehme, werden als Gefäß/ Kli meiner Seele bezeichnet. Und die Erfüllung in diesen Verlangen ist die Erfüllung mit dem Licht NaRaNCHaY, dem Licht meiner Seele. Dort treffe ich mich mit der höheren Kraft, mit der Wurzel von allem – und das bedeutet, dass ich die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreiche.

Dann begreife ich, dass jene kleine Empfindung in meinem egoistischen Verlangen, mit der ich meinen Weg begonnen habe, lediglich eine Illusion war, in der ich leben und existieren musste, um in diese allumfassende gebende Realität hinauszugehen.

Und die frühere Realität war nur eingebildet, existierte lediglich in meiner Illusion wie in einem Traum. In Wirklichkeit gibt es sie nicht, denn das Verlangen zu genießen hat keinen Ort. Diese imaginäre, eingebildete Welt verschwindet wie ein Traum.

Auf diese Weise kommen wir einem anderen Verlangen näher. Und jedes Mal gewinnt der Mensch Erkenntnis innerhalb von fremden Kelim, die zu seinen eigenen werden. Und darum steht geschrieben: „Der Mensch lernt dort, wo sein Herz ist“ – an jenem Ort, in jenen Verlangen enthüllt er das ewige, vollkommene, höhere Leben.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.11.2010

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Die materialistischste Herangehensweise von allen

Der Sohar spricht nicht vom physischen Tod, er spricht vom Verlangen zu genießen, das korrigiert wird, indem es die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht. Ein gewöhnlicher Mensch ist an dem Punkt noch nicht angelangt.Wenn der Mensch in der spirituellen Welt arbeitet, hat er die linke und die rechte Linie (zwei „Engel“), zwischen denen er die mittlere Linie aufbaut. Auf der linken Seite steht mein Ego, der Pharao, und auf der rechten Seite der Schöpfer, das Licht. Und in dem Ausmaß, in dem ich dieses Verlangen zu genießen in die mittlere Linie transferieren kann und das Licht, die Absicht, aus der rechten Linie an dieses heranziehen kann, erschaffe ich mein spirituelles Gefäß (Kli) mit dem Schirm.

Der Schirm ist die Absicht zu geben, und das Gefäß ist das Verlangen in seinem Inneren. Auf diese Weise baue ich mich selbst aus diesen beiden Kräften auf, und ich bin der dritte. Und dann beginne ich, in der spirituellen Realität zu existieren. Wenn ich diesen „dritten“, das Verlangen mit dem Schirm, erschaffen habe, bedeutet das, dass ich eine Seele habe!

Und wenn ich sie aus diesen zwei Kräften nicht aufgebaut habe, dann habe ich nichts außer dem einen Punkt, in dem ich nichts fühle. Das ist lediglich ein winziges Verlangen, welches überhaupt nicht von mir abhängt – „Verlangen aus dem Nichts“ („mi Ajn“).

Der Sohar schreibt, dass du dein egoistisches Verlangen töten sollst – du ziehst das Licht heran, tötest es und bringst es zur Absicht zu geben – genau das wird dein lebendiges Ich sein.

Das alles kann mit Hilfe einer richtigen Umgebung erreicht werden, die als die „heilige Gruppe“ („Chewra Kadischa“) bezeichnet wird, denn sie hilft dir dabei, deinen Egoismus zu begraben. Auf diese Weise erhältst du die ewige Seele – den Teil, der dem Schöpfer ähnlich ist. Du erschaffst sie selbst.

Und wenn nicht, dann hast du auch keine Seele, du befindest dich unterhalb der Linie des Lebens, in dieser Welt, wo du nur deinen tierischen Körper, das Material hast („Material“/“Chomer“ klingt ähnlich wie „Esel“/ „Chamor“). Das ist die materialistischste Herangehensweise von allen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Hat die Leber eine Seele?!

Eine Frage, die ich erhielt: Im Buch „Die Grundlagen der Absicht“ schreibt Baal HaSulam, dass sich die Höhere Seele (Neschama) im Gehirn, der Geist (Ruach) im Herz, und die Untere Seele (Nefesch) in der Leber befinden! Wie ist das zu verstehen?!

Meine Antwort: Die Kabbalisten benutzen die Wörter dieser Welt, weil alles, was es darin gibt, aus der spirituellen Welt gekommen ist.

Deshalb kann muss man die Höheren Kräfte beschreiben, indem man Begriffe aus dieser Welt verwendet. Was kann man sonst machen, wenn es in der Höheren Welt keine Sprache, sondern nur Kräfte gibt. Man kann sie benennen oder durchnummerieren. Doch diese Bezeichnungen sollen etwas erklären.

Deshalb haben die Kabbalisten eine einfache Lösung gefunden, indem sie Begriffe aus unserer Welt nahmen und damit die Höheren Kräfte beschrieben.

Sie sind in die spirituelle Welt eingegangen und haben ihre Kräfte, ihre Erscheinungen, ihre Handlungen empfunden. Sie leben dort! Sie sehen die spirituelle Welt durch diese Welt, als ob diese durchsichtig wäre. Hinter jedem Gegenstand dieser Welt sehen sie die Kräfte, die dahinter, hinter dem ganzen Bild gelten.

Als ob man die spirituelle Kraft durch ein durchsichtiges Glas sehen würde. Hinter jedem Menschen und hinter jeder Handlung dieser Welt sehe ich die Kraft, die sie bewegt, weshalb es leicht für mich ist, alles zu begreifen!

Sie unterscheiden sich nur bezüglich des Menschen, der sie öffnet, entweder öffnet er sie in den 5 körperlichen Sinnesorganen, oder in 5 spirituellen Sinnesorganen.

Aber es sind dieselben Erscheinungen, weil unsere Welt illusorisch ist, sie wird auf diese Weise in unseren Empfindungen wahrgenommen. Und wenn du die zusätzlichen Organe der Empfindung entwickelst, dann siehst du das Geschehende auf zwei parallelen Bildschirmen.

Folglich verstehst du alles und bist nicht mehr verwirrt. Dir ist klar, was „Gehirn“, „Herz“, „Leber“ und „Ibur – Enika – Mochin“ (Keim – Ernährung – Erwachsener) bedeuten.

Alle Wörter, die aus dieser Welt genommen wurden, werden in der Spiritualität klar sein: was „Aufstiege“, „Fallen“, „Umarmung“, „Verschmelzung“, „rechts“, „links“ bedeuten. Alles ist so eindeutig, dass es anders nicht sein kann.

Denn die spirituelle Welt wird nur durch die materielle Welt begriffen, sie ist ihre Wurzel. Sie wird immer mehr klar sein, weil du immer die Sprache aus dieser Welt verwendest, als ob man sie auf den durchsichtigen Film auflegen würde.

Du hattest irgendwelche materiellen Gestalten, an deren Stellen jetzt nur die Definitionen bleiben, die du parallel auf den anderen Bildschirm verlegst, in die Spiritualität, worin sie auf die passenden Stellen angeklebt werden.

Du kannst sie benutzen und wirst niemals verwirrt, du musst sie den anderen nicht erklären. Denn sie sehen folglich dasselbe Bild, die spirituelle Welt und begreifen, welche optische Täuschung die materielle Welt war.

„Die Seele im Gehirn“ bedeutet, dass sich das Licht (Neschama, Seele) ins Kli (das Gehirn) einkleidet. Es gibt nichts außer dem Licht und dem Wunsch.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 25.11.2010

Glauben und Erkenntnis

Eine Frage, die ich erhielt: Wann wird der Glauben zur Erkenntnis?

Meine Antwort: Wenn der Glauben über dem Verstand steht, wird er selbst zum Gefäß für die Erkenntnis. Denn Glauben wird das Licht Chassadim genannt.

Glauben über dem Verstand ist die Eigenschaft des Gebens, welche über dem Verlangen zu Genießen herrscht. Das Verlangen zu Empfangen mit der Absicht zu Geben, wird zum Gefäß/Kli für das Licht Chochma.

Dann tritt das Licht Chochma, das in das Licht Chassadim eingekleidet ist, in das Verlangen zu empfangen ein, – dies nennt man Erkenntnis.

Das Erfüllen des Lichtes Chassadim mit dem Licht Chochma wird voller oder vollkommener Glaube genannt (Emuna Schlema).

Aus einem Sohar-Unterricht. Vorwort, 25.11.2010

Wie wird man zum spirituellen Superman?

Eine Frage, die ich erhielt: Anstatt „übernatürliche Kräfte“ zu erhalten, fühle ich mich von Tag zu Tag immer schwächer. Wie wird man zum spirituellen „Superman“, der sich über sein Ego erhebt?

Meine Antwort: Vor allem müssen wir von den Fakten ausgehen. Und vor den Fakten brauchen wir keine Angst zu haben, weil uns das alles vom Schöpfer als ein Prozess, aus dem wir etwas lernen müssen, dargeboten wird.

Das höhere Licht, das auf unsere inneren Reshimot einwirkt, erschafft in ihrem Inneren Bilder, die wir vor uns sehen. Es nimmt unsere Informationsdaten (Reshimot), projiziert sie auf unseren inneren Schirm, und wir nehmen uns in einem bestimmten Zustand wahr.

Wir müssen alle diese Zustände unterwegs durchleben. Woran liegt dann das Problem? Darin, dass ich mich mal gut, mal schlecht fühle und über mich selbst absolut nicht herrsche? Vor allem herrscht das Licht über mich.

Nun wird mir erklärt, wie das Licht auf mich einwirkt. Und wer bin ich? Ich beobachte lediglich diese Arbeit. Und darum wird sie als Arbeit des Schöpfers bezeichnet. Und du musst sie von der Seite betrachten, aus ihr lernen, was geschieht.

Das ist nicht besonders angenehm, weil Er an mir arbeitet? Wenn ich meinen Freund beobachten würde, der plötzlich mal weinen, mal lachen, mal schlafen, mal irgendwohin hetzen würde, wäre das in Ordnung, denn ich würde die Handlungen des Lichts an jemand anderem beobachten.

Einerseits ist das richtig. Andererseits, wenn du anfängst, dich mit diesen Handlungen, mit dem Schöpfer, zu identifizieren, dann ist es für dich unwichtig, was dir widerfährt. Du identifizierst dich mit dem, Der an dir arbeitet, und nimmst dich selbst als Material für Seine Arbeit wahr.

Kannst du dich von diesem Material trennen? „Das bin gar nicht ich. Wenn ich mich bewege, dies oder jenes tue, denke oder mir wünsche, dann bin das alles nicht ich. Ich identifiziere mich mit dem Schöpfer, der mit diesem Material alles, was Er will, anstellt“. Dann betrachte ich mich bereits von der Seite.

Nun entsteht die Frage: kann ich den Schöpfer bitten, dass Er andere zielgerichtete Handlungen vollbringt? Wahrscheinlich wird das gehen, lass uns ausprobieren.

Welche Handlungen? Wozu? Was wird Er hören? Was wird Er ausführen wollen? Denn ich will nicht um irgendetwas vergeblich bitten. Wenn ich schon an einem Zustand angelangt bin, dass ich zusammen mit Ihm gegen meinen Körper vorgehe, wie Moses mit dem Schöpfer gegen den Pharao, dann sollte es etwas sein, worum es sich zu bitten lohnt. Und dann leitet der Mensch diesen ganzen Prozess ein.

Aus dem Soher-Unterricht vom 25.11.2010. Das Vorwort.

Die Ansprüche sind rechtfertigt, aber unpassend

Der Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Weisen der Welt“: Rabbi Schimon hat gesagt: „Einmal ist zu mir ein Philosoph aus den Völkern der Welt gekommen und sagte:“ Sie sagen, dass Ihr Gott in der ganzen himmlischen Höhe herrscht und alle Heere und Lager Ihn nicht begreifen, und Seinen Ort nicht finden können.

Es dient aber nicht Seinem Ruhm. Denn es ist doch gesagt: „Unter allen Weisen aus den Völker und in ihrem ganzen Reich gibt es niemanden, der Dir ähnlich sein würde“. Warum vergleicht man Ihn mit den vergänglichen Menschen?“

Auf dem spirituellen Weg entstehen im Menschen die Fragen, als ob in seinem Inneren, ein Philosoph sprechen würde. In diesem Fall geschah es mit Rabbi Schimon. Er stieß an den philosophischen Gedanken – auf eine vollkommen logische und für unsere Welt rationale Frage über den Schöpfer.

Natürlich, ist dieser „Philosoph“ sehr klug, und seine Postulate und Argumente sind wahrhaft. Es ist gesagt: „Die Weisheit liegt bei den Völkern – glaube das“. Mit anderen Worten, in unserer Welt wird nichts der Logik und dem gesunden Menschenverstand entgegenstehen können.

Die Wissenschaft der Kabbala verneint es nicht, sondern es gilt darin ein anderes Programm, andere Vernunft, anderes Herangehen. Und deshalb misslingt sie dem Menschen, wenn er versucht, die Logik dieser Welt an die spirituelle Realität anzuwenden. Denn die Rede ist über die unvergleichbaren Sachen, über verschiedene Kelim.

Selbstverständlich entstehen in dir die Fragen, und es gibt keinen Zweifel, dass du in allem dein Recht beweisen kannst. Denn die anderen Menschen haben auch dieselbe Logik.

Laut der Informationen, die im egoistischen Wunsch vorhanden sind, sind ihre Ansprüche rechtmäßig. Der Ausgangspunkt, das Herangehen an die Sache, die Analyse und das Ergebnis stimmen. Was sich zu unserer Welt verhält, unterliegt auch ihren Gesetzen.

Wir sprechen aber über die Forschung der spirituellen Welt, wo unsere Gesetze nicht gelten, wo unsere Logik und unsere Empfindung kraftlos sind. Das versuchen uns die Autoren des Buches Sohars zu erklären.

Was kann ich in diesem Fall überhaupt machen? Was bleibt mir ohne Vernunft und ohne Gefühl übrig? Der Samentropfen? So ist das aber. Mir wurde der Punkt im Herzen gegeben, und die Arbeit an ihm erfolgt vom Anfang an oberhalb dieser Welt.

Ich werde mit anderen Punkten vereinigt, zu denen ich gebracht wurde, und ich ziehe die Kraft der Vereinigung mit Hilfe der Bücher heran, die auch dieser Welt nicht angehören. Und das alles, um die Kraft des Gebens zu öffnen.
Das Feld meiner Tätigkeit ist vom Anfang an und bis zum Ende von unserer Welt isoliert. Hier ist das irdische Herangehen untersagt. Es ist ein ganz anderes „Territorium“, der Staat der höheren Ordnung, wo die Fragen „der Philosophen“ jede Rationalität verlieren.

Aus dem Unterricht nach dem Buch. Das Vorwort, 24.11.2010

Das Boot unserer Absichten

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn mir während des Sohar-Lesens misslingt, mich in der Absicht aufzuhalten, und ich in diesem Moment überhaupt nicht verstehe, wofür es notwendig ist, dann bohre ich doch „das Loch im Boot“?

Meine Antwort: Vor allem soll ich klären, ob ich überhaupt „das Boot“ benötige, ob ich im Begriff, etwas zu erreichen, bin oder nicht?

„Das Boot“ ist die Gesamtheit unserer Absichten. Und die Wünsche ohne Absichten stellen ein Loch dar.

Die Absichten, die wir über die Wünsche erschaffen können, bauen uns „das Boot“ auf, den Anfang (Rosch) der Stufe, den Schirm und das widergespiegelte Licht, das spirituelle Gefäß/Kli. Somit ist das Kli nicht der Wunsch selbst, sondern die Absichten über ihm.

Die Wünsche selbst sind unwichtig. Das Wichtigste ist die Absicht, die ich über dem Wunsch aufbauen kann.

Die Frage: Welche Verantwortung habe ich gegenüber der Gruppe?

Die Antwort: Wenn ich mich bemühe, an das Ziel zu denken, dann bürge ich dadurch für die Freunde, dass sie auch an das Ziel denken werden.

Wenn ich unser „Boot“ mit meinen Absichten behüte, wenn ich will, dass wir es in Form des vollständigen Kli – mit dem Schirm und dem widergespiegelten Licht aufbauen, wenn ich mit dem ganzen Herzen dafür sorge, dass die Freunde auch daran denken, dann halte ich sie in der Absicht fest.

Es ist eben die Bürgschaft . Wofür bürge ich? Dass meine Freunde ständig das Ziel verfolgen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.11.2010

Die Sklaverei der eigenen Natur

Wenn der Mensch von einem großen Vergnügen erfüllt ist, löst er sich darin auf, befindet sich komplett unter seiner Macht, ist wie ein Roboter, bereit alles zu tun, was dieses Vergnügen von ihm fordert. Er kann dem nicht widerstehen.

 Jeder Mensch hat ein gewisse Toleranzschwelle, ein Limit, bis zu welchem er dem Genuss widerstehen oder Leiden erdulden kann. Und wenn die Leiden oder der Genuss diese Schwelle überschreiten, sind sie fähig den Menschen völlig zu versklaven.

 Der Mensch ist nur in einem sehr engen Frequenzbereich der Empfindsamkeit fähig, ihnen zu widerstehen. Nur in diesem Bereich kann er sich dagegen schützen. Worin besteht dieser Schutz? Er versteht, dass er der Versuchung gegenüber nicht kapitulieren darf, weder bezüglich der guten noch der schlechten Seite.

 Sonst beherrschen ihn die Genüsse und die Leiden komplett, denn der Mensch ist aus einem Baustoff geschaffen, dessen Grundlage das Verlangen zu genießen ist. Deshalb ist absolut offensichtlich, dass sie mit ihm einfach alles machen können.

 

Unterricht zu dem Artikel „Shamati 4“ vom 19.11.2010

Von einem Tier zu einem Menschen

Wenn man die Wissenschaft der Kabbala studiert, muss man verstehen, dass wir uns auf der tierischen Stufe befinden, wie geschrieben steht: „Alle sind wie Tiere“. Es gibt in uns eine unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe. Und die menschliche Stufe, die wir in uns aufbauen müssen, ist die Stufe der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Noch weiß ich nicht, wer der Schöpfer ist, weil ich keine Eigenschaft besitze, die Ihm ähnlich wäre und durch die ich Ihn erkennen würde und mir vorstellen könnte, wer Er ist.

Aus diesem Grund gelte ich erst einmal als tierische Stufe. Denn wodurch unterscheide ich mich von einem Tier? – Lediglich durch eine etwas größere egoistische Entwicklung. Doch die Stufe „Mensch“ bedeutet „dem Schöpfer ähnlich“ („Mensch“ – „Adam“ stammt von „ähnlich“ – „adame“).

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens, die Kraft des Gebens, und ich bin voll und ganz der Empfangende. Deshalb habe ich nichts von Ihm, außer einem kleinen „Funken von oben“, der von Geburt an in jedem Menschen enthalten ist. Wenn er erwacht, beginne ich, eine gewisse undefinierbare Unruhe, das Verlangen nach etwas, was höher als meine tierische Stufe ist, zu empfinden.

Dann komme ich in eine Gruppe von Menschen, die Kabbala studieren, und höre, dass es eine solche Möglichkeit gibt, zu einem Menschen, der dem Schöpfer ähnlich ist, zu werden.

Diese Veränderung, die wir in uns vollbringen können, ist sehr essentiell. Stellt euch den Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen in unserer Welt vor. Wie komplizierter doch des Leben eines Menschen im Vergleich zu dem eines Tieres, sagen wir mal einer Katze, ist!

Außer den allgemeinen tierischen Bedürfnissen nach Essen, Schlafen und Fortpflanzung verfügt der Mensch über Erziehung, Kultur, Allgemeinwissen. Und eine Katze weiß nichts von all dem.

Um jedoch etwas dem Schöpfer Ähnliches in uns entwickeln zu können, brauchen wir Verstand, Empfindung und Kräfte, die wir nicht haben. Denn der Unterschied zwischen einem Tier und einem Menschen in unserer Welt ist lediglich eine kleine Differenz in der Entwicklung zweier egoistischer Wesen, während ich und der Schöpfer zwei einander entgegengesetzte Formen sind und ich keine Ahnung habe, was ich noch brauche, um genauso wie Er zu werden. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, wie es ist, Ihm ähnlich zu sein, mich über Zeit, Bewegung, Raum, über unsere gesamte Realität zu erheben.

Also müssten wir hier bestimmte Kräfte, Verständnis, Verstand und Empfindungen erlangen, die wir nicht haben. Noch existiere ich wie ein Tier. Es gibt in mir jedoch einen „Funken von oben“, und ich kann ihn auf eine solche Art und Weise entwickeln, dass ich plötzlich alle möglichen neuen Eigenschaften, einen neuen Verstand und neue Empfindungen darin enthülle, die bereits zur Stufe des Schöpfers bzw. des Menschen in mir gehören. Dieser Funke wird mit Hilfe des höheren Lichts entwickelt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 08.10.2010