Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Meilensteine auf dem Weg

Der Feiertag Tu Bi-Schwat, „das neue Jahr der Bäume“, symbolisiert die Früchte der spirituellen Arbeit, des spirituellen Wachstums.

Auf der ersten Stufe verwandeln wir die egoistische Absicht Lo-Lischma in die altruistische Absicht Lischma, in das Geben um des Gebens willen. Indem der Mensch die Eigenschaft der Bina erlangt, wird er zum „Baum auf dem Feld“.

Danach geht er auf der Stufe des Empfangens um des Gebens willen, und der nicht tragende Baum auf dem Feld, wird zu einem früchtetragenden. Das ist das Ergebnis der Arbeit des Menschen, der Stufe des Menschen. Jetzt, mit Hilfe seines „Baumes“ züchtet er die Früchte bzw. erfüllt die Seelen. Er verhält sich zu den Seelen wie die Quelle des Gebens, gleich wie der Schöpfer. Damit wird der Mensch mit dem Schöpfer verglichen und vollendet seine Korrektur.

Im Feiertag Tu Bi-Schat sehen wir, die Kabbalisten, das Ergebnis der gesamten Arbeit des Menschen. Überhaupt spielen alle Feiertage eine doppelte Rolle: Sie verkörpern einen Teil unseres Weges, und zur gleichen Zeit verbirgt sich darin ein Teil, ein Zeichen vom Ende unseren Weges.

Pessach (Ostern), der Feiertag des Auszuges aus Ägypten, weist uns darauf hin, wie und wofür wir unser Ego verlassen. Denn es ist unmöglich aus ihm rauszutreten, ohne vorher das Ziel zu wissen.

Shawuot, der Feiertag Gabe von Tora, wird auch nicht auf das Erlangen der Mittel zur Korrektur, beschränkt, wir wissen warum und wofür wir es bekommen.

Rosh HaSchana, das hebräische Neue Jahr ist der Anfang aller Veränderungen, und im Anfangszustand ist schon das Endergebnis eingeschlossen.

Der Tag der Sühne, Jom Kippur, erinnert uns daran, wofür wir die Kette der Korrekturen durchgehen. Das gleiche gilt für Chanukka und Purim.

All diese in unserer Welt traditionellen Bräuche symbolisieren die Stufen, die Meilensteine auf dem Weg unserer spirituellen Entwicklung. Sie entspringen daraus.

Was gibt es Besonders an ihnen? Am Feiertag Tu Bi-Schwat essen wir Obst und Süßigkeiten, ist es nicht ein zu schwacher Hinweis? Purim erinnert uns auch eher an einen Kinderfeiertag. Doch in Wirklichkeit sind es die wichtigsten Feiertage, und ihre Ergebnisse sind sehr Eindrucksvoll. Denn die Rede ist vom Ergebnis, von der Früchte unserer Arbeit.

Purim verkörpert die Endkorrektur, den Endweg. Dann unterstützen sich die positiven und die negativen Kräfte und nehmen an der Erreichung des Endzieles teil. Tu Bi-Schwat bedeutet auch die Reifung der Früchte, der Unterschied besteht in der Wahrnehmungsebene. Der Baum auf dem Feld ist die pflanzliche Ebene, und bei Purim handelt es sich um die höheren Stufen.
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Der Mensch ist ein Baum des Feldes“, 21.01.2011

Anstrengung unten, Empfindung oben

Frage: Während der Vorbereitungen auf den Europäischen Kongress in Berlin haben wir Schwierigkeiten damit, die Kraft von der Umgebung zu schöpfen. Wie können wir bei all den physischen Handlungen nicht die Verbindung mit dem inneren Ziel verlieren?

Meine Antwort: Zu allererst ist es gut, dass die Menschen den Mangel an Absicht spüren, denn ohne die innere Komponente, sprich die Absicht zu geben, kann die äußere Anstrengung nicht zum Erfolg bei der Enthüllung des Schöpfers führen. Woher sollen wir also die richtige Absicht zur Vereinigung und Verbindung erhalten, innerhalb deren wir handeln werden?

Wir müssen uns anstrengen – wie ein kleines Kind sich anstrengt, um groß zu werden – wir müssen uns aus aller Kraft an der Absicht festhalten und dürfen nicht vergessen, dass wir alle äußeren Handlungen ausgehend von der inneren Anstrengung ausführen. Und inwieweit es gelingt, hat nichts mehr mit unserem Erfolg zu tun.

Vielleicht will man uns zeigen, dass wir wirklich klein sind und keinen Erfolg haben, damit wir aufhören, stolz auf uns zu sein, und spüren, dass ohne die Hilfe von oben keine Absicht in uns entstehen kann, dass wir uns durch eigene Kraft nicht verbinden können.

Wenn wir selbst damit fertig werden könnten, würden wir den Schöpfer nicht brauchen und den Zustand „lass uns zum Pharao gehen“ nicht erreichen können.

Im Grunde genommen, sollte sich der Mensch niemals über die eintretenden Zustände beklagen. Sie werden als Folge des Vorankommens enthüllt und sind deshalb in jedem Augenblick richtig. Die Frage besteht darin, wie man mit Hilfe der Gruppe die richtige Haltung diesen Zuständen gegenüber aufbaut.

In den meisten Fällen machen wir uns Vorwürfe wegen der Vergangenheit: etwas falsch, schlecht gemacht, verpasst, nicht gekonnt usw. Auf diese Weise wirkt die unreine Kraft/Klipa auf uns ein, die uns in die Vergangenheit zurückkehren lässt. Das Gleiche bezieht sich auf die Enttäuschung von eigenen Eigenschaften: was hat es für einen Sinn, sich selbst etwas vorzuwerfen, wenn es unbestreitbar ist, dass wir Egoisten sind und jedes Mal nur das enthüllen? Über diesem Zustand müssen wir unsere richtige Haltung bilden.

Aus diesem Grund hängt alles von der Anstrengung ab. Vielleicht ist der Mensch unzufrieden und möchte etwas anderes haben – es ist unwichtig, weil die Empfindung von oben kommt. Den Anfängern wird gezeigt, wie erfolgreich sie sind, sie werden ermuntert und angespornt wie kleine Kinder. Denjenigen aber, die vorankommen, werden ihre Mängel und Fehler gezeigt, damit sie … sich nicht selbst korrigieren, sondern nach der Korrektur verlangen. Dabei kommen uns alle Reaktionen zugute.

Die innere Arbeit eines Menschen in Bezug auf die Gruppe soll von den Handlungen zur Organisation von Unterrichten, Kongressen und Verbreitung getrennt werden. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun: die inneren Auf- und Abstiege sollten keine Auswirkung auf die äußere Arbeit haben. Es gibt einen Tagesablauf/ein Programm, und wir handeln dementsprechend, unabhängig von den Verlangen.

In der inneren Arbeit strengen wir uns nach Möglichkeit an, und die Empfindung, die wir erhalten – ob gut oder schlecht – hängt davon ab, was genau wir empfinden sollen. Wenn wir keine Begeisterung, keinen Elan und keine allgemeine Unterstützung empfinden, dann bedeutet es, dass uns durch diese Empfindung geholfen wird, vom Egoismus abzuschalten.

Die Enttäuschung von den laufenden Zuständen führt dem Menschen vor Augen, dass das egoistische Verlangen ihn nicht unterstützt, und er kehrt ihm auf natürliche Weise den Rücken zu. Der Egoismus trägt selbst dazu bei, dass wir ihn ablehnen, und das bedeutet „Hilfe gegen sich selbst“. Das unangenehme Gefühl bei der Arbeit, das in uns existiert, ist Hilfe von der gegenüberliegenden Seite, bis wir in der Lage sein werden, uns über unsere eigene Natur zu erheben und einen Blick auf sie von oben zusammen mit dem Schöpfer zu werfen. Das bedeutet, dass ich zusammen mit dem Schöpfer gegenüber dem Pharao stehe. Auf diese Weise erhebe ich mich über ihn und überquere den Machsom.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 24.12.2010

Die materialistische Psychologie der Liebe

Die Liebe bezieht sich nicht auf unsere Welt. Wenn du gegenüber den anderen die Liebe empfindest, dann bedeutet es, dass deine Seele in dir zu handeln beginnt.

Und jetzt hast du von dieser Seele nur einen zerbrochenen Punkt. Wenn du aus diesem Punkt heraus, die Beziehungen der Liebe zu anderen Menschen aufbaust und einen „Vektor“ der Absicht, eine Bestrebung, die Liebe heißt, schaffst, dann wird diese Absicht zu deiner Seele.

Denn diese Absicht wird auf deinem Wunsch zu genießen aufgebaut, der mittels der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert wurde. Das heißt die Liebe eben.

Wenn du solche Absicht erreichst, dann wirst du schon zu einer spirituellen Persönlichkeit. In dieser Beziehung zu dem anderen Menschen beginnst du, das Licht NARANCHAJ, die höheren Welten und alles was sich zwischen Dir und Ihm befindet zu empfinden.

Es dauert so lange, bis du ihn, wie dich selbst, wie ein Ganzes empfinden wirst. Das bedeutet, dass du die Welt der Unendlichkeit erreicht hast. Denn es bleiben keine Grenzen, keine Beschränkungen mehr. Das bedeutet nämlich die spirituelle Welt.

Zu allem, was geschieht, soll ich mich mit der Liebe verhalten. Aber wenn mich jemand mit dem Messer angreift, was soll ich dann machen? Ich soll auch ein Messer nehmen und ihn mit der Liebe töten… So ist das Gesetz eben. Und wenn zu mir der Lewy – Kassierer der Steuern kommt und sagt, dass ich bezahlen soll, dann bezahle ich auch. In meinem Herzen kann ich über die leere Tasche weinen, aber meine Seele wird sich freuen.

Man muss verstehen, dass unsere Beziehung zum Nächsten auf unserem Wunsch zu genießen und seiner Korrektur für das Geben aufgebaut ist! Wenn ich alle Bedürfnisse eines anderen Menschen nehme und sie erfülle, unter der Benutzung von meinem eigenen Wunsch, dann bedeutet es, dass ich ihn liebe.

Und wenn ich meinen Wunsch beschränke, um dem anderen nicht zu schaden, dann befinde ich mich im Zustand „Des Gebens um des Gebens willen“ (Chafez Chessed), und nicht in der Liebe. Es steht geschrieben: „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, es ist eine Prüfung, wie ich mich verhalten soll. Wenn du selbst etwas nicht magst, dann tue es anderen nicht an.

Aber vielleicht liebt er etwas anderes? Das weiß ich nicht, ich prüfe es nur mittels eigener Wünsche. Das ist „die materialistische Psychologie“.

Und die Liebe bleibt auch innerhalb der materialistischen Psychologie. Aber ich fühle den anderen bis zu solchem Ausmaß, dass ich seine Wünsche empfinde. Deshalb nehme ich seine Wünsche und erfülle mich damit, womit ich sie mit Hilfe meiner Wünsche-Möglichkeiten tatsächlich erfüllen kann.

Wenn ich den Nächsten liebe und in mich seine Wünsche einsauge, dann kann ich seine Bitte (МАN) bis zur Welt der Unendlichkeit erheben! Er selbst kann das nicht machen, und ich kann es für ihn tun!

In der Spiritualität kann niemand von uns ein Stück direkt nehmen und in den Mund legen. Nur dann, wenn ich es dir gebe, und du es mir gibst. Und nur unter der Bedingung, dass ich genau weiß, was du willst, und du es von mir auch weißt! Dann kannst du mir dieses Stück in den Mund legen, und ich tue das gleiche für dich. So sind wir verbunden, und keiner von uns kann die Füllung alleine bekommen.

Und das alles soll hier, in dieser Welt geschehen! Das Licht der Unendlichkeit muss sich bis zu dieser Welt erstrecken, wie es geschrieben steht: „Und seine Beine werden auf dem Ölberg stehen“. Die spirituellen Beziehungen werden so sein, dass du auch im Materiellen nicht anders handeln können wirst.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala „, 12.01.2011

In sich hineinzuschauen, und sich nicht abzuwenden

Frage: Wie kann ich prüfen, ob meine Absicht tatsächlich auf den Schöpfer gerichtet ist? Welche praktische Prüfung kann uns die Wissenschaft der Kabbala anbieten?

Meine Antwort:
Kabbala bietet eine einfache Hilfe an – die Arbeit in der Gruppe, welche die persönliche Entwicklung beschleunigt und den Trainingsübungsplatz sichert. Innerhalb der Gruppe wird der Mensch es schaffen, den Ort der Offenbarung des Schöpfers, die Kraft des Gebens zu finden.

Somit erreichen wir das Ziel mittels des gemeinsamen Studiums und der Vereinigung mit den Freunden.

Unabhängig davon, was wir machen, ist es wichtig zu prüfen, ob wir den Egoismus in der Flucht von den schlechten Empfindungen unterdrücken. Denn den größten Teil seiner Zeit verbringt der Mensch damit, das eigene Übel zu verbergen.

In uns leben der Hass, der Neid, die Lüsternheit, verschiedene Ambitionen und andere Attribute der Wechselbeziehungen zu den Nächsten. Manchmal sind diese Wünsche so klein, dass der Mensch ihr Übel nicht unterscheidet. Und jedes Mal mache ich unrbewusst eine Berechnung: inwiefern ich besser als der anderen bin, inwiefern ich die anderen nicht leiden kann, inwiefern ich über sie herrsche, inwiefern ich sie ausnutzen kann, usw.

Ich muss mich ständig besser als der Nächste fühlen. Und selbst wenn es mir nicht gelingt, stelle ich mich dennoch über den anderen.

Wenn ich dagegen den Egoismus nicht vertusche, dann öffnet sich mir jede Sekunde die Möglichkeit für die Arbeit. Dabei bezeichnet man meine Empfindungen als den „grundlosen Hass“. Entsprechend der eigenen Natur bin ich gezwungen, ihn zu empfinden. Kann ich aber darüber hinaus eine gute Beziehung, zur Liebe empfinden?

Ich hasse jeden für etwas, und wenn ich meine Einstellung nicht verberge, dann kann ich unaufhörlich arbeiten, bis sich jede Situation für mich ins Mittel der Annäherung an den Schöpfer verwandelt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch “Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”“, 06.01.2011

Die Eintrittskarte in das Buch Sohar

 

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Abs. „Und Jithro hörte”, Art. “Und schaue auf das Geheimnis des Anlitzes“, P. 100: “ Die Saat von David, die Ansichten der Farben wechseln in ihm, und das ist, warum Samuel sich irrte, wie geschrieben steht: „Blickt nicht auf seine Erscheinung“, denn die andere Seite war in Eliav“.

Das war nicht so mit David, denn die Formen Davids sind bedeckt, weil die Formen der anderen Seite in seinen Formen eingeschlossen wurden und die Form der anderen Seite in ihm zuerst erschienen ist, und für eine gewisse Zeit an den Augen vorbeizieht, und dann ist das Herz gewarnt und fürchtet (sich)

Wir irren uns: Wir investieren viel Kraft um zu verstehen, wovon der Sohar spricht, aber viel weniger in die Absicht bzw. in die Gedanken, dass wir uns verbinden müssen und gerade in dieser Verbindung zwischen uns den Sohar enthüllen. Denn nur im Maß unserer Verbindung wird die Form des Schöpfers offenbart. Diese Form ist in keiner Weise dem ähnlich, was wir uns, bevor wir uns verbinden, vorstellen können.

Unsere Verbindung ist wie eine Eintrittskarte, die uns erlaubt die spirituellen Formen und die Eigenschaften, von denen uns der Sohar erzählt, zu sehen und zu spüren. Wenn wir aber, ohne die Suche nach Verbindung zwischen uns, das Studierte erkennen wollen, wird dies äußeres Lernen, Klipa und Todesgift genannt.

Wenn ich mich bemühe in dem Studierten die Form, die ich gerade studiere, zu finden, ist das Klipa. Wenn ich allerdings diese Form vor allem durch die Prisma meiner Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung enthüllen will und erst wenn ich mich mit den anderen verbunden habe, die spirituelle Form, von welcher der Sohar spricht, suche, ist das Heiligkeit, Geben und Spiritualität. Denn im Endeffekt suche ich nach Formen der Verbindung bzw. des Gebens. Das ist das Wichtigste. Wobei im ersten Fall suche ich nach einer Form des Empfangens.

Deshalb muss ich mich vor allem darum kümmern, wie ich durch dieses Prisma, mit anderen Worten, in diese Absicht, in die Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung, gelange. Und das ist sehr wichtig! Ohne diese Absicht lohnt es sich nicht mal das Buch Sohar zu öffnen, denn sie kann nicht nur Lebenselixier, sondern auch Todesgift werden.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 5.01.2011

Wir lassen den Konflikt der Gegenteile zu

Das Ziel der Schöpfung besteht darin, das Gute den Geschöpfen zu bringen. Dazu soll sich das Geschöpf außerhalb des Schöpfers, außerhalb des gebenden Wunsches befinden, also im Wunsch, die Genüsse zu empfangen.

Und andererseits, um die Vollkommenheit zu erreichen, ist das Geschöpf verpflichtet, dem Schöpfer gleich zu werden. Somit soll es aus zwei entgegen-gesetzten Kräften bestehen: aus dem Wunsch zu genießen und aus der Absicht zu geben.

Merkwürdig ist dabei, wie in einem Menschen diese zwei Gegensätze existieren können. In Wirklichkeit sind es erst nur die Keime. Wenn der Mensch möchte, dass sie vom minimalen Niveau wachsen, dann muss er zwischen ihnen die richtige Beziehung aufbauen. Anders wird er nicht erwachsen werden, es bleibt ihm der schwarze Punkt des Wunsches von Malchut und  das winzige Fünkchen der Eigenschaft des Gebens von Bina erhalten.

Das Wachsen fängt damit an, dass der Mensch zwei diese Kräfte vergleicht und ordnet. Dadurch gewährt er dem Schöpfer die Möglichkeit, sich großzuziehen

und bildet selbst ihre Verbindung, die Verschmelzung von Bina und Malchut – damit sich Bina immer über Malchut aufhält.

Es ist gesagt: „Der Mensch wird immer den guten Anfang gegen den bösen Anfang vorziehen“. Das bedeutet, er soll diesen Krieg selbst führen: in seinem Inneren die Gegenteile finden und diese nicht vertuschen. Er wird lernen, sie richtig zu verwenden, um sich selbst zu erschaffen.

Es steckt ein Problem dahinter: da wir niemals freiwillig auf den Grund des Problems zugehen, flüchten wir vor der Analyse, versuchen, die inneren Konflikte zu verheimlichen anstatt zusammen mit dem Schöpfer die Kräfte für die Auseinandersetzung zu finden, weil Er die Quelle von allem ist. Wir müssen ständig versuchen, mittels der Kraft des Gebens, die Kraft des Empfangens zu besiegen.

Aber wenn der Mensch versteht, dass alles vom Schöpfer kommt und in sich die Kollisionen hervorruft, dann findet er immer eine Möglichkeit, alles zu ordnen. Er versteht, dass alle Probleme und jede beliebige Empfindung aus zwei polaren Kräften bestehen, die er regeln und gegenüberstellen soll.

Und es ist nur dann möglich, wenn der Mensch sie zur realen Handlung in der Umgebung bringt. Im Endeffekt soll ihn alles, was er fühlt, auf die Nächstenliebe ausrichten.

Wenn es aber nicht so ist, dann hat er die Korrektur noch nicht erreicht, die richtige Verbindung zwischen dem Wunsch der Genüsse und dem Funken des Gebens nicht geschaffen. Nur diese Verbindung in der Nächstenliebe ermöglicht ihm die Gleichheit mit dem Schöpfer zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit„, 06.01.2011



Dort, wo die Sünder zurücktreten

Wir arbeiten außerhalb unseres Materials, dem Verlangen zu genießen. Dieses Verlangen soll ständig wachsen, damit auch wir wachsen können, indem wir außerhalb von Ihm eine Form des Gebens und der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangen.

Und deshalb empfinden wir den wachsenden Wunsch als das Leiden. Es beginnt erst dann, wenn der Mensch dazu bereit ist. Es steht geschrieben: „Das Leiden, das zu den Sündern kommt, fängt mit den Gerechten an“. Mit anderen Worten: Die negativen Formen werden in demjenigen offenbart, der früher ein Gerechter war, der den Aufstieg geschafft und sich vorbereitet hat.

Die Anfänger, die die Methode noch nicht ganz verstehen, geraten dadurch in Verwirrung: „Warum treten trotz der angestrengten Bemühungen solche schlechten Zustände ein? Plötzlich geht die Begeisterung verloren, und alles wird gleichgültig …“. Aber mit der Erfahrung kommt die Weisheit, und der Mensch erkennt, dass der Weg durch den Abstieg und den Widerstand gegen den egoistischen Trieb führt

Das spirituelle Ziel wird für mich immer fragwürdig sein: „Wofür schreite ich voran? Soll ich gegen die Selbstsucht, gegen die Natur kämpfen? Ist es normal, in solchen Abstiegen ohne jedes Streben und die Absicht zu arbeiten?“ Der Mensch fühlt sich benachteiligt und hilflos und empfindet seinen Zustand als unwürdig und unverdient.

Es ist eben jene Stelle, über die geschrieben steht: „Die Gerechten werden vorankommen und die Sünder werden zurücktreten“. Hier handelt es sich darum, dass wir aus unserer Natur herauskommen sollen. Jedes Mal, wenn der Mensch sich für einen solchen Aufstieg vorbereitet hat, gibt man ihm eine neue „Belastung des Herzens“, damit er noch höher aufsteigt. So kommt er auf dem spirituellen Wege voran.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011

Prüfe dich selbst!

Frage: Wenn ich keine Fragen zum Studium habe, komme ich voran?

Meine Antwort: Der Mensch soll selbst prüfen, ob er vorankommt oder nicht. Wie kann er das prüfen? – Dadurch, ob er Auf- und Abstiege während des Studiums hat – in der Verbindung mit den Anderen und der Abstoßung von dieser Verbindung.

Im Moment muss ich nur eins wissen: ob ich an die Verbindung zwischen uns denke und innerhalb dieser Verbindung versuche, Bilder, die ich im Sohar studiere, – Bilder des Schöpfers – zu enthüllen.

Strebe ich danach? – Ja. Wie sehr strebe ich? Wie oft habe ich während des Unterrichts diese Gedanken verlassen und zu ihnen zurückgekehrt? Wie oft habe ich mir während dieser Arbeit Gedanken über die Anderen gemacht, damit sie sich auch in dieser Absicht befinden? Und dann wird ihr gemeinsamer Gedanke genauso auf mich einwirken, damit ich, selbst wenn diese Gedanken mich verlassen, sofort zu ihnen zurückkehre. Es ist gerade gut, wenn es möglichst viele solche augenblicklichen Aus- und Einstiege gibt.

Aus diesem Grund brauche ich die Unterstützung der Gruppe, und ich muss ständig an die Verbindung denken. Und das soll meine ganze Sorge sein. Nach diesen Merkmalen kann ich prüfen, ob ich vorankomme oder nicht. Und wenn ich aus den Gedanken an die Verbindung nicht aussteige und nicht zu ihnen zurückkehre, dann gibt es kein Vorankommen.

Darum soll man nicht fragen – man muss sich selbst prüfen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 05.01.2011

Das Hindernis zur Hilfe

Frage: Wie ist der Wunsch, der in mir erwacht, auf das Geben auszurichten?

Meine Antwort: Angenommen, mich beunruhigt etwas an einem Morgen. Ein gewisser, unbefriedigter Wunsch bewirkt in mir den Gedanken über seine Befriedigung. Mich verfolgt ein Problem und ich suche die Wege dessen Lösung.

Ich habe das alles von oben bekommen. Wenn sich mein Problem zu den lebensnotwendigen Wünschen verhält, dann soll ich es lösen, ohne die großartige Arbeit mit der Absicht durchzuführen. Vor allem muss man sich das Lebensnotwendige gewährleisten. Darüber ist es gesagt: „Wenn es kein Brot gibt, dann gibt es auch keine Tora“.

Wenn es sich aber nicht um die lebensnotwendige Versorgung auf dem tierischen, körperlichen Niveau handelt, dann soll ich mich bemühen, diesen Gedanken ins richtige Format zu übersetzen.

Ich habe ihn vom Schöpfer bekommen, um die richtige Reaktion darauf aufzubauen. Er ist „die Hilfe gegen den Schöpfer“, er ist gegen das Ziel gerichtet und hilft mir zur gleichen Zeit richtig zu reagieren, sich auf das Ziel auszurichten.

Mein Ziel ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer. Der Schöpfer ist gut und schafft das Gute, es gibt niemanden, außer Ihm. Er schickt mir alle Sorgen und Leiden, als Hilfe. Deshalb wende ich mich über diese Besorgnis an Ihn, an den Guten und das Gute Schaffenden.

Ich muss die Empfindung erreichen, dass mein Problem eine Hilfe ist, um die Beziehung des Schöpfers zu mir zu verstehen, welche jenen Empfindungen entgegengesetzt sind, die in mir erwachen.

So baue ich das Bild des Schöpfers auf. Bei der vorsichtigen und genauen Beobachtung werde ich es schaffen, zu erkennen, warum mir diese oder jene Sorge, das Problem gerade in solcher Art gesandt wird. Ich werde seinen Abdruck, die Form des Guten und das Gute Gebenden erkennen, der sie in mir abgedruckt hat.

Dank dieser „Inversion“, werde ich auf die Stufe des Gerechten aufsteigen, den Schöpfer rechtfertigen und den richtigen Weg auswählen. Und das Wichtigste ist weiterhin, unter beliebigen Zuständen, auf dem Hintergrund beliebiger negativer Formen nicht einzuschlafen und immer voraus zuschauen.

Jede Sekunde kann ich richtig reagieren, ich muss nur die Unterstützung der Umgebung sichern. Ohne sie sind meine Bemühungen periodisch. Somit bestimmt die Gruppe das Tempo meines Aufstiegs.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch, 04.12.2011

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Das Geheimnis der Geburt des Menschen/der Absicht

Der Wunsch zu genießen ist das Material, und die Absicht seine Form. Aber du hast so lange keine Absicht und keine Form, bis sie sich mit dem höheren Licht treffen und danach die Form aufbauen.

Du kannst selbst die Absicht zum Schöpfer nicht erschaffen. Du richtest nur deine Bitte an Ihn (erhebst МАN) und von oben steigt МАD, NECHI des Höheren, zusammen mit seinem widergespiegelten Licht, herunter. Und wenn sich dieses widergespiegelte Licht des Höheren in dein Material einkleidet, dann bildet es in dir eine Form.

Der untere Teil (NECHI) des Höheren kleidet sich in das Untere ein und schafft dadurch seine Form. Und das Untere selbst kann nichts machen, es kann nur bitten: „Gib mir die Form des Gebens!“ Und welche Form das sein wird, entscheidet das Höhere.

Deshalb kann ich den Wunsch von der Gruppe bekommen, also die Form des Höheren, aber die Gruppe bestimmt nicht diese Form für mich, sondern erweckt nur in mir dieses Bedürfnis. Und wenn ich das Höhere bitte, МАN erhebe, dann diktiere ich nicht, was Es mir geben soll. Es würde nicht Geben heißen, wenn ich fordern würde, so oder anders zu werden.

Außerdem befindet sich in mir das informative Gen (Reschimo), das meine Bitte bestimmt. Wenn ich МАN erhebe, dann erhebe ich dieses Reschimo, dieses Gen, damit das Höhere darauf ein „Siwug“, die Verschmelzung des männlichen und des weiblichen Teils macht, wie bei der Geburt eines Kindes. Diese Verschmelzung geschieht oben, und ich bekomme die geborene, fertige Form.

Alle meine Formen sind schon im Voraus aufgezeichnet. Sie stellen eine innere Kette der informativen Gene (Reschimot) dar. Ich bestimme nicht das eigene Schicksal, selbst organisiere ich nur die Form des Überganges von einer Form zur anderen und wähle den guten Weg oder den Weg des Leidens. Aber die Formen selbst, kann man nicht verändern, sie klären sich in der Wurzel meiner Seele und deren Abstieg in diese Welt und auf demselben Weg soll ich rückwärts steigen.

Von mir hängt lediglich ab, wie ich von einer Etappe zur nächsten gelange, sei es mittels Schlägen von hinten oder mittels des Lichtes von vorne: langsam oder schnell.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011