Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie finde ich den Kurs im Ozean des Lichtes.

Morgenunterricht aus Moskau

Alle Artikel aus dem Buch Shamati dienen dem Zweck den Menschen auf ein richtiges Verhalten zu sich selbst (zu meinen innerlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Kräften, Eigenschaften) und zu jenen, außerhalb von mir (zu Menschen, Gesellschaft, Gruppe, Lehrer, Schöpfer, Natur) einzustellen, damit es verständlich wird, wie ich mich ändere, was ist der Grund dafür, wie soll mein Verhalten aussehen, damit ich einen Zustand der Vollkommenheit erreichen kann.

Unser Problem liegt darin, dass wir auf der einen Seite, selbst nichts tun können, da wir nur den Wunsch darstellen, den Wunsch uns zu füllen, den Wunsch nach Vergnügen.

Auf der anderen Seite, wenn wir selbst nichts tun können und nur einen Wunsch darstellen, welcher dem Schöpfer, dem Licht gegensätzlich geschaffen wurde, wie können dann danach bitten, dass man uns ändert, dass wir uns ändern, zu verlangen, selbständig oder durch andere Systeme zu handeln?

Das heißt wir befinden uns in einem zweifachen Zustand. Auf der einen Seite – ich kann nichts selbst tun. Auf der anderen Seite – ich muss zu so einem Zustand kommen, dass meine Bitte so eine Wirkung auf mich hervorruft, dass ich mich mit ihrer Hilfe ändern werde.

Dieser Punkt ist sehr schwierig für uns. Genau in ihm versteht der Menschen nicht sein richtiges Zusammenwirken mit der ihn erschaffenen Höheren Kraft.

Das heißt ich muss jenen Zustand erreichen, in dem ich meine ganze Unfähigkeit sich zu korrigieren erkenne und verstehe, dass meine Änderung nur durch Einwirken der äußeren Kraft vollzogen werden kann. Auf der anderen Seite, ist die äußere Kraft, welche sich außerhalb von mir befindet, permanent, und ich kann auf sie nicht einwirken. Sie ist absolut. Ich kann kein Einfluss auf sie ausüben, aber auf mich schon, in dem ich mich unter ihre Wirkung, eben durch meine Bitte stelle.

Meine Bitte – ist meine Handlung, wenn ich mein Verhalten zu der Höheren Kraft ändere, so ändere ich auf diese Weise ihr Einwirken auf mich, und sie korrigiert mich. Das heißt, praktisch findet die Arbeit im inneren des Menschen statt und hängt von seinem Wunsch, von seiner Absicht, von der Kraft, Richtung ab. Und dabei befindet er sich in einem absoluten und vollkommenen Feld. Und die Arbeit wird genau durch dieses Feld vollzogen, indem es auf ihn einwirkt. Und er bringt sich unter die Wirkung dieses Feldes.

Aus der Sicht des Wunsches nach Korrektur ist der Mensch das aktive Element. Und aus der Sicht der Korrektur des Menschen selbst ist er das passive Element er wird durch jenes Licht korrigiert, das sich außerhalb von ihm befindet, ihn umgibt und dabei unverändert ruht. Es kann viel über diesen Zustand gesprochen werden, aber er soll sich in uns nach und nach wie ein bestimmter, genauer, innerer Zustand von mir und des Lichtes, des Schöpfers bilden.

Der Artikel von Bal HaSulam „LiShma bedeutet Erweckung von Oben, und warum brauchen wir auch Erweckung von unten“ ist einer von jenen, die vom richtigen Mitverhalten des Menschen zum Schöpfer, des Menschen zum Höheren Licht erzählen. Unter dem Menschen wird unser Wunsch verstanden, und auf welche Art und Weise kann sich dieser Wunsch ändern, wenn er (der Mensch) sich richtig unter die Einwirkung des Lichtes stellt.

Die Eigenschaft des Gebens, die wir erreichen können und an die wir uns nach und nach unter Einwirkung des Lichtes annähern, wird „LiShma“ – „für Ihn“ genannt. Und die Ihm entgegen gesetzte Eigenschaft nennt sich „Lo LiShma“ „nicht für Ihn“, d.h. für mich.

Die Wünsche in uns entstehen unabhängig von uns, sie werden nicht von uns gesteuert, wir steuern lediglich die Absicht – was wir uns in jedem Moment der Zeit wünschen, was wir anstreben.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus „Shamati“,

Sich über alle Grenzen erheben!

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Ich hoffe, dass dieser Kongress zu einem Wendepunkt wird, dass wir beginnen werden, mehr Herzlichkeit einander entgegen zu bringen, dass wir endlich beginnen werden, einander näher zu kommen, dass wir aufhören, darauf zu achten, dass wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, dass wir verschieden, gegensätzlich sind.

Wir müssen uns über alle Grenzen, die uns trennen, erheben! Wir müssen zu einem gemeinsamen Raum werden! Ich glaube fest daran, dass es geschieht! Wir müssen alle Barrieren zerstören! Anderenfalls dürfen wir nicht zur nächsten Stufe übergehen!

Wie kann die Rede von Machsom sein, wenn wir zwischen dir und mir, zwischen diesem und jenem, zwischen schwarz, weiß, gelb, rot und sonstigem unterscheiden. Das macht alles zunichte! Das lässt sofort eine Mauer vor dir entstehen!

Und so ist das in jeder Gruppe! Und in jeder Gruppe müssen wir uns über den eigenen Egoismus erheben! Es wird doch ein Spiel von oben mit uns gespielt! Der Schöpfer schiebt uns mit Absicht von links diesen Egoismus zu, und wir können ihn nicht bezwingen!

Wir sehen ständig Fehler in allen anderen. Ich sehe mich um: dieser ekelt mich an, weil er popelt, und der andere, weil er so spricht, und der dritte kuckt komisch. Der eine ist dick, der andere dünn, der dritte ungehobelt usw. Woher kommt das?!

Es gibt tausende Ursachen dafür, mich nicht mit den anderen verbinden zu wollen. Damit gibt es keine Probleme! Ich bin bereit, alle wegzustoßen, ich werde für jeden einen Grund finden und werde damit recht haben.

Wie kann ich mich über all das erheben?! Doch wenn wir das nicht schaffen, werden wir nichts erreichen können!

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Eine Brücke in die spirituelle Welt

Frage: Gibt es besondere spirituelle Hindernisse, die bei der Vorbereitung auf solche großen Vereinigungen wie Kongresse im Voraus beachtet werden sollten?

Meine Antwort: Ganz gewiss! Ihr werdet euch in einer riesigen Menschenansammlung befinden – und werdet Auf- und Abstiege durchlaufen. Ihr werdet regelrecht angewidert von allen diesen Gesichtern, die euch umgeben, von dieser ganzen Versammlung.

Ihr werdet keine Lust haben, euch die Lektionen anzuhören. Alles wird euch dumm, unverständlich, unvernünftig und nicht ernsthaft vorkommen. Euch wird gar nicht danach sein, ihr werdet glauben, dass es in der Welt größere ernsthaftere Sachen gibt und wir hier so viel Zeit, so viele Mittel und Kräfte vergeuden.

Diese ganze Versammlung wird euch absichtlich immer sinnloser vorkommen. Euch wird eine Unmenge an negativen Gedanken durch den Kopf gehen. Und das ist sehr gut! Weil ihr gerade dann „über ihnen“ eine Brücke für die Verbindung mit allen Anwesenden schlagen könnt, allen Hindernissen zum Trotz.

Lasst euch nicht von Hindernissen unterkriegen, denkt daran, dass sie mit Absicht in euch entstehen, genau zu dieser Zeit. Und dann gewinnen eure Anstrengungen an Stärke, weil sie gegen diese Hindernisse gerichtet sind und von diesen Hindernissen ausgelöst werden. Darüber steht sehr viel in den kabbalistischen Büchern geschrieben.

Deshalb bereitet euch darauf vor, dass ihr sehr große Hindernisse haben werdet, und freut euch, wenn sie auftauchen! Das bedeutet, dass ihr euch über sie erheben und eine ernsthafte Verbindung mit der Umgebung durch den Austritt aus sich selbst, aus dem eigenen Egoismus erlangen könnt. Und letztendlich bedeutet das, dass nur noch einige solche Anstrengungen fehlen, bis die erste höhere Stufe deutlich zum Vorschein kommt.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 29.05.2011

Es gibt keine Fehler in der Spiritualität

Frage: Das Buch Sohar enthält viele Gleichnisse und irdische Bilder. Warum sind sie dennoch so wichtig, obwohl sie uns nur verwirren und von der richtigen Absicht abbringen?

Meine Antwort: Alles, was der Mensch sagt, welcher sich in der Heiligkeit, d.h. im Wunsch des Gebens befindet, kommt aus seinem Verständnis, aus seiner Wahrnehmung und aufgrund seines Aufenthalts im Verlangen des Gebens, und nicht einfach so oder ausgedacht aus seinem Kopf.

Infolgedessen, dass sein Wunsch des Genusses „geheiligt“ wurde, d.h. die Eigenschaft des Gebens erlangt hat, so dass er sich darin aufhalten konnte, empfindet er folglich diese Eigenschaft. Deshalb nimmt er eine Art des Ausdrucks des Schöpfers in sich wahr und gibt diese in solcher Form weiter. Denn er selbst erschafft diese Gestalten nicht, und sie entstehen auch nicht in seiner Vorstellung, und jene Form des Schöpfers, die er enthüllte, ruft in ihm jene Gestalt, jenes Bild hervor, welches er an uns weiter gibt.

Darum sollen wir all diese Gleichnisse nutzen und uns mit ihnen verbinden. Und obwohl wir sie noch nicht verstehen, verspreche ich euch, dass es dennoch die Zeit kommen wird, wenn wir diese letzten Endes verstehen werden. Außerdem werden wir die gleiche Stufe erreichen und in uns wird das gleiche Bild, die gleiche Gestalt und Ausdruck entstehen.

Deshalb verstehen die Kabbalisten einander. Und wir sind diejenigen, die sie nicht verstehen. Aber in dem Maße, in welchem wir uns damit verbinden, worüber sie sprechen, beginnen wir sie besser zu verstehen.

Nicht ohne Grund ist es im Chassidut üblich, dass wenn in Notizen des Ravs Fehler auftauchen – segnet man sie, weil er sie so geschrieben hat – was für uns als ein Zeichen der Heiligkeit gilt.

Dies entspringt der Tatsache, dass ein sich in der Heiligkeit befindender Mensch keine Fehler machen kann. Du glaubst, er hätte einen Fehler gemacht, weil Du selbst unkorrigiert bist. Und dies wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Auszug aus dem Unterricht vom 30.05.2011, Der Sohar

Kabbalisten über die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer. Teil 7

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Liebe zum Nächsten stellt ein Mittel zur Erreichung der Liebe zum Schöpfer dar.

Die Menschheit kennt kein anderes Mittel zu ihrer Korrektur, außer der Befolgung bzw. Erfüllung des Gesetzes der Höheren Lenkung „das Geben einem Nächsten um Schöpfers willen“, die aus zwei Etappen besteht:

1. „ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – bedeutet, dass die Sorge über das Wohlergehen der Gesellschaft nicht geringer sein soll, und der natürlichen Sorge über sich selbst vorgezogen werden soll.

2. „Liebe den Schöpfer von ganzem Herzem und ganzer Seele“ – bedeutet, die Pflicht der Sorge über das Wohl des Nächsten und der Gesellschaft, und es nur mit der Absicht zu tun, um die Gunst in Augen des Schöpfers zu erlangen, was gleichzeitig seinen Wunsch erfüllt.

Baal HaSulam, „Frieden„.

Es ist besser gewissenhaft, anstatt klug zu sein

Frage: Warum findet der größte Fortschritt statt, während wir das Buch Sohar lesen, ohne irgendetwas zu verstehen, nur, indem wir die Absicht halten?

Meine Antwort: Für das Kabbala-Studium sind keine besonderen geistigen Fähigkeiten erforderlich, weil es nicht mit dem Verstand gelernt wird. Im Gegenteil, Menschen, die sich selbst für klug halten, die gut studieren und Dinge schnell erfassen können, die einen scharfen Verstand haben, machen normalerweise keine guten Fortschritte in der Kabbala. Das ist so, weil der Verstand und die Wahrnehmung ihrer geistigen Fähigkeiten sie davon abhält und sie wegführt, diese Wissenschaft durch rationales Studium zu lernen, anstatt sie durch Loyalität zur Gruppe zu erlangen. Das ist ein Problem.

Ich würde sagen, es sind genau die normalen, „durchschnittlichen“ Menschen, die größere spirituelle Fortschritte machen. Die brillianten Besserwisser, die kommen, um die Kabbala zu studieren, stolpern normalerweise gleich wieder davon. Das ist, als ob sie mit einem Kopfsprung in einen tiefen Ozean springen und von dort viele Jahre später „wiederauftauchen“, sobald das Wasser ihren ganzen Stolz, ihr Gefühl der Überlegenheit und Macht weggewaschen hat.

Lasst uns hoffen, dass wir zu jenen gehören, die erfolgreich im Erlangen sind, anstatt zu denen, die einen brillianten Verstand haben.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 11.05.2011, Der Sohar

Der magische Ring

Das Buch Sohar, Kapitel „Mishpatim (Verordnungen)“, Punkt 343: Er (König Salomo) signierte seinen Stuhl mit einem mit dem heiligen Namen eingravierten Siegel, nahm einen Ring, in welchem der heilige Name eingraviert war, stieg auf, auf dem Adler reitend und entfernte sich.

Frage: Was ist dieser Ring?

Meine Antwort: Dies ist eine besondere Kraft, die Malchut beschützt, die sich selbst einschränkt, um das Licht von Chochma nur von oben nach unten zu nutzen, über dem Willen zu genießen. Das heißt, in der Absicht zu geben, anstatt für sich selbst, in sein egoistisches Verlangen zu empfangen. Das wird „Ring“ genannt. Das ist die Herkunft des Hochzeitsrituals, bei dem das Brautpaar seine Ringe austauscht und damit ihr Geben an den andern und ihre Verbindung zueinander symbolisiert.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.05.2011, Der Sohar

Das System, das dich mit der Unendlichkeit verbindet

Frage: Was brauchen wir, damit das System, das „Sohar“ heißt, uns zur Vereinigung führt?

Meine Antwort: Wir benötigen mehr Absicht, mehr Verlangen. Der Sohar ist das integrale System der ganzen Wirklichkeit. Doch warum heißt es „Sohar“? Und warum müssen wir ein bestimmtes Buch öffnen, einen bestimmten Text lesen, der von einer bestimmten Person geschrieben wurde und uns bestimmte Worte anhören?

Dieses allgemeine System der Wirklichkeit wurde geschaffen, damit wir durch große Kabbalisten, die die Mittler sind, mit ihm verbunden werden. Sie erschaffen das Band zwischen diesem System und uns und drücken diese Verbindung in Worten und Sätzen aus.

Ich lese dieses Buch und verstehe nichts. Ich kann es auch rückwärts lesen. Der Punkt ist der, dass ich mich mit diesen Kabbalisten verbinden will, die ihre Schriften an mich weitergegeben haben; denn sie möchten, dass ich mich mit ihnen verbinde, mit diesen Seelen, ihrer Einheit und komme ebenfalls mit dieser Einheit zu ihnen.
Wie kann ich wissen, dass ich mich mit ihnen verbinde? Wenn ich mich mit meiner Gruppe vereine, ist mein Bestreben zweifellos richtig: mich mit diesen großen Seelen zu vereinen, in dasselbe globale System einzutreten, zu diesem unentbehrlichen Teil zu werden und zumindest zu einem kleinen Teil danach zu streben. Genau das ist es, was wir brauchen.

Einer denkt daran, ein anderer nicht so viel und wieder ein anderer manchmal. Aber im Allgemeinen, wenn wir danach streben, ein Ganzes zu sein, werden sich die Bestrebungen jedes Einzelnen zu einem Ganzen vereinen.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 4.05.2011, Das Buch Sohar

Die Fernsteuerung für alle Seelen

Frage: Seit wir angefangen haben, den Artikel „Es gibt niemand außer Ihm“ zu studieren, bin ich bezüglich der Absicht vollkommen verwirrt. Wenn das Höhere Licht beständig mit 100% arbeitet, was ist dann „das Licht, das umwandelt“? Und wen muss ich darum bitten? Von wem muss ich es für andere fordern? Was arbeitet hier, wenn sich alles in meinem Innern befindet?

Meine Antwort: Angenommen, ich habe eine Fernsteuerung. Ich drücke einen Knopf und aktiviere eine Art Mechanismus. Heute gibt es viele Geräte, die auf diese Weise funktionieren. Doch wenn du dabei bist und es einem Menschen zeigst, der vor 100 Jahren lebte, würde er denken, dass du einfach ein Engel bist, der Wunder vollbringt: Du drückst einen Knopf und plötzlich verwandelt sich das Glas in ein Bild…

Das heißt, indem man eine Fernsteuerung benutzt, kann man verschiedene Systeme aktivieren. Wenn ich zum Beispiel einen Knopf drücke, beginnst du, allerlei Eindrücke zu empfangen, wenn du auf ein Stück Glas (Bildschirm) schaust. Du fängst an zu weinen und dann lachst du, erlebst Sorgen und Freude. Es zeigt sich, dass ich einen solch gewaltigen Eindruck auf dich ausübe, indem ich einfach einen Knopf drücke. Ich habe einen Freund beeindruckt.

Die Kabbalisten sagen, dass das Lesen des Buches Sohar so ist, als ob man eine Fernbedienung zu allen Seelen hält und sie sind von dir abhängig. Denke darüber nach, wie man sie erwecken kann! Das bedeutet, einen „Knopf drücken“. Wenn du darüber nachdenkst, dann „drückst“ du „den Knopf“ und aktivierst einen Einfluss, der dazu führt, dass sie beginnen aufzuwachen.

Alles hängt davon ab, wie sehr du danach verlangst, dass das geschieht und wieviele andere Menschen ebenfalls danach streben, andere zu erwecken. Es müssen sehr viele Anstengungen in hoher Qualität sein.

Auf diese Weise erwecken wir einander. Niemand kann sich selbst erwecken. Jeder Mensch kann nur zu dieser spirituellen Gemeinschaft, die „die Gruppe“ heißt, gelangen, um andere zu erwecken. Andernfalls wird er mit der Gruppe nicht einmal in Kontakt kommen, weil die Gruppe wie Malchut von der Welt von Azilut ist.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 28.04.2011, Der Sohar

Die Absicht – ist der vollendete Handlungsplan

Frage: Was bedeutet die „Absicht“?

Meine Antwort: Angenommen, der Wunsch befindet sich in einem Zustand, strebt aber einen anderen Zustand an. Hierfür muss er die Handlung hervorrufen, die ihn aus dem Anfangszustand in den neuen Zustand hineinführen wird.

Der ganze Plan dieser Handlung besteht darin: genau zu erkennen, wo ich mich momentan befinde, und wo ich mich später sehen will, sowie mit Hilfe welcher Handlungen und Kräfte, ich aus einem Zustand in den andern Zustand übergehen kann – genau dieses Programm heißt „die Absicht“ oder das Vorhaben.

Somit ist „das Schöpfungsvorhaben“ das vollkommene Programm, welches bestimmt, wie man beginnt und wo man endet, was für Schritte man auf dem Wege machen muss, welche Materialien, Kräfte und Mitteln zu verwenden sind, um das Anfangsvorhaben zu verwirklichen. Wie es gesagt ist: „Das Ergebnis der Handlung liegt im ursprünglichen Vorhaben“.

Das alles existiert in der Absicht im Potential, und realisiert sich später in der Praxis.

Das heißt, die Absicht ist nur dann vorhanden, wenn ich meinen laufenden Zustand gut erkenne und genau weiß, was ich folglich erreichen will. Die übliche Fragen sind: „Welche Absichten hast du? Was willst du erreichen? Wie gehst du vor?“

Die Absicht ist somit ein Ausdruck unseres Bedürfnisses der Veränderung, die wir schon einplanen, verstehen, empfinden, verwirklichen, und vollenden.

Die Handlung selbst wird mittels der Kraft des Lichtes vollbracht, und hat deshalb mit der Schöpfung nichts Gemeinsames. Die Schöpfung hat dagegen die Absicht: ob sie sich gut erforscht hat, ob sie den Schöpfer enthüllt hat, wie sie den Schöpfer zwingt, eine beliebige Handlung zu machen. Der Mensch muss also möglichst viel wissen.

Jedes Mal, wenn ich erwachsen werde, und die Stufen der Treppe erklimme, steigen gleichzeitig meine Ansprüche gegenüber dem Schöpfer an, wodurch alle Details Seiner Handlungen bestimmt werden. Ich weiß schon, wie Er handeln und auch mich beeinflussen wird. Ich erkenne in allen Details und Einzelheiten, welches Programm in meinem Inneren, in meinem „Körper“ (in den Wünschen) geschehen wird. Aus eigener Erfahrung begreife ich Ihn und Seine Handlungen.

Im Endeffekt erkenne ich solche Einzelheiten, dass ich Sein Programm an Seiner Stelle verwalten kann – ich verstehe dieses Programm, jedes seiner Elemente, alle Mittel, bis zu den winzigsten Details. Wenn ich das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) erreiche, dann erkenne ich Seinen Plan vom Anfang und bis zum Ende, kenne alle Schritte – sowohl von Seiner Seite, als auch meinerseits. Das bedeutet, dass ich die vollendete Absicht erworben habe.

Das Licht wirkt immer ein. Aber wie wirkt Es ein, und wie kann ich Es dazu bringen, mich zu verändern – das alles ist schon die Arbeit des Menschen, welcher den Schöpfer, die Beziehung zwischen dem Licht und dem Wunsch erkennen muss.

Auszug aus dem Unterricht über „die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 03.05.2011