Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Du bist für alle Verbrechen in der Welt verantwortlich


Was bedeutet es, ein Bürge zu sein? Wenn ich jemandes Bürge bin, können die Behörden zu mir kommen und mich anstelle von ihm ins Gefängnis stecken, wenn diese Person das Gesetz gebrochen hat. Denn ich habe die Verpflichtung übernommen, der Bürge dieser Person zu sein!

Oder lasst uns annehmen, diese Person zahlt den Kredit nicht zurück, den sie von der Bank bekommen hatte. Ohne mit ihm darüber zu sprechen, kann die Bank die Kreditzahlung von mir fordern. Das ist das Gesetz der Bürgschaft in der Praxis. Es ist das unzerbrechliche Gesetz der Natur, das uns zusammenbindet und wir können nicht vor ihm davon laufen.

Wie unfair, durchtrieben und gemein ist es von der Natur, Menschen, die einander hassen, in ein geschlossenes System zu stecken und ihnen grauenhafte Verlangen und Impulse zu geben und dann herzugehen und eine Person anstelle der anderen zu strafen! Wenn wir tatsächlich dieses Gesetz spüren könnten, würden wir buchstäblich vor Entrüstung platzen.

Darüberhinaus werde ich nicht nur für die Folgen der Handlungen einer anderen Person verantwortlich gemacht, sondern für die Tatsache, dass sie diese überhaupt begangen hat. Mit anderen Worten, die Tatsache, dass jemand zerstört, mordet, stiehlt und missbraucht, ist meine Schuld und darum wird gerade von mir Wiedergutmachung gefordert und ich werde bestraft. Die Bürgschaft ist nicht, dass du den Schaden wiedergutmachen musst, den jemand anderes verursacht hat, sondern du musst dich dafür verbürgen, dass seine Taten gut sein werden. Und wenn er schlecht gehandelt hat, bedeutet es, dass ich Komplize seiner Taten war.

Es zeigt sich, dass ich durch die Handlung jeder kleinen Gesetzesübertretung die Vergehen von vielen Menschen in der Welt hervorrufe. Und das wird mit Sicherheit auf mich zurückfallen – ich werde bestraft. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie absolut das Gesetz der Bürgschaft uns umgibt und ohne unsere Zustimmung wirkt. Es ist überall – sogar in unseren Gedanken, Absichten und Handlungen.

Jeder einzelne von uns „lenkt“ andere während ihres ganzen Lebens, gleich einem Puppenspieler, der die Puppen lenkt und kontrolliert. Jedoch spürt niemand von uns, dass er jemand ist, der lenkt und gelenkt wird. Wenn wir unsere wechselseitige Abhängigkeit sehen könnten, würden wir unsere Freiheit verlieren und zu Robotern werden. Deshalb ist unsere universelle wechselseitige Verbindung vor uns verborgen und wird allmählich in dem Maße enthüllt, in dem wir sie ertragen können und in eine positive umwandeln.

Wie können wir sie zu einer positiven machen? Das geschieht, indem sich jeder einzelne von uns mit anderen Menschen verbindet. Jedoch sollte das nicht aus Angst geschehen oder durch Drängen, sondern durch unseren eigenen freien Wunsch, anderen zu geben und sie zu lieben.

Kabbala Akademie
 

Die ganze Welt besteht aus zehn Sefirot

Sohar, Abschnitt „Wajetze“, P.59: „Und siehe, der Herr stand darüber.“ Hier in der Leiter sah Jakob die Verbindung des Glaubens, die Nukwa, die alle Sefirot zu einem verbindet. „Stand darüber“ weist auf eine Säule aus Salz, eine Aufschüttung (ein Hügel) hin. Denn alle Stufen befinden sich wie eins auf eben dieser Leiter, der Nukwa,
damit alles sich in einen Knoten verbindet, weil diese Leiter zwischen den zwei Seiten gegeben wurde, wie es geschrieben steht: „Ich bin der Herr, der Gott von Abraham, deinem Vater, und der Gott von Isaak.“

Dies sind die zwei Seiten, Rechte und Linke-Abraham ist Rechte und Isaak ist Linke. Malchut nennt man ein Gestalt, ein Bild des Schöpfers. Wir befinden uns in Malchut, wir selbst sind Malchut, wir nehmen alles innerhalb von ihr wahr, in Form unseres Weltbildes. Aber in der Wirklichkeit ist alles, was wir wahrnehmen, nur der Schöpfer. Und es gibt nichts außer Ihm.

Das Problem besteht darin, dass wir Ihn entsprechend unserer Eigenschaften, im Maß unserer Ähnlichkeit mit dem Schöpfer wahrnehmen.

Das Empfinden kommt immer vom Licht, aber das Verlangen, das Kli fühlt es in seiner Wahrnehmung auf die eine oder andere Art und Weise, im Maß seiner Entgegengesetzheit oder Ähnlichkeit mit dem Licht.

So sind die höheren Sefirot die Eigenschaften, die in Malchut eingeschlossen sind, die die Einstellung des Schöpfers beinhalten, wenn Malchut ihnen ähnlich werden möchte.

Man nennt sie Sefirot, da sie innerhalb der Malchut, die sie aus ihrem Wunsch zu genießen, der um des Gebens willen korrigiert ist, „einzündet“, leuchten. Deswegen hat Malchut ein Leuchten in sich.
Denn das höhere Licht leuchtet nicht alleine, es ist verborgen. Nur wenn der Untere sich erhebt um dem Höheren ähnlich zu werden. Seine Eigenschaften, die er erweckt um dem Höheren ähnlich zu werden, diese Eigenschaften leuchten und nennen sich Sefirot.

So beginnt alles, wird wahrgenommen und endet in Malchut. Und wenn wir uns irgendein Gebilde außerhalb von Malchut vorstellen können, scheint es uns nur so in unserer egoistischen Wahrnehmung.

Genauso wie es uns in dieser Welt vorkommt, dass vor uns irgendeine Realität, unsere Umwelt existiert, aber in der Tat existiert nichts VOR uns, alles ist nur IN uns. Wir sehen es so, weil sich in unserer Wahrnehmung die Realität auf „ICH“ und „AUßERHALB VON MIR“ aufteilt.

Genauso ist es im Spirituellen: wir teilen die ganze Realität in die Seele, die sich selbst sieht und das, was sich außerhalb von ihr befindet auf.

Aber wenn wir alle Korrekturen abschließen, verbindet sich alles zu einem Ganzen, und es gibt keinen Unterschied zwischen Innerem und Äußerem, alles schließt sich in einem einzigen Punkt ein.

Wenn der Mensch nach oben aufsteigt, sieht er wie das ganze Bild, das immer breiter, reicher und komplizierter wird, sich sammelt und sich in zehn Sefirot anordnet.

Daraus kann man einen Schluss ziehen, dass alles von unserer Wahrnehmung, von unserer Ähnlichkeit mit dem Licht abhängig ist.

Kabbala Akademie

 

Welchen Weg wirst du gehen?

Der Artikel von Baal haSulam „Das Vorwort zum Buch Panim Meirot„, Punkt 7: Und daraus sollst du verstehen, was die Weisen im Vers meinten: „Ich bin der Schöpfer, Boita (Leiden) und Achischena (Genüsse)“. D.h., es existieren zwei Wege der Erreichung des erwähnten Ziels:

– Entweder werden sie selbst darauf aufmerksam, was als der Weg der Rückkehr bezeichnet wird. Und wenn sie würdig werden, so werden sie den Weg der Genüsse beschreiten, d.h., es gibt keine bestimmte Zeit dafür, und sobald sie sich reinigen werden, wird die Korrektur augenblicklich vollendet sein.

– Und wenn sie nicht würdig werden, aufmerksam zu werden, so gibt es einen anderen Weg, der als der Weg der Leiden bezeichnet wird. Wie die Weisen des Sanhedrin sagten: „Ich werde einen König über euch stellen, einen solchen wie Aman und er wird euch zwingen, an die Quelle zurückzukehren“. Doch dann existiert bereits eine Beschränkung in der Zeit.

Vor uns existieren zwei Wege der Erreichung des erwähnten Ziels, und wir befinden uns auf ihrer Kreuzung. Jeden Augenblick muss man sich auf einem Kreuzweg stehend empfinden, auf einem Kreuzweg, der unsere Freiheit des Willens bestimmt, wobei die Auswahl sehr einfach ist: entweder auf dem Wege des Lichtes oder auf dem Wege des Leidens zu bleiben.

Es existiert kein dritter Weg! Wir sind gezwungen, auf einem dieser zwei Wege voranzukommen und jeden Augenblick muss man sich entscheiden, wie der folgende Schritt sein sollte. Dein Bein ist schon in der Luft hängen geblieben – wähle jetzt aus, wohin du es stellen möchtest: auf den Weg des Lichtes oder des Leidens?!

Im nächsten Augenblick musst du dieselbe Auswahl treffen. Von oben wird dein Bein erhoben, und du bist gezwungen, den Schritt zu machen und entscheidest, wohin du es senken wirst. Und in Abhängigkeit von deiner Wahl wirst du die Kräfte und die Mittel für den Aufstieg bekommen; denn du bleibst weiterhin verpflichtet, dich vorwärts zu bewegen.

Aber wenn du mittels „Beito“ (der natürlichen Entwicklung mit der Zeit) vorwärts kommst, dann stoßen dich die Kräfte der Natur an, gegen deine Selbstsucht; denn du willst immer nach deinem Ego entscheiden. Und deshalb wirken auf dich die Kräfte ein, die deine Selbstsucht bekämpfen, um dich im Geben zu unterrichten.

Und mittels „Achischena“ (die Zeit beschleunigend) beginnst du, dich selbst mit Hilfe der Umgebung zu überzeugen, dass es sich lohnt, im Geben zu sein; denn dadurch wird das umgebende Licht herangezogen, das dich zum Guten zurückführt.

Auf dem Weg „Beito“ bekommst du die Schläge, durch die du lernst, letztendlich die Bitte zu erreichen, das Gebet über die Korrektur, um mittels „Achischena“ voranzukommen.

Wenn du aber gleich den Weg des Lichtes gehst, dann sparst du die Zeit auf dem ersten Teil des Weges ein, die du verlieren würdest, weil du nicht zugehört und die eigenen Anstrengungen nicht gemacht hast.

Es gibt keine Zeit für die Überlegung, welchen Weg der Fuß betreten soll! Alles hängt von der Vorbereitung der Umgebung ab.

Kabbala Grundkurs

Die Schwierigkeiten in der Übergangsperiode der Menschheit

Der Mensch hat sich an den Religionen und allerlei Glauben festgehalten, weil er die Spiritualität irgendwie aufspüren wollte, wie das Kind, das sich nur dann beruhigt und einschläft, wenn es sein Lieblingsspielzeug oder seine Decke umarmt.

Solche „Stützen“ sind dem Menschen bis zum Lebensende wichtig. Heute wächst unser Ego bis zu solchen Grenzen auf, dass es schon mit dem Spielzeug nicht befriedigt werden kann . Der Mensch verliert seine letzte Stütze.

Folglich wird alles erlaubt sein, nichts wird den Menschen beunruhigen, keine Abkommen über das Gute und das Übel, keine Religion oder Moral, denn eine solche Entwicklung wird das riesige Problem für die Gesellschaft darstellen.

Hier muss man eben die Wissenschaft der Kabbala, so schnell wie möglich verbreiten, damit sie die Rolle der Religion übernimmt und der Menschheit das Ziel und die Höhere Lenkung offenbart.

Damit der Mensch erkennt, dass es über ihm eine Höhere Macht gibt! Aber anstelle des Systems der Moral, das den Menschen mittels der Strafe in der zukünftigen Welt einschüchtert – müssen wir ihm die wahrhafte Lenkung offenbaren.

Ohne diese Erkenntnis ist es unmöglich, sich in dieser dunklen Übergangsperiode zu orientieren, wenn die Menschheit sich von allen festhaltenden Rahmen befreit.

Einst war alles deutlich, es hatte eine geregelte Weise – jeder wusste, wie man sich kleidet, oder was in der Gesellschaft angebracht ist. Heute herrscht die volle Freiheit und alles ist erlaubt. Sie werden noch sehen, wie es sein wird, wenn jede Scham und Moral verloren gehen.

Früher haben uns die Religion, der Glaube, die Angst der Strafe in dieser und zukünftigen Welt, das Versprechen der Hölle und des Paradieses und vor allem die Meinung der Gesellschaft in einem Rahmen festgehalten, weil sie jedem die Verhaltensnormen diktierten: du bist der Sklave, der Bauer oder der Herr und plötzlich sind all diese Normen verschwunden.

Und es ist absichtlich gemacht worden, um dadurch die bewusste und auf dem eigenen Wunsch gebildete Unterordnung, der Höheren Lenkung, zu erreichen. Aber dieser Übergang ist sehr problematisch.

Nur wenn dieser bekannte Teil von der Menschheit, die die Verbindung mit der Höheren Lenkung – mit „der Peitsche und dem Zaum“ des Schöpfers erreichen, um den Anderen das Beispiel zu geben – dann wird es für alle leichter sein, die Methode zu übernehmen.

Kabbala Grundkurs

Verantwortlich für die Welt

Frage: Was sollen wir von den kommenden Kongressen erwarten? Welche Absicht sollen wir aufbauen?

Antwort: In unserer Verbindung nähern wir uns sehr starken Absichten und hoffen, dass diese Kongressreihe uns hilft, gemeinsam  ununterbrochen die Absicht in uns zu halten und sie nicht loszulassen.

Arbeit, Familie, Kinder, persönliche Probleme – trotz all dem lasse ich unterbewusst irgendwo in einer Ecke meines Verstandes Platz für das Wichtigste und mache mir ständig Gedanken über unsere Einheit, darüber, wie wir von einem Kongress zum nächsten vorankommen, Tag für Tag, in einem inneren Zusammenhalt – bis sich dort, im Inneren, der Schöpfer enthüllt.

Wir studieren das bereits sehr lange in der Theorie. Dann lasst uns auch tatsächlich wollen, dass Er sich enthüllt. Tausend Mal haben wir das bereits gehört – lasst uns doch eine Anstrengung unternehmen.

Wir dürfen nicht in Zweifel verfallen: „Schon wieder? Zum wievielten Mal?“ Wir stehen an der Schwelle zum Durchbruch. Und die Welt verlangt ebenfalls danach. Denn sie hat nicht die geringste Chance, eine Lösung zu finden. Wir können im Internet sehen, welche „Lösungen“ als Antwort auf die heutigen Krisen angeboten werden, wie es versucht wird, sie zu vertuschen, zu verdecken, weil kein Ausweg zu sehen ist.

Wir müssen in einer bequemen, verständlichen, naheliegenden Form die Nachricht an die Welt herantragen, dass es eine Lösung gibt, und je schneller wir anfangen, sie zu realisieren, desto weniger werden wir leiden.

Und darum soll unsere Absicht während der Kongresse sein, uns in die Gruppe einzuleben, die eine Krisenlösung für die Welt bringt. Es gibt nichts Wichtigeres, was wir vorbereiten könnten, was wir untereinander für die Welt tun könnten.

Wir befinden uns im Moment an einem sehr wichtigen Punkt: vor uns liegt ein Kranker, und seine Krankheit ist beinah tödlich, und wir können ein Heilmittel herstellen und ihn heilen. Dann wird er nicht einfach gesund, sondern steigt zur Stufe des Schöpfers, zu einer neuen, ewigen Dimension auf.

Deshalb sollte unseren Anstrengungen und unserem Status – dem Aufstieg, den wir in diesen Tagen beginnen – die maximale Wichtigkeit beigemessen werden. Wir müssen uns dessen bewusst sein, welche Aufgabe wir bewältigen. Wer sind wir, um einer solchen Mission würdig zu werden – in der Tat an der Korrektur nicht nur der Welt, sondern der gesamten Realität mitzuwirken?

Wir sollten ein wenig stolzer auf unsere Aufgabe sein – damit wir dadurch die Verantwortung spüren können.

Zur Kabbala Akademie—>

 

Die Seele ist das Licht des Schöpfers


Frage: Warum steht geschrieben, dass Baal HaSulam es verdient hatte, die Seele des Ari zu empfangen? Hatte er nicht seine eigene Seele?

Antwort: Die Seele ist ein „Teil des Schöpfer von Oben“. Niemand, der in unsere Welt geboren wird, besitzt sie von Geburt an. Die einzigen Menschen, die eine Seele haben, sind jene, die zumindest die kleinste Eigenschaft des Gebens erlangt haben, die Eigenschaft des Schöpfers.

In dem Fall, wonach du fragst, hat sich ein Mensch selbst korrigiert, die Eigenschaft des Gebens erlangt, seine Seele (Gefäß der Wahrnehmung – Kli) gebildet und diese hat unversehens eine bestimmte Form angenommen und wurde mit dem Licht erfüllt, das „die Seele des Ari“ heißt. Die Seele ist das korrigierte Verlangen (das ist „der Körper“ der Seele) und das Licht, das sie erfüllt (das Licht der Seele) ist die Enthüllung, der Schöpfer, der sich in dir einkleidet. Deshalb wird die Seele „Teil des Schöpfers von Oben“ genannt.

Die Seele des Ari empfangen bedeutet, wie er zu denken, sich wie er zu fühlen, an seiner Stelle zu sein, durch seine Augen zu sehen und mit den Sinnen genau wie er zu fühlen.

Baal HaSulam empfing die Seele des Ari, welche die gleiche Seele ist, die von Adam an Abraham, von Abraham an Moses, von Moses an Rashbi, von Rashbi an den Ari und vom Ari an Baal HaSulam weitergegeben wurde. Es ist eine besondere Seele, durch die der Schöpfer die Methode, mit Ihm zu verschmelzen, während der Generationen, in denen eine besondere spirituelle Veränderung stattfinden muss, enthüllt. Wenn der Schöpfer uns einen Lehrer wie Baal HaSulam sendet, der die Seele des Ari hatte, zeigt uns das, dass wir in der letzten Generation, der allgemeinen Korrektur leben.

Die Seele verändert sich und reinkarniert ständig. Im Laufe des Lebens eines Kabbalisten hat er immer einen anderen Parzuf und eine andere Stufe. Die korrigierten Eigenschaften eines Menschen, welche die Absicht zu geben haben, in die sich das Licht einkleiden kann, werden Seele genannt. Das Kli wird der Körper der Seele genannt und das Licht wird Seele genannt. Das ist das Licht von NaRaNHY, doch normalerweise wird es „Neshama“ (Seele) genannt, denn bevor wir die vollständige Korrektur erlangen, können wir nur diese Stufe vollständig korrigieren.

Kabbala Akademie

Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben


Frage: Betrachtet die Kabbala die jüdische Nation als das auserwählte Volk Gottes?

Antwort: Das auserwählte Volk ist eine Gruppe von Menschen, die irgendwelche irdischen Charakterzüge oder Eigenschaften haben mögen. Das Wichtige ist, das sie „Punkte im Herzen“ haben – ein Streben zum Schöpfungsziel: Anheftung an den Schöpfer durch Gleichheit der Form. Diese Gruppe muss ebenfalls eine Empfindung von ihrer Mission haben: die Methode der Korrektur zu meistern und sie der ganzen Welt zu lehren.

Diese Gruppe wird Israel (von den Worten Isra – „direkt“ und El – der Schöpfer) genannt, weil sie „direkt zum Schöpfer“ ausgerichtet ist – auf Schenken und Liebe für den Nächsten. Jeder, der diese Bedingung erfüllt, wird Israel genannt und ist „auserwählt“.

Wir stammen alle von der alten Zivilisation in Babylon ab – eine einzige Nation. Einige der Menschen im alten Babylon akzeptierten die Methode der Korrektur, die Abraham jedem anbot und aufgrund ihrer Absicht wurde diese Gruppe Israel genannt.

Heute wird sich die gesamte Menschheit bewusst, dass wir mit unserer egoistischen Entwicklung, die seit dem alten Babylon 4.500 Jahre gedauert hat, in einer Sackgasse angelangt sind. Diese Bewusstwerdung wird uns zwingen, uns über unseren Egoismus zu erheben und zusammen die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dies ist der Plan der Natur.

Diejenigen, die diesen Ruf spüren und erkennen, haben die Aufgabe, die gesamte Menschheit zu leiten, das gesamte Babylon. Das ist es, was sie zu Auserwählten macht. Dies schreibt Baal HaSulam in Punkt 19 seines Artikels Die Bürgschaft (Arwut):

Rabbi Elazar, Sohn von Rabbi Shimon, Autor des Buches Sohar, verdeutlicht dieses Konzept von Arwut (Bürgschaft) noch weiter, indem er erklärt, dass es nicht genügt, dass ganz Israel füreinander verantwortlich ist, sondern dass stattdessen die ganze Welt in diese Bürgschaft mit eingeschlossen werden muss… Doch das Ende der Korrektur der Welt wird erfolgen, wenn sich alle Völker dieser Welt dieser – seiner [des Schöpfers] Arbeit stellen. Wie geschrieben steht: „Und der Ewige wird König sein über alle Lande: An diesem Tag wird der Ewige der einzige sein und sein Name der einzige. (Sacharja 14, 9). Und es heißt: „an diesem Tag“ und nicht eher. Und es heißt auch weiter: „denn das Land wird voll der Erkenntnis des Ewigen sein… (Jesaja 11, 9) …und alle Völker werden zu Ihm strömen (Jesaja 2, 2)“.

Die Rolle Israels gegenüber der Welt ist, dass sie dazu verpflichtet sind, spirituell aufzusteigen und die gesamte Menschheit vorzubereiten, das erhabene Werk der „Liebe für den Nächsten“ zu akzeptieren, das ein Hilfsmittel ist, eine Leiter, die zum Ziel der Schöpfung führt – der Anheftung an den Schöpfer.

Verwandtes Material:
Blog-post: Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele
Blog-post: Warum hasst ein jeder Israel?
 
 
Kabbala Akademie

Der Meinung des Kreises widersprechen

Frage: Ist es erlaubt, eine andere Meinung als die des Kreises zu äußern oder sollte man nur das sagen, was ihm nicht widerspricht?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, wie man sich die Verbindung vorstellt. Es könnte sein, dass man eine andere Meinung „hineinwerfen“ kann und dann eine interessante Polemik und Klärung aufflammen wird. Die Hauptsache ist, dass das, was man tut, dem Ziel der Annäherung dienen sollte.
Dies kann in sehr ernsthaften, gegenseitigen, harten Klärungen geschehen. Aber wenn wir am Ende zu einer größeren Annäherung kommen als zu Beginn des Seminars – dann ist das schon sinnvoll.

Aus dem Unterricht in russischer Sprache vom 22.10.2017

[# 221932]

Die Absicht und ihr Einfluss auf die Wirklichkeit

Frage: Viele Menschen, die ihr Leben und sich selbst verwirklichen wollen, wissen, dass es wichtig ist, vor der Umsetzung einer Handlung eine Minute innezuhalten und nachzudenken: „Was möchte ich tatsächlich mit meiner Handlung erreichen?“

Ist es wahr, dass die Beschäftigung mit etwas, das ich erreichen will – also die Absicht zur Handlung – die Realität beeinflussen und mir bei der Erfüllung meines Wunsches helfen kann? Kann das Nachdenken über meine Absicht vor der Handlung wirklich die Kraft haben, die Situation, die ich erreichen möchte, positiv zu beeinflussen?

Meine Antwort: Das, was ich am Ende erreichen möchte, wird Ziel genannt. Alle meine Handlungen auf diesem Weg sind auf den Zustand, den ich erreichen möchte, gerichtet. Ich spreche nicht über irdische Ziele. Die Kabbalisten arbeiten mit der höheren Kraft, mit der sie ständig in Verbindung sind und die die gesamte Realität lenkt. Sie überblicken die Wirklichkeit, die von dieser Kraft ausströmt, innerlich über das Gefühl und äußerlich über die Wahrnehmung mittels der fünf Sinne.

Ich betrachte nur diese Kraft, da sie es ist, die die Realität bildet. Meine Absicht ist nur auf diese Kraft gerichtet. Wie schließe ich mich in ihr ein, wie komme ich ihr in jeder Situation meines Lebens näher? Ob mit guten oder schlechten Menschen, mit meinen inneren Zuständen, mit Tieren, Pflanzen, dem Unbelebten – alles, was ich wahrnehme, ordne ich der höheren Kraft zu, die meine Wirklichkeit speziell für mich erschafft.

Es ist, als lebte ich in einem Film, den diese Kraft für mich erzeugt. Ein Teil dieses Films fühlt sich so an, als würde alles um mich herum ablaufen und ein anderer Teil in mir reagiert darauf. Die höhere Kraft bewirkt alles, was sich innerhalb und außerhalb von mir abspielt. Meine Absicht ist es, jede Minute meines Lebens das maximale Ausmaß an Verständnis zu erreichen, um mich an die höhere Kraft anzuheften, die meine Realität um mich und in mir formt.

Ich lerne, dass diese höhere Kraft zielgerichtet ist, wenn sie mich durch alle möglichen Zustände führt. Auf der Grundlage jedes innerlichen und äußerlichen Zustandes muss ich begreifen, dass es nichts außerhalb dieser Kraft gibt, die gut und gutes tuend ist. Sie bewirkt alles, auch die erschreckendsten und unangenehmsten Dinge, nur damit ich mich an sie wende. Sie steuert alles, was in der Vergangenheit, Gegenwart oder in der Zukunft stattfindet.

Ich versuche einen Zustand zu erreichen, in dem ich innerhalb dieser Absicht leben kann. Mein Ziel ist es, darin verhaftet zu sein. Wenn ich verschiedene Handlungen durchführe, wird sowohl die spirituelle als auch die körperliche Welt in mir geformt.

Das ist im wesentlichem mein Leben. Ich nutze innerhalb der gleichen Kraft die Erkenntnis, was sie von mir möchte, wie sie mich formt, wie sie die höhere Welt erschafft, wie ich sie erreiche, etc.. Ich schreite in zwei Schritten voran: Ich betrachte diese Welt, als käme sie von oben – und von der höheren Welt aus gesehen als Austritt von unten. Ich lebe immer in dieser Weise. So wird meine Einstellung gegenüber meiner Realität als Absicht bezeichnet. Über die Absicht wird in den Büchern der Kabbala viel geschrieben: Wie muss ich mich zu jedem Schritt auf meinem Weg und in meinem Leben beziehen? Durch die Absicht forme ich meine Realität.

Wenn ich alles körperliche und spirituelle mit der höheren Kraft, die mein ganzes Leben bestimmt, verbinden kann, dann lebe ich bereits in einer Welt und nicht in zwei. Denn alles rührt von dieser höheren Kraft her, es gibt nichts außerhalb davon.

So beeinflusse ich meine Wirklichkeit auf gute Weise. Die Wirklichkeit existiert eigentlich nicht. Ich erschaffe sie – und daher hängt es nur von mir ab, wie ich das tue.

Von Kab TV „Neues Leben“ 18/2/16

(182344)

Ein vergänglicher Körper und eine ewige Seele

Frage: Ist die Seele mit dem Körper verbunden oder ist sie unabhängig davon?

Meine Antwort: Die Seele ist überhaupt nicht mit unserem egoistischen Körper verbunden, Gott bewahre. Wenn einem Menschen die Arme oder Beine abgetrennt werden, bleibt die Seele immer noch ein Ganzes. Der Körper kann alt werden und sterben, aber die Seele erfährt während dieses Prozesses keine Veränderungen.

Frage: Wird die Seele erneuert, wenn sie sich entwickelt?

Antwort: Die Seele wird nie erneuert, sie entwickelt sich ständig.

Frage: Hat ein kranker Mensch eine kranke Seele?

Antwort: Die Seele kann grundsätzlich nicht krank werden. Die Seele ist die Eigenschaft des Gebens, die ein Mensch erwirbt.

Frage: Kann man sagen, dass die Seele die Absicht ist, mit der ich meinen Wunsch benutze?

Antwort: Nein, die Seele ist ein Wunsch, der bereits die richtige Absicht hat.

Aus der Kabbalalektion in Russisch 12/20/15

[177193]