Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Die Freude über die Auflösung des Zweifels

Es gibt keine größere Freude als jene, die entsteht, wenn Zweifel sich auflösen. Zweifel entstehen aus dem Gegensatz zwischen Empfangen und Geben, zwischen dem Licht und dem Wunsch. Wenn ich diesen Unterschied beseitige und beide in Einheit zusammenführe, entsteht ein unvergleichlicher Genuss: die Freude ihrer Verschmelzung.

Zwei Zustände, die von Natur aus gegensätzlich sind, verbinden sich plötzlich, schließen Frieden – und daraus entsteht eine wahre Explosion der Freude. So bin ich geschaffen, dass ich darin Genuss empfinde.

Denn Genuss ist das Ergebnis des Lichtes im spirituellen Gefäß, im Verlangen. Und dieses Licht kann nur in dem Maß empfunden werden, in dem es dem Verlangen entspricht. Was empfinde ich also? Mein Verlangen? – Nein!

Das Licht? Nein! Ich empfinde das Ergebnis ihrer Wechselwirkung – entweder Leiden oder Genuss.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Wissenschaft der Kabbala und ihr Wesen“.

Kabbala Akademie

Das Prinzip mit dem man in die höhere Welt eintritt.

(Rabash, „Die Ordnung einer Gruppenversammlung“ -1, Artikel Nr. 17, Teil 2:

Jeder sollte sich selbst prüfen, wie viel Einsatz er für die Gruppe leistet. Wenn man in Folge erkennt, wie wenig man in die Gruppe einbringen kann, gibt es Platz für ein Gebet: Der Schöpfer möge ihm helfen und ihm Kraft und das Verlangen geben, sich mit der Nächstenliebe zu beschäftigen.

Frage: Rabash empfiehlt, sich ständig um die Gesellschaft zu kümmern. Bringt er uns absichtlich an den Rand der Verzweiflung?

Antwort: Rabash weist auf die Notwendigkeit hin, alle menschlichen Kräfte zugunsten der Gesellschaft einzusetzen und führt uns dazu, die Unmöglichkeit eines selbstlosen Dienstes an der Gesellschaft zu erkennen. Wenn wir mit anderen Menschen darüber reden, sagen sie: „Warum nicht? Das ist das, was wir tun.“ Aber im Endeffekt ist es unmöglich.

Wir müssen uns daran gewöhnen, dieses Hindernis zu überwinden, welches man nicht überwinden kann. Wir müssen trotz dieser Unfähigkeit danach streben.

Unser Problem liegt darin, dass wir mit diesem Hindernis nicht in Berührung kommen wollen. Unsere Lehrer, die Kabbalisten, schieben uns voran: „Los, streng dich an. Gehe durch diese Tür, als ob du in der Lage wärst, aus dir selbst herauszutreten, in die Gesellschaft einzutauchen und dich um sie zu kümmern – nicht dich selbst, sondern sie zu lieben, nicht im Empfangen, sondern im Geben zu sein.“

Wofür? Um die Grenze die dein Egoismus klar definiert hat, zu erkennen? Dann kannst du handeln, ansonsten hast du keine Kraft und Fähigkeit dazu. Du entdeckst gleichzeitig die Notwendigkeit diese Grenze zu übertreten. Du hast keinen Plan, wie. An dieser Stelle fängst du zu bitten an. So wird ein Gebet geboren.

Das Prinzip ist einfach: Um die spirituelle Welt betreten zu können, brauchst du die Hilfe des Schöpfers. Der Schöpfer steht dir nur dann zur Seite, wenn du Ihn darum bittest. Du kannst beten, wenn du ein wahres Verlangen danach hast. Du kommst zum wahren Verlangen, wenn du es oft versucht und sichergestellt hast das du es willst, aber nicht kannst. Das ist der Anfang.

Das sind alles folgerichtige Handlungen, die wir, bevor wir die Höhere Welt betreten, durchführen müssen.

 

Aus der TV-Sendung „Die letzte Generation“, 13.06.2018

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Die Freude ist eine Folge von guten Taten

Die Menschen, in denen der Punkt im Herzen erwacht, kommen auf verschiedenen Wegen zur Wissenschaft der Kabbala, die erklärt, wie man diesen Punkt auf der Grundlage von Verlangen realisieren, den Schirm und die Absicht über dem Verlangen aufbauen und sich bereits auf einer anderen Stufe in Freude befinden kann – in Freude darüber, inwieweit ich in der Lage bin, im Geben zu sein, mich mit der höheren Urkraft zu identifizieren, die das Verlangen erschaffen und diesen Punkt hineingebracht hat, mit dessen Hilfe ich mich über das Verlangen erheben kann und mit der höheren Kraft verschmelze.

Die Schöpfung, die aus den Verlangen und dem Punkt des Bestrebens nach dem Schöpfer besteht, entwickelt diesen Punkt während der Korrektur dermaßen, dass er sich in einen Schirm verwandelt, dann, bereits über dem Schirm, kann sie an den Schöpfer, an das Licht, geben, genauso wie auch das Licht und der Schöpfer an sie gibt, und dabei Freude erleben.

Dann, entsprechend ihrem Zustand, erkennt die Schöpfung, was zum jetzigen Zeitpunkt für sie am besten wäre – entweder leer oder eher erfüllt in ihrem Verlangen zu sein. Denn letztendlich müssen die Zustände, die sie innerhalb ihres Verlangens empfindet, ihr ständig eine wahre Grundlage für die Überprüfung liefern, ob sie sich wirklich im Geben befindet oder nicht.

Wenn sie, um sich von sich selbst distanzieren zu können, Leiden im Verlangen zu genießen empfinden muss, dann empfindet sie Leiden, und darüber befindet sie sich im Geben und erlebt Freude.

Und wenn sie einen Zustand erreicht, in dem sie innerhalb des Verlangens zu genießen in Freude, in Erfüllung sein kann, jedoch nicht für sich selbst (denn das geschieht bereits nach allen Einschränkungen und Entleerungen, wenn sie sich zu erfüllen beginnt, um Freude über dem Schirm zu vermehren), dann befindet sie sich in Freude darüber, dass sie den Schöpfer erfüllen kann.

Wenn wir „Simchat Tora“ (Tora-Freude) erreichen, bedeutet das, dass wir wissen, wie wir das Licht, das zur Quelle zurückführt, benutzen müssen, um im Geben immer in Freude zu sein – im „Geben um zu geben“ oder sogar im „Empfangen um zu geben“.

Dann kommt wirklich Freude auf, wie geschrieben steht: „Die Freude ist eine Folge von guten Taten“. Gute Taten sind Handlungen des Gebens in zwei Toren, zwei Teilen der eigenen Seele – G“E und ACHaP.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.09.2010

Kabbala Akademie

Von den eigenen Empfindungen lernen

Frage: Sie sagen immer wieder, dass die innere Verbindung, der Punkte im Herzen dazu führt, dass die Menschen das höhere Licht anziehen. Wie kommt man zu diesem Schrei? Was ist die innere Verbindung der Punkte im Herzen?

Antwort: Es ist eine konsequente Arbeit, welches das Licht durch große Anstrengung anzieht. Du wirst erniedrigt, hochgehoben und wieder zusammengedrückt, wieder erniedrigt, hochgehoben und zusammengedrückt. Das geschieht so oft, bis du es in dir, durch diese Experimente des höheren Lichtes zu spüren beginnst.

In den Kabbala-Büchern steht viel über die innere Verbindung. Wenn du es fühlst, erinnerst du dich daran, dass der Autor es genau so beschrieben hat und wahrscheinlich das Gleiche empfunden hat. Du kommst ihm näher und beginnst von ihm zu lernen, nicht aus dem Buch, sondern aus dem, wie du versuchst, seine Gefühle wahrzunehmen und das bringt dich voran.

Aus der TV-Sendung „Die letzte Generation“, 06.06.2018

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 6

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Alle Welten, die höhere und niedere, und alles in ihnen, wurden nur für den Menschen (zum Erreichen der völligen Angleichung an den Schöpfer) erschaffen.

All diese Stufen und Welten dienen nur dazu, das Verlangen des Menschen zu vervollständigen, um ihm zu ermöglichen, die Gleichheit der Form (Gleichheit der Eigenschaften des Gebens und der Liebe) mit dem Schöpfer zu erreichen – denn diese fehlt dem Menschen von Natur aus (wie geschrieben steht: Ich erschuf den Bösen Trieb im Menschen).

Von Anfang an durchliefen die Stufen und Welten einen Prozess der Einschränkung und Entwicklung bis hin zu unserer materiellen (egoistischen) Welt, um zu einem Körper dieser Welt zu werden, der im Grunde nur aus dem Verlangen zu empfangen besteht und nicht aus dem Verlangen zu geben (das Verlangen mit der Absicht für sich selbst zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu geben ist gebend. D.h., die Absicht bestimmt über das Wesen der Handlung, des Verlangens). Auf der Stufe (das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu empfangen) wird der Mensch als Tier betrachtet: ein vollkommenes Verlangen zu empfangen ohne den Funken eines Verlangens zu geben. In diesem Zustand befindet sich der Mensch in völligem Gegensatz  und somit in maximaler Entfernung zum Schöpfer.

Wenn ein Mensch Kabbala studiert, erreicht er stufenweise die Eigenschaft (die Absicht) des Gebens, von unten nach oben, entlang desselben Weges, welchen das Verlangen während seiner Entwicklung abgestiegen ist. Alle Stufen sind Maße fur die Größe des Verlangens zu geben. Je höher die Stufe, umso entfernter ist der Mensch von seinem Verlangen zu empfangen und umso näher ist er dem Verlangen zu geben.

Ein Mensch erklimmt Schritt fur Schritt alle Stufen, bis er „des vollständigen Gebens“ würdig wird und nichts mehr für sich selbst empfangen will (d.h., bis er alle Absichten von allen seinen Verlangen korrigiert hat).Dann hat der Mensch Vollständigkeit durch wahre Anheftung erreicht. Dies ist das Schöpfungsziel und der einzige Grund für die Erschaffung des Menschen.

Baal haSulam „Vorwort zu Pticha“, Punkt 9

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 3

Anmerkungen in Klammern sind von mir: Dr. Michael Laitman

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Zu welchem Zweck schuf der Schöpfer all diese Schwere? Um das Geschöpf auf eine bedeutendere und wichtigere Stufe zu erheben, damit es den Schöpfer genauso wahrnehmen kann, wie bei der menschlichen Empfindung, die ihm bereits eigen ist. Damit im gleichen Maße, wie er den Wunsch seines Freundes kennt und fühlt, könnte er auch die Wege des Schöpfers erlernen.

Baal HaSulam. „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen „

Die Absicht des Schöpfers im Bezug auf das Geschöpf seit dem Moment von dessen Erschaffung besteht , ihm Sein Höheres Wesen zu offenbaren.

Und die Erkenntnis des Höheren Wesens des Schöpfers offenbart sich im Geschöpf in Form der Empfindung des Genusses, die ständig ansteigt, bis sie das erwünschte Maß erreicht.

Dadurch erheben sich die Gefallenen in wahrem Bewusstsein Seiner Erkenntnis und der Verschmelzung mit Ihm, bis sie schließlich die endgültige Vollkommenheit erreichen: „Niemand außer Dir wird einen anderen Schöpfer sehen „.

Baal HaSulam. „Gabe der Tora“, P. 6

Der Mensch ist erschaffen, damit er den Himmel emporhebe (von sich, vom untersten zentralen Punkt, den zusammengezogenen leeren Raum mit dem Eigenschaft des Gebens, mit dem Licht, aufzufüllen, indem man seine Grenze bis zur Welt der Unendlichkeit emporhebt)

Rabbi Menachem Mendel von Kotzk

Das Ziel der Schöpfung ist unvergleichbar schön, denn sogar so ein kleines und schwaches Funken wie die Menschenseele kann in ihrer Erkenntnis über Engel der Dienst (Kräfte des Gebens, die keine Willensfreiheit, wie in unserer Welt Tiere, haben) hochsteigen.

Baal HaSulam. „Horn des Messias“

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Wie man einen „spirituellen Widerstand“ baut

Frage: Wie fühlt sich die Einheit der Seelen an?

Antwort: Die Einheit der Seelen fühlt sich an wie die Vereinigung aller Sehnsüchte nach oben, nach dem spirituellen Ziel, weil dieses Ziel nur durch die Verbindung unter uns und niemals getrennt erreicht werden kann. Allein würde man immer nur mit seinem Punkt im Herzen verbleiben, welchen man am Anfang des Weges erhielt. Wie ein Samentropfen wird er immer deine Grundlage bleiben, während alles andere „die Substanz“ ist, die man hinzufügen muss.Dieser Tropfen jedoch enthält alle Information über Dich.

Der Punkt im Herzen existiert oberhalb deines Ego, das du in dieser Welt nicht mehr befriedigen kannst. Und obwohl er dich nach oben zieht, wird er für immer nur ein Punkt bleiben, wenn er allein bleibt. Allein kann er nicht wachsen. Doch wenn man ihn mit anderen Punkten verbindet – den Freunden, dann werden eure Punkte zusammen das gesamte Gefäß der Seele bauen, und darin wirst du dann das Höhere Licht wahrnehmen.

Das Licht wird nie in uns selbst gefühlt, sondern nur in der Verbindung zwischen uns, in unserer Einstellung zueinander, in unserer Verbindung. Jeder von uns stellt ein Verlangen dar. Wenn ich einem anderen gebe, und dieser gibt mir, dann fühlen wir das Innere Licht innerhalb dieser Verbindung.

Dies ist übrigens den subatomaren Verbindungen ähnlich. Es gibt zwei Verlangen. Einserseits wird eines vom anderen durch die Kraft des Egoismus zurückgestoßen und deshalb wollen die Menschen sich nicht miteinander verbinden. Doch sie werden andererseits auch voneinander angezogen, , oberhalb des Ego, weil sie ihre Punkte im Herzen vereinen wollen. Die zurückweisende Kraft des Ego ist negativ, während die Anziehungskraft der Punkte im Herzen positiv ist.

Wenn die positive Kraft größer als die negative ist, dann findet die Vereinigung statt.
Die Kraft der Vereinigung wird jedoch von der enormen „Minus“-Kraft des menschlichen Egoismus bestimmt. Wenn wir uns aber oberhalb unseres Egoismus vereinen, dann verwandeln wir diese in eine „ plus“ Energie und beginnen sie als Widerstand zu benutzen, dort, wo die Kraft des Gebens, der Schöpfer enthüllt werden kann.

Dann wird Er in der Verbindung zwischen uns enthüllt, in unserem vorherigen Egoismus, der nun von der Absicht zur Vereinigung gelenkt wird. Dies ist wie ein Feld, welches ein geladenes Partikel umringt.
Auf diese Weise wird der Schöpfer dem Geschöpf enthüllt: durch die Verbindung zwischen den Seelen, anstatt innerhalb einer individuellen Seele.

(Aus der Täglichen Kabbalalektion vom 11.9.2009 Shamati 18)

Kabbala Akademie

Wie erhält man eine höhere Intelligenz?

Frage: Ist es möglich zum Geben überzugehen, ohne Schmerzen und Leiden dabei erdulden zu müssen?

Antwort: Ja. Man kann solch einen Übergang ohne Leiden durchführen, wenn er unter dem Einfluss von der Umgebung geschieht.

Die Umgebung ist dazu in der Lage, mir ein Streben zu jeglichem, sogar einem irrealen Ziel aufzudrängen. Wenn alle Menschen um mich herum danach streben, werde ich das auch tun.

Und dann wird es gar nicht so schwierig sein, die Eigenschaft des Gebens wie eine große Belohnung zu schätzen, anstatt des heutigen egoistischen Empfangens, unter der Bedingung dass die anderen auch so denken und handeln.

Der Mensch ist einem Rechner ähnlich und die Gesellschaft kann sein altes Programm löschen und ein neues, fortgeschrittenes Programm mit neuen Daten installieren. Dementsprechend entwickle ich mich.

Es steht geschrieben, dass das Volk Mosche und Aaron wie eine Herde folgte [Ps, 77:21]. Es heißt nicht, dass sie, wie Tiere, Mosche und Aron folgten.

Ich gebrauche meinen Verstand nur dafür, um denen zu folgen, die mir den spirituellen Weg zeigen. Das ist gar nicht so einfach ihnen zu folgen, denn so wirst du nicht zu einem Roboter, sondern du wächst!

Dir werden die ganze Zeit Störungen gegeben, auf allen Stufen: bewegungslos, pflanzlich, tierisch und sprechend, die dich daran hindern dem spirituellen Weg zu folgen.

Und du musst dich von der Stufe deines hohen Egoismus verbeugen und erniedrigen, um den spirituellen Mentor folgen zu können. Deshalb wird das deine Größe sein,wenn du ihm folgst und nicht deine Kleinheit.

Deshalb musst du eine große Vernunft haben, um alle Intrigen und Komplotte des eigenen Egoismus zu entziffern, und anstatt deinen Egoismus zu befolgen, über dem eigenem Verstand hinter deinem Lehrer zu gehen.

Dir werden solche Verwirrungen und Zustände geschickt, wo du beginnst den Lehrer so gering zu schätzen in jeder Sache; manchmal hasst du ihn sogar.

Und wenn du in der Lage bist dich darüber zu erheben und aus dir selbst eine „Null“ zu machen, so wie geschrieben steht:“Staub unter den Füßen der Gerechten“, so bedeutet es das du ihnen folgst, den Rechtschaffenen auf dem spirituellen Weg.

Dann bist du groß, du bist so wie Er. Du bekommst all das, was in Seinem Kopf ist. Alles hast du vom Schöpfer erhalten, durch Ihn.

Das ist eine besondere Form der Entwicklung, wo du dich gegenüber dem Lehrer annullierst,vor Mosche und durch ihn annullierst du dich gegenüber dem Schöpfer.

Genauso wie man von der Liebe zu den Geschöpfen, zur Liebe zum Schöpfer gelangt, so haben wir hier selbst, keine andere Möglichkeit uns zu verändern. Die frühere Form wird gegen eine neue, die dem Schöpfer ähnlich ist, von oben, ersetzt.

Solche Wörter wie „sich annullieren“, „wie eine Herde dem Hirten zu folgen“ drücken keine Geringschätzung aus. Damit ist nicht gemeint, dass wir wie Tiere ohne Verstand sind.

Wenn du dich auf der Stufe der Klipot, von Assija, Jetzira, Brija und Atzilut annullierst und deinem Lehrer folgst, steigst du auf die Höhe dieser Welten hinauf. Alles hängt nur von der Größe des Widerstandes gegen die Störungen ab.

Das nennt man „mit dem Glauben über dem Wissen (Verstand) gehen“. Denn ich habe kein solches Wissen, wie mein Lehrer und ich annulliere mich im Bezug auf ihn, annulliere mein Verstand und bekomme von ihm ein neues Wissen, ein Wissen der höheren Stufe, den „Glauben“.

Der untere Teil seines spirituellen Parzufs, ACHaP, senkt sich in mich und ich nehme die Dunkelheit als Licht an, obwohl dieses mir als Dunkelheit in meinem egoistischen Willen vorkommt. Auf diese Weise kann ich auf dem spirituellen Weg weiterkommen.

Aus einem Unterricht über „Einführung zu „Panim Meirot“, 01.08.2010

Kabbala Akademie

Stufen der spirituellen Arbeit

Die Arbeit muss so weit wie möglich vom Körper entfernt stattfinden. Man kann in ihr verschiedene Stufen hervorheben:

Zuerst strebt der Mensch nur nach Erfüllung – in dieser oder in der zukünftigen Welt.

Danach fängt er an, außer an die Erfüllung, auch daran zu denken, „mit wem er es zu tun hat“, von wem diese Erfüllung abhängt. Dann beginnt er, die Erfüllung mit der Quelle der Erfüllung, dem Gebenden, zu verbinden. Es entsteht eine Beziehung zum Gebenden, weil von ihm die Erfüllung abhängt.

In der nächsten Phase fängt der Mensch an, den Gebenden zu achten, weil Er der Gebende ist, für Seine Eigenschaft an sich der Gebende zu sein, und nicht für den Genuss, den er von Ihm bekommt.
Hier kommt es zu einer gewissen inneren Zwiespalt in ihm – einerseits ist die Erfüllung wichtig, andererseits kommt ein Bestreben, sich an den Gebenden anzugleichen, auf. Ist die Erfüllung als Energie für die Arbeit wichtig oder um der Erfüllung selbst willen? Wovon genau bekommt er die Energie, was ist sein Ziel – die Erfüllung oder die Verbindung mit dem Gebenden?
Auf diese Weise kommt er nach und nach in einen Zustand, in dem er nur an die Übereinstimmung seiner Eigenschaft und der des Schöpfer denkt.
Doch auch hier ist nicht alles so einfach. Es sind verschiedene Sachen:  die Übereinstimmung der Eigenschaften einerseits und andererseits das Verlangen, Genuss dem Gebenden zu bereiten.
Bei dem Bestreben nach der Übereinstimmung der Eigenschaften denke ich dennoch an mich. Obwohl ich geben, Genuss bereiten, lieben will, will ich das für mich selbst, dabei bin ich präsent.
Auch was das Bereiten des Genusses betrifft – werde ich ihn bereiten oder gibt es jemanden, der es besser kann als ich? Wie werde ich es so anstellen, dass ich keine Belohnung dafür bekomme?
Das heißt, wir sehen, dass es hier eine Menge Stufen, ganze fünf Welten gibt, wo der Mensch seine Motivation, seine Prinzipien überdenkt: wofür ist er bereit, sich anzustrengen, worin besteht seine Erfüllung, wie ist seine Haltung dem Gebenden gegenüber?
Dadurch verändert sich sein Zustand und er steigt von einer Welt zur nächsten auf.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 05.07.2010.

Kabbala Akademie

Konzentrieren Sie sich auf Absichten anstatt auf Verlangen


Frage: Der Egoismus muss alle Entwicklungsstadien durchlaufen. Können wir somit anhand der Bestrebungen eines Menschen in diesem Leben genau sagen, in welchem Entwicklungsstadium er sich gerade befindet? Wenn sich ein Mensch zum Beispiel von Wissen angezogen fühlt, heißt das, er hat schon alle anderen Stadien durchlaufen? Und sollten wir uns selbst zur Entwicklung zwingen und Wege finden, unsere Verlangen zu stimulieren?

Antwort: Wir sollten unseren Verlangen keine Aufmerksamkeit widmen. Sie entstehen in uns gemäß der Entwicklung der Seele und somit ohne unserer Kontrolle. Stattdessen sollten wir unser Augenmerk auf die Korrektur unserer Absicht richten: wie wir uns auf die in uns aufkommenden Verlangen beziehen, ob wir wünschen, sie „für uns selbst“ zu realisieren oder „für andere“ (indem wir uns mit der Gruppe verbinden und die authentischen Quellen studieren).

Welche Verlangen in Ihnen aufkommen und sich verändern, hängt nicht von Ihnen ab. Es beruht auf vielerlei Ursachen – Ihren inneren und den äußeren, die vom allgemeinen Zustand aller Seelen – dem System, in dem Sie sich befinden – bestimmt werden.

 
Kabbala Akademie