Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Zwei Vektoren des Weltalls

Frage: Wie kann man Egoismus von Altruismus unterscheiden?

Antwort: Baal HaSulam definiert Egoismus als Selbstliebe: wenn der Mensch nur seinen eigenen Wünschen nachkommt und keine Rücksicht auf die Wünsche der anderen nimmt.

Der Altruismus ist ein Verlangen, den Wünschen der anderen nachzukommen, alles zu geben, was man hat. Trotz eigener Wünsche handle ich nicht um meiner selbst willen, sondern um dem Wunsch des Freundes nachzukommen.

Im Weltall existieren nur zwei Vektoren: eine Kraft, die entweder auf sich selbst oder auf andere gerichtet ist. Ihre Kombination bewirkt alles, was in der Natur auf allen Ebenen existiert: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Materie.

Frage: Warum wurde ein solches Mehrebenensystem erschaffen?

Antwort: Vier Ebenen der Natur verkörpern vier Stadien der Entwicklung des direkten Lichtes. Die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Natur entsprechen der ersten, zweiten, dritten und vierten Ebene des Verlangens.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 04.02.2018

[#227078]

Die Frage ist das Streben nach Fülle

Frage: Wenn Ihr Lehrer jetzt bei Ihnen sein würde, würden Sie ihm dann Fragen stellen?

Meine Antwort: Nein. Fragen sind das, was in dir entsteht und du musst sie selber beantworten.

Frage: Wieso bitten Sie die Schüler Ihnen Fragen zu stellen?

Meine Antwort: Damit man die Wechselwirkung der Meinungen beschleunigt und dadurch die Verbindung. Je schneller ihr euch nach vorne bewegen könnt, desto besser. Die Geschwindigkeit hängt von der Annäherung zwischen euch ab und die Annäherung hängt von dem Maß der Besprechungen im Zehner ab. Deswegen versuche ich das alles in euch anzuregen.

Frage: Gibt es solche Fragen, auf welche Sie keine Antwort haben?

Meine Antwort: In der Kabbala gibt es viele Fragen, die unmöglich zu beantworten sind. Der Schüler muss sie in sich selbst wahrnehmen.

Die Frage ist ein Streben nach der Fülle des Herzens und des Verstandes. Das Erhalten der Fülle wird dabei die Antwort sein. Wenn das Herz und der Verstand nicht vorbereitet sind für das Erhalten der Fülle, wie bei einem Kind, dem du etwas erklärst und es versteht nicht, dann kann es das nicht annehmen, und da kann man nichts machen.  

Deswegen muss die Antwort (die Übermittlung) dem Gefäß entsprechen, dem Verlangen, der Absicht, welche der Schüler hat. Darin liegt das Problem.

Frage:  Haben Sie zu Ihrer Zeit Rabash viele Fragen  gestellt?

Meine Antwort: Ja. Ich habe für mich und für die anderen Fragen gestellt.

Frage: Und würden Sie heute keine Fragen mehr stellen?

Meine Antwort: Nein. Ich habe nichts zu fragen. Ich könnte ihm schon Fragen stellen. Wenn wir uns physisch begegnen würden, würden wir uns hinsetzen und schweigen.

 

[#225448]

Wie ist die Haltung der Kabbala zum Alltag und seinem Luxus?

Frage: Wie ist die Haltung der Kabbala zum Alltag und seinem Luxus?

Meine Antwort: Ein Kabbalist ist ein einfacher Mensch. Er möchte alles um sich herum einfach und bequem arrangiert haben. Ich sah dies an meinem Lehrer und anderen Kabbalisten. Sie hatten nichts Überflüssiges: einfaches gesundes Essen, einfache Möbel, bequeme Kleidung.

Gleichzeitig unterliegt er keinen Beschränkungen. Er hat alles, was ein Mensch braucht: Essen, Sex, Familie, Arbeit, etc. Es ist absolut verboten, sich den elementaren Füllungen unserer Welt zu verweigern, dadurch würde nämlich die Durchführung des Schöpfungsprogramms gestoppt werden. Du musst ein erfülltes Leben in beiden Welten gleichzeitig leben: materiell und spirituell.

Frage: Heißt das, wenn mir der Schöpfer eine Menge Vergnügen gab, dass ich alles ausprobieren sollte?

Meine Antwort: Nein. Du musst von dieser Welt soviel nehmen, um normal zu funktionieren und die obere Welt zu erreichen. Die obere Welt ist das Ziel, und diese Welt das Mittel zum Zweck.

Frage: Ich entscheide also, abhängig von meinem moralischen Niveau, was ich brauche?

Meine Antwort: Nur wenn du damit anderen nicht schadest.

 

Aus dem Kabbala Unterricht in Russisch 1/7/18

[225515]

Du bist da, wo deine Gedanken sind…

Replik: Man sagt, dass sich der Mensch  dort befindet, wo seine Gedanken sind…

Meine Antwort: Natürlich, weil der Gedanke des Menschen als Ort bezeichnet wird, als sein Verstand, sein Verlangen. In der Kabbala existiert kein physischer Ort, an dem wir uns heute vermeintlich befinden. Das ist eine vollkommene Illusion!

Frage: Was ist dann das „Ich“?

Meine Antwort: Das ist auch eine Illusion, eine Ansammlung von Kurzwellen, die eine Illusion deines Körpers und deines Verstandes formen. Nicht mehr als das.

Heute sprechen nicht nur die Kabbalisten darüber, sondern auch Wissenschaftler. Früher wurden die Kabbalisten der Ignoranz und Ketzerei beschuldigt, deswegen lebten sie im Verborgenen.

Wenn wir die kabbalistischen Quellen lesen, die vor 2000 – 3000 Jahren geschrieben wurden, sehen wir in ihren Schriften, dass unsere Welt eine vollkommene Illusion ist. Nichts existiert, sogar die Elementarteilchen existieren nicht. Es existieren nur Wellen. Alles, was wir um uns herum sehen, nehmen wir in unseren inneren Empfindungen wahr. Das studieren wir im Kapitel der Wahrnehmung der Realität.

Der Mensch, welcher die Spiritualität offenbart, beginnt zu erkennen, dass sich all das in seinem Inneren befindet, also in seinem Bewusstsein, weil außer dem Bewusstsein nichts existiert. Alle Bilder der uns umgebenden Realität werden in unseren Sinnen gebildet.

 

Aus dem Unterricht in Russisch vom 26.11.2017

[#225134]

HaWaYaH  – ein System aller Teile des Weltalls

Frage: Was bedeutet das kabbalistische Prinzip „Ich, HaWaYaH, verändere mich nicht“?

Antwort: HaWaYaH ist ein System aller Teile des Weltalls (Ha-W-A-YaH), verbunden in eine Formel der Wechselwirkung zwischen Licht und Verlangen.

Das Geschöpf beinhaltet nur zwei Komponenten – das Licht und das Verlangen. Wenn das Licht in das Verlangen eintritt, wird das Verlangen vom Licht geformt und ist bereit, ihm zu ähneln. Ein solches System der Wechselbeziehung heißt HaWaYaH.

Das System ist unveränderlich, weil es ursprünglich vorgegeben ist, ausgehend von den entgegengesetzten Eigenschaften des Lichtes und des Verlangens, die einander ergänzen, indem sie ineinander eindringen.

HaWaYaH ist ein Konstrukt des korrigierten Verlangens, das die volle Vereinigung mit dem Licht eingegangen ist und jedes seiner Teilchen auch kleine HaWaYaH sind.

HaWaYaH verändert sich nicht, weil die Eigenschaften des Geben und des Nehmens ursprünglich vorgegeben, beständig und einander gegenseitig ergänzend sind, und hier etwas zu verändern unmöglich ist.

 

[#224926]

Die Gruppe als Mini-Modell der Menschheit

Die Kabbalisten raten uns, uns in Gruppen zu verbinden, die zu einem Modell der Mini-Menschheit werden, Mini-Adam, weil in diesen Gruppen die Gesetze der Verbindung zwischen uns wie noch vor dem Sündenfall des ersten Menschen funktionieren werden. Auf diese Weise werden wir das höhere Licht auf uns ziehen, das immer stärker auf uns wirkt und uns verbindet.

Als ob wir einen Sprung in der Zeit machen wollten. Nach dem natürlichen Weg der Evolution wird das höhere Licht erst in ein paar hundert Jahren auf uns drücken und uns miteinander verbinden. Wir  wollen aber, dass es jetzt geschieht!

Deswegen unternehmen wir alle Handlungen, die von uns verlangt werden. Wir sind wie die kleinen Kinder, die spielen und sich dank des Spiels entwickeln. Genau so wollen wir die Gruppe aufbauen. Die Gruppe, in der sich die Gesetze des Endes der Korrektur realisieren.

Das Licht wirkt auf die Gruppe. Wir verpflichten es. Laut den Gesetzen der Natur, im Maße unserer Anstrengungen, unseres Verlangens, erwecken wir das höhere Licht, damit es auf uns wirkt und uns vorantreibt. So „beschleunigen“ wir die Zeit unserer Entwicklung. Das beinhaltet die Methode der Kabbala.

Das Streben, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst (das ist das Gesetz der Endkorrektur), wird zu unserem Alltag.

 

[#222776]

Wie fühlt sich Vollkommenheit an?

Frage: Es wird gesagt, dass das Licht in Ruhe und Vollkommenheit ist. Wie schön ist es, Vollkommenheit zu fühlen? Warum besitzt Vollkommenheit eine attraktive Kraft?

Antwort: Die Vollkommenheit, von der die Kabbalisten sprechen, ist nicht das, was wir für Vollkommenheit in unserer Welt halten. In der Kabbala ist es die Eigenschaft des Gebens, zu fühlen, was andere fühlen, ein Gefühl für ihre Wünsche zu haben und sie zu erfüllen.

Frage: Ist es möglich, sich die Eigenschaft des Gebens in dieser Welt vorzustellen?

Antwort: Indem wir in einer Gruppe zusammenarbeiten, können wir den Zustand erreichen, wo wir beginnen, andere mit Hilfe des höheren Lichts zu fühlen.

Es geht nicht einmal um die andern; sie wurden ebenfalls mit der Absicht erschaffen, um aus sich selbst auszutreten und die obere Welt zu fühlen. Alles um mich herum wurde nicht erschaffen, damit ich geben würde. Es geht nicht um das Geben; Der Schöpfer könnte alles erfüllen und geben.

Das Problem besteht darin, mir dabei zu helfen, unabhängige Sinnesorgane zu entdecken, um alles zu fühlen, was außerhalb von mir ist – nicht in euch selbst, sondern außerhalb von euch. Schließlich geht alles, was wir fühlen, durch unsere eigennützige egoistische Filtermaschine, und was nach der Filterung übrig bleibt, heißt „diese Welt“, „unsere Welt“.

Um die Welt, die vor dem Filter existiert,  außerhalb von uns zu fühlen, wird uns eine Gruppe gegeben, und wir müssen versuchen, für sie zu arbeiten. Während solcher Versuche wirkt das Höhere Licht auf uns und wir beginnen zu fühlen, was außerhalb von uns ist. So fangen wir allmählich an, eine neue Dimension zu begreifen, die höher ist als unser Egoismus, und daher wird sie „die obere Welt“ genannt. Wir betreten also einen ganz anderen Bereich, einen der Ewigkeit und Vollkommenheit.

 

Aus der russischen Kabbalalektion vom 19.11.17

[222799]

Meine Gedanken auf Twitter 18/04/2018


Die Ausbreitung der Welten von oben nach unten war die Vorbereitung für die Korrektur. Der Aufstieg von unten nach oben ist die Realisierung dieser Korrektur. Beim Abstieg sind die Bedingungen der Nichtübereinstimmung mit dem Schöpfer erschaffen worden, damit man später aus der Nichtübereinstimmung zur Übereinstimmung mit dem Schöpfer kommt, bis hin zur vollkommenen Verschmelzung.

Alle Korrekturen des Geschöpfes geschehen im Zehner. Der Prototyp des Zehners ist die erste HaWaYaH der Welt der Unendlichkeit. Sie ist bis zur vollen Gegensätzlichkeit zum Schöpfer abgestiegen (Abwesenheit der Verbindung). Danach beginnen wir von unten das Zerbrechen zu korrigieren, indem wir uns im Zehner verbinden.

In der Welt der Unendlichkeit befinden wir uns in der vollkommenen Verbindung mit dem Schöpfer. Wir sehen diesen Zustand aber nicht. Wir sehen unsere Absichten. Anstatt die wahre Wirklichkeit zu sehen, sehen wir einen besonderen Schirm, der uns unsere Arbeit mit dem Schöpfer im Maße unseres “Erwachsenwerdens“ zeigt.

Der Tag der Unabhängigkeit Israels ist der Tag der gegenseitigen Unabhängigkeit. Nur in dem Zustand der vollkommenen gegenseitigen Abhängigkeit, unter dem Einfluss der Umgebung, erlangen wir die Unabhängigkeit jedes Einzelnen von sich selber, von seinem Egoismus “Ich“. Dann können wir zu einem Volk werden, das mit dem Schöpfer gefüllt ist.

Aus dem Buch “die spirituelle Revolution“ von Ben Gurion:

“…die Geschichte hat uns eine große moralische Kraft geschenkt. “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist der höchste Imperativ unseres Volkes. Das Land Israel wird seines Namens erst dann würdig, wenn seine sozialen Wechselwirkungen auf diesen ewigen Worten basieren werden“.

 

Kabbala Akademie auf Twitter

Meine Gedanken auf Twitter 17/04/2018


Die Gesetze der materiellen Natur besagen: derjenige, der sie nicht befolgt, wird bestraft.
Die Gesetze der spirituellen Natur beziehen sich auf die Angleichung an den Schöpfer. Sie funktionieren durch die Übereinstimmung der Form in der Entwicklung des Menschen. Das gleicht dem System der Rechtsprechung: es gibt eine Leiter und auf jeder Stufe gibt es ein bestimmtes Gesetz.

Anstatt die Stufen des Gebens und der Liebe zum Nächsten aufzusteigen und dadurch das Licht an die Völker der Welt weiterzuleiten, ist das Volk Israel mit den materiellen Verlangen der Völker durchdrungen. Die Völker leiden, weil Isra-El (direkt zum Schöpfer) die Offenbarung des Schöpfers nicht realisieren. Dahinter verbirgt sich der Antisemitismus in der Welt.

Wenn uns das Verlangen den Schöpfer zu offenbaren gegeben wird und wir zu seiner Realisation voranschreiten, erwecken wir unbewusst viele Leiden in der Welt, damit sie uns zur Notwendigkeit der Offenbarung des Schöpfers drängen. Indem wir uns weigern den Schöpfer zu offenbaren, lösen wir alles Leid in der Welt aus. 

Die Verlangen des Menschen entwickeln sich bis zu dem höchstentwickelten Verlangen überhaupt:“ direkt zum Schöpfer“ (Isra-El). Man spürt solange eine Unzufriedenheit im Leben bis man es erreicht. Dieses Verlangen offenbart sich zu unserer Zeit im Menschen in Form von offenen und verborgenen Depressionen. Gegen diese Depressionen gibt es keine Heilmitteln.

Dat (Religion) ist die Methode der Offenbarung des Schöpfers. Sie geschieht in der mittleren Linie der Seele: Sefirot Dat-Tiferet-Jessod, in Übereinstimmung mit der Korrektur des Verlangens zu empfangen zur Absicht zu geben. Das versteht die Kabbala unter Religion!

Die Fachbegriffe der Wissenschaft der Kabbala, der Wissenschaft der höheren Welt, stimmen mit unserer Welt nicht überein. Die Völker der Welt sind die egoistischen Verlangen jedes Menschen. Israel = Isra-El bedeutet: direkt zum Schöpfer und das ist das Streben eines Menschen zu der Übereinstimmung mit der Kraft des Gebens. Jude oder ewrej (ewer) ist das Verlangen zum korrigierten Zustand zu kommen. Das bezieht sich auf jeden Menschen auf der Welt.

 

Kabbala Akademie auf Twitter

Jeden Tag Ägypten verlassen

Man muss sich vor allem an den Schöpfer anheften und dann durch diesen Punkt der Verschmelzung alle Störungen wahrnehmen. Man braucht diese Probleme, um mit ihrer Hilfe die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu verstärken, ohne sich in die Lebensprobleme zu vertiefen.

Ich muss all meine Ängste und Sorgen loslassen und mich an „Es gibt niemanden außer Ihm“ anheften. Ich bin im Schöpfer, in dieser einzigen existierenden Realität, als ein Punkt enthalten, wie am Anfang der Schöpfung.

„Wisse, dass es vor der Schöpfung nur das höhere, alles erfüllende Licht gab“… Danach hat sich in diesem höheren Licht ein schwarzer Punkt verdichtet, der dem Licht mit seinem Verlangen zu genießen entgegengesetzt ist.

Aber das Geschöpf annulliert sich vollständig vor dem Licht und möchte genauso wie es sein! Nachdem ich schon die Verschmelzung mit dem Licht in einem Punkt erreicht habe, sehe ich in allem, was mit mir geschieht, nur den Schöpfer. Dann werde ich fähig sein, meinen Verstand und mein Herz zu öffnen, meine Gedanken und Verlangen in dem Maße zu offenbaren, in welchem ich sie dem Schöpfer zuschreiben kann.

Ich selber besitze nichts, ich bleibe nur dieser Punkt. All meine Wahrnehmungen gehören nicht mir, sondern werden mir vom Schöpfer gesendet, damit ich noch mehr an Ihm festhalte. Dann beginnt sich mein Punkt der Verschmelzung über all diesen Hindernissen auszudehnen und mein Bereich der Verschmelzung mit dem Schöpfer wird mehr und mehr wachsen. Dann stellt sich heraus, dass dies keine Hindernisse sind, sondern „Hilfen der Gegenseite“, weil diese Hilfen gegen mich gerichtet sind, mir aber dabei helfen, unsere Verschmelzung immer mehr zu verstärken.

Es gelingt mir nicht immer alles dem Schöpfer zuzuschreiben, obwohl ich verstehe, dass es so sein sollte. Es können derartige Ängste und Probleme auftauchen, dass ich unfähig bin, mich in der Verschmelzung mit dem Schöpfer zu halten. Das Zeichen der Verschmelzung ist die Freude, dass es niemanden gibt außer Ihm, der gut und Gutes tuend ist. Wenn ich mit Ihm verschmolzen bin, fühle ich mich vollkommen, weil jeder, der mit der Vollkommenheit verschmilzt, selbst vollkommen ist.

Wenn es keine Freude gibt, bedeutet das, dass ich mich im Exil befinde und die Zeit verschwende. Jemand hat sich alle diese Unterrichte ausgedacht und ich soll mein ganzes Leben damit verpulvern. Es gibt keine Wahl, ich muss weitermachen, aber mit der Absicht, dass ich dabei ständig mit dem Schöpfer verschmelze, indem ich mich vor Ihm annulliere. Und dies geschieht genau dank dieser Probleme und der Arbeit, dank dieser illusorischen Welt, die mir die Möglichkeit gibt, meine Verschmelzung zu verstärken.

Wenn ich die Verschmelzung erreiche, höre ich auf diese Welt wahrzunehmen, sie verschwindet. Anstatt uns zu trennen wird sie zu der verbindenden Welt. Der Schirm, der verbirgt, wird zu einem Schirm, der offenbart.

Ich verwandle das Exil nur dadurch in eine Erlösung, indem ich alles dem Schöpfer zuschreibe und dies genügt. Der ganze Unterschied zwischen Ägypten und Israel liegt darin, dass ein und dasselbe Verlangen, welches sich in Ägypten offenbart hat, beim Durchqueren der Wüste seine Absicht geändert hat, um in das Land Israel zu kommen. Deswegen muss man sich jeden Tag als „Ägypten verlassend“ sehen.

Man muss jeden Tag danach streben, die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen.  Und dann werde ich offenbaren, dass ich mich im Exil befinde. Deswegen werde ich tagtäglich daran arbeiten,  mich über alle Entfernungen hinweg an den Schöpfer anzuheften und meinen bösen Trieb, den Todesengel, in den guten Trieb, den Lebensengel zu verwandeln.

 

Unterricht nach einem Rabash Artikel „Das wahre Gebet über das wahre Verlangen“

[#222939]