Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die chemische Reaktion der Seelen, die sich verbinden

Kommentar: Das Festhalten an seine Freunde, an die Gruppe, ist der erste Schritt der „Nächstenliebe“, bevor man die Liebe zum Schöpfer erreicht. Im ersten Schritt erkennt der Mensch seine Unfähigkeit andere zu lieben und bittet den Schöpfer um Hilfe.

Dann sieht er, wie abhängig er von seinen Freunden ist, von jedem einzelnen und von allen zusammen. Er sucht wie er sich jedem Freund annähern und ihn unterstützen kann und wie alle zusammen zu einem Menschen, zu einem System verschmelzen können, welches Schöpfer ausfüllt und auf die Stufe der Verbindung erheben wird.  

Verbinden bedeutet, sich zu bemühen seinem Freund immer näher zu kommen, ihn besser kennenzulernen und die innere Verbindung mit ihm zu stärken, bis man spürt, dass man ein Mensch mit einem Herzen ist. Das bedeutet, dass wir ein einziges Verlangen haben, obwohl wir zwei verschiedene Menschen sind.

Wir empfinden die ganze Zeit die Distanz zwischen uns, aber darüber hinaus wollen wir Nähe und Verbindung erreichen. So lernt man, wie sehr sich diese beiden Gegensätze gegenseitig helfen.

Man studiert die Eigenschaften des anderen und versucht, die eigenen Eigenschaften in der äußeren Form, mit seinen in Einklang zu bringen. So lernen Kinder von Erwachsenen, indem sie sie in allem nachahmen. Dieser Instinkt ist dem Kind auf der tierischen Stufe angeboren. Auf der spirituellen Stufe müssen wir in die inneren Eigenschaften eines Erwachsenen eindringen, in seine Gefühle, sein Verständnis, seine Natur und versuchen, ihm innerlich ähnlich zu werden.

Das ist natürlich unmöglich. Durch äußere Handlungen kann man einen Freund nachahmen, sogar den Schöpfer und ihn bitten, unsere Bemühungen zu belohnen, indem er in uns innere Veränderungen bewirkt, die uns näher zu ihm bringen werden. Genau das ist der Sinn der Gruppenarbeit.

In einer Gruppe von zehn Menschen gibt es zehn Verlangen. Jedes Verlangen ist in weitere, kleinere Verlangen unterteilt. Wenn man aber versucht, sich einander mehr anzunähern und seine Wünsche miteinander verbindet, wird man mit der Zeit spüren, wie jeder die Wünsche des anderen durchdringt und allmählich werden wir zu einem Menschen mit einem Herzen.

Eine solche Verbindung zwischen den Menschen findet nicht in der materiellen Welt statt – es ist eine Verbindung spiritueller Natur, auf einer anderen Stufe. Es ist wie eine chemische Reaktion zwischen Atomen verschiedener Substanzen, wenn sie sich zu immer komplexeren Molekülen verbinden. Nur diese Reaktion findet auf einer höheren Stufe statt: zwischen Verlangen, Gedanken, Wahrnehmungen, bis alles wirklich zu einem Herzen vereint ist.

Jeder von uns hat unterschiedliche Qualitäten, aber es gibt einen Kopf über uns allen, der alles steuert. Wenn der Zehner nach diesem Prinzip aufgebaut ist und funktioniert, erleben wir darin die Offenbarung des Schöpfers.

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Aus der Lektion zum Artikel „Übergabe der Tora“

Eine Reise durch die Zeit

Frage: Was ist Erinnerung?

Antwort: Erinnerung sind vergangene Zustände, die ich abrufen und als gegenwärtig erleben kann. So etwas wie Erinnerung gibt es eigentlich nicht. Es ist nur so, dass alle meine Zustände in mir als vergangene „Parzufim“ gespeichert sind und ich von einem Zustand zum anderen wechseln kann. Ich kann zwischen ihnen wie in der Zeit reisen. Im Spirituellen ist das absolut real.

Frage: Was ist die Bedeutung dieser Zeitreise? Welchen Nutzen hätte sie?

Antwort: Keinen, sehr wenig. In der Regel sollte man nach vorne schauen und nicht zurückblicken.

Frage: Ist es möglich, in der Zeit vorwärts zu reisen?

Antwort: Nein, denn dazu muss man zu zukünftigen Zuständen aufsteigen, sie erlangen. Wir können nur nach der nächsten Stufe streben, mehr nicht. Man kann nicht sehen, was vor uns liegt, da diese Zustände noch nicht verwirklicht sind. Das ist alles nur Physik, hier gibt es keine Mystik.

Es gibt Menschen, die die Zukunft in unserer Welt wahrnehmen. Dafür gibt es berühmte Beispiele: Wolf Messing, Vanga, Nostradamus. Sie benötigten keine spirituellen Erkenntnisse. Sie wussten nichts über die spirituelle Welt, sie gingen einfach von ihren Empfindungen aus.

Wolf Messing sagte, er wisse selbst nicht, woher er solche Fähigkeiten habe. Er falle plötzlich in Zustände, in denen er die Zukunft, die Gegenwart oder die Vergangenheit fühle, da sie alle existierten.

Wenn wir über die Spiritualität sprechen, gibt es dort bereits einen freien Willen. Zukünftige spirituelle Zustände können also im Prinzip gesehen werden. Das hängt davon ab, wie man sich ihnen nähert: entweder durch Leiden oder durch Licht, durch unsere Bemühungen – das ist nicht bekannt, es hängt von uns ab. Darin liegt die absolute Willensfreiheit, die verwirklicht werden muss.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelte das Telefon. Was ist Erinnerung“

Leben nach den Gesetzen des Gebens

Frage: Wie kommt es, dass Phänomene, die als „spirituelle Entwicklung“ bezeichnet werden, aus gegensätzlichen Dingen bestehen? Wie kann es in der Wahrnehmung eines Kabbalisten einen Sinn ergeben, während es in der Wahrnehmung eines normalen Menschen völlig unvereinbar ist?

Antwort: Da der gewöhnliche Mensch einen kleinen tierischen Verstand hat. Es existiert nur in ihm und er sieht nur die Ereignisse die sein tierischer Zustand beobachtet, mehr nicht. Der Kabbalist entwickelt in sich zusätzliche Sichtweisen, Gefühle und „Kelim“- Verlangen.

Unsere tierischen Verlangen geben uns körperliche Empfindungen von unserer Welt. Mit Hilfe der Kabbala und der Einbindung in die Gruppe der Freunde, werden äußere Verlangen in uns entwickelt, in denen wir alles empfinden. So beginnen wir die Freunde, wie sich selbst zu spüren.

Natürlich geschieht dies allmählich, von einem kleinen, zu einem großen Prozentsatz. Es gibt 125 Stufen in der Empfindung von Freunden. Wenn wir auf diese Weise aus uns herausgehen, beginnen wir die Höhere Welt zu spüren. Dort herrschen ganz andere Gesetze als in unserer Welt – die Gesetze des Gebens. So heißt es: „Und ich sah die andere Welt“.

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Aus dem Gespräch: „Mein Telefon hat geklingelt.“ “ Was ist Logik?“

Übermittlung von spirituellen Informationen

Frage: Welche Methoden gibt es neben Texten und Tönen, um spirituelle Informationen zu übermitteln?

Antwort: Zusätzlich zu Texten und Tönen kann es eine direkte Verbindung zwischen zwei Menschen geben, einen sogenannten „gemeinsamen Schirm“.

Kommentar: Sie sagten, dass man an einem Menschen, der sich in der Spiritualität befindet, vorbeigehen kann, nicht mit ihm sprechen muss und trotzdem eine Verbindung mit ihm herstellen kann. Es ist wie wenn man zwei Modems verbindet, eines sendet ein Signal und das andere empfängt.

Antwort: Ja, so kann man es ausdrücken. Zuerst gibt es eine grobe Ausrichtung auf den gemeinsamen Schirm und dann wird es immer genauer.

Frage: Kann man nicht auf unserer weltlichen Stufe die spirituelle Information übertragen?

Antwort: Nein, natürlich nicht. Ihr habt kein entsprechendes Werkzeug. Kann man Wasser auf  elektrische Drähte übertragen? Das sind ganz andere Eigenschaften.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelte das Telefon, Übertragung von spirituellen Informationen“

Erst die Absicht, dann die Handlung

Frage: Was ist der Unterschied zwischen „an etwas denken“ und dem „Handeln“? In dieser Welt beurteilt man Menschen nach ihren Taten, aber eigentlich kommt ja vor der Handlung der Gedanke – man verurteilt also niemanden danach, dass er z.B. jemanden am liebsten umbringen will…

Meine Antwort: Genau. In dieser Welt beurteilen die Menschen eine Person nach ihren Taten, in der spirituellen Welt aber werden die Gedanken beurteilt! Das ist ein großer Unterschied. Deshalb muss der Mensch seine Gedanken korrigieren. Das wird als „Korrektur der Absicht“ bezeichnet.

Einschub: Zum Glück tun Menschen solche Dinge nur in ihren Gedanken! Sonst würden sie sich alle gegenseitig umbringen!

Meine Antwort: Die Menschen stehen deshalb unter dem Einfluss der spirituellen Welt. Der Mensch hat nicht die Kräfte der höheren Welt, sonst würde er diese nehmen und mit seiner egoistischen Absicht die Welt vollständig zerstören. Darum erhalten die Menschen diese Kräfte nur in dem Ausmaß, in welchem sie fähig sind, diese Kräfte richtig – das heißt zum Wohle anderer – einzusetzen.

Das spirituelle System ist so angelegt, dass es immer zuerst die Absicht und dann eine Handlung geben muss. Sobald man also eine schlechte Absicht hat, wird auch die daraus hervorgehende Handlung als schlecht bewertet. Befindet sich ein Mensch auf dem spirituellen Weg, dann fällt er, wenn er die falsche Absicht hat, sofort von der aktuellen spirituellen Stufe hinab und verliert die Kraft, spirituell weiter voran zu schreiten.

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Aus dem Vortrag: „Mein Telefon klingelte. Denken und Handeln„ 

Der Weg im Feld des Lebens

Rabbi Chia und Rabbi Yosi (zwei Weisen) gingen einen Weg entlang. Als sie zu einem Feld kamen, sagte Rabbi Chia zu Rabbi Yosi: „Wenn gesagt wird, dass das Wort „im Anfang ( bereshit)“ indirekt auf „geschaffen sechs (bara shit)“ – Das tut es in der Tat. (Vorwort zum Buch Sohar, Kapitel „Das Schloss und der Schlüssel“)

Frage: Hier geht es nicht um die Geschichte, sondern um die innere Entwicklung des Menschen.  Was ist der Weg? Warum wird gerade die Tatsache betont, dass die Weisen sich einem Feld und nicht etwa einem Wald näherten? Was ist das Geheimnis all dieser Begriffe?

Antwort: Was im Buch Sohar beschrieben wird ähnelt tatsächlich unserem Leben. Wir müssen ein Feld durchqueren und unseren Weg darin finden. Es ist gut, jemanden zu haben, der mit uns auf dem Weg geht – einen Freund, mit dem wir unseren Weg besprechen, uns zusammentun und versuchen können unser Ziel herauszufinden, ob wir den richtigen Weg gehen und so weiter.

Deshalb beschreibt der Artikel „Das Schloss und der Schlüssel“ ein Phänomen das in unserem Leben häufig vorkommt, wenn wir etwas tun wollen und einen Weggefährten haben mit dem wir zu einer bestimmten Schlussfolgerung kommen: was wir tun sollten, um auf dem Lebensweg keinen Fehler zu machen.

Die Methode symbolisiert den Lebensweg, den wir gehen. Das Feld ist ein Ort der Arbeit, an dem sich ein Mensch bemüht, seine Richtung zu wählen und den richtigen Weg zu finden, der ihn zum Ziel des Lebens führt.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“

Übergang Von der Illusion zur Wahrnehmung der wahren Realität

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Absicht sollte man haben, wenn man das Buch Sohar liest: das Licht zwischen den Freunden zu offenbaren, den Text in sich selbst zu offenbaren, oder beides zusammen? Und was ist wichtiger?

Meine Antwort: Ich betrachte diese beiden Aspekte nicht getrennt. Wir sprechen davon, dass die ganze Welt im Inneren eines Menschen existiert, also die gesamte Realität, die ich wahrnehme. Auch wenn ich derzeit in einer Illusion existiere und denke, dass ich Freunde vor mir sehe, die Welt um mich herum, Feinde, Häuser, Sterne und alles andere, so ist es doch so, dass all dies mein eigenes Verlangen ist. Wie ich es wahrnehme, hängt also von meinem Verlangen ab.

Mein Verlangen enthält Sphären. Einige davon sind meine inneren Sphären, die Wurzel (Shoresh), Seele (Neshama) und Körper (Guf) genannt werden. Dann gibt es noch zwei äußere Sphären, genannt Kleider (Lewush) und Haus (Heichal).

Deshalb nehme ich mich selbst in den inneren Sphären (der Wurzel, der Seele und dem Körper) wahr, in den äußeren Sphären (den Kleidern und dem Haus) dagegen die Welt, die außerhalb von mir zu sein scheint. Der Grund dafür ist, dass sich die beiden äußeren Sphären während der Zweiten Einschränkung (Zimzum Bet) von mir getrennt haben. Deshalb umgeben sie mich. In Wirklichkeit sind sie jedoch in mir. Sie existieren in mir, aber ich nehme sie als äußerlich wahr.

Da meine inneren Wünsche Keter, Chochma und Bina sind, oder Wurzel, Seele und Körper, nehme ich in ihnen das Innere Licht wahr – NaRaN. In den Wünschen, die mich umgeben (Kleidung und Haus), gibt es ein schwaches Umgebungslicht, und deshalb halte ich sie nicht für sehr wichtig. Ich bin in gewissem Maße von ihnen abhängig; zum Beispiel leuchten die Sterne und die Sonne für mich, und die Welt umgibt mich, aber das Wichtigste bin ich.

Ich ahne nicht einmal, dass meine wichtigsten Wünsche außerhalb von mir liegen, obwohl sie alle zu mir gehören. Es ist nur so, dass ich innerhalb einer Illusion existiere, in der sie mir fremd erscheinen.

Wo befindet sich also die Gruppe, der Lehrer, der Schöpfer, das Buch Sohar, die ganze Welt, mein Ehepartner? Und wo meine Kinder? Sie alle existieren in meinen Wünschen. Wen habe ich geheiratet? Meinen Wunsch. Wen habe ich heute angeschrien? Über wen habe ich gelacht? Das waren alles meine eigenen Wünsche. All das bin ich.

Du könntest nun fragen: „Wenn du sagst, dass ich in dir bin, aber ich sage, dass du in mir bist, wer hat Recht?“ Die Antwort ist, dass beide Recht haben!.

Solange wir uns nicht über diese Welt in die Spiritualität erheben, werden wir uns nicht von dieser Illusion befreien können. Wenn ich jedoch die ganze Welt als meinen Wunsch betrachte, dann ist es viel einfacher für mich, von dieser illusorischen Wahrnehmung der Realität zur wahren Empfindung der Realität zu gelangen.

Aus der täglichen Kabbala Lektion „Sohar“

Die zehn Sefirot, die die vier Welten bilden

Frage: In der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ heißt es, dass der vierbuchstabige Name des Schöpfers in seinem allgemeinen Aspekt in den zehn Sefirot manifestiert wird. Wie ist das zu verstehen?

Antwort: Im Grunde genommen handelt es sich nicht um vier Stufen des absteigenden Lichts, d.h. um den Einfluss des Schöpfers auf die Schöpfung, sondern um zehn Stufen, da eine der Stufen aus sechs Unterstufen besteht. Das Ergebnis ist zehn.

Diese zehn Sefirot, zehn Stufen, bilden die vier Welten – Azilut, Bria, Jetzira, Asijah und ihre Wurzel, genannt Adam Kadmon (AK).

Unsere Welt wird dabei in die letzte Stufe von Asijah einbezogen.

Frage: Wie kann sich der Mensch diese Welten vorstellen?

Antwort: Er kann es nicht. Es ist ein allmählicher Abstieg, eine Abschwächung des höheren Lichts gegenüber den Schöpfungen, die auf diesen vier Stufen existieren.

All dies ist im Menschen, spürbar in seinem Verständnis.

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Aus der Fernsehsendung „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“.

Wie kann ich jemanden lieben, der mich hasst?

Kommentar: Sergej fragt: “ Sie wiederholen immer wieder „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Sie kommen immer wieder auf dieses Gesetz zurück und sagen, dass es das Wichtigste ist.

Frage: Wer ist dieser Nächste, den man lieben sollte wie sich selbst? Wie kann man einen Nächsten lieben, der viele böse Taten geplant und begangen hat und noch nicht einmal die geringste „Reue“ zeigt?

 Antwort: Ja, dennoch müssen wir unsere Haltung gegenüber allen Menschen überdenken und erkennen, dass unsere Haltung gegenüber allen Menschen eine schreckliche, negative, egoistische ist und wir unbedingt absolute Vergebung brauchen, für jeden Einzelnen von uns. Man muss über sich selbst urteilen und den Schöpfer bitten, sich zu rechtfertigen.

Frage: Wollen Sie damit sagen, dass ich meinen Nächsten nicht so behandle, da ich so schlecht bin und nicht er?

Antwort: Natürlich. Wie soll es sonst sein?

Kommentar: Er hat so viele schreckliche Taten gegen mich, meine Angehörigen und meine Familie begangen….

Antwort: Die Schlussfolgerung ist, dass entweder der Schöpfer vollkommen ist und Sie ihm entgegengesetzt sind, oder umgekehrt.

Frage: Entweder ist der Schöpfer oder ich vollkommen? Sie sagen: „Der Schöpfer ist vollkommen“?

Antwort: Ja, in diesem Fall sind Sie Ihm entgegengesetzt.

Frage: Wenn man also sagt, dass all diese Handlungen die Handlungen des Schöpfers sind, dann macht der Schöpfer all diese Dinge nur, damit ich mich selbst auf diese Weise betrachte, also meine Sicht auf mich so ausrichten kann?

Antwort: Ja.

Frage: Absolut alles? Tragödien, Kriege, alles, was um mich herum passiert?

Antwort: Auf jeden Fall. Nichts ist von Bedeutung, die Hauptsache ist die Möglichkeit, die eigene Haltung gegenüber dem Schöpfer zu korrigieren.

Frage: Ist das der einzige Weg des Menschen?

Antwort: Ja, das ist sein ganzes Leben.

Frage: Und all unsere jahrhundertelange Geschichte, die Tragödien der Kriege, dienen nur diesem Zweck?

Antwort: Absolut nur dafür.

Frage: Wenn der Mensch Erfolg hat, bedeutet das, dass die ganze Kette funktioniert hat? Im Allgemeinen alles, was passiert ist?

Antwort: Ja. Wie in einem Traum.

Frage: Das war ein Traum. Was ist kein Traum?  

Antwort: Kein Traum – wenn man all das rechtfertigt und den Schöpfer über sich und die eigene Meinung erhebt, dann wird man sehen, was es bedeutet, außerhalb eines Traums zu existieren.

Frage: Sie sagen “ den Schöpfer erheben“. Was meinen Sie mit „Schöpfer“?

Antwort: Das Schicksal.

Frage: Mein Schicksal? Das heißt, mein Schicksal hat mich zu mir geführt?

Antwort: Natürlich.

Frage: Mein Schicksal ist der Schöpfer? So sollte jeder denken, jeder einzelne der acht Milliarden Lebenden?

Antwort: Ja. Dadurch verbinden wir uns miteinander zu einem gemeinsamen guten Verlangen.

Frage: Wenn wir also ähnliche Absichten in unserem Verlangen haben, uns miteinander beschäftigen, dann sind wir dadurch untereinander verbunden?

Antwort: Ja.

Kommentar: Das verstehe ich. In diesem Moment denke ich aber nur an mich, ich bin derjenige, der schlecht ist. Ich denke nicht an jemand anderen.

Antwort: Das macht nichts. Du korrigierst deinen Teil des Verlangens in der Welt.

Frage: Noch eine letzte Frage. Wir haben mit „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als Lebensgesetz begonnen. Wo steht hier „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wenn ich anfange, mich mit mir zu beschäftigen, mich zu korrigieren?

Antwort: Liebe den Nächsten bedeutet, wie du ihn siehst, ihn dir vorstellst, so musst du ihn lieben, wie du dich selbst liebst.

Frage: Es stellt sich heraus, dass „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ eine Arbeit an sich selbst ist?

Antwort: Ja, natürlich. Was verlangt sie? Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Das heißt, in dem Moment, in dem man merkt, dass man nicht lieben kann, fängt die Arbeit an.

[313206]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

In den Himmel kommt man durch die Hölle

Kommentar: Ein Samurai kam zu einem weisen Mann und fragte ihn, ob es wirklich eine Hölle und einen Himmel gibt.

“Wer bist du?“, fragte der Weise.

-”Ein Samurai“, antwortete der Krieger.

“Du lügst“, sprach der Weise, „du hast das Gesicht eines Bettlers.

Der Samurai zog sein Schwert.

“So öffnen sich die Tore der Hölle”, war die Antwort des Weisen.

Der Samurai verstand und verbeugte sich, um sein Schwert zu verstecken.

“Und so öffnen sich die Tore des Himmels“, sprach der Weise.

Frage: Meine Frage ist: Ist es möglich, das Schwert nicht zu ziehen wegen einer Beleidigung? Das heißt, nicht vor dem Himmel durch die Hölle zu gehen?

Antwort: Das ist sehr schwierig. Ich glaube, es ist fast unmöglich.

Kommentar: Der ganze Weg zum Himmel ist also durch die Hölle gepflastert, durch die man geht. Das ist eine ernste Sache.

Antwort: Nun, was soll man denn machen? So sind wir nun mal geschaffen. Das ist unser Egoismus.

Frage: Im Grunde verzeiht man niemandem, man reagiert sofort?

Antwort: Ja. Der erste Gedanke ist, das Schwert zu ergreifen!

Es gibt keine Möglichkeit, uns umzudrehen, damit wir uns vom Guten leiten lassen. Denn „Ich habe das Böse geschaffen“. Das sind die Worte des Schöpfers. „Und ich schuf die Tora, um es zu korrigieren.“ Aber am Anfang steht das Böse.

Frage: Warum wurde das Böse am Anfang erschaffen?

Antwort: Damit der Mensch seine Natur von Grund auf verwirklichen kann. Vom Bösen zum Guten. Vollständig, beide Erscheinungsformen und dann zum Guten hin tendieren. Dann wird er in der Tat vom Guten über das Böse geleitet. Aber es kann das eine nicht ohne das andere geben.

Frage: Also kommen wir auf die eine oder andere Weise durch die Hölle in den Himmel?

Antwort: Natürlich.

Frage: Was ist denn die Weisheit des Menschen? Wir sagen: „Der Mensch ist ein weiser Mensch“.

Antwort: Im Voraus zu erkennen, dass man die Dinge anders machen muss, ohne bei jedem Schritt durch die Hölle zu gehen. Aber dazu braucht man viele Versuche und Erfahrungen.

Frage: Die Erfahrung der ständigen Hölle führt also dazu, dass man weiser wird?

Antwort: Natürlich. Wie dieser japanische Weise.

Kommentar: Sie sagen oft, dass ein Mensch demütig sein soll. Sie haben sogar die Worte „Unterwerfung“, “ Annullierung“, „Aufhebung des Selbst“ verwendet.

Antwort: Das sind alles sehr schwierige Zustände, durch die man durch die Hölle gehen muss. Ich glaube nicht, dass ein Mensch ohne viel Erfahrung sich vorher überwinden kann. Das ist unmöglich.

Frage: Sie sprechen jetzt davon, sich über den Egoismus zu erheben. Was bedeutet “sich über den Egoismus erheben”?

Antwort: Das bedeutet, den Egoismus in all seinen möglichen Erscheinungsformen im Leben, sogar in der Natur, zu spüren und sich ständig über ihn zu erheben. Den Kopf zu senken, das heißt, den Egoismus zu vermindern, verringern, herabsetzen, unterdrücken.

Kommentar: Und wenn Sie ständig die Übung machen, Ihren Egoismus zu unterdrücken, sich selbst aufzuheben, wird das wirklich helfen?

Antwort: Ich glaube nicht, dass diese Übung allgemein möglich ist. Das wäre Philosophie. Sie ist nur möglich, wenn man sie allmählich, schrittweise, in einer geeigneten Gesellschaft trainiert. Es muss also ein Umfeld geben, in dem jeder es tun will. Man kann es nicht tun, aber man will es tun.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass Sie es nicht tun können?

Antwort: Ja, natürlich. Es muss ein Bewusstsein für das Böse geben. Und dann können alle zusammen, voreinander, gemeinsam, indem sie sich gegenseitig unterstützen, aus dieser stinkenden Grube herausklettern.

Frage: Sagen Sie mir bitte, wer trägt die Verantwortung dafür, dass wir da rauskommen? Liegt es allein an uns?

Antwort: An uns! Zu bitten, zu betteln, zu flehen, zu denken, zu reden, sich gegenseitig ein Beispiel zu geben und entsprechend zu handeln. Und jeder, der mehr Egoismus hat, steigt dann natürlich auch höher. Alles in allem ist das die Arbeit.

Frage: Wenn man diese Arbeit in der Gemeinschaft tut, aus dem Egoismus herauszukommen, hilft sie dann auch anderen?

Antwort: Sie helfen anderen nicht nur durch ihr Beispiel. Es spielt nicht einmal eine Rolle, ob sie es sehen oder nicht. Denn es ist die Naturgewalt, die zum Gesamtgleichgewicht der Natur beiträgt. Dabei überwiegt zuerst der Egoismus und dann entsprechend der Altruismus.

Frage: Sie sagen also, wenn diese Gruppe es schafft, sich selbst zu erheben, wird sie nach ihr auch alle anderen erheben?

Antwort: Ja, genau. Wir müssen handeln.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman, 29.05.2023