Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Student und Lehrer, zwei Stufen

Frage: Wann kann ein Lehrer für den Studenten zum Überträger spiritueller Energie werden?

Meine Antwort: Das geschieht, wenn der Lehrer als Kanal dienen kann, durch den das höhere Licht zum Studenten weitergeleitet wird, oder man hilft dem Studenten zumindest dabei, sich mit einer Zehnergruppe zu verbinden, die dann das höhere Licht anzieht.

Frage: Aber bindet der Lehrer nicht den Studenten an sich?

Meine Antwort: Das kann in der Weisheit der Kabbala nicht passieren! Ich erinnere mich an meinen Lehrer Rabash, den letzten großen Kabbalisten. Seine Größe und enorme Wichtigkeit zeigte er nie. Heute lesen wir seine Artikel, die in meiner Gegenwart geschrieben wurden. Ich erinnere mich an alles, was damals geschah, bis ins letzte Detail, an die Jahreszeit, als wir im Park auf einer Bank saßen, als er schrieb. Ich erinnere mich an alles ganz genau, sogar an die Hintergrundgeräusche und die Stimmen um uns herum. Wenn ich heute seine Artikel wieder lese, dann stelle ich fest, dass ich sie tiefer verstehe als in der Vergangenheit, obgleich seither so viele Jahre vergangen sind.

Es ist nicht möglich, einen Lehrer sofort wertzuschätzen, obwohl er seine innere Welt nicht versteckt. Niemand versteckt irgendetwas vor uns. Damals dachte ich mir: „Ich trete in seine Nähe ein. Ich werde an seiner Seite sein, und dann werde ich ihn schütteln und alles aus ihm herausholen, was er hat!“

Da gibt es überhaupt nichts herauszuschütteln. Der Lehrer ist bereit, alles weiterzugeben. Alles hängt nur von der Stufe ab, auf der ihn der Student verstehen kann. Student und Lehrer sind zwei Stufen. Aber wie kann sich ein Student dem Lehrer annähern, von ihm empfangen, absorbieren und von ihm übernehmen? Das ist eine andere Sache und sie ist nicht einfach.

Aus der russischen Kabbalalektion 8/7/16

[198911]

 

Eine gegenseitige Verbindung zwischen zwei Kräften

Frage: Was sind gute Beziehungen und wie beziehen sie sich auf die Spiritualität?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt wird enthüllt, wenn jemand sich so ausrichten kann, dass er sich in einer korrekten, gegenseitigen Verbindung zwischen Gut und Böse befindet. Er tötet nicht das Böse und klebt nicht am Guten, sondern er schafft eine Verbindung, bei der die beiden Kräfte einander ergänzen. Es gibt nichts Böses ohne das Gute und nichts Gutes ohne das Böse; es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keine Dunkelheit ohne Licht. Die mittlere Linie muss sie korrekt stabilisieren.

Wenn jemand korrekt handelt, indem er sich zwischen diesen beiden Linien ausrichtet, dann wird sein Egoismus ständig wachsen. Auf diese Weise kann er eine positive Kraft erzeugen. Er stellt sich dem Egoismus entgegen und erbaut sich selbst in der mittleren Linie. Dies fasst die gesamte Methode der Weisheit der Kabbala zusammen, und das ist Erziehung des Selbst.

Sobald eine Person korrekt zwischen den zwei Linien arbeitet, fühlt sie dann die höhere Welt in der mittleren Linie. Das ist der Naturzustand, der aus der exakten Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft besteht.

Auf den Stufen von unbelebt, pflanzlich und belebt kooperieren diese Kräfte miteinander auf natürliche Weise, instinktiv, was keinerlei Arbeit erfordert. Aber auf der menschlichen Stufe müssen wir diese gute Kraft in der Natur finden, um die negative Kraft dadurch auszubalancieren und uns so weiter zu entwickeln. Menschen, die die schlimmsten auf der Welt überhaupt sind, können gleichzeitig höher steigen als alle.

Die beiden Kräfte findet man scheinbar außerhalb des Menschen, aber wenn wir dem dann nachgehen, erkennen wir die negative Kraft in uns und wir fühlen, welche positive Kraft wir brauchen, mit der wir die negative Kraft ausbalancieren können. All dies ist nur möglich, wenn wir korrekt miteinander in einer Zehnergruppe arbeiten.

Aus der russischen Kabbalalektion 7/3/16

[198633]

Was ist die Furcht vor dem Schöpfer?

Frage: Wenn man einen Gedanken von der höheren Kraft erhält (immer, wenn man im Leben Erfahrungen mit Ereignissen und Prüfungen macht), geschieht dieses nur dank der Anstrengung, sich dem Schöpfer wenigstens ein bischen zu nähern. Die Richtschnur, ob man auf dem richtigen Weg ist, ist immer das Auftauchen eines Gedankens von oben, der vom Schöpfer kommt.

Ist es dieser Glaube, den wir so sehr brauchen, um korrekt in der Spiritualität voranzukommen? Wird die Angst, diesen Gedanken nicht zu empfangen, weil man nicht genügend Anstrengung unternimmt oder irgendetwas uns vom Schöpfer fernhält, Furcht vorm Schöpfer genannt?

Antwort: Die Gottesfurcht ist keine Furcht. Es ist in Wirklichkeit eine Sehnsucht, keine Gelegenheit zu verpassen, Ihm alles zu geben, was man kann. Es gleicht eher der Sehnsucht einer Mutter, die nach allen Mitteln sucht, etwas für ihr Baby zu tun.

[198254]

Zwei Sprachen und ihre Höheren Wurzeln

Frage: Was ist so besonders an der hebräischen und der aramäischen Sprache, das in anderen Sprachen nicht existiert? Wie ergänzen sie sich gegenseitig?

Antwort: Nehmen wir an, dass es möglich wäre, die gesamte Weisheit der Kabbala in die englische Sprache zu übersetzen und sie in dieser Sprache zu erlernen, da es die am weitesten verbreitete Sprache ist, die wir heute benutzen. Es wäre sicher viel einfacher und leichter für alle auf der Welt, da dann grundsätzlich Millionen Menschen die Weisheit der Kabbala lernen könnten.

Das wäre jedoch nicht erfolgreich, weil es eine große Verwirrung zwischen den spirituellen Wurzeln und deren Abkömmlingen gäbe. Es gibt keine Sprache auf der Welt, die mit den höheren spirituellen Wurzeln verbunden ist, außer der Hebräischen und der Aramäischen. Alle Sprachen haben sich in ihrer Entwicklung verändert, außer den beiden.

Wenn jemand aus dem modernen Griechenland jemanden aus dem antiken Griechenland träfe, dann würden sie sich nicht verstehen. Selbst das mittelalterliche und das moderne Französisch sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und so ist es mit allen Sprachen, außer der Englischen, die nicht solche abrupten, revolutionären Veränderungen durchlaufen hat, weil die Briten konservativer sind.

Die hebräische Sprache stammt vollständig von spirituellen Wurzeln ab, daher ist sie unverändert. Wenn wir heute einen Menschen von vor 3000 Jahre träfen und mit ihm sprächen, dann würden wir mit ihm im selben Hebräisch sprechen.

Natürlich würde er Neologismen wie Flugzeug, Hubschrauber, Pistole usw. nicht verstehen. Aber alle Worte aus den spirituellen Wurzeln sind absolut identisch geblieben. Die Sprache und die Grammatik haben sich im Laufe der Zeit nicht verändert.

Wir lesen Bücher, die vor 3000 Jahren geschrieben wurden, z.B. Sefer Yetzira von Abraham, das vor 3500 Jahren geschrieben wurde, die Tora wurde vor 3000 Jahren geschrieben und der Babylonische Talmud vor 2500 Jahren. Nichts hat sich darin verändert. Wir lesen sie und alles ist verständlich.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/24/16

[198775]

Den Menschen bilden

Frage: Tausende Jahre haben Mensch viele Tiere domestiziert. Aber bei einigen besonders grausamen und gefährlichen wurde das nie versucht. Unter ihnen ist ein boshafter Zweibeiner, der sich selbst den unpassenden Namen „Homo Sapiens“ gab. Er vernichtet seine eigene Art in einem Ausmaß, welches bei keinem anderen fleisch- und pflanzenfressenden Bewohnern des Planeten beobachtet wird.

Um einen Menschen zu domestizieren braucht es nur eine Sache: Einander nicht zu töten. Diese Eigenschaft kann sehr einfach erlernt werden durch gute Bildung. Also warum bringt man uns seit dem Tag unserer Geburt durch Filme, Computerspiele, Lieder und Geschichten bei, die eigene Spezies in großem Maßstab zu töten ?

Weil wir auf ein Leben in einer Umwelt mit viel Konkurrenz vorbereitet werden, die sich jederzeit zu einem Krieg ausweiten kann? Diese Kultur nennt man Kapitalismus. Und macht sich jeder, der den Kapitalismus verteidigt, des Mordes mitschuldig?

Meine Antwort: Das Problem ist nicht der Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, keiner der „‑ismusse“ und nicht die Gesellschaft im allgemeinen. Die Wurzel des Problems ist eher die menschliche Natur, die sich stets zum Schlechteren wandelt. Seit wir die Höhlen verließen, verstreuten wir uns über die Erde und gründeten Völker, Gruppen und Klans, formten Staaten und Königreiche. Dies geschah unter dem Einfluss unseres „Egoismus“, der größere Gruppierungen, mehr Subordination und größeren Profit verlangte. Das geschieht nicht, weil wir es so wollen, sondern weil sich unsere Natur so entwickelt – aus dem Inneren.  

Die Natur lehrt uns, wie wir zu handeln haben. Philosophie und alles andere entwickeln sich, nachdem wir anders geworden sind und angefangen haben, über uns selbst zu lernen: was mit uns passiert ist. Die Natur gibt uns Konkurrenzdenken, die Notwendigkeit über einander zu triumphieren und andere zu besiegen. Und wir können nichts dagegen tun.

Wir sehen diese Konkurrenz in kleinen Kindern, wie sie miteinander kämpfen und nichts teilen wollen. Und wir sehen es in allen Beziehungen zwischen Erwachsenen in Gesellschaft, Wissenschaft – in allen Belangen. Besonders tritt dies in Schönheitswettbewerben, sportlichen Veranstaltungen oder bei den Olympischen Spielenes zu Tage. Es blüht bei der Arbeit, im Dienst, im internationalen Handel und Business.

Es ist überall – Konkurrenz und Kampf. Kampf zählt zur Normalität in unserem Leben. Die Beziehung einer Person mit der Bank, dem Chef, dem Leben, der Krankenversicherung, dem Bildungssystem, etc. – all das ist ein Kampf. Wir versuchen nicht, den Prozess aus einem positiven Standpunkt zu verstehen, wie wir unser Leben balancieren und es richtig aufbauen können; sondern wir sehen es als ein Resultat unserer Beziehungen und aus Angst, dass jemand vielleicht das größere Stück bekommt.

Es ist ein schreckliches Leben! Wenn wir es nüchtern betrachten, dann sehen wir, dass es ein ständiger Krieg ist, aber wenigstens ein Krieg, an den wir gewöhnt sind, und kein physischer, bei dem Menschenleben genommen werden. Die richtige Einschätzung von Ereignissen wäre, dass alles von der Natur kommt, die wir nicht ändern können. Wir können nur irgendwie miteinander besser zurechtkommen. Die Natur wird weiterhin die Menschheit in ihrer egoistischen Entwicklung vorwärts treiben.

Deswegen wird eine anti-egoistische Erziehung, über die Psychologen sprechen, der Menschheit nicht weiterhelfen. Nur die Lehre der vernünftigen Interaktion tut es. Wir fangen in kleinem Alter an, setzen ein Kind in einen Kreis und entwickeln langsam die Kenntnis,  dass es nicht „ich“ ist, sondern „wir“. Dieses Training ist sehr ernst. Ich habe es bisher nicht in seiner Reinform in der Psychologie gesehen. Die Kabbalah erklärt die Methode und wir haben sie seit langer Zeit angewandt.

Die Grundlage der Methode ist, dass ein Kind richtig mit einer Gruppe interagiert und versteht, dass in diesem Fall die Gruppe das persönliche „selbst“ darstellt. Gleichzeitig wird es untrennbar ein Teil der Gruppe, der Gesellschaft, es liebt es und es betrachtet es als zu Hause. Es beginnt, alle Mitglieder der Gesellschaft als sich selbst zu sehen. Und das ist die Aufgabe: Beziehungen aufbauen zwischen Menschen, bei denen sich alle als eine Person fühlen. Später, wenn eine Person zu einer anderen Gesellschaft kommt, nimmt sie ihre Gewohnheiten mit. Natürlich ist ein solcher Übergang nicht einfach; es ist wichtig vorher zu lernen wie.

Deshalb wird die richtige Interaktion mit anderen gelehrt, das Gefühl für den Mitmenschen oder einen Freund entsteht; die Wahrnehmung für die Menschen mit ihren Gedanken, Absichten und den Grad der Nähe zwischen ihnen entwickelt sich. Man fängt an, andere als sich selbst wahrzunehmen. Mit jeder anderen Person hat man einen momentanen Kontakt, entweder positiv oder negativ, aber wenigstens versteht man ihn. So wird aus Konkurrenz durch gemeinsame Aktivitäten und durch Partnerschaft mit Freunden Kooperation.

Frage: Entwickelt man ein Verlangen dafür, dass andere Erfolg haben?

Antwort: Das ist ein notwendiges Gefühl, das die gleiche Plattform für eine gute Verbindung schafft, in der man beginnt, das als einzige Wahrheit zu betrachten.

Frage: Aber Sie sagten, dieses Prinzip stünde gegen die menschliche Natur. Wie funktioniert das?

Antwort: Es steht gegen die menschliche Natur, aber es steht im Einklang mit der Erziehung, die der Mensch bisher genossen hat. Und gerade mit Handlungen, die gegen seine Natur gehen, erhebt er sich darüber. Er versteht, dass jetzt eine größere Kraft in seinen Händen liegt als die ablehnende egoistische Kraft. Das ist eine altruistische, anziehende, vereinende Kraft. Wenn diese Kraft dank seiner Anstrengungen anfängt zu dominieren, sieht er dass die zwei Kräfte, die altruistische und egoistische, einander erschaffen; sie sind dazu bestimmt, gemeinsam zu funktionieren wie plus und minus im elektrischen Strom, wie die Pole eines Magneten, wie Elektron und Proton in Materie. Die zwei Kräfte können nicht ohne einander existieren und der Mensch lernt, mit ihnen richtig zu arbeiten.

Das ist der Anfang einer höheren Psychologie. Psychologen können die positive Kraft nicht in unsere Welt bringen. Aber genau das ist unsere Hauptaufgabe, da unsere Welt vollständig auf der negativen Kraft aufbaut, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“ (Traktat  Kiddushin 30b). Das ist die einzige Kraft, die in unserer Welt wirkt. Und sogar die positive Manifestation, die wir sehen, ist aus Konkurrenz heraus geboren.

Die Weisheit der Kabbalah lehrt, wie wir die versteckte positive Kraft in unsere Welt bringen. Wir können sie aufdecken und in unser tägliches Leben bringen. Dann können wir mit den beiden Kräften arbeiten, der Positiven und der Negativen, und dann wird es möglich sein, an uns selbst zu arbeiten.

Frage: Heißt das, dass man sich von Kabbahlisten leiten lassen muss?

Antwort: Es müssen Kabbalisten vereint mit Psychologen sein. Psychologen müssen verstehen, dass sie alleine nicht die Möglichkeiten haben, die Menschen zu verbessern. Das heißt, die Psychologie ist heute ebenfalls in der Krise.

Kabbala Blitz Tipps

Frage: Was bedeutet das hebräische Wort „Babylon“?

Meine Antwort: Babylon stamm von dem Wort „Bavel“, was bedeutet-„vermischen“. Die Rede ist von der Vermischung aller Stämme zu einem Stamm, und anschließend deren Aussiedlung aus dem alten Babylon.

Frage: Ist es für die, die Hebräisch können, einfacher, Kabbala zu studieren?

Meine Antwort: Im Prinzip ja. Aber es spielt keine große Rolle, weil das Erlangen der Höheren Welt von den Anstrengungen abhängt. Ein gewöhnlicher Student, der nur ein wenig Hebräisch versteht, kann sich anstrengen und dadurch die Höhere Welt erklimmen. Andererseits kann irgendein Professor für Linguistik an der Universität in Israel die Kabbala studieren und nichts erreichen.

Frage: Ich habe festgestellt, dass  Menschen mit bestimmten Namen wie Michael, Adam, Rebekka, Sarah oder David mehr nach Spiritualität streben. Warum?

Meine Antwort: Ich glaube nicht, dass Sie Recht haben. Wenn wir eine Statistik der Namen meiner Schüler durchführen, ist es unwahrscheinlich, dass wir viele mit gleichen Namen finden.

Frage: Wie kann man den Sprachencode entschlüsseln? Kann man die Sprache der Tiere und Vögel verstehen?

Meine Antwort: Das weiß ich nicht, mit Tieren spreche ich nicht. Obwohl ich es mein ganzen Leben lang versuche, sie verstehen mich nicht. 

Meinung: Man sagt, Abraham konnte die Sprache der Tiere und Vögel verstehen.

Meine Antwort: Ein Mensch, der die Spiritualität erlangt hat, versteht alles, was auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe geschieht, das heißt den Ausdruck des Egoismus auf diesen Stufen der Natur.

Frage: Welche spirituelle Bedeutung haben die hebräischen Buchstaben?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, worauf sie sich beziehen. Der wichtigste Buchstabe ist der erste im Alphabet: der Buchstabe Alef. Die Buchstaben verlaufen von oben nach unten, von Bina und bis Malchut. 

Frage: Können Buchstaben und Wortkombinationen das Schicksal des Menschen vorprogrammieren, enthalten sie Lebenskraft?

Meine Antwort: Nein. Die Lebenskraft trägt nur der Mensch in sich. Glauben Sie nicht an die Buchstaben und schenken sie ihnen keine große Bedeutung. Meditieren Sie nicht, beten Sie sie nicht an und bitten Sie um nichts. Sie enthalten nichts!

Aus dem russ. Unterricht 10.07.2016

198678

Wer hat den Schöpfer erschaffen?

Frage: Was macht den Schöpfer aus und wer erschuf Ihn?

Antwort: Der Schöpfer entstand wie eine große, warme Mutter aus dem Wunsch zu geben, zu genießen, zu lieben. Niemand erschuf den Schöpfer. Er existiert die ganze Zeit, jenseits von Zeit, Bewegung und Raum. Was von ihm geschaffen wurde, existiert vorübergehend. Jeder von uns kann seinen eigenen Schöpfer haben, bis wir uns vereint haben und erkennen, dass alles eine einzige Kraft ist. Auf diese Weise existiert die Welt.

Wir müssen den Schöpfer entdecken und mit Ihm in direkten Kontakt kommen. Dann werden wir sehen, wer und was Er ist. Die anderen, die einen direkten Kontakt zu Ihm erreicht haben, entdecken, wer und was er ist. In der Verbindung zwischen uns können wir gemeinsam klären, ob es für uns alle derselbe Schöpfer ist oder nicht. Es wird uns klar werden, dass Er Eins ist.

Von KabTV „Nachrichten mit Michael Laitman 30/11/16

(198314)

Wie viele Menschen sind nötig, um die Welt zu korrigieren?

Frage: Der Schöpfer erschuf einen großen Wunsch zu empfangen, der sich auf annähernd sieben Milliarden Menschen, die heute auf der Welt leben, aufteilt. Kann es sein, dass er sich nur in ein paar tausend oder sogar noch weniger Menschen einkleidet, wie Baal HaSulam in seinem Artikel „Die letzte Generation“ schreibt? Macht es irgendeinen Unterschied, wie viele biologische Körper die Korrektur des Wunsches zu empfangen herbeiführen werden? Oder sind zehn Menschen genug?

Antwort: Ja. Das Allerwichtigste ist, dass die zehn Leute den Inbegriff des universellen Egoismus symbolisieren sollten. Mit anderen Worten, der Egoismus der ganzen Menschheit wäre auf diese zehn konzentriert, die sich zusammenfinden, um den Egoismus zu neutralisieren und sich zu einem zusammenhängenden Ganzen zu verbinden. Diesen Zustand nennt man Adam, die eine, gemeinsame Seele.

Verständlicherweise ist es komplizierter und schwieriger, den Egoismus zu korrigieren, wenn er sich nur auf zehn Personen anstelle auf sieben Milliarden aufteilt. Deshalb ruft uns heute die Weisheit der Kabbala auf, zur Korrektur zu kommen.

Nach einem eventuellen Dritten Weltkrieg wäre alles viel schlimmer. Auch wenn ein Krieg Leiden mit sich bringt, so zwingt er doch die Menschen zu Verbindung; die Freiheit der Wahl wäre dennoch gegeben. Wir hätten das Problem, wie wir jedermann zu einer Entscheidung für die Vereinigung bringen. Aus diesem Grund müssen wir uns heute mit der Korrektur beschäftigen.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/10/16

[195359]

Direkt auf das Ziel zugehen

Tora, Deuterononium 13:06: Der Prophet oder Traumseher aber soll mit dem Tod bestraft werden.

Der Mensch kann keiner seiner Eigenschaften und Sinne trauen: Weder Gedanken noch Berechnungen. Er sollte sich annullieren, an die höhere Lenkung anhaften und beginnen, alles von dort zu empfangen. Die Enthüllung der höheren Lenkung geht schrittweise in sein System ein, und nur in diesem Ausmaß kann sich der Mensch der höheren Kraft anpassen. Er ist bereit, mit dem Geben zu arbeiten, und dann mit den Wünschen zu empfangen.

Deshalb steht geschrieben: „Töte den Träumer“ in dir. Er wird dich ständig dazu verleiten, in eine andere Richtung zu gehen. Du solltest alle Eigenschaften, die dich vom Weg abbringen, ausrotten. Träume sind die Basis eines Mangels an Vertrauen in den Schöpfer, in den Glauben über dem Verstand. Schließlich können sich alle Gedanken, alles Wissen und alle Erfahrung sehr schnell ins radikale Gegenteil verwandeln, bis zu einem solchen Ausmaß, dass es kaum zu glauben ist.

Zum Beispiel beweisen bereits die Ergebnisse der modernen Entdeckungen in der Quantenphysik, dass es keine Zeit, keine Bewegung, keinen Raum usw. gibt. Alles in diesem Film geschieht solcherart, dass ein Mensch in seinem Makrokosmos absolut nicht mit dem Mikrokosmos übereinstimmt. Trotzdem muss er zustimmen, weil ihn die Grenzexperimente mit dem Mikrokosmos dazu zwingen.

Er kann diesen Ergebnissen nicht entkommen, und deshalb akzeptiert er sie, obwohl er sie nicht versteht. Und später versucht er, auf logische Weise seinen Verstand den Ergebnissen anzupassen. Er ist jedoch nur teilweise erfolgreich und nur für kurze Zeit. Die Wissenschaftler gelangen langsam in eine Sackgasse und verstehen, dass sie auf diesem Weg nicht mehr weiterkommen. Schließlich können wir uns mit unseren Sinnen keine Ereignisse vorstellen, die außerhalb von Zeit und Raum stattfinden. Wir sind eng miteinander verbunden, obwohl wir Billionen von Lichtjahren voneinander entfernt sind.

Es ist ein schrecklicher Zustand, wenn man das ganze kosmische Bild siehst und es mit dem Irdischen vergleicht: Was haben wir hier mit unserem kleinen Tier namens Egoismus gemacht?
Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 7/13/16

[197784]

Wie können wir zwischen Realität und Illusion unterscheiden?

Frage: Könnte es sein, dass Menschen, die die Höhere Welt erreichen, einfach in einer anderen Illusion leben, die ihnen als Realität erscheint?

Meine Antwort: Nein, Menschen, die die Höhere Welt erreichen, treten aus ihrem Zustand aus, und beginnen, die Welt außerhalb von sich zu empfinden. Dies ist eine Welt, die nicht durch ihre gewöhnlichen Sinne wahrgenommen und durch persönliche Eigenschaften verdreht wird. Deshalb ist das keine Illusion, sondern die echte Wahrnehmung der Wirklichkeit, die tatsächlich außerhalb unserer egoistischen Wahrnehmung existiert.

Die Kabbalisten sagen, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens darin besteht, was uns drängt, nach oben aufzusteigen, und dass wir dann bei korrekter Anwendung die Methode zum Aufstieg in die Höhere Welt finden werden. Dann werden wir unsere Realität von der Seite betrachten. Wir schwimmen im Ego wie im Wasser, und wir sehen unsere Realität nur durch unseren Egoismus. Der Mensch ist lediglich ein Wahrnehmungsorgan von dem, was um ihn herum existiert.

Die Welt ist so angeordnet, dass man in der Lage ist, darin für eine gewisse Zeitspanne zu existieren und dann vom gegenwärtigen Zustand zum nächsten zu gehen, zur höheren Realität, die unabhängig vom menschlichen Ego ist. Indem man sein Ego neutralisiert, beginnt man, aus sich selbst auszutreten und vollkommen objektiv zu werden. Dann gibt es keine Begrenzungen mehr von Zeit, Bewegung und Raum.

Aus der russischen Kabbalalektion 8/18/16

197515