Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Einsamkeit in einer Milliardenmenge  Teil 1

Frage: Einsamkeit ist der Fluch der modernen Gesellschaft. Im Menschen, der von unzähligen Menschenmengen umgeben ist, lebt ein inneres Gefühl der völligen Einsamkeit. Vor allem ist dieses Phänomen unter jungen Menschen verbreitet, und es nimmt an Schwung und Kraft zu.
Jugendliche, die einen halben Tag in der Schule verbringen, umgeben von vielen Menschen, und den zweiten Teil des Tages am Computer sitzen, in den virtuellen sozialen Netzwerken, bei alledem leiden sie unter Einsamkeit.

Eine andere Gruppe, die besonders stark von Einsamkeitsproblemen betroffen ist, sind die älteren Menschen ab 65 Jahren. Aber im Prinzip trifft die Einsamkeit alle Altersgruppen.

Selbst ein kleines Kind, das sich beklagt, dass ihm langweilig ist, bedauert in der Tat, dass es allein ist und niemanden zum spielen hat.
Es ist offensichtlich, dass die Einsamkeit ein rein inneres Gefühl ist, das nichts damit zu tun hat, ob viele Menschen um einen herum sind. Was ist der Grund dafür, dass die Menschen sich einsam fühlen?

Meine Antwort: Das Problem der Einsamkeit begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufzutreten, und sie wuchs mehr und mehr, weil die Menschheit den Zenit der Entwicklung erreichte.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch die „lineare“ Entwicklung seiner egoistischen Natur, die über Tausende von Jahren andauerte, vollendet. Das lineare Wachstum des Egoismus ist beendet, und die Welt ist integral, global, zu einem kleinen Dorf geworden, wo alle voneinander abhängig sind.
Die Entwicklung trug dazu bei, dass man heute einfach von einem Ende der Welt zum anderen fliegen kann. Früher waren die Menschen nur wegen Business und Handel unterwegs. In der modernen Welt fahren, fliegen, bewegen sich alle irgendwohin. Es scheint unrealistisch, sich dabei einsam zu fühlen? Der Tourismus ist das am weitesten entwickelte und leistungsfähigste Unternehmen in der Welt und zugleich bleibt der Mensch einsam.

Vielleicht ziehen wir deswegen die ganze Zeit umher, weil wir hoffen, dadurch diese innere Sehnsucht, dieses innere Verlangen zu betäuben? Aber das passiert nicht. Umgekehrt, der Tourist kommt in ein fremdes Land, um sich noch mehr von allen anderen zu trennen.
Scheinbar begibt man sich auf eine Reise, um die Welt zu sehen, andere Länder kennen zu lernen. Aber wohin man auch geht, bleibt man immer allein, fühlt man sich noch einsamer als zu Hause. Dies ist ein Paradox, ein Widerspruch, dass die Welt in der äußeren Form immer mehr verbunden ist, und innerlich immer individualistischer und voneinander getrennt ist.
Und genauso sind die Menschen voneinander abhängig, beim Business und in der Arbeit, beim gegenseitigen kulturellen Einfluss, aber niemand profitiert davon persönlich, oder hat dazu einen Mangel oder einen Wunsch.
Der Egoismus wächst in einer Person auf individuelle Weise, aber die Welt um ihn herum bildet ein globales System. Es entsteht eine Trennung  zwischen einer ganzheitlichen, wechselseitig verbundenen Welt, und den Menschen, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Im Gegenteil, der Egoismus wächst in ihnen und verwandelt sie in immer größere Individualisten.

So sehen wir, dass der moderne Mensch diese Welt nicht annehmen will, und die Welt akzeptiert den Menschen nicht. Wir passen einfach nicht in den Rahmen, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die Natur will, dass wir zusammen sind, verbunden durch gute Beziehungen. Aber wir wollen das nicht.
Die Welt kann uns einfach mit allem, was wir  brauchen, versorgen: Lebensmittel, Kleidung, Medizin, Unterkunft – alles was man will. Aber wir wollen uns nicht verbinden, was die Welt von uns einfordert, jeder will für sich bleiben. Früher konnte die ganze Familie in einem Raum leben und mehrere  Familien in einem Haus. Junge Paare lebten bei den Eltern. Aber heute muss jeder ein eigenes Zimmer haben, jeder Erwachsene und jedes Kind.

Und moderne Technologien fördern diesen Trend (selbstverständlich arbeiten sie für den Verbraucher). Daher hat jeder eine persönliche Handy-Nummer und eine persönliche E-Mail-Adresse.
Der Egoismus, der sich im Innern des Menschen entwickelt und ihn zunehmend von den anderen isoliert, zwingt ihn darüber nachzudenken, was er damit tun soll? Denn unser Wunsch zu genießen will Erfüllung, die man nur für sich selbst nicht erreichen kann.

Aus dem 846. Gespräch über ein Neues  Leben vom 04.04.2017

[#207218]

Generationskonflikt Teil 3

Frage: Aus welchen Gründen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Gibt es solche Dinge, die nicht von Zeit und Alter abhängen?

Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist nicht von der Zeit abhängig. Der ganze Rest ist befristet. Nur die Seele kann sich gemeinsam zwischen den verschiedenen Generationen befinden, da hier wirklich einer für alle gilt. Für die Seele ist es egal, welcher Generation du angehörst: Babyboomer, X, Y, Z oder A.

Die Seele wird für alle zukünftigen Generationen immer die eine sein; sie ist höher als die Zeit und höher als Leben und Tod. Die Seele wird in allen Generationen, aus der Zeit der Dinosaurier, sogar des Urknalls, als wir in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten, bis heute und bis zum Ende der Korrektur, allen gemeinsam sein. Darum gibt es nur in der Entwicklung der Seele ein gemeinsames Interesse oder eine Grundlage, auf der wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und einander brauchen.

Frage: Bedeutet das, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, was alle Generationen zusammenführt? Aber was ist die Seele und wie entwickelt man sie?

Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen eines Menschen, sich nicht in sich selbst zu spüren, sondern außerhalb von sich selbst. Solch ein Verlangen kann in euch entwickelt werden, indem ihr in einer Gruppe arbeitet, welche die Methode der Kabbala nutzt, die euch erlaubt, euch über euren eigenen Egoismus zu erheben. Dann werde ich die Welt nicht, wie ich es sonst wahrnehme, verzerrt von meinem Egoismus her sehen, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich passiere sie, wie durch einen Filter durch eine kleine Gruppe und beginne die Welt so zu sehen, wie sie nicht durch meine Selbstsucht getrübt wird. Das ist eine völlig andere Wirklichkeit, die spirituelle Welt genannt wird. Meine Seele ist die Wahrnehmung der spirituellen Welt.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln, über seinem Egoismus zu stehen. Egoismus ist der Wunsch, alles in mir aufzunehmen, was mich daran hindert, die Welt außerhalb von mir zu fühlen.

Frage: Es stellt sich heraus, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in zwei Bereiche unterteilt ist. Einer ist äußerlich und ist nur eine materielle Sicherheit: Kinder füttern, sie ankleiden und alles Notwendige für ihre Existenz zu liefern. Es gibt aber auch noch eine innere Verbindung, welche das Materielle übersteigt. Gibt es in diesem inneren Bereich keinen Abstand zwischen den Generationen?

Antwort: Wir treffen uns alle außerhalb der spirituellen Welt, jenseits des anti -egoistischen Filters. Wir verlassen alle unsere kleinlichen, egoistischen Launen, die sich auf der tierischen Stufe und auf der Stufe der Menschen dieser Welt befinden. Die tierische Stufe ist das Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. All das lassen wir zurück und es bleiben nur die Verlangen der Seele zurück.

 

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

[206208]

Der Kampf um Unabhängigkeit vom Egoismus


Wir müssen verstehen, was Unabhängigkeit für Israel bedeutet, weil es sich radikal von dem unterscheidet, was die Unabhängigkeit auf anderen Ebenen ist: der unbelebten, vegetativen, belebten und sogar der Ebene unter anderen Nationen der Welt.

Letztendlich muss die gesamte Menschheit die Unabhängigkeit im Verständnis Israels erreichen, weil diese Gruppe das Programm der Korrektur für die ganze Welt vornimmt, sowohl auf der vorbereitenden als auch auf der praktischen Stufe.

Daher sollte die Unabhängigkeit für diese Gruppe als der zukünftige Zustand der Unabhängigkeit für die ganze Welt angesehen werden. Und heute spürt man es besonders, wie sehr die Welt dieses braucht. Um zu verstehen, was Unabhängigkeit bedeutet, brauchen wir zuerst die Erfahrung, was es heißt, ein Sklave unseres eigenen Wunsches nach Genuss zu sein. Nach und nach wird den Menschen bewusst, dass uns unsere egoistische Natur in der Knechtschaft hält und uns gnadenlos benutzt und davon abhält, zu leben oder zu sterben. Als erbärmlich zerschlagene Kreaturen verbringen wir uns ganzes Leben und versuchen einfach, Leiden zu vermeiden. Kleine Freuden werden als glückliches Leben angesehen.

Darum müssen wir verstehen, dass Unabhängigkeit in erster Linie die Unabhängigkeit von unserer Natur, unserem Egoismus, bedeutet. Dieser Typ Unabhängigkeit hat Stufen. Anstatt unter der Kontrolle des Egoismus zu sein, müssen wir unter die Kontrolle einer neuen Kraft kommen, weil es unmöglich ist, ohne eine animierende Kraft zu sein, mit der man sein Leben kontrolliert. Aber wir müssen diese Kraft selbst wählen und sie vor allen anderen Möglichkeiten vorziehen.

So hat die Unabhängigkeit eine sehr breite und erhabene Bedeutung, in sich alle Realität einschließend.  Letzten Endes ist die Unabhängigkeit nur dem Schöpfer innewohnend, und wenn wir wirklich Unabhängigkeit erreichen wollen, dann müssen wir zu Seinem Zustand, Seinem Niveau, Seiner Natur aufsteigen. Diese Art Unabhängigkeit ist nicht leicht zu erreichen. Schließlich müssen wir nicht nur zur Natur des Gebens übergehen, sondern sie auch über unserer egoistischen Natur aufbauen.

Deshalb müssen wir, wenn wir die Unabhängigkeit erreichen wollen, zu einem unaufhörlichen Kampf mit unserem Egoismus bereit sein bis zum Ende der Korrektur. Wir können unsere Unabhängigkeit nur im Gegensatz zum Egoismus erreichen, weil einer dem anderen gegenüber steht: Unabhängigkeit gegen Sklaverei. Egal, welchen Zustand eine Person erlebt, es muss sich so anfühlen wie der Auszug aus Ägypten oder vor dem Auszug stehend.

Wir müssen das sehr ernst nehmen, denn, wenn wir geistig wachsen wollen, wird es erhebliche Kämpfe in uns gegen die Kräfte der Trennung geben, wie unser Egoismus offenbart wird. Diese Kräfte werden konstant wachsen und auf verschiedenen Wegen einen Keil zwischen uns treiben, um Konflikte zwischen uns hervorzurufen. Und über all diese Phänomene hinaus werden wir uns vereinen müssen.

In erster Linie müssen wir verstehen, dass das Einzige, was uns an der Unabhängigkeit hindert, die Sklaverei ist. Daher ist es unmöglich, Freiheit zu erlangen, ohne vorher Ägypten betreten zu haben. Vor diesem Dilemma steht Israel, die der ganzen Menschheit das Beispiel der Unabhängigkeit, der Einheit und der Korrektur wird zeigen müssen. Und danach werden alle Nationen das gleiche erreichen.

Daher feiern wir den Unabhängigkeitstag noch nicht, sondern vielmehr die Gelegenheit, sie zu erreichen!

 

Aus der Lektion: „Unabhängigkeitstag“

[206120]

Kabbala Akademie

Warum sollen sich Egoisten verbinden?


Frage: Warum sollen sich Egoisten verbinden?

Meine Antwort: Wir verbinden auf keinen Fall Egoisten. Wir verbinden in kleinen Gruppen nur die Menschen, die „einen Punkt im Herzen“ haben. Die bereit sind, den Sinn des Lebens zu suchen und die Zeit und Mühe dafür opfern, ihn zu finden. Denn sie fühlen sich schlecht ohne die Erkenntnis, wozu sie leben.
Diese Menschen ziehen wir heran, schaffen für sie kleine Kreise – sogenannte „Zehner“, und geben ihnen die Methode, die hilft, sich innerhalb der Zehner so zu annullieren und zu verbinden, dass sie den Schöpfer untereinander spüren können.
Der Zehner ist ein Sensor, ein neues spirituelles Sinnesorgan, in dem sie die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, was Schöpfer heißt, spüren können.
Und alle anderen Menschen bedrängen und zwingen wir nicht. Wir  wollen nur, dass sie wissen: alle Probleme unter uns und auf der ganzen Welt bestehen nur wegen der Abwesenheit der Verbindung.
Diesen Menschen erzählen wir nichts über höhere Welten und die Höhere Kraft, sondern erklären einfach, dass und wie sie sich richtig organisieren sollen, und dann wird die Welt besser. Im anderen Fall ist die Welt voller Menschen, die sich gegenseitig vernichten werden. 
Das ist unser Ziel – Zehnergruppen aus Menschen zu bilden, die nach dem Sinn des Lebens fragen und danach streben, ihn  zu erreichen. Und die anderen Menschen sollen sich einfach in guten Vereinigungen versammeln, damit sie ständig lernen können, wie sie darin gute Lebenszustände erreichen können, nicht mehr. Denn in ihnen ist der spirituelle Wille noch nicht geboren. Aber die, die schon einen Wunsch zum Spirituellen, d.h. einen Punkt im Herzen spüren, sollen zu uns kommen.

Aus dem Unterricht in russischer Sprache vom 18.12.2016
[#205796]

Alles offenbart sich in der Einheit

Frage: Auf welche Weise wird unsere Verbindung zur Grundlage für die Offenbarung der spirituellen Stufen?

Antwort: Jede Stufe ist eine Welt, die du wahrnimmst. Die Welt, welche aus der Verbindung zwischen allen Seelen gewebt ist. Die Grundverbindung, welche aus der Welt der Unendlichkeit entsteht, verminderte sich nach und nach bis sie zersprang und in unserer Welt völlig zerbrochen wurde. Von hier aus beginnen wir wieder mit dem Aufsteigen auf dieselbe Stufen der Verbindung. Du muss nur diese Verbindung offenbaren. 

Das „Material“ für die Seelen ist das Verlangen zu empfangen, und die Verbindung zwischen ihnen ist dieses System, welches wir erforschen. Die Zehn Sefirot, die spirituellen Parzufim, sind nur die unterschiedlichen Arten der Wechselwirkung der Seelen zwischen einander. 

Im Grunde genommen entsteht daraus ein Ganzes, wenn wir zur Welt Malchut der Welt der Unendlichkeit aufsteigen und alle diese Verbindungen mit Geben durchdringen, ohne jegliche Grenzen und Mängeln. Dann verschwindet der Widerstand in den Übergängen zwischen uns und die Verbindung wird mit unendlichen Geschwindigkeit realisiert. Das ist der Zustand der Unendlichkeit.

Die Verschmelzung bedeutet, dass das, was ich habe auch du augenblicklich besitzt und umgekehrt. Solche Kommunikation ist grenzenlos, sie ist nicht durch Zeit und den Widerstand des Egoismus begrenzt. „der Widerstand“ zwischen uns verschwindet und unsere Verlangen agieren frei in ihrem vollen Volumen miteinander. 

Frage: Wie muss sich das während der Seminare offenbaren?

Antwort: Unsere Verschmelzung während der Seminare ist eine Anstrengung. Wir möchten miteinander so eng verschmelzen, wie wir uns nur vorstellen können. Damit jeder dabei  das Gefühl des „Ichs“ verliert und wir ein einzelnes Verlangen spüren, eine Absicht, ein Ganzes. Aus diesen Bedingungen heraus, aus dem Punkt der Einheit überlegen wir uns die Lösung der Frage, die uns der Lehrer gestellt hat. Die Antwort verbirgt sich genau dort, in der Verbindung.

Dazu streben wir während des Seminars an, mithilfe der Verbindung die Antwort zu finden. Jedes Mal während der Suche nach der Lösung möchten wir sie genau dank der Verbindung finden, ohne jegliche Logik anzuwenden. Wir werden dabei nicht die Worte der Kabbalisten logisch überprüfen und analysieren.

Ohne Verbindung macht es keinen Sinn, sich in einen Kreis zu setzen. Wozu brauchen wir dann den Kreis? Für ein kluges Gespräch oder eine wissenschaftliche Diskussion? Nein, unsere Aufgabe ist nur, zwischen uns die Verbindung zu realisieren auf dem Niveau der Gefühle, damit diese Verbindung neue Eigenschaften erschafft. Dann wirst du in der gemeinsamen Wahrnehmung die Lösung sehen. 

Das Seminar ist dazu da, um ein gemeinsames Gefäß zu erschaffen, welches zu einer höheren Stufe gehört. Wir versuchen mit aller Kraft, sie zu erreichen. Wenn wir aber keine Lösung finden, haben wir versagt. Es ist sinnlos, während des Seminars an die Verbindung zu erinnern, denn sie muss zu einer grundsätzlichen Einstellung werden.

Aus dem Unterricht nach Rabasch Artikeln, 13.07.2012

[#83843]

Zu einer neuen Gesellschaftsordnung

Frage: Sie sagten, dass die körperliche Welt keinen Kabbalisten interessiert. Kann ein Kabbalist gleichgültig dem gegenüber sein, was in der körperlichen Welt, in der er vorübergehend lebt, geschieht?

Antwort: Tatsache ist, dass die physische Welt eine Konsequenz unseres Verhaltens ist. Wir können unser Verhalten nur mit Hilfe der spirituellen Welt verändern. Aus diesem Grund sind alle menschlichen Versuche, etwas in dieser Welt zu tun, nutzlos. Es geht alles auf die Art und Weise zurück, wie es vorher war. Wir machen immer die gleichen Fehler und als Resultat erhalten wir die selben Schläge. Es wäre besser, wenn wir gar nichts tun würden. Das Beste für einen Menschen ist es, sich nur in seiner spirituellen Entwicklung zu engagieren. Deshalb ist diese Welt für die Kabbalisten uninteressant. Sie ist eine Art Reflexion ihres Fortschritts. Baal HaSulam schreibt, dass wir zu einer kommunistischen Gesellschaft werden. Nicht in der Art wie die Methoden von Lenin und Marx, sondern zu einer wirklichen, egalitären und gerechten Gesellschaft.

Diese Gesellschaft ist nicht das eigentliche Ziel, sondern sie ist ein Spiegelbild des inneren Zustands der Menschen, die auch in Zukunft auf dieser Welt leben werden. Die Beziehungen zwischen ihnen ermöglichen es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen ebenbürtiger und sich näher sind, da das höhere Licht sie mehr und mehr beeinflussen und zu einer einheitlichen Struktur verbinden wird. Marx sah das genau vor sich; die Menschheit wird unweigerlich dazu zurückkehren. Er schrieb über eine neue Gesellschaft und verwies dabei nicht auf Russland oder irgendein anderes Land. Er glaubte an eine solche zukünftige Gesellschaft, da dies der natürliche Verlauf unserer Evolution ist; die Evolution führt uns dazu. Es stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Dazu braucht man kein Prophet zu sein. Man muss nur den Verlauf unserer Evolution richtig verstehen.

Aus der russischen Kabbala Lektion, 1/1/17

(201963)

Gibt es den Teufel?

Frage aus Facebook: Gibt es Satan oder ist er eine Erfindung?

Antwort: Er ist die egoistische Kraft des Menschen. In der Weisheit der Kabbala wird viel darüber gesagt. In der Tora und im Buch Sohar leitet sich das Wort „Satan“ von dem Wort „Sotah“ (Abweichung), „Masit“ (Ablenkung), ab. Es lenkt einen Mensch vom richtigen Weg ab. Diese Kraft lebt in allen und man kann sie unmöglich loswerden. Es gibt keine „chirurgische Operation“, die helfen wird. Es gibt viele unterschiedliche Manifestationen des Egoismus und die Kraft, die uns von einer guten Verbindung zwischen uns ablenkt, heißt Satan.

Frage: Wie kann man sich da helfen?

Antwort: Es geht nur, wenn wir unsere Kommunikation über dem Egoismus aufbauen. Diese egoistische Kraft besteht ständig und wird immer wieder Zwietracht zwischen uns säen. Wenn es die Menschen aber eines Tages schaffen, sich zu verbinden, wird der satanische Unfug zu unseren guten Handlungen, die dann wachsen, hinzugefügt. Dank der Tricks des Ego werden wir uns selbst zwingen, uns näher zu kommen. Aus diesem Grund wird Satan zu einer guten Kraft werden. Letztlich hilft uns das Verständnis des richtigen Zusammenspiels der Kräfte.

Von Kab TV  „Neues mit Michael Laitman“, 30/1/17

(202176)

Auge um Auge, und wo ist die Liebe?

Frage aus Facebook: Was ist die Bedeutung von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“?  

Antwort: Das bedeutet, dass wir zwischen den Menschen korrekte Beziehungen auf der Ebene der Natur (der egoistischen Ebene), etablieren müssen.

Einerseits sollten wir überhaupt nichts berücksichtigen außer der Gleichheit, wenn die Kraft der Handlung eine gleiche, entgegengesetzte Kraft verursacht. Andererseits, wenn alle Menschen auf der Welt einander entgegengesetzt sind, dann gibt es ein Verständnis darüber, dass das System der Verbindung höher sein muss als ihre Natur.

Die Weisheit der Kabbala hilft dem Menschen, die Eigenschaft der Verbindung jenseits des Egoismus zu erwerben. Das nennt man „Glaube über dem Verstand“ oder „Die Liebe bedeckt alle Übertretungen“. Die Liebe löscht nichts aus. Wir sehen alle Unreinheiten und alle Probleme zwischen uns, in welchem Ausmaß jeder dem anderen entgegengesetzt ist und wie verschieden der eine vom anderen ist. Das ist uns von der Natur gegeben worden! Aber indem wir uns anstrengen, bauen wir eine Brücke einer ganz anderen Art der Verbindung über allem, und wir verstehen, wer wir sind.

Die Weisheit der Kabbala bietet uns eine Methode, die man die „Mittlere Linie“ nennt, und die uns hilft, dies zu tun. Wenn wir über die Welt nachdenken, über ein normales Leben, und über gute, gegenseitige Beziehungen unter uns, dann können wir das nur mit dieser Methode erreichen.
Aus KabTV “Neues mit Michael Laitman” 1/30/16[202110]

Wofür der Schöpfer bestraft

Frage (aus Facebook): Wenn der Schöpfer alles regelt, warum sollte ein Mensch dann bestraft werden? Schließlich hat er keine Freiheit in seinem Handeln.

Antwort: Wenn der Schöpfer alles regelt, haben wir anscheinend nichts zu tun. Er wird an alles denken und wir können es uns so bequem wie möglich machen, warten und schauen, was später passieren wird. Aber uns wurde der Egoismus gegeben, der dem Schöpfer entgegengesetzt ist. Wir müssen ihn ändern, so dass man Ihm gleichen wird. Das ist unsere Arbeit. Wenn wir uns damit beschäftigen, werden wir gute Antworten vom Schöpfer erhalten. Und wenn nicht, werden wir von Ihm bestraft und dazu gezwungen. Das ist das ganze Managementsystem.

Der Schöpfer führt uns dazu, zu verstehen, wo wir sind, was funktioniert, was uns beeinflusst und was von uns erwartet wird. Aber wir müssen ebenfalls, jeder einzelne von uns, mit Ihm als Partner zusammenarbeiten – Er und ich. Also müssen wir uns vorstellen, dem Schöpfer gegenüber zu stehen; und Er beeinflusst uns, indem Er unsere Gedanken und unsere Entwicklung fördert.

Alles, was wir sagen, denken und fühlen, kommt von Ihm. Aber Er erwartet auch eine eigene Antwort von uns. Obwohl Er auch derjenige ist, der die Antworten herbeiruft, müssen wir das verstehen und uns mit Ihm verbinden. Dann werden neue Zustände in unserem Leben enthüllt werden und wir werden erkennen, wie das Leben ruhiger, bequemer, ausgeglichener und sicherer wird. Das Einzige, was wir brauchen, ist in direkten Kontakt zum Schöpfer zu kommen.

Das ist etwas, das wir tun können

Aus KAbTV “News with Michael Laitman” 11/30/16

[198310]

Den Menschen bilden

Frage: Tausende Jahre haben Mensch viele Tiere domestiziert. Aber bei einigen besonders grausamen und gefährlichen wurde das nie versucht. Unter ihnen ist ein boshafter Zweibeiner, der sich selbst den unpassenden Namen „Homo Sapiens“ gab. Er vernichtet seine eigene Art in einem Ausmaß, welches bei keinem anderen fleisch- und pflanzenfressenden Bewohnern des Planeten beobachtet wird.

Um einen Menschen zu domestizieren braucht es nur eine Sache: Einander nicht zu töten. Diese Eigenschaft kann sehr einfach erlernt werden durch gute Bildung. Also warum bringt man uns seit dem Tag unserer Geburt durch Filme, Computerspiele, Lieder und Geschichten bei, die eigene Spezies in großem Maßstab zu töten ?

Weil wir auf ein Leben in einer Umwelt mit viel Konkurrenz vorbereitet werden, die sich jederzeit zu einem Krieg ausweiten kann? Diese Kultur nennt man Kapitalismus. Und macht sich jeder, der den Kapitalismus verteidigt, des Mordes mitschuldig?

Meine Antwort: Das Problem ist nicht der Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, keiner der „‑ismusse“ und nicht die Gesellschaft im allgemeinen. Die Wurzel des Problems ist eher die menschliche Natur, die sich stets zum Schlechteren wandelt. Seit wir die Höhlen verließen, verstreuten wir uns über die Erde und gründeten Völker, Gruppen und Klans, formten Staaten und Königreiche. Dies geschah unter dem Einfluss unseres „Egoismus“, der größere Gruppierungen, mehr Subordination und größeren Profit verlangte. Das geschieht nicht, weil wir es so wollen, sondern weil sich unsere Natur so entwickelt – aus dem Inneren.  

Die Natur lehrt uns, wie wir zu handeln haben. Philosophie und alles andere entwickeln sich, nachdem wir anders geworden sind und angefangen haben, über uns selbst zu lernen: was mit uns passiert ist. Die Natur gibt uns Konkurrenzdenken, die Notwendigkeit über einander zu triumphieren und andere zu besiegen. Und wir können nichts dagegen tun.

Wir sehen diese Konkurrenz in kleinen Kindern, wie sie miteinander kämpfen und nichts teilen wollen. Und wir sehen es in allen Beziehungen zwischen Erwachsenen in Gesellschaft, Wissenschaft – in allen Belangen. Besonders tritt dies in Schönheitswettbewerben, sportlichen Veranstaltungen oder bei den Olympischen Spielenes zu Tage. Es blüht bei der Arbeit, im Dienst, im internationalen Handel und Business.

Es ist überall – Konkurrenz und Kampf. Kampf zählt zur Normalität in unserem Leben. Die Beziehung einer Person mit der Bank, dem Chef, dem Leben, der Krankenversicherung, dem Bildungssystem, etc. – all das ist ein Kampf. Wir versuchen nicht, den Prozess aus einem positiven Standpunkt zu verstehen, wie wir unser Leben balancieren und es richtig aufbauen können; sondern wir sehen es als ein Resultat unserer Beziehungen und aus Angst, dass jemand vielleicht das größere Stück bekommt.

Es ist ein schreckliches Leben! Wenn wir es nüchtern betrachten, dann sehen wir, dass es ein ständiger Krieg ist, aber wenigstens ein Krieg, an den wir gewöhnt sind, und kein physischer, bei dem Menschenleben genommen werden. Die richtige Einschätzung von Ereignissen wäre, dass alles von der Natur kommt, die wir nicht ändern können. Wir können nur irgendwie miteinander besser zurechtkommen. Die Natur wird weiterhin die Menschheit in ihrer egoistischen Entwicklung vorwärts treiben.

Deswegen wird eine anti-egoistische Erziehung, über die Psychologen sprechen, der Menschheit nicht weiterhelfen. Nur die Lehre der vernünftigen Interaktion tut es. Wir fangen in kleinem Alter an, setzen ein Kind in einen Kreis und entwickeln langsam die Kenntnis,  dass es nicht „ich“ ist, sondern „wir“. Dieses Training ist sehr ernst. Ich habe es bisher nicht in seiner Reinform in der Psychologie gesehen. Die Kabbalah erklärt die Methode und wir haben sie seit langer Zeit angewandt.

Die Grundlage der Methode ist, dass ein Kind richtig mit einer Gruppe interagiert und versteht, dass in diesem Fall die Gruppe das persönliche „selbst“ darstellt. Gleichzeitig wird es untrennbar ein Teil der Gruppe, der Gesellschaft, es liebt es und es betrachtet es als zu Hause. Es beginnt, alle Mitglieder der Gesellschaft als sich selbst zu sehen. Und das ist die Aufgabe: Beziehungen aufbauen zwischen Menschen, bei denen sich alle als eine Person fühlen. Später, wenn eine Person zu einer anderen Gesellschaft kommt, nimmt sie ihre Gewohnheiten mit. Natürlich ist ein solcher Übergang nicht einfach; es ist wichtig vorher zu lernen wie.

Deshalb wird die richtige Interaktion mit anderen gelehrt, das Gefühl für den Mitmenschen oder einen Freund entsteht; die Wahrnehmung für die Menschen mit ihren Gedanken, Absichten und den Grad der Nähe zwischen ihnen entwickelt sich. Man fängt an, andere als sich selbst wahrzunehmen. Mit jeder anderen Person hat man einen momentanen Kontakt, entweder positiv oder negativ, aber wenigstens versteht man ihn. So wird aus Konkurrenz durch gemeinsame Aktivitäten und durch Partnerschaft mit Freunden Kooperation.

Frage: Entwickelt man ein Verlangen dafür, dass andere Erfolg haben?

Antwort: Das ist ein notwendiges Gefühl, das die gleiche Plattform für eine gute Verbindung schafft, in der man beginnt, das als einzige Wahrheit zu betrachten.

Frage: Aber Sie sagten, dieses Prinzip stünde gegen die menschliche Natur. Wie funktioniert das?

Antwort: Es steht gegen die menschliche Natur, aber es steht im Einklang mit der Erziehung, die der Mensch bisher genossen hat. Und gerade mit Handlungen, die gegen seine Natur gehen, erhebt er sich darüber. Er versteht, dass jetzt eine größere Kraft in seinen Händen liegt als die ablehnende egoistische Kraft. Das ist eine altruistische, anziehende, vereinende Kraft. Wenn diese Kraft dank seiner Anstrengungen anfängt zu dominieren, sieht er dass die zwei Kräfte, die altruistische und egoistische, einander erschaffen; sie sind dazu bestimmt, gemeinsam zu funktionieren wie plus und minus im elektrischen Strom, wie die Pole eines Magneten, wie Elektron und Proton in Materie. Die zwei Kräfte können nicht ohne einander existieren und der Mensch lernt, mit ihnen richtig zu arbeiten.

Das ist der Anfang einer höheren Psychologie. Psychologen können die positive Kraft nicht in unsere Welt bringen. Aber genau das ist unsere Hauptaufgabe, da unsere Welt vollständig auf der negativen Kraft aufbaut, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“ (Traktat  Kiddushin 30b). Das ist die einzige Kraft, die in unserer Welt wirkt. Und sogar die positive Manifestation, die wir sehen, ist aus Konkurrenz heraus geboren.

Die Weisheit der Kabbalah lehrt, wie wir die versteckte positive Kraft in unsere Welt bringen. Wir können sie aufdecken und in unser tägliches Leben bringen. Dann können wir mit den beiden Kräften arbeiten, der Positiven und der Negativen, und dann wird es möglich sein, an uns selbst zu arbeiten.

Frage: Heißt das, dass man sich von Kabbahlisten leiten lassen muss?

Antwort: Es müssen Kabbalisten vereint mit Psychologen sein. Psychologen müssen verstehen, dass sie alleine nicht die Möglichkeiten haben, die Menschen zu verbessern. Das heißt, die Psychologie ist heute ebenfalls in der Krise.