Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Ende der Ära des Egos

Das Ego war groß, solange es uns diente. Der Wunsch nach Macht, Wissen und Reichtum trieb die Zivilisation an, ihre eigenen Grenzen zu erneuern, zu erschaffen und herauszufordern. Dank des Egos leben wir heute länger, führen ein leichteres Leben und beschäftigen uns viel mehr mit der Verwirklichung unserer Träume, als mit dem Überleben.

Doch in den letzten Jahrzehnten ist das menschliche Ego überproportional gewachsen. Es arbeitet nicht mehr zu unseren Gunsten; es ist giftig und schädlich geworden. Heute macht uns das Ego intolerant gegenüber anderen Ansichten, es nutzt andere Menschen und die gesamte Natur aus und missachtet den Ruin, den wir unseren Kindern hinterlassen. Tatsächlich werden in einigen Ländern sogar Kinder zu einer Seltenheit, da die Menschen die Kindererziehung als eine nicht lohnenswerte Aufgabe ansehen.

Durch solche unnatürlichen Tendenzen und durch übermäßige Selbstliebe zerstört das Ego den Planeten und die Gesellschaft, in der wir leben, und sogar unseren eigenen Körper. Mit einem Wort, das Ego tötet uns.

Heute sagt das Ego vielen Menschen, dass sie keine Gesichtsmasken tragen sollen. Aber was könnte in Zeiten einer globalen Pandemie für uns alle ruinöser sein, als die Vorschriften zur Vermeidung einer Ansteckung nicht zu befolgen? Doch der Egoismus macht uns blind für die Tatsache, dass er unser Leben und das Leben unserer Lieben im Namen einer vorgetäuschten Freiheit riskiert, während in Wahrheit das Ego der Herr ist und wir seine Sklaven.

Nehmen wir zum Beispiel den Nationalismus als eine klassische Form des Egoismus an. Er verleitet uns dazu, eine Kampagne gegen andere Länder zu starten. Wenn wir sie verwüstet haben, sehen wir, dass wir wieder nur vom Ego benutzt worden sind. Und so enden wir gebrochen, unterdrückt und hoffnungslos. 

Es ist an der Zeit, der Ära des Egos ein Ende zu setzen. Es ist Zeit zu erkennen, dass wir keine Feinde haben, wenn wir den Kopf heben und uns gegenseitig anschauen und uns in die Arme schließen. Jeder Mensch, der anders ist als ich, zeigt mir etwas, was ich alleine nie sehen könnte. Wir zeigen uns gegenseitig neue Schönheit, lehren neue Ideen und führen neue Denkweisen ein. Es ist die Vielfalt, die die Welt, in der wir leben, schön macht, und es ist die Vielfalt, die sie am Leben erhält.

Selbst die extremsten Ansichten dürfen nicht zerstört werden. Sie sind extrem, weil es auch ihr entgegengesetztes Extrem gibt, und zusammen erlauben sie uns, Gut von Böse zu unterscheiden. Ohne Gegensätze wären wir nicht in der Lage, uns zu entwickeln.

Wenn wir versuchen, sie zu vernichten, werden sie nur unter der Oberfläche wachsen und unsere ganze Gesellschaft befallen. Dann werden sie gefährlich. 

Dieselbe Natur, die die Welt regiert, in der wir leben, schafft die bizarrsten Phänomene in der Menschheit. Und so wie sie keine Fehler macht, wenn sie Bäume schafft, macht sie auch keine Fehler, wenn sie verschiedene Menschen schafft. Wir sind diejenigen mit den falschen Perspektiven. Wir sind diejenigen, die denken, dass eine Sichtweise gut ist, solange sie meine ist. Da wir nicht sehen können, dass in der Natur nichts einheitlich ist, sondern die Vielfalt herrscht, und wir dank ihr gedeihen können. 

Aber jetzt, da die Natur gezeigt hat, wie die Menschheit sein kann, können wir uns über das Ego erheben und somit die Ära des Egos beenden. Anstelle des Egos ist es an der Zeit, dass wir das Zeitalter der gegenseitigen Fürsorge einleiten.

Foto von Jose Antonio Gallego Vázquez von Pexels

Verantwortung für die Erziehung von Kindern

Frage: Wer ist Ihrer Meinung nach für die Erziehung eines Menschen verantwortlich: Familie, Schule, Umgebung? Was ist die einzelne Rolle dieser Elemente?

Antwort: Die Hauptrolle bei der Erziehung des Menschen spielen die Eltern.

Eltern haben die Verantwortung, sich um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern, es geht nicht anders. Ganz gleich, wie sehr der Staat Aufsichtspersonen und Lehrer einsetzen würde, es kann niemand dem Kind diese instinktive Liebe bieten.

Bemerkung: Unter modernen Bedingungen verbringt das Kind wenig Zeit zu Hause. Ein Mensch wird daher quasi von seiner Umgebung, Schule, Arbeit erzogen.

Antwort: Wir haben unsere Welt selbst so gestaltet. Das ist es, was wir jetzt haben! Unser Egoismus ist so aufgebaut, dass wir uns so bald wie möglich von unseren Kindern trennen wollen.

Es dauert 15-20 Jahre bis die Kinder wissen, dass sie ihr Zuhause verlassen müssen. Die Eltern sind bereit, dass ihre Kinder ein unabhängiges Leben beginnen werden und forthin für sich selbst sorgen.

Mit anderen Worten, wir bauen eine Gesellschaft auf und legen dabei bereits den Grundstein für zukünftige soziale und familiäre Beziehungen.

Frage: In der heutigen Familie wird den Kindern beigebracht, alles von dieser Welt zu nehmen, d.h. egoistisch zu sein. Auf der anderen Seite fördert die Gesellschaft durch Schulen und Medien, altruistische und freundliche Einstellung gegenüber anderen aufzubauen. Kinder erfahren eine Art Unstimmigkeit. Wer hat hier Recht?

Antwort: Keiner von beiden. Es ist wichtig, einen Mittelweg zu finden. Es sollte je nach Bedarf eine gewisse Strenge und Nachgiebigkeit geben. Es sollte stets eine freundliche Mitte in unserem Verhalten vorherrschen.

Aus dem TV-Programm „Die Ära des Post-Koronavirus“, 21.05.2020

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Wie ist das Leben entstanden?

Frage: „Biologie“ bedeutet im Griechischen „Lehre über das Leben“. Diese Wissenschaft hat keine Ahnung, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Wissen Sie, wie das Leben entstanden ist und was es ist?

Antwort: Das Leben ist eine besondere Form des Bewusstseins. Es ist aus einem ursprünglichen Verlangen entstanden. Diese Kraft des Verlangens entwickelte sich allmählich so weit, dass sie sich in ihren unterschiedlichen Metamorphosen entfaltete und teilweise zu sterben begann.

Frage: Es gibt also eine Kraft, die ein Verlangen nach Leben geschaffen hat. Woher kam dann der Tod?

Antwort: Ein Verlangen, das nicht verwirklicht wird oder nicht ausgeführt werden kann, fühlt sich wie Sterben an. Das heißt, der Tod ist der Mangel an Wunscherfüllung. Wenn es sich gefüllt hat, dann spürt man Leben.

In der Wissenschaft der Kabbala wird gesagt – „die Kraft des Lichts schafft das Verlangen und erfüllt es“. Unter dem Einfluss von Licht verändert sich das Verlangen ständig. Das Licht ist primär, das Verlangen ist sekundär.

Frage: Kann das im Grunde genommen alles untersucht werden?

Antwort: Natürlich, es gibt hier keine Geheimnisse.

Aus der TV-Sendung „die Zeit nach dem Koronavirus“, 14.05.2020

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Brauchen wir eine Impfung gegen den Egoismus?

Frage: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, sich gegen den Egoismus impfen zu lassen, damit alle Menschen ein soziales Leben führen können und glauben, dass die Gesellschaft über jeden Einzelnen steht, würden Sie diese Chance nutzen? Oder würden Sie trotzdem darauf warten, dass der Mensch selbst dazu kommt?

Antwort: Ich würde das auf keinen Fall tun, denn den Egoismus zu töten bedeutet, unsere Natur zu töten. Einen Menschen gut zu machen, ohne das er gegen seinen Egoismus ankämpfen muss, bedeutet ihn zu einem netten, naiven Idioten zu machen.

Der Mensch muss sich selbst erziehen, lernen sich über seinen Egoismus zu erheben. Dies ist eine riesige Arbeit, die nicht im Laufe eines irdischen Lebens endet sondern in vielen Lebenskreisläufen fortgesetzt wird.

Deshalb sollten wir nicht in die Natur eingreifen, denn wir werden dem Menschen das Kostbarste nehmen – seinen Egoismus und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was der freie Wille ist und wie man mit ihm umgehen sollte.

Aus dem TV-Programm „Die Zeit nach dem Coronavirus“, 07.05.2020

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Gibt es im Zeitalter der „Fake News“ noch Wahrheit?

Können wir in einer Zeit, in der jeder Fernsehsender, jede Nachrichtenwebsite und jede Zeitung eine politische Agenda hat, von irgendjemandem erwarten, dass er die Wahrheit sagt? Sogar die sozialen Medien sind von Voreingenommenheit geplagt, was können wir also von den Mainstream-Nachrichtensendern erwarten?

Noch schlimmer ist, dass viele Menschen, die sich bewusst sind, dass die Mainstream-Medien die Nachrichten so neigen, dass sie zu ihrer politischen Agenda passen, sich alternativen Nachrichtenquellen wie persönlichen Blogs und Twitter-Accounts und anderen weniger bekannten Social-Media-Sites zuwenden. Diese Quellen veröffentlichen oft ungeprüfte Informationen. Infolgedessen sind Gerüchte und Fehlinformationen im ganzen World Wide Web im Überfluss vorhanden. Was kann also jemand tun, der die Wahrheit über etwas Wichtiges wissen will? Eigentlich nicht viel. Was die Medien anbelangt, so handelt es sich bereits um einen kriegsähnlichen Zustand, und man kann einfach nicht wissen, was wirklich vor sich geht. Das Einzige, dessen wir uns sicher sein können, ist, dass gefälschte Nachrichten keine Ausnahme mehr sind.

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Neues Leben 1257 – Wie Ideen sich ausbreiten

New Life 1257 – Wie Ideen sich ausbreiten

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Alles in allem stellt die Natur ein Verlangen zu empfangen dar, das sich wie ein Virus von einem Menschen auf den anderen überträgt. Wir empfangen und absorbieren Ideen, Gedanken und Gene voneinander. Die Natur ist daran interessiert, dass wir uns gegenseitig Ideen und Gedanken übermitteln, so dass wir einen einzigen, in sich geschlossenen, verbundenen, integralen Mechanismus erreichen. Die Natur pflanzt Gedanken und Ideen in unsere Köpfe ein, doch müssen wir die altruistische, integrale Idee selbst erreichen, indem wir sie einander gegenüberstellen und frei wählen können. Die altruistische Idee besagt, dass alle gleich und ineinander eingeschlossen, wie ein Mensch mit einem Herzen sind. 

Sie kann sich jedoch nur schwer verbreiten, weil sie Ego-feindlich ist. Wir müssen daher ein Umfeld schaffen, ein Netzwerk von Menschen, die miteinander verbunden sind, damit sich die Idee ausbreiten kann. Die Weisheit der Kabbala kann uns den Weg zu einer kontinuierlichen Entwicklung und zur Vermeidung von Schlägen wie der Coronavirus-Epidemie weisen.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1257 – Wie sich Ideen ausbreiten, 24.06.2020

 

Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins

Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Gemäß der Weisheit der Kabbala ist die Kraft, die die Menschheit entwickelt, der Egoismus. Der „Motor“, der sich in der Natur befindet, entwickelt das Bewusstsein der unbelebten, pflanzlichen, belebten und sogar menschliche Stufe, um integral zu werden. Der Bewusstseinssprung, der vor uns liegt, besteht darin, dass wir beginnen, uns an die Natur anzupassen und die Wirklichkeit nicht durch das Ego zu sehen. Seiner Natur entsprechend will der Mensch nicht mit der ganzen Wirklichkeit verbunden sein, weil ihn dies verpflichtet und er hingegen frei sein will.

Die Konflikte in unserem Leben entstehen dadurch, dass Menschen sich gegenseitig beherrschen wollen. Durch Leiden entwickelt sich das menschliche Bewusstsein. Die Menschheit muss einen Zustand erreichen, in dem alle mit Liebe verbunden sind; ideale Kommunikation bedeutet Liebe. In einer Beziehung, in der jeder den anderen fühlt und dessen Wünsche erfüllt, ist man vollständig miteinander verbunden. Eine vollkommene Bewusstseinsentwicklung bedeutet, dass man das Herz des anderen fühlt und erfüllt, und umgekehrt.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1256 – Die Evolution des Bewusstseins“, 24.06.2020

Der Stärkere überlebt – eine Lüge oder reden wir uns das nur ein?

Mit jedem Tag der vergeht,  erkennen wir immer mehr, dass trotz der wachsenden angespannten Situation, wir uns falsche Feindbilder machen. Wir glauben der Feind, sei der einfache Bürger der die andere Partei Fraktion unterstützt, oder die Bürgerin, die einer anderen Rasse oder Kultur angehört, oder jene Menschen, die in irgendeiner Weise privilegierter, reicher, klüger, attraktiver, glücklicher sind als wir usw. oder jeden anderen Menschen, den wir uns so oder anders vorstellen, um ihm nachzueifern.

Aber niemand von diesen oben genannten Persönlichkeiten ist der Feind. Es hat immer Menschen gegeben, die auf bestimmte Weise erfolgreicher und besser waren als wir, und es wird auch weiterhin solche Menschen geben. Zu damaligen Zeiten fühlten wir uns bei deren Anblick nicht so übel, empfanden keinen Groll ihnen gegenüber und wollten sie auch nicht aus unserem Leben löschen.

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Neues Leben1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2

New Life 1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Schon bald werden zahlreiche Unternehmen verschwinden. Nur jene, die zum Erlernen einer konkreten Anwendung der spirituellen Verbindung und der Erkenntnis der Oberen Welt beitragen, werden auch in Zukunft erfolgreich sein. Bisher haben wir Wissenschaft und Industrie nach den Prinzipien der egoistischen Natur aufgebaut.

Von nun an werden wir nach der ganzheitlichen Sichtweise und den Prinzipien des Kreises handeln. Dies ist eine Revolution in der Wahrnehmung der Wirklichkeit und der unbegrenzten Ausdehnung der menschlichen Evolution. Herz und Verstand werden sich darauf fokussieren Technologie und Instrumentarien zu verbinden. Die Fähigkeit, zum Wohle der gesamten Gesellschaft zu arbeiten, führt zu einem Gefühl der Ganzheit und Ewigkeit, das in der gesamten Natur existiert. Es wird eine so tiefe Verbindung bestehen, dass wir alle „wie ein Mann mit einem Herzen“ in einer neuen Welt sein werden!

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Aus KabTVs „Neues Leben 1255 – Die Entwicklung der Beschäftigung, Teil 2“, 22.06.2020

Vereinte Nationen? Von Wegen!

Die globale Pandemie zeigt uns eine neue Weltordnung. Vor  allem verdeutlicht sie die Schwachpunkte der von der Menschheit geschaffenen Systeme. Die enormen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen polarisieren Gesellschaften und stehen auf der internationalen Tagesordnung. Ist es etwa möglich, dass eine alteingesessene UNO über Lösungsansätze, für das herrschende Übel, verfügt? Die UN-Organisation feiert ihr 75-jähriges Jubiläum, trotz der Tatsache das sie gänzlich in Ihrer Rolle versagt hat, und dies spiegelt sich mit der derzeitigen Situation wieder.

Jetzt muss sich die Menschheit eingestehen, dass Lösungen für die gegenwärtigen Krisen, nicht von irgendeinem geopolitischen Gremium kommen können, sondern nur durch die individuelle Korrektur unserer zwischenmenschlichen Beziehungen, von egoistisch zu altruistisch. In der heutigen vernetzten Welt ist es bereits höchste Zeit den Tatsachen ins Auge zu sehen und zu erkennen, dass die heutige Form von Solidarität nur aus Eigeninteresse beruht. Und wenn wir diese Tatsache nicht akzeptieren, sagt UN-Sekretär  António Guterres bei einer Generalversammlung,  “werden wir alle das erste Mal in der Geschichte große Verluste erleiden.” COVID-19 zeigt uns, wer wirklich das Ruder der Welt in den Händen hält und die Bedingungen bestimmt. 

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