Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Und wieder der „besondere Weg“?

Meinung (Sergey Kurginjan, Politologe): Modern, das heißt, der Hauptweg der Entwicklung, welchen der Westen seit 500 Jahren ging, ist nun beendet. Es war ein großartiger Weg, aber heute ist die Menschheit diesen Weg zu Ende gegangen. Gebraucht wird ein anderer Weg.

Das einzige Land in der Welt, welches ihn kennt, ist Russland. Wir haben wirklich eine in vielen Jahren erprobte Erfahrung. Denn die Sowjetunion war ständig in Entwicklung. Aber ihre wertvollen Erfahrungen sind unter Verschluss. Ich weiß, dass die Welt ein gewaltiges Maß an Verachtung für Russland empfindet – in Indien, in China und in Vietnam.

Aber gleichzeitig besteht die Hoffnung, dass die Russen endlich aufwachen und wieder etwas Neues erfinden. Natürlich werden dadurch viele Dummheiten gemacht, und danach wird die Welt diese Ideen stehlen und verbessern. Und wenn auch diese Hoffnung stirbt, dann wird Russland endgültig verurteilt.

Mein Kommentar: Ich persönlich bin für die Übernahme der Erfahrungen aus der ehemaligen Sowjetunion, und für den Aufbau einer neuen integralen Gesellschaft und Menschheit, aber natürlich erst nach der vorbereitenden Einführung einer allgemeinen, integralen Bildung und Erziehung. Genau dieser Mangel an Erziehung der Bevölkerung und deren Ersatz durch die erzwungene Teilnahme unter dem roten Terror schuf alle Voraussetzungen für das Scheitern der großen kommunistischen Idee. (Siehe die Zeitung „Die Nation“)

Das Jahr der Freundschaft

Meldung: In Japan wird jedes Jahr im Dezember das „Kanji des Jahres“ veröffentlicht. Kanji ist eines der chinesischen Schriftzeichen, das jedes Jahr gewählt wird und Besonderheiten des Jahres symbolisiert. Für dieses Jahr wurde das Zeichen „Kizuna“, wörtlich „Familienbande“ bzw. im weiteren Sinne „gute Verbindung“, „freundschaftliche Bindung der Menschen untereinander“, gewählt.

Ausgerechnet dieses Zeichen hat die meisten Stimmen bei der Meinungsumfrage zum Kanji des Jahres 2012 bekommen. Dieses Zeichen spiegelt die Situation nach dem Erdbeben im Westteil von Japan wider, unter anderen die Wiederaufbauarbeiten, aber auch das, was jeder nach vielen Verlusten infolge des Erdbebens gefühlt hat. 2011 haben unwahrscheinlich viele Japaner unentgeltlich den Opfern der Katastrophe geholfen.

2012 – Jahr der Entscheidung für Europa

Meinung (Henning Meyer ist Senior Visiting Fellow am Government Department an der London School of Economics und Editor des Social Europe Journal, „Die Zeit“ Deutschland):

Im kommenden Jahr muss sich in der EU alles ändern. Sonst drohen eine globale Rezession und europaweite Unruhen. 2011 war das desaströseste Jahr in der Geschichte der Europäischen Union. Die Euro-Krise ist von der Peripherie in den Kern vorgedrungen. Alle bisherigen politischen und finanziellen Rettungsmanöver reichten nicht aus, sie kamen zu spät. Das Veto Großbritanniens führte zur bisher größten politischen Spaltung der EU.

Kommentar: Es ist offensichtlich, dass die europäische Sturheit und das Gefühl der Überlegenheit die EU nicht auf einem kurzen und leichten Weg, sondern nur auf dem Weg der Leiden zur Vereinigung kommen lässt…

Nationales Interesse statt Kompromiss

Die Unfähigkeit der europäischen Regierungen, über das „nationale Interesse“ hinaus die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist einer der entscheidenden Gründe für das Versagen der EU in der aktuellen Krise. Wir bewegen uns auf einen politischen Stillstand zu.

Die IWF-Chefin Christine Lagarde hat nicht nur vor dem befürchteten Abschwung, sondern auch vor protektionistischem und isolationistischem Politikstil im Namen des „nationalen Interesses“ gewarnt. Eine ähnliche Politik hatte den zweiten Weltkrieg zur Folge.

Kommentar: Gerade im Namen des nationalen Interesses sollte eine enge allseitige Verbindung hergestellt und ein Programm zur Verschmelzung der EU zu einem Ganzen ausgearbeitet werden!

2012 wird es einen Aufstand geben

Wenn wir weitermachen wie bisher sage ich für 2012 mehr als nur einen Aufstand voraus: Der Aufstieg neuer sozialer Bewegungen, ziviler Widerstand koordiniert durch neue Medien und soziale Netzwerke. Einmal ins Rollen gekommen lassen sich solche Dynamiken nur sehr schwer aufhalten. Wenn also nicht die Ursachen der Proteste konkret angegangen werden, wird der zivile Widerstand gegen eine als ungerecht empfundene Politik weiter anwachsen.

Die EU muss auf einen völlig neuen Kurs einschwenken. Sie muss die Europäische Zentralbank zum Retter der letzten Instanz machen, sie muss den Finanzsektor grundlegend reformieren.

Kommentar: Ach, wenn die EZB nur selbst wüsste, was zu tun ist!

Mehrere Staaten könnten den Euro-Raum verlassen

Das Austreten von Mitgliedsländern aus der Euro-Zone wird sehr wahrscheinlicher. Eine weitere globale Finanzkrise und jahrelange juristische Auseinandersetzungen wären vorprogrammiert. Das würde wiederum die politische und wirtschaftliche Krise weiter anheizen.

Es ist noch nicht zu spät, den Kurs zu wechseln. Anderenfalls wird es 2012 nicht „nationales Interesse“, sondern „Rückkehr des Nationalismus“ geben. Wir befinden uns am Scheideweg. Die in Europa Verantwortlichen sollten sich die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns bewusst machen.

Kommentar: Es ist so, dass nur das Verständnis unseres Evolutionsplans und dessen Befolgung uns richtige Schritte unternehmen lässt, anderenfalls werden die korrigierenden Naturkräfte eine noch größere Krise hervorrufen, um uns den richtigen Weg zu zeigen – doch das wäre der Weg der Leiden.

Das größte Problem der Menschheit liegt in der Abwesenheit von Glück

Meinung (H. Rompuy, Präsident der EU): Das größte Problem der Menschheit liegt in der Abwesenheit von Glück. L.Bormans, Verfasser vom „Weltweit bekanntem Buch des Glücks“ sagt, dass es in nur zwei Worten enthalten ist: andere Menschen. Das heißt, das Glück jedes Menschen befindet sich in den anderen Menschen.

Das Rezept von EU-Präsident Rompuy heißt: das Leben ist nur durch eine positive Einstellung und die Bereitschaft zur Kompromissen um der Harmonie willen zu verbessern. Menschen mit positiver Energie sind selbstbewusst, zwischen ihnen herrscht mehr gegenseitiges Vertrauen, sie wählen die bessere Lösung, sehen mehr Chancen, sind viel verantwortlicher.

Meine Antwort: Da die gesamte Schöpfung im Verlangen zu genießen ist, empfinden wir in uns seine Füllung als Glück, und umgekehrt die Abwesenheit der Füllung als Unglück. Unter dem Einfluss von persönlichem und gesellschaftlichem Eigeninteresse aber nehmen wir das Glück als künstliche Füllung wahr und empfinden niemals das echte Glück.

Heute, in der Zeit der globalen Krise und Leere, beginnen wir zu begreifen, dass die natürliche Füllung mit Ruhe, Freundlichkeit, Zuneigung, und mit nichts anderem sonst zu erhalten ist. Darüberhinaus erreichen wir die Notwendigkeit der Annäherung, erfüllen die Bedingung einer allgemeinen integralen Verbindung. Und eine Krise führt uns, wie die Form einer Erkrankung, zur Behandlung hin.

Ein Viertel der Bürger Russlands sind für eine Wiederholung der Wahlen

Frage: Ich habe gelesen, dass nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts (FOM) sich 26% der russischen Bürger eine Wiederholung der Parlamentswahlen wünschen; dagegen sprechen sich 40% aus, obwohl lediglich 6% meinen, dass es keinen Betrug gegeben hat. 13% meinen dagegen, eine Wiederholung sei reine Geldverschwendung und würde dasselbe Resultat ergeben. 48% sind überzeugt, dass Proteste keine Folgen haben würden.

51% fühlen sich unzufrieden, aber in der Realität im Ernstfall sind es nur 38%. Wie ist so ein Gehorsam in der modernen Welt möglich?

Mein Kommentar: Die Russen sind für ihre Fähigkeiten in Innovation, Wissenschaften, Wettbewerb, Güte, Mitgefühl, Unordnung, Misswirtschaft, Einverständnis mit Sklaverei bekannt. Ein Ausschnitt von Edo Neuhus ging durch das Internet: Die Ausstellung des menschlichen Stammes, oder über die Lehre der menschlichen Fähigkeiten und die geheimen Qualitäten der Seele. 1. Amsterdam, 1663 Jahr, Seite 242.

An Schweden, in Finnischen Gebieten, grenzen Russen oder Moskoviten, deren Imperium sich von hier bis zum Kaspischen Meer erstreckt. Dieser Stamm ist in der Sklaverei geboren worden, ist an die Unterjochung gewohnt und kann die Freiheit nicht ausstehen. Ihr Staatsoberhaupt ehren sie wie eine Gottheit, die vom Himmel gesandt wurde, und geben ihr Leben und ihr Hab und Gut in seine Hand; wenn er den Befehl dazu geben wird, sind sie bereit, unverzüglich und freiwillig zu sterben“. – Das ist naturgegeben!

Das Scheitern des Kapitalismus

Meinung: (Paul Jorion, „La tribune“, Frankreich): Unsere Zukunft, sogar unsere Rettung, hängen nicht von den Ökonomen und Führern ab.

Der Kapitalismus war schon immer ein instabiles System, da er eine Konzentration des Eigentums hervorbrachte, welche letztendlich die Arbeit vom ganzen Mechanismus bremste. Bei jeder Krise wird der Kapitalismus mithilfe einer umfassenden Mobilisierung gerettet.

Aber die Welt hat sich geändert: Erschöpfung des Planeten, das Ende der kolonialen Herrschaft, Verschuldung der westlichen Wirtschaften, das Erscheinen von neuen Wettbewerbern schränken das Feld für Manöver ein. Aber das Wichtigste, das kapitalistische System wurde Opfer der eigenen Komplexität.

Das System ist aufgrund des „Verschleißes ihres Finanzherzens“ gescheitert. Und nicht desto trotz, fährt man sie fort, alte Rezepte anzuwenden. Jeden Tag gehen ganze Bereiche von Unternehmen verloren.

Die Märkte haben keine Vorstellung, was getan werden soll. Die Führer sind in den Rahmen der modernen Wirtschaftswissenschaft eingeschlossen.

Die Wahlen werden nichts ändern. Politiker haben kein Platz zum Manöver. Das Einzige, womit sie sich beschäftigen, ist vorzugeben, dass sich die Hebel der Lenkung in ihren Händen befinden. Lasst uns auf niemanden verlassen: lasst uns selbst das wahre Projekt entwickeln.

Mein Kommentar: Das Projekt existiert bereits und steht zur Umsetzung bereit. (Siehe auch die Materialien der Internetseite Arvut und die Kapitel zur Bewegung „Gegenseitige Bürgschaft“)

Unfreiwilliger „Freie Wille“

Frage: Worin besteht die Freiheit des Willens?

Meine Antwort: Der Mensch in unserer Welt hat keinen freien Willen. Er wird in einem geformten Zustand geboren und entwickelt unter dem Einfluss der Umgebung die in ihm angelegten Fähigkeiten. Auf die Zusammensetzung der Fähigkeiten hat er keinen Einfluss. Weder seine äußeren noch seine inneren Charakteristika können von ihm gewählt werden. Darin gibt es keine Freiheit.

Die Freiheit besteht nur in der Auswahl einer richtigen Umgebung, damit ich mich durch ihren Einfluss in die gewünschte Richtung entwickeln kann. Entsprechend dem, wie ich mich entwickeln will, wähle ich die passende Umgebung dazu aus.

Hier gibt es ein weiteres Problem: weshalb denke ich, dass gerade diese Umgebung und nicht eine andere passen wird? Im Allgemeinen sind hier noch sehr viele innere Klärungen nötig, bis der Mensch ausreifen und verstehen wird, was für seine Entwicklung notwendig ist. Im Prinzip ist dieses Verständnis sinnlich und erfolgt im Herzen: Wo befindet sich in Wirklichkeit meine Freiheit des Willens? Und es ist nicht einfach. Aber wir sollen tatsächlich jeden an diesen Zustand heranführen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 12.12.2011

Die Freiheit liegt zwischen dem Hammer und dem Amboss

Alles in unserer Welt basiert auf dem Kampf zweier entgegengesetzter Kräfte. Jede beliebige Interaktion zwischen uns ist auf das Vorherrschen eines Faktors über den anderen ausgerichtet, jeder beliebige Erfolg wird aufgrund einer Niederlage erreicht.

Wie kann dann die richtige Beziehung zwischen uns eingestellt werden? Heute haben wir nur eine Lösung, die Abtretung. Ich wollte mich der ganzen Welt bemächtigen, werde aber darin beschränkt: „Nimm nur das, was sich nicht weiter als zehn Zentimeter von dir entfernt befindet“. Jeder ist durch ein vergleichbares Wahrnehmungsbild begrenzt, aber wir sind nicht fähig, diese Normen zu beachten, und führen deshalb seit Ewigkeiten Kriege, oder verwenden andere Methoden, um einander zu besiegen. Jedes Mal treiben uns Neid, Leidenschaften und Ehrgeiz dazu an, vom derzeitigen Zustand aus einen komfortableren zu erreichen.

Heute sind wir jedoch alle miteinander verbunden. Niemand kann sich von den anderen auf Dauer lossagen oder zur Selbstversorgung übergehen. Die gegenwärtigen Bedingungen lassen nicht zu, selbst einen minimalen Grad an Erfüllung zu erreichen. Ich hänge in so starkem Ausmaß von den anderen Menschen ab, dass sie in meinen Verstand und zu meinem Gefühl durchdringen. Unsere Bande existieren überall und bestimmen mein ganzes Leben.

Früher fühlte sich der Mensch nach der Arbeit frei und wurde vom umfassenden Netz wechselseitiger Einwirkung aufeinander nicht belästigt. Aber heute sind wir miteinander verbunden, wie auch die zwei entgegen gesetzten Kräfte, die auf jeden Menschen einwirken, auf globalem Niveau verbunden sind. Ich würde ja mit meinen eigenen Problemen zurechtkommen oder könnte sie akzeptieren – aber in unserem Jahrhundert ist selbst das unmöglich: ich hänge von anderen so stark ab, dass ihre Einwirkung mich zerreißt und beeinträchtigt.

Deshalb brauchen wir eine neue Methodik, die jedem Menschen ermöglicht, ein ruhiges Leben zu führen, und auf neue Weise, diesmal richtig, vereinigt zu werden.

Andernfalls wird es dem Menschen immer so vorkommen, als ob er von den anderen ausgenutzt würde. Ob zu seinem Besten oder nicht, er hat darin sowieso keine Freiheit.

Und andererseits ist dies ein Naturgesetz: in uns wirken zwei entgegengesetzte Kräfte – die heranziehende und die abstoßende Kraft; und heute sehen wir schon, dass sie einen einheitlichen Mechanismus bilden. Wir müssen nur lernen, ihn zu bedienen.

Und deshalb entsteht zum ersten Mal in unserer Geschichte die Frage nach der Freiheit des Individuums: Wie soll sie unter den heutigen Bedingungen ausgeprägt sein?

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 01.01.2012

Europas sieben Sünden

Meinung („Die Zeit“): Ein Katalog der sträflichen Egoismen, die der Gemeinschaft Schaden zufügen

Hehlerei: Der Fall Schweiz

Allein in der Schweiz haben ausländische Privatpersonen, die meisten davon EU-Bürger, 1560 Milliarden Euro liegen, in Großbritannien sind es 1400 Milliarden, in Luxemburg 440 Milliarden, in Liechtenstein 78 Milliarden. All diese Staaten leisten Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Sie saugen fremdes Volksvermögen ab und leben von den Zinsen.

Sie alle predigen so gerne europäische Solidarität.

Arroganz: Der Fall Frankreich

Die staatliche Bremse gegen den Aufbau von Produktionsstätten in Schwellenländern. Um einer Schrumpfung des Exports entgegenzuwirken, verstärkt die Regierung den Protektionismus. Der Elysée missbraucht seine Macht über die Konzerne als politische Waffe. Frankreichs Politiker sind überzeugte Europäer, wenn sie allein nicht weiterkommen.

Faulheit: Der Fall Griechenland

Was einen in Athen verstört, ist die unglaubliche Selbstschonung. In Europa läge genügend Geld für Hellas. Zünfte, die sich an ihre Privilegien klammern. Staatliche Bahnarbeiter, die im Lohnchaos exorbitante Gehälter kassierten. Hinterbliebene, die Renten für Tote einstrichen. Politiker, die Neffen und Nichten ihrer Wähler einstellten. Was aber fehlt, ist die kathartische griechische Wut auf diese Griechen.

Der Athener Populist redet hart über Merkel, aber milde über die Verantwortlichen im eigenen Land. Diese Schwäche, diese mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik, ist die eigentliche Krise Griechenlands.

Selbstsucht: Der Fall Irland

Die Steuersätze, die Irland bietet, sind ein Gründchen, warum die Atlantikinsel internationale Unternehmen anzieht wie ein Hebemagnet. Nur 12,5 Prozent beträgt die irische Unternehmenssteuer. Das ist klares europäisches Untermaß. Der Großteil der EU-Länder verlangt von Firmen Staatsabgaben um die 30 Prozent. In einem Binnenmarkt, in dem jeder die gleichen Wettbewerbschancen haben soll, wie, bitte schön, kann es da ein solches Gefälle geben?

Bigotterie: Der Fall Deutschland

Kann es ein Europa geben, in dem einer exportiert und Gewinne macht, während die anderen konsumieren und Schulden machen?

Die Deutschen sind stolz auf ihre Exportstärke, gilt sie doch als Beleg für die Leistungskraft der hiesigen Wirtschaft. Doch wenn ein Land dauerhaft mehr Waren an das Ausland verkauft, als es von dort bezieht, dann ist das für alle Beteiligten eher unangenehm. In diesem Jahr beläuft sich der deutsche Exportüberschuss mit den Ländern der EU auf 62 Milliarden Euro. Das bedeutet nichts anderes, als dass die in Deutschland produzierten Waren nicht gegen ausländische Waren getauscht, sondern praktisch auf Kredit ausgeliefert werden. Die Südeuropäer verschulden sich also bei den Deutschen, um deren Waren zu kaufen. Sprich: Der Reichtum der Deutschen beruht auf den Schulden der anderen. Bloß, wer beschwert sich am lautesten über diese Schulden? Genau. Deutschland.

Völlerei: Der Fall Spanien

Subventionen für die Landwirtschaft in verschiedenen EU-Ländern, die dadurch konkurrenzfähig bleiben. Ein erheblicher Teil von billigen Fleisch-, Milch- und Gemüseprodukten aus Spanien, Italien, Frankreich oder Deutschland landet inzwischen auf afrikanischen Märkten. Die lokale Nahrungsmittelproduktion von Ländern wie Ghana, Kamerun oder der Elfenbeinküste bricht ein. Und im Fall eines Anstiegs von Agrarrohstoffpreisen können sich diese den Import von Milchpulver, Geflügelresten oder Getreide aus der EU nicht mehr leisten. Kommt es dann zur Nahrungsmittel- oder gar Hungerkrise, ist Europa allerdings wieder zur Stelle: Die EU ist der Welt größter Geldgeber in Sachen Nothilfe.

Gier: Der Fall Großbritannien

Die Briten glauben weiterhin, den Verlust ihrer Industrie durch die Spekulation mit fremdem Geld wettmachen zu können. Des einen Verlust soll weiterhin ihr Gewinn bleiben. Stur und unbelehrbar halten sie daran fest, dass die Märkte in ihrer vermeintlichen Logik so unverwundbar seien, dass Politik und Gesellschaft sich ihr letztlich zu unterwerfen hätten.

2008 wurden Milliarden Euro aus den Spareinlagen und Rentenkassen einfacher Bankkunden verzockt, und die Londoner Banker hielten sich schadlos. Die Staatsschuldenkrise nahm ihren Anfang, als Regierungen die Banken auffangen mussten. Trotzdem kommt aus London nur Gezeter auf den Vorschlag, die Anleger am Risiko zu beteiligen.

Eine Wahl in der Welt der Unendlichkeit?

Frage: Sie haben einst während des Unterrichtes gesagt, dass die Wahl nur im Fall der Ungewißheit notwendig ist. Wird die Freiheit der Wahl auch dann vorhanden sein, wenn wir den Zustand der vollkommenen Korrektur erreichen?

Meine Antwort: Je höher wir aufsteigen, desto schwieriger ist es, mit dem Schöpfer einverstanden zu sein. Und doch finden wir jedes Mal in uns die Kraft dazu. Vor dem Eingang in die Welt der Unendlichkeit offenbare ich, dass es niemanden schlechteren als den Schöpfer gibt. Bei jeder Frage, bei jeder Angelegenheit fühle ich die Meinungsdiskrepanz. Ich bin Ihm gegenüber mit endlosem Hass erfüllt. Aber gleichzeitig finde ich die Kraft, mich über diesen Zustand zu erheben und das Gegenteil zu erkennen: Es gibt niemanden außer Ihm, niemanden, der genauso vollkommen wäre, wie Er.

Ich stehe vor der Wahl – wohin soll ich vor Ihm flüchten? Dabei verstehe ich, dass es nirgendwo einen Platz gibt, der frei von seiner Gegenwart ist. Ich kann nicht flüchten, da alles um mich herum die Unendlichkeit ist.

Unabhängig davon, welche Stufe der Korrektur der Mensch erreicht hat, wird sein böser Trieb „Jezer HaRa“ ihn trotzdem überwältigen. Wir enthüllen die Schöpfung wie „Esh mi Ajin“ gegenüber „Esh mi Esh“.