Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Kraft gegen ISIS

Zusammen können wir eine Kraft gegen ISIS bilden

Frage: Diese Woche hat die Organisation „Ha Tovim“ in Israel eine neue Aktion gestartet „Zusammen sind wir eine Kraft – und ISIS wird sich fürchten“. Wieso soll sich ISIS fürchten, wenn sich Israel verbindet?

Antwort: „Israel“ wird übersetzt als „Kopf für mich“( li- rosh) im Bezug auf die ganze Welt, die den Körper darstellt. Alle zusammen sind wir eine Seele, die sich „Erster Mensch“ oder Adam, nennt. Was im Kopf geschieht, wird an den Körper weitergeleitet. Daher besteht ein Zusammenhang zwischen den spirituellen Handlungen im Kopf „Israels“ und dem, was in der Welt geschieht.

Wenn jemand im Volk Israel in Gedanken seinen Freunden tötet, verflucht oder schlecht über ihn denkt – selbst wenn es unbewusst geschieht – manifestiert sich das in der Handlung der Völker der Welt. Und deswegen beklagen sie sich zurecht über die Juden. Daraus folgt, dass ein „verbundenes Volk Israel“ für ISIS eine Bedrohung darstellt. ISIS gründet sich auf verbrecherischen Handlungen, die andere zerstören und die sie befähigen, über andere zu herrschen. Und darin sie sind erfolgreich.

Wir müssen die Wichtigkeit unserer Einheit in jeder Situation erkennen. „Eine verbundene Stadt kann man nicht besiegen“, so wird es gesagt. Die Kraft der Einheit ist die Kraft des Schöpfers. Wenn die Verbrecher sich verbinden, weilt zwischen ihnen der Schöpfer. ISIS benutzt diese Eigenschaft und wir müssen verstehen, dass diese Kraft gegen uns gerichtet ist: Die Kraft der verbrecherischer Verbindung gegen der Kraft unserer Einheit.

Wenn wir, das Volk Israel, uns verbinden, benutzen wir die Kraft des Lichtes, die direkt vom Schöpfer kommt. Denn wir wünschen uns die Verbindung der ganzen Welt und benutzen diese Kraft direkt, vom Kopf in den Körper. ISIS ist uns jedoch entgegengesetzt. Ihre Absicht richtet sich gegen unsere Verbindung. Und wenn wir uns verbinden, ist das für sie ebenfalls bedrohlich.

Wir werden noch feststellen, dass ISIS mit keinen anderen Möglichkeiten zerstörbar ist, denn „eine Stadt, die verbunden ist, kann man nicht besiegen“. Man kann mit allen möglichen Mitteln dagegen ankämpfen, sie werden aber immer wieder aufstehen. Sie werden mehr und mehr Menschen rekrutieren, die bereit sind, für sie zu sterben, weil ihre Einheit sehr verlockend wirkt. Viele junge Männer und Frauen, die an Universitäten studieren, schließen sich plötzlich ISIS an, um für sie zu kämpfen. Sie werden davon angezogen, weil ihre Verlangen zu empfangen von der dort herrschenden Einheit angezogen werden – sie finden nirgendwo einen Sinn, denn in der ganzen Welt herrscht Zerstrittenheit.

Deswegen verschwindet ISIS nicht. Nur das Volk Israel kann sie durch seine Verbindung eindämmen. Und dann besteht die Möglichkeit, dass sie zerfallen – nur durch unsere Verbindung und Einheit und durch nichts anderes.

Russland hat sich in diesen Kampf ebenfalls vergeblich eingeschaltet. Die Amerikaner versuchen es schon 2 Jahre lang und werden vermutlich noch 20 Jahren erfolglos kämpfen. Daher ist die Einheit des Volkes Israel wichtig. Deswegen startete „Ha Tovim“ diese Aktion: „Zusammen sind wir eine Kraft – und ISIS wird sich fürchten“.

Das wichtigste für uns ist, die richtige Absicht zu halten. Israel ist der Kopf für alles und wenn wir mit der richtigen Absicht arbeiten, erzeugen wir eine gute Verbindung in der ganzen Welt gegen ISIS. Aber das ist nur unter einer Voraussetzung möglich – wenn wir an unsere Einheit denken, durch welche wir die Höhere Kraft erlangen. Damit wir der Welt Frieden und Glück bringen können und dadurch dem Schöpfer Freude bereiten.

Aus dem Unterricht vom 25.12.2015, Artikel „Die Gabe der Tora“

 

Spirituelle Entwicklung in unseren Beziehungen

Frage: Sie sagten einmal, dass ein Mann und eine Frau, die miteinander verbunden sind, ein kraftvolles Mittel haben, um den Schöpfer zu enthüllen. Eine Person, die solch ein Arbeitsumfeld hat, wäre sehr glücklich und bräuchte nur einige Minuten am Tag, um dies zu vollziehen. Was soll sie genau während dieser Zeit tun? Was ist der beste Weg, um mit einem Lebensgefährten die Wissenschaft der Kabbala zu studieren?

Antwort: Dies ist nicht von Belang. Was wichtig ist, ist die Anstrengung, dass sich das Paar angesichts der verschiedenen Störungen, die immer wieder vorkommen, als ein spirituelles Ganzes fühlt. Sie sollten ihrer Partnerschaft zuliebe eine höhere Verbindung anstreben, um ihren spirituellen Aufstieg zu erlangen.

Frage: Wie soll sich ein Mensch in Konfliktsituationen aus spiritueller Sicht korrekt und harmonisch gegenüber einer geliebten Person verhalten? Auf der einen Seite findet das Ego ständig unterschiedliche Tricks, um Menschen zu trennen; es ist beängstigend, wie hilflos wir dabei sind. Auf der anderen Seite wertschätze ich meine Beziehung sehr.

Antwort: Versuche zu verstehen, dass alle unsere Verbindungen zwischen uns vom Schöpfer durchdrungen sind. Dies wird deine Perspektive auf alle deine Beziehungen optimieren.

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Leben und Genuss, Teil 2

Das spirituelle Gegen-Mittel

Frage: Was ist so schlecht daran, wenn man sich nach dem ultimativen Vergnügen sehnt und warum gibt es so viele Probleme und Leiden in dieser Welt?

Antwort: Das Problem ist, dass jeder auf Kosten eines anderen Freude empfängt. Bekomme ich Genuss für mich, nehme ich die Freude einem anderen weg, ich stehle sie und begrenze sie auf irgendeine Art.

Dies ruft Krieg zwischen den Menschen hervor. Außerdem sind wir mit dem Übel der egoistischen Natur geschaffen; wir möchten mehr Vergnügen haben, speziell mehr als die anderen. Genuss auf Kosten der anderen zu erhalten ist weitaus größer. Denken Sie daran, wie wir uns auf der Straße verhalten. Wir nehmen uns gegenseitig die Vorfahrt weg und lassen den anderen nicht vor. Kann eine Minute schneller zu sein so lebenswichtig erscheinen? Mitnichten, wir freuen uns nur, wenn wir dem anderen voraus sind. Das ist unsere böse Neigung. Es ist nichts Schlechtes daran, für sich selbst zu genießen, es ist typisch für jedes Tier. Wie auch immer, eine Person hat besondere Freude daran, sich auf Kosten anderer zu erheben und sie zu unterdrücken; doch dies zerstört unsere Gesellschaft und deshalb hat unsere Welt solche Krisen.

Frage: Es gibt doch aber viele Menschen, die sich für eine gute Gesellschaft selbst aufopfern.

Antwort: Sie schauspielern für ihr Verlangen zu empfangen, für nichts anderes. Sie verstehen nur die wahre Motivation ihrer Handlungen nicht. Wenn wir den Menschen die Freude wegnähmen, die sie empfinden, wenn sie anderen helfen, könnten sie nicht die kleinste Handlung ausführen. Wenn eine Mutter auf einmal keine Freude mehr an ihrem Baby hätte, würde es verhungern.

Alle Angelegenheiten folgen nur diesem einfachen Prinzip. Es gibt vieles, das „spirituell“ genannt wird, aber nicht von uns gefühlt wird. Es folgt einem anderen Prinzip: Vergnügen und Genuss zu geben anstelle zu empfangen. Die Spiritualität basiert darauf, Freude zu geben und nicht Freude zu empfangen. Das ist Antimaterie und die umgekehrte Welt. Die spirituelle Welt existiert; sogar die gewöhnliche Wissenschaft entdeckt einige Grenzphänomene, die wir mit unseren Werkzeugen noch nicht „messen“ können. Eine Person kann insbesondere durch die Wissenschaft der Kabbala das Gefühl für die Höhere Welt oder die Antimaterie erreichen. Durch spezielle Übungen können wir unsere alten Angelegenheiten zu neuen Angelegenheiten umwandeln, indem wir ein Verlangen zu geben anstatt ein Verlangen zu nehmen entwickeln; dann können wir das Geben genießen anstatt das Nehmen.

Vom Israelischem Radioprogramm 103FM, 11/29/15

Leben und Genuss, Teil 1

Maximaler Genuss bei minimalem Aufwand

Frage: Welche Kräfte treiben nach Meinung der Kabbala die Schöpfung an? Was hält die Welt in Bewegung?

Antwort: Es gibt nur zwei Kräfte in der Welt. Die eine entspricht dem Wunsch oder dem Verlangen nach Genuss bzw. nach Selbsterfüllung. Die zweite Kraft ist der Wunsch zu geben. Dieser Wunsch gehört zum Schöpfer.

Das Verlangen zu empfangen ist in jedem Geschöpf verankert. Angefangen beim kleinsten atomaren Teil, über die Moleküle bis zu allem, was in dieser Welt erscheint: Unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich. Das Verlangen zu empfangen ist die Substanz der Schöpfung – sowohl in Gedanken wie auch körperlich. Das Ziel liegt in der Aufrechterhaltung des Lebens und alles Erscheinende so angenehm und genussvoll wie möglich zu gestalten. Ob bewusst oder unbewusst streben wir alle in jedem Moment nach diesem Ziel. Die Energie des Genusses treibt die Materie an. Sobald Materie mit der Macht des Lichts bzw. mit der Lebensenergie in Berührung kommt, folgt ein ausgeglichener, vollkommener und genussvoller Zustand. Unser Verlangen arbeitet mit einer einzigen, ewigen Formel: Maximaler Gewinn bei minimalem Aufwand. Der eine will seinen Hunger befriedigen, der nächste seinen Verstand und der dritte seine Gefühle.

Es gibt drei Arten der materiellen Erfüllung: Nahrung, Sex und Familie. Weiter gibt es drei Arten der menschlichen Erfüllung: Reichtum, Macht und Wissen. Es ist egal, womit sich ein Mensch beschäftigt – er wird allein durch Genuss angetrieben. Es gibt keine andere Art des Handelns.

Jeder strebt entweder nach mehr Genuss oder danach, dem Leid und Mangel zu entfliehen. Dies ist das Gesetz unserer Natur. So sind wir geboren und so leben wir. Wir alle sind daher auf gewisse Weise Egoisten, die jeden Moment ihres Lebens genießen wollen, ob vergangen, momentan oder in der Zukunft.

Wie sehr kann ein Mensch auf Kosten der anderen seinem eigenen Vergnügen nachjagen? Es hängt von seiner Erziehung, Angst vor Bestrafung und dem Einfluss seiner Umgebung ab. Dementsprechend berechnet der Mensch all seine Handlungen. Zahlt es sich aus, zu stehlen, um reich zu sein? Sogar zu morden, um ins Paradies zu kommen, fällt in diese Berechnung.

Egal wie, das Verlangen nach Genuss ist für alle Handlungen des Menschen ausschlaggebend. Doch wie bereits erwähnt, gilt dies nicht nur für den Menschen; die ganze Schöpfung agiert so. Entsprechend der Formel „maximaler Genuss bei minimalem Aufwand“ kann man das Verhalten des Menschen und jedes Teils der Schöpfung berechnen.

Aus dem Radioprogramm 103 FM, 29.11.2015

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Ein Mörder als „Mann des Jahres“?

Kommentar: In der Dezember-Ausgabe des Time-Magazins wurde die „Person des Jahres“ angekündigt. In diesem Jahr hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel den Titel gesichert. Als Zweitplatzierter wurde der Anführer der Terrororganisation ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi ausgezeichnet.

Antwort: Die „Person des Jahres“ wird nach ihrem Einfluss auf die Welt gewählt, also danach, wie viele Menschen über sie reden, und nicht nach der Qualität ihrer Politik – ob sie sinnvoll oder gut ist  – oder wie gut sich derjenige selbst vermarkten kann. Während Angela Merkel eine weiche und sanfte Frau ist, ist Baghdadi ein Mann, der bereit ist, jeden zu schlachten, also wird in die Wahl der „Person des Jahres“ einbezogen. Es ist typisch für unsere Welt, dass solche Charaktere als Helden akzeptiert werden. Ich würde sogar sagen, epochal. Die Idee ist, dass er auf dem ersten Platz sein sollte. Wer setzt die Weltrevolution in Gang, führt sie an? Er ist es. Wer ist Angela Merkel im Vergleich zu ihm? Er gründete eine starke weltweite Nation. Wenn dies noch weiter geht und wir die Weisheit der Kabbala ignorieren, die uns lehrt, wie die Welt ihre Korrektur vollenden und erreichen muss, wird er ein weltweites Kalifat errichten. Auf dem Hintergrund der modernen Demokratie, die zu Chaos, Anarchie und allem anderen führt, wird er als prominent, klar und vorhersehbar wahrgenommen. Entsprechend dem Times-Magazine scheint es, dass er der Mann ist, um den sich die ganze Welt in diesem Jahr drehte.

Kommentar: Sie sagten, dass es das wichtigste ist, ihn keinen Staat gründen zu lassen

Antwort: Ja, aber er hat ihn bereits gegründet und das ist das Problem. Deshalb muss man ihn und seine Gruppe dort, wo er diese Nation gegründet hat, samt der Wurzel herausschneiden, so dass ein sauberer Ort zurückbleibt. Dies ist durch sehr große gemeinsame Anstrengungen möglich. In der Zwischenzeit spielt die Welt mit Demokratie; jeder ist nur daran interessiert,  sein eigenes politisches Kapital auf Kosten der anderen zusammen zu halten. Sie versammeln sich ständig für die G-20 oder G-8-Foren, während er allein gegen sie auftritt und droht: „Ich werde euch alle abschlachten“. Und sie können sich auf nichts einigen und nichts entscheiden.
Hier sind sehr ernsthafte und starke  Kräfte der Verbindung und Einheit erforderlich. Es gibt keinen zweiten Al-Baghdadi, der sie alle vereinen und sagen würde: „Zum Teufel mit  eurer Demokratie; der Tod nähert sich euch in Form von Baghdadi und seinen Anhängern; wir müssen dem ernsthaft entgegen treten.

Sie haben sich bereits in eure Häuser eingeschlichen. Was nun? Man muss sie auslöschen, wenn das überhaupt noch möglich ist. Durch eure Richtlinien und alle Arten von Berechnungen versucht ihr, euch gegenseitig zu untergraben und dadurch ermöglicht ihr es euren Feinden,  einen Pfahl in euer Territorium  zu setzen, und heute wird es bereits sehr schwierig werden, diesen wieder zu entfernen.

Von KabTV „News mit Michael Laitman“ 12/11/15

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Eingriff in die Zukunft

Frage: Neulich wurde ein Artikel über die Vorhersagen der berühmten bulgarischen Wahrsagerin Baba Wanga veröffentlicht. Sie hatte vorhergesagt, dass im Jahr 2010 der arabische Konflikt in Syrien beginne, und im Jahr 2016 würden die Muslime Europa angreifen, chemische Waffen benutzen und Europa verwüsten. Sie hat auch gesagt, dass der 44. USA Präsident ein Farbiger sei und er der letzte Präsident wäre. Diese Vorhersagen klingen nach Apokalypse. Erlaubt die Wissenschaft Kabbala, die Zukunft vorherzusagen?

Antwort: Die Wissenschaft Kabbala kennt alle Pläne der Natur (=Schöpfer) und den ganzen Weg, den wir gehen müssen. Denn die Balance zwischen den positiven und negativen Kräften auf allen Niveaus entwickelt sich gemäß den Formeln, die die Kabbalisten kennen. Und in diesen Formeln gibt es einen kleinen Koeffizient, der „freier Wille“ heißt. Das bedeutet, dass wir in diese Formeln eingreifen und erkennen können, in welcher Form wir von der Gegenwart zur Zukunft gelangen.

In jeder Sekunde des Daseins, die sich augenblicklich in die Vergangenheit verwandelt, kann ich für den nächsten Augenblick oder für längere Zeit bestimmen, wie ich von einem Zustand zu dem anderen kommen kann. Unsere Zustände müssen in die Richtung des allgemeinen Gleichgewichts, das wir zwischen uns erreichen sollen, voranschreiten. Die ganze Natur strebt zum Gleichgewicht, die menschlichen Systeme inklusive. Aber wie genau können wir uns zu diesem Gleichgewicht bewegen, zu diesem Zustand, den wir als Endzustand bezeichnen? Es hängt von der Menschheit ab. Wir können mithilfe des guten Weges oder des schlechten Weges dorthin kommen, abhängig von unserem Eingreifen in das Geschehen.

Frage: Ist für die letzte Korrektur eine gewisse Zeit gegeben?

Antwort: Die Zeit ist mit 6000 Jahren „berechnet“, und wir haben heute das Jahr 5776. Für die Menschheit bleiben 224 Jahre, um sich zu korrigieren und alle funktionierende Kräfte in Balance zu bringen: gute und böse. Diese zwei Kräfte muss man nur ausgleichen. Es gibt keine schlechte und gute Kraft – schlecht ist nur, dass zwischen den Kräften kein Gleichgewicht herrscht. Und wir Menschen sind verpflichtet, sie in Einklang zu bringen.

Wir müssen aber keine 224 Jahre abwarten! Man kann innerhalb von ein paar Monaten die Balance dieser Kräfte, die in der Menschheit herrschen, herstellen. Die Kraft des Bösen ist eine gewaltige Kraft – unser böse Trieb oder auch Egoismus genannt, der in jeder Handlung steckt. Und die gute Kraft ist sehr schwach. Sie gleicht nur minimal unseren Egoismus aus und erlaubt uns zu leben, ohne uns gegenseitig zu ermorden und aufzufressen. Aber grundsätzlich sind wir alle nur von unserem Ego gesteuert und jeder will höher, reicher und stärker als der andere sein. Wir müssen vor allem begreifen, dass unser Egoismus unser Feind ist und aus- oder angeglichen werden muss. Wir besitzen die gute Kraft, die den Egoismus ausgleichen kann – wir müssen sie lediglich entfalten.

Die Kraft des Guten und die Kraft des Bösen sollen richtig miteinander verbunden werden, um die sogenannte „mittlere Linie“ zu erreichen, die Integration von Gutem und Bösen. Durch die Balance der beiden Kräfte kommen wir zu einer guten und ausgeglichenen Welt.

Die ganze Natur ist auf diese beiden entgegengesetzten Kräften aufgebaut: Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, Plus und Minus, Wärme und Kälte, Elektronen und Positronen. Es gibt keine Kraft in der Welt, die keine Gegenkraft besitzt.

Man muss nur den Punkt des Gleichgewichtes in allen Aspekten zwischen den beiden finden und an diesem Punkt fühlen wir uns gut. Wenn wir diese beiden Kräfte  in Gleichgewicht bringen, werden wir spüren, dass wir in einer ewigen und vollkommenen Welt leben – im Garten Eden.

Aus dem Radioprogram 103FM vom 11.12.2015

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Der Krieg gegen den Terror wird nicht mit Waffen gewonnen


Der Krieg gegen den Terror wird nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit dem Geist.

Das Problem

Acht Männer reichen, um eine starke, stolze Nation in die Knie zu zwingen. Keine Armee oder Polizei der Welt kann die Sicherheit der Bürger garantieren, wenn entschlossene, gehirngewaschene Radikalsten am Werk sind, deren einziges Ziel es ist, so viele Nicht-Muslime wie möglich zu ermorden, bevor sie selbst sterben. Jetzt, wo zahllose Flüchtlinge nach Europa strömen, wird klar, dass das Europa, so wie wir es kennen, Vergangenheit ist.

Der Islamismus kämpft nicht mit Gewehren und Kanonen. Man kann die militärische Schlagkraft beispielsweise des IS wirklich nicht mit der Militärmacht der westlichen Welt wie der NATO, USA oder Russland vergleichen. Doch der IS macht sich breit, wo auch immer er seinen Fuß hinsetzt, denn heute werden Kriege nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Geist und mit einer Ideologie, die zu diesem Geist passt.

Die Ideologie des radikalen Islam ist sehr einfach: Entweder konvertieren und einer von ihnen werden oder sterben. Die Islamisten haben keine Angst vor dem Tod, denn sie glauben, ein Shahid zu werden (ein Mensch, der während der Verbreitung oder zum Schutz des Islam stirbt), welcher mit ewigem Glück im Himmel belohnt wird. Im schmerzvoll leeren post-modernen Europa, das mehr auf den Euro als auf die Europäer setzt, kann so eine scheinbar einfach strukturierte Idee großen Einfluss haben, denn sie verleiht dem Leben eine Bedeutung und die Gewissheit auf ewige Glückseligkeit.

Die Lösung

Um den Krieg gegen jeglichen Radikalismus, nicht nur gegen den islamistischen Fundamentalismus zu gewinnen, muss sich der Westen seinerseits bemühen, dem Leben eine Bedeutung zu verleihen. Der Verlust des Lebenssinns treibt Millionen Jugendliche zu Extremen, sei es religiöser Fundamentalismus, Rechtsextremismus, Depression oder Selbstmord.

Momentan pflegt der Westen die „der Gewinner kriegt alles“ Strategie. Jene, die sich über alle anderen erhoben haben, werden zu Vorbildern, egal wie viel Leichen in ihren Kellern vergraben sind. Egal wie viele Menschen ihrer Ruhm- und Gewinnsucht zum Opfer gefallen sind. Wir müssen dieses Paradigma in Richtung eines anderen ändern, das Menschen eher umarmt als eliminiert.

Die Welt ist bereits untrennbar miteinander verbunden und einer ist vom anderen abhängig, daher müssen wir nur lernen, wie wir diese Integration schaffen und wie wir davon profitieren können. Wir sind bereits eine „Einheit“ auf buchstäblich jedem Niveau – sozial, wirtschaftlich und emotionell – doch wir verhalten uns noch immer so, als wären wir es nicht. Wir verfolgen eine selbstzentrierte Haltung und benehmen uns geradewegs wie ein Krebsgeschwür, das sich gegen seinen Wirtsorganismus stellt, bis er letztendlich zusammen mit diesem untergeht.

Die Lösung für unser Wehklagen liegt nicht im Kampf gegen den Terror. Ja, als erste Maßnahme vielleicht. Doch zum Frieden gelangen wir nur, wenn wir die Einheit über unsere Differenzen stellen. Einheit und Verbindung zwischen den Menschen triggern gute Gefühle, denn sie fördern das prosoziale Element in uns. So wie Entfremdung und Argwohn das selbstzentrierte Element in uns fördern, setzt das entgegengesetzte Element prosoziale Gefühle in uns frei, auch wenn diese zunächst „gespielt“ sind. Dies wiederum stärkt unsere Verbindung und unser Streben nach noch mehr Verbindung.

Verbindung ist die Basis jeglichen Lebens. Wir würden gar nicht existieren, gäbe es keine Verbindung zwischen unseren Zellen und Organen. Unser Planet wäre nie zu einem Ort des Lebens geworden, hätten sich nicht alle Teilchen zu einem globalen Ökosystem verbunden. Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie nicht endlich Verbindung über Trennung stellt. Die Verbindung gibt dem Leben Bedeutung, denn sie erweitert buchstäblich unsere Sinne.

Wenn wir Verbindung schätzen, winkt uns eine breitere Perspektive als Lohn. Eine Perspektive, die das Wohlergehen und den Wohlstand der ganzen Menschheit im Auge hat. Unter diesen Umständen wird auch die Freiheit grenzenlos, denn die Menschen setzen dann ihre einzigartigen Fähigkeiten und Talente für das Allgemeinwohl ein und tun sich und dem Rest der Welt Gutes damit. Man stelle sich eine Welt vor, wo jeder Mensch so agiert und die Vorteile eines solchen Arrangements versteht.

Wahre Einheit und Verbindung erfordern nicht, dass alle Menschen gleichgemacht werden, sondern dass jeder seine Einzigartigkeit zeigt und sich damit gleichzeitig um das Wohlergehen seiner Nächsten kümmert. Menschen, die in einer Umgebung leben, die ihr einzigartiges Potential erkennt und fördert, werden niemals unglücklich sein oder nach extremen Lösungen suchen. Denn in solch einer Wirklichkeit werden sie respektiert und für ihren Beitrag zur Gesellschaft gelobt.

Um also den spirituellen Krieg gegen jeglichen Fundamentalismus zu gewinnen, sollten wir den Geist der Einheit und Verbindung über unsere Unterschiedlichkeiten stellen und zur Einzigartigkeit ermutigen, damit wir alle davon profitieren.

The Jerusalem Post, 15.11.2015

Auf der Spur der Pariser Tragödie: Freiheit und Erlaubnis

Frage: Nach dem verheerendem Terrorakt in Paris, der 129 Leben gekostet hat, reden viele über einen Dritten Weltkrieg…

Antwort: Es ist noch kein Dritter Weltkrieg, denn dieser wäre ein Atomkrieg und würde die Welt zerstören. Ich will diese Tragödie keinesfalls klein machen, eine Tragödie, die Frankreich und die ganze Welt betrifft. Zu unserem Bedauern werden diese Terrorakte schon zu alltäglichen Geschehnissen. Vor einer Woche wurde ein russisches Flugzeug mit mehr als 200 Menschen zerstört. Das ist zwar noch kein Weltkrieg, aber es sind erste Symptome. Wenn wir so weitermachen, werden wir in einer Katastrophe enden.

Frage: Frankreich ist die Mutter der demokratischen Begriffe wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – die Schlagworte der französischen Revolution. Wie ist es möglich, dass sich genau hier die dunklen Kräfte des Bösen enthüllen?

Antwort: Seit der französischen Revolution wurde die Demokratie derart „zurechtgebogen“, dass die Freiheit als Erlaubnis für alles und jedes verstanden wird. Das ist aber nicht gut. Alles soll in Balance bleiben, weil unsere Welt auf dem Gleichgewicht zweier Kräfte basiert – Licht und Dunkelheit, Plus und Minus, Kalt und Warm. Die ganze Natur besteht aus dem Zusammenspiel dieser beiden Gegensätze. Eine grenzenlose Freiheit kann zu verheerenden Folgen führen, die schlimmer als Sklaverei und Diktatur sind.

Solange die Menschheit keine Freiheit hatte, war klar, wie schrecklich die Sklaverei war. Aber es ist sehr schwer, denjenigen die Stirn zu bieten, die das Böse zulassen und es mit der Fahne der Freiheit und Demokratie verhüllen. Deswegen muss selbst die Freiheit richtig proportioniert werden.

Wir sehen, dass Frankreich innerhalb der letzten Jahrzehnte zu einem Asyl für Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten wurde. Es ist nichts von dem Frankreich der Europäer übrig geblieben, das durch seine klassische Literatur und Kultur berühmt wurde. Man erinnert sich nur mehr vage daran.

Die früheren Schlagworte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ sind zu schönen Worten mutiert, die nirgendwo realisiert werden. Es ist ja auch praktisch unmöglich, sie zu realisieren. Wir sollten realistisch bleiben. Es gibt die Demokratie, die wir schönreden und es gibt die bittere Realität, in der wir leben und die in der die Demokratie nicht mehr existiert.

Wir sollten Traumwelt und Realität trennen. Bei allem Respekt vor Frankreich, das als erstes Land die Welt zur Demokratie, Bildung und Kultur geführt hatte, muss man doch bedenken, dass damals die Zeit dafür gerade reif war und es nun Vergangenheit ist. Die Periode der Renaissance ist zu Ende.

Heute, nach 150 Jahren befinden wir uns in einer anderen Periode. In unserer Zeit herrschen Terror und Macht. Frankreich wurde statt Blau-Weiß-Rot zu Grün, und das beeinflusst sein öffentliches Leben. Man kann nicht mehr vom französischen Frankreich sprechen, wenn 10% seiner Bevölkerung Muslime sind.

Der Präsident von Frankreich stellt nicht Frankreich dar, sondern die Kraft, die es antreibt. Deswegen ist Frankreich in zwei Teile zersplittert. Die rechtsradikalen Anhänger Le Pens wollen das Land zum vorherigem Zustand zurückführen. Und obwohl es fast Faschisten sind, erscheinen sie den Franzosen nicht so schlimm und extrem wie der Terror, der in Frankreich herrscht. Die Franzosen sehen offenbar keine andere Wahl mehr als sich der rechten Linie anzuschließen.

Aus dem Radio-Programm 103FM, 15.11.2015

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Antwort auf Terror: Bildung ist keine Utopie

Frage: Wie wollt ihr das Volk verbinden, wenn 40% der Bevölkerung Israels an die Ankunft des Maschiach glaubt, 40% glaubt, dass es möglich ist, mit dem Iran, dem Islamischen Staat und Palästina Frieden zu schließen und 20% davon träumt, sich ins Meer zu stürzen. Es ist eine Utopie, dass es zu einer Einheit kommen kann!

Antwort: Es ist klar, dass man bei so einer Zersplitterung, die nicht nur innerhalb des Volkes existiert, sondern auch in jedem Mensch, nur schwer zu einer Verbindung gelangt. Und daher halten wir uns an „die Liebe deckt alle Sünden zu“ – das wird die Basis der neuen Bildung.

Wir nehmen die Menschen so wie sie sind, ohne sie zu nötigen oder zu verändern. Und nur durch unsere gute Aufklärung werden sie verstehen, dass uns die Verbindung wichtig ist und sie alle Unterschiede wettmacht. Es ist sehr gut, dass das Volk Israel keine graue Masse ist, sondern es viele Richtungen und Meinungen gibt.

Das Volk kocht vor Hass, Abneigung und Bosheit und wir sollten diesen Umstand nicht verdrängen wie andere Methoden es tun. Wir sollen lernen, wie wir trotz unserer Unterschiede eine feste, gegenseitige liebevolle Verbindung bilden. Trotz deines Hasses zu allen Menschen, die dich umgeben, muss du sie lieben. Wir sollen lernen, uns zu verbinden und unseren Hass in Liebe zu verwandeln: die Liebe zu anderen, zum Schöpfer und zu sich selbst.

In dieser Weise verbinden wir zwei Welten: Wir hassen alles, was nicht zu unserem „ich“ gehört, und sind deswegen verpflichtet, uns mit dem, was uns entgegengesetzt ist, zu verbinden. Es ist unmöglich, alle nach deinem Geschmack zu verändern, damit es dir leicht fällt, dich mit ihnen zu verbinden. Du solltest die anderen nicht dafür lieben, dass die dir ähnlich sind, sondern dafür, dass ihr das gleiche Ziel habt: ein Volk, das eine Lösung für das gemeinsame Leben findet.

Wie soll man so eine Verbindung „jenseits des Egoismus“ erreichen? Dafür gibt es die Methode der Kreise, in welchen wir eine besondere Kraft generieren, die nicht in jedem einzelnen existiert. Wenn wir uns entsprechend den Regeln verbinden, die die Kabbalisten erstellt haben, generieren wir unter uns die Kraft der Einheit jenseits aller Unterschiede. Diese Kraft hilft uns, den Zustand „die Liebe deckt alle Sünden zu“ zu erreichen.

 

 

Aus dem Unterricht 5.11.2015 [#169404]

Konzerne gehen in die Offensive

Transatlantischer Trick?

Es gab in Europa Massendemonstrationen gegen die drohende Transatlantische Freihandelszone zwischen der EU, USA und Canada. In Deutschland alleine gingen 250.000 Menschen auf die Straße, was die Wichtigkeit dieses Problems bezeugt. Das Abkommen befürwortet den Abbau von Handelsregulationen auf beiden Seiten des Atlantiks. Unternehmen und Firmen wird der Handel mit Im- und Export unterschiedlicher Güter durch gelockerte Restriktionen erleichtert. Auf den ersten Blick sieht das ja gut aus: Eine intensivierte Zusammenarbeit unter Partnern stärkt..

Dennoch sind viele Menschen besorgt darüber, dass das Abkommen den Handelspartnern exzessive Machtzugeständnisse zubilligen und existierende Gesetze und Regeln zugunsten der Interessen großer Firmen unterminieren würde. Heute schützen diese Gesetze die Interessen der Konsumenten, wie zum Beispiel, dass bei Fleisch die Grenzwerte für Hormone und Antibiotika, die zu gesundheitlichen Schäden führen könnten, nicht überschritten werden. Doch nun könnte dieses Gesetz unterminiert werden, und zwar durch eine Lockerung der staatlichen Aufsicht, welche den Unternehmen erleichtert, alles zu tun, was sich in einem größeren Profit niederschlägt.

Für Regierungen würde es schwieriger, diese Unternehmen in die Pflicht zu nehmen und legal den Markt zu Lasten der Unternehmensgewinne zu beschränken. Dies würde im weiteren dazu führen, dass Großunternehmer und Konzerne an Einfluss gewännen und letztendlich den Behörden ihrer Staaten ihren Willen aufzwingen.

Jenseits des Gesetzes

Es ist nicht nur eine Angst. Es ist ein sich entwickelnder Prozess. Vor vielen Jahren war ich in die Schweiz eingeladen, um einen Vortrag zu halten. Auf der Straße lagen eine Bank und ein Regierungsgebäude genau nebeneinander. Mein Begleiter witzelte darüber, dass die wichtigen Entscheidungen nicht im Parlament getroffen würden sondern in den Finanz Lobbys: Jeder Minister ginge auf dem Weg zur Arbeit in die Bank und erhielte dort seine Instruktionen.

Doch leider ist dies längst kein Witz mehr! Seit etwa 15 Jahren haben wir es mit einer neuen Situation zu tun: Menschen mit sehr viel Geld beherrschen die Regierungen. Es ist ein globales Geschäft und dies gibt den Konzernen noch nie dagewesene Macht und Möglichkeiten. Sie haben (fast) jede Freiheit; sie können ihre Betriebe und ihr Kapital von einem Ort an einen anderen verlegen und ihre Ressourcen jenseits „offizieller Grenzen“ austauschen. Für sie existieren keine Grenzen. Eine Armee gut ausgebildeter Rechtanwälte ist stets zur Seite; sie haben genug Geld, um alles und jeden zu kaufen, eingeschlossen behördlicher Institutionen. Es ist allgemein bekannt: Je mehr Geld im Spiel ist, desto weniger werden die Gesetze beachtet. Dies führt dazu, dass Regierungen von Großgeschäften abhängen. Die einzige Ausnahme bilden totalitäre Regime. Ihr Freiheitsgrad ist ebenso beschränkt, jedoch haben sie immerhin die Oberhoheit über ihre Entscheidungen und müssen letztere nicht mit den Reichen absprechen oder koordinieren. Doch jeder Diktator kann von einem „Rothschild“ – durch eine Finanz-Elite, die die Weltherrschaft anstrebt – neutralisiert werden.

Die Vorteile des Big Business

Das System wird vom Big Business beherrscht, das wiederum auf Senior-Unternehmern beruht. Es handelt sich dabei nur um ein paar Duzend Menschen. Sie „schmeißen den Laden“.

Daher wird unsere Welt zunehmend global und integral. All ihre Teile sind miteinander verbunden. Jeder hängt von jedem ab. Und das ist gut! Dank der modernen „Rockefeller“ entdecken wir sehr schnell, dass unsere Welt rund und unteilbar ist. Positiv daran ist, dass das Übel offensichtlich wird, was die Bedingung für die Therapie darstellt. Wir entdecken die Krankheit: Unsere Verbindung in diesem komplexen System dieser globalen Welt tickt falsch! Unsere Verbindung ist negativ. Als lebten wir alle in einer Wohnung, einem Land oder einem gemeinsamen Raum ohne künstliche Grenzen und gleichzeitig gehen wir uns gegenseitig immer mehr auf die Nerven und hassen uns.

Was kümmern mich die Schwankungen des Yen, Euro oder Dollar? Was hat das mit mir persönlich zu tun? Aber es ist offensichtlich: Ich hänge von ihnen zu hundert Prozent ab. Die Konzerne projizieren ihre Global Games auf meine höchstpersönliche Brieftasche. Daher öffnet uns das Big Business die Augen: Es bindet und beeinflusst uns mehr als die Regierung und zeigt uns, wie verbunden die Welt ist.

Gleichzeitig tritt das Big Business nicht aus seinem Schatten: Mogule und riesige Konzerne machen ihre Angebote und verlassen sich dabei auf die euphemistischen Erklärungen der aktuellen Ereignisse durch die TV-Nachrichtensprecher.

Weltbürger

Dies schafft weltweit eine Situation der gegenseitigen Bürgschaft, doch mit einem Minus davor. Wir alle scheinen von einer Bank, einer Versorgungsquelle, einem Verstand, einem Verlangen abhängig zu sein – dem Big Business.

Würden sich die einflussreichsten Leute in einem Raum treffen, könnten sie alles bestimmen, was auf der Welt passiert. Ihre Entscheidungen würden zur Umsetzung gelangen, wenn auch nicht für die Höhere Kraft. Daher lässt mir diese geballte Macht nicht viel Wahl. Ich kann die Ereignisse in fernen Ländern, und was dort vor sich geht, nicht mehr wie früher ignorieren. Alles, was sich auf der Welt abspielt, ist wichtig, denn heute beeinflusst alles alles.

Sobald wir spüren, dass die Welt untrennbar verbunden ist, sind wir „Weltbürger“: Ich hänge von jedem ab. Und jeder hängt von mir ab. Warum sollte ich mich als Europäer um lokale Regierungen kümmern, wenn es keine Grenzen mehr gibt und ich mich überall niederlassen kann? Unterschiede verschwimmen, Gesetze werden vereinheitlicht..

Als ich zuletzt in Europa war, sah ich kaum mehr Unterschiede. Nur als ich in die Schweiz einreiste musste ich eine Gebühr bezahlen. Es gibt keine Grenzen mehr. Die Menschen erkennen, dass die Welt verbunden ist; wir erkennen unsere gegenseitige Abhängigkeit. Doch bisher tut uns unsere Verbundenheit nichts Gutes; vielmehr beschert sie uns Leid.

Gegenseitige Bürgschaft mit einem Minus davor

Frage: Was bedeute gegenseitige Bürgschaft mit negativem Vorzeichen?

Antwort: Wir leben in einer Gesellschaft; ich kümmere mich zusammen mit anderen um das gemeinsame Gut; ich trage zur Gesellschaft bei und mache mir keine Sorgen darüber, dass die anderen nicht das Gleiche tun. Jeder dient jedem: Manche Menschen kümmern sich um die Sicherheit, manche um den Handel, wieder andere um die Gesundheit, Bildung etc. Das ist das Ideal. In Wirklichkeit ist es aber ziemlich anders. Wir leben in einer Welt, wo sich niemand um den anderen kümmert. Wir ignorieren unseren Nächsten oder beuten ihn einfach aus. Als Ergebnis davon füllt etwas unklares, unverständliches das Vakuum der Nichtverantwortung und Anarchie aus.

Doch der Grund für die riesige Macht der Großkonzerne liegt darin, dass sich ein passendes System bildet, das wiederum ihnen selbst dient. Diese Spitze der Pyramide der Welt versorgt sich selbst mit allem, was sie braucht. Sie haben ihre eigenen Schulen, Universitäten, Medizin u.s.w. Wenn die Königin von Jordanien einen Arzt benötigt, weiß sie, wen sie konsultiert. Sie nimmt dabei keine Rücksicht auf die politischen oder diplomatischen Beziehungen ihres Landes. Auf diesem Niveau sind sie alle eine „Gemeinschaft“.

So schufen die Konzerne eine Art „internationale Regierung“, die die tatsächliche Macht besitzt. Denn zuletzt ist die wichtigste Kraft in unserer Welt – das Geld.

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