Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Die Arbeit dazwischen

Die Hauptarbeit liegt nicht in den Kongressen, sondern zwischen ihnen. Und jeder Tag kann wie ein Kongress sein, wie ein großer Aufstieg, oder Abstieg – alles kommt zusammen.

Jeder Tag muss wie ein neuer Anfang sein, und das sogar mehrmals am Tag. Wir müssen nicht warten, bis die vorherige Stufe unserer Gefühle verschwindet. Obwohl diese Gefühle in jedem Fall für die Ewigkeit eingeschrieben sind, da von uns bereits korrigiert, sind wir einige Schritte vorwärts gegangen und haben eine neue Verbindung in Quantität und Qualität erreicht. Aber dann verschwindet dieser Zustand und wir führen unsere Arbeit weiter.

Die Verhüllung kann durch zwei Gründe verursacht sein: Entweder wir haben einfach zugelassen, dass der erreichte Zustand verschwindet, oder wir haben begonnen, uns in einer neuen Art von Verbindung zu engagieren, in neuen Zielen, und deshalb hat sich die vorherige Stufe bereits erschöpft.

Der bevorstehende Kongress in Italien ist insofern besonders, weil er viele verschiedene Gruppen, die der vereinigten europäischen Gruppe angehören, zusammenbringt. Das ist das wahre zerbrochene Babylon, welches wir wieder vereinen müssen.

Europa ist das Zentrum aller modernen Zivilisationen, der Ort, der die Geschichte der Menschheit stark beeinflusst hat. Deshalb müssen wir versuchen, vor allem die Unterschiede dieses ganzen Babylon zu vereinen, das sich wie von selbst bewegt hat, von Mesopotamien nach Europa.

Mit den heutigen europäischen Nationen und modernen Bedingungen ist eine völlig neue Art von Arbeit in Qualität und Quantität erforderlich. Wir müssen solche Schwierigkeiten wie verschiedene Sprachen und Kulturen überwinden. Europa ist wie eine Miniaturwelt.

Egal, in welchem ​​Zustand wir uns befinden, sei es Größe oder Kleinheit, unsere Sorge sollte nur sein, niemals unsere Wurzel zu verlassen. Es ist nicht nötig zu versuchen, die gleiche Art von Verbindung und sogar die gleiche Intensität beizubehalten – lass sie sich ändern und verschwinden. Das Wichtigste ist die Verbindung selbst aufrecht zu erhalten, am selben Schöpfer festzuhalten, nach demselben Grundsatz: „Es gibt niemanden außer Ihm.“ In Bezug auf Ihn wollen wir unsere Einheit erneuern, indem wir einen neuen Zustand erreichen, einen neuen Mangel.

 

Dr. M. Laitman, 23. Mai 2018

Gesundheit für die sozialen Netzwerke

Replik: Twitter hat eine neue Initiative gestartet: Es lädt Experten für die Entwicklung eines Modells ein, das „die Gesundheit“ dieser Plattform messen soll. Das wirft die Frage auf, was eine gesunde soziale Plattform überhaupt ist.

Meine Antwort: Ich denke für eine Antwort muss man zuerst verstehen, was der Sinn unserer Entwicklung ist. Dann erst kann man die Informationen und sozialen Plätze danach beurteilen, wie sie uns helfen, dass wir uns diesem Ziel annähern oder uns daran hindern, auf einem guten Weg zum Ziel zu kommen. Die „Diagnose“ der modernen sozialen Netze wird hart ausfallen: sie sind todkrank.

Ich kann die Enttäuschung der Gründer dieser Netze verstehen, Enttäuschung über das was die Menschen daraus gemacht haben. Das Problem liegt nicht im Internet, sondern darin, dass es vom Egoismus regiert wird. Man muss sich selbst korrigieren und nicht das Internet. Ohne dies wird uns nichts helfen. Die Menschen werden versuchen alles zu umgehen, weil sie vom Egoismus geleitet werden.

Insbesondere Twitter und auch das Internet als Ganzes müssen nur eines leisten: Umerziehung! Man muss die virtuelle Welt mit dem füllen, was für die Entwicklung von guten Wechselwirkungen zwischen den Menschen nützlich ist.

Ich bin kein Asket und bin gegen Einschränkungen. Aber die Menschen haben aufgehört zu lesen, sie haben aufgehört normale Informationen zu konsumieren, sie haben verlernt zu denken, zu analysieren, mitzufühlen. Im Grunde sind sie unglücklich und enttäuscht.

Heute macht die Mehrheit im Netz alles Mögliche, nur nicht das Wichtigste: sich mit sich selber zu befassen! Der Mensch ist verzaubert von dem leuchtenden Bildschirm und strebt nicht zu etwas Erhabenem, zu sich selbst auf der nächsten Stufe.

Die Zeit ist gekommen, das gleiche System anders zu nutzen: für den Aufstieg, für das Wohl der Menschen.

 

[#224739]

Das Allgemeine und das Einzelne sind gleich

Frage: Baal HaSulam schreibt im Artikel „Die Essenz der Wissenschaft der Kabbala“, dass „das Allgemeine und das Einzelne gleich sind“. Was bedeutet das?

Meine Antwort: Die Spiritualität teilt sich in Teile auf und deswegen hat jedes kleinste Teilchen des spirituellen Systems genau dieselbe Wertigkeit wie das gesamte System.

Wenn wir auch nur das kleinste Teilchen aus dem System wegnehmen, zerstören wir das gesamte System, weil sich jedes Körnchen des spirituellen Systems in absolut allen seinen Teilen befindet! Auf diese Weise kommt es beim Fehlen des kleinsten Teilchens zu einer Störung des richtigen Funktionsablaufs des Systems.

Daraus folgt, dass das Allgemeine und das Einzelne gleich sind. Also, wenn irgendeine Lücke, Auslassung oder eine Fehlfunktion vorliegen, äußert sich das im gesamten System!

Frage: Wie wird dieses Prinzip praktisch genutzt?

Meine Antwort: In der Spiritualität müssen wir ständig zur Vollkommenheit streben. Der Unterschied zwischen den 125 Stufen liegt darin, dass wir uns mehr und mehr in das integrale System einschalten.

 

Aus dem Unterricht in Russisch vom 26.11.2017

[#224147]

Das Gesetz der Weltlenkung, Teil 2

Wir können unsere Verlangen nicht weiter vergrößern, jetzt muss man ihre Nutzung ändern. Die Menschheit versteht das nicht und deswegen begreift sie nicht, was mit uns geschieht.

Wir sind in eine Periode eingetreten, wo wir keine großen Verlangen mehr brauchen. Deswegen sieht die heutige Generation in ihrer Entwicklung so müde und enttäuscht aus. Die jungen Menschen sind nicht begeistert von Karriere, von Familie. Sie möchten überhaupt nicht an die Zukunft denken. Diese Zukunft ist für alle unklar.

Dies alles geschieht nur deswegen, weil in der Welt anstelle des linearen Gesetzes des Egowachstums (welches jeder einzelne für sich selbst bereits realisiert hat) ein neues Gesetz zu wirken beginnt. Das ist ein integrales Gesetz, das von uns die Verbindung zwischen uns verlangt. Jetzt wird die Entwicklung der Welt von der Kraft unserer Verbindung abhängen wie von den Zellen eines Organismus. Je mehr Güte und Gegenliebe in unseren Wechselwirkungen existieren, desto weiter werden wir voranschreiten.

Wir sehen, dass diese Tendenz auch in der Technik genutzt wird: je komplizierter die Programme und Mechanismen werden, je mehr innere Komponenten sie beinhalten, desto vollkommener werden die Geräte. Das Voranschreiten geschieht nicht dank der Vertiefung in konkrete Details, sondern dank der stärkeren Verbindung zwischen diesen Details. Die Entwicklung der Technik in den letzten Jahrzehnten basiert auf der Entwicklung der Verbindungen zwischen den Elementen.

In der menschlichen Gesellschaft sind wir nicht fähig zu solch einer Entwicklung, weil die Elemente in dieser Welt wir selber sind. Wir wollen uns nicht miteinander verbinden. Deswegen verstehen wir nicht, was das Gesetz der Entwicklung von uns verlangt. Das ist das größte Problem der Menschheit heutzutage. Dieses Problem wird durch das Unverständnis darüber hervorgerufen, dass wir in eine neue Epoche eingetreten sind. 

Baal HaSulam nennt diese Periode „die Letzte Generation“, weil die Menschen beginnen zu verstehen, dass die individuelle egoistische Entwicklung abgeschlossen ist und jeder weitere Fortschritt nur durch die Entwicklung der richtigen Verbindungen zwischen uns möglich ist. Wir sind verpflichtet  zu verstehen, dass wir zu einem System gehören, in dem die Gesetze der gegenseitigen Anteilnahme und des gegenseitigen Verständnisses vorherrschen.

Alle Menschen sollten sich als einen Organismus wahrnehmen, als Zellen oder Organe, die richtig miteinander verbunden sind. Wenn wir so eine Verbindung erbauen, spüren wir in ihr die gemeinsame Kraft, die die gesamte Natur durchdringt, welche „der Schöpfer“ genannt wird. Wir selber erschaffen dies mit unserer richtigen Verbindung und offenbaren Ihn darin.

Das ist der Auftrag des Menschen in dieser Welt  und das verlangt die Zeit von uns. Die Menschheit ist verpflichtet, sich auf solch ein Niveau zu erheben. Je schneller wir die Etappen begreifen, die schon im Programm der Natur eingeschlossen sind und sie selber realisieren wollen, desto gütiger und angenehmer wird unsere Entwicklung aussehen. Wir werden verstehen, was für ein Ziel vor uns ist und wir werden die richtige Reaktion der Natur auf all unsere Handlungen bekommen.  

Der Endzustand existiert schon in der Natur. Dort sind wir alle miteinander ideal verbunden. Solch ein System heißt „Adam“, der erste Mensch, also „ähnlich“ (dome) der gesamten Kraft der Natur: der Kraft des Gebens und der Einheit. Die richtige gegenseitige Verbindung nennt sich Liebe, bei der jeder die Bedürfnisse des anderen versteht und richtig mit ihm kommunizieren kann.

Zu lieben heißt zu wissen, wie man den anderen mit allem, was ihm fehlt, versorgt und der andere mir geben kann, was mir fehlt. So realisieren wir den gemeinsamen integralen Mechanismus der ganzen Menschheit. Man muss verstehen, dass in der Welt nichts Überflüssiges erschaffen wurde. Wenn wir das System kennen, werden wir für jeden einen passenden Platz finden, den nur er ausfüllen kann.

Wenn ein Kind mit Legosteinen spielt, bleiben bei ihm normalerweise einige Steine übrig. Dies geschieht nur deswegen, weil es nicht das ganze System kennt. Derjenige aber, der dieses System erschuf, wusste genau, wo sich jedes Teilchen verbinden soll und was seine wahre Funktion ist.

Genauso auch wir, wenn wir das gesamte System kennenlernen, werden wir verstehen, wie wichtig und notwendig jeder von uns darinnen ist. Daraus werden wir das richtige Verhältnis zwischen uns entwickeln, weil nichts Überflüssiges in der Natur erschaffen wurde.

Wenn wir verstehen, dass in Wirklichkeit das System der Natur integral ist, dass es vollkommen ist, und nur wir das nicht sehen wegen unserem Egoismus, dann nennt man solch einen Zustand „Glaube über dem Verstand“.

Ich werde nicht von dem geleitet, was ich jetzt sehe und verstehe, wie ein Kind, das ein Puzzle nicht zusammensetzen kann, sondern ich versuche den richtigen Platz für die Verbindung von jedem Detail zu finden, um sie schließlich in ein vollkommenes System zu verbinden. Das nennt sich die Arbeit „über dem Verstand“.  

Deswegen lernen wir, dass wir uns auf der Suche befinden, wir studieren die Gesetze der Natur, versuchen uns kennen zu lernen und herauszufinden, wie wir uns in irgendeiner Form verbinden können. Dabei offenbaren wir unsere Unterschiede, wie Kinder, die Teile eines Puzzles verdrehen und sie nicht miteinander kombinieren können.

Dabei muss man verstehen, dass alle „Puzzleteile“, jeder Mensch heutzutage, bereits zu seinem Endzustand herangewachsen ist und sich nirgendwo anders weiterentwickeln kann. Wenn wir Druck auf ihn ausüben und ihn zwingen werden, sich wie zuvor zu entwickeln, dann werden sich in ihm Mutationen  und bösartige Formen offenbaren.

Das ist genau das, was wir jetzt in unserer Gesellschaft und unseren Kindern sehen, weil wir ihnen nicht die Methode der richtigen Verbindung untereinander geben. Und das muss die nächste Etappe der Evolution werden. Nur indem wir die Gesetze der richtigen Wechselwirkungen studieren, werden wir daraus die Gesetze der Lenkung der Welt verstehen und wir werden fähig sein unser Leben zu stabilisieren.

 

Europäischer Kongress in Deutschland 2017 „Die Zukunft beginnt jetzt“, Lektion 1

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Das wichtigste kabbalistische Prinzip

Das wichtigste kabbalistische Prinzip lautet: „Es gibt niemanden außer Ihm.“

Es bleibt das immer wiederkehrende Thema in der spirituellen Entwicklung, die auf der Offenbarung des Schöpfers beruht.

Der Schöpfer offenbart sich als der einzige, der existiert, regiert und bestimmt. Er steht in ständiger Kommunikation mit uns und sendet uns alle möglichen Gedanken und Wünsche, die scheinbar aus dem Nichts in uns aufsteigen: Plötzlich möchte ich etwas, plötzlich taucht ein Gedanke auf und ich verstehe nicht, woher er kommt.

Daher ist unsere allererste Aufgabe, uns auf die Tatsache zu konzentrieren, dass „es außer Ihm niemanden gibt“, der die Quelle von allem ist, was mir geschieht und was in mir geschieht.

Zweitens bedeutet dieses Prinzip, dass das, was ich tue, praktisch vom Schöpfer getan wird.

Drittens, wenn ich denke, dass ich selbst handle, dann täusche ich mich. Aber es gibt solche Zustände, in denen ich den Schöpfer bitten kann, mich handeln zu lassen. Wenn diese Handlungen gegen meine Natur gerichtet sind, gegen mein Ego, dann bitte ich Ihn, sie durch andere zu ersetzen.

Es ist meine Bitte, die mit der richtigen Vorgehensweise bei meiner Interaktion mit der Umwelt aufsteigen kann; und nicht die Handlung selbst, die sowieso vom Schöpfer unter dem Einfluss des höheren Lichtes kommt.

Es stellt sich heraus, dass all meine Gefühle und alles, was von mir zu kommen scheint, tatsächlich vom Schöpfer kommt, obwohl dies vor mir verborgen ist.

Jedoch kann ich mich mit meiner Umwelt verbinden und von ihr solche positiven und negativen Anregungen in Gedanken und Gefühlen erhalten, in denen ich selbst beginnen werde, etwas Zusätzliches zu dem zu erzeugen, was der Schöpfer durch mich tut. Und dann werden diese Handlungen meine sein. In diesen Handlungen, Gedanken und Wünschen werde ich ich sein.

Was bedeutet „ich“? Wann erscheint ein Mensch (Adam)? Wenn er beginnt mit seiner Umgebung zu interagieren, dann geschieht das derart, dass er von ihr die Gelegenheit bekommt, ungeachtet des Schöpfers zu arbeiten, in entgegengesetzter Form zum Schöpfer. Dann gewinnt er Kraft und handelt. Dies wird „Meine Söhne haben mich besiegt“ genannt.

Frage: Wie kann ich den gegenwärtigen Lebensprozess mit dem Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ in Verbindung bringen?

Meine Antwort: Um dies zu tun, müssen Sie sich ernsthaft mit der Kabbala beschäftigen, denn nur die Kabbala verwirklicht das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ in allen Welten.

Das Licht regiert alle Welten, den Menschen und die ganze Menschheit, und verursacht all unsere Handlungen, Fragen usw. Daher passt die gesamte Weisheit der Kabbala praktisch in ein Prinzip rein – die Schlussfolgerung, dass es keinen anderen als die einzige vereinte Kraft der Natur gibt.

 

Aus dem Kabbala-Unterricht in Russisch 19.11.17

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Feiertage aus Sicht der Kabbala

Frage: Was bedeutet ein Feiertag aus der Perspektive der Kabbala?

Antwort: Nach der Weisheit der Kabbala gibt es verschiedene Ebenen des Lichts, die zu uns herabkommen. Ihre Intensität bestimmt einen besonderen Zustand, der Feiertag genannt wird.

„Feiertag“ wird in Hebräisch „Hag“ genannt und stammt von dem Wort „Mehuga“ (Pfeil) ab, der sich ständig dreht und seine Kreise wiederholt. Anders gesagt ist ein Feiertag etwas, das sich von Jahr zu Jahr wiederholt. Es wiederholt sich in der Weise, dass zu dieser Zeit ein bestimmtes Licht herabsteigt und jeden, der darunter steht, in einen besonderen Zustand versetzt.

Es ist möglich, dass du in der spirituellen Welt im Zustand „Neujahr“ existierst, während ich mich im Zustand „Pessach“ (Passah) befinde. Man behindert sich nicht gegenseitig. Für dich ist es der eine, für mich ein anderer Zustand. Jeder hat seine eigene Zeit und seine eigenen Stufen.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 31.12.17

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Wie verhalten sich Kabbalisten Feinden gegenüber?

Frage: Wie behandeln Kabbalisten Feinde? Oder gibt es für sie keine Feinde, und sie sehen in allem nur Gutes?

Meine Antwort: Der Kabbalist steht zu Feinden auf zwei Ebenen in Beziehung: auf der Ebene dieser Welt und auf der spirituellen Ebene.
Auf der spirituellen Ebene helfen Feinde.
Auf der materiellen Ebene müssen wir sie nach den Gesetzen unserer Welt behandeln. Wenn uns also jemand „anfährt“, bringen wir ihn vor Gericht. Und den Rest klären wir auf unseren spirituellen Ebenen.

Aber ich verstehe, was meinen Feind antreibt, dass all dies vom Schöpfer getan wird, damit ich auf beiden Ebenen richtig darauf reagiere.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 07.01.2018

[# 225214]

Religion ist eine imaginäre „spirituelle Schale“

Der Mensch verfügt über eine intellektuelle Basis, und dank dieses Vorteils entwickelte er sich durch Handlungen und Leiden, nahm eine Religion, Politik und ein Weltgericht an, bis er schließlich zu einem zivilisierten Menschen wurde. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

Was bedeutet Religion? Der Mensch schafft in seinem egoistischen Verlangen eine vermeintlich spirituelle Welt, aber nicht durch eine Geburt im spirituellen Raum, sondern in sich selbst, innerhalb seines Egoismus´.

Die Religion ist eine Widerspiegelung jener „spirituellen Schale“, die er sich vorstellt: Engel mit Flügeln, Schöpfer auf der Wolke sitzend, Paradies, Hölle, usw. All dies wird innerhalb der Selbstsucht erschaffen, zum eigenen Vorteil.

Dabei wurde diese ganze Entwicklung nur einer qualitativen Mehrheit der Zivilisation auferlegt, während die Massen ihr als eine „formlose Substanz“ folgten.  

Zweifellos wurden alle Wissenschaften, die Kunst, Pädagogik und die Religionen erschaffen und bei den Massen eingeführt, damit das Volk als eine Herde der qualitativen Minderheit folgt.

Aber auch der Kopf der Menschheit ist immer noch ein egoistischer Teil, der für sich selbst ein System von Führung und Verständnis für Religionsausübungen entwickelt hat, um sich in jedem Zeitalter so bequem wie möglich einzurichten.

Als die Massen ihre Augen öffneten und das Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollten, mussten sie alle Korrekturen und Gesetze der Entscheidungsträger außer Kraft setzen: Religion, Weltgericht, Politik. Schließlich entstand das alles nur im Geiste der Entscheidungsträger und diente ihrer Entwicklung zu ihrem eigenen Vorteil.

Anmerkung: Gab es dann irgendwann eine Massenrevolte?

Antwort: Es kommt auf das Wo und Wie an. Natürlich gab es einige Versuche von ernsthaften Aufständen, zum Beispiel im christlichen Glauben: Calvinismus, Luthertum und andere Strömungen. In den christlichen und muslimischen Religionen gab es eine große Abkehr vom ursprünglichen, wahren Teil ihrer Religionen. Sie fielen wieder in die sich ständig weiter entwickelnde Selbstsucht.

Dasselbe geschah mit dem Judentum, welches sich zunächst unter dem Einfluss des altruistischen Teils – der Kabbala – entwickelt hat, der vom materiellen Zustand absolut abgetrennt ist. Danach ist alles zum Stillstand gekommen.

Zur Zeit des Zweiten Tempels fielen die Juden vollständig in den Egoismus zurück, in den gegenseitigen Hass, und seitdem existieren wir auch so. Wir vergaßen sogar, dass wir einmal nach den Gesetzen der Liebe gelebt haben, und jetzt verweilen wir im Hass, wie im gewöhnlichen Leben. Selbstverständlich fühlen wir uns als normale Menschen, sogar als Gerechte, ohne zu wissen, dass wir uns im reinsten Egoismus befinden.

 

[#224067]

Aus dem Unterricht „Vorbereitung zum Kongress in New Jersey“

Wir beginnen bereits zu fühlen, dass unsere Welt sich in einer Sackgasse befindet und in einer Krise steckt. Der Grund dafür ist, dass uns die Natur zu einer größeren Einheit drängt, zur Verbindung in ein System gegenseitiger Abhängigkeit von Menschen, Gesellschaften und Staaten.

In den letzten 50 bis 60 Jahren baute die Menschheit viele internationale Systeme und transkontinentale Konzerne auf, die sich plötzlich in der ganzen Welt rasant ausbreiteten. Sie überschritten Staaten und Grenzen bei ihren Aktivitäten und Interessen.

Andererseits werden Politiker und Völker immer egoistischer und können nicht kooperieren, ohne sich als ein Ganzes zu verhalten. Es stellt sich heraus, dass die Welt in eine sehr schwere Krise, so wie es sie noch nie zuvor gegeben hat, gestürzt ist.

Einerseits zwingt uns die Natur durch finanzielle und industrielle Systeme in ein Gesamtsystem, in die integrale Welt. Wir weigern uns aber, integral zu sein: Jede Nation fühlt sich eigenständig und möchte von niemanden abhängig sein.

Genau hier bricht eine große Krise aus, zu der es keine Lösung gibt. Die Welt tritt in eine globale Konfrontation ein. Baal HaSulam schreibt, dass wir keine andere Wahl haben, als zu erkennen, dass der menschliche Egoismus für alles verantwortlich ist, und wir sind verpflichtet, eine Vereinigung zu erreichen.

Der Egoismus bremst uns aus, wir müssen uns aber darüber erheben, wie uns die Methode der Kabbala lehrt. Wenn wir diese Methode anwenden, werden wir Erfolg haben. Ansonsten haben wir einen sehr langen Weg des Leidens vor uns.

Amerika fühlt diese Krise viel stärker als andere Länder. Daher besteht die Aufgabe des bevorstehenden Kabbala-Kongresses in New Jersey im Mai darin, wirklich zu fühlen, dass wir nicht durch ferne Kontinente getrennt sind, sondern zu einem System gehören, das höher ist als Geographie, Geschichte, verschiedene Sprachen, dass wir Teile eines Körpers, einer Seele sind.

Aus dem Unterricht  nach „Talmud der zehn Sefirot“

Alles hat seine Zeit, aber Israel beschleunigt die Zeit. Ich möchte daher dem Schöpfer zuvorkommen und als erster zu unserem Treffen kommen. Deshalb habe ich es so eilig.

Alles ist bereits festgelegt und vorgegeben, auch ich verletze nicht das Programm des Schöpfers – ich möchte einfach nur Ihm zuvorkommen. Genau dadurch, dass wir die Zeit beschleunigen, zeigen wir unser Streben und unsere Liebe.

Aus dem Unterricht nach Artikel „Shamati Nr. 190“

Der Auszug aus Ägypten ist vorerst bloß ein Auszug, aber kein Eintritt. Der Eintritt in die spirituelle Welt hat zur Bedingung die Überquerung des Endmeeres, die Aufnahme der Bürgschaft, die Gabe der Tora und das Zerbrechen des goldenen Stieres. Das ist ein kompletter Vorgang.

Die Freiheit kommt erst nach der Gabe der Tora, dem Zerbrechen des goldenen Stieres und dem Eintritt in die Wüste, d.h. nach dem Beginn der Enthüllung der Stufen von Bina. Bina heißt „Freiheit“. Der ganze Vorgang, der in der Wüste Sinai stattfindet, symbolisiert das Erreichen der Freiheit. Wir erheben uns höher und höher über unser Verlangen für uns selbst zu genießen, und dadurch erlangen wir die Freiheit vom Todesengel.

 

Aus dem Morgenunterricht von 08.04.2018

[#224624]

In der Welt der komplizierten Beziehungen

Frage: Warum können sich in unserer Welt Menschen, die sich unähnlich und entgegengesetzt sind, ergänzen und verbinden?

Antwort: Da wir in dieser Welt sehr verwirrt sind, ist es sehr schwierig zu sagen, wie wir uns genau verbinden: in der Ähnlichkeit oder nicht. Es ist von den Qualitäten abhängig, die uns miteinander verbinden.

Wenn ich das höchste spirituelle Ziel erreichen möchte, verlieren unsere tierischen Eigenschaften an Bedeutung für mich. Ich achte nicht auf die entgegengesetzten Qualitäten meines Freundes, sondern betrachte sie als Notwendigkeit für meine innere Arbeit, um verschiedene Gegensätze und Probleme zwischen uns zu überwinden.

Ich kümmere mich um die Absicht, das Hauptziel zu erreichen.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 26.11.17

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