Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Blitzantworten eines Kabbalisten

Frage: Wenn die ganze Welt in mir ist, wer bin dann ich?

Antwort: Das ist die schwierigste Frage, denn ich werde mich erst dann verstehen, kennen und entschlüsseln können, wenn ich meine volle Korrektur, also die Stufe des Schöpfers erreicht habe. Dann spüre ich, dass ich ein kleiner Punkt der höheren Kraft des Schöpfers bin.

Frage: Wer sind in meiner Welt die „anderen Menschen“? Sind sie in mir, werden sie von meinen Eigenschaften und meinen Wahrnehmungen abgeleitet? Existieren sie in dieser Form alleine?

Antwort: Sie existieren nicht alleine. Ich bin es selbst, der sie erschafft.

Frage: Wenn ich mich verändere, höre ich dann auf, ich selbst zu sein oder entdecke ich mich dann in der Zukunft?

Antwort: Wenn ich mich verändere, finde ich mich in der Zukunft wieder.

Frage: Wenn ich andere liebe bedeutet es dann, dass ich Teile von mir selbst liebe? Schließlich ist die ganze Welt in mir, sie strömt und lebt nur in meinen Gefühlen. Muss man im weiteren Sinn lernen, sich selbst anders zu lieben?

Antwort: Wohin mit deinem Egoismus? Du musst aus deinem Ego heraustreten und dich darüber erheben. Mit dieser Hilfe, wird aus der Eigenschaft des Empfangens, die Eigenschaft des Gebens. Du wirst dann mit den anderen kommunizieren und in Verbindung treten.

Frage: Wie verwechsle ich das wahre Streben nach spiritueller Empfindung nicht mit meinen emotionalen und psychischen Zuständen? Alle diese Zustände werden an mein Gehirn gesendet.

Antwort: Du wirst zunächst verwirrt sein, dann fängst du an, alles in Ordnung zu bringen. Es zeigen sich gewisse Darstellungen, Abhängigkeiten, Bedingungen oder sogar Grafiken. Nach und nach wird diese Technik ein Teil von dir werden.

Frage: Hat mein Verlangen eine besondere Kraft? Kann ich etwas mit meinem eigenen Willen korrigieren und ändern?

Antwort: Nein. Du kannst mit deinem Willen nichts ändern. Nur durch deine Verbindung mit den anderen, nur durch jene Handlungen die sich über deinem Egoismus befinden, kannst du deine eigene Natur und alles um dich herum verändern.

Frage: Wenn alle anderen Teile von mir sind und alles in mir ist, was bedeutet dann „wir“?

Antwort: Wir sind Teile eines Wunsches, welcher „Adam“ genannt wird.

Frage: Wenn jeder Mensch seine eigene Realität hat und wir sie zu einer allgemeinen Realität zusammenführen können, ist es dann genug unsere Gefühle, Empfindungen und Unterschiede in der Wahrnehmung mit den anderen zu teilen?

Antwort: Ich kann nicht sagen, wie man verschiedene Realitäten zu einem gemeinsamen Konzept vereint. Ich habe keine Worte dafür.

Aus dem russischen Unterricht, 26.08.2018

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Leben, Tod und Bewusstsein

Frage: Was geht, wenn es nicht die Seele ist, während der Geburt in den neuen Körper, in den Zyklus des Lebens über?

Antwort: Der Punkt im Herzen.

Frage: Was geschieht mit unserem Bewusstsein, wenn unser biologischer Körper stirbt?

Antwort: Es passiert nichts. Tatsache ist, dass unser Bewusstsein existiert, um unseren Egoismus zu sichern. Wenn der Egoismus stirbt, d.h. sich vor uns versteckt, dann brauchen wir kein Bewusstsein, deshalb verschwindet es.

Mit Hilfe unserer Methode entwickeln wir eine neue Art von Bewusstsein und eine neue Art von Verlangen. Ein neues Bewusstsein dient einem neuen Wunsch – dem Wunsch zu geben. Dafür brauchen wir nicht zu sterben. Wir können während unserer körperlichen Existenz mehrere Leben und Tode erfahren.

Wenn wir sterben, werden wir nicht das Gefühl haben zu sterben, da wir uns bereits in einem anderen Zustand befinden – außerhalb von unserem Körper.

Aus dem russischsprachigen Unterricht 07.10.2018

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An der Schwelle zum Durchbruch in die spirituelle Welt

Frage: Ist das Streben nach Wissen tatsächlich zum Hindernis für die Entwicklung der Kabbala geworden?

Antwort: Das Bedürfnis nach Wissen hat den Wunsch, die höhere Welt zu enthüllen, verzögert. Die Menschen begannen, die materielle Welt zu erforschen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts interessierten sie sich für Wissenschaft und Kunst, anschließend folgte die technische Revolution. Dadurch wurde das Streben nach Spiritualität überschattet.

Warum soll sich ein Mensch mit etwas Unbegreiflichen beschäftigen, wenn er interessante Möglichkeiten hat, die Geheimnisse der Natur dieser Welt zu entdecken und sie zu realisieren? So entstand der Drang nach Wissen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass sich die Wissenschaft erschöpft hatte. Gegen Ende des Jahrhunderts sagten viele Wissenschaftler, dass das Zeitalter der Wissenschaften zu Ende geht und es keine anderen Entwicklungsmöglichkeiten gäbe. Heute wird dem zugestimmt. Es gibt nichts mehr auf der Welt zu entdecken, was ein besonderer Durchbruch wäre. Es gibt sogar wissenschaftliche Theorien über die Endlichkeit des Wissens.

Die Wissenschaft der Kabbala erklärt, dass die Wahrnehmung ein menschlicher Vorgang ist und von unseren Fähigkeiten abhängig ist. Wir erforschen nicht, wie die Welt aussieht, sondern wie wir sie mit unseren Sinnen wahrnehmen.

Die Welt ist die Materie die wir fühlen. Wir müssen uns einen klaren Rahmen setzen: Wo liegt die Grenze unseres Erkennens? Es stellt sich heraus, dass wir uns der Spiritualität annähern, im Grunde genommen berühren wir sie bereits.

Auf diese Weise hat sich die Wissenschaft, die sich über 150 Jahre lang erstreckte, fast erschöpft. Wir stehen an der Schwelle zum Durchbruch in die spirituelle Welt.

Die Kabbala hat das vor vielen tausend Jahren vorausgesagt. Es war ihr klar, wenn Ende 2000 die Verwirklichung aller zehn Sefirot der Dritten Welt abgeschlossen sind, es ein Gefühl geben wird, dass es einen Durchbruch in eine höhere Welt geben muss.

Aus dem russischsprachigen Unterricht 07.10.2018

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Ändere dich selbst und du wirst eine glänzende Welt voll von Licht sehen


Frage: Sie sagten, dass die Menschen nicht die Welt, sondern sich selbst korrigieren müssten. Aber was soll ich tun, wenn ich sehe, dass die Hälfte der Menschen, die ich kenne, sich nicht korrigieren wollen, sondern sich nur wünschen, das Leben eines Tieres zu führen? Wie kann ich mich selbst richtig korrigieren?

Antwort: Sie müssen sich selbst korrigieren, bis Sie sehen, dass die Menschen damit aufhören, dass Leben eines Tieres zu führen. Statt Mitleid für diese Leute zu empfinden, bemitleiden Sie sich selbst dafür, wie Sie die anderen sehen. In dem Moment in dem Sie Ihre Sicht korrigieren, werden Sie diese Leute glücklich und erfolgreich sehen. Wenn Sie sich selbst ändern, werden Sie sie auf völlig andere Art und Weise betrachten. Jemand der unglücklich erschienen ist, wird sich als fröhlich und glücklich entpuppen. Sie werden einen reichen Mann anstatt eines Bettlers sehen. Sie werden jemanden, dessen einziges Interesse es zuvor war, Fußball zu sehen und Bier zu trinken, als weisen Schüler erkennen, der alle Welten erreicht hat.

Sie können trauern und klagen über das Bild wie Sie diese sehen, da dies nichts anderes als ein Ergebnis Ihrer eigenen Verdorbenheit ist, die Sie mit Ihren unkorrigierten Augen erblicken. Die ganze Welt ist ein Spiegelbild Ihres Inneren. In sich tragen Sie all die Laster dieser Welt. Wenn Sie Arme, Kranke oder Verdorbene sehen, dann zeugt dies nur von Ihrer eigenen Verdorbenheit. Sonst würden Sie eine Welt voller Güte sehen.

Wenn der Schöpfer „gut und Gutes tuend“ ist, wie kann es dann in der Welt etwas Böses geben? Das kommt daher, da es nichts Gutes in Ihnen gibt, sonst würden Sie eine leuchtende Welt erkennen. Man muss nicht die Welt korrigieren, sondern nur die Sicht auf diese. Niemand außer man selbst muss korrigiert werden. Sobald Sie dies tun, werden Sie feststellen, dass die Welt voll von Licht ist. Es ist die Welt der Unendlichkeit, perfekt und vollendet. Wir können dies jedoch nicht sehen, weil wir verdorben sind. Dies ist hinter 125 Vorhängen verhüllt, die wir entfernen müssen.

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Das Spiel ist eine kontinuierliche Arbeit der Gruppe

Ähnlich wie wir von den Theaterschauspielern erwarten, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um unsere Phantasie zu täuschen und uns zu zwingen ihre Theatervorstellung für real zu halten, so verlangen wir das gleiche von den Propheten der kabbalistischen Lehre: zu wissen, dass unser Herz berührt wird, bis der Glaube an diese Methode in unseren Herzen die Kraft der Wirklichkeit erreicht. (Baal HaSulam. Die letzte Generation, Teil 4)
Wir müssen so lange spielen, bis der Glaube an diese Methode in unseren Herzen an Kraft gewinnt. Das Spiel ist die ständige Arbeit der Gruppe. Wenn dies nicht der Fall ist, so ist es unwahrscheinlich, dass die Gruppe eine Chance hat weiterzukommen.

Frage: Ist ein Vertrag zum Spielen ein Vertrag zwischen uns oder ein Vertrag von jedem von uns in Bezug auf den Schöpfer? Gibt es einen Unterschied in diesen Definitionen?

Antwort: Es gibt keinen Unterschied. Ursachen und Wirkungen ändern sich ständig: Ich arbeite für sie mit dem Schöpfer an der Gruppe und ich arbeite mit der Gruppe für den Schöpfer.

Frage: Heißt das, dass der Begriff  „Vertrag mit dem Schöpfer“ und „Vertrag mit der Gruppe“ in und dasselbe sind?

Antwort: Ja und nein. Es hängt davon ab, was die Ursache und was die Folge ist.

Aus der Fernsehsendung „Die letzte Generation“, 08/02/2018
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Aus der Lektion zum Buch „Die Lehre der zehn Sefirot“.

„Malchut versüßt mit Bina“ das ist ein Wunsch zu genießen der sich reduziert, als würde er nicht existieren und sich in Bina einschließt. Dieser Wunsch beginnt sich allmählich zu öffnen und versucht sich den Eigenschaften von Bina anzunähern, als ob er Bina selbst wäre.

Stell dir vor, du bist in einer anspruchsvollen Gesellschaft zu einem Cocktail oder Bankett eingeladen, am Eingang wirst du belehrt: „Achte darauf, dass du dich anständig benimmst, es gibt hier sehr hochgestellte Menschen, nicht so einfache wie dich.“ Du machst dich klein, gehst hinein und beobachtest wie sich die anderen verhalten. Du versuchst unauffällig zu sein, d.h. du entfaltest nicht deine wahren Eigenschaften. Du schaust die anderen an und versuchst sie nachzuahmen, als wärst du auch ein Aristokrat. Du beobachtest sie, wie sie stehen, tanzen, sitzen und reden, wie sie nicht wie du es gewohnt bist, Wodka direkt aus der Flasche trinken, sondern ihre Cocktails genießen. Du gibst dir Mühe, so zu sein wie sie, d.h. du nimmst für eine Weile ihre äußere Form an.

Wenn du deine äußere Form änderst, gewöhnt sich dein Wunsch zu genießen daran. Die Einkleidung in solch einer äußeren Formen ist bereits eine Art von Korrektur. Es ist nicht unmittelbar deine Korrektur, sondern die, welche du von anderen abgeschaut hast.

Dies ist die Korrektur, die wir im Laufe von 600 000 Jahren vornehmen müssen.

Es gibt eine Korrektur, die unsere eigene Natur betrifft, du verwandelst dich dabei von einem Markthändler zu einem englischen Lord.

Im Laufe von 600 000 Jahren kleiden wir uns ein in: Nehi, Chagat, Chabad – Bina (diese Macht herrscht über Malchut, reduziert sie und verleiht ihr ihre Eigenschaften). Anschließend bekommt Malchut selbst die Kraft der Korrektur. Das ist etwas, dass wir gerade überhaupt nicht verstehen.

Bina macht das freiwillig, und Malchut kann dies durch die Kraft der Überwindung umsetzen. In dieser Gesellschaft gibt es Menschen, die sich gerne ehrenvoll verhalten, du handelst aus Not heraus, damit du nicht rausgeschmissen wirst. Für sie ist es ein normales Leben, d.h. sie haben die Eigenschaften von Bina, du unterstellst dich diesen Eigenschaften nur, da du in deinem Inneren vollkommen egoistisch bist.

Du beneidest diese Leute und willst so sein wie sie, sonst würde dein Stolz verletzt werden. Es wird gesagt: „Der Engel des Todes wird zum Engel der Heiligkeit „, der Pharao hilft den Söhnen Israels, sich dem Schöpfer anzunähern.

Wenn mein Stolz leidet, bin ich bereit, meinem Egoismus auf die Füße zu treten. Menschlicher Stolz ist die größte Macht. Ich kann weder essen noch trinken, bis ich so sein kann wie sie.

Unsere Eigenschaften sind darauf aufgebaut, dass wir uns gegenseitig mit einbeziehen. Die  vier Phasen Dalet entstehen in den vier Phasen des direkten Lichts als Folge der Eigenschaften des Gebens und der Liebe – nur in dieser Phase verwandeln sie sich vom Egoismus  zum Altruismus und beinhaltet somit alle

Eigenschaften des Schöpfers.

Aus dem Morgenunterricht vom 15.01.2019

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Erleuchte die Dunkelheit

Frage: Was sollte der Mensch fühlen, wenn er auf richtige Art und Weise voranschreitet?

Antwort: Es sollte sehen, dass er ständig ein tieferes Verständnis des Materials, der kabbalistischen Texte welche er liest, bekommt, und dass die kabbalistischen Texte über seine Eigenschaften sprechen, welche er tatsächlich innerlich zu unterscheiden beginnt.

Auch wenn er immer noch nicht die spirituelle Welt enthüllt hat, hat er jedoch bereits in sich ein sensibles System, in dem er eine Reaktion auf das fühlt, was er in dem Buch liest. Es ist, als ob sein inneres Reich der Bedeutung und Empfindungen erweitert wird. Dies geschieht während des Einflusses des Umgebenden Lichtes, welches den Menschen in seinem Zustand der Verhüllung beeinflusst und unsere schlechten Angewohnheiten aufdeckt. Wir erkennen dann, dass alle unsere Verlangen nur auf uns selbst gerichtet sind, die einzigen, die wir lieben.

Der Mensch entdeckt dann einen Raum in seinem Inneren, in welchem er verschiedene Phänomene und Reaktionen auf kabbalistische Texte zu spüren beginnt. Selbst wenn dieser Raum noch verborgen ist, so ist es so, dass der Mensch die Verhüllung tatsächlich wahrnimmt!

Die Zustände dieser Verhüllung sollten als Stufen empfunden werden.

Ich gehe auf meinem Weg und kann weder auf der Rechten noch auf der linken Seite etwas erkennen, noch was einen Schritt vor mir ist. Es gibt so viel was ich nicht weiß und ich verstehe nicht einmal, wie ich den nächsten Schritt machen kann. Kann ich überhaupt einen Schritt nach vorne machen oder werde ich stürzen?

Dennoch spüre ich, dass es einen Raum in mir gibt, in dem ich unterschiedliche Eigenschaften und Reaktionen wahrnehme. Also, selbst wenn ich in der Dunkelheit bin, ist es nicht so stockdunkel, dass ich gar nichts erkennen könnte. In der Tat erhalte ich verschiedene Eindrücke darin – manchmal mehr und manchmal weniger.

Das Licht, das auf mich wirkt, bestimmt, ob die Dunkelheit (meine Gegensätzlichkeit zum Geben) mir mal stärker und mal schwächer zu sein scheint. Also muss man diesen Ort in sich selbst finden und beginnen zu verstehen, was die wahre Bedeutung von „Verbrechen“ und „Sünde“ ist. Dies bezieht sich nur auf die Haltung gegenüber den anderen. Dies wird dann zu jenem dunklen Ort, an welchem ich die Dunkelheit erkenne.

Die Dunkelheit ist der Mangel an Verbindung mit den Anderen. Es ist wie mit einem elektrischen Schaltkreis: Wenn die Verbindung zwischen den Elementen unterbrochen ist, kann der Strom nicht fließen. Wenn wir ein wirkliches Verlangen nach Verbindung haben wollen, werden wir das Licht wieder einschalten!

 

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Die Sonnenkinder

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur, in dem das Licht, das zur Quelle zurückführt, verborgen ist“. Daraus kann man entnehmen, dass man nichts alleine, sondern nur mit Hilfe der Bitte, des Gebets erreichen kann.

Eine solche Bestrebung, zur Absicht des Gebens, zum Wohl für die anderen überzugehen, selbst wenn es nicht aufrichtig, sondern den in uns noch herrschenden Verlangen vollkommen entgegengesetzt ist, wird als Gebet bzw. Erhebung von MaN bezeichnet.

Wir haben einen winzigen Funken der Spiritualität bekommen, und um die Grenze der spirituellen Welt zu durchbrechen und in diesen zweiten Teil der Realität überzugehen, fehlt uns lediglich das Verlangen! Aus diesem Grund handeln alle unsere Gebete nur darum, das Verlangen zu erlangen.

Doch es gibt Zustände, in denen der Mensch gar nichts will. Und man muss verstehen, dass es ein Zustand, der uns ebenfalls von oben gegeben wurde, und nicht einfach nur unsere Faulheit oder Gleichgültigkeit ist. Der Mensch stellt eine Art „schwarze Kiste“ dar, die durch Signale von oben erweckt wird. Das Licht, welches auf unser Material, auf das Verlangen zu genießen, einwirkt, erweckt es mehr oder weniger oder lässt es ganz und gar kalt.

Und in Abhängigkeit davon erwachen wir entweder und streben wie eine Blume dem Sonnenlicht oder dem Regen entgegen, oder verwelken und gehen ohne Lebenskraft ein. Deshalb, wenn du keine Kraft und kein Verlangen nach der spirituellen Arbeit hast, musst du verstehen, dass genauso wie du einst die Begeisterung von oben erhalten hast und dich danach gerissen und gebrannt und gearbeitet hast, genauso wird dir von oben das Verlangen auch wieder genommen.

Und dieser Zustand wird absichtlich gegeben und anhand der persönlichen Eigenschaften eines jeden und seiner Vorbereitung bemessen – um für dich einen Ort für das Gebet zu erschaffen. Und du musst versuchen, mit Hilfe der Gruppe, der Bücher, des Lehrers und der Umgebung alle Kräfte für die Bitte zu mobilisieren.

Das Gebet wird aus der Hilflosigkeit, aus dem Widerwillen heraus geboren oder im Gegenteil, aus dem leidenschaftlichen Begehren heraus – es ist unwichtig, wie, doch es sind alles Bedingungen, die von oben gegeben werden. Und genauso wird die Umgebung für uns von oben organisiert: die Gruppe, der Lehrer, die Bücher. Und wir unsererseits müssen mit Hilfe des gemeinsamen Studiums und der Gruppe das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, finden.

Die Zeit, in der wir zusammen studieren, ist die beste Zeit für ein Gebet. Denn wir befinden uns in einer Verbindung mit dem höheren System, mit Malchut und Seir Anpin der Welt von Azilut, d.h. mit dem Schöpfer und seiner Shechina, wir werden in sie eingebettet, und zwar nicht jeder einzeln, sondern alle gemeinsam, das bedeutet, wir erheben ein gemeinsames Gebet. Dadurch verlangen wir nach der Kraft der Veränderungen und ziehen diese an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

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Was ist der Unterschied zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Egoismus?

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Egoismus?

Antwort: Das Verlangen zu empfangen ist ein natürlicher Wunsch. Unter Egoismus wird das Vergnügen auf Kosten eines anderen verstanden.

Wenn beispielsweise ein hungriger Löwe ein Schaf angreift und es tötet, damit er ein Frühstück hat, wird das Verlangen genannt.

Der Mensch will einen anderen Menschen erniedrigen, damit er auf dessen Kosten etwas bekommt. Er genießt nicht den Prozess des Empfanges an sich, sondern die Tatsache, dass er sich über den anderen erhebt. Das ist Egoismus.

Anders gesagt gibt es einen natürlichen Wunsch  sich zu füllen und es gibt einen egoistischen Wunsch.

Wenn ich mich nur wohl fühlen will, ist das eine Grundvoraussetzung für meine Existenz. Wenn ich etwas auf Kosten anderer bekommen und mich über sie stellen möchte, dann ist es Egoismus.

Aus dem russischen Unterricht vom 16.09.2018

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Die verborgene Bedeutung der Rolle der Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung“:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben“, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester“ (die Rolle der Esther) erzählt wird.

 

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