Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Immer mit mir – Teil 22

 

Die Zustände

Aber das ist das Erstaunliche, selbst als ich das erkannte, war ich nicht immun gegen Zweifel.

Wenn du dich entscheidest und zu dir selbst sagst: „Das ist mein Leben, das ist mein Weg, das ist mein Lehrer“, ja dann kommen die Fragen in dir auf, genau dann, wenn du dir so sicher bist: „Ist es so? Ist das der richtige Lehrer? Und das Ziel sollte überprüft werden…“

Du fängst an, gegen sie zu kämpfen, du machst viele Fehler. Du kannst nicht anders, du bist noch ein Kind.

Einmal, als ich in einem solchen Zustand war, wandte ich mich an RABASH und sagte ihm direkt: „Ich bin 34 Jahre alt, ich beabsichtige, mein ganzes Leben der Kabbala zu widmen. Ich mache mir nur Sorgen um eine Frage: Bist du der Lehrer, der mich zum Ziel führen wird?”

Ich dachte, er würde mich beruhigen, damit ich das Gefühl hätte, dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass ich Vertrauen, Stärke und Sicherheit von ihm bekomme. Es war umgekehrt.

RABASH sagte:

– Ich weiß es nicht. Du solltest es selbst fühlen.

– Wie?! – fragte ich, ich schrie fast auf.

– Mit Herz, antwortete er. – Es gibt keinen anderen Weg.

Er schickte alle zum Schöpfer. Er hat nie jemanden an sich selbst angeschlossen.

 

[# 243069]

Fortsetzung folgt…

Methode der Korrektur, Teil 5

Warum hat uns der Schöpfer nicht vollkommen geschaffen?

 Frage: In seinem Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“ schreibt Baal HaSulam, dass ein Mensch nur eine einzige Handlung vollbringen muss – seine Korrektur in Bezug auf die Umgebung, die zur Verschmelzung mit dem Schöpfer führen wird. Gleich stellt sich die Frage: Warum hat der Schöpfer/die Natur uns nicht von Anfang an vollkommen geschaffen, ohne uns mit all diesen Schwierigkeiten zu belasten?

Antwort: Dann könnten wir nicht spüren, wo wir uns befinden. Wir können uns als Geschöpfe nur durch zwei Gegensätzen empfinden: Dunkelheit – Licht, gut – schlecht, süß – sauer, usw. Wir können nicht nur Eines davon spüren, das gibt es in der Natur nicht.

Daher sind wir verpflichtet, alle negativen Eigenschaften, sowie alle positiven Eigenschaften zu absorbieren und diese Aufgabe systematisch zu lösen.

Frage: Heißt das, dass der Schöpfer nicht in der Lage war, uns von Anfang an vollkommen zu erschaffen? Bedeutet dies, dass es etwas gibt, was Er nicht kann?

Antwort: Lasst es uns zunächst so akzeptieren, um später zu verstehen, warum es notwendig war. Es ist wahrscheinlich noch nicht klar, dass Er uns nicht anders erschaffen konnte, nicht weil Er dazu unfähig wäre, sondern weil wir sonst gefühllos wären.

Nur einen Zustand zu fühlen bedeutet, nichts zu fühlen. Alles wird nur aus dem Kontrast, dem Vergleich wahrgenommen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

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Methode der Korrektur, Teil 4

Wie man das Naturgesetz erfüllt

Frage: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist das ultimative Ziel der Natur. Es gibt aber auch noch vorläufige Gesetze, von denen eines lautet: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu“. Was bedeutet das, worüber reden wir?

Antwort: Es geht nicht um Liebe, es geht darum, nichts Böses zu tun. Das ist unser erstes Gesetz.

Aussage: Aber ein Mensch ist dazu unfähig. Wenn ich egoistisch bin, schade ich trotzdem jemand anderem. Es stellt sich heraus, dass uns Gesetze gegeben werden, die wir gar nicht erfüllen können.

Einerseits heißt es, dass man sie umsetzen muss, andererseits kann man es nicht tun, da es gegen unsere Natur ist.

Antwort: Wenn du gewisse Neigungen, Ansatzpunkte, Wünsche, Bestrebungen hast, wenn du anfängst, etwas aus der Kabbala zu verstehen- du brauchst sie, sie ist der wahre Sinn in der Welt, du kannst dich nicht von ihr entfernen und du verstehst, dass die ganze Welt zu ihr kommen muss, – dann musst du nach dem Weg suchen, um es zu verwirklichen.

Dies kann nur durch eine höhere Kraft geschehen, die uns die Möglichkeit gibt, über unsere Natur hinaus zu handeln.

Nehmen wir an, es liegt ein Stück Eisen vor uns. Die Schwerkraft der Erde zieht es nach unten. Wenn ich einen Magneten darüber halte, wird das Eisen hochgezogen und in der Luft hängen. Beide Kräfte werden sich demnach ausgleichen und das Stück Eisen wird zwischen ihnen liegen.

Genauso ist es, wenn mein Egoismus unten bleibt und die entgegengesetzte Kraft über mir ausgeübt wird, dann werde ich in der Luft hängen und der Egoismus wird nicht auf mich drücken, ich werde unabhängig davon sein, mich in der Mitte befinden. Wenn die höhere Kraft so stark sein wird, dass ich an ihr festhalte und mein ganzer Egoismus unten bleibt, dann werde ich ein vollkommen Gerechter werden.

Wir müssen diese Kraft finden, damit sie auf uns einwirkt. Es gibt nichts anderes.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

(256820)

Immer mit mir – Teil 21

 

RABASHs System

RABASH hatte mit dieser, seiner äußerlichen Distanz mich förmlich gefragt: „Aber wo sind dann deine Vorstellungen, wenn du fertige Antworten bekommst? Diese Antworten bauen dich nicht als Forscher auf, sie füllen dich nur aus.

Du entwickelst nicht die Leere in dir, um den Schöpfer zu offenbaren. Du wirst die Kabbala nicht mit deinem Verstand begreifen, du brauchst es nicht einmal zu versuchen. Nur „das Herz versteht“.

Wie unterschiedlich waren diese beiden Systeme – Hillel und RABASH. Trotz der Tatsache, dass sie beide Schüler von Baal HaSulam waren.

Hillels System war: „Wir sind in der Lage alles zu verstehen, zu wissen“.

RABASHs System – „Wir wissen nichts, wir verstehen nichts“.

RABASH brachte dich nur dazu, zu offenbaren. Wenn es keine Offenbarung gibt, ist all dein Wissen wertlos. Es war so schwer, RABASHs Lektion völlig leer zu verlassen. Um gleichzeitig zu sehen, wie andere aus Hillels Unterricht herauskamen. Fröhlich, beflügelt, sagten sie uns: „Was ist dir hier nicht klar? Es ist so einfach zu erklären…“ Und haben erklärt!

Eines Tages kam RABASH zu mir. Er sah, wie verloren ich da stehe und nicht verstand, was besser wäre – Freude oder Traurigkeit nach dem Unterricht zu haben, und er sagte: ”Wenn du dich nach dem Unterricht nicht leerer fühlst als vor dem Unterricht, ist es kein Unterricht!”

Du musst rauskommen und das Gefühl haben, dass du nichts hast. Du musst schreien: „Was soll ich tun?“

Das ist ein Zeichen, dass die Lektion ein Erfolg war!

Glücklicherweise erhörte ich RABASH und entdeckte rechtzeitig, wer vor mir stand und dass ich ihm, ohne zu zögern und zu überlegen, in die Fußstapfen treten muss.

 

[# 243054]

Fortsetzung folgt…

Methode der Korrektur, Teil 3

Liebe deinen Nächsten 

Frage: Der Zweck der Schöpfung ist es, sich den Eigenschaften der allgemeinen Kraft der Natur oder der des Schöpfers anzugleichen. Seine Eigenschaft ist die des Gebens.

Baal HaSulam schreibt in seinem Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, dass man nichts überspringen kann um die Eigenschaft des Schöpfers zu erlangen, da man sich selbst täuschen kann.

Um sicher zu gehen, dass man diese Eigenschaft tatsächlich erreicht hat, wurde das Bild unserer Welt aus allen möglichen Formen geschaffen: unbelebt, pflanzlich, belebt und vor allem – menschlich. Ich muss die Einstellung zu den Menschen korrigieren.

Aus diesem Grund steht im Grundgesetz aller Primärquellen geschrieben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Was bedeutet das? Es versteht jeder auf seine eigene Art und Weise.

Antwort: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist das Ziel, das ein Mensch erreichen soll, wenn er an seiner Korrektur arbeitet.

Dieses Ziel ist weit weg, zunächst gibt es andere, vorbereitende Korrekturen.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ bedeutet, dass ich so wie ich mich heute selbst liebe, mich instinktiv, mehr oder weniger bewusst, an die Spitze der Welt stelle, ich mich nur durch mich selbst wahrnehme, die Welt von mir aus betrachte, und nur für meinen eigenen Vorteil handle und arbeite – ich mich verändern muss, die Welt anstelle von mir über mein Wohl stellen und mich nur um sie sorgen, als wäre sie mein geliebtes Baby.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

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Ist ein neuer Holocaust in den USA unvermeidlich? (Quora)


Michael Laitman, in Quora: „Ist ein neuer Holocaust in den USA unvermeidlich?

Die Signale, die für Juden auf eine extrem gefährliche Situation hindeuten, ähnlich zu der Zeit vor dem Holocaust zeigen sich in Amerika definitiv, wo jeden Tag in einem noch nie da gewesenen Ausmaß über eine steigende Zahl gewaltsamer antisemitischer Angriffe berichtet wird. Vorsätzliche Angriffe gegen Juden nur weil sie Juden sind, häufen sich besonders in New York. Überwachungsdienste sprechen bei Hassverbrechen bereits von einer Epidemie. 

Tatsächlich war das Jahr 2019, das schlimmste Jahr mit den meisten antisemitischen Zwischenfällen in New York City: laut Polizeibericht wurden 214 Beschwerden gemeldet im Vergleich zum Vorjahr mit 182 Fällen. Das ist ungefähr die Hälfte aller in der Stadt gemeldeten Hassverbrechen.

Das langsame Herannahen eines Pogroms in New York

Kürzlich wandten sich vier jüdische Anwälte in einem Brief an den Gouverneur von New York City, Andre Cuimo, und forderten ihn nachdrücklich auf, den Ausnahmezustand inmitten der Flut antisemitischer Straftaten auszurufen, und sie brachten ihre große Besorgnis zum Ausdruck, dass „es nicht mehr sicher ist, im Bundesstaat New York als orthodox zu gelten. Wir können nicht mehr einkaufen, eine Straße entlanggehen, unsere Kinder zur Schule schicken, oder einfach nur in Frieden leben.“  [Rest des Beitrags lesen →]

Immer mit mir – Teil 20

Zwischen Hillel und RABASH

Um 3:30 Uhr morgens war ich vor dem Krankenhaus. Sie ließen mich nicht rein, und ich kletterte über den Zaun und zerriss in der Aufregung meine Hose. Ich kletterte die Feuerleiter hinauf zu RABASH. Er wartete auf mich. Wir haben geraucht. Damals konnte man überall rauchen.

Diesmal schlug er nicht „Vorwort“, sondern „Lehre von zehn Sefirot“ (TES) auf. Und er begann zu lesen. Ich hatte gehofft, dass ich so, plötzlich etwas verstehen würde und gehofft, dass ich dabei durchbohrt werde. Schließlich ähnelt die Sprache, mit der das TES geschrieben wurde, der Sprache der Physik.

Oder vielleicht wäre es einfach, so allein mit dem Lehrer, würde ich plötzlich die Bedeutung dessen entdecken, was geschrieben wurde. Oder wird sich RABASH auf mich zu bewegen und alles erklären? Aber, nein. Es war noch schlimmer.

Er hat mir nichts erzählt. Er hat es nur gelesen, das ist alles. Doch ich habe nichts verstanden. Als ich versuchte, Fragen zu stellen, kratzte er sich am Hinterkopf und sagte:

– Nun, es ist so, irgendwie…

– Wie? – habe ich gefragt.

– So ist es, – antwortete er.

Ich war verzweifelt, dass ich nichts wahrnahm. Ich hatte sogar ein paar mal die Gedanken gehabt, am Abend in Hillels Klasse zu fliehen, um die richtigen Antworten auf alle Fragen zu bekommen. Denn ich wusste, dass ich sie bekommen würde… Aber mir wurde klar, dass ich das nicht tun würde.

 

 [# 242994]

Fortsetzung folgt…

Methode der Korrektur, Teil 2

Die Kabbala ist die Offenbarung der Naturgesetze

 Frage: Warum hat uns die Natur egoistisch und gegensätzlich zu ihr geschaffen?

Antwort: Damit wir uns, dank unseres Egoismus, als schreckliche Wesen erkennen können.

Nur das Ego ist ein Hindernis um das ewige, vollkommene Leben zu erreichen, wie können wir das korrigieren? Wie können wir uns, unsere Gesellschaft, unsere Umwelt, alles Mögliche verändern?

Hier haben wir doch das Bedürfnis, uns noch zu verändern. Es gibt zu diesem Thema eine Menge Methoden, Theorien und Ideen. Dazu gehören religiöse, nicht religiöse, mystische, fernöstliche, etc. Anwendungen.

Einer dieser Methoden ist die Kabbala. Sie unterscheidet sich von allen anderen, da sie vor langer Zeit, vor 6000 Jahren, entstanden ist. Laut der Kabbala gab es einen Mann namens Adam. Er war der erste Mensch, der die ganze Matrix, das gesamte System der Natur verstand und ihren Zweck, ihren Anfang, ihren Verlauf und ihr Ende entschlüsselte.

Adam hat den Grundstein für die Kabbala gelegt. Er hatte seine Schüler Sim, Ham, Yaphet und andere, die in der Tora allegorisch beschrieben werden. Sie entwickelten diese Wissenschaft bis zu Abraham im alten Babylon weiter.

Die Kabbala spricht davon, wie man sich über sich selbst, über seinen Egoismus erheben und sich mit anderen verbinden kann. Geschieht das, werden wir die gemeinsame Kraft der Natur und das Gesamtbild von ihr spüren. Es wird uns klar werden, dass die Natur ewig, vollkommen, unendlich, aber vor allem integral und ganzheitlich ist.

Wenn wir so handeln, werden wir ihre wahren Gesetze, ihre wahre Form enthüllen. Heute fühlen wir sie nicht und können sie weder erkennen noch sehen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

(256800)

Immer mit mir – Teil 19

 

Es gibt keine Zufälle

So ging ich immer wieder zu RABASHs Morgenlektionen und auch zu Hillels Abendkurse.Nun zeigte RABASH kein besonderes Interesse mehr an mir. Noch ein turnusmäßiger Schüler, solange ich dem standhalten kann, werde ich dem standhalten. So habe ich das damals empfunden. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich eines Morgens nicht gefragt worden wäre: „Kannst du RABASH zum Arzt bringen?“ ich sagte: „Ja, das kann ich“.

Ich war so glücklich, dass ich um diese Zeit in der Nähe war, so glücklich, dass alle beschäftigt waren und ich ein Auto hatte. Denn von diesem Moment an, begann eine neue Berechnung in meinem Leben.

Ich brachte RABASH zum Arzt. Er hatte eine Ohrenentzündung und der behandelnde Arzt sagte mir: „Ich habe den Verdacht, dass Ihr Lehrer Krebs hat”.

Mein Herz blieb stehen: „Was soll ich tun?”

Der Arzt antwortete: „Geht sofort ins Krankenhaus!”

Aber all dies geschah vor dem Shavuot-Feiertag. Ich hatte Angst, dass Rebbe nicht zustimmen würde, dass er überredet werden müsste. Ich ging zu ihm hinauf und sagte: „So und so, die Ärzte bestehen darauf“.

RABASH hörte mir zu und antwortete ruhig:

„Lass uns ins Krankenhaus gehen“. Und wir gingen hin.

Auch das war eine Lektion für mich. Mir wurde klar, dass RABASH ein klares Verständnis dafür hat, dass er körperlich fit sein muss, um zu unterrichten. Er konnte es sich nicht leisten, den Körper abzulehnen. Das Ziel hat alles bestimmt. Deshalb sollte der Körper immer funktionstüchtig sein. Anweisungen der Ärzte hat RABASH als Befehl von oben angenommen.

Danach lief alles überraschend reibungslos. Wir bekamen ein separates Zimmer. Ich fragte RABASH wann ich kommen soll? Ich dachte, er würde am Nachmittag sagen, oder zu den Empfangszeiten, da er sich immer an das Gesetz hielt. Aber er antwortete: „Komm morgen früh, wir werden lernen“.

Und ich zitterte. Ich erinnere mich als ob es jetzt wäre, an das Zittern, das ich dabei erlebte: „RABASH wird mit mir lernen, allein?!“ Ich konnte nicht einmal im Traum davon träumen!

Ich fragte schüchtern, um wieviel Uhr soll ich kommen?

Um vier Uhr, antwortete er. Ich ging nicht nach Hause, ich flog! Ich musste mich vorbereiten.

 

[# 242956]

Fortsetzung folgt…

Methode der Korrektur, Teil 1

Was ist die menschliche Natur

Frage: Was ist aus Sicht der Kabbala die Bedeutung der spirituellen Korrektur, abgesehen von zahlreichen Mythen, die seit Tausenden von Jahren existieren?

Antwort: Wenn wir diese Frage rein im Hinblick auf die menschliche Entwicklung und der Natur betrachten, können wir sehen, dass sich alles vom Einfachen, hin zum Komplexen entwickelt.

Einerseits gibt es ein immer umfassenderes Bild der Natur, andererseits ist das Bild immer differenziert und integriert und manifestiert sich als ein absolut zusammenhängendes Einzelsystem. Das ist das Erste.

Zweitens: wenn wir uns nicht auf den Weltraum, sondern auf unsere Erde beziehen, wird das System der Natur so angepasst, dass sich ihre unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen in einem Zustand der gegenseitigen Ergänzung, des gegenseitigen Gleichgewichts befinden. Hätte der Mensch nicht in sie eingegriffen, würde die Natur in einem dynamischen Gleichgewicht existieren.

In den letzten 150-200 Jahren begann sich die Natur, stark zu verändern, da der Mensch aktiv, in die Natur eingriff. Die Natur musste viele problematische Störungen und Schläge überstehen. Wir können sehen, wie stark dadurch die Natur selbst und alle anderen Ebenen beeinflusst werden. Die Tierwelt wird ausgelöscht, es gibt Auswüchse in der Pflanzenwelt, und sogar die unbelebte Stufe leidet und verändert sich. 

Kurz gesagt, die Einmischung in die Natur durch den Menschen, mit seinem Egoismus, seiner Gier um alles zu seinem unmittelbaren Nutzen zu gewinnen, hat sehr ernste Auswirkungen. Selbst wenn es ihm nichts nützt, nimmt er mehr Rohstoffe aus der Erde, als er verbrennen kann, vernichtet mehr Pflanzen, als er benötigt, um etwas für sich zu schaffen. Er ist sich nicht bewusst, wie sehr er das ökologische Gleichgewicht und alle Teile der Natur verletzt. So zerstört der menschliche Egoismus die Welt um sich herum. 

Das Wesentlichste dabei ist, dass der Mensch das unglücklichste Wesen auf dem Globus ist. Einerseits haben seine Hände Kräfte, um große Taten zu vollbringen. Ihm werden großartige Möglichkeiten gegeben, er hat einen Geist, mit dem er die ganze Erdkugel umdrehen kann, so wie einst Archimedes träumte.

Auf der anderen Seite kann er seinen Geist und seine Kräfte nicht richtig einsetzen. Seine Handlungen machen jeden unglücklich, niemand ist zufrieden. Wir können sehen, wie deprimiert die Menschheit in unserer Zeit ist, wie man nach Drogen greift und nicht weiß, was man mit sich selbst anfangen soll. Man weiß nicht, was morgen passiert und will nichts anderes als immer mehr und mehr. Es liegt in unserer Natur.

Fortsetzung folgt…

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“

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