Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Die Weisheit Abrahams verbreiten

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin ein Student des Kabbala Lernzentrums. Ich bin Moslem und komme aus dem Sudan, lebe aber nun in den USA. Ich habe zwei Fragen:

Über Maaser: Meine Leute im Sudan sind in großer Not und brauchen die 10% meines Einkommens und manchmal auch mehr. Kann dieses Geld, welches ich in den Sudan schicke, als Maaser betrachtet werden?

Meine Antwort: Ja.

Fortsetzung der Frage: Ich verbreite Kabbala in einem arabischen Forum, welches täglich von Tausenden von Leuten besucht wird. Die meisten dieser Mitglieder und Besucher sind arabische Muslime und ich fühle, dass ich zuerst über diese Methode schreiben und erst danach über deren jüdische Herkunft berichten muss.

Meine Antwort: Ja, es ist in Ordnung. Noch besser wäre es jedoch, wenn Sie mehr über die Korrektur der Seele diskutieren würden, als über die Geschichte, weil das ist es, was Abraham uns überliefert hat.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir zahlen Maaser, wenn wir anfangen, spirituelle Entwicklung zu ersehnen
Blog-post: Die Geschenke, welche Abraham in den Osten sandte
Blog-post: Die Bedeutung der Geschenke Abrahams an die Söhne der Nebenfrauen
Blog-post: Maaser ist ein Gesetz der Natur
Blog-post: So berechnet man Maaser!
Blog-post: Der beliebteste Beruf der Zukunft

Unser Leben ist ein Wachtraum

Wie weiß ich, was in der Welt um mich herum passiert? Etwas stößt an mein Trommelfell, geht durch mein Nervensystem und produziert elektro-chemische Prozesse in meinem Gehirn. Diese Prozesse verweisen auf einander und dann entziffere ich diese Information und vergleiche sie mit dem, was schon in meinem Gehirn gespeichert ist. All das findet statt, damit ich Geräusche unterscheiden, Wörter daraus machen und den Sinn dahinter verstehen kann.

Es gibt viele Prozesse im Gehirn, die uns erlauben, uns „äußeres“ Wissen anzueignen und daraus Eindrücke zu erhalten. Wir verstehen diese Systeme, weil sie auf verschiedenen Stufen unseres Verlangens, erfüllt zu werden, existieren: unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen. Es finden dort elektrische und chemische Reaktionen statt, wie auch ihre Entschlüsselung und Querverweise.

All diese Prozesse enthalten das Verlangen nach Erfüllung. Alles findet in diesem Verlangen statt. Unser Unterbewusstes filtert Informationen, bevor sie überhaupt in unseren Denkprozess eindringen. Nachteilige Informationen werden ausgefiltert und wir nehmen nur die gewünschten Informationen auf, obwohl dies auch Angst machende Dinge sein können.

Wir „gehören“ zu unseren Verlangen und deshalb nehmen wir ein verzerrtes Bild der Realität wahr. Wir sind uns jedoch dieser Mängel nicht bewusst und sehen nur das fertige Bild, das unser Unterbewusstsein filtert.

Deshalb sind wir nicht fähig, in unserem jetzigen Zustand den spirituellen Bereich zu enthüllen. Unsere momentane Wahrnehmung stellt nur unsere materielle Realität dar. Wir haben nichts, um diese Bilder mit etwas zu vergleichen, und deshalb weiß niemand, wo wir wirklich sind. Wir nehmen nicht einmal uns selbst wahr – es ist, als ob wir schlafen würden.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Du kannst nichts alleine zustande bringen

Ich existiere nicht aus mir selbst. Ich existiere nur, wenn ich mich selbst durch den Mechanismus, der Einheit aller Seelen genannt wird, fülle. Darum möchte ich mich durch das Buch Sohar öffnen, da seine Kraft zu mir kommt, um die Verbindung zwischen all meinen Teilen herzustellen, die mir jetzt fremd erscheint.

Genau dafür ist das Buch Sohar bestimmt. Andernfalls wäre ich nicht unter seinem Lichtstrahl. Dieser Strahl ist sehr dünn, wie ein Laserstrahl und wenn ich auch nur einen Millimeter davon entfernt wäre, würde ich ihn nicht mehr sehen. Ich muss genau in diesem Strahl sein, damit er auf mich einwirken kann.

Kabbalisten erklären uns diese Bedingung und sagen, dass wir uns genau in diesen Strahl begeben, wenn wir uns in richtiger Weise mit allen Seelen verbinden. Sobald die Einheit zerbrochen ist, fallen alle ab und zerstreuen sich in alle möglichen Richtungen. Nur dieser Strahl ist fähig, uns zusammenzuhalten.

Dies geschieht auf jeder Stufe der spirituellen Leiter – wir können sie nur entlang dieses Strahls emporsteigen. Sobald wir voneinander lassen, fällt alles auseinander und der Lichtstrahl kann uns nicht mehr zusammenhalten. Das ist die einzige Kraft, die unsere Verbindung bewahren kann. Daher ist es um dieser Verbindung willen, dass wir danach verlangen, das Licht anzuziehen. Wir brauchen den Schöpfer, damit Er uns miteinander verbindet und das bedeutet, dass wir das Licht, das umgestaltet, heranziehen müssen.

Wie können wir diese Verbindung spüren? Wir müssen es fordern, während wir den Sohar lesen. Dieser muss es uns geben. Das ist der Grund, warum Kabbalisten dieses Buch geschrieben haben und wir haben das Recht zu fragen „Wo ist diese Verbindung, die wegen uns existiert, warum wirkt sie nicht auf uns ein?“ Wenn wir alle miteinander daran denken, wird dies für uns zu einer großen Sache werden und wir werden sie nicht für einen Moment vergessen. Jedoch alleine wird keiner von uns fähig sein, irgendwas zustande zu bringen.

Lasst uns gemeinsam zum Pharao gehen

Wir sollen nicht danach streben, die Welt oder uns selbst zu korrigieren; wir müssen nur die Handlungen, welche das Höhere Licht an uns ausführt, studieren. So wie der Schöpfer zu Moses sagte:“ Lass uns zum Pharao gehen!“

Moses ist klein und ängstlich – was bedeutet, dass dies eine sehr schwache Eigenschaft in einem Menschen ist. Ihm gegenüber steht eine Kreatur von ungeheuren Ausmaßen; dies ist die ganze Schöpfung, die gesamte Welt, der Egoismus, welcher alle Kräfte, Nahrung und Sauerstoff beinhaltet. Ich erhalte all diese Dinge vom Pharao; er ist meine gesamte Realität. Währenddessen eine kleine Eigenschaft oder Verlangen, genannt Moses, sich dagegen erhebt und davor flüchten möchte, um dieser Kontrolle zu entkommen und um zu beginnen, in einer anderen Welt zu leben!

Fast fühlen wir nicht, dass dieser kleine Gegensatz in uns sich zu erheben und aus unserem Egoismus heraus zu kommen beginnt. Wir wissen nicht, wie wir aus dieser ägyptischen Sklaverei heraus kommen sollen oder wohin wir fliehen sollen. Dennoch sagt der Schöpfer „Lass uns zusammen zum Pharao gehen!“ Und wie ein kleines Kind, welches die Hand des Erwachsenen ergreift, brachen Moses und der Schöpfer zusammen auf.

Von der Seite des Menschen ist alles, was nötig ist, eine Zustimmung, eine Bitte, eine Forderung an den Schöpfer um Hilfe. Man braucht nicht selbst gegen das Böse zu kämpfen. Trotzdem verstehen die Menschen dies nicht und denken, dass sie in der Lage sind, irgendetwas selbst zu tun. Aber jeder der sich selbst für einen Helden hält, ist ein Idiot.

Alle Religionen und vermeidlich „spirituellen“ Methoden stehen im Gegensatz dazu. Sie lehren die Menschen, die böse Neigung zu beseitigen. Kabbala erklärt dagegen, dass uns die linke Linie (egoistische Verlangen) genau aus dem Grund gegeben wurde, um uns zu helfen, uns an die rechte Linie (Geben) anzuheften. Schließlich stellt dies das gesamte Ziel dar – die Angleichung an den Schöpfer durch unsere Anstrengungen in der mittleren Linie.

 

Eine Wand ist der einzige Ort, um eine Türe zu finden

Sohar, Kapitel „Komm zum Pharao“, Punkt 41: Dieses monströse Krokodil erscheint in der Quelle (Keter)des Nilflusses und wird immer kräftiger darin. Es schwimmt und gelangt bis zum Meer, Malchut de Azilut, wo es allerlei Arten von Fische verschlingt, welche Stufen innerhalb des Meeres darstellen und ihm untergeordnet sind. Es herrscht über sie und verschlingt sie. Sie werden in seinem Innern vervollständigt und es kehrt zum stillen Nil zurück.

Es ist sehr schwer für uns, sich diese Dinge in uns vorzustellen! Wo ist das Verlangen, das man „Nil“ nennt und wo ist das „Krokodil“ in mir – wo ist all dies? Wir wissen nicht, was wir über diese Eigenschaften denken und welches Bild wir uns vorstellen sollen, wenn wir über die 10 Sefirot, die 10 Flüsse (einer davon ist Keter und alle anderen sind unter ihm) und über alle Arten von Ungeheuern lesen.

Doch es spielt keine Rolle, dass wir darüber nichts Genaues sagen können. Es ist sogar besser, wenn wir uns kein Bild über den Sohar machen können. Es ist besser, als wenn wir uns etwas, das wir kennen, vorstellen würden, worüber wir bereits ein Konzept haben. Wenn wir über Moses, die Bundeslade, den Tempel, Pharao, Schafe, Kühe, usw, lesen, wissen wir nicht, was dies alles wirklich ist und deshalb stellen wir uns dies nur als Eigenschaften vor.

All diese Namen sind nicht von Bedeutung, da dahinter spirituelle Eigenschaften stehen, von welchen wir noch keine Ahnung haben. Wir versuchen, etwas zu lernen, das unmöglich zu begreifen ist.

Deshalb müssen wir verstehen, dass unsere Bemühungen niemals erfolgreich enden werden. Wir sollten uns darüber keine Illusionen machen. Vielmehr wird unser Erfolg kommen, wenn wir einer undurchdringlichen Wand gegenüber stehen und erkennen, dass wir nicht wissen, was die spirituellen Eigenschaften bedeuten, trotz aller Anstrengungen, die wir gemacht haben, um sie zu enthüllen.

Wenn wir das notwendige Maß an Anstrengung vervollständigen (genannt „Se´a„), wird unser Gefäß überfließen und die spirituelle Welt wird sich uns enthüllen, entsprechend dem Gesetz, „Ich habe mich bemüht und habe gefunden“ (Higati ve Matzati).

 

Das Spiel des Lebens wurde vom Schöpfer für uns entworfen


Eine Frage, die ich erhielt: Welche Beziehung sollten wir vor dem Machsom zu dieser Welt haben, die doch eine eingebildete Wirklichkeit ist?

Meine Antwort: Ihre Haltung zu dieser Welt sollte sehr einfach sein: Während ich mich in diesem Traum befinde, muss ich ein Teil davon sein. Es steht geschrieben: „Ein Richter hat nicht mehr als seine Augen sehen können.“ Ich muss arbeiten, meine Familie versorgen und alles Notwendige für dieses Leben tun, jedoch gleichzeitig sollte ich gewahr werden, dass dies ein Traum ist. Die Welt ist ein Spiel und ich erfülle alle geeigneten Handlungen darin wie in einem Spiel.

Dennoch muss ich das Spiel ernsthaft betreiben, denn der Schöpfer entwarf die ganze Wirklichkeit derart, dass ich in ihr existieren kann, entsprechend ihrer Gesetze, um meinen „Punkt im Herzen“ zu entwickeln, meine Haltung zum Schöpfer.

Diese zwei Ebenen, die körperliche und spirituelle, sind vollkommen ohne Beziehung zueinander. Auf der körperlichen Ebene, in der ich mich in einem Zustand des „Schlafs“ befinde, führe ich alles aus, was für dieses Leben notwendig ist. Währenddessen auf der spirituellen Ebene sehne ich mich danach, die Anbindung mit dem Schöpfer zu finden, und ich entwickle mich, indem ich all meine Aufmerksamkeit dafür verwende. Warum lebe ich sonst, wenn nicht, um durch meine Anstrengungen in diesem Leben zum Schöpfer zu gelangen?

Kabbala Akademie

Erlaubnis von Oben


Eine Frage, die ich erhielt: Baal HaSulam schrieb, dass er die Erlaubnis von Oben erhalten habe, um die Weisheit der Kabbala offenzulegen. Was bedeutet „Erlaubnis von Oben“?

Meine Antwort: Wenn ein Kabbalist eine hohe Stufe der Erkenntnis erlangt, macht er bekannt, dass er die „Erlaubnis von Oben“ erhalten hat. Er nimmt seine neue Mission an, fühlt sich verpflichtet, sie auszuführen, und beginnt zu handeln. Das ist Teil der Mission, die auf die Schultern aller großen Kabbalisten gelegt wurde, mit Abrahams Zeiten beginnend. Das leuchtendste Beispiel ist Moses, ein spiritueller Führer der Menschen.

„Erlaubnis von Oben“ schließt das Wissen vom Aufbau des Universums ein, eine Methodik um den Schöpfer zu offenbaren und die Menschen über die Selbstkorrektur zu lehren, beides in unserer Zeit und in gewissem Ausmaß in der Zukunft. Jemand, der „Erlaubnis von Oben“ erhält, wird zu einem Kanal, durch den das höhere Wissen nach unten fließt, im Einklang mit der Fähigkeit jener Menschen, die sich unterhalb dem Kabbalisten befinden, um dies aufzunehmen und zu lernen.

Erlaubnis von Oben schließt ein riesiges System in sich ein, um die ganze Menschheit in Harmonie mit dem Schöpfer zu bringen. Die „Erlaubnis von Oben“ erhalten zu haben, bedeutet, dass ein menschliches Wesen ein Repräsentant des Schöpfers geworden ist, eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und Seiner Schöpfung. Freilich, wenn ein Mensch die „Erlaubnis von Oben“ nicht erhielt, dann wird er nur die anderen verwirren. Er wird nicht dazu in der Lage sein, das Ziel, seine Wichtigkeit und die Methoden zur Erreichung des Ziels adäquat zu präsentieren, noch die Bedeutung dieser Methoden.

Das Ziel ist, mit dem Schöpfer eins zu werden. Die Methode, dies zu erreichen, liegt in der Korrektur unserer menschlichen Verlangen mit Hilfe des Lichts, das uns zur Quelle zurückführt. Dies wird durch das Studium der Kabbala und dem Streben nach Korrektur ausgelöst, einem Verlangen, welches aus dem „Punkt im Herzen“ hervorgeht. Das wiederum treibt unser Verlangen dazu an, uns miteinander zu verbinden („Liebe Deinen Nächsten“), mit den „Punkten im Herzen“ unserer Gefährten in der Gruppe.

Wenn ein Mensch dieses System enthüllt, es versteht und es seinem Dasein einverleibt, heißt das, er hat die „Erlaubnis von Oben“ erhalten.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Spirituelle Inspiration kann sich auf globaler Ebene ausbreiten

Wir tun alles zu unserem eigenen Nutzen, weil unsere Natur der Wille nach Genuss ist. Aus diesem Grund fragen wir uns ständig, „Warum brauche ich das? Welche Art von Profit werde ich daraus schlagen? Lohnt es sich, dafür Anstrengungen zu machen?“

Deshalb müssen die Menschen eine Erklärung darüber erhalten, was sie durch die Enthüllung des Schöpfers gewinnen werden. Es braucht große Anstrengung dies zu tun, aber die Enthüllung der Wichtigkeit des Ziels bringt auch die notwendige Kraft mit sich. Alles hängt davon ab, wie sehr deine Umgebung die Wichtigkeit des Ziels versteht. In einer korrigierten Welt wird die einzige Arbeit, die jeder tun muss, abgesehen von der Versorgung mit dem Notwendigen, die gegenseitige Unterstützung darin sein, die Wichtigkeit der Korrektur und spirituellen Entwicklung wahrzunehmen.

Die Milliarden Menschen in der Welt werden an der gegenseitigen Verbreitung der Kabbala arbeiten, um sich gegenseitig zu beeinflussen und zu inspirieren, um mehr Anteil an der Korrektur zu nehmen und ein größeres Verlangen danach zu enthüllen.

Um den korrigierten Zustand zu erlangen, wird jeder Mensch persönlich Verbreitungsarbeit leisten müssen, über unseren Platz in der gemeinsamen Seele, das Wissen, die Wirkung und die Wichtigkeit von Einheit und Korrektur. Schließlich ist jeder eine Zelle des spirituellen Körpers – der Seele.

Um mit dem gesamten Körper verbunden zu sein, muss jede Zelle allen anderen davon berichten, wie es funktioniert und wie wichtig die Arbeit ist. Sie müssen davon beeindruckt sein, wie sie andere beeinflussen und wie sehr sie dies benötigen, da es sonst kein Recht zur Existenz geben wird.

Danach streben, eine andere Dimension wahrzunehmen

Die Weisheit der Kabbala ist vor unseren Sinnen und unserem Intellekt verborgen. Sie gehört einer anderen Dimension an, welche wir nicht direkt wahrzunehmen und zu erforschen fähig sind.

Im Gegensatz zu Tieren, die nicht in der Lage sind, Musik, die von Menschen geschaffen wurde, zu begreifen, besitzen wir eine machtvolle Vorstellungskraft und die Grundeigenschaft, welche als Punkt im Herzen bezeichnet wird, wodurch wir befähigt sind, uns zu transformieren. Aus diesem Grund studieren wir Kabbala, nur um die Verbindung zur ewigen Weisheit aufrecht zu erhalten. Das ist unsere wichtigste Arbeit in dieser Welt.

Es kommt nicht darauf an, wie weit ein Mensch in der Kabbala vorankommt oder wie viel er versteht. Einzig das Studium der ewigen Weisheit der Kabbala, welche jenseits dieser Welt und über unserem unbewussten Zustand liegt, ist ein Ausdruck des Verlangens, aus dieser Welt heraus zu kommen, was für sich allein ein großartiger und zeitloser Ausdruck ist. Jeder Moment, der für das Kabbalastudium verwendet wird, mit der Absicht, sich an eine neue Realität anzunähern und sich der Unbewusstheit zu entledigen, ist ein gut genutzter Moment.

Es steht geschrieben, dass nach dem Tod des Körpers der Seele nur zwei Fragen gestellt werden: „Hast du die Tora studiert? Hast du Erlösung erwartet?“. Die Frage, „Hast du die Tora studiert?“ bedeutet: Hast du versucht, das Licht, welches dich zur Quelle zurück bringt, anzuziehen? Und die Frage, „Hast du Erlösung erwartet?“ bedeutet: Hast du daran geglaubt, dass das Licht für dich diese Arbeit tun würde, und hast du danach gestrebt, dich in ein „gebendes“ Wesen zu transformieren?

Wenn ein Mensch nur das mindeste Ausmaß an Aufmerksamkeit der Weisheit der Kabbala widmet und sie studiert, bringt er die gesamte Gruppe von Seelen voran, die ihm im System, welches „Adam“ genannt wird, nahe stehen.

Ein Maßstab für spirituelle Begriffe


Unsere Arbeit ist es, von der Bewertung nach dem Prinzip „süß versus bitter“ zur Bewertung nach dem Prinzip „wahr versus falsch“ aufzusteigen. Schließlich wird der Schöpfer Wahrheit genannt.

Das Wort „Wahrheit“ (Emet) besteht aus den Buchstaben: Alef-Mem-Tav. Alef und Tav sind der erste und letzte Buchstabe des Alphabets, welche Verlangen an zwei verschiedenen Enden des Spektrums symbolisieren. Mem, das sich in der Mitte befindet, ist die Eigenschaft von Bina, die wir dazu verwenden können, um diese beiden Enden miteinander zu verbinden und Korrektur zu erreichen, die Wahrheit.

Der einzige Weg um herauszufinden, was wahr und falsch ist, ist innerhalb einer Gruppe von Kabbalisten, einer Umgebung. Im eigenen Innern hat das Individuum keine Fähigkeit dies zu tun, denn es besitzt lediglich einen Parameter – das Ego. Um eine Messung durchzuführen, benötigt man unbedingt einen weiteren Parameter, der außerhalb von uns ist.

Nach einem längeren Studium und durch viele Klärungen in der Gruppe beginnt ein Anfänger-Kabbalist zu spüren, dass er in einem allgemeinen, globalen System von Verlangen existiert, unter anderen „Punkten im Herzen.“ In Beziehung zu dieser speziellen Umgebung besitzt er die Gelegenheit, sich neue Sinneswahrnehmungen anzueignen: eine Annäherung oder Entfernung zu ihr, ein Gefühl ihres globalen Systems, sein Einbezogensein darin, das Bedürfnis nach ihrer Unterstützung und die Erkenntnis, dass es der Ort ist, an dem er die Höhere Welt und den Schöpfer offenbaren wird.

Allerdings wird währenddessen die Wechselwirkung zwischen zwei Kräften – mir selbst und der Umgebung, in mir geformt. Die Umgebung wird an Gewicht zunehmen, um meinem „Ich“ – dem Ego entgegenzuwirken. Ein neues System der Lenkung wird sich einstellen, das sich außerhalb von mir befindet und welches ich als die Rettung auffassen werde, als Hebel, der mich aus meinem Zustand dieser Welt herausziehen kann.

Ich messe „mich selbst gegenüber der Umgebung,“ und als Ergebnis meiner Messungen erlange ich quantitative und qualitative Grade, wie ich die geistigen Beziehungen und Kräfte messe. Demzufolge bilde ich eine lineare Skala: Ich befinde mich an einem Ende und die Gruppe am anderen. Indem ich diese Skala benutze, kann ich bereits die Höhere Welt prüfen, messen und wiedergeben.

Aus der Beziehung zwischen „mir und der Gruppe“ bildet sich eine spirituelle Zelle in mir und ich kann die ganze Wirklichkeit über mir durch diese Zelle messen. Auf diese Weise baue ich eine Seele in meinem Innern auf.

Zum Kabbalalernzentrum–>