Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Alle Kulissen hindurch bis zum Regisseur

Während ein Mensch Stufe für Stufe hinaufsteigt und verschiedene Zustände erlebt, soll er keinesfalls vergessen, dass nur eine Kraft existiert und es nicht nur ihn oder seine Umgebung gibt, sondern ausschließlich eine Höhere Kraft, die allgemeine Natur, den Schöpfer, die für ihn diese Zustände arrangiert und mit welcher er sich dann verbindet.

Es ist richtig, dass ich mich vor der Umgebung erniedrigen soll. Es ist ebenso richtig, dass ich aus den Büchern lernen soll, die von den weisen Menschen, von Kabbalisten geschrieben wurden, wobei ich mich jedes Mal neu erschaffe.

Durch all diese Mittel, diese Verpackung, dieses Szenario- bin ich mit dem einzigen Regisseur verbunden, der alles laut der Regel “ Von hinten und von vorn hast du mich umfaßt“ darbietet.

Somit gehe ich nicht bloß die Stufen oder die Zustände durch, und baue die Beziehungen mit der Gruppe auf, sondern befinde mich ununterbrochen in der Verbindung zu Ihm – denn Er stellt zwischen uns diese Adapter, damit wir Ihn durch sie enthüllen.

Ich erforsche sie allmählich, und beginne zu sehen, dass alle diese Hindernisse, Verhüllungen zwischen mir und Ihm dazu vorbestimmt sind, um mir zu helfen, mich immer mehr zu ändern, Ihm, dem Regisseur immer mehr gleich zu werden.

Danach beginne ich, die Umgebung, die Atmosphäre, die Freunde, das Studium, den Lehrer, wie Seine Vertreter wahrzunehmen.

Ich höre auf, ihre Bedeutsamkeit und Existenz wahrzunehmen, und allmählich gehen sie mir aus den Augen, da sie folglich über keine eigenen Kräfte, Macht oder Einfluss verfügen.

Ich assoziiere sie immer mehr mit dem Schöpfer, und beginne, sie und den Schöpfer zu rechtfertigen, der mich auf diesem Wege erzieht und ich finde die Verbindung zu Ihm.

Ich liebe alle, denn sie haben mir geholfen, die Verschmelzung mit Ihm zu erreichen, und die ganze Welt heißt „Heilige Shchina“ – ein Wunsch, in dem das Licht alles ausfüllt. Und dieser Wunsch ist meiner.

Aus dem 8. Unterricht des Kongresses „Sohar – 2010“ in New York 09.05.2010

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Das erste Treffen mit dem Licht

Eine Frage, die ich erhielt: Könnten Sie Ihre erste spirituelle Erfahrung beschreiben, das erste Treffen mit dem höheren Licht? Wie kann man sich diese Empfindung vorstellen?

Meine Antwort: Die erste spirituelle Erfahrung ist bei allen gleich, denn eigentlich durchleben die Menschen die gleichen Zustände.

Wenn der Mensch das erste Mal eine Begegnung mit dem Licht macht, spürt er, dass die ganze Welt mit Liebe erfüllt ist – mit einer einzigen warmen Kraft ohne jegliche Grenzen. Das ist ein warmes, gutes Gefühl und so ist auch die ganze Welt.

Der Mensch lebt, sieht andere Menschen, die ganze Welt und gleichzeitig spürt er, dass die Luft dichter, wärmer und sanfter geworden ist. Er fühlt sich einer sanften, milden Haltung gegenüber.
So ist die erste spirituelle Empfindung, die der Mensch erlebt. In der Regel vergisst er sie.

Aber in jedem Fall geschieht das, um dem Menschen einen Beweis, eine Unterstützung zukommen zu lassen, neue Wahrnehmungsgefäße (Kelim) in ihm aufzubauen, damit er weitergehen kann.

Nach dieser ersten spirituellen Erfahrung, die ihm von oben geschenkt wird, muss der Mensch viele Anstrengungen unternehmen, um selbst die gleiche Empfindung – und später milliardenfach stärkere Empfindungen – zu erreichen.

Aber er wird sie bereits beherrschen, sie verstehen und mit ihnen arbeiten können.

Alle diese Eindrücke, vom ersten Tag an und weiter, nimmt der Mensch innerhalb des sich entwickelnden Punktes im Herzen, innerhalb des spirituellen Wahrnehmungsgefäßes (Kli) wahr, und nicht im Rahmen von physiologischen und psychologischen Erscheinungen.

Aus dem 8. Unterricht des Kongresses „Sohar  – 2010“ in New York, 09.05.2010

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Das Schutzschild von Bina

Die Welt Azilut ist von der Welt BYA durch einen besonderen Schirm getrennt, der Parsa genannt wird. Es ist nicht nur das Ende der einen und der Anfang einer anderen Welt, sondern ein besonderer Schirm, den die Welt Azilut von den unteren Welten hat, trennt sie voneinander und ermöglicht es ihnen nicht, sich zu verbinden.

Der Schutzschild hat die Eigenschaft von Bina, der Eigenschaft des Gebens, der Barmherzigkeit. Wenn jemand, der empfangen will, diese Grenze von unten erreicht, stößt ihn diese Eigenschaft zurück, denn er ist ein Egoist.

Auf diese Weise arbeiten alle Eigenschaften von Bina (wie Noah’s Arche, Mutterleib, Stadtmauern und der Buchstabe Samech). Sie lassen erkennen, was Spiritualität ist: dass sie „um des Gebens willen“ da ist. Darum rennt ein Mensch, der ein Egoist ist, davor weg, wenn er dafür nicht bereit ist.

Aus dem 2. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts vom 29.04.2010, Beit Shaar HaKavanot

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Bildung im Licht der Kabbala

Eine Frage die ich erhielt: Ist es nicht an der Zeit eine Schule zu eröffnen, die auf den Grundlagen der Wissenschaft der Kabbala gegründet ist?

Meine Antwort: Natürlich ist es wichtig, ein Bildungssystem zu erschaffen, das auf den Grundlagen der Wissenschaft der Kabbala gegründet ist. Sogar allgemeine Dinge können im Licht der Kabbala unterrichtet werden. Physik, Chemie, Mathematik und alle anderen Fächer könnten nicht nur einfach, so wie sie sind, basierend auf den Ergebnissen der Erforschung unserer Welt unterrichtet werden, sondern auch als Erklärungen des Abstiegs der Oberen Kräfte in unsere Welt, die diese Welt und ihre Gesetze formten.

Die Gesetze der Wissenschaft der Kabbala könnten uns helfen, Klarheit darüber zu bekommen, wie alles in den Oberen Wurzeln seine Ursache hat. Mit der Biologie könnte man erklären, dass alles vom Verlangen zu genießen kommt und dass sich Materie nach einem Programm für die unbelebte, pflanzliche, tierischen und menschliche Stufe entwickelt. Mit der Physik könnte man die Verlangen, die sich in den Gesetzen der Elementarteilchen und der Festkörper manifestiert, studieren. Mit der Astronomie und Geographie könnte man erklären, warum das ganze astronomische System (das solare System, die Erde usw.) entstand. Die gesamte Menschheitsgeschichte könnte von der Entwicklung des primitiven Verlangens des Menschen, seiner egoistischen Entwicklung, bis hin zu seiner zukünftigen Korrektur, erklärt werden. Die Wissenschaft der Kabbala gestattet für jeden Aspekt unserer Weltanschauung eine Grundlage.

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Weltweiter Sohar Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

In der spirituellen Arbeit wird alles von der Vorbereitung bestimmt

Eine Frage die ich erhielt: Am 16. März wird es eine Vorbereitungsveranstaltung geben für den Mini Kongress, der Pessach gewidmet ist. Ist diese Vorbereitung wirklich nötig, wenn man bedenkt, dass der Kongress nur vier Stunden dauern wird? Können wir nicht einfach daran teilnehmen und alles dort erfahren?

Meine Antwort: Es ist umgekehrt. Wenn ich bereit wäre für einen drei Tage langen Kongress, wie der, den wir im Februar abhielten, dann müsste ich nicht durch eine große Vorbereitung gehen, weil ich dann am Kongress genug Zeit für eine Vorbereitung hätte. Zum Beispiel würde ich die erste Hälfte des Tages oder den ganzen Tag für die Vorbereitung haben und dann würde ich über die nächsten Tage genügend Zeit haben um alles aufzunehmen.

Wenn ich jedoch nur für vier Stunden komme und mich nicht vorbereitet habe, dann werden diese Stunden vorbei fliegen ohne dass ich einen Nutzen davon hätte. Deshalb, je kürzer ein anstehendes Treffen ist, umso genauer müssen wir uns vorbereiten.

Ich rate Ihnen dringend, am Mini Kongress teilzunehmen und sich mit dem vertraut zu machen, was dort passiert, sowie auch vorher daran zu denken. Alles hängt von der Vorbereitung ab; während des tatsächlichen Kongresses wird es nicht mehr möglich sein, etwas zu ändern. Deshalb ist es das Wichtigste, wie man sich darauf vorbereitet.

Das gleiche gilt für unsere gesamte spirituelle Arbeit. Bevor ein Mensch den Machsom überquert und in die spirituelle Welt eintritt, liegt alle Arbeit in der Vorbereitung für diese Passage. Es wird nicht geschehen, bis man die Vorbereitung beendet hat.

All die schwierige und ermüdende Arbeit, die uns „in der ägyptischen Sklaverei“ leiden lässt, ist nötig, um uns für den Auszug vorzubereiten und der Auszug findet nur statt, wenn man die Vorbereitung beendet hat.

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Weltweiter Sohar Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

Auf eine äußere Betrachtung umschalten

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir unsere Verlangen auf der Stufe der Eindrücke verwirklichen, machen wir dadurch die materielle Welt freundlicher?

Meine Antwort: Wir alle sind aus einem Material geschaffen, welches als „Verlangen nach Genuss“ bezeichnet wird. Wenn das Licht auf das Verlangen so einwirkt, dass es auf eine Weise Zufriedenheit erlangt, die es zum schlimmsten Zustand hinführt, so betrachtet es nur sich selbst; es sorgt nur für sich und fühlt nichts außer sich selbst. Dieser „Kurzschluss“ erschafft das Bild unserer inneren Welt.

Bei der Korrektur unserer inneren Verlangen beginnen wir eine Realität, welche außerhalb dieser liegt, zu spüren. Wenn etwas durch die Verlangen anderer Menschen gespürt wird, wird dies die Obere Spirituelle Welt genannt, und das ist die Welt des ewigen Lebens.

Korrektur ist ein Lernprozess, wie wir das, was außerhalb von uns ist, wahrnehmen im Gegensatz zu dem, was innerhalb ist. Dies ist eine rein psychologische Aufgabe. Am Ende des Tages wollen wir alle Freude empfinden und streben nach dem Guten. Tatsache ist, dass wir schließlich unendliche Güte erlangen werden, aber nur unter der Bedingung, dass wir aus uns selbst „heraus treten“.

Nachdem wir aus uns selbst ausgetreten sind, wird das Material der Schöpfung (das Verlangen nach Genuss) als „ich selbst“ behandelt, und in der Tat gehört es auch mir. Das heißt, wenn es mehr mit uns im Einvernehmen liegt.

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Weltweiter Sohar Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010 –>

Die Nische für die Absicht


Es mag so scheinen, dass es genussvoller ist, den Sohar friedvoller zu lesen, ohne sich anzustrengen. Doch wir müssen für jedes Wort die Absicht fordern und das ist nicht einfach. Wir sollten nicht damit einverstanden sein, den Sohar einfach nur zu lesen und die Worte durch unsere Ohren „fließen“ zu lassen. Stattdessen sollte jedes Wort eine Gelegenheit sein, in den Text „einzubrechen“, ein Tor hinein in den Text.

Während ich lese, muss ich jedes Wort als eine Nische mich selbst mit der Absicht, Vereinigung und Verbindung zu erfüllen. Ich muss erkennen, dass jedes Wort zu dieser Verbindung beitragen kann.

Nur auf diese Weise sollten wir den Sohar lesen. Dann wird das Licht kommen und die beiden entgegengesetzten Eigenschaften miteinander verbinden, Abraham und Isaak, sowie alles, das zwischen ihnen ist, zu der Eigenschaft der Mittleren Linie, die Jakob oder Israel heißt.

Die übernatürliche Eigenschaft des Buches Sohar liegt genau in der Mittleren Linie, die das Gute und das Böse miteinander verbindet. Und präzise in ihrer korrekten Verbindung enthüllen wir den Schöpfer, die Quelle von allem.

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Die spirituelle Berechnung ist für die verbundene Gesamtheit


Eine Frage, die ich erhielt: Soll die Weisheit der Kabbala auch an jene, ohne Punkt im Herzen, verbreitet werden?

Meine Antwort: Wir haben eine neue Periode erreicht, einen Abschnitt allgemeiner Korrektur. Heute ist die spirituelle Kalkulation nicht für uns als Einzelpersonen gemacht. Stattdessen ist das Ausmaß wichtig, mit dem wir allgemeine Veränderungen ansteuern, damit wir uns selbst in Leiter für das Licht verwandeln, um es an andere Seelen weiter zu geben.

Darum schreiben Baal HaSulam und andere Kabbalisten über die Notwendigkeit einer großen Verbreitung. Wir müssen das gesamte gemeinschaftliche Kli korrigieren. Aus diesem Grund basiert die Berechnung nicht auf einer Einzelperson, sondern sollte zum Nutzen für den gesamten Körper sein.

Früher, zur der Zeit von Ari, war die Stufe der allgemeinen Korrektur noch nicht enthüllt. Die neuen Gesetze sind allerdings bereits während der letzten Phase in Kraft. Wir haben entdeckt, dass wir eine Seele sind und diese Seele sich selbst heilen muss, während sich in der Vergangenheit jeder individuell entwickelt hat.

Individuelle Berechnungen sind beendet und pflastern den Weg zu den gemeinsamen Interessen der verbundenen Gesamtheit. Der einzelne Gewinn steckt im Erfolg einer weiten Verbreitung. Allgemeine Entwicklung ist deshalb wichtiger, als die Sorge um sich selbst.

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So etwas wie zu viel Gefühl gibt es nicht


Eine Frage, die ich erhielt: Wie vereinigen wir Intellekt und Gefühle?

Meine Antwort: Es gibt einen akademischen Ansatz, der weitgehend an Schulen und Universitäten verwendet wird, um Wissen zu vermitteln. Allerdings sind wir oft, wenn wir unsere Gefühle nicht mit einbeziehen, nicht in der Lage, unsere Lehrer zu verstehen. Beispielsweise muss beim Studium der Musik eine Person diese in sich selbst hören. Sie muss zwischen ihren feinsten Schattierungen und Nuancen unterscheiden können. Mit anderen Worten, ihre Gefühle müssen mit ihrem Intellekt zusammenkommen, was im Gegenzug ihre Gefühle aktivieren wird.

Der Baustoff der Weisheit der Kabbala sind Gefühle und nicht der Intellekt, weil der Stoff der Schöpfung das Verlangen ist. Demzufolge müssen wir unser Verlangen entwickeln, es empfindsamer und komplexer machen. Wir müssen es mit Eindrücken, Klüften und „Zellen“ der feinsten, zartesten Gefühle füllen. In gleicher Weise, wenn eine Person, die kein Weinexperte ist, einen 200-jährigen Wein gustiert, wird sie nicht in der Lage sein, die gleichen Nuancen wie der Experte zu entdecken, der eine ganze Reihe von einzigartigen Empfindungen wahrnimmt. Dennoch wurde der Wein-Experte nicht so geboren, er entwickelte diese reiche Weingeschmacks-Palette. Wir müssen genau das Gleiche tun. Wir haben einen Punkt im Herzen, welcher den Anfangsimpuls in Richtung von etwas bildet. Jedoch in Richtung von was? Das ist etwas, was wir noch nicht wissen, weil wir die Einzelheiten unserer Sehnsüchte noch nicht unterscheiden können.

Folglich ist es für eine Person unerlässlich, ihren Punkt im Herzen zu entwickeln. Sie muss ihn vergrößern, damit er genügend Raum besitzt, um die vielen Details seiner spirituellen Wahrnehmung unterzubringen. Er muss für alle inneren Reaktionen, Tiefe, Höhe, Farben und Geschmäcker der spirituellen Empfindungen tauglich werden. Diese Entwicklung findet durch das Streben nach dem spirituellen Ziel statt. Tausende von Gefühlen werden auftauchen, sobald wir sie verspüren können; alles ist bereits in der spirituellen Welt vorhanden. Unsere Aufgabe ist es, die Fähigkeit zu entwickeln, diese zu empfinden. Um dies zu erreichen, müssen wir nach dem Licht streben und uns nach dem Licht sehnen, um über uns aufzusteigen, uns zu korrigieren und uns ihm anzugleichen.