Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wir strengen uns an, und das Licht wirkt

Kongress in Mezukej Dargot, Lektion 3

Als ich neue Schüler zu Rabash brachte, sagte er, ich solle sie zusammenrufen und mit ihnen sprechen. „Worüber?“, fragte ich.

Dann nahm er das Schutzpapier aus dem Inneren meiner Zigarettenschachtel und schrieb direkt auf der Parkbank einen Artikel, der mit den Worten anfing: „Wir haben uns hier versammelt, um den Grundstein zum Aufbau einer Gruppe zu legen, um die Stufe “Mensch” zu erklimmen und nicht auf der Stufe “Tier” zu bleiben“.

Genau damit hat er begonnen – mit der Erziehung. Alle seine Anfangsartikel handeln darum, wie man eine Umgebung aufbaut, die jeden erzieht.

Das bezieht sich auf uns, auf Erwachsene. Und für unsere Kinder stellt dieses System ein riesiges und bestmögliches Handlungsfeld zur Verfügung. Warum? Wer ein Kind unterrichtet, der schreibt quasi auf einem unbeschriebenen Blatt Papier. Wir sehen, wie Kinder lernen, wie sie damit durchdrungen, dadurch geformt werden, obwohl sie sich in den äußeren Rahmenbedingungen mit solchen Herangehensweisen an die Erziehung befinden, die noch nicht einmal als Methoden bezeichnet werden können. Wir alle kennen das, entweder als Eltern oder als Teilnehmer und Beobachter von allgemeinen Prozessen.

Andererseits können wir bei uns sehen, dass selbst das Wenige, das wir versuchen, in der ersten Phase an die Kinder weiterzugeben, einen fruchtbaren Effekt und gute Ergebnisse liefert. In Wirklichkeit ist das nicht unser Erfolg und nicht unsere Weisheit – hier wirkt das Licht.

Auf keinen Fall will ich die Anstrengungen von Gilad Shadmon, dem Direktor der Erziehungsabteilung, und seines ganzen Teams gering schätzen. Und dennoch werden von uns auf diesem Gebiet in der Tat leichtere Anstrengungen verlangt, als wir denken.

Man könnte sich darüber Gedanken machen, wie man die Erziehung in Angriff nimmt, wie man sich um die Kinder und um die Erwachsenen kümmert, wie man das alles verwirklicht.

Doch man soll nicht über die Realisierung nachdenken, weil der Schöpfer der Ausführende ist. Diese zweite Hälfte sollte man Ihm überlassen. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir das, was uns auferlegt wurde, umsetzen können, wie wir unseren Teil der Arbeit gewährleisten können. Wir realisieren nur die halbe Sache: organisieren den Prozess, stellen alles Notwendige sicher, um der Kraft der Gruppe, der Kraft der Einheit die Möglichkeit für den Einfluss zu bieten.

Indem wir diesen Kurs halten, lassen wir für das Licht den Platz zum Handeln – und dann geschieht es. Darin sollte die Professionalität unserer Lehrer bestehen. Auf diese Weise nehmen wir uns als Partner des Schöpfers wahr: wir bereiten ein „Aufmarschgebiet“ für Ihn vor, und Er ist Derjenige, der dann den Menschen formt.

Auszug aus der dritten Kongresslektion in Mezukej Dargot, 25.02.2011

Die Kehrseite der höheren Stufe

Die Enthüllung der Abstoßung und des Hasses in der Gruppe wird in dem Fall dem spirituellen Aufstieg dienen, wenn wir begreifen, dass auf diese Weise die Enthüllung des Bösen geschieht, worüber geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur – das Licht, das zur Quelle zurückführt“.

Gerade jetzt müssen wir noch mehr arbeiten, um dieses Licht an uns anzuziehen und das sich enthüllende Böse zum Guten umzuwandeln – damit die Kehrseite der Stufe zur Vorderseite wird und der böse Trieb sich in den guten verwandelt.

Und um das Böse in das Gute verwandeln zu können, müssen wir nur die Absicht ändern: von der egoistischen Fürsorge für sich selbst zu der Fürsorge für den Nächsten. Doch natürlich sind wir selbst nicht in der Lage, unsere Einstellung zu ändern und plötzlich anzufangen, die Freunde zu lieben. Vielleicht sollte man es nicht einmal versuchen. Doch ich muss mich mit aller Kraft bemühen, das umgebende Licht anzuziehen und zu warten, bis die höhere Kraft mich korrigiert.

Auf diese Weise werde ich das Doppelte gewinnen. Erstens wird mein Übel zum Guten umgewandelt. Und außerdem wird sich in dieser guten Eigenschaft der Schöpfer enthüllen, denn Er führt diese Veränderung durch und beteiligt sich selbst daran.

Wenn wir nicht in diese Richtung, auf dem Weg des Lichts gehen und es nicht anziehen, werden wir einander auffressen und endlose Streitereien und Auseinandersetzungen veranstalten. Und dann ist es besser, sich zu trennen, wie geschrieben steht: „Die Trennung der Sünder ist sowohl für sie selbst als auch für die Welt nützlich“. Eine solche Gruppe sollte aufgelöst werden, scheinbar ist die Zeit noch nicht gekommen, in der sie fähig wären zu hören, dass sie sich mit Hilfe des umgebenden Lichtes verbinden müssen.

Es kann aber auch sein, dass sie nicht hören, dass die Verbindung nur mit Hilfe des Lichts möglich sei, und stattdessen versuchen, sich einfach in einer geselligen Runde zu versammeln. Doch es wird ihnen nicht gelingen, denn der Schöpfer wird es verhindern und es nicht zulassen, indem Er den Hass zwischen ihnen enthüllt.

Manchmal hilft es, sich voneinander zu entfernen und auseinander zu gehen, weil der Hass auf Distanz ein wenig nachlässt und ihnen die Möglichkeit gibt, zu hören, worüber gesprochen wird und was zu tun ist. Denn im Moment lodert ein Feuer in ihnen und lässt sie nicht die Wahrheit erkennen, dass man sich gegenüber diesem Hass als gegenüber einem guten Gesandten des Schöpfers verhalten sollte.

Nicht einem bösen, sondern gerade einem guten. Wenn wir enthüllen, dass dieser Hass ein Mittel zu unserem Aufstieg ist, dann freuen wir uns darüber!

Wir aber sehen weder den Gesandten des Schöpfers noch ein gutes Zeichen darin – und nehmen es auf direktem Wege als irgendeine materielle Erscheinung und den Hass zwischen den tierischen Körpern wahr. Wir sehen nicht, dass uns auf diese Weise die Kehrseite der höheren Stufe offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 07.03.2011

Enthülle, Korrigiere, Erfülle!

Es gibt nur zwei Elemente in der Realität: den Schöpfer und das Geschöpf.

Am Ende fühlt das Geschöpf den Reichtum, den der Schöpfer ihm gibt. Und wenn das Geschöpf sich ändert, geschieht das, weil der Schöpfer es ändert, sei es zum Guten oder zum Schlechten, in allerlei unterschiedlichen Formen, was von subjektiven Empfindungen abhängig ist.

Wir geben den Einwirkungen des Schöpfers auf das Geschöpf, abhängig davon was uns enthüllt wird, unterschiedliche Namen: “Gericht” und “Gnade”, “gut” und “böse”. So oder so gehen die Definitionen nicht über gut und böse hinaus, denn sie sind durch unser Verlangen dazu bestimmt Genuss zu empfangen.

Es gibt schlichtweg viele Arten von Gut und Böse, denn das Verlangen nach Genuss besteht aus verschiedenen Stufen. Das Licht hat mit seinem Einfluss verschiedene Formen darin eingeprägt. Daher unterscheiden wir drei Arten des Einflusses vom Schöpfer:

* das Licht, das die Gefäße enthüllt;
* das Licht, das die Gefäße korrigiert;
* das Licht, das die Gefäße erfüllt.

Das ist die Regel: Enthüllung, Korrektur, Erfüllung.
Dieser Prozess besteht aus vielen Stufen, die zu jedem Verlangen und Gruppen von Verlangen gehören, welche ineinander fließen. Sie alle werden gemäß ihres Levels von Awiut (Grobheit) in Tiefe und Stärke unterschieden, und ihre Vermischung erweckt in uns Tausende und Abertausende von Reaktionen.

Zum Beispiel ist ein Teil meines Verlangens in einem Zustand der Enthüllung, ein anderer Teil geht durch die Korrektur und ein dritter Teil kann schon erfüllt sein. Die Wechselbeziehungen der Verlangen sind so verschieden und verändern sich so sehr, dass wir eine unzählige Menge von Reaktionen und Empfindungen erleben. Sie formen das Bild der Welt, in der wir existieren.

Letztendlich nehmen wir nur die Manifestationen der Kraft der Verlangen wahr, das in unserer Wahrnehmung in viele Teile zerbrochen ist. Normalerweise können wir die Verlangen, ihre Gruppen und Kombinationen und besonders die Zustände, die wir erleben, nicht kontrollieren. Deshalb müssen wir in unserem Voranschreiten nur die größte Nähe zum Schöpfer anstreben, der Eigenschaft der Liebe und des Gebens; in Richtung Einheit.

Wir erwecken durch dieses Streben das Licht, seine Stärke und seine Manifestation. Wenn es uns erreicht, gehen wir in unseren Verlangen durch die Zustände der Enthüllung, der Korrektur und der Erfüllung.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.03.2011, Schriften von Rabash

Die Welt im Licht des Gebens sehen

Frage: Während des Lesens des Sohar versuche ich daran zu denken, dass ich mich korrigieren will und dass das Studium mich korrigieren wird. Reicht das?

Meine Antwort: Jein. In dem Gebet während des Studiums muss die Verbindung zwischen uns allen enthalten sein, damit wir uns mit den Eigenschaften des Gebens erfüllen können. Darum muss der Mensch bitten. Es ist unmöglich, sich selbst zu zwingen, doch es ist möglich, sich allmählich zu einem solchen Verlangen zu bringen.

Ich muss mich also während des Unterrichts zu einem solchen Verlangen bringen, dass sich alles zu einem gemeinsamen Verlangen, welches die Korrektur fordert, – zur Enthüllung der zerbrochenen Seele – vereint.

Später, wenn wir mit diesem zerbrochenen Verlangen in den spirituellen Zustand eintreten, d.h. wenn die Eigenschaft des Gebens in ihm zu herrschen beginnt, werden wir gerade in diesem zerbrochenen Kli alle möglichen Erscheinungsformen der Verbindung zwischen uns, des Gebens und der Liebe – Sefirot, Parzufim, Welten – wahrnehmen. Wir werden SoN, Aba we Ima, ACHaP, Galgalta we Ejnaim, deren Auf- und Abstiege erkennen können. Dann wird unser Studium eine Form annehmen, über die geschrieben steht: „Die Seele des Menschen lehrt ihn“.

Doch in jedem Fall muss ich alles zu einem Ganzen vereinen. Denn die ganze Welt ist meine momentane Wahrnehmung. Das heißt, ich muss mich nicht einfach auf irgendeinen kleinen Gedanken konzentrieren, sondern daran denken, dass mein ganzes Ich, meine ganze Welt, alles, was ich mir vorstelle, jetzt der Korrektur unterliegt. Ich will diese ganze Realität im Licht des Gebens sehen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 06.03.2011

Liebe als Belohnung

Wir glauben, dass wir um die Erfüllung beten müssen: „Erfülle mich doch, erfülle!“ Doch die spirituelle Welt ist eine umgekehrte Anti-Welt, denn dort bedeutet Erfüllung die Arbeit selbst, die Anstrengung, die Bestrebung nach dem Ziel, das Verlangen zu lieben!

Eben dieses Verlangen an sich erfüllt auch den Menschen. Er wird bereits durch das Verlangen zu geben und noch nicht einmal durch die eigentliche Handlung erfüllt.

Der Mensch wird mit dem Schöpfer erfüllt, und der Schöpfer ist die Kraft des Gebens. Wenn wir die Kraft des Gebens erreichen und uns dadurch erfüllen, dass wir geben wollen, selbst wenn wir noch nicht die Handlung selbst ausgeführt haben, dann wird das als die Stufe von Bina bezeichnet. Und wenn wir die Handlung des Gebens realisieren, dann ist es bereits die Stufe von Keter, die Stufe der Liebe. Genau das ist die Erfüllung.

In unserer Welt ist es anders: ich führe irgendeine Handlung aus und warte, dass ich dafür bezahlt werde – die Bezahlung wird meine Erfüllung sein. Doch in der spirituellen Welt ist es nicht so. Dort dient die Handlung selbst als Erfüllung. Wie es geschrieben steht: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist das Gebot selbst“.

Es gibt jedoch noch eine Ergänzung: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist Denjenigen, der das Gebot erlassen hat, zu erkennen“. Das heißt, dort, im Inneren, enthüllt sich jemand, der mit dir verschmolzen ist…

Es kann nicht sein, dass die Handlung des Gebens nach einer Belohnung verlangt – anderenfalls ist es kein Geben! Aus diesem Grund befindet sich unsere Erfüllung in unseren Anstrengungen, in der Arbeit, in der eigentlichen Bestrebung nach der Spiritualität. Es ist mit einer Mutter zu vergleichen, die ihr Neugeborenes liebt und nach keiner Gegenliebe von ihm verlangt – sie erfüllt sich allein durch ihre Liebe zu ihm und durch das Geben.

Deshalb beten wir nur um das Verlangen zu geben, wir brauchen nichts anderes. Wenn ich ein solches Verlangen nach dem Schöpfer, der Liebe, dem Geben habe, dann muss ich um nichts mehr bitten! Das reicht aus, um mich als vollkommen erfüllt zu fühlen.

Ich werde in meinen Verlangen zu geben erfüllt – und die egoistischen Verlangen zu genießen werden niemals erfüllt werden. Sie können nur durch einen schwachen Funken erfüllt werden, der als „dünnes Leuchten“ – ein sehr begrenztes Leben in dieser Welt – bezeichnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

Die Einheit enthüllen

Wenn ich sage: „Es gibt niemanden außer Ihm“, dann bedeutet es, dass ich die Rolle, die ich in dieser Welt erfüllen muss, auf mich auferlege und nicht einfach mit dem Strom schwimme, indem ich einen Augenblick nach dem anderen durchlebe, nach dem Motto: komme was wolle.

Im Gegenteil: ich konzentriere meine Verlangen und Gedanken in jedem Augenblick darauf, meine Verbindung mit der Welt zu korrigieren, indem ich danach strebe, die einzige lenkende Kraft in ihr zu enthüllen. Diese Anstrengung von mir heißt: „Wenn nicht ich selbst mir helfe, wer hilft mir dann“.

Sagen wir, ich bin krank und gehe zum Arzt, doch dabei kümmere ich mich nicht einfach um die Gesundheit meines tierischen Körpers, sondern denke daran, dass ich dadurch alles an diese einzige Kraft anschließe. Denn sowohl der Arzt als auch das Heilmittel und ich selbst sind in ein gemeinsames System mit einbezogen. Der Arzt wird vom Schöpfer gelenkt, und auch das Heilmittel wurde dank Ihm entdeckt.

Mit anderen Worten: alles, was mir als getrennt voneinander existierend vorkommt: der Arzt, das Heilmittel, meine Krankheit, ich selbst – all das muss ich an eine einzige Quelle anschließen.

Und später, wenn ich geheilt bin, muss ich sagen, dass es von Anfang an alles eins war. Der Schöpfer hat einfach die ganzen Umstände so gelenkt, nur damit ich sie in mir verbinde und Seine Einheit für mich enthülle.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 18.02.2011

Gibt es Liebe auf dieser Welt?

Was bedeutet Liebe in unserer materiellen Welt? Es ist die „tierische“, materielle, egoistische Liebe, mit deren Hilfe wir einander genießen.

Die Eltern lieben instinktiv ihre Kinder, und die Kinder lieben instinktiv ihre Eltern – in dem Maße, in dem sie von ihnen das Erwünschte bekommen. Und all das ist von der egoistischen Absicht durchdrungen.

Unterdrücke in einer Mutter den Mutterinstinkt zu ihrem Kind – und sie wird sich ihm gegenüber genauso wie gegenüber allen anderen Kindern verhalten. Soll es selbst vor Hunger sterben, es wird ihr egal sein. Also sind elterliche Gefühle keine Liebe, sondern ein Instinkt.

Die Liebe zwischen den Geschlechtern wird durch Hormone ausgelöst. Führe dem Menschen das entsprechende Mittel zu und du wirst sehen, wie seine Liebe plötzlich verschwindet oder im Gegenteil wie aus dem Nichts erwacht. Hier ist die Rede von der hormonellen Anziehung.

Das gehört alles zur tierischen Stufe, und es gibt hier nichts anderes. Genetiker und Biologen können ausführlich erklären, warum das so ist. Doch wir besingen dieses Gefühl natürlich und schreiben ihm ein spirituelles Wesen zu – aus dem einfachen Grunde, weil wir dadurch am meisten genießen und es dementsprechend in unseren Augen erheben wollen.

Außerdem gibt es maßlose Liebe, die einen großen Schaden mit sich bringt. Denn wenn die Liebe keine Grenzen kennt und der Ehrfurcht beraubt ist, führt sie zum Hass. Wenn mich jemand liebt, muss ich dafür sorgen, dass ich ihm nicht erlaube, mich zu sehr zu lieben, und er selbst muss seinerseits für das Gleiche sorgen. Alles muss das richtige Maß und das richtige Gewicht haben. Wenn die Liebe „ausufert“, annulliert sie mich, und dann beginne ich, den Liebenden zu hassen, ich stoße ihn von mir weg.

Wir sehen das am Beispiel von Eltern und Kindern: die maßlose Liebe zum Kind ruft in ihm Verachtung und Hass hervor. Und nicht das Kind, sondern der Erwachsene, der seine Liebe nicht eingrenzt, trägt die Schuld, er lässt sie sozusagen nicht vom Schirm begleiten. Wir müssen immer das Maß unserer gegenseitigen Beziehung kontrollieren. Nur in der Welt der Unendlichkeit, am Ende der Korrektur werden wir „grenzenlose“ Schirme erwerben können.

Also macht es in unserer Welt keinen Sinn, über die Liebe zu sprechen – wir nutzen lediglich einander wie gewohnt aus. Wir sollten nicht darauf verzichten oder es verachten – denn so ist unser Leben. Die Ehepartner leben zum Beispiel lange Jahre zusammen und kümmern sich umeinander.

Doch man sollte da unterscheiden: Letztendlich mache ich das aus Gewohnheit, die zur zweiten Natur wird, aus dem Verlangen, aus dem egoistischen Drang heraus, der in mir erwacht und dadurch erfüllt wird.

Und in der spirituellen Welt bedeutet Liebe das reine Geben.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Wozu wir Fehlschläge erleiden

Frage: Welchen Nutzen haben meine wachsenden egoistischen Verlangen?

Meine Antwort: Deren Aufgabe ist es, dich zum Scheitern zu bringen, dir zu verstehen zu geben, dass du ein Nichts bist, dass es dir im Leben sehr schlecht geht und dass deine Verlangen böse sind, und dass überhaupt alles um dich herum nichts wert ist.

Also brauchst du im Moment nur, dass das Licht dich erweckt. Und es erweckt dich zu den gleichen Verlangen und zeigt dir, dass sie noch schlimmer sind, als sie dir früher vorgekommen sind.

Und dann wirst du dich wirklich danach sehnen, dich über sie zu erheben, und beginnst, die umgekehrte Seite der Realität, die sich über diesen Verlangen befindet, zu erkennen. Doch dafür musst du anfangen, in der Gruppe zu studieren, weil Unterrichte und direkter Kontakt durch nichts zu ersetzen sind.

Auszug aus dem öffentlichen Vortrag „Kabbala für alle“, 04.01.2011

Die Kraft der Kongresse, die mit nichts zu vergleichen ist

Frage: Sind Kongresse das Ergebnis der praktischen Arbeit? Und was können Sie über den bevorstehenden Kongress in Nordamerika sagen?

Meine Antwort: Ich bewerte solche Treffen sehr positiv und denke, dass sie die Möglichkeit zu einem sehr großen Vorankommen bieten. Ich sehe, dass ich von Mal zu Mal immer einfachere Erklärungen finde, die den Menschen nahe sind. Ich werde immer besser verstanden, und wir kommen einander immer näher.

Jedes dieser Treffen ist ein Sprung nach oben. Ein solcher Kongress ist gleichzusetzen mit einem Monat regelmäßigen Studiums. Das hinterlässt sowohl den inneren als auch den äußeren Eindruck bei dem Menschen und bringt viele positive Auswirkungen mit sich.

Einmal im Jahr veranstalten wir einen Kongress in Nordamerika, versucht diese Gelegenheit nicht zu verpassen. Wenn ihr sie prinzipiell habt, es euch aber vorkommt, als ob ihr keine Zeit oder keine Mittel dazu hättet, dann ist das ein Hindernis, dass der Mensch absichtlich von oben bekommt.

Und man sollte das ehrlich mit sich selbst klären, indem man begreift, dass man vor einer sehr wichtigen Entscheidung steht. Derjenige, der eine solche Gelegenheit einmal im Jahr hat, aber nicht kommt, verliert sehr viel, er hört bereits auf, an diesen Weg gebunden zu sein.

Natürlich gibt es objektive Gründe, die das Kommen absolut unmöglich machen, als ob sie dich in einem Gefängnis festhalten würden. Doch wenn der Mensch kann, es ihm aber schwer fällt, dann ist das keine Rechtfertigung mehr. Es ist eine Prüfung von oben, und du musst über das vor dich gestellte Hindernis springen.

Es kommen viele verschiedene Gruppen und einzelne Menschen. Es ist eine ganz andere Stärke. Und wir schließen uns von dort der ganzen Welt an. Ich werde versuchen, die innere Aufladung an diejenigen, die sich in diesem Moment so nah vor mir befinden, weiterzugeben. Und diese Menschen spüren es nach dem Kongress, im Vergleich zu denjenigen, die kommen könnten, es aber nicht getan haben.

Wahrscheinlich gibt es sogar keinen Unterschied, wie man jeden Tag studiert – in einer virtuellen oder in einer physischen Gruppe. Das hängt vom Menschen und von den Beziehungen in der Gruppe ab. Doch weder die physische noch die virtuelle Gruppe können ein solches gemeinsames Treffen wie ein Kongress ersetzen – wo sich Hunderte oder Tausende Menschen versammeln und sich verbinden.

Es gibt Menschen, die aus irgendwelchen Gründen die Gruppe verlassen haben, doch ein Kongress ist etwas anderes, und jeder kommt ohne Berechnungen in Bezug auf irgendwelche Beziehungen in der Gruppe oder auf etwas anderes. Er kommt, um sich mit dem Weltkli zu verbinden – und dadurch zu einer neuen spirituellen Stufe aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011