Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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In der Spiegelung des Höheren Lichtes

Frage: Wenn der Schöpfer unveränderlich ist, wie kann dann jeder von uns Ihn auf eine andere Weise wahrnehmen?

Meine Antwort: Jeder von uns nimmt den Schöpfer in dem Maße der Entwicklung seiner oder ihrer Seele auf eine andere Weise wahr, entsprechend seiner oder ihrer Verlangen und Eigenschaften. Das ist so, weil der Schöpfer Selbst nicht wahrgenommen werden kann. Niemals fühle ich Ihn; ich fühle mich in Bezug auf das „einfache Höhere Licht“. Und in Bezug zu diesem einfachen Höheren Licht enthülle ich mich selbst.

Wo also bin ich? Du bist die gesamte Welt. Fühlst du es? Ja. Existierst du zusammen mit denen, die um dich sind? Ja. Nun, dann bist du diese ganze Welt. Es ist dein Verlangen, wo du alles wahrnimmst.

Fühlst du, als ob es außerhalb geschieht? Da liegst du falsch. Das alles befindet sich in deinem Innern. Die gesamte Welt befindet sich in dir. Du nimmst deine Realität einfach auf diese Weise wahr, gegenüber dem Höheren Licht. Du nimmst dieses Höhere Licht nicht wahr, aber es existiert und ebenfalls nicht außerhalb, sondern in deinem Innern.

Alles, was du dir jemals vorstellen kannst, ist in deinem Innern, ebenso das Höhere Licht. Doch was ist das Höhere Licht? Du kannst darüber nur aufgrund deines Erlebens darüber sprechen. Wo befindet es sich? Es ist in deinen Verlangen. Alles befindet sich im Menschen. Das geht solange, bis wir tatsächlich die Höhere Kraft enthüllen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 26.04.2011, Shamati 1

Vierhundert Jahre am Berg des Hasses

Frage: Gehen alle unsere Absichten direkt in den Mund des Pharaos, um ihn zu füttern?

Meine Antwort: Es hängt alles davon ab, was diese Absichten sind. Der Pharao ist eine bestimmte Kraft, das Ego was sich gegenüber dem Licht enthüllt. Er ist eine Reserve des Egoismus, das Verlangen zu empfangen, welches wir erschaffen müssen.

In der Weisheit der Kabbala gibt es keinen „Pharao“ ohne „Israel“, d.h. das Streben in Richtung des Schöpfers im Menschen, der arbeitet, um sich mit den anderen zu vereinigen und das Geben zu erreichen. Deswegen erschafft ein Mensch im Grad seiner Bemühungen in Richtung des Gebens den Pharao, entwickelt seine Verlangen (Kelim) in sich, aus welchen er später flieht und die er danach korrigiert, um dadurch belohnt zu werden.

Die gesamte Arbeit in Ägypten liegt im übereinkommen mit dem Pharao und darin ihn groß zu machen, stark und reich, das bedeutet unser Ego von dem winzigen Punkt unseres natürlichen Egoismus zum Status des Schöpfers wachsen zu lassen. Was gibt uns dieser gesamte Egoismus letztendlich? Er gibt uns die Verlangen nach Essen, Sex, Geld, Ruhm und Wissen, ein winziges Ego in unserer Welt, ein physisches Ego, welches nichts mit Spiritualität zu tun hat. Dieses irdische Ego verlangt nicht einmal nach Korrektur.

Indem wir beginnen an unserer Vereinigung zu arbeiten, entdecken wir Wut, Entfremdung und Gleichgültigkeit in unserer Einheit.

Im Grunde ist das die Enthüllung des Bösen, aber nur wenn ein Mensch es als solches betrachtet. Am Ende kann er sagen, dass er sich mit den anderen nicht verbinden kann und dass es nicht seine Aufgabe ist, noch bevor er angefangen hat. Und einige beginnen, werden aber schwach und „Sterben in Ägypten“.

Aber es gibt diejenigen, die es ertragen, dank dem Verständnis, dass sie keine Wahl haben. Sie halten daran fest, immer und immer wieder, obwohl sie sehen, dass sie weitermachen, um zu verlieren. Und geben ihr bestes, um sich mit den Freunden zu verbinden, die Gruppe zu stärken, trotz ihrer Bemühungen sehen sie, dass nichts hilft. Im Gegenteil, sie erfahren ein Verlangen, ihre Freunde zu kritisieren und sie alle zusammen aus den Augen zu schaffen. Und einmal mehr überkommt sie dieser Blitz des Egoismus.

Deshalb wird alles was ein Mensch verdient, all seine Anstrengungen immer wieder von seinem Ego aufgebraucht, dem Pharao, welcher wächst und gedeiht. Der Mensch selbst baut all diese Eigenschaften in sich auf, durch seine eignen Anstrengungen. Später erreicht er die Stufe, auf der er sein Ego nicht länger aufrecht erhalten kann. Und dann empfängt er alle Gefäße des Pharaos (Kelim), die Verlangen.

Mit anderen Worten beginnt das ägyptische Exil genau mit der Arbeit des Menschen in Richtung der Vereinigung mit den Freunden. Was verdiente Israel tatsächlich, nachdem sie aus Ägypten flohen, als der Schöpfer sie befreite? Sie verdienten die Vereinigung am Berg Sinai (dem Berg des Hasses), zusammen als „ein Mensch mit einem Herzen“, aber nur für einen Moment, bis sie das „goldene Kalb“ formten und wieder fielen. Aber diese Abstürze sind heute von anderer Natur, im Gold, was sie aus Ägypten trugen, nahmen sie die „Ägyptischen Gefäße“ mit, um sie davor zu retten und zu erneuern.

Aber dennoch, was wollten sie während all dieser Jahre des Exils? Sie wollten in sich eine Einheit schaffen, die sie am Ende, am Berg Sinai, erreichten. Und ohne diese schrittweisen Anstrengungen, dem Berg Sinai zu trotzen, wären die „400 Jahre des ägyptischen Exils“ für euch nicht durchlaufen worden.

Aus dem zweiten Teil der Täglichen Kabbala Lektion vom 21.4.2011, Das Buch Sohar

Die Phase der Verhüllung möglichst schnell durchlaufen

Für einen Anfänger ist es typisch, Hindernisse bekämpfen bzw. sie aus dem Weg räumen zu wollen. Er begreift noch nicht, dass sie alle von „Es gibt niemanden außer Ihm“ kommen, und hält sie für reine Zufälle oder Pech im Leben.

Er kann sich noch nicht durch diese Hindernisse mit dem Schöpfer verbinden und erkennt nicht, dass alles, was im Leben geschieht, von Ihm kommt. Deshalb stößt er sie in seinem Egoismus ab und ärgert sich über die anderen, er möchte ein ruhiges, glückliches Leben führen, wie es in dieser Welt bei allen, die noch keine Verbindung mit dem Schöpfer spüren, üblich ist. Das sind die Anfangsschritte unserer Arbeit.

Doch nachdem der Mensch Anstrengungen unternommen hat, um sich der Gruppe anzuschließen, sich mit dem Lehrer und den Büchern zu verbinden, beginnt das Licht immer mehr auf ihn einzuwirken. Und obwohl er das nicht spürt, nimmt er Veränderungen in sich wahr. Denn er beginnt bereits seine Verbindung mit der lenkenden Kraft, mit der Ursache aller Geschehnisse zu erkennen, die sich irgendwo in der Natur, in seinem Inneren befindet und Verlangen und Gedanken in ihm erweckt.

Es gibt in ihm irgendeinen lenkenden Faktor, und er beginnt Verbindung zu ihm herzustellen, indem er versucht zu begreifen, wozu, zu welchem Zweck Er das alles macht und wie man darauf reagieren soll.

Der Mensch lebt sehr lange, bis er zur Wahrnehmung kommt, dass alle Geschehnisse durch irgendwelche innere Ursachen, die vom Schöpfer ausgehen, ausgelöst werden. Und dann begreift er, dass er tatsächlich sehr viele Anstrengungen in der Gruppe, in der Verbreitung und im Studium unternehmen muss, um diese Phase der Verhüllung möglichst schnell zu durchlaufen.

Und wenn er nicht mehr vergisst, dass alles von der inneren Kraft, die ihn auf diese Weise erweckt und ausrichtet, ausgeht, wird seine Arbeit bewusster, genauer und praktischer. Auf diese Weise akkumuliert er in sich das ausreichende Verlangen nach der Enthüllung Desjenigen, der alles rundum organisiert, damit diese verborgene Verbindung endlich enthüllt wird.

Doch auch danach gibt es noch Arbeit, die bis zum Ende der Korrektur durch Hindernisse verläuft. Die Frage besteht nur darin, wie schnell der Mensch sie erkennen und zur Hilfe für die Verbindung, für die Verschmelzung mit dem Schöpfer umkehren wird.

Denn das Licht leuchtet unser unkorrigiertes Verlangen aus und enthüllt jedes Mal immer tiefere Schichten davon, und das ist das Einzige, was den Schmerz in uns hervorruft. Doch der Schmerz ist ein Krankheitssymptom für den sich enthüllenden Egoismus, für die Fehlerhaftigkeit! Und genau dann haben wir die die Möglichkeit, uns zu korrigieren und uns selbst und die ganze Welt auf die Waagschale der Verdienste zu neigen.

Deshalb muss man an sich selbst arbeiten, um jegliche Zustände zu rechtfertigen, die immer empfindlicher und bemerkbarer werden und immer mehr reizen. Je weiter der Mensch vorankommt, desto größere und tiefere Hindernisse ihm in den Weg gestellt werden, desto schmerzhafter werden die Schläge. Doch gleichzeitig gewinnt er an Erfahrung und begreift bereits, was mit ihm geschieht, obwohl selbst ein Gerechter ebenfalls fällt und zum „Sünder“ wird, um sich erneut aufzurichten und zum Gerechten zu werden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 06.05.2011

Dein Name bedeutet nichts

Frage: Worauf können wir uns in unserem spirituellen Fortschritt stützen, wenn schon klar ist, dass Wissen keine Bedeutung hat?

Meine Antwort: Du kannst dich nur auf die Umgebung stützen. Wissen ist wertlos. Ich bin willens, alles zu vergessen. Wie der Talmud sagt, beteten die Menschen, damit sie alles vergessen, was sie bis dahin schon gelernt hatten. Ich will mit einer weißen Weste beginnen, wie ein Baby, dem sein Name nichts bedeutet.

Ich lasse alles, was ich bis jetzt weiß, aus meinem Verstand verschwinden. Selbst mein Herz lasse ich leer sein. Ich benötige nichts. Ich möchte von Null anfangen, will alle meine Besitztümer aufgeben. Das ist der einzige Weg, wie wir den Pfad weitergehen können – indem wir jeden Tag aufs Neue beginnen.

Es scheint, als ob so vieles in den Bücher geschrieben steht, „Denke daran, vergiss das nicht“. Das stimmt, aber in Wirklichkeit macht ein Mensch Fortschritte, wenn er bereit ist zur „Null“ zu werden, wenn er nicht auf die Stimme des jetzigen Augenblicks hört.

Deshalb bleibt die Umgebung unsere unveränderliche Quelle der Unterstützung.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabballa Unterrichtes, 26.04.2011, „Einen Teil enthüllen, verhüllen von zwei“

Stehen an der Schwelle

Frage: Was bedeutet das Konzept „Geheimnisse der Tora“?

Meine Antwort: Ein „Geheimnis“ ist etwas, das ich nicht enthüllen kann, obwohl es klar ist, dass es existiert. Ich erlebe die Wahrnehmung eines „Geheimnisses“, wenn ich an der Schwelle von etwas Neuem stehe, bevor ich die Tür öffne.

Außerdem sind, ohne Bezug zu mir, die „Geheimnisse der Tora“ die Lichter, die von Atik verborgen werden. Sie befinden sind im Kopf von Arich Anpin in Form einer verborgenen Weisheit. Diese Lichter sind verdeckt, weil wir augenblicklich keine Bedeckung für sie haben, die uns befähigen würde, sie zu unterscheiden. Aber für mich sind sie kein Geheimnnis, da ich sie nicht spüre.

Das wirkliche Geheimnis ist der Vorhang, den ich spüre. Das Exil zum Beispiel ist die Erwartung der Erlösung, die als extrem notwendig, doch noch nicht erlangt, empfunden wird. Im Innern eben jener Empfindung der Leere skizziere ich schon die Konturen der zukünftigen Erfüllung. Das bedeutet, sich selbst im Exil zu empfinden: Ich verstehe und fühle, was ich möchte und alles was mir fehlt, ist die Verwirklichung.

Das Gleiche gilt für ein „Geheimnis“: Ich spüre, dass mir die Eigenschaft des Gebens fehlt, sodass ich im Innern ihres Lichts von Chassadim das Licht von Chochma enthüllen würde. Die Erkenntnis, die mir dieses Licht bringt, ist vor mir verborgen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 26.04.2011, „Einen Teil enthüllen, verhüllen von zwei“

Lasst uns unser Verlangen zeigen, um unser Ägypten zu beenden

Baal HaSulams „Kommentar zur Pessach Haggada“ (aus dem Artikel „Dies ist für Juda“): Daher erinnern wir uns gerne an das Essen der Matze in Ägypten (in der ersten Kabbalistischen Gruppe) eben heute (während der Pessach Abendmahlzeit), weil wir (heute) ebenfalls so sind, als wären wir im Ausland versklavt (das Land Israel heisst „Eretz Israel“ auf hebräisch, was bedeutet „Verlangen direkt auf den Schöpfer gerichtet“). Mit dieser Mitzwa beabsichtigen wir außerdem die Erlösung auszuweiten (vom Pharao, dem Egoismus), was bald in unserer Zeit geschehen wird, Amen, genauso wie unsere (geistigen) Väter in Ägypten aßen.

Diese Passage berichtet über eine Gruppe von Kabbalisten, die zur Zeit Abrahams existierten und unter seiner Führung arbeiteten und vor ungefähr 3700 Jahren aus Babylon auszogen, um sich durch den Bund der Liebe untereinander zu verbinden, welcher als „liebet einander, wie ihr euch selbst liebt“ beschrieben wird. Und sie lernten aus eigener Erfahrung, wie Herzen verhärten und um wieviel brutaler die Macht des Pharaos (Egos) wird, welche sie regiert.

Doch ungeachet dessen, begannen sie diese Verhärtung zu überwinden, obgleich der Egoismus beständig wuchs. Sie erreichten einen inneren Status, des herauskommens aus ihrem Egoismus, der Auszug aus Ägypten genannt wird. Anstatt dem egoistischen Bund, den sie gewöhnlich benutzten, verbanden sie sich untereinander mit dem Bund des Schenkens und der Liebe, was das Verlassen der ägyptischen Grenzen bedeutet.

Daher haben alle Handlungen, die wir während dem Festmahl ausüben, eine einzige Absicht: die gleiche Befreiung vom Ego zu erreichen. Wir wiederholen jede Handlung und jedes Ritual, die von genau der gleichen Gruppe von Kabbalisten aufgestellt wurde, den Weisungen Baal HaSulams folgend, der in genauem Detail jeden Abschnitt des festlichen Rituals erklärt, denn es spiegelt wider, wie stark sich ein Mensch wirklich ersehnt, aus seinem persönlichen Ägypten herauszukommen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/04/2011, „Dies ist für Juda“

Der Weg zum Schöpfer ist für alle gleich

Frage: Kann sich eine Frau nur durch die Männergruppe auf den Schöpfer ausrichten?

Meine Antwort: Auf keinen Fall! Eine Frau muss sich ebenfalls persönlich auf den Schöpfer ausrichten! Das Vorankommen über die Männergruppe ist nur dazu da, um uns alle an diese Stufe heranzuführen. Die Ausrichtung ist dennoch individuell.

Hat eine Frau etwa keine Verbindung zum Schöpfer?! Wir schreiten gemeinsam voran: die Männer können nicht ohne das weibliche Verlangen vorankommen, und die Frauen können sich ohne die Anstrengung von den Männern nicht dem Schöpfer entgegen bewegen. Alles muss gleichermaßen vorhanden sein, genauso wie wenn wir Kinder zur Welt bringen.

Vorankommen bedeutet Geburt in jedem Stadium, wenn wir unseren nächsten Zustand entstehen lassen. Eine Frau kann allein kein Kind zur Welt bringen – genauso wenig wie ein Mann. Sie müssen zusammen sein, eine Familie gründen, sich um das gemeinsame Familienumfeld kümmern, und dann entstehen neue Zustände.

Und die Beziehung zum Schöpfer ist sowohl für Männer als auch für Frauen persönlich. Das Vorankommen kann jedoch nur als Gruppe erfolgen. Ich persönlich richte mich auf den Schöpfer aus. Doch woher empfange ich? Ich empfange durch die Gruppe.

Der Einfluss der Umgebung ist sowohl auf Männer als auch auf Frauen entscheidend. Auch eine Frau kann nicht vorankommen, wenn sie nicht durch die Umgebung beeinflusst wird, jedoch nicht durch die weibliche Umgebung, sondern durch die männliche.

Auszug aus einem Festtagsunterricht auf Russisch, 21.04.2011

Beispiel für alle Völker sein

Frage: Während des Völkermordes an den europäischen Juden haben nicht nur die Ideologen, sondern das ganze Volk einen instinktiven Hass gegen die Juden empfunden…

Meine Antwort: Sagen wir mal: das ganze Volk war bereit, die Völkermordpostulate tatsächlich anzunehmen, ohne jegliche Scham und Gewissensbisse. Es ist ein Krieg, ein ideologischer Krieg, der nur auf diese Weise zu gewinnen ist – indem das Volk, welches eine entgegengesetzte Idee besitzt, vernichtet wird.

Heutzutage sind dutzende Völker in der Lage, den gleichen Weg, den damals die Deutschen gegangen sind, zu beschreiten. Und jeder wird sofort spüren, dass in erster Linie gerade die Juden seine Hasser und Feinde sind. Dabei ist es unwichtig, mit welchen seiner Nachbarn er den Krieg führt: „Wir haben hier Unruhen, und die Juden sind an allem schuld“.

Jedes Volk, das den Weg des Faschismus gehen wird, wird sich ideologisch unerlässlich auf Israel stürzen. So ist die Natur, da kann man nichts dagegen tun.

Aus diesem Grund wird von uns nur eins verlangt – die Korrektur zu beschleunigen. Wir sind bereits soweit, dies tun zu können. Wir müssen uns korrigieren und vereinen und ein Beispiel und das Licht für alle Völker sein. Und dann werden sie verstehen, dass dieses Beispiel richtig und vollkommen ist und nicht nur eine Lösung in der Ebene unserer Welt mit sich bringt, sondern den Menschen auch zu der spirituellen Stufe, zum ewigen Leben aufsteigen lässt.

Indem wir mit einem solchen Beispiel vorangehen, werden wir den Dritten und den Vierten Weltkrieg und alle damit verbundenen Leiden verhindern können. Es gibt keine andere Lösung. Und darum muss sich jeder, der begreift, welche Gefahr dem jüdischen Volk und der gesamten Menschheit droht, mit aller Kraft und dem ganzen Herzen an der Korrektur beteiligen.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Holocaust-Gedenktag“, 02.05.2011

Die Absicht – ist der vollendete Handlungsplan

Frage: Was bedeutet die „Absicht“?

Meine Antwort: Angenommen, der Wunsch befindet sich in einem Zustand, strebt aber einen anderen Zustand an. Hierfür muss er die Handlung hervorrufen, die ihn aus dem Anfangszustand in den neuen Zustand hineinführen wird.

Der ganze Plan dieser Handlung besteht darin: genau zu erkennen, wo ich mich momentan befinde, und wo ich mich später sehen will, sowie mit Hilfe welcher Handlungen und Kräfte, ich aus einem Zustand in den andern Zustand übergehen kann – genau dieses Programm heißt „die Absicht“ oder das Vorhaben.

Somit ist „das Schöpfungsvorhaben“ das vollkommene Programm, welches bestimmt, wie man beginnt und wo man endet, was für Schritte man auf dem Wege machen muss, welche Materialien, Kräfte und Mitteln zu verwenden sind, um das Anfangsvorhaben zu verwirklichen. Wie es gesagt ist: „Das Ergebnis der Handlung liegt im ursprünglichen Vorhaben“.

Das alles existiert in der Absicht im Potential, und realisiert sich später in der Praxis.

Das heißt, die Absicht ist nur dann vorhanden, wenn ich meinen laufenden Zustand gut erkenne und genau weiß, was ich folglich erreichen will. Die übliche Fragen sind: „Welche Absichten hast du? Was willst du erreichen? Wie gehst du vor?“

Die Absicht ist somit ein Ausdruck unseres Bedürfnisses der Veränderung, die wir schon einplanen, verstehen, empfinden, verwirklichen, und vollenden.

Die Handlung selbst wird mittels der Kraft des Lichtes vollbracht, und hat deshalb mit der Schöpfung nichts Gemeinsames. Die Schöpfung hat dagegen die Absicht: ob sie sich gut erforscht hat, ob sie den Schöpfer enthüllt hat, wie sie den Schöpfer zwingt, eine beliebige Handlung zu machen. Der Mensch muss also möglichst viel wissen.

Jedes Mal, wenn ich erwachsen werde, und die Stufen der Treppe erklimme, steigen gleichzeitig meine Ansprüche gegenüber dem Schöpfer an, wodurch alle Details Seiner Handlungen bestimmt werden. Ich weiß schon, wie Er handeln und auch mich beeinflussen wird. Ich erkenne in allen Details und Einzelheiten, welches Programm in meinem Inneren, in meinem „Körper“ (in den Wünschen) geschehen wird. Aus eigener Erfahrung begreife ich Ihn und Seine Handlungen.

Im Endeffekt erkenne ich solche Einzelheiten, dass ich Sein Programm an Seiner Stelle verwalten kann – ich verstehe dieses Programm, jedes seiner Elemente, alle Mittel, bis zu den winzigsten Details. Wenn ich das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) erreiche, dann erkenne ich Seinen Plan vom Anfang und bis zum Ende, kenne alle Schritte – sowohl von Seiner Seite, als auch meinerseits. Das bedeutet, dass ich die vollendete Absicht erworben habe.

Das Licht wirkt immer ein. Aber wie wirkt Es ein, und wie kann ich Es dazu bringen, mich zu verändern – das alles ist schon die Arbeit des Menschen, welcher den Schöpfer, die Beziehung zwischen dem Licht und dem Wunsch erkennen muss.

Auszug aus dem Unterricht über „die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 03.05.2011

Die ehrenvolle Aufgabe, ein Gerechter zu werden

Frage: Wie kann man vom Zustand „Sünder“, der nicht in der Lage ist, den Schöpfer zu rechtfertigen, zum Zustand „Gerechter“ übergehen?

Meine Antwort: Sich als „Sünder“ wahrzunehmen ist ein sehr guter, nützlicher Zustand, ohne den es nicht geht. Während in dir der Egoismus erwacht, du dich aber „unter dem Schutz der Tora“ befindest, hast also etwas, worauf du dich stützen kannst, – hast du das Licht, dank welchem du verstehst, dass du einen Fall, einen Abstieg durchlebst.

Du fällst, weil du noch nicht das neue Verlangen, welches sich gerade in dir enthüllt, korrigiert hast. Und darum nennst du dich „Sünder“.

„Sünder“ ist eine spirituelle Stufe, und zwar eine sehr ehrenvolle. Das bedeutet, dass ich einen Zustand erreicht habe, in dem der Schöpfer versteht, dass Er mir eine noch größere Last aufbürden kann und ich sie korrigieren kann! Er lädt mich quasi ein und teilt mir eine noch wichtigere, zusätzliche Aufgabe zu.

Ich habe jedoch noch nicht geschafft, diese zusätzliche Last zu korrigieren, und kann mich diesbezüglich nicht auf das Geben ausrichten, und deshalb halte ich mich in diesem Zustand noch für einen Sünder. Ich zerfresse mich jedoch nicht deswegen – sondern rechtfertige den Schöpfer, danke Ihm, freue mich auf die Möglichkeit, die sich mir eröffnet hat.

Das ist etwas ganz anderes, als das, was sich ein normaler Kleinbürger dabei denkt, wenn er das Wort „Sünder“ hört, – es ist im Gegenteil ein sehr würdevoller Zustand. Aus der gesamten Mannschaft hat der Anführer ausgerechnet mich ausgesucht und mir gesagt: „Nur du bist in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen!“

Mir wird also eine zusätzliche Belastung des Herzens gegeben, und damit mach ich mich auf den Weg zu einem Sondereinsatz. Doch im Moment bin ich noch ein Sünder – bis ich die Aufgabe erfüllt habe und zu einem Gerechten geworden bin.

Der Pharao verstand selbst, dass er ein Sünder und der Schöpfer ein Gerechter ist. Das heißt, jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist spirituell. Sünder sind hohe Stufen, die den Gerechten vorangehen. Auf diese Weise wechseln sich diese Zustände ab: mal Sünder, mal Gerechter, und wieder: Sünder und Gerechter, immer und immer wieder. Als ob ich mich auf zwei Beinen bewegen würde – das eine eines Sünders und das andere eines Gerechten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 02.05.2011