Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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In den anderen aufgehen

Frage: Während wir uns in einer solchen physischen Nähe auf den Kongressen befinden, was genau wollen wir überwinden? Die Kraft des Egoismus? Wollen wir das Verlangen der Freunde spüren? Allen gute Stimmung schenken? Woran sollen wir in dieser Zeit denken?

Meine Antwort: Ich persönlich empfehle, zu versuchen, den allgemeinen Zustand einzufangen. Sucht nicht in euch selbst nach einer Seele – ihr werdet sie niemals in euch selbst finden, weil ihr keine habt, niemand hat eine. Eure Seele befindet sich außerhalb von euch!

Versucht den allgemeinen Zustand einzufangen, den allgemeinen Geist dieser großen Versammlung von Verlangen nach Einheit, an der Menschen teilnehmen, die unheimlich viele Anstrengungen und Mittel hineininvestiert und monate- sogar jahrelang auf dieses Ereignis gewartet haben, um in der Vereinigung die gemeinsame höhere Kraft der Natur zu finden – die Kraft des Gebens und der Liebe – den Schöpfer.

Ihr müsst diesen allgemeinen Geist einfangen. Und wenn er beginnt, in euch zu arbeiten, macht das einzig Richtige, das Beste – geht in diesem allgemeinen Geist auf, buchstäblich wie ein Embryo im Mutterleib.

Dann werdet ihr beginnen zu spüren, wie diese Eigenschaft des Gebens allmählich in euch arbeitet, euch formt, aus euch ein neues Wahrnehmungsorgan einer neuen Eigenschaft (eines Raums) erschafft – keiner empfangenden, auf sich selbst gerichteten, sondern einer gebenden, auf sie gerichteten.

Die zuverlässigste Handlung, die zum Erfolg führt, ist die, dass man alle Gedanken an sich selbst beiseite lässt und im allgemeinen Geist des Kongresses aufgeht. Nutzt jeden Augenblick unseres Treffens.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 29.05.2011

Das höhere Programm wartet auf dein Mitwirken

Frage: Wenn der Schöpfer ein Programm unserer Entwicklung hat, wozu sollen wir uns einmischen und versuchen, es zu umgehen?

Meine Antwort: Es gibt ein natürliches Entwicklungsprogramm, genannt „Natur“. In der Natur gibt es einen Motor, der rotiert und die ganze Entwicklung vorantreibt, wir leisten ihm Gehorsam und schreiten so bereits jahrhunderte- und jahrtausendelang voran, auf diese Weise entwickeln wir uns. So geschah es im Laufe der gesamten menschlichen Existenz auf dieser Erde.

Doch im gleichen Programm steht ebenfalls, dass der Mensch sich allmählich bis zu einem solchen Zustand entwickeln soll, in dem er selbst an dessen Arbeit mitwirken kann. Die Kraft, die in der Natur enthalten ist, beeinflusst ständig das Verlangen und entwickelt es. Und in diesem Verlangen entwickelt sie ebenfalls einen Punkt, der aus der Wurzel der Seele hervorgeht.

Und in einem bestimmten Moment beginnt in uns außer dem Verlangen zu genießen auch noch dieser Punkt lauter zu werden. Es kommt die Zeit, in der er beginnt, sich bemerkbar zu machen und von dem Menschen zu verlangen, ihn zu realisieren.

Die Realisierung dieses Punktes verläuft über dem Verlangen, und aus diesem Grund nimmt der Mensch eine gewisse Spaltung in sich wahr und findet sich vor der Wahl wieder: entweder seinem Ego – einem einfachen irdischen Verlangen: Essen, Sex, Familie, Geld, Macht, Wissen – zu folgen oder diesen spirituellen Punkt zu entwickeln und herauszufinden: wer bin ich, wo komme ich her, wo ist die höhere Kraft, wozu lebe ich und was ist der Sinn des Lebens?

Der Punkt im Herzen beginnt, all diese Fragen zu stellen, und versetzt den Menschen in große Verwirrung. Und dann kommt er auf irgendeine Weise zu der Wissenschaft der Kabbala – ebenfalls entsprechend dem Programm! Es gibt im Leben keine Zufälle, alles, was in dieser Welt geschieht, steigt aus der höheren Welt zu uns herab. Und ob du den zweiten Weg gehst oder nicht, ob du alle Möglichkeiten erhältst, um ihn zu realisieren, ist ebenfalls vom Schöpfungsprogramm vorherbestimmt.

Du studierst jetzt nicht, weil du diese Wahl selbst getroffen hast. Es gab einfach Kräfte, die auf dich eingewirkt und dir zu verstehen gegeben haben, dass es sich lohnt, dies zu tun. Deine Freiheit beginnt erst dort, wo du direkt vor der Wahl stehst, dich einer kabbalistischen Gruppe anzuschließen oder nicht, oder sogar noch tiefer im Inneren – ob du bereit bist, auf deinen Egoismus zu verzichten, um dich ihr anzuschließen, oder nicht.

Die Wahl liegt nur zwischen zwei Verlangen: dem Verlangen, das auf sich selbst gerichtet ist, oder dem Verlangen, das von mir weg und nach außen gerichtet ist. Hier triffst du wirklich eine Wahl. Das Verlangen, welches auf sich selbst gerichtet ist, wird als ACHaP, der untere Teil des Parzuf, bezeichnet. Das Verlangen, welches nach außen gerichtet ist, bezeichnet man als Galgalta we Ejnaim, den oberen Teil des Parzuf. Und in der Mitte befindet sich ein Gebiet, genannt Klipat Noga, wo du scheinbar Entscheidungen triffst.

Auch hier kommt die Frage auf, worauf deine Entscheidungen basieren und wie du von oben beeinflusst wirst, damit du dich so und nicht anders entscheidest.

Und in demselben Programm steht fest, dass wir Kabbala überall auf der Welt verbreiten müssen. Anderenfalls kommt die Welt nicht zur Korrektur, denn sie handelt nur entsprechend einem natürlichen Entwicklungsprogramm wie alle anderen Ebenen der Natur. Wir müssen alle diese Ebenen richtig benutzen: den Rest der Menschheit sowie die tierische, die pflanzliche und die unbelebte Natur – in Gedanken, in Handlungen, in der Absicht, um sie an uns anzuschließen und gemeinsam mit der ganzen Schöpfung von der Stufe dieser Welt zur Stufe der höheren Welt aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Zusammenfassende Einführung (Pticha kolelet)“, 27.05.2011

Verrate nicht die Geheimnisse deines Herzens

In der Kabbala ist es nicht üblich, über persönliche Empfindungen zu sprechen. Man spricht über die Liebe zu Freunden, jedoch nur allgemein, ohne über sich selbst zu sprechen oder konkrete Namen zu nennen.

Man sollte über die Größe des Lehrers, des Schöpfers, der Gruppe, der Freunde, die Wichtigkeit des Ziels sprechen, weil man ohne einander zu begeistern nicht vorankommen kann. Das spendet uns Kraft zum Arbeiten, und genau darin besteht der ganze Sinn der Gruppe. Das alles wird aber nicht in der Ich-Form erzählt, sondern ohne eigene Gefühle und Verlangen (Kelim) preiszugeben.

Denn die anderen sind noch nicht bis zur Stufe von Bina (Chafez Chessed) korrigiert, um „dem Nächsten nicht das zuzufügen, was einem selbst verhasst ist“, und könnten dir durch ihre Gedanken schaden. Deshalb besteht ein solches Verbot.

Du erzählst davon, wie groß das spirituelle Ziel ist, jedoch nicht davon, wie du oder jemand anderer von der Spiritualität begeistert ist. Man sollte vom Gesetz, welches im Universum herrscht, von der Formel, die im Kräftesystem existiert, erzählen und nicht auf jemanden persönlich verweisen.

Unsere gesamte Arbeit verläuft im Inneren und in Bescheidenheit. Ich muss die Gruppe nicht als konkrete Menschen und Gesichter wahrnehmen, sondern als Kräfte, die zum Schöpfer, zum Geben streben und sich verbinden, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen. Genau diese Verbindung zwischen unseren Verlangen, dieses uns verbindende Netz nennt sich auch Gruppe.

Deshalb, wenn ich von der Gruppe rede, erwähne ich keine Namen. Es gibt in ihr quasi keine Menschen – es gibt nur Verlangen, die durch die gegenseitige Bürgschaft verbunden sind! Wenn diese Verlangen eine solche Verbindung erreichen, die wirklich zu einer gebenden Verbindung entsprechend der ersten spirituellen Stufe wird, wird sie und das sie erfüllende Licht Chassadim, das gegenseitige Geben, von ihnen enthüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.05.2011

Traue deinen Augen nicht

In der Kabbala geht es um die innere Arbeit eines Menschen – man muss sich in sich selbst vertiefen und dort Bilder von Freunden, von der Gruppe, von sich selbst, seine innere Welt, seinen Eindruck von der Spiritualität aufbauen. Und nicht auf die äußeren Eindrücke achten, die sogar entgegengesetzt sein können.

Ich bekomme Eindrücke von der Umgebung, die auch falsch sein können – denn das sind nur meine Empfindungen infolge von Zuständen, die in mir erwachen, von „Reshimot“. Ich muss aber arbeiten, indem ich mich nicht auf sie stütze, sondern auf das Bild, das ich in mir für Freunde, für die Gruppe, für mich selbst, den Schöpfer und die Verbindung zwischen uns aufgebaut habe.

Und ich verlasse mich nicht so sehr darauf, was ich heute fühle oder um mich herum sehe. Denn wer sieht das alles? Ich selbst, der ich gänzlich in Lüge gehüllt bin. Was macht es also für einen Unterschied für mich, was ich gerade sehe – ich muss in mir drin ein Modell der zukünftigen Welt aufbauen, wo wir alle durch das gegenseitige Geben und die Liebe verbunden sind, in der wir den Schöpfer wie in der Shechina einhüllen.

Auszug dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.05.2011

310 Welten als Deine Belohnung

Talmud Eser Sefirot 1, Teil 1 „Histaklut Pnimit„, Abschnitt 7: Unsere Weisen sprachen: „Der Schöpfer ist dazu bestimmt, jedem Gerechten 310 Welten zu vermachen.“ …

Es ist wie bei einem Menschen, der zu seinem Freund sagt: „Arbeite nur eine Minute mit mir und im Gegenzug schenke ich dir alle Vergnügen und Schätze der Welt für den Rest deines Lebens.“ Es gibt tatsächlich kein größeres freies Geschenk als dieses, da die Belohnung in keinem Vergleich zur Arbeit steht, da die Arbeit in dieser Welt ist, einer vorübergehenden, bedeutungslosen Welt im Vergleich zur Belohnung und der Freude in der ewigen Welt.

Frage: Gibt es also eine Belohnung nach dem Tod oder nicht?

Meine Antwort: Nach welchem Tod? Wenn der weltliche Körper stirbt, wird er begraben. Aber wenn die egoistischen Verlangen sterben, ist das nicht das Ende. Danach ist es wichtig, „den Tod wiederzubeleben“ – das tote Verlangen.

Zuerst ist es wichtig, das egoistische Verlangen zu „begraben“, das gedenkende Gebet darüber zu lesen (Kaddish), um den Schöpfer dafür zu segnen, dass mein Egoismus gestorben ist. Ich sage: „Du hast mein egoistisches Verlangen getötet und ich bin Dir dafür sehr dankbar! Lass uns nun weiterarbeiten. Lass uns den Tod wiederbeleben und ihm die Ausrichtung zum Wohle des Gebens verleihen!“

Aus dem 2ten Teil der täglichen Kabbala Lektion 12.05.11, Talmud Eser Sefirot

Katz-und-Maus-Spiel mit dem Egoismus

Weltweiter NOI! Kongress, Rom, Lektion 1

Frage: Durch Kabbala habe ich gelernt, allen Schlägen mit einem Lächeln zu begegnen. Ist das falsch?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala gibt einem Menschen die Kraft, nach allen Schlägen zu spüren, dass sie einen Grund haben. Und es ist unwichtig, ob du nach den Schlägen weinst oder lachst – wichtig ist, ob du sie dazu nutzt, einen Schritt nach vorne zu machen. Ein Schlag muss als eine Kraft aufgenommen werden, die dich zum Vorankommen bewegt.

Man sollte jedoch versuchen, vorwärts zu kommen, noch bevor man einen Schlag bekommt. Es ist wie in dem Zeichentrickfilm, in dem ein großer Kater hinter einer kleinen Maus herjagt.

Die ganze Zeit wird gezeigt, wie die Maus vor dem Kater, der sie jeden Augenblick zu schnappen scheint, wegläuft, und die Maus schafft es jedes Mal, davonzulaufen. So müssen auch wir dem Ziel entgegenlaufen, und Probleme werden uns die ganze Zeit auf den Fersen sein. Versuche jedoch, vor ihnen wegzulaufen!

Und begreife, dass wir gerade durch sie zum richtigen Ort gelangen, und das auch noch so schnell. Wir sollten versuchen, so schlau wie diese Maus zu sein.

Auszug aus der 1. Lektion des NOI! Kongresses in Rom, 21.05.2011

Der Geschmack des Genusses

Alles, was wir brauchen, ist die Entwicklung des Verlangens. Ich erinnere mich daran, wie eine der Arbeiterinnen meiner Poliklinik einst das hausgemachte Essen der jemenitischen Küche mitbrachte.

Am Anfang konnte ich nichts probieren, ich verstand einfach nicht, was das Essen soll – weil dieser Geschmack weit von dem entfernt war, den ich gewohnt war. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und probierte das Essen – so dass ich allmählich den Geschmack dieser Küche mochte.

Ebenso wird das Kleinkind in diese Welt geboren, und hat noch keine Empfindung für Geschmäcker. Später beginnt es,sich je nach den Bräuchen und den Vorlieben der Gesellschaft, daran zu gewöhnen und Geschmack an diesem Essen zu finden. Denn ohne Geschmack, ohne Verlangen danach, gerade dieses Gericht zu kosten, kann man es niemals genießen.

Man könnte natürlich essen, um nicht zu verhungern, aber wir sprechen über die Genüsse. Als ein lebensnotwendiges Minimum kannst du die Genüsse dieser Welt empfangen, aber alles, was darüber hinaus läuft, ist nur dann zugänglich, wenn du das Geben genießen möchtest.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass hierfür nur die psychologische Umstellung benötigt wird. Was stellt sie als solche dar?

Meine Antwort: Wir verstehen nicht, wie man die Liebe und das Geben genießen kann. Dabei ist ein „Geliebter“ nicht einfach mein Kind, um das ich mich „definitiv“ gerne sorge. Nein, es handelt sich eher um die fremden, fernen und verhassten Menschen.

Es gleicht dem Essen einer fremden Küche, die ich nicht mag. Und ich beginne absichtlich, in mir die Geschmäcke zu entwickeln, das Herangehen, die Nähe, das Verständnis zu suchen. Allmählich kommen in mir die entsprechenden Wünsche auf – dann fühle ich plötzlich, dass ich diesen Menschen mag.

Hier entsteht schon folgende Frage: wenn ich ihn mag – dann wird mein Geben doch wieder egoistisch? Denn ich genieße es doch?

Das ist richtig, aber während ich liebe, hebe ich den vorigen Hass nicht auf. Er ist ständig in mir, er wächst mit, wie bei Rabbi Schimons Schülern, die im Buch Sohar schrieben, wie sie zunächst einander hassten , und später zur Liebe gelangten. Jedes Mal kommen wir in zwei Linien voran, erheben wir die Liebe über den Hass, wie gesagt wird: „die Liebe wird alle Verbrechen verhüllen“.

Gerade zusammen ergeben der Hass und die Liebe den Geschmack, „den Saft“, die Stärke des Genusses. Sie sind wie zwei Zügel. Wenn du den Hass annullierst , dann bleibt von der ganzen Stärke des Genusses nur der kleine materielle Bruchteil übrig. Wenn du dagegen über den Hass hinaufsteigst, ihn mit dem Schirm der Liebe abdeckst, dann bekommst du ein großes Gefäß mit dem riesigen Genuss.

Auszug aus dem Unterricht über die „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ (Pticha), 23.05.2011

Die Ampelsignale meiner Seele

Frage: Zeigt Leiden direkt den Bereich der notwendigen Korrektur an oder nur indirekt?

Meine Antwort: Wir müssen versuchen, genau herauszufinden, was das Leiden verursacht, das heißt, was der Schöpfer von uns erwartet. Wenn Gedanken, Verlangen oder Absichten zu uns kommen und keine Verbindung zur Liebe zum Nächsten haben, sollte ich sofort spüren, wie das rote Ampelsignal in mir aufleuchtet!

Es gibt Gedanken, Verlangen und Absichten, wo es dieses Alarmsignal gibt, zuerst ist es gelb, dann orange und zuletzt rot, als ein echtes Zeichen von Unheil. Es kommt auf den Fall an. Doch ich sollte dies mit einem Verlangen betrachten, das alles mit Liebe anschaut und wenn es weniger als das ist, will ich, dass das rote Signal aufleuchtet. Dann werde ich vor mir ein Feld mit roten Lichtern erkennen. Das lässt mich meinen wahren Zustand verstehen und ihn mir bewusst werden, sodass ich innehalten kann und alle diese Lichter auf grün schalten möchte. Ich suche danach, wie ich das machen kann und dadurch beginne ich mit dem Schöpfer zu arbeiten.

Er schaltet in mir das rote Signal ein und ich schalte es auf grün um. Während ich das versuche, will ich herausfinden, warum es auf rot steht und wie ich es umschalten kann. Darum geht es in unserer Arbeit, dem Prozess, dem wir uns unterziehen müssen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.05.2011, Shamati 113

Jede Stufe beginnt bei Null

Frage: Wenn wir spirituelle Fortschritte erlangen, so dass wir von einer allgemeinen Wahrnehmung dieser Welt zu einer mehr inneren und detaillierten Wahrnehmung übergehen, warum wird dann über eine imaginäre, illusorische Welt gesprochen? Es ergibt sich doch, dass wir einfach unsere Durchlassungskapazität (Zoom) erweitern?

Meine Antwort: Aber diese neue Details, die wir offenbaren, haben andere qualitative Eigenschaften und werden deshalb, anders wahrgenommen. Denn wir enthüllen Elemente des Gebens, die Kraft, die in unserem Material verborgen ist. Es erfolgt auch keine Aufteilung des existierenden Materials, in noch kleinere Teile, Moleküle, Atome und Milliarden von Verbindungen, welche sie untereinander verbinden. Wir enthüllen die Kraft, die sich im Inneren des Materials befindet – die Kraft des Gebens.

Wir kommen aus dem Allgemeinen zum Detail voran, wobei der Unterschied nicht in der Quantität der Details, sondern in ihrer Qualität sichtbar wird .

Bislang ist uns eine vorübergehende besondere Wahrnehmung der Existenz gegeben worden – denn wir befinden uns „in Ohnmacht“. Aber wenn wir anfangen, das Spirituelle zu enthüllen, dann werden uns eigene Wurzeln offenbart, die ganz auf der Kraft des Gebens basieren.

Unsere Welt des Empfangens agiert auf der Basis des Egoismus. Und sie ist illusorisch, weil das Nehmen/Empfangen allein gar nicht existieren kann. Das ist lediglich deshalb erschaffen worden, um aus dieser uns eigenen Illusion, die Wahrnehmung der Realität zu erlangen, welche die wahre Fähigkeit zu einer Existenz besitzt. Nur aus diesem Grund leben wir in der Realität dieser Welt, wenn man dies überhaupt als Leben bezeichnen kann.

Das heißt, unsere Welt ist wirklich illusorisch und existiert nur als unsere Halluzination, die einer Ohnmacht entspringt. In dem Moment, wenn wir zu uns kommen, werden wir verstehen, was es für eine Einbildungskraft ist, die uns das Bild dieser Welt zeichnet, und mit welchem Zweck sie es tut. Sie gibt uns die Möglichkeit, alle 125 spirituellen Stufen absolut selbständig und aus freiem Willen, sowie bis zu der höchsten Stufe hinaufzusteigen – wobei wir jedes Mal mit einer Illusion beginnen.

Jede Stufe beginnt mit der Empfindung des Mangels an Erkenntnis jener neuen Stufe, und mit der Erkenntnis des Bösen. Und dann korrigieren wir das Böse und erreichen somit die Eigenschaft des Gebens dieser neuen Stufe. Wir handeln absolut selbständig, da wir uns noch nicht in der Spiritualität befinden, und sie uns zu nichts verpflichtet. Deshalb können wir uns davon vollständig loslösen, um aus dem unbewussten Zustand zu starten. Und so können wir durch eigene freie Wahl, von einer Stufe zu der nächsten aufsteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 29.04.2011

Prüfe, ob du deine Bemühungen nicht ohne Nutzen vergeudest

Frage: Wie sich erweist, kann es passieren, dass der Mensch sich um etwas bemüht, ohne davon jeglichen Nutzen zu haben. Wie kann ich dann prüfen, ob meine Bemühungen richtig sind?

Meine Antwort: Das heißt, du bist bereit dich zu bemühen, und verstehst, dass ohne dieser Bemühungen nichts erreicht werden kann, und willst deshalb die Richtigkeit ihrer Ausrichtung prüfen.

Die Bemühungen sollen auf den Aufbau des spirituellen Verlangens, des Gefäßes für die Enthüllung des Lichtes gerichtet sein. Das Licht hat die Eigenschaft des Gebens, weshalb ich an meinem Egoismus zu arbeiten habe, um ihn zu überwinden und mich an die Handlung des Gebens, an die gebende Eigenschaft auszurichten – sich ihr anzunähern.

Nachdem ich versuche, dem Geben näher zu kommen, offenbare ich einen Widerstand, der sowohl von mir selbst, als auch von den anderen kommt. Ich sehe, wie schnell ich vergesse, daran zu denken, und diesen Zustand anzustreben – das Geben stellt somit nicht meinen ungezwungenen natürlichen Wunsch dar.

Folglich bekommen meine Bemühungen eine gewisse Absicht, damit das spirituelle Ziel nicht aus den Augen verlorengeht und ich mich ständig unter dem Einfluss der richtigen Umgebung befinde. Dabei versuche ich meine Freunde von außen zu beeinflussen, möchte mich innerhalb des gemeinsamen Verlangens befinden, die anderen mithilfe eigenes Wunsches und Gedankens, sowohl von innen als auch von außen zu beeinflussen.

Und wenn ich solche Bemühungen unternehme und schließlich doch sehe, dass mir die Kraft fehlt und nichts hilft, dann beginne ich notgedrungen über den Schöpfer nachdenken. Diese Gedanken treten niemals von alleine in meinen Kopf. Wenn ich mich dagegen genügend bemüht habe, dann werde ich mich letzten Endes daran erinnern, dass ich Hilfe von oben brauche. Und ich bin bereit darum zu bitten: Er solle mir helfen und mit mir zusammen vorankommen.

Das wird „Lass uns zum Pharao gehen!“ genannt. Ich bin einverstanden, dass Er sich mir anschließt, oder ich mich an Ihn. Und dann gehen wir zusammen, um mein Ego zu zerschlagen, welches mich daran hindert, mich mit anderen zu verbinden.

So beginnt der Mensch zu arbeiten, und offenbart im Laufe der Arbeit, was als Nächstes zu tun ist. Aber die Richtigkeit der Bemühungen wird anhand dessen geprüft, ob sie nach innen, in die Gruppe gerichtet sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 18.05.2011