Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Matrix wartet nicht

Es ist Zeit, in das Netzwerk einzuwilligen, in das uns die Natur bettet. Wir müssen stufenweise erkennen, welche Bedingungen und Kräfte uns gegenüber stehen – quasi vor welcher Matrix wir stehen. Ohne eine ordnungsgemäße Bildungsbasis, die in der Gruppe oder im globalen Bildungssystem wurzelt, erscheint uns die Matrix als ein schreckliches Muster.

Werden alle von uns tatsächlich gleich sein und auf gleicher Basis empfangen? Ja, es bedeutet, dass jeder das Maß erhält, das den Bedürfnissen seiner tierischen Stufe entspricht. Der eine muss zweimal am Tag essen und der andere fünfmal. Einer braucht warme Kleidung und der andere gibt sich mit Sommerkleidung zufrieden. Also was? Das ist die Gleichheit. In den Schriften der letzten Generation schreibt Baal HaSulam, dass es notwendig ist, die Bedürfnisse von jedem Menschen zu kennen.

In unseren grundlegenden Anforderungen sind wir wie Tiere, und ein Tier nimmt niemals zu viel. Nachdem der Löwe eine Antilope gerissen hat, frisst er ein wenig davon und geht dann fort, lässt seine Beute zurück. Man fragt sich warum? Braucht er denn morgen kein Essen? Für ihn gibt es kein „Morgen“, es gibt keinen Überfluss über der Notwendigkeit. Als Ergebnis steht Nahrung für andere zur Verfügung.

In unserer globalen, integralen Erziehung müssen wir auch folgendes Thema untersuchen: Was es bedeutet, ein korrigiertes, normales „Tier“ zu sein. Und alles, was darüber hinausgeht, gehört zur Spiritualität.

Für so einen Ansatz brauchen wir die öffentliche Meinung und eine konsistente Bildung, welche sich auf Alltags-Beispiele bezieht. Es braucht Jahre, aber so ist die Korrektur.

Damit das innerhalb von 6000 Jahren erreicht wird, muss der Prozess im Vorhinein in Gang gesetzt werden. Eine oder zwei zusätzliche Reinkarnation können passieren, also was? Ein Mensch, der bereits daran arbeitet, sieht, wohin er geht; eine Perspektive öffnet sich vor ihm, und er fühlt sich zufrieden bei diesem Anblick. Bei allem spürt er die Ewigkeit, die Vollkommenheit, die darin integriert ist; er ist sich bereits bewusst, dass der Schöpfer hier präsent ist, er sieht die Macht der Wahrheit, die durch die Schleier hindurch scheint. Das gibt ihm unglaubliche Kraft.

Aus dem fünften Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, 22.6.2011, Matan Tora, Die Gabe der Tora

Die Antlitze des Schöpfers

Wir sind entsprechend unserer Natur und dem Charakter unseres Handelns Empfangende. Je mehr man aber empfängt, um zu geben, umso höher steigt man als Gebender auf. Die Handlung an sich ändert sich nicht, was sich ändert, ist nur dein Bezug dazu. Und genau das verwandelt dich von jemandem, der empfängt, in jemanden, der gibt.

Kann der Schöpfer es wahrnehmen? Man kann dazu sagen, dass sich für den Gebenden nichts ändert, aber es ändert sich nur für den Menschen etwas. Denn dem Vollkommenen kann man nichts hinzufügen. Alle Seine Resonanzen und Eindrücke offenbaren sich in Wirklichkeit immer in dir selbst – und zwar in der Gestalt des Schöpfers, die du geformt hast.

So kannst du dich in Übereinstimmung mit Ihm bringen: du glaubst, dass Veränderungen in Ihm stattfinden würden, dass du Ihm mehr oder weniger Genuss bereiten würdest. Du würdest in gleicher Weise mehr leiden oder Genuss von Ihm empfangen, wie sehr Er von dir leidet oder Genuss empfängt usw.

Alle diese Beziehungen zeigen sich in der Schöpfung selbst – und zwar nur, um sie auf die Stufe des Schöpfers zu erheben, d.h. sie mit Vollkommenheit zu vervollständigen, welche der Eigenschaft des Gebens hervorgeht. Aus diesem Grund erscheint es, als würde der Schöpfer mit der Schöpfung spielen, nur um sie zu erziehen.

Auch den Kindern zeigen wir verschiedene Gesichtsausdrücke: wir lachen mit ihnen, machen ernste Gesichter, zeigen, dass wir uns ärgern – das alles der Erziehung wegen, um dem Kind möglichst viele Schattierungen zu zeigen, welche es lehren würden, mit sich selbst und der Umgebung richtig zu arbeiten. Aber in Wirklichkeit lenkt uns immer die Liebe, und nichts anderes.

Baal HaSulam schreibt darüber in der „Einführung zum Buch Sohar“ (Punkt 33):

Der Schöpfer wünscht sich, dass diese Bilder, die nur in den Seelen der Empfangenden gezeichnet werden, so gesehen werden, als würde Er selbst daran beteiligt sein, um die Erkenntnis der Seelen maximal zu erhöhen. So zeigt auch ein Vater, der mit seinem geliebten Sohn spielt, lediglich einen kleinen Teil von sich, indem er Bedauern oder Zufriedenheit ausdrückt, obwohl er weder das eine noch das andere empfindet. Er tut es lediglich, um seinen Sohn zu entwickeln und sein Verständnis zu erweitern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 26.06.2011

Mein Ziel ist es, zu wünschen

Frage: Wie ist es möglich, sich den ganzen Tag an den Schöpfer zu erinnern? Wie kann man Ihn in jeden Moment einbringen?

Meine Antwort: Wir sind in Malchut in der Welt der Unendlichkeit, welche vollkommen mit Licht erfüllt ist. Obwohl wir uns in diesem ewigen, vollkommenen Zustand befinden, sehen und spüren wir in uns nur jene Eigenschaften, welche die materielle Welt für uns erzeugt. Wenn wir uns also auf das Ziel ausrichten wollen, auf die Empfindung der Welt der Unendlichkeit, brauchen wir die Unterstützung von unserer Umgebung. Die Freunde müssen uns die Kräfte geben, das Verlangen, die Hartnäckigkeit und die Verwirklichung der Wichtigkeit des Ziels.

Nach allem habe ich nur ein Ziel – das richtige Verlangen zu bekommen, und nichts anderes. Ich möchte ständig spüren, dass ich mich nicht genug damit beschäftige, genauso an den Schöpfer zu geben wie Er an mich gibt.

Man kann einwenden: „Aber wenn ich nicht weiß, was Er mir gibt. Wenn ich mein Leben betrachte, wäre es mir manchmal lieber, Er gäbe mir gar nichts.“ Das stimmt. Offensichtlich wehrt sich jeder Mensch gegen die Dinge entsprechend seinen eigenen Schwächen. Daher kann die Haltung dem Schöpfer gegenüber so beschrieben werden: Ich möchte einen Zustand erreichen, wo ich mir wünsche, an Ihn zu geben.

Und das aktuelle Ergebnis wird dank des Einflusses des Lichts kommen, dank der Anstrengungen, die wir Schritt für Schritt machen. Das Licht kommt immer wieder zu uns, und plötzlich erzeugen diese Erleuchtungen ein Verlangen im Menschen.

Wir wissen nicht, was Lishma bedeutet, was ein Erwecken von Oben ist. Doch wenn es geschieht, kann der Mensch sagen: „Jetzt weiß ich, jetzt verstehe ich.“ Man muss sich anstrengen wie ein kleines Kind, und aus diesen Anstrengungen entsteht die Empfindung. Aber nicht vorher.

Aus dem ersten Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, 5. Juli 2011, Shamati

Interview der Zeitschrift „Snob“


Nach dem Moskauer Kongress traf ich mich mit den Teilnehmern des Projektes „Snob“. Als Ergebnis unseres Treffens erschien in der Zeitschrift „Snob“ ein Artikel mit dem Titel: „Michael Laitman: Ein neuer Mensch kann innerhalb von zwei Monaten erschaffen werden“.

Auszug aus dem Artikel: „Es ist recht interessant, Michael Laitman, der Gründer der internationalen Kabbalaakademie und Mitglied des World Wisdom Council ist, zuzuhören. … Er sagt das, was wir hören wollen. Er spricht darüber, worüber nur wenige ernsthaft mit uns sprechen.

Wofür leben wir? Was ist der Sinn des Lebens? Wie funktioniert die Welt? Kann man erfolgreich und glücklich sein? Was bringt man den Kindern bei, damit sie erfolgreich und glücklich sind? Wie erschafft man eine ideale Gesellschaft?

Michael Laitman scheint auf jede Frage eine Antwort parat zu haben. Und es ist wirklich so: das von ihm erschaffene System erlaubt es ihm, jede beliebige Antwort aus den benötigten Bauteilen zu bauen“.

Ich jedoch behielt aus den Gesprächen mit den Mitgliedern des Clubs den Eindruck einer gewissen Unausgesprochenheit. Wahrscheinlich sind es denkende und intelligente Menschen. Ich bin mit keinem von ihnen näher bekannt. Doch aus Zeitmangel war ich gezwungen, eine «Plakatsprache“ mit ihnen zu sprechen, was dem Zuhörer haltlos erscheint, und für denjenigen, der das zum ersten Mal hört, erscheint es zuweilen als Blasphemie, Mystik, usw. Wenn aber der Moment gekommen ist, wird man sich an diese Sätze erinnern … Derjenige, der den Wunsch hat, zu verstehen, geht auf unsere Webseite, schaut sich den Blog an und stellt Fragen.

Wann wird das Böse aus der Welt verschwinden?

Frage: Es wurde gesagt; Tu Gutes.“ Doch wie können wir Gutes tun, wenn nur Böses erschaffen wurde und wir immer noch nichts über das Gute wissen?

Meine Antwort: Das Böse wurde absichtlich in unserer Wahrnehmung erschaffen, sodass wir es in Gutes verwandeln können. In Wirklichkeit gibt es das Böse nicht. Unsere Wahrnehmung ist nach innen gerichtet und deshalb erscheint uns alles Gute, das wir in unserm Innern empfangen als Böse. Alles, was in unserm Innern empfangen wird, empfinden wir als Böse, da wir alles, was außerhalb von uns existiert, mit uns vergleichen. Das heißt, das Böse ist die Trennung zwischen mir und anderen.

Das Böse existiert nicht aus sich selbst. Dieses Pradigma nämlich, diese Methode der egoistischen Erfüllung, diese Ausrichtung nach innen ist böse. Sobald wir sie ändern, verschwindet sie sofort und unsere Wahrnehmung all des Bösen in der Welt ebenfalls.

Aus dem virtuellen Unterricht über die Grundlagen der Kabbala, 19.06.2011

Die erste Berührung mit der Methode der Korrektur

Frage: Nur durch die Vervollständigung der derzeitigen Phase versteht das Verlangen, dass es auf die nächste Stufe übergehen muss. Wie können wir die Menschheit davon überzeugen, dass das egoistische Verlangen an seine Grenze stößt?

Meine Antwort: Wir werden nicht jeden überzeugen. Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass es an ihnen selbst liegt. Dieses Bewusstsein sollte nie von uns ausgehen. Im Gegenteil, die klugen Köpfe der Menschheit verstehen, dass es unmöglich ist, das Egoistische fortzuführen, da wir mit diesem Mittel uns selbst und die Erde zerstören. Es ist noch nicht so offensichtlich und erschüttert uns nicht. Jedoch hat es unseren Verstand durchdrungen. Wir verstehen bereits, dass das der Weg des Bösen ist, trotz der Tatsache, dass wir es noch nicht fühlen können. Letztendlich ist eine Empfindung eine vollzogene Korrektur.

Die Menschen sind darauf vorbereitet, über dieses Problem zu diskutieren, haben aber keine Ahnung, wie man es lösen kann. Sie haben einen grundlegenden Zugang zu dieser Methode, ein Verständnis dafür, dass die Natur des Menschen erneuert werden muss, aber sie wissen noch nicht, wie man das vollbringen kann.

Wir werden vom Egoismus zerstört, von unserem „Todesengel“. Die „denkende“ Krone ist willens, dem absolut zuzustimmen. Jedoch sind sie sich noch nicht im Klaren darüber, wie man es reformieren kann und wie gewinnbringend es sein wird. Trotzdem ist es ein Anfang.

Aus dem 5. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.06.2011, „Matan Tora (Das Geschenk der Tora)“

Lass dich selbst nicht bestechen, wenn du nach der Wahrheit suchst

Frage: Wie können wir an der Forderung nach der Wahrheit dranbleiben, damit wir am Ende enthüllen werden, dass wir uns selbst belügen?

Meine Antwort: Wenn ein Mensch in der Lage ist, an der Wahrheit festzuhalten, dann ist er sehr glücklich. Wir sehen, dass es viele Menschen in der Welt gibt, die die Wahrheit nicht brauchen und die sich nicht fragen, warum sie leben.

In anderen existiert diese Frage bereits, aber eher aus der Sichtweise „Wofür leide ich?“. Das bedeutet, dass es keine Frage nach dem Sinn des Lebens ist, sondern darüber, wie man den Genuss des Lebens findet, jetzt, wo du einen bitteren Geschmack empfindest anstelle eines süßen.

Und es gibt andere Menschen, die nicht nach einem besseren Leben fragen, sondern nach der Wahrheit dahinter. Und es gibt Menschen, die nicht nach der Wahrheit des Lebens fragen, sondern danach, wer uns dieses Leben schenkte, nach dem Schöpfer. Und diese Fragen drehen sich nicht länger um mich selbst; denn ich kümmere mich nicht länger darum, wer ich bin und was in meinem Leben auf die eine oder andere Weise passiert. Ich möchte Ihn kennenlernen, den Schöpfer erreichen und in Ihm leben – in der Urquelle, der Wurzel.

Es gibt viele Stufen dieser Einstellung, die vom Verlangen des Menschen abhängen, seiner Empfindung und Erreichung. Hier hängt alles von der Wurzel der Seele desjenigen und den derzeitigen Lebensumständen ab, d.h. auf welcher Stufe seiner Entwicklung er sich befindet. Aber sogar wenn uns auf unserer derzeitigen Stufe nicht die Chance gegeben wird, nach der Wahrheit zu fragen, dann können wir diese Verlangen in uns durch das Mittel der Umgebung entwickeln, „des Lehrers, der Gruppe und der Bücher“, und diesen Weg voranschreiten. Jedoch ist es nicht einfach und es fordert von dir, zu enthüllen, was sich in deinen eigenen Tiefen befindet, in deinen informierenden Genen, den Reshimot.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.06.2011, Schriften des Rabasch

Die Geschichte (Historie) ist vorüber

Die Kabbala spricht über Verlangen. Es gibt keine Zeit, Bewegung oder Raum, sondern nur ein Zustand des Seins. Was aber ist dann mit der Vergangenheit und der Zukunft? Und was mit den spirituellen Welten? Ich spüre sie nicht. Gibt es also neben dem gegenwärtigen Zustand der Existenz noch andere außer unserer Welt? Ich weiß es nicht, weil ich sie nicht erlebt habe. Ich habe von dort keine Empfindungen oder Reschimot. Ich kann sie jetzt nicht erreichen und ihre Echtheit bestätigen.

Ein Mensch beurteilt alles nach dem, was er sieht. Das ist nicht nur ein Axiom, sondern das Ergebnis dessen, was das Verlangen empfindet, wenn es die Stufe des Seins entwickelt hat, wo es sich seiner selbst bewusst ist und versteht, was es empfindet. Sonst werden wir von der Realität abgeschnitten und verlieren uns in Fantasien.

Ich selbst spreche nicht über die höhere Dimension. Die Kabbalisten haben mir davon erzählt und ich vertraue ihnen. Ich halte ihre Worte für wahr, wenn sie mir sagen, dass es möglich ist, in unterschiedlichen Zuständen zu existieren. „Trachte nach ihnen, steige empor zu ihnen“, sagen mir die Kabbalisten. „Sie sind besser als das, was du jetzt empfindest“. Dann gehe ich in meinem Verlangen von einem Zustand zum nächsten, indem ich ihn korrigiere und verbessere. Indem ich ihn als Geben enthülle, enthülle ich darin neue Zustände.

In unserer Zeit überquert die ganze Menschheit diese vertikale Achse, um von unten nach oben aufzusteigen. Wir haben die horizontale Achse der Geschichte (Historie) abgeschlossen und nirgends können wir darauf weitergehen. Von hier führt uns unser Weg nach oben.

Aus dem 5. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.06.2011, „Matan Tora (Die Gabe der Tora)“

Aus unseren Schwierigkeiten lernen

Frage: Wir sagen, dass übermäßger Verbrauch auf Kosten anderer geht. Doch müssen wir, um das Böse darin zu erkennen, am Ende des Films nachschauen?

Meine Antwort: Nein. Der Schöpfer hat keinen Mangel an Mineralien, Vitaminen, Öl, Benzin, Wasser oder etwas anderem. Er arrangiert für uns in dieser Welt Schwierigkeiten, sodass wir damit beginnen, uns unseres Verlustes bewusst zu werden. Der Schöpfer zeigt dir nicht, dass du die spirituelle Welt in Wirklichkeit vorüberziehen lässt, denn dann würdest du die Freiheit der Wahl verlieren. Stattdessen unterwirft Er dich den Schlägen dieser Welt, aus denen du das Böse deiner Natur erkennen kannst. Du enthüllst nicht den Schöpfer als die Ursache deiner Schwierigkeiten, sondern deinen eigenen Egoismus.

Dann, unfähig ihn zu korrigieren, beginnst du zu bedauern, dass du ihn besitzt. Auf diese Weise erkennst du allmählich das Böse. Was also sollst du damit tun? Wie kannst du aus dieser Falle aussteigen? Langsam aber sicher kommst du der Lösung näher.

Fehlende Mittel, Naturkatastrophen und Menschen, die voneinander stehlen, sind letzten Endes alles künstliche Dinge. Das ist „Kleingeld“, dazu bestimmt, uns zu helfen, die Tatsache zu enthüllen, dass wir einander die spirituelle Welt wegnehmen.

Warum sollte ich tatsächlich das, was ich habe, mit dir teilen und mich selbst nur mit dem Nötigsten zufriedengeben? Es geschieht nur, damit ich daraus lerne und die Verlangen erwerbe, die zur Spiritualität streben. Das ist das Ziel, und alles ist von Anfang an auf diese Weise aufgebaut. Andernfalls hätte jeder Mensch seinen eigenen Planeten.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 22.06.2011, „Matan Tora (Die Gabe der Tora)“

Physisch bin ich in der Gruppe. Und innerlich?

Frage: Stimmt das, dass wir das Böse erst nach dem Überqueren des Machsom erkennen können? Was soll ich aber davor tun?

Meine Antwort: Auf jeder Stufe gibt es ein eigenes Maß, eigene Normen, eigene Kriterien. Genauso unterschiedlich habe ich mich selbst mit vier, fünf, sechs, sieben Jahren wahrgenommen.

Sogar jetzt habe ich die Möglichkeit, das Böse zu erkennen. Physisch befinde ich mich in der Gruppe. Doch befinde ich mich innerlich auch in ihr? Nein. Wozu führt nun dieser Zustand? Was wird aus mir? Denn auf diese Weise werde ich die Spiritualität nicht erreichen können. Es sieht nicht gut aus. Schade um die verlorene Zeit, schade um das Leben, aus dem ich keinen Gewinn ziehen werde.

Und ich beginne, das zu hassen, was mich daran hindert, mich mit den anderen zu verbinden – meinen Unterschied zu Freunden.

Selbstverständlich geschieht das alles im Egoismus, im empfangenden Verlangen, welches die Spiritualität für sich beansprucht, um nichts im Leben zu verpassen. Das führt mich jedoch an den richtigen egoistischen Zustand lo liShma heran, und dann verwandelt die Einwirkung des Lichts ihn in den altruistischen Zustand liShma.

So oder so lässt sich hier ebenfalls die Scham feststellen. Zuerst schäme ich mich dafür, des Diebstahls überführt zu werden, später merke ich, dass es sich nicht lohnt, zu stehlen – zumindest nicht immer. Letztendlich verändere ich mich innerlich so, dass ich nichts von niemandem brauche. Ich möchte nur geben. Das ist mein Bestreben, und es geht mir gut dabei.

Wunderbar – genau das ist der Zustand lo liShma, in dem bereits das Verlangen zu geben, die Handlung des Gebens, enthalten ist. Obwohl es auch eine Entschädigung gibt – ein gutes Gefühl. Auf diese Weise schließen wir uns dem Guten an und verlangen erstmal nicht nach mehr.

Und in der nächsten Phase führt das Licht den Menschen zur Quelle zurück – sogar ohne dass er etwas davon wahrnimmt, und er vereint sich tatsächlich mit Demjenigen, der gut ist und Gutes vollbringt.

Auf diese Weise schließe ich mich zuerst dem Guten an, welches mir selbst gut tut, und gehe dann zum echten Geben an den Schöpfer über.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 26.06.2011