Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Der, der nahe ist, ist wichtig [117587]


Baal HaSulam, „Ein Gebot:.. der unbedeutendste Prophet vermag in seiner Prophezeiung erfolgreich zu sein, sogar erfolgreicher als der größte Prophet – was die oben erwähnte Geschwindigkeit betrifft, da er sich auf die Enthüllungen seiner Vorgänger verlässt, die den Weg für ihn pflasterten. Doch es hängt auch von der Entwicklung seiner Zuhörerschaft ab, da klare und präzise Worte eine entwickeltere Generation benötigen, um verstanden werden zu können. Und wenn sich diese beiden Eigenschaften auf einer niedrigen Stufe treffen, kann er erfolgreicher sein als ein großer Prophet.

Es ist wichtig, dass unsere Generation die Botschaft erfassen kann. Hier arbeitet die Zeit, bis es soweit ist und dann kann genau der kleine zu einem Vermittler werden und das spirituelle Konzept überliefern.

Letztendlich ist ein großer in seiner Vollkommenheit wie der Herr, der auf der höchsten Stufe Entscheidungen trifft und sich nicht mit Kleinkram abgibt. Viele Agenten stehen zwischen ihm und einer Durchschnittsperson und dennoch benötigt letztere spezielle Hilfe in ihrem normalen Alltagsleben.

Daher steht in gewissem Sinn der kleine den Menschen näher als der große. Denn er kann sich verständlicher ausdrücken und die Menschen durch detaillierte Erklärungen über ihre Arbeit zu Erkenntnisstufen führen.

Der große ist den Massen fremd. Baal HaSulam schreibt in „Die Prophezeiung des Baal HaSulam“, dass er darum bat, sich niedriger zu machen, um den Menschen Erklärungen geben zu können. Dafür begab er sich auf eine niedrigere Stufe und übergab ihnen die Methode.

Auf den höchsten Stufen wäre er andererseits nicht in der Lage gewesen, für uns zu schreiben. Dort kann Erreichung nicht in Worten oder in einer verständlichen Sprache ausgedrückt werden. Dies ist nur in Form der Gematria oder durch Worte, die er in sein Notizbuch schrieb – Worte die in unserer Welt nicht existieren – möglich. Denn die Kräfte und Gesetze, welche Kombinationen von Buchstaben an ihrer Quelle unter dem Parssa von Bina lenken, funktionieren auf den höchsten Stufen nicht. Daher ist es notwendig, unter Chase des Parzuf AwI abzusteigen und dort bis zu neuen Sivugim fortzuschreiten.

Jedenfalls geht es nicht um Menschen sondern um die Stufen und ob hohe oder niedrige Stufe kann uns das Absteigen auf eine niedrigere Stufe viel Gutes bringen – jedenfalls an diesem Punkt des Weges.

Daher ist jener, der uns nahe ist, wichtig – und nicht der, der uns fern ist. Würden wir heute Baal HaSulam oder einen der Vorväter treffen – wenn wir irgendwie mit seiner Seele in Kontakt treten könnten, die von unserer etwa hundert Stufen entfernt ist – könnten wir nichts damit anfangen. Wir würden nichts zu fragen wissen.

Unsere Generation braucht die Verbindung mit einem Kabbalisten in einer Reihe von Aufstiegen und Abstiegen und allen möglichen Zuständen, da wir von den Verlangen der Umgebung durchtränkt sind. Selbst unsere Fragen ergeben sich durch unser Studium. Hätte er uns nicht gelehrt, hätten wir fast nichts zu fragen gehabt, wie die ganze Welt…

Daher ist jener, der nahe ist, wichtig.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Ein Gebot“, 29.09.2013

Aus der Herrschaft des Stolzes entfliehen [117497]

Die Arbeit mit der eigenen Selbstsucht besteht hauptsächlich im Kampf gegen den Stolz. Alles ist in Stufen angelegt und der Mensch kennt seine tatsächliche Position und seine Handlungen nicht. Die Selbstsucht erlaubt ihm nichts zu sehen, verbirgt vor ihm die Handlungen des Lichts, als würden diese nicht existieren. Deshalb erscheint uns die Welt ganz für sich zu existieren, und als gäbe es darin niemanden, der sie lenkt. Als fände darin alles beliebig, zufällig, ohne Grund und ohne Ziel statt.

Der Mensch, der sich in der Verhüllung befindet, denkt für gewöhnlich, dass er alles selbst machen kann. In Wirklichkeit hat er aber nur mit Hilfe der Umgebung die Möglichkeit, sich über sein egoistisches Verlangen zu erheben, um die Welt von der Seite her anschauen zu können. Dann wird er erkennen, dass er niemals selbst handelte und alles, was geschah, fand ohne sein Zutun, ohne seine Bemühungen und Selbstständigkeit statt.

Deshalb führen wir ständig Krieg, um herauszufinden, wer über uns herrscht: Unser egoistisches Verlangen, der Pharao – oder der Schöpfer. Solcher Kampf findet sowohl in den unwichtigsten Situationen als auch bezüglich unserer grundsätzlichen Beziehung zum Leben statt. Der ständige Streit zwischen der dunklen Kraft (Klipa) und der Heiligkeit dreht sich nur darum.

Das Merkmal der dunklen Kraft ist Stolz, das heißt, die Eigenschaft des Menschen, die ihn auf den Gedanken bringt, dass er selbst alles machen kann. In Wirklichkeit hat er nur eine freie Wahl: Sich jedes Mal in die richtige Umgebung einzureihen. Aus den Milliarden Möglichkeiten, die im Leben entstehen, gewährt ihm nur eine die Freiheit der Handlung: Sich mit der richtigen Umgebung zu verbinden und dann die Handlungen dieser Umgebung, in die er aufgenommen wurde und versunken ist, fortzusetzen.

Nur auf diese Weise ist es möglich, Stolz, Einbildung und falsche Handlungen zu vermeiden. Dann wird der Mensch etwas zur Gruppe hinzufügen können, er wird Malchut an die Shechina anschließen können.

Sich selbst zu analysieren und an sich herumzukramen wird überhaupt nicht helfen. Nur durch die Integration in die Umgebung wird schondie kleinste Handlung  spirituell.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 27.09.2013

Was bedeutet es, den Schöpfer zu besiegen?

Frage: Was bedeutet „Meine Söhne haben Mich besiegt“, wenn wir uns doch nie über den Schöpfer erheben?

Meine Antwort: „Meine Söhne haben Mich besiegt“ bedeutet, dass sie sich über all das Mühsal erhoben und alle Schwierigkeiten überwunden haben, die der Schöpfer ihnen gab. Im Bild des Gast und Gastgebers besiege ich den Schöpfer nicht nur – nein, ich nutze Ihn auch. Der Sieg besteht nicht darin, Ihn zu unterwerfen und zum Schweigen zu bringen, sondern auch darin, Ihn zu benutzen: Von Ihm all die Liebe und das Geben zu erhalten, die Er in mir hervorruft und die ich jenseits meiner Scham zu fühlen beginne. Zuerst schämte ich mich, gefasst zu werden – als hätte ich etwas gestohlen. Dann zeigte sich, dass ich gar kein Dieb bin, sondern ein Geschenk erhalten habe, das mir der Gastgeber aufgrund Seiner großen Liebe zu mir gab. Das erzeugt in mir zwei Arten von Gefühl – Bina und Malchut.

Das Gefühl des Gastgebers ist der Anfang von Bina, ohne welche kein Geschöpf existieren kann. Das Gefühl von Malchut ist das gleiche, da ich empfangen möchte. Aber sobald ich die Liebe des Gastgebers und die Scham innerhalb von Malchut spüre, muss ich eine Berechnung anstellen, wie ich Bina über Malchut erheben kann.

Doch wenn ich Bina über Malchut erhebe, damit ich keine Scham mehr verspüre und den Genuss empfangen kann, ist es schon wieder eine Klipa, da Bina dann Malchut dient. Wenn ich andererseits Malchut mit ihrem Verlangen zu empfangen gemeinsam mit dem Gefühl der Scham nutze, um das Verlangen Binas zu erfüllen, steigt Malchut zu Bina auf und gibt ihr ihre Awiut (Grobheit) – die Kraft ihres Verlangens. In der Folge breitet sich Bina aus und wird stärker. Durch die Kraft, die Bina hilft, entwickelt sich die Stufe Moses; man versucht, den Zustand Keter zu erreichen, die Anheftung und dann beginnt man, Malchut zu korrigieren.

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Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel “ Geheimnis der Geburt”, 11.09.2013

Spirituelle Kalkulationen in Echtzeit [108172]

Frage: Wenn wir unsere Anstrengungen mit einem Rennen vergleichen würden, das hundert Meilen lang ist, so würden wir nicht die geringste Vorstellung von der Erreichung des Zieles haben, bevor wir es nicht erreicht haben. Warum?

Meine Antwort: Es wird gesagt: „Es gibt keine Abkürzung im Spirituellen.“ Als Beispiel nehmen wir die Welle-Teilchen-Dualismus Theorie dieser Welt. Es existieren Energie-Typen, zum Beispiel: Um einen Laser Strahl zu erzeugen, muss die Energie bis zu einem bestimmten Niveau angehoben werden und dann verwandelt sich dieser Prozess in einen „explosiven“ Zustand.

Alles hat ein vorgegebenes Maß. Diese Tatsache entsteht durch die vier Phasen des Direkten Lichts. Es ist unmöglich, etwas mit hoher Präzision zu messen, wenn die Messung einem hundertprozentig linearen Modus folgt. Im Grunde messen wir immer die Differenzen zwischen gewissen Werten, um ein abstraktes, periodisches, „digitales“ Abbild der Welt zu erzeugen.

Aus diesem Grund beobachten wir während des „Rennens“ plötzliche Sprünge bzw. Schwankungen von einem Standpunkt zum nächsten und keine glatten, allmählichen Veränderungen. Das ist unsere Bauart: Unsere Wahrnehmung hat sowohl in dieser Welt als auch in der Spiritualität einen „Schritt-Für-Schritt“ Charakter.

Während wir die Natur erforschen, erkennen wir ihre Unfassbarkeit. Also gibt es keinen Grund, Behauptungen und Ansprüche an das Universum zu stellen? Es wird uns nicht weiter bringen. Im Gegenteil, wir sollten die Gesetze der Natur studieren und anwenden.

Heute sind wir entrüstet, weil der Schöpfer Spiele mit uns spielt. Absichtlich versorgt Er uns mit berechtigten Gründen, uns über Ihn aufzuregen, damit wir langsam verstehen, dass wir noch im Zustand kleiner Babys sind.

Frage: Und doch wird gesagt, dass „viele Groschen eine große Summe ergeben.“ Bitte veranschaulichen Sie das…

Meine Antwort: Wenn ihr sehen würdet, wie sich die Münzen im Sparschwein ansammeln, könntet ihr geduldiger sein, da ihr wüsstet, dass eure Anstrengungen nicht umsonst sind. Es ist nicht gut für euch.

Im Gegenteil, wenn ihr das Gefühl habt, das die Zeit euch durch die Finger rinnt und ihr keine Ergebnisse seht, so ist dort die Rettung, das Geschenk, ohne welches ihr nicht nach vorne streben würdet.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 22.05.2013

Die Weisheit, die Welt zu enthüllen [117397]


Der Mensch stammt vom Affen ab und entwickelte sich langsam – wie der große Kabbalist Ari bereits 300 Jahr vor Darwin sagte. Der Ari sagte, der Körper des Menschen stammt vom Affen ab, während seine innere, spirituelle Struktur durch eine Kombination höherer Kräfte festgelegt ist. Die Kabbala befasst sich mit dem Menschen selbst und nicht mit seinem irdischen Körper.

Jeder Mensch entwickelt sich dank seiner Verbindung mit der Umgebung, da er in ihr die Eigenschaften und Meinungen der anderen aufnimmt. Der Mensch könnte sich nicht entwickeln, wenn er abgeschieden in den Wäldern aufwachsen müsste. Wir entwickeln uns dank unserer gegenseitigen Beeinflussung.

Es heißt, „Gehet hin und lebt nebeneinander“, was in der Spiritualität bedeutet, dass jeder in jedem beinhaltet ist und sich daher weiterentwickelt. In dem Maß, wie ein Mensch die Verlangen, das Wissen und Verhaltensweisen der anderen aufnimmt, kommt er voran. Keiner kann aus sich heraus fortschreiten. Ein Mensch entwickelt sich nicht deswegen, weil er smarter wird, sondern weil er von anderen annimmt und lernt.

Wenn uns die Verbindung untereinander bereichert, kommen wir zu neuen Entdeckungen sowohl in der Wissenschaft aber auch in der Gesellschaft. Es gibt keine andere Möglichkeit, die Wirklichkeit wahrzunehmen, weder im körperlichen noch im spirituellen Sinn. Nur das Maß der Verbindungen zwischen uns ist ausschlaggebend. Auf diese Weise vergrößern wir unsere Gefäße der Wahrnehmung und bekommen ein immer komplexeres Bild. Dies schließt auch die Enthüllung neuer Kräfte und Gesetze ein sowie die Entwicklung der Wissenschaften – und alles offenbart sich dem Menschen entsprechend dem, wie er mit anderen verbunden ist.

Wir leben in einer vollkommenen Wirklichkeit und alles, was man braucht, existiert bereits. Doch um alles wahrzunehmen, müssen wir uns mit allen Teilen in uns noch besser verbinden. Wenn wir all diese Teile nach dem Zerbrechen einsammeln, werden wir dadurch die Weisheit in der Wirklichkeit entdecken, die wahre Form.

Wir entdecken mehr und mehr davon, weil jeder in jedem eingekörpert ist. Durch diese Komplexität verstehen wir das Bild der Wirklichkeit trotz der Trennung. Wir vergleichen Plus und Minus bzw. gegensätzliche Eigenschaften.

So hängt selbst auf jeder Stufe der irdischen Welt unser Erfolg von der Verbindung zwischen allen fremden Teilen ab. Sie legt unsere geistige und emotionelle Entwicklung fest, sowohl körperlich als auch spirituell, als Ergebnis des Zerbrechens und der Korrektur.

Nur durch die Verbindung und die richtige gegenseitige Ergänzung werden wir die Essenz der Wirklichkeit enthüllen, die Schöpfer genannt wird. Sie ist die Kraft, die sich jenseits der Realität befindet. Wie geschrieben steht: „An deinen Handlungen werde ich dich erkennen“, denn nachdem wir die Wirklichkeit, ihre Kräfte und unterschiedlichen Erscheinungen erfasst haben, werden wir zur Erkenntnis gelangen, dass Er alles erschaffen hat.

 Auszug aus dem Unterricht nach der „Einfürung in TES“ , 22.o9.2013.

Wozu leben wir? [117386]


Kongress in Schweden. Lektion 4

Frage: Wenn ich mich nicht zum Verbreiten motivieren kann, was könnte mich dazu bringen, es trotzdem zu tun?

Meine Antwort: Das wäre das Streben deiner eigenen Seele. Sie findet sich nicht in dir. Sondern in deiner Verbindung zu anderen. Aber trotzdem, wozu lebst du?

Heute existierst du wie ein Tier. Du wurdest geboren, lebst mit dem, was dir zugewiesen wurde, und stirbst. Du hast nichts erreicht. Du hast nichts bewirkt. Nichts bleibt von dir zurück. Danach erscheinst du wieder in dieser tierischen Form und bekommst erneut die Möglichkeit, dein Potential zu verwirklichen; du beginnst am gleichen Punkt, nur in einem schlimmeren Zustand, weil du die Vergangenheit nicht genutzt hast. Du musst aufholen, um die Schulden zu begleichen.

Wozu lernst du? Warum? Wo ist deine Größe des Schöpfers? Der Schöpfer symbolisiert Liebe und Geben. Hast du diesen Werten Wichtigkeit gegeben? Die Größe der Liebe und des Gebens drücken sich folgendermaßen aus: Dass du dich ihnen hingibst und versuchst, beides umzusetzen.

Frage: Doch wen ich verbreite ist es auch eine egoistische Handlung.

Meine Antwort: Gewiss; du beginnst mit der Verbreitung aus einer egoistischen Berechnung heraus. Doch sobald du mit der Masse arbeitetest, dringen dessen Verlangen und Unzulänglichkeiten in dich ein. Die Notwendigkeit, dass sie erfolgreich sein werden, taucht in dir auf, da sie für dich wertvoll und wichtig werden, als wären sie deine Kinder. Und schon beginnst du, für sie zu bitten und obwohl du selbst da noch egoistisch bist, so bittest du bereits für die anderen und nicht mehr für dich selbst. Daher gibt man dir einen Aufstieg.

Auszug aus der vierten Lektion des Kongresses in Schweden, 30. 08.2013

Hoffnungslose Romantiker und Realisten [117443]


Wenn wir uns an ein breites Publikum wenden, spekulieren wir nicht, sondern vermitteln Fakten über die integrale Welt – über das einzigartige System, das durch einen Krebs mit Namen Egoismus aufgefressen wird. Die Welt braucht genauso wie der Köper eine gewisse Balance; sie ist ein Zeichen der Gesundheit und eines erfüllten Lebens.

Zuhörer sollen zu Partnern werden, mit denen wir gemeinsam am vermittelten Material arbeiten. Wir widersprechen den Meinungen der Zuhörer nicht, sondern ermutigen sie anfangs nur zu einer anderen Denkweise über die Welt. Wir betrachten die Welt mit ihnen gemeinsam und überlegen, wie wir leben und funktionieren. Und dann verstehen wir viel leichter, dass unsere zukünftige Existenz sich nur auf ein Gleichgewicht gründen kann, und dass jemand, der die Balance ablehnt, das allgemeine System unterminiert und zerstört – bis er selbst stirbt, wie die Krebsgeschwulst, die ihren Wirt tötet oder die Menschheit, nachdem sie den Planeten zerstört hat.

Die Menschen wissen nicht, wie sie ihr Leben anders leben könnten und wir stimmen ihnen zu, dass kein Ausweg in Sicht ist. Und trotzdem verweisen wir sie auf das universell gültige Gesetz des Gleichgewichts, da die Welt auf einen Abgrund zusteuert.

Wir beginnen nicht mit der „Einheit“ sondern mit der derzeitigen Situation: Heute leben wir in einer „Blase“, in einem bestimmten Feld in Bezug auf das Gesetz des Gleichgewichts. Und wir passen nicht richtig mit ihm zusammen. Wir werden immer größere Egoisten und sehen die Auswirkungen davon bereits an unseren Kindern. Daher sind unsere Probleme noch viel schwerwiegender als eine metastasierende Krebsgeschwulst.

Im Endeffekt zeigen wir Fakten auf und nichts weiter. Und wenn diese Fakten in kleinen Dosen offenbart werden, werden die Menschen sie verinnerlichen und uns zustimmen.

Dies ist die erste Erklärungsphase: Ich begleite scheinbar meine Zuhörer auf ihrem Weg zur Bewusstwerdung und auf diese Weise verbinden wir uns mehr und mehr. Gemeinsam betrachten wir die Welt und die Krisen, die sich allerorts offenbaren. Tatsächlich befindet sich die Menschheit in einer tragischen Situation, merkt es aber gar nicht. Selbst in einer Familie ist es nicht einfach, schief gegangenen Beziehungen wieder herzustellen – und global gesehen kann sich sowieso keiner mehr vorstellen, dass man den „verfahrenen Karren“ Menschheit wieder in Bewegung versetzen kann. Obwohl die Welt Einheit braucht, sehen wir deutlich, dass heutzutage Einheit eher eine Sache für Romantiker oder Träumer ist.

Alles ist korrekt, denn von unserer Art her sind wir der äußeren Natur entgegen gesetzt und daher eigentlich dem Untergang geweiht. Hinter der Illusion des Lebens nähern wir uns Sekunde um Sekunde dem Tod.

Vielleicht sollten wir uns daher geschlagen geben und unsere Tage ruhig zu Ende leben? Sollen wir eine neue Philosophie in der Gesellschaft verankern? Einen neuen Blick auf das Geschehen und uns damit zufrieden geben? Die Menschen wollen heute auch keine Kinder mehr bekommen – soll unsere Generation die letzte sein?

Und hier zeigen wir den Menschen das „Hintertürchen“, eine ungenutzte Möglichkeit. Eine spezielle Kraft wirkt in der äußeren integralen Natur; und wenn wir zusammen sind, wird unsere Gemeinschaft dieser Kraft irgendwie ähnlich und das integrale Potential der Natur manifestiert sich darin. Dann verbindet sich unsere Gemeinschaft mit der Natur zu einem Ganzen; alles außen und innen erscheint nun mit dieser integralen Kraft erfüllt zu sein.

Denn all das Ungemach und die Probleme rühren letztendlich von einem riesigen Unterschied (Δ) zwischen uns und der Natur her. Und wenn wir diesen Unterschied auflösen, werden wir nicht nur befreit sondern wir erlangen Bestand und Vollkommenheit wie die Natur. Selbst Physiker bekräftigen, dass dies alles möglich ist. Und der Schlüssel dazu besteht darin, dass die Gruppe  entsprechend ihren Eigenschaften (Form 1) mit der Natur (Form 2) übereinstimmt. Indem wir uns immer mehr annähern, werden wir ihr gleich.

 

Wie gleichen wir nun die erste Form der zweiten an? Wie schaffen wir diese Annäherung?

„Sehr einfach, organisieren wir einen Workshop – dann werden wir das spüren.“ Das Wichtigste ist, dass Fragen und Diskussionen die Menschen einander näher bringen, sie inspirieren und Übereinstimmung anstatt Streitereien hervorrufen.

Und die Wärme der Verbindung wird sie einhüllen. Sie werden das Angenehme spüren und anfangen, sich mehr zu verbinden. Es braucht 20 bis 30 Minuten und sie werden von einem neuen Geist inspiriert, als würden plötzlich alle auf derselben Wellenlänge sein. Das wird für sie das erste Beispiel dafür sein, was man durch Einheit erleben kann.

Diese Kraft liegt in der Natur, doch man muss sich verbinden, um sie zu spüren; und dann wird diese Kraft jedermanns Schwächen und Probleme auf allen Gebieten des Lebens korrigieren.

Wie? Das erfahren wir im nächsten Unterricht..

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Ein Gebot“, 22.09.13

Alles hängt von der Vorbereitung ab [114029]

Kongress in St. Petersburg. Lektion 4

Das Schlimmste in Bezug auf unseren körperlichen und spirituellen Zustand ist Leichtfertigkeit. Es gibt nichts Schlimmeres. Irgendein kleines spöttisches Lächeln, eine Bewegung oder Handlung der Respektlosigkeit – und damit hat sich´s. Alles in mir stürzt ab. Es ist sehr wichtig, sich davor zu hüten, weil du damit einen Freund verletzen kannst – oder dich selbst noch viel mehr.

Es ist immer wichtig, in „ernsthafter Freude – aber immer von Herzen – zu sein. Sogar wenn dein Zustand am Schlimmsten ist, die Gemütsregung kommt vom Herzen, das wird helfen. Auf keinen Fall sollte es zu irgendwelchen Angebereien kommen, außer ihr  spielt gewollt solche Situationen durch, um einen Freund aufzumuntern. Es ist sehr wichtig, unseren Level beizubehalten und uns ständig darum zu sorgen, immer weiter aufzusteigen. Vergesst nicht die wichtigste Sache: Vorbereitung.

Allen, die dazu die Möglichkeit haben, empfehle ich, sich bei der Liveübertragung unseres Morgenunterrichtes zu verbinden. Grundsätzlich macht es keinen Unterschied, wann ihr ihn anschaut – es ist auch zu einem späteren Zeitpunkt ok – aber wenn ihr könnt, ist das die richtige Zeit. Es hat eine  psychologische  Bedeutung für den Menschen. Die spirituelle Energie, die in der Welt existiert, ist nämlich hier zu finden.

Doch wenn der Mensch spürt, dass er gerade jetzt diesen Zustand nicht anzupacken braucht und er auch keine Angst davor hat, dass er vorbei geht – wenn er sich also in einem entspannten Zustand befindet, steht er auf, stoppt den Computer, schlürft seinen Kaffee, usw. dann ist er nicht an den Bildschirm „geheftet“.

Deshalb bitte ich euch eindringlich und empfehle euch, wenn möglich einen Teil des Live Unterrichtes anzuschauen und verpasst auch nicht unsere Verbindung und Einheit am Sonntagabend.

Ihr seht selbst, was der Sinn der Vorbereitung ist: Wir alle bereiten uns auf die Vollendung der Korrektur vor, auf die gänzliche Anheftung aller mit dem Licht. All unsere Leben, unsere spirituellen Erhebungen werden als „Vorbereitung“ bezeichnet, und deshalb muss sie all unseren Aktivitäten vorausgehen.  Vor dem Unterricht muss ich zumindest eine viertel Stunde früher aufstehen, um etwas zu lesen. Ich muss etwas mit mir machen. Auf dem Weg zum Unterricht  muss ich etwas hören.

Lest Psalmen oder einige Auszüge aus unserer Literatur, nichts bestimmtes, das euch richtig einstimmt. Ein Geiger oder Cellist stimmt ja auch sein Instrument, egal, welche Musik er später spielen wird. Genauso müssen auch wir unsere „Instrumente“ stimmen, und dann, im Unterricht, werden wir spielen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich zum Unterricht komme, ohne mich darauf eingestimmt zu haben. Es ist dabei nicht wichtig für mich zu wissen, was ich mit euch machen werde.  Glaubt mir, ich habe mich jetzt hingesetzt, habe mir das Thema des heutigen Unterrichts angesehen und damit begonnen. Dies macht keinen Unterschied für mich, aber vorher muss ich mich darauf ausrichten!

Vor den nächtlichen Unterrichten ging Rabash für eine halbe Stunde spazieren. Ich stehe eineinhalb Stunden vor dem Unterricht auf, obwohl ich nur max. 50 Meter zu gehen habe. Ich muss mich vorher noch duschen, aufmuntern und etwas aus Rabashs Materialien lesen, das meine Aufmerksamkeit nicht vom Unterricht ablenkt, sondern mich richtig darauf einstimmt.

Manchmal kann es vorkommen, dass ich etwas lese und danach ist es schwer für mich, mich zu sammeln und zu kommen. Ich komme hin und es ist plötzlich ein ganz anderes Thema für mich vorbereitet. Dies bedeutet eine große Verantwortung für mich, da schließlich zehntausende Studenten rund um den Erdball vor mir sitzen!

Genauso muss sich jeder von uns fühlen, weil wir alle in einem Kli (Gefäß) arbeiten. Ich stimme mich auf nichts Bestimmtes ein. Ich bin nur auf eure Verbindung, die ihr mir vermittelt, eingestimmt. Gelingt mir das nicht, dann war der Unterricht umsonst.

Zuweilen übermittelt mir eure Verbindung, euer Zustand so viel, dass meine Worte nur so fließen, und dies hängt wirklich nicht davon ab, wie viele ihr seid, sondern vielmehr von der Qualität eurer Verbindung. Manchmal gelingt es euch und es offenbart sich herrliches Material. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch das alles sehr zu Herzen nehmt – seid gute Kinder!

Auszug aus der vierten Lektion des Kongresses in St. Petersburg, 13. 07. 2013

Wann kommt die Erlösung? [116703]

Frage: In einem Ihrer Blog-Beiträge wird gesagt: „Nachdem  die Menschen, obwohl sie alles versucht haben, in völliger Verzweiflung sind, können wir sie wissen lassen, dass wir eine Methode haben, die ihnen Gesundheit, Kontrolle, Respekt, Geld usw. bringen wird. Sie werden alles haben, was sie  auf dieser Erde brauchen – einen Garten Eden auf Erden – aber um ihn zu erlangen, müssen sie sich verbinden.“

Wie können wir das erklären, wenn wir trotz all unserer Bemühungen uns zu verbinden, immer noch nichts haben?

Meine Antwort: Ein Mensch kann niemals eine spirituelle Handlung ausführen, wenn er nicht „in völliger Verzweiflung ob seiner eigenen Taten ist“ und schreit nicht zum Schöpfer, solange er sich nicht auf der letzten Stufe befindet; und noch ein bisschen mehr und er wird von dort aus in einen Abgrund stürzen. Erst dann wird Erlösung vom Schöpfer kommen. Andernfalls hat er kein vorbereitetes „Kli“ (Gefäß).

Wie können wir das in dieser Welt erreichen? Wenn wir nichts tun, dann wird der Schöpfer uns Schläge schicken, das Licht wird die ganze Zeit über auf uns leuchten und wir werden uns mehr und mehr Ihm entgegengesetzt fühlen, was bedeutet, in einem immer schlechteren Zustand sein.

Das ist der Weg des Leidens. Solange wir keinen Endzustand des Todes auf diesem Weg erreicht haben, können wir nicht davon abweichen. Wir können jedoch bewusst einen Zustand erreichen, wo wir die Notwendigkeit, vom Schöpfer Hilfe zu empfangen, bemerken, ohne den Zustand von Ohnmacht zu verspüren. Wie erreichen wir dies wissentlich? Dies würde dann geschehen, wenn ich mich selbst dem Licht entgegengesetzt empfinde.

Alles hängt von den Bedingungen ab, in denen sich der Mensch befindet. Stell dir vor, du wurdest in einem armen Dorf in Afrika geboren und bekommst eine halbe Tasse Reis und 100 Gramm Brot pro Tag. Plötzlich kommt eine Gruppe aus den Vereinten Nationen, verteilt an alle ein Kilogramm Brot und eine Falsche Milch und sagt, dass wenn die Kinder sich gut benehmen, sie Nahrung bekommen werden. Und derjenige, der brav isst, wird sich auch einen Film ansehen können. Das heißt, es werden komplett andere Bedingungen enthüllt.

Kann ich solche Bedingungen erreichen? Wenn ich in einem Dorf in Afrika lebte, erschiene mir ein Kilogramm Brot wie der Garten Eden. Wenn ich mich aber in einer fortgeschrittenen Nation befände, wäre ein Tag, der nicht mit einem Restaurantbesuch mit Freunden endet, ein verlorener Tag. Ich werde also noch deprimierter, als ich zu jener Zeit im afrikanischen Dorf war und nur ein Kilogramm Brot bekommen habe.

Das heißt, dass alles davon abhängt, unter welchen Bedingungen ich aufwachse. Daher gibt es auch keine absolute Bedeutung von Leiden.

Ich bin ein einfacher Mensch, okay. Plötzlich gewinne ich eine Million in der Lotterie. Ich überprüfe die Zahlen zehnmal, alles stimmt – ist ident mit dem, was in der Zeitung steht. Mir „wachsen Flügel“. Ende der Woche werden die Gewinne ausbezahlt; ich gehe also hin und erfahre, dass es sich um einen Tippfehler in der Zeitung handelte. Was kann ich tun? Ich bin hoffnungslos verzweifelt, aber die Verzweiflung ist künstlich, weil ich ja auch zuvor nichts hatte. Die Verzweiflung kam infolge des Gedankens, dass ich in der Lotterie gewonnen habe, mir jedoch erklärt wurde, dass es sich um ein Versehen handelt.

Das bedeutet, dass ich mich selbst in einen solchen künstlichen Zustand versetzen kann, wenn ich sehr deprimiert sein werde, weil ich mich so sehr danach gesehnt habe, das höhere Licht zu erhalten, es aber nicht erlangte. Wie schaffe ich das? Mithilfe der Umgebung. Mithilfe der Freunde kann ich mich so sehr beschleunigen, dass ich schreie, dass ich es jetzt und sofort möchte!

Und damit einhergehend erhalte ich das klare Bewusstsein, dass ich nichts, außer einem „Schlag ins  Gesicht“ bekommen habe.

Es liegt an uns, dies selbst zu tun. Das ist nicht einfach. Wir müssen uns ein wenig kindlich verhalten, doch dann werden wir in einen Zustand großen Verlangens und dementsprechend in einen Zustand schrecklicher Verzweiflung über unsere „eigenen Kräfte“ kommen und wir werden vom Schöpfer verlangen, das Er uns helfen muss! Er hat keine andere Wahl, weil wir es fordern! Es liegt also an uns, uns wirklich und wahrhaftig einen Mangel und Verzweiflung zu schaffen. Und dann wird alles gelingen.

Auszug aus dem Unterricht „Fragen und Antworten“, 25.08.2013

Bereite die Ziegel für den Bau vor [117198]

Das Problem besteht darin, dass wir falsch aus den Abstiegen heraus gehen und nicht verstehen, dass die Abstiege jene Orte sind, aus denen neues Wachstum und Blüte hervorgehen. Wir sehen in ihnen weder die Möglichkeit für eine Veränderung noch erkennen wir den Sinn dieser Zustände.

Es gibt eine spirituelle Vereinigung (Siwug), die Mieternachts geschieht – gerade danach wird der Mensch geboren. Deshalb muss man verstehen, dass die ganze Arbeit während des Abstiegs, durch die Klärungen in der Dunkelheit, durch die Offenbarung der eigenen nicht verborgenen Natur geschieht. Die Finsternis zwingt uns, das Licht zu fordern: Aber nicht das Licht des Tages, das uns das Wissen verleiht, sondern das Licht der Barmherzigkeit, das uns ermöglicht, die zerbrochenen Gefäße zu erkennen, die uns in der Nacht gezeigt werden. Wegen ihrer Gegensätzlichkeit zum Licht erscheinen sie uns in der Form der Finsternis.

Wir beginnen, diese Verlangen zu empfinden und sie mit den Verlangen des Gebens zu vergleichen und die neuen Gefäße vorzubereiten. Das ist die Vereinigung des höheren Vaters und der Mutter (Siwug Aba we-Ima) – die Vorbereitung auf die Geburt des Menschen in der spirituellen Welt. Man muss einfach konstruktiv damit arbeiten, was in der Dunkelheit offenbart wird, und mit Freude und der Empfindung der Wichtigkeit des Ziels verstehen, dass der Aufstieg ganz aus der Dunkelheit erbaut wird.

Der Abstieg gibt uns das Material für den Bau. Die Umrisse der Finsternis sind die Gefäße für die Offenbarung des Lichts, wie die Wände des Hauses. Die Dunkelheit sind die Ziegeln, die wir in Baublöcke umwandeln müssen; und nur daraus können wir uns aufbauen. Außer dem Verlangen zu genießen haben wir nur eine Absicht, die bestimmt, wie dieses Verlangen zu verwenden ist.

Das Verlangen und die Absicht ist alles, was in der Schöpfung existiert. Deshalb müssen wir uns den Absichten gegenüber schöpferisch verhalten, weil dies für uns lebensnotwendig ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 13.09.2013