Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verbindung'

Wovon lasse ich mich begeistern?

Ich muss ständig nach immer bequemeren Mitteln suchen, die mir helfen werden, mich möglichst schnell von der Wichtigkeit des Ziels begeistern zu lassen und zu jenem Ort, zu jenem „Tropfen der Einheit“ zu streben, wo ich letztendlich hoffe, den Schöpfer zu enthüllen.

Hier hängt alles von dem momentanen Zustand ab. In mir kommen immer neue Reshimot zum Vorschein. In der Regel fange ich an, die Absicht aus einem unklaren, verschwommenen, „trockenen“ Zustand ohne einen Tropfen Gefühl und Verstand aufzubauen.

Nun muss ich aus diesem „Dämmerschlaf“ aufwachen, in mir muss ein dermaßen starkes Verlangen entbrennen, in dem es „besser wäre, zu sterben, als auf diese Weise, ohne die höhere Erkenntnis, weiter zu leben“ – wenn ich jetzt sofort nicht das enthülle, wovon mir das kabbalistische Buch erzählt.

Ich muss nach allem suchen und alles nutzen, was in der Lage wäre, mich zu ergreifen, zu berühren. Manchmal hilft die Gruppe, die mich an die Verbindung, an die Bürgschaft und an die Pflicht erinnert. Manchmal lässt mich der Gedanke an den Schöpfer als an ein schönes, erhabenes Ziel begeistern. Manchmal lässt mich die Handlung selbst, die Arbeit an der Annäherung mit den Freunden trotz der Hindernisse entbrennen.

Ich muss nach Mitteln suchen, die eine unausrottbare spirituelle Forderung beim Lesen von kabbalistischen Texten während des Unterrichts in mir entstehen lassen.

Die Herangehensweise an diese Texte muss ausbalanciert sein. Im Prinzip habe ich zwei Gründe, mich zu beschweren. Einerseits, wenn ich nichts verstehe, habe ich nichts, woran ich mich festhalten kann. Andererseits, wenn ich anfange, mich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, gebe ich Nahrung meinem Verstand und verliere die Absicht.

Deshalb schreibt Baal HaSulam im Brief 17: „Am Besten hältst du dich an das Ziel – strebst die Anweisungen des Schöpfers an. Denn wenn jemand die Wege des Schöpfers und die Anweisungen des Schöpfers, d.h. die Geheimnisse der Tora nicht kennt, wie wird er Ihm dann dienen können? Das ist das sicherste Mittel, auf der mittleren Linie von allen drei zu bleiben“.

Wir streben danach, zu verstehen, was wir tun sollen: „Gib uns Verstand, gib uns Kraft, richte uns aus, erkläre uns, zeig uns ein Beispiel, damit wir richtig handeln können“.

All das kannst du vom Schöpfer verlangen, wie ein Kind von einem Erwachsenen verlangt. Von der Seite des Kindes wird lediglich das Verlangen benötigt, und die Erwachsenen werden es mit allem Nötigen versorgen. Dieses Verlangen sammle ich in der Gruppe, bei den Freunden. Genau darin besteht meine freie Wahl.

Von oben bekomme ich alles, was ich auf dem spirituellen Weg brauche – außer der Forderung, die ich selbst herausarbeiten muss. Und diese kommt erst dann, wenn ich mich durch die Umgebung von der Wichtigkeit des Ziels begeistern lasse. Dann wird die Begeisterung vom Herzen kommen, und ich werde mit aller Kraft die Anweisungen des Schöpfers anstreben, damit ich lernen kann, Ihm zu dienen.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 13.12.2010

Sich selbst wiederbeleben

Eine Frage, die ich erhielt: Warum hat der Schöpfer es nicht gleich so gemacht, dass wir alle Anderen wie eigene Körperorgane wahrnehmen?

Meine Antwort: Du musst aber gerade aus der Gegensätzlichkeit heraus die Form des Gebens enthüllen: aus dem Hass, dem Empfangen, dem Ausnutzen des Nächsten heraus Liebe und Einheit erreichen.

Stell dir vor, du würdest plötzlich erfahren, dass dein schlimmster Feind, den du früher in den Staub treten und durch alle möglichen Hinrichtungsarten vernichten wolltest, in Wirklichkeit dein Sohn ist, von dem du nichts gewusst hast – wie in einem Film.

Du verstehst es noch nicht. Versuche aber, in die Gruppe einzutreten und dir vorzustellen, dass du dich in das gemeinsame Verlangen einfügst. Schaue nicht auf die Gesichter, schaue auf das Verlangen, welches bei allen gleich ist, dringe tiefer hinein.

Und dann wirst du durch dieses Verlangen spüren, dass du von besonderen Seelen umgeben bist und nur du derjenige bist, der sie von der Seite anschaut. Versuche, dich in sie hineinzufügen und dich vollkommen zu annullieren.

Durch diesen Selbstverzicht beginnst du zu leben! Bleibe immer in diesem Gedanken, damit er dich nie verlässt – triff eine Entscheidung, dass du von nun an auf diese Weise die Welt sehen willst.

Versuche, in dieser Empfindung bis zum morgigen Tag durchzuhalten – sie immer wieder zu erneuern und dieses Bild zurückzuholen. Dann wirst du während des nächsten Unterrichts bereit sein, es zum Leben zu erwecken!

Du wirst dir vorstellen können, was in diesen Verlangen, die miteinander verbunden sind, geschieht: wie die Parzufim AB und SaG wirken und wovon Rabbi Schimon den Freunden erzählt – es geht allein um dieses Verlangen und um die Verbindung zwischen seinen Teilen.

Reine und unreine, korrigierte und noch nicht korrigierte Verlangen – alles befindet sich in einem System, welches du jetzt enthüllst. Und du willst das Leben, die Lebenskraft, dich selbst in diesem System enthüllen und begreifen, wie alles funktioniert. Genau davon erzählen alle kabbalistischen Bücher, und du willst, dass es enthüllt wird.

Wenn die Verbindung zwischen allen Teilen des Verlangens und die Harmonie, in welcher sie miteinander arbeiten, enthüllt werden, wird eben diese praktische Enthüllung der richtigen, funktionierenden Verbindung als Enthüllung des Schöpfers bezeichnet werden. Und dann wird der Schöpfer, diese Verbindung, sich immer mehr enthüllen – das bedeutet den Aufstieg  entlang der Stufen der Welten zu einer immer größeren Enthüllung des Schöpfers.

Denn der Schöpfer (Bo-Re) heißt auch so: „komme und siehe“, wie das System im gegenseitigen Geben funktioniert, wie das Licht innerhalb der Verlangen/Kelim wirkt.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 13.12.2010

Wälze deine Arbeit nicht auf die Anderen ab!

Wir alle befinden uns im Meer des Lichts der Unendlichkeit – des Lichts des Gebens und der Liebe, nehmen es aber nicht wahr, weil wir voneinander getrennt sind. Wie sollen wir es dann wahrnehmen?

Fang an, dich mit den Anderen zu verbinden, denn nicht umsonst steht es geschrieben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, das ist das Hauptgesetz der Tora“ (das Wort „Tora“ ist wurzelverwandt mit dem Wort „Or“ – Licht).


 

Dafür ist dir die Gruppe gegeben worden. Wenn du eine solche Verbindung mit deinen Freunden erreichst, die auch nur ein wenig dem Licht ähnlich ist, beginnst du es wahrzunehmen, zu enthüllen.

Und das hängt nur von dir ab! Wälze deine Arbeit nicht auf die Gruppe ab – die Gruppe ist bereits so weit. Wenn du dich richtig in sie einfügst, wirst du erkennen, dass sie bereits innerhalb des Lichts existiert.

Es ist aber so, dass „jeder, der verneint, verneint im Ausmaß seines eigenen Makels“. Und wenn du noch nicht so weit bist, wenn du dich noch nicht dort befindest, dann werden sie alle dir als nutzlose Egoisten vorkommen, dich nicht fähig sind, auch nur im Geringsten etwas zu erreichen.

Doch wenn du dich richtig in die Grippe einfügst, enthüllst du, dass sie alle durch die gegenseitige Bürgschaft miteinander verbunden sind und sich in Vollkommenheit innerhalb des Lichts befinden. Und du schließt dich ihnen, diesem Licht an.

Auf diese Weise, durch die Vereinigung von Verlangen/Kelim (und wir alle sind Verlangen), durch die Qualität dieser Vereinigung, gelangst du zum Licht.

Innerhalb von diesen Verlangen enthüllst du Erscheinungsformen, die als Licht bezeichnet werden, vergleichbar damit, wie du feststellst, dass ein gewisser Mechanismus durch Strom in Bewegung gesetzt wird.

Das Licht, welches dir enthüllt wird, ist das Ausmaß der Verbindung, das Ausmaß des Gebens unter allen. Aus diesem Grund sind alle Aussprüche aus der Tora: „Ganz Israel sind Freunde“, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, „Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem Anderen nicht zu“ usw. nicht bloß Worte. Das sind Naturgesetze, bei deren Einhaltung du das Licht enthüllst und es dich erfüllt.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 8.12.2010

Wie können die Verlangen der Anderen praktisch erfüllt werden?

Eine Frage, die ich erhielt: Wie erfüllt ein Mensch, der über das Verlangen „Israel“ verfügt, die Anderen?

Meine Antwort: Alles geschieht innerhalb des Verlangens. In dem Ausmaß seiner Korrektur beginnt der Mensch die Verlangen der anderen Menschen wahrzunehmen, das ganze Verlangen der Gesamtseele an sich anzuschließen – und dann erfüllt er es. Es ist klar, dass er nicht unter den Menschen umhergeht und sie fragt, wen er womit erfüllen soll.

Genauso wie auch der Gruppe beizutreten bedeutet, das Verlangen der Gruppe zu spüren, in der Verbindung zwischen uns, die es dort im Inneren gibt, selbst wenn wir sie nicht fühlen. Doch ich will mich an dieser Vereinigung bewusst beteiligen, mit dem vollen Empfinden, offen!

Ich erkenne, dass wir getrennt sind, doch die Kabbalisten schreiben, dass zwischen uns eine Verbindung existiert – und ich will sie klar enthüllen, mich in sie mit Herz und Verstand einfügen!

Und wenn ich mich der Gruppe anschließe und anfange, auf diese Weise zu arbeiten, und diese Schicht sich mir enthüllt, stelle ich plötzlich fest, dass die ganze Welt auf diese Weise funktioniert! Ich erkenne plötzlich, dass alle Menschen des Schöpfers Arbeiter sind und ich mich in der Shechina befinde. Doch das Einzige, was ich tun soll, ist ihnen zu helfen, das ebenfalls zu erkennen. Denn der Schöpfer will, dass das allen enthüllt wird!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 12.12.2010

Das spirituelle Trio

Eine Frage, die ich erhielt: Worin liegt der Unterschied zwischen den Begriffen „Siwug“ (die Verschmelzung) und „Bitusch“ (der Zusammenstoß)?

Meine Antwort: Siwug ist eine Verschmelzung zweier spiritueller Objekte, die einander nicht entgegengesetzt sind und sich deshalb aufgrund der Ähnlichkeit von Eigenschaften, Absicht, oder Ziele verbinden können – wie zwei Menschen sich in der Partnerschaft oder in der Ehe verbinden.

Angenommen, es gibt zwei Menschen, die ein gemeinsames spirituelles Ziel haben. Sie befinden sich untereinander im Antagonismus und in den Zusammenstößen, da zwischen ihnen die Kraft des Zerbrechens gilt.

Sie entdecken jedoch, dass sie nicht in der Lage sind, dieses Ziel einzeln zu erreichen. Wenn ich abgesondert vorankommen möchte, dann entsteht vor mir das unüberwindliche Hindernis. Wenn der Andere abgesondert vorankommt – dann hat er auch dasselbe Hindernis zu überwinden.

Was kann man dann machen? Dann hebe ich mein Ego auf, und er hebt seins auf. Und in jenem Maße, in dem wir unser Ego aufgehoben haben, können wir uns verbinden. In diesem Maß erreichen wir das Ziel.

Dies ist die Bedingung des Schöpfers, denn das Ziel wird nur in der Verbindung zwischen allen erreicht, weil dieses Ziel das Geben ist. Du willst es erreichen? – Bitte! Hebe dein Ego auf, bereite das Kli/Gefäß für das Geben vor, und in diesem Maß kannst du dich mit dem Licht des Gebens ausfüllen.

Aber, es geschieht nur unter der Bedingung, dass man sein Ego aufhebt. Deshalb „schlage“ ich mein Ego (Akaa), und der Andere tut dasselbe mit seinem Ego, wonach die Vereinigung zwischen uns (Siwug de-Akaa) erfolgt. Der Schlag erfolgt also in meinem Inneren, man „schlägt“ das Ego, wonach ein Siwug mit den Anderen zustande kommt.

An dieser Stelle entsteht natürlich die nächste Frage: warum möchte man sogar nach dem Schlag des Egos mit den anderen nicht verbunden sein, und ein Siwug trotzdem erfolgt? Weil man infolge des Schlages, das Licht hervorruft, das zur Quelle zurückführt, und es die Vereinigung, ein Siwug vorbereitet.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Die Erklärung zu Pticha“, 10.12.2010

Die Grundlage der richtigen Entwicklung

Wenn wir uns auf die Verbindung der Kinder untereinander und die Verbindung der Kinder zu den Erwachsenen konzentrieren, und nicht auf jeden persönlich, indem wir darauf schauen, wer er ist und wie er ist. Wenn wir, in dem Prozess der Erziehung, die Verbindung des Menschen zur Umgebung entwickeln , dann wird er sich auch innerlich richtig entwickeln!

Denn unsere inneren Eigenschaften, unsere Neigungen, unsere Genen unterliegen nicht der Korrektur und sind uns nur mit einem Ziel, nämlich, die Verbindung zu den Anderen gegeben.

Das gesamte System wurde absolut gegensätzlich zu unserem heutigen Zustand erschaffen, wir waren vereint in einem Verlangen, in solchem Ausmaß, dass der Einzelne nicht herausgefiltert oder empfunden werden konnte.

Erst nach dem Zerbruch dieses Systems teilten wir uns auf „Ich“, „Du“ oder „Er“. Deshalb benötigt unsere Persönlichkeit keine Korrektur. Sie wird verschwinden in dem Ausmaß, in welchem wir uns richtig verbinden.

Nur diese Verbindungen oder ihr Fehlen bestimmen, wie der Mensch sich in Augen der Gesellschaft darstellt, wie er richtig darin arbeitet und sich selbst dabei verwirklicht.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Der freie Willen“, 10.12.2010

Ohne Massach ist Machsom nicht zu durchbrechen

Eine Frage, die ich erhielt: Worin unterscheidet sich der Schirm („Massach“) von Machsom?

Meine Antwort: Маchsom („die Schranke“) ist das Erhalten des ersten anti-egoistischen Schirmes. Zwischen allen Niveaus gibt es solche Schranken (Machsome), die wir einfach als die Stufen bezeichnen.

Die allererste Stufe, „Machsom“, ist deshalb so besonders, weil der Mensch davor überhaupt nicht weiß, was das Geben ist. Und danach hat er wenigstens eine Vorstellung, sieht das Beispiel des Höheren und ahmt Es nach. Er hat schon irgendwelche Verbindung mit dem Schöpfer

Wenn er auf die erste Stufe hinaufsteigt, soll er diese „Schranke“ blind durchbrechen.

Aus einem Unterricht  über „Bejt Schaar HaKawanot“, 1.12.2010

Wenn jeder das macht…

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es denn nun, an den Nächsten zu geben?
Meine Antwort: „An den Nächsten zu geben“ bedeutet, an die Gruppe zu geben, die gemeinsam nach der Verschmelzung mit dem Schöpfer strebt, nur daran denkt und versteht, dass das nur durch die Verbindung untereinander ohne jegliche Unterschiede zwischen uns möglich ist.
Doch dann wird es kein Nächster mehr sein, sondern quasi ich selbst zusammen mit dem Schöpfer. Und doch muss ich zuerst lernen, an den Nächsten zu geben, wie geschrieben steht: „Vom Geben an den Nächsten zum Geben an den Schöpfer“, weil ich sonst Fehler machen werde, weil mein Ego mich in die Irre führen und täuschen wird.
Das Geben an den Nächsten ist das Geben an die Gruppe zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels, sprich des Gebens an den Schöpfer. Du gibst den Freunden dein ganzes Verlangen und machst es damit zu jenem Platz, wo sich das Licht enthüllen kann. Du gibst es an sie weiter!
Wenn du das wirklich mit aller Hingabe tust, dann können sie in diesem von dir an sie weitergegebenen Teil den Schöpfer enthüllen. Und wenn jeder das macht und wir die Kraft von „600 000″ Seelen erreicht haben, wird die spirituelle Enthüllung kommen.
Wir müssen alle daran denken, wie wir dieses gemeinsame Verlangen, das Verlangen des gesamten Weltkli, erschaffen können, wie wir es so vereinen können, dass es für die Enthüllung dieser ersten Lichtmenge geeignet ist. Und dann kommt es zu der Verschmelzung (Siwug) zwischen allen Verlangen und dem Licht.
Das wird zum ersten Mal in der Geschichte sein! Denn alles, was in den vorherigen Generationen geschah, war lediglich die Vorbereitung darauf.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 09.12.2010

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Ohne Massach ist Machsom nicht zu durchbrechen

Eine Frage, die ich erhielt: Worin unterscheidet sich der Schirm („Massach“) von Machsom?

Meine Antwort: Маchsom („die Schranke“) ist das Erhalten des ersten anti-egoistischen Schirmes. Zwischen allen Niveaus gibt es solche Schranken, die wir einfach als die Stufen bezeichnen.

Die allererste Stufe, „Machsom“, ist deshalb so besonders, weil der Mensch davor überhaupt nicht weiß, was das Geben ist. Und danach hat er wenigstens eine Vorstellung, sieht das Beispiel des Höheren und ahmt Es nach. Er hat schon irgendwelche Verbindung mit dem Schöpfer.

Wenn er auf die erste Stufe hinaufsteigt, soll er diese „Schranke“ blind durchbrechen.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 01.12.2010

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Der Sturm um den Schöpfer herum

Wenn der Höhere Parzuf dem Unteren etwas geben will, dann verringert er sich, wie die Mutter es tut, die sich an das Kind wenden möchte. Als ob sie für sich „das beliebige“ Essen bereiten würde, und „spezielles“, mit der Solltemperatur, für das Kind.

Diese zusätzlichen Handlungen mittels des besonderen Mechanismus der Verbindung des Höheren mit dem Unteren, heißt „Searot“ (das Haar), was vom Wort „soer“ (stürmisch) oder “ Seara“ (der Sturm) kommt.

Denn der Höhere will dem Unteren alles geben, was er hat! Er ist aber gezwungen, sich zu verringern und dem Unteren nur ein bisschen zu geben, entsprechend dem Niveau des Unteren, d.h. entsprechend seiner Aufnahmemöglichkeit. Und der Höhere soll auch noch dafür sorgen, dass diese Füllung dem Unteren einen Nutzen bringt.

Diese Beschränkung, diese Kraft, mit der sich der Höhere zurückhält, heißt „Searot“ (das Haar) – entsprechend dem, wie in Seinem Inneren alles „stürmt“ (soer).

Jetzt stellen Sie sich nun vor, wie sehr der Schöpfer leidet, wie in Seinem Inneren alles stürmt! Denn Sein Wunsch des Gebens, ist riesig, Er will uns die unendliche Korrektur (Gmar Tikun) geben!

Und Er sieht uns an und versteht, dass Er Niemandem etwas geben kann… Niemand will etwas vom Schöpfer bekommen. Welches riesige Leiden ist es, die Kleinkinder anzuschauen, welche vom Hunger fast sterben, wenn man über die Möglichkeit des Gebens verfügt: Er kann alle unsere Wunden heilen und uns mit dem Wohl anfüllen, und wir wollen es nicht! Wir sind nicht in der Lage, etwas von Ihm zu bekommen.

Und als der Nachhall dieses Sturmes, mit dessen Kraft sich der Höhere zurückhält, beginnen uns die dunklen Kräfte, Klipot, zu beeinflussen, weil sie uns erwecken und zur Handlungen zwingen möchten.
Uns scheint es so zu sein, dass auf uns die bösen Kräfte einwirken – aber sie werden nur in jenem Maß gezeigt, in welchem wir nicht vorankommen, sich in der Entwicklung verspäten und dem Licht nicht zulassen, uns auszufüllen.

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 6.12.2010