Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verbindung'

Was ist die Kraft der Gedanken?

Frage: Was ist die Kraft der Gedanken und wie nutzt man sie? Worüber sollte man aus Sicht eines Kabbalisten jede Minute nachdenken?

Antwort: Die Kraft der Gedanken ist sehr groß, denn mit ihr können wir große Korrekturen im Universum, in seinen Kräften und in deren Wechselwirkungen untereinander vornehmen.

Dies geschieht nur, wenn wir die gesamte Kraft unseres Herzens auf eine gute Verbindung zwischen den Menschen richten. Dann vervielfacht sie sich. Auf diese Weise beginnen wir, alle Kräfte der Natur richtig zu entfalten.

Frage: Was ist das für eine besondere Kraft – die Kraft des Herzens?

Antwort: Das ist die Kraft der Liebe, die Kraft des Guten, die Kraft der guten Verbindung.

Frage: Kann der Mensch sie irgendwie in sich selbst wecken oder erzeugen?

Antwort: Ja. Er kann diese Kraft in sich selbst wecken, sie mit den Kräften anderer Menschen verbinden und auf diese Weise zur Verbesserung der Welt beitragen.

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Aus der Fernsehsendung „Blitzfragen an einen Kabbalisten“

 

Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Sehen, hören, handeln

In vielen kabbalistischen Artikeln wird über das Hören, das Sehen und das Handeln geschrieben. Das Hören symbolisiert die Eigenschaft von Bina, das Sehen die Eigenschaft von Chochma und das Handeln die Eigenschaft von Malchut.

Handeln im spirituellen Sinne bedeutet, dass der Mensch wie der Schöpfer handelt, sein Mitstreiter und Partner wird und so selbst beginnt, mit voller Kraft an der Schöpfung teilzunehmen.

Dabei sind auch Phänomene wie Sehen und Hören Arten der Verbindung mit dem Schöpfer. Die Verbindung erfolgt entweder über Bina – das Hören, über Chochma – das Sehen oder über Malchut – das Handeln. Die Abstufung ist wie folgt: Bina, Chochma, Malchut.

Die vollständigste und stärkste Verbindung wird durch Handlungen hergestellt. Dazu gehören alle Handlungen des Menschen, in denen er dem Schöpfer ähnlich sein möchte.

Wenn wir „sehen” und „hören” sagen, meinen wir damit nicht das Sehen und Hören mit den Augen und Ohren. Es handelt sich um eine innere, angestrengte Arbeit. Sehen, hören und handeln sind verschiedene Arten der inneren Verbindung mit dem Schöpfer.

Aber solange diese Gefühle nicht vorhanden sind, ist es schwer zu verstehen, was das ist. Die Gefühle werden nach und nach kommen. Zuvor müssen die inneren spirituellen Organe entwickelt werden.

Frage: Was soll ich jetzt tun, solange ich diese Kelim (Gefäße), diese Gefühle, noch nicht habe?

Antwort M. Laitman: Lies das Buch Sohar, versuche, es zu verstehen, und dann wirst du  diese Gefühle entwickeln.

Frage: Gibt es keine anderen Methoden?

Antwort M. Laitman: Nein, denn das, was du liest, muss durch deine Bemühungen in Gefühle übersetzt werden, die du mit denselben Bemühungen auf den Schöpfer richtest.

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Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“, 7. Januar 2024

Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Der Zehner ist die Geige des Schöpfers

Der Schöpfer ist das Absolute, das sich nicht verändert und sich uns als Kraft des absoluten Guten offenbart. Unsere Wahrnehmung und unsere Wünsche verändern sich, und deshalb sagen wir, dass sich der Schöpfer verändert.

Aber in Wirklichkeit finden Veränderungen nur in uns statt. Um den Schöpfer zu offenbaren, müssen wir uns daher in einen Zustand bringen, in dem wir Ihm ähnlich sind, um Seinen Eigenschaften zu entsprechen.

Aber wie können wir dem Schöpfer ähnlich werden, wenn wir alle egoistisch sind? Wir bleiben egoistisch, aber wir müssen uns über unseren Egoismus hinweg miteinander verbinden, durch gegenseitiges Geben, Einheit und Liebe, ungeachtet unserer natürlichen Abneigung. Wir sind wie ein verstimmtes Musikinstrument, das gestimmt werden muss, um richtig zu klingen.

Über die Geige von König David steht geschrieben, dass sie an der Wand hing und zu einem bestimmten Zeitpunkt, d. h. in einem besonderen Zustand, von selbst zu spielen begann. So muss auch die Gruppe eine solche Vereinigung zwischen den Freunden erreichen, die in ihrer Form dem Schöpfer ähnelt. Obwohl alle egoistisch bleiben, überwindet jeder seinen Egoismus und verbindet sich mit den anderen, sodass die Form unserer Verbindung der Form des Schöpfers entspricht – vollkommen, einheitlich.

Und dann offenbart sich der Schöpfer in uns. Er befindet sich nicht irgendwo außerhalb der Gruppe, sondern nur innerhalb von ihr. In dem Maße, in dem sich zehn Freunde auf die richtige Verbindung, auf gegenseitiges Geben, einstimmen, offenbart sich der Schöpfer zwischen uns und beginnt, auf unserer Geige zu spielen. Das ist die Offenbarung des Schöpfers gegenüber seinen Geschöpfen.

Deshalb muss man die Arbeit in den Zehnern praktisch und effektiv angehen und danach streben, eine Form und ein Wesen der Verbindung zu erreichen, die dem Schöpfer ähnlich sind. Natürlich nähern wir uns diesem Ziel schrittweise, über 125 Stufen, indem wir uns immer genauer kalibrieren.

So erreichen wir die vollkommene Offenbarung des Schöpfers in unserem gemeinsamen Kli, in HaWaYaH, wenn „der Schöpfer und sein Name miteinander verschmelzen”. Das heißt, HaWaYaH, unser Zehner, verbindet sich richtig mit allen zehn Sefirot, mit all ihren kleinsten inneren Sub-Sefirot, so sehr, dass sie eine vollkommene Einheit erreichen, die der Natur des Schöpfers entspricht, dem absoluten Geben.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

 

MAN, das alles enthält

Frage: Wir müssen MAN (Gebet) erheben. Ist das eine Handlung im Verlangen?

Antwort: MAN bedeutet, dass ich um die Kraft des Gebens bitte. Ich wende mich an die Bina aus der Malchut heraus und bitte die Bina um die Fähigkeit zu geben.

Ich muss aber einen Zustand erreichen, in dem ich von diesem Gebet (MAN) erfüllt bin, und das genügt mir; ich erfahre die Freude, MAN erheben zu können.

Wie wird dieser Zustand in der Tora beschrieben? Du trittst ins Tageslicht. Tag ist für dich, wenn du nichts hast, wenn du durch die Wüste wanderst und MAN suchst – den Wunsch zu geben – und wenn du ihn findest, belebt er dich und erfüllt all deine Geschmäcker. Alles, was du dir wünschst, ist in ihm enthalten.

Was ist aber dieser Geschmack? Woher kommt er? Was ist dieses MAN? Es kommt von Bina zu dir, und dann genügt dir alleine die Möglichkeit, den Schöpfer zu fragen: „Ich habe eine Verbindung zu Ihm. Ich kann Ihn fragen. Und ich brauche nichts weiter.“

Möchte ich aber nicht ein Verlangen haben, in dem ich den Schöpfer offenbare? Nein. Ich bin schon mit dem bloßen Streben nach Ihm zufrieden. Das ist jetzt meine Erfüllung. Die Verbindung mit dem Schöpfer durch die Gruppe erfüllt mich.

Aber was für eine Verbindung? Woher bekommst du etwas? Du hast nichts. Kann ich mich auf diese Weise an Ihn wenden? – Das ist ausreichend. Das nennt man „Wandern durch die Wüste“, das Erlangen der Eigenschaft von „Chafez Chessed“ (wunschloses Glücklichsein).

Schließlich hast du in der Wüste nichts; du begehrst wahrhaftig nichts für dich selbst. Doch dieses Erlangen der Korrektur durch die Eigenschaft des Gebens ist Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, und darin liegt deine Erfüllung.

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Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“

Wie man zu einer wahren kabbalistischen Gruppe wird

Frage: Was wünschen Sie sich für Bnei Baruch? Worauf sollten wir uns zuerst konzentrieren, um zu der kabbalistischen Gruppe zu werden, über die die Lehrer, insbesondere Baal HaSulam und Rabash, geschrieben haben? Schließlich wird nichts dabei herauskommen, wenn wir Ihnen nur theoretisch zuhören.

Antwort: Wir müssen uns verbinden. Es gibt nichts anderes! Es geht ausschließlich um die Verbindung! Es sind lediglich verschiedene Beispiele, verschiedene Formulierungen.

Frage: In welchem ​​Zustand befindet sich Bnei Baruch Ihrer Meinung nach derzeit?

Antwort: Ich kann sagen, dass unsere Verbindung voranschreitet und stärker wird. Wir verstehen ihre Bestandteile zunehmend. Ich hoffe, dass wir alle eine Einheit untereinander entdecken und uns durch ein einziges Verlangen vereint fühlen – in dem einzigen Verlangen des Schöpfers.

Im Grunde ist es das, was wir offenbaren müssen. Das ist alles. Aber jeder muss es sich wünschen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Rosh HaShana“, von 24.09. 2025.

 

 

Reue für das Versäumte

Rabash, Shlavey Sulam, 1985/86, Artikel 36, „Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?“: Bevor man den Schöpfer um Vergebung bittet, muss man sich bewusst machen, worin das Wesen der Sünde besteht.

Ich bitte nicht um Vergebung für die ursprünglichen, angeborenen Untugenden, die in meiner Natur liegen. Im Moment stehen sie nicht im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, denn „die Regungen des menschlichen Herzens sind von Jugend an böse”. Ich bewerte nicht den bösen Trieb selbst, sondern nur meine Bemühungen: Hätte ich mich schon darüber erheben, Schirme errichten und eine Haltung der Hingabe, Liebe und Einheit entwickeln können? Hätte ich nach dem Prinzip „Liebe deckt alle Sünden zu” handeln können?

Gerade für die Nachlässigkeit in diesen Bemühungen muss ich Buße tun und Reue zeigen, darüber muss ich weinen. Denn die Shechina trauert nicht darüber, dass sie uns ihren verdorbenen, zerbrochenen Zustand beschert hat, sondern darüber, dass wir nicht versuchen, sie wiederzubeleben, sie aus dem Staub zu erheben, obwohl die Umstände es uns erlauben, dies zu tun.

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, kommt entsprechend meinen Bemühungen. Wenn es unabhängig davon käme, würde es mir das vom Schöpfer verursachte allgemeine Zerbrechen zeigen. Wenn jedoch der Zufluss des Lichts durch meine Bemühungen oder deren Fehlen reguliert wird, offenbart es nur meinen unvollständigen Teil, den ich bereits hätte einbringen können.

Man sollte nicht bedauern, dass man in gewissen Dingen unbegabt oder talentlos geboren wurde. Nehmen wir an, es mangelt mir an körperlicher Kraft, Intellekt, Gedächtnis oder Lernfähigkeit, so sollte man sich darüber nicht beklagen. Wenn mir etwas nicht gegeben wurde, dann brauche ich es auch nicht. Auch wenn ich keine besonderen Fähigkeiten habe und deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, muss ich offensichtlich mein Leben lang unter diesen Bedingungen arbeiten.

Im Allgemeinen sagt die Gesamtheit meiner persönlichen Eigenschaften nichts darüber aus, ob ich gut oder schlecht bin. Vielleicht bin ich als Verschwender, Faulpelz oder Machtmensch geboren worden. Die Tatsache, dass ich mit diesen Eigenschaften geboren wurde, bedeutet jedoch, dass ich ihnen keine Beachtung schenken sollte.  Diese muss ich nicht korrigieren, sondern nur meine Teilnahme an dem Prozess, der mir über meine gesamte Natur hinweg offenbart wird. Wenn ich dort, über meiner Natur, faul bin, muss ich für diese Faulheit „ein Opfer bringen” und am Versöhnungstag (Jom Kippur) über diese Nichtbeteiligung weinen. Ich bereue nicht meine ursprünglich verdorbenen Verlangen, sondern dass ich tatsächlich etwas hätte korrigieren können, als ich eine Chance von oben erhielt und sie nicht genutzt habe.

Wer sich also nicht bemüht hat, entdeckt auch nichts Böses in sich. Wer sich jedoch bemüht hat, entdeckt, dass er schlecht ist, allerdings nur in dem Maße, in dem er etwas hätte korrigieren können, es aber nicht getan hat.

Wir sind nicht dafür verantwortlich, alles zu korrigieren, was die spirituellen Systeme vor uns verdorben haben. Es handelte sich dabei um einen systemischen Schaden. Wenn wir jedoch das korrigieren, was uns aufgetragen wurde, wird das gesamte System wieder funktionsfähig sein. Denn es wurde nur deshalb verdorben, weil eine Komponente namens „Mensch” (Adam) darin eingedrungen ist. Wenn wir also die Beteiligung des Menschen am System korrigieren, korrigieren wir alles.

Frage: Wie hängt Reue mit den Beziehungen zwischen Freunden zusammen?

Antwort M. Laitman: Es heißt, dass der Versöhnungstag die Sünden eines Menschen gegenüber seinen Nächsten nicht sühnt. Ich muss für das, was ich angerichtet habe, Buße tun und gleichzeitig daran denken, dass auch dies vom Schöpfer verursacht wurde. So oder so, ich bereue nicht mein Böses als solches. Ich bedauere, dass dieses Böse, dieses Gefühl der Trennung vom Schöpfer, noch  immer in mir steckt. Und dann korrigiere ich es.

Daher sollte ich auch Freude empfinden, wenn ich das Böse aufdecke.

Frage: Es gibt keinen Menschen, der seinem Nächsten nicht etwas Böses angetan hat, wenn auch unbeabsichtigt. Wie kann ich dieses Böse wiedergutmachen? Wie kann ich um Vergebung bitten?

M. Laitman: Durch die Anstrengungen, die in die Verbindung investiert werden. Das ist die Zahlung.

Es gibt keine Notwendigkeit und keine Handlung, die das, was ich getan habe, wiedergutmachen könnte. Alles Schlechte, was ich getan habe, führte zur Spaltung. Und alles Gute, was ich tun kann, führt nur zur Vereinigung. Die Formen und Details sind nicht wichtig, das Wesentliche ist genau das: entweder Trennung oder Einheit. Wenn ich mich an diesen Ansatz halte, werde ich keinen Fehler machen.

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Aus der Lektion zum Artikel von Rabash.

Gebt mir eure Wünsche!

Frage: Wie verbinden wir uns miteinander?

Antwort: Ich habe den Wunsch, etwas Erhabenes zu erreichen – in die höhere Welt zum Schöpfer aufzusteigen, zur Wurzel meiner Seele, zu etwas Unbekanntem.

Ursprünglich ist in jedem Menschen dieses Streben angelegt – das Streben, seine Wurzel, den Sinn seines Lebens zu erkennen. Es liegt in jedem von uns, doch bei dem einen zeigt es sich jetzt, bei einem anderen zeigte es sich in einer früheren Inkarnation, und bei einem dritten wird es sich in der nächsten zeigen.

Meine Wurzel befindet sich im Schöpfer. Von dort bin ich in diese Welt herabgestiegen. Und jetzt streben wir beide wieder nach oben. In jedem von uns ist diese Wurzel der Seele, der Punkt im Herzen, erwacht.

Weder du noch ich können mit unseren einzelnen Punkten etwas erreichen. Aber wir werden es schaffen, wenn wir sie verbinden – wenn du meinen Punkt mit deinem vereinst und ich deinen mit meinem.

Wie? Dafür müssen wir uns bemühen, unsere Herzen zu verbinden. Die eigentliche Einheit wird von oben kommen – durch das Licht, das zur Quelle zurückführt –, doch dafür musst du von allen, die hier sind, ihre spirituellen Wünsche erwerben.

Du erwirbst sie durch deine Bitte. Das Verlangen bewegt alles, denn es ist der Stoff der Schöpfung. Ich will, ich sehne mich danach, dass ihre zum Schöpfer gerichteten Wünsche zu meinen werden. Ich möchte, dass in mir ein einziges großes Verlangen entsteht, das aus all den individuellen Wünschen besteht.

Fang an, darüber nachzudenken, und du wirst sehen, wie dich das den Menschen näherbringt – nicht so sehr körperlich, sondern innerlich: Du wirst beginnen zu fühlen, was in ihren Herzen ist, und dein eigenes spirituelles Verlangen wird sich aus einem Punkt in eine Sphäre, in eine „Kugel“, in ein „Gefäß“ verwandeln.

Und in diesem gemeinsamen Verlangen wirst du den spirituellen Strom, das spirituelle Leben, spüren.

Darum fordere: „Ich will eure Wünsche! Braucht ihr meine? Ich bin bereit, bitte. Lasst uns nur eine Gruppe bilden, in der jeder sein Herz mit den Herzen der Freunde verbinden will.“

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Aus der 1. Lektion des Kongresses in der Arava