Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verbindung'

Der Weg vom Schüler bis zum Meister

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich mir sicher sein, während eines Kabbalastudiums, dass ich nicht ´´philosophiere´´ über die Konzepte, die ich noch nicht erkannt habe, so wie: Die Liebe, die Verbindung, die Eigenschaft des Gebens?

Meine Antwort: Wenn ein Mensch die Wissenschaft der Kabbala aus authentischen Primärquellen studiert, die richtigen Anweisungen erhält und sich an den Lehrer, an einen wahren Kabbalisten klammert, kann es nicht sein, dass er zu fantasieren anfängt, anstatt sich im Licht, das zur Quelle zurückkehrt, zu untersuchen.
Er hat schon ein richtiges Herangehen entwickelt, er weiß, dass nur darin das Leben ist.

Er lernt, um den Wunsch zu geben zu erlangen, und zieht damit das Licht zu sich heran. Und obwohl er sich noch nicht mit der echten Untersuchung der spirituellen Welt beschäftigt, aber er arbeitet mit der Gruppe wie im Labor.

Und so erkennst du, wie egoistisch du bist. Von der anderer Seite, ziehst du das höhere Licht, das dir aus der Ferne zu leuchten beginnt, an und dann siehst du deine Eigenschaften im Hintergrund dieses Lichtes. Davon empfindest du Leiden, und du möchtest wie das Licht sein, indem du siehst, dass du dazu nicht in der Lage bist.
Diese Spannung, dieser Unterschied zwischen Soll und Ist, führt dich zur Explosion, und du betest zum Schöpfer um die Hilfe. Und dann bekommst von oben die Kraft des Gebens!

Von dem Moment an, wo bei dir die Kraft zu geben erscheint, wirst du zu einem Kabbalisten und beginnst, die spirituelle Welt zu erkunden. Du kannst schon leicht erkennen wie sich die Kraft des Gebens von der Kraft des Empfangens unterscheidet.

Du wirst zu einem Wissenschaftler – der sich selbst und den Schöpfer erforscht, was eigentlich, dasselbe ist! Immerhin habt ihr jetzt ein gemeinsamer Teil, der für dich zugänglich ist.

So erhältst du die Möglichkeit, die spirituelle, die „menschliche“ Ebene zu erforschen.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 15.12.2010

 

Das Streben nach den zukünftigen Zuständen

Die Kabbalisten schreiben über verschiedene Zustände unserer Seelen – Zustände, die sie selbst durchlaufen haben.

Wichtig ist, inwieweit wir uns diese Zustände vorstellen, uns mit ihnen identifizieren wollen.

Sie alle zeugen davon, wie wir dem Schöpfer unsererseits Genuss bereiten und dank diesem Bestreben die gleiche Handlung Seinerseits enthüllen. Auf diese Weise erreichen wir Verschmelzung mit dem Schöpfer: Er mit dem Menschen und der Mensch mit Ihm.

Über eben jene Zustände erzählen uns die Kabbalisten. Je mehr wir ihnen entgegenstreben, desto stärker wirkt die Kraft, das Licht, welches uns den Zuständen der Verschmelzung näherbringt und in sie einführt, von dort ein.

Und so geht es den gesamten Weg lang. Nicht nur jetzt, während wir uns auf den wirklichen Eintritt in diese Zustände der gegenseitigen Verbindung vorbereiten, sondern auch später, wenn wir beginnen, die spirituellen Handlungen besser wahrzunehmen.

So oder so hilft uns nur unser Streben, nur das Erheben von MaN, das Gebet über immer höhere Zustände des gegenseitigen Gebens, über die Enthüllung der Liebe, nach und nach zu neuen Stufen aufzusteigen.

Bis zum Ende der Korrektur muss die Seele dieser Herangehensweise folgen. Nur eine solche Arbeit wird uns vorankommen lassen.

Aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 21.12.2010

Im spirituellen Sog

Die Verbindung unter den Freunden ist ein Ort, in dem ich die spirituelle Welt enthülle. In dem Augenblick, in dem es mit gelingt, all unsere Verlangen zu vereinen, werde ich in diesem Punkt der Verbindung eine Öffnung, einen Eingang ins Innere, in die höhere Welt enthüllen!

Er wird sich plötzlich erweitern und öffnen, und dahinter werde ich eine neue spirituelle Dimension, ein neues Verlangen enthüllen.

Es ist klar, dass es um diesen Punkt des Eintritts, den ich enthüllen muss, sehr viele Hürden gibt. Es sind aber keine Hindernisse, sie sind dazu da, um mich gerade auf diesen Eintritt in die Spiritualität korrekt auszurichten, und stellen mir deshalb von allen Seiten scheinbar ein Bein.

Wenn ich jedoch nicht verzweifle, sondern begreife, dass es wie „Gegenhilfe“ funktioniert, dann gehe ich durch alle Hindernisse hindurch und trete in die spirituelle Welt ein. Der Eingang dorthin wird sich in eben jenem Punkt enthüllen.

Im Moment scheint er uns schwer und unerreichbar zu sein, doch er wird sich plötzlich öffnen, so dass wir uns selbst direkt dorthin stürzen werden! Es wird nicht mehr nötig sein, Druck auszuüben und uns durchzukämpfen – er wird uns einfach in sich hineinsaugen.

Aus einem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam, 10.12.2010

Die eisernen Regeln der spirituellen Grammatik

Eine Frage, die ich erhielt: Sind die Umrisse der hebräischen Buchstaben mit den Eigenschaften verbunden, welche sie symbolisieren?
Meine Antwort: Natürlich. Diese Buchstaben hat Adam Rishon geöffnet, als er die spirituelle Welt betreten hat, und deshalb sind alle kabbalistischen Werke auf Hebräisch oder in der aramäischen Sprache (wobei die Buchstaben identisch sind ) geschrieben, und die Sprache wird je nach der Form des Ausdruckes der Handlungen des Schöpfers gewählt (wenn die Handlung des Lichtes angesprochen sein soll, dann wählt man hierfür die hebräische Sprache, und für die Handlung seitens des Kli – die aramäische Sprache).
Die Schreibweise der Buchstaben, ihre Reihenfolge und die Grammatik bleiben unveränderlich, da sie immer durch zwei Lichter bestimmt sind: Chassadim und Chochma, oder durch zwei Kräfte, zwei Wünsche: das Empfangen und das Geben. Der Schirm zwischen ihnen bestimmt, wie die Buchstaben, aus welchen Linien die Buchstaben erschaffen werden.
Hier gelten die eisernen Regeln, die absoluten Gesetze der zehn Sefirot. Маlchut und Bina verbinden sich miteinander, um Keter zu erreichen, und ihre Beziehung bewirkt 22 Formen der Verbindung.
Sie sind durch Awjut, drei Linien, den Eigenschaften der neun ersten Sefirot bedingt, denen Malchut gleich werden will. Und dann, mit Hilfe allerlei Kombinationen dieser Formen, findet Malchut ihren Selbstausdruck und wird Keter vollständig gleich.
Die Tora beschreibt uns vom ersten bis zum letzten Buchstaben das Licht – aber aus der Perspektive der Gefäße. Und wenn du mit deinem Wunsch, mit deinem Schirm, aus eigener Kraft diese Formen (Zustände) erleben wirst, dann wirst du dich vollständig korrigieren.
Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 19.12.2010

Glaube und Verstand

Im Gegensatz zu unserer Welt, wo Glaube die Annahme eines angeblichen Ereignisses eine Tatsache genannt wird, bedeutet Glaube in der Kabbala das Empfinden des Schöpfers.

Glauben ist Bina, die Eigenschaft des Gebens, und wenn wir diese erwerben, enthüllen wir die gemeinsame Kraft, die diese Welt erfüllt. Dann spüren wir sie und befinden uns mit ihr in einer Verbindung und erkennen sie. Und dies wird Wissen genannt.

Warum spricht man dann von Glauben über dem Verstand? Wenn ich mich in meiner egoistischen Natur befinde, habe ich ein bestimmtes Wissen oder eine bestimmte Meinung.

Um auf eine spirituelle Stufen aufzusteigen, brauche ich eine äußere Kraft, die mich ändert und somit auf eine andere Ebene der Wahrnehmung, über den Egoismus in die Eigenschaft des Gebens, erhebt.
Diese Wahrnehmung heißt Glauben, die Kraft von Bina. Und unser materielles Wissen, wird [direkt] in uns aufgenommen, wenn man sich in der Eigenschaft des Empfangens, das heißt, in Malсhut befindet.

Wenn ich die Eigenschaft des Gebens,des Glaubens, bzw. des Lichtes Chassadim erreicht habe, erfülle ich mich mit dem Licht Chochma, bzw. mit dem Wissen. Mit dem Wissen komm ich in den nächsten Zustand – Malchut. Ich soll noch weiter zu eine höheren Stufe aufsteigen. Wodurch? Durch Glauben, Licht, Bina, das Licht Chassadim, die Eigenschaft des Gebens. Wenn ich das Licht Chassadim habe, erfülle ich es wieder mit dem Licht Chochma, und dann hab ich wieder das Wissen.

So bewege ich mich mit dem Glauben über den Verstand. Dies ist der Hebel, mit dem ich mich jedes Mal immer höher nach oben bringe.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 24.11.2010

Woran erkennt man einen Kabbalisten?

Heutzutage bezeichnen sich viele Menschen als Kabbalisten, während sie unter dem Namen der Kabbala alles, was ihnen in den Sinn kommt, verbreiten. Woher sie ihr Wissen haben, ist unklar, denn sie haben bei niemandem studiert.

Man kann die Wissenschaft der Kabbala nicht selbst ergründen: angefangen mit Adam wird die Kette der Kabbalisten, die die Methode der Erkenntnis der höheren Kraft in jeder Generation an ihre Schüler weitergeben, weitergeführt.

Aus diesem Grund kann keiner einfach so behaupten, dass er eine Erleuchtung hatte und zum Kabbalisten geworden ist – so etwas gibt es nicht.

Um ein Kabbalist zu werden, muss man sehr tief und eng mit dem Lehrer verbunden sein, indem man seine Ratschläge im Laufe des Studiums „von Mund zu Mund“ (Pe el Pe) genau befolgt. Ein solches Studium unterscheidet sich von Grund auf von der üblichen Form der Weitergabe von Wissen. Es gründet auf der Erschaffung von gemeinsamen mit dem Lehrer spirituellen Gefäßen/Kelim.

Wenn du alles tust, um mit dem Lehrer verbunden zu sein, fließt in dich mit der Zeit das über, worüber er verfügt. Und das hängt nicht von den Kenntnissen oder irgendwelchen besonderen Auszeichnungen ab, sondern nur von dem Ausmaß der Verbindung mit dem Lehrer.

Allerdings ist dieser Weg nur einzelnen (auserwählten Persönlichkeiten „Jachidej Sgula“) vorbehalten. In unserer Generation müssen aber alle den Schöpfer erkennen und die höhere Welt enthüllen – jeder für sich und die ganze Menschheit zusammen. Es können jedoch nicht alle so eng mit dem Lehrer verbunden sein.

Deshalb ist die Herangehensweise heute anders: der Lehrer, ein Kabbalist, der die Enthüllung von seinem Lehrer, einem bekannten Kabbalisten, erhalten hat, unterrichtet alle, die es wünschen. In dem Ausmaß, in dem jeder dazu in der Lage ist, zu hören, dass man sich an den Lehrer annähern, sich mit ihm verbinden und verschmelzen, ihn verstehen und ihm recht geben muss, in dem Ausmaß kommt er voran.

Diese Wissenschaft wird nicht vererbt, nicht durch den Verstand erworben, sondern fließt buchstäblich in den Schüler durch die innere Verbindung mit dem Lehrer über.

Unsere Generation entwickelt sich als erste auf diesem Wege. Die einen Schüler stehen dem Lehrer nah, die anderen weniger, doch allmählich kommen alle voran.

Woran erkennt man einen Kabbalisten? – Ein Kabbalist lehrt, wie man den Schöpfer enthüllen kann, indem er sich auf die Urquellen stützt, die er von seinem Lehrer erhalten hat. Er erklärt, wie man Verlangen/Kelim entwickeln kann, in denen sich der Schöpfer enthüllt, denn Kabbala ist die Wissenschaft der Enthüllung des Schöpfers dem Menschen in dieser Welt.

Aus einem Programm „Kabbala für Anfänger“, 1.12.2010

Warum hast du immer noch nicht gebeten…

Fange gleich, nachdem du von oben zu der Gruppe geführt worden bist, mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit des Ziels zu erhöhen, um das, was dir ursprünglich als ein einziger, erster Funke geschenkt wurde, zu vergrößern.

Denn nur mit Hilfe der Wichtigkeit kann die Lüge überwogen und die Wahrheit gekauft werden.

Wenn du aber diese Wichtigkeit von der Gruppe nicht erhältst, kehrst du entweder zurück zur Lüge oder du wirst untätig herumsitzen, ohne Kraft zu haben, wegzugehen, und dich mit dir selbst herumplagen.

Doch auf dem Weg der Wahrheit voranzukommen ist nur möglich, indem man den Eindruck von der Wichtigkeit des Ziels von der Umgebung erhält. In dem Ausmaß dieser Wichtigkeit wirst du bereit sein, zu ertragen, dass dein Ego leidet, die Wahrheit aber wächst. Denn das tut sehr weh.

Außerdem hilft die Gruppe, zu verstehen, dass man nur mit Hilfe des Gebets etwas erreichen kann. Gebet bedeutet eine Bitte um die Veränderung des Verlangens vom Empfangen zum Geben, von der Trennung und dem Hass zur Verbindung und der Liebe.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir mit Rabash einmal einen Spaziergang im Wald bei Beit Shemen gemacht haben und ich mich bei ihm über all meine Probleme beklagt, mich aufgeregt und etwa zehn Minuten lang geschrien habe. Er hat mich ruhig angehört und zum Schluss plötzlich gesagt: „Und warum hast du (Ihn) nicht gebeten?“

Uns mangelt es sehr an dieser Bitte – „Und warum hast du nicht gebeten?“. Denn unsere Natur lässt uns nicht dazu kommen, lässt uns nicht bitten.

Es geht nicht in unseren Verstand und unser Herz hinein, dass wir nur für eine Bitte um die Korrektur sorgen müssen. Und die Menschen quälen sich monate- und jahrelang, vollkommen unfähig, MaN zu erheben…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 16.12.2010

In welche Richtung wird Europa gehen?

Eine Frage, die ich aus Deutschland erhielt: Wie soll man vor dem großen Kongress in Berlin richtig MaN erheben?

Meine Antwort: Vom 28. bis 30. Januar 2011 findet in Berlin ein europäischer Kabbala-Kongress statt. Wir müssen uns auf ihn besser als auf irgendeinen anderen Kongress vorbereiten.

Denn Europa ist ein Kontinent mit den meisten Problemen, die Quelle aller Kriege und Probleme in der Welt. So war es im Laufe der Geschichte und so geht es auch heute noch weiter.

Deshalb, wenn wir dazu beitragen, dass die Menschen sich Gedanken über die wahre Verbindung und nicht über die gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit auf dem Gemeinsamen Markt machen, kann das zu einem großen Schritt nach vorne für die ganze Welt werden.

Anderenfalls werden von diesem Kontinent wieder unerfreuliche Ereignisse ausgehen. Ich denke, die Europäer spüren bereits die Ansätze dessen.

Also müssen wir alle gemeinsam an der positiven Einwirkung auf Europa arbeiten.

Aus dem Unterricht nach dem „Talmud Esser haSefirot“ vom 15.12.2010

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Wie man den Höheren erkennen kann

Eine Frage, die ich erhielt: Jeder untere Parzuf der Welt Azilut, sowie auch die Welt Adam Kadmon, kleidet sich in den Höheren ein. Was bedeutet „einkleidet“?

Meine Antwort: Einkleidet bedeutet erkennt. Ich kleide mich in dir ein – in deine Vernunft, in deine Handlungen. Dies bedeutet, dass ich sie erkenne.

Der Höhere steigt zu dem Unteren herab, damit sich der Untere in ihm einkleiden kann. Und dann, wenn sich der Untere an ihn klammert, beginnt der Höhere ihn auf eine höhere Stufe zu erheben, um ihm damit zu helfen, sie zu erkennen.

Der Untere empfindet dies so, dass der Höhere ihn gebärt, ihm alles gibt und sich um ihn kümmert. Und da sich der Untere selbst auch entleert und weitere Parzufim gebärt, möchte er den Höheren erkennen: Wer er ist, was stellt er dar, warum und zu welchem Zweck existiert er.

Denn jetzt empfindet er selbst auch genau solche Bedürfnisse sich um seine unteren Parzufim zu kümmern. Um sie zu erfüllen wendet er sich an den Höheren, denn nur aus der Welt der Unendlichkeit kann er sich erfüllen.
Es stellt sich heraus, er wird dazu verpflichtet, eine Verbindung mit dem Höheren herzustellen. Diese Verbindung mit dem Höheren wird „Einkleiden“ genannt.

Von der einer Seite hat der Untere eine Bedürfnis, dem noch Unteren (ihn bezüglich) noch mehr zu geben. Von der anderen Seite führt dieses Bedürfnis ihn zur Verbindung mit dem Höheren. Von der dritten Seite, ist er zur Erkenntnis des Höheren vorbereitet, denn er und der Höhere ähneln wie zwei Wassertropfchen einander.

Dieses Einkleiden von Parzufim ist immer völlig identisch. Der Untere indem er sich in den Höheren einkleidet, sieht in dem Höheren dasselbe Modell, wie in sich. Er sieht in dem Höheren seinen ganzen Aufbau, wie sein Spiegelbild. Deshalb hat er kein Problem damit, den Höheren zu erkennen. Deshalb bedeutet das Einkleiden Erkenntnis. Der Untere sieht sich so, wie ihn der Höhere sehen möchte.

Aus einem Sohar-Unterricht, Das Vorwort, 10.12.2010

Wie man Gewissheit und Freiheit erlangt

Eine Frage, die ich erhielt: Seit ich angefangen habe, Kabbala zu studieren, fühle ich mich so klein, wie ein winziger Embryo, und ich werde immer unsicherer.

Woher soll plötzlich die wahre Gewissheit über diese einzige Kraft zu mir kommen, die über das ganze Universum regiert, mir all diese Probleme bereitet und in der meine einzige Stütze ist?

Meine Antwort: Für gewöhnlich gibt die Religion dem Menschen die Gewissheit, wenn er glaubt, dass es einen Schöpfer gibt, der gut ist und für ihn sorgt, und dass man sich auf Ihn verlassen kann. Dieses Weltbild dringt tief in den Menschen ein und unterstützt ihn, darum sprechen die Kabbalisten sich nicht gegen die Religion aus.

Doch es kommt die Zeit, in der ein neues Verlangen im Menschen entsteht, und er kann sich nicht mehr wie früher mit dem blinden Glauben zufrieden geben. Er entwickelt sich und wächst aus diesem heraus, ihm reichen dessen traditionellen Handlungen nicht mehr – er will den Schöpfer erkennen!

Idealerweise müssten wir aus der Religion (Dat) zur Erkenntnis (Daat) aufsteigen und, wie es geschrieben steht, „den Schöpfer erkennen“. Doch in der Praxis funktioniert das nicht.

In der Praxis kann das nur durch die Verbindung mit der kabbalistischen Gruppe erreicht werden, es gibt kein anderes Mittel. Die Gruppe muss für dich einen Ort darstellen, wo du den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, erreichen kannst.

Das Gefühl der Unsicherheit entsteht nur aus Mangel an der Eigenschaft des Gebens. Sobald du bereit bist, zu geben, wirst du die völlige Gewissheit spüren und frei von dir selbst sein! Das Geben bedeutet Bina.

Dann wirst du ohne jegliche Angst leben können, in Sorge lediglich um das Eine: „Wann werde ich durch meine Taten die Taten von „Stammvätern“ erreichen? – Wann werde ich an den Schöpfer geben können? Das heißt, noch höher als Bina aufsteigen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 13.12.2010