Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.12

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu den Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.
Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

613 (TARJAG) Ratschläge und 613 Anweisungen.

Darin wird uns erklärt, was an einigen Stellen im Sohar als die 613 Gebote Itin de-Orajta bezeichnet wird (Ratschläge, wie das Kli zu korrigieren sei), und an einer Vielzahl an Stellen im Sohar als die 613 Gebote Pkudin bezeichnet wird (Lichter, die in das unkorrigierte Kli eintreten müssen). Zunächst muss der Mensch Tora und die Gebote halten, um seinen Körper zu reinigen und die Seele zu vergrößern. Dann befinden sich die 613 Gebote bei ihm in Itin, das heißt stellen für ihn Gebote dar, wie man dennoch dessen würdig werden und vor den Schöpfer kommen kann, erfüllt von Seinem Licht, da das Einhalten der Tora und die Erfüllung der Gebote ihn allmählich soweit reinigen, dass er der Offenbarung des Schöpfers würdig wird. Wie es geschrieben steht: „Was macht das für einen Unterschied für den Schöpfer – ob man das Tieropfer vom Hinterkopf tötet oder ihm die Kehle durchschneidet? Denn die Tora und die Gebote wurden zu nichts anderem gegeben, als nur, um durch sie das Volk Israels zu vereinen“.

Jedoch nachdem der Mensch in ausreichendem Maße seine Bedürfnisse reinigen und des Lichtes des Schöpfers würdig wird, werden sich seine Augen und seine Seele öffnen, und er wird die 613 Lichter erkennen, die in den 613 Geboten enthalten sind, was das Geheimnis der Namen des Schöpfers ist. Das heißt, er gelangt zu deren Erkenntnis. Und mittels der Ausführung eines jeden Gebots empfängt er den Teil des Lichtes, welcher darin eingeschlossen ist, da das Gebot das Geheimnis des Kli ist. Darin kleidet sich das Licht ein, das heißt der Name des Schöpfers, der zu diesem Gebot gehört, wie es geschrieben steht: „Das Gebot ist ein Leuchter, und die Tora- das Licht“.

Und das heißt – 613 Gebote des Empfangens der Lichter. Das gleicht einem Menschen, der Edelsteine in ein Gefäß legte und dem von ihm geliebten Menschen sagte: „Nimm das Gefäß, doch bewahre es vor den Händen der Diebe“. Und es ergibt sich, dass sie von einem Gefäß sprechen, doch sie meinen die darin befindlichen Edelsteine.

Aus den Büchern der Kabbala ist bekannt, dass das Geheimnis des Namens des Schöpfers im Namen HHaWaJaH inbegriffen ist, welcher in sich alle Namen des Schöpfers auf allen Stufen einschließt. Daher gilt „der Schöpfer, Sein Licht und Israel sind Eins“, ungeachtet der Tatsache, dass die Massen in der Tora nichts als historische Erzählungen, Gesetze und Gesetzbeschlüsse sehen.

Ich erklärte jedoch bereits den Sinn des Ausdrucks „Goldene Äpfel in silberner Fassung“, was als die 613 Gebote des Empfangens der Lichter bezeichnet wird. So sagten die Weisen: „Die ganze Tora sind die Namen des Schöpfers“, und daher „Tora und der Schöpfer sind Eins“, doch im Geheimnis „Allgemeines und Besonderes“, wo der Schöpfer der Komplex aller Namen und das allgemeine Licht ist, und die Tora in 613 Lichter unterteilt wird. Und es ergibt sich, dass sie alle gemeinsam eins sind und den Schöpfer selbst darstellen.

Nun bleibt es uns zu klären, was Israel darstellt. Zunächst muss man verstehen, was die Vielzahl unterteilter Formen im Spirituellen bedeutet, das heißt, wie und zu welchem Zweck sie unterteilt und voneinander getrennt sind. Im Materiellen kann man das Eine vom Anderen mithilfe eines Messers trennen, oder es lösen und trennen sie die Zeit und der Ort. Es ist jedoch unmöglich, sich solches im Spirituellen vorstellen, welches außerhalb von Zeit und Raum steht.

Doch wisse, dass im Spirituellen der ganze Unterschied zwischen den Höchsten Lichtern nichts anderes als der Unterschied der Eigenschaften ist. Bezüglich vernünftiger Seelen, die den Menschen innewohnen, ist natürlich jede Seele von der anderen getrennt und entfernt. Doch die Basis der Trennung ist die Unterscheidung der Eigenschaften, das heißt die Seele des Einen ist gut, die des anderen schlecht, beim dritten ist sie klug oder torhaft usw. Wie es heißt: „Wie sich die Gesichter voneinander unterscheiden, so unterscheiden sich auch ihre Meinungen“.

Damit ist klar, dass wenn alle Menschen über die gleiche Bildung und gleiche Neigungen verfügen würden, auch die Seelen der Menschen eine Seele wären. Und hinsichtlich der Bedeutung wäre sie wie das Licht der Sonne, welches alle Menschen so bestrahlt, dass es völlig unmöglich ist, getrennte Formen zu unterscheiden. So wäre auch eine Seele in eine Vielfalt an Körpern eingeschlossen, da der Abstand die spirituellen Wesen überhaupt nicht trennt, solange es keinen Unterschied in ihren Eigenschaften gibt.

Kommen wir nun zur Erklärung. Es ist bereits bekannt, dass das Geheimnis der Seelen der Söhne Israels das Geheimnis des Göttlichen Teils von Oben ist, wobei die Seele nach dem Gesetz von Ursache und Folge abstieg, indem sie sich von einer Stufe zur anderen herabsenkte, bis sie sich eignete, in diese Welt zu kommen und sich in den unreinen, materiellen Körper einzukleiden. Und mittels der Einhaltung der Tora und der Erfüllung der Gebote steigt sie von einer Stufe zur anderen auf, bis sich ihr Umfang auffüllt, und sie letztlich würdig wird, ihre Belohnung vom Vollkommenen zu erhalten, die für sie beizeiten bereitet wurde. Das heißt die Erkenntnis der heiligen Tora in Form der Namen des Schöpfers ist das Geheimnis der 613 Gebote des Empfangens der Lichter


Auszug aus dem Artikel von Baal HaSulam „Vorwort zum Buch  Mund des Weisen“

Wenn du die Ordnung schaffen willst – dann beginne mit dir selbst

Wenn wir gewaltsam in die Natur eindringen und versuchen, sie laut unserem Verständnis „zu korrigieren“, dann wird sich daraus nichts Gutes ergeben. Denn es ist uns nicht bekannt, was schädlich und was nützlich ist, und welche endgültige Form im Endeffekt enthüllt werden soll.

Es ist nur eins klar – die Welt hängt von der Korrektur des Menschen ab, und der Mensch muss sich demzufolge korrigieren. Wenn er sich nicht korrigiert, dann sieht er nur noch eine unkorrigierte Welt um sich herum. Aber wenn er anstelle der Selbstkorrektur die Umwelt korrigieren möchte, dann macht er sie nur noch schlechter!

Es gibt nichts in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur zum korrigieren! Sie soll auch als solche unverändert bleiben, weil die Veränderung des Menschen in unserem Inneren das einzige ist, was wir korrigieren können. Deshalb braucht man gar nicht zu bewerten, was nützlich und was schädlich ist, wenn ich zwecks der Korrektur auf dem Wege „geschlagen“ werde, dann muss ich diese Probleme als Form der Hilfe betrachten.

Die ganze Berechnung wird nur bezüglich des Menschen geführt. Die ganze Natur würde sich im Gleichgewicht befinden, wenn nur du nicht da wärst. Und, um dich nach vorne zu bringen, verliert sie ihr Gleichgewicht, und du beginnst es zu fühlen.

Denn die ganze umgebende Natur sind in Wirklichkeit deine äußerlichen Wünsche, die du noch nicht korrigieren kannst: in der Kabbala heißen diese äußerlichen Niveaus „die Kleidung“ und „das Haus“ („Lewusch“ und „Ejchal“). Du willst sie nicht korrigieren – so werden sie dir die Unannehmlichkeit verursachen.

Und wenn du dich gegen die Korrektur der inneren Wünsche entscheiden wirst, d.h. du tötest irgendwelche Fliegen oder Tiere, um dadurch die Welt zu verbessern, dann wird es zur doppelten Katastrophe führen: sowohl auf dem materiellen als auch auf dem spirituellen Niveau.

Folglich wirst du nicht nur weiterhin innerlich leiden, sondern auch an den äußerlichen „Korrekturen“.

Jede Sache in der Welt, sogar die schädlichste, hat ihren Sinn und soll weiterhin existieren. Du willst sie korrigieren – so verändere dich selbst!

Baal HaSulam schrie vor dem Zweiten Weltkrieg, dass uns die Katastrophe erwartet, und rief zu den Korrekturen auf – aber niemand hörte ihm zu. Und alle, die in Polen geblieben sind, waren in den Konzentrationslagern… Aber wir hören heute immer noch nicht zu.

Auszug aus einem  Unterricht  Artikel „Frieden in der Welt“, 22.12.2010

Das neue Leben des Internets

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft in der Entwicklung der Technologie, z. B die Zukunft des Internets, ein Mittel der Vereinigung der Menschen, wenn Kabbala weiter verbreitet wird?

Antwort: Ich denke, dass wir die Revolution im Inneren des Menschen durchleben werden, und nicht in der Technologie.

Die Menschen durchleben im Moment die innere Krise und vollkommene Überbewertung der Wertschätzung. Die nächste Generation wird sich nicht mit den „sozialen Netzwerken“ und anderen Spielzeugen im Internet befassen.

Der Mensch wird sich von selbst, auf natürliche Weise, davon entfernen und anfangen nach den offenbarten, neuen Wünschen, sich mit höheren und wichtigeren Sachen, befassen.

Denn wir schreiten voran und das Internet füllt sich langsam mit spirituellen Inhalten. Die Wissenschaft, die Technik und all das, was den Menschen zu Hause und auf Arbeit umgibt, wird nur auf die Hilfe unserer spirituellen Entwicklung ausgerichtet sein.

Die spirituelle Welt wird sich dem Mensch nähern! Wie fühlen, wie sie auf uns einwirkt, dass sie uns umgibt und im Internet vorhanden ist, wir müssen sie nur sehen wollen.

Uns durchdringt das Feld der spirituelle Wellen, die unsere wahre Existenz bestimmen. Und die jetzige sichtbare Welt ,ist nur eine Projektion auf unserem eingebildeten Bildschirm.

Dank der modernen Technologien, wird der Mensch leichter und einfacher, von unserer eingebildeten Realität in die Spiritualität wechseln. Das ist eine Art Brücke, deswegen bin ich für die Entwicklung des Internets. Sie werden noch die Füllung des Internets mit neuen Inhalten erleben, es braucht nur seine Zeit.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Frieden in der Welt“, 22.12.10

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Kein Dieb sein

Eine Frage: Wir erziehen ein Kind mit Liebe und versuchen, es ständig zu loben und anzuspornen.

Warum habe ich das Gefühl, dass der Schöpfer uns mehr mit dem Stock erzieht als mit dem Ansporn?

Meine Antwort: Es heißt : „Jeder urteilt nach seiner Verdorbenheit“.

Aber wenn dir Seine Beziehung zu uns offenbart wird, dann wirst du erkennen, mit welcher unendlichen Barmherzigkeit Er handelte. Wir können es leider mit unseren egoistischen Augen weder sehen noch verstehen.

Sogar wenn du heute einen 100%-igen Genuss bekommst und im nächsten Moment die neuen Informationsgene (Reshimot) offenbart werden, wirst du nichts mehr von dem Genuss fühlen; dann fragst du: „Wo ist Er denn, der mich geschaffen hat? Warum füllt er mich nicht mehr?!

Aus der Sicht des Egos sind es gerechte Forderungen. Wenn Er das Verlangen zu genießen geschaffen hat, warum sollte Er dieses Verlangen dann nicht auch füllen? Wir verstehen nur noch nicht, dass er uns auf einer anderen höheren Ebene den Genuss verschaffen will, doch dafür müssen wir Ihm erst gleich werden.

Aus unserer Ebene ist es unmöglich, den Schöpfer zu rechtfertigen. Deswegen beginnt die Stufe des Gerechten bei Bina und steigt höher.

Weil wir die ganze Zeit die Schläge auf unserem Ego fühlen, haben wir die Möglichkeit, mit dem „Glauben über dem Wissen“ voranzuschreiten. Wenn wir uns in ständigen Problemen und Verzweiflungen befinden, sind wir in der Lage, uns von unserem Ego loszureißen. Aber wenn der Schöpfer mich immer wieder mit Genüssen befüllen würde, dann würde ich laufen und schreien wie ein Dieb vor der Menge: „Haltet den Dieb auf!“.

Ich würde Ihn von morgens bis abends anpreisen: „Es lebe der Schöpfer, gut und Gutes tuend!“ Ich wäre Ihm so dankbar für sein gutes Verhalten meinem Ego gegenüber.

Aber wir müssen uns über unsere leeren Verlangen erheben; sogar nicht nur über die leeren, sondern auch über die leidenden Verlangen. Wenn der Mensch sich über diese Empfindungen erheben kann und bereit ist, zu geben, dann erzeugt er die erste Einschränkung (Zimzum) und den Schirm auf sein Ego.

Und wenn er dabei noch den Genuss bekommen kann, aber nicht für sich, sondern bereit ist, innerlich leer zu bleiben und nur von dem Geben an den Schöpfer zu genießen, dann wird er ein richtiger Gerechter sein.

Auszug einem Unterrich über den Artikel „Frieden in der Welt“, 23.12.10

Geben aus Verzweiflung

Warum gibt der Mensch auf einmal auf und kämpft gegen die Leiden nicht weiter?

Das ist das Ergebnis seiner Informationsgene („Erinnerungen“, Reshimot).

Mit einem Tier passiert es nicht, weil es wie eine Maschine handelt und für sein Leben kämpfen wird bis zum Schluss, es verzweifelt nicht wie ein Mensch.

Das Tier kämpft verzweifelt oder flieht, es wird niemals den Schmerzen unterliegen. Nur der Mensch lässt die Hände hängen: es kommt wie es kommen soll, er hat „menschliche“ Informationsgene und handelt nicht instinktiv, wie eine Maschine, in der das Verlangen gegen die Leiden steht.

In diesem Punkt der Verzweiflung liegt die ganze menschliche Psychologie, wo der Mensch zum kämpfen aufhört und das Geschehene annimmt.

Denn unsere inneren Daten, „Reschimot“, sind das Ergebnis von der Zerbrechlichkeit der Seelen. Sogar in einem kleinem Reshimo gibt es eine Verbindung zum Höheren, zum Schöpfer, welcher mit uns auf der gebenden Stufe zerbrochen ist.

Und deshalb erwachen in uns unbewusst solche Eigenschaften, wo wir nicht mehr über das Nehmen denken, sondern bereit sind, über das Geben nachzudenken.

Auszug einem Unterricht ueber den Artikels „Frieden in der Welt“, 22.12.10

Ein neuer „Computer“ auf jeder Stufe

Während wir die spirituelle Leiter hochsteigen, durchlaufen wir alle möglichen widersprüchlichen, sehr verwirrenden Zustände, in denen wir nichts verstehen.

Es kommt vor, dass du vollkommen den Verstand verlierst. Denn wenn du von einem Zustand zum anderen übergehst, verändert sich dein Verlangen.

Und der Verstand wird zusammen mit dem Verlangen erworben, er bedient es lediglich. Je größer dein Verlangen ist, desto mehr wächst dein Verstand, um dem Verlangen zu dienen, ihm zu helfen, sich zu erfüllen. So sind wir erschaffen.

Wenn dein Verlangen durch ein anderes ersetzt wird, erhältst du ein neues Verlangen – und dein vorheriger Verstand verschwindet.

Und zwischen den Stufen füllst du dich so, als ob die gesamte Information in deinem „Computer“ gelöscht worden wäre – und nun ist Schluss, du weißt nicht mehr, wie du arbeiten sollst. Es heißt, Baal Schem Tov habe sogar Buchstaben vergessen und musste „aufs Neue“ lesen lernen.

Das ist ein besonderer Zustand. Auf diese Weise wird dem Menschen gezeigt, dass er nichts anderes als eine Maschine ist. Das Verlangen ist verschwunden, das Gedächtnis ist weg – und du fühlst, dass du nicht mehr weißt, wie eine einfache Bewegung mit dem Arm oder mit dem Bein auszuführen ist, geschweige denn, wie du dir die Namen von Menschen oder die Geschehnisse um dich herum merken kannst.

Das kann wie eine psychische Abweichung vorkommen. Doch zugleich versteht und spürt der Mensch, dass das alles mit ihm geschieht, er analysiert sich quasi von der Seite.

Es gibt einen Punkt, aus dem heraus du spürst: „Das geschieht mit mir. Schau mal, wer ich bin! Im Moment bin ich ein leeres Gefäß, ohne Empfindung und ohne Verstand. Ich werde eine neue Empfindung und einen neuen Verstand erlangen!“

Das ist ein vollkommener Wechsel. Du bekommst einen neuen „Computer“ – und musst ihn mit neuen Programmen füllen, alles muss neu gemacht werden. Auf diese Weise kommen wir voran.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.12.2010

Ein kurzer Augenblick und das ewige Leben

Das Verlangen verleiht der Erfüllung Geschmack. Jeder Schluck Wasser ist heiß ersehnt, wenn ich von Durst gequält werde. Selbst wenn die Erfüllung nur zum Teil eintritt, ist das Verlangen dafür sehr groß – und der Unterschied zwischen ihnen ruft das Gefühl des Lebens hervor.

Also wird das Leben nicht an dem Verlangen und nicht an der Erfüllung als solche gemessen, sondern an deren Gegensatz. Je höher die Anspannung, der Unterschied zwischen ihnen ist, desto mehr Leben, Energie spüre ich.

Es sieht schlecht aus, wenn mein Gefäß leer ist, aber auch wenn es voll ist. Es geht darum, das leere Gefäß an die Erfüllung heranzuführen und den Augenblick, in dem sie aufeinander treffen, einzufangen.

Wie kann dieser Augenblick festgehalten werden? Denn selbst der größte Genuss vom Essen, Sex, Ruhm schwächt ab und erlischt. Ich lebe von einem Augenblick zum nächsten, mein Leben flackert kaum, es bricht aus dem Nichtsein heraus und stützt sich wieder hinein.

Wie es in einem Lied heißt, „gibt es nur einen Augenblick zwischen der Vergangenheit und der Zukunft“ – zwischen dem vor mir aufflackernden Licht und der Finsternis, die es jeden Augenblick zu verschlingen droht. Der momentane Genuss ist noch nicht vorbei, und ich muss bereits den nächsten für mich vorbereiten, um das Gefühl des Lebens nicht zu verlieren.

Doch die Verlangen wachsen ständig, und die Welt versinkt in Verzweiflung. Die zukünftigen Genüsse locken nicht mehr, die „Durchgangserquickungen“ verdecken die aufkommende Finsternis nicht, und das Leben wird sinnlos.

Unser Leben erlischt, weil wir den kurzen Augenblick der Erfüllung nicht halten können. Das muss gelernt sein – über den eigenen Egoismus aufzusteigen, ihm entgegen zu wirken. Dann geht der Mensch durch „zehn ägyptische Plagen“ hindurch, lässt seine Verlangen unten und kommt zum „Berg Sinai“, d.h. zum Licht, welches in der Lage ist, ihm den Schirm zu verleihen.

Die spirituelle Erkenntnis ist auf einem besonderen Gefäß, Kli, aufgebaut, welches es ermöglicht, sich über dem Verlangen, im Geben zu halten. Nachdem das gebende Kli aufgebaut ist, erlangt der Mensch die Möglichkeit, ständig im Kontakt mit Genuss zu sein und zugleich nicht das Verlangen auszulöschen – denn es wird nicht das Verlangen selbst erfüllt, sondern die sich über das Verlangen erhebende Absicht zu geben.

Der Mensch erlangt die Vollkommenheit, wenn er gibt, wenn er aus sich herausgeht und im Genuss lebt, den er an die Anderen zurückgibt. Sein Leben, das ewige Leben, besteht nicht im eigenen Verlangen, sondern im reflektierten Licht, das ihre Verlangen erfüllt und Freude dem Schöpfer schenkt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 24.12.2010

Die Mauer zwischen uns einreißen

Frage: Können Sie erklären, wie es möglich sein soll, dass der Mensch aus dem Leid heraus plötzlich den Wunsch hat, zum Geben zu gelangen?

Meine Antwort: Tatsächlich ist es aus dem irdischen, „gesunden“ Menschenverstand heraus nicht möglich, auf diese Weise zum Geben zu gelangen.

Denn wenn es dem Menschen schlecht geht, wird er nur daran denken, wie er für sich Gutes tun kann, indem er versucht, das Problem auf direkte Weise zu lösen: indem er die Leere füllt.

So funktioniert die menschliche Psyche: geht es mir schlecht oder fehlt mir etwas, dann gehe ich zum Arzt für Arznei, versuche, Geld zu verdienen, zu klauen – nur um die entstandene Leere zu erfüllen. Doch nach all diesen Versuchen, nach dem ersten, dem zweiten, dem dritten Rückschlag beginne ich zu fragen: „Wann wird das vorbei sein?!“

Und dann verzweifelt der Mensch, verfällt in Depression oder nimmt Drogen – nur um sein Leid irgendwie zu ersticken! Denn er sieht, dass all seine Handlungen ihm nicht helfen.

Wie ist es da möglich, zum Geben zu übergehen? Dafür haben wir sowohl Veranlagungen auf physischer Ebene, als auch spirituelle Genen. Auf physischer Ebene beginnt der Mensch, an das Geben zu denken, weil er sieht, dass ihm kein anderer Ausweg bleibt – er ist bereit, Anderen zu geben, damit auch sie ihm geben, und es allen gut geht, denn sonst werden wir einfach einander auffressen wie wilde Tiere.

Das ist einfache egoistische Berechnung auf der Stufe unserer Welt, und sie ist genau deswegen möglich, weil wir uns nicht auf der Stufe eines Tieres befinden, sondern über starke Waffen verfügen, die es jedem ermöglichen, alle zu vernichten. Und so müssen wir zwangsweise schlussfolgern, dass eine Rettung nur im Geben liegen kann. Jetzt verstehen es bereits viele, und nur ein Irrer kann einen Krieg wollen. Ferner…

Doch außer diesem materiellen Grund, aus dem wir verstehen, dass Geben nützlich sein kann, erwachen in uns auch Reshimot der Zerbrechung: von leichten zu immer schwereren. Und sie bringen uns zum Gefühl, dass wir uns in falscher Richtung bewegen, und zur Enttäuschung an unserer Entwicklung.

So beginnt eine Annäherung zwischen solchen, die sich unter dem Zwang von materiellen Reshimot und solchen, die sich unter dem Zwang von spirituellen Reshimot bewegen. Folglich beginnen Kabbalisten, die sich ihrer spirituellen Entwicklung widmen, und Menschen, die einfach im gewöhnlichen, irdischen Leben verzweifeln, sich einander anzunähern. Denn obgleich sie nicht den Punkt im Herzen haben, so stellen sie doch sehr ähnliche Fragen.

Die Meinung der Massen nähert sich langsam der Meinung der Kabbalisten. Zwischen innen bleibt immer noch eine Mauer, doch gewöhnliche Menschen nähern sich ihr immer mehr, auf der Suche nach Antworten, obwohl sie sich natürlich nicht fragen, wie sie sich korrigieren können. Doch eines Tages werden sie kommen und fragen: was sollen wir tun?! Und dann wirst bereit sein, ihnen zu zeigen, wie sie Perfektion erreichen.

Auszug aus einem Unterricht ueber den Artikel  „Frieden in der Welt“, 22.12.2010

Die Zeit überholen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, wenn der Mensch zustimmen und wünschen soll, sich dem Höheren lenken zu lassen.

Meine Antwort: Wir bestehen aus dem Verlangen nach Genuss, und alle Handlungen über die Korrektur dieses Verlangens werden durch das Licht ausgeführt.

Das Licht korrigiert die Verlagen (Kelim), ordnet sie und bringt das Gefühl des Zerbrechens zwischen ihnen und den Lichtern, den Stufen, ein Gefühl der Nichterfüllung. Das Licht erweckt das Verlangen (Kli).

Ich muss nur das Licht zur Offenbarung zwingen, damit es an mir arbeitet. Das ist meine einzige Handlung. Auf diese Weise beschleunige ich meine Entwicklung.

So oder anders handeln die Lichter, das Licht, die immer mehr auf Reshimot (Informationsgene) einwirken. Die Reshimot kommen aus ihrem Versteck heraus und realisieren sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit, die „Beito“ (zur seiner Zeit) heißt.

Wenn ich bestimmte Handlungen in der Gruppe, im Studium, in meiner inneren Arbeit, während der Suche vollbringe, damit erwecke ich die Lichter, welche auf mich mit größerer Kraft und Geschwindigkeit einwirken. Aber nicht mehr als das.

In jedem Fall kommt alles vom Licht. Ich bin nur in der Lage seine Einwirkung auf meine angeschlossenen Reshimot zu beschleunigen, und diese Entwicklung heißt „Achischena“ (die Zeit beschleunigend). Darin besteht unsere ganze Arbeit.

Aber es kommt dazu nur unter der Bedingung, dass anstatt des schweren und langen Weges voranzuschreiten, wo das Licht auf mich einwirkt und mir nur unterschiedliche Leiden bringt, ich das Licht erwecken um auf mich noch intensiver einzuwirken kann. Ich erkläre mich dann mit den schrecklichen, unangenehmen Erscheinungen einverstanden, die es mit sich bringt.

Möge es mir doch diese Erscheinungen bringen – ich möchte mich mit der Kraft der Umgebung über sie erheben. Ich bekomme von der Umgebung die Kräfte, mich über die Leiden zu erheben. Wenn ich mich auf so eine Weise vorbereite, kann das Licht auf mich einwirken und mich in meiner Entwicklung weiterbringen.

Auszug aus dem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“, 21.12.2010

Der Schöpfer rettet Mensch und Tier

Unsere ganzen Versuche, die Natur und die Umwelt zu retten, werden zu nichts führen.

Helfen wird nur das Licht, das zur Quelle zurückführt – jene Kraft, die uns fehlt, um den Menschen in jedem von uns auszugleichen und ihn zur Harmonie mit der Natur, genannt „Elokim“, der Schöpfer, zurückzubringen.

Die gleiche Kraft, die kommt, um uns dem Schöpfer ähnlich werden zu lassen, wird auch den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Teil in uns zum Ausgleich bringen. Wir fangen an, die Natur richtig, nur in dem nötigen Maße, zu nutzen, weil wir fühlen werden, dass wir nicht mehr brauchen!

Mein tierischer Körper wird sich so fühlen, wie ein Tier sich fühlen soll, und der Mensch in mir so, wie ein Mensch sich fühlen soll! Darüber steht geschrieben: „Der Schöpfer rettet Mensch und Tier“ – beide werden von Ihm und nicht von mir gerettet!

Ich weiß nicht, welche materiellen Handlungen es nach sich ziehen wird – vielleicht werden wir noch mehr Wald verbrennen, wer weiß?!

Wir müssen nur das Licht, das zur Quelle zurückführt, handeln lassen, nur dieses Mittel benutzen. Denn es kommt von einer höheren Stufe und wird alle Teile der Natur ins Gleichgewicht bringen, indem es sie nach seinem Vorbild formt.

Wir sollten nicht versuchen, alles mit unserem Verstand zu begreifen, sondern die höhere Kraft arbeiten zu lassen, sie einzuladen, zu wollen, dass sie es macht. Denn woher sollen wir selbst wissen, wie die korrigierte Welt sein soll?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“ vom 21.12.2010