Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe'

Ich will eine strahlende Zukunft

Frage: Als wir noch normal lebten, machten wir Pläne, Pläne für fünf Jahre, zehn Jahre und so weiter. Der Mensch hatte eine Zukunft. Heute ist die Zeit des Stresses, der Sorgen, der Depressionen und der Angst vor der Zukunft. Es ist erstaunlich, dass sich die Menschheit daran gewöhnt hat, in Angst zu leben, denn sie weiß, dass Kriege, globale Erwärmung, Tsunamis, Erdbeben, Vulkane und Viren auftreten werden. Müssen wir uns an diesen Zustand gewöhnen, werden wir so weiterleben?

Antwort: Der menschliche Körper hat einen sogenannten Abwehrmechanismus. Diese Schutzreaktion unserer Natur, des Egoismus, kann nicht permanent belastet werden, durch ständige Sorgen und so weiter. Man ist gezwungen, jede negative Emotion irgendwie zu verdrängen, sie zu neutralisieren oder sogar in etwas anderes zu verwandeln. Wenn alles nichts hilft, dann sterbe ich eben, und danach werde ich ins Paradies kommen, in eine zukünftige Welt. Ich habe nicht umsonst gelitten und so weiter.

Frage: Das ist also eine Art von Mikro-Sedierung?

Antwort: Ja, natürlich. Wenn es einen solchen Charakterzug, eine solche Möglichkeit für einen Menschen nicht gäbe, dann würden die Menschen Selbstmord begehen, nachdem sie sich vorher ausgedacht haben, dass ihnen anschließend das Paradies bevorsteht.

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In Verbindung zwischen uns

Frage: Findet die Offenbarung des Schöpfers individuell oder in der Gruppe statt?

Antwort: Sie findet sowohl individuell als auch in der Gruppe statt. Wenn wir ineinander eingeschlossen, miteinander verbunden sein wollen, dann sind es unsere individuellen Verlangen, Bestrebungen. Wenn wir uns jedoch in einer Gruppe befinden und nach gegenseitiger Verbindung streben, dann schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die schon vor unserer Zeit existierte, sich in uns zu manifestieren beginnt. Deshalb ist die Verbindung zwischen uns die Grundlage (Kli, Gefäß), die für die Offenbarung des Schöpfers notwendig ist.

Frage: Erbauen wir den Schöpfer oder offenbaren wir ihn?

Antwort: Das ist dasselbe. Den Schöpfer zu offenbaren, das heißt, ihn aus den eigenen Eigenschaften, Gefühlen, Bestrebungen und Absichten zu erschaffen, indem man das höhere Licht in das eigene Verlangen nach Geben und Liebe anzieht, ist eine und dieselbe Sache.

Aus der Lektion 1 vom Internationalen Kongress „Über uns selbst hinauswachsen“ von 06.01.2022

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Kabbalistische Kosmologie

Das Gesetz der Nächstenliebe stammt vom Beginn der Schöpfung ab, als das höhere Licht das gesamte Universum erfüllte.

Physikalisch betrachtet kann man sagen, dass die gesamte Kraft der Schöpfung, die gesamte Materie, in einem Punkt konzentriert war. Dann kam es zum Urknall in dessen Folge das gesamte Universum, alle Welten und alle Galaxien entstanden sind.

Der Urknall entstand durch einen Kurzschluss zwischen dem vom Schöpfer geschaffenen Wunsch zu empfangen und dem Wunsch zu geben, der dem Wesen des Schöpfers entspricht.

Als der Wunsch zu geben den von ihm geschaffenen Wunsch zu empfangen berührte, explodierte der Wunsch zu empfangen. Aus diesen Teilchen wurden alle Elemente auf allen Stufen des Universums gebildet: unbelebt, pflanzlich, tierisch, menschlich und über dem materiellen Menschen- die Stufe der spirituellen Entwicklung, die den Menschen dem Schöpfer ähnlich macht und alle Materie zur Gleichheit der Form mit dem Schöpfer, dem Licht zurückführt.  Das sagt die kabbalistische „Kosmologie“.

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Wie sieht eine spirituelle Reise aus?

Wir haben die Fähigkeit, uns auf eine Ebene zu erheben, auf der wir den Ursprung unserer Erfahrungen sehen und das Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Was ist diese neue Perspektive, die wir erreichen können?

Es ist eine, in der wir unseren körperlichen Erfahrungen viel weniger Bedeutung beimessen und uns ausschließlich auf die wahre spirituelle Welt konzentrieren.

Wenn wir die höhere spirituelle Welt erreichen, dann beeindruckt uns unsere Welt auch nicht mehr. Diese Welt haben wir auf der Grundlage verschiedenster irrealer Erfahrungen erschaffen und und ließen uns durch unsinnige Ideen und Illusionen beeindrucken.

In der spirituellen Welt herrscht die Empfindung einer einzigen Kraft der Liebe und des Gebens, die über unserer körperlichen Wahrnehmung liegt, und wer sie erreichen will, muss sich von seiner Seele in das spirituelle Leben führen lassen.

Die Seele öffnet uns den Zugang zu einem ewigen und vollkommenen Leben, in dem wir uns gegenseitig vervollständigen und mit der höheren Kraft der Liebe, des Gebens, der Verbundenheit verschmelzen. Wir erheben uns dabei über die Begrenzungen unserer körperlichen Wahrnehmung und werden dadurch unendlich.

Die ultimative Erfahrung, die wir anstreben, ist die spirituelle Offenbarung, die in der Weisheit der Kabbala als „die Offenbarung des Schöpfers“ oder „die Offenbarung der höheren Kraft“ bezeichnet wird. Der Schöpfer ist die Quelle der Realität – die Quelle unserer Erfahrungen und unseres Schicksals. Durch das Streben danach, diese Kraft zu entdecken und zu spüren, erreichen wir schließlich die Quelle des Lebens.

Basierend auf dem Video „Spiritualität: Eine Reise über menschliche Grenzen hinaus“, mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman und Oren Levi.

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“

„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupéry

M. Laitman: Das ist absolut richtig. Wenn Sie einen Menschen oder sogar ein Tier gezähmt haben, d.h. einige Ihrer Eigenschaften ihm beigebracht haben, dann sind Sie für diese Eigenschaften, die nun in ihm vorhanden sind, verantwortlich. Und damit tragen Sie die Verantwortung dafür. Wenn du also einem Menschen etwas beibringst, dann sollte er sich als Ergebnis deiner Ausbildung, deiner Lehre, in die richtige Richtung im Leben bewegen.

S. Vinokur: Und wenn sie das nicht tun? Nimmt man die Schuld auf sich?

M. Laitman: Das ist ganz allein Ihre Schuld. Absolut! Es kann nicht anders sein.

S. Vinokur: Sie können also nicht sagen: „Ich habe so viel hineingesteckt, und siehe da“, oder?

M. Laitman: Wenn Sie investiert haben, haben Sie investiert. Und das war’s, Sie sind dafür verantwortlich.

S. Vinokur: Was muss man im Laufe eines Lebens wirklich in einen Menschen investieren?

M. Laitman: Einem Menschen muss geholfen werden, die Seele in sich zu schaffen.

S. Vinokur: Dann stellt sich immer noch die Frage nach der Seele: Was ist sie nach Ihrem Verständnis?

M. Laitman: Die Eigenschaft des Gebens und der Liebe gegenüber Außenstehenden, gegenüber anderen, gegenüber allen.

S. Vinokur: Ist dies die einzige wirkliche Aufgabe eines Lehrers?

M. Laitman: Ja, mehr ist nicht nötig.

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“

Die Eigenschaft des Gebens und der Liebe beherrschen

Frage: Ich habe mit vielen Psychologen gesprochen und versucht zu verstehen, was das Problem der Psychologie ist. Sie sagen, dass es sehr schwierig ist, Methoden zu finden, um den Egoismus in den Griff zu bekommen, da er ständig zunimmt, vor allem jetzt.

Wie gehen die Kabbalisten mit der Tatsache um, dass der Egoismus ständig wächst? Wie kann man das ausgleichen?

Antwort: Kabbalisten sagen, dass man den Egoismus nicht ausgleichen muss, es ist nicht notwendig, überhaupt etwas dagegen zu tun. Man muss einfach die ganze Zeit daran arbeiten, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu meistern, sich über das Ego zu erheben und nicht auf dieser Stufe zu bleiben. Dies ist der Ansatz der Kabbala.

Indem wir uns über das Ego erheben und die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbindung, der Zusammenarbeit und der Kommunikation miteinander erlangen, beginnen wir zu erkennen, wie vielfältig das Ego ist, wie stark es in uns ist und wie schwierig es für uns ist, es zu bekämpfen.

Gleichzeitig zeigen wir in uns Eigenschaften, die das Gegenteil von Egoismus sind. Dann können wir über die Kombination von egoistischen und altruistischen Eigenschaften sowohl in der Psychologie als auch in der Wissenschaft der Kabbala lernen.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 15.10.2021

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Wege zu der Frage nach dem Sinn des Lebens

Frage: Warum gehen Juden und Völker der Welt unterschiedlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens um? Die Völker der Welt – mehr von einem friedlichen Leben, in dem sie alles Gute haben, und die Juden – vom Leid?

Antwort: Es kommt daher, dass die Völker der Welt eine gewisse Sättigung erreichen und die Leere in sich spüren.

So entwickelt sich der gewöhnliche Egoismus: Man versucht ständig, sich zu füllen und kommt am Ende nach tausenden von Jahren der Anstrengung zu dem Schluss, dass man nicht erfüllt werden kann. Was ist also als nächstes zu tun? Es gibt keinen Grund zu leben. Das Ergebnis ist das Vergessen durch z.B. Drogen, Selbstmord, Scheidung usw. Außerdem werden sie von der bloßen Neugierde, von der Krise aller Wissenschaften angetrieben.

Für Juden ist es sehr schwierig, mit ihrer komplexen inneren hierarchischen Struktur, die sie übernommen haben und in der sie seit dreitausend Jahren leben, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Diese spirituelle Mauer, die sie in sich aufgebaut haben, indem sie nach den Gesetzen der Liebe lebten und die Spiritualität erlebten, hat sich nun in ihnen umgekehrt.

Als Folge des spirituellen Verständnisses, der Wahrnehmung, des Gefühls, wurde alles zur Religion, zum Dogma, zur mechanischen Ausführung von Geboten, so wie in anderen Religionen, die ihre Grundlagen vom Judentum übernommen haben. Wenn man sagt, dass man für die rein physische Befolgung von Traditionen eine zukünftige Welt nach dem Tod bekommt, braucht man nichts anderes.

Aber am Ende sehen wir, dass die Nationen der Welt Israel unter Druck setzen werden. Sie werden sie zwingen, sich der Kabbala zuzuwenden, sie zu offenbaren, der Welt ein Beispiel geben und sie dann zu lehren.

Aus der Fernsehsendung “ Nahaufnahme. Exil“

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Wo ist Gott?

Wo ist Gott? Wo immer man ihn hereinlässt. (Menachem Mendel von Kotzk) 

Das ist wahr.

Frage: Lassen wir Ihn nicht herein?

Antwort: Ja: Wir weisen Ihn zurück, wir distanzieren Ihn von uns selbst. Deshalb bleiben wir innerhalb der kargen physikalischen Gesetze.

Aber wenn wir versuchen, den Schöpfer – die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbundenheit und der Einheit – in unsere Welt zu bringen, wenn wir diesen Kräften erlauben, auf uns zu wirken, dann offenbaren wir Ihn wirklich.

Frage: Was bedeutet es, Ihn zu offenbaren? Kann ich Ihn hören, sehen oder fühlen?

Antwort: Ja: In sich selbst. Ich spüre, wie ich nach den Gesetzen der universellen Verbindung und Liebe handle.

Frage: Bedeutet das, dass ich den Schöpfer enthülle?

Antwort: Ja.

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Aus der Sendung „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“ 04.10.21

Gegenseitige Bürgschaft – Annullierung vom Egoismus

Frage: Ist der Aspekt der Bürgschaft etwas, durch den wir einen Widerstand gegen den Egoismus erlangen können?

Antwort: Ja, natürlich. Jeder annulliert sich selbst im Verhältnis zu den anderen um ein gemeinsames Verlangen zu schaffen.

Wenn jeder seine „tierische“ Komponente (d.h. für sich selbst zu empfangen) annulliert und nur seine menschliche Komponente (anderen zu geben) einbeziehen will, gibt es einen gemeinsamen Wunsch, in dem sich der Schöpfer offenbart.

Frage: Angenommen, sieben oder achttausend Menschen versammeln sich, wie es bei Kongressen üblich ist und versuchen, in den Zustand Arvut (gegenseitige Bürgschaft) zu gelangen. Ob es gelingt oder nicht, wissen wir nicht, aber wir wollen es unbedingt. Wird eine solche Personenzahl dazu beitragen, Ergebnisse zu erzielen?

Antwort: Natürlich, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Quantität ist unverzichtbar, sie ist notwendig. Noch wichtiger ist die Qualität – die Spannung der Verbindung zwischen uns. Der Egoismus eines jeden versucht ihn von den anderen zu trennen. Deshalb hängt alles von der Kraft ab, mit der wir uns verbinden.

Der Sinn der spirituellen Arbeit besteht darin, in unserer gemeinsamen Verbindung die Qualität des Gebens und der Liebe zu finden, die über unserer Natur steht.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Kraft des Buches Zohar“ 20

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Worauf basiert die Kabbala

Kommentar: Es gibt so viele Methoden, ein Ziel zu erreichen. Psychologie ist sowohl Fremd- als auch Selbstbeobachtung, Laborstudien, Umfragen, Interviews usw. Im Prinzip kann das alles einseitig sein da wir uns in unserer egoistischen Natur befinden und nicht darüber aufsteigen.

Antwort: Ich kann keinen Menschen nehmen und ihn einfach an Geräte anschließen. Nur Maschinen, d. h. etwas, das außerhalb von uns existiert, können eine objektive Bewertung des Zustands eines Menschen und seiner Reaktionen abgeben, so etwas gibt es nicht.

Es haben außerdem nicht nur die Testpersonen, sondern auch diejenigen, die die Ergebnisse der Geräte lesen, egoistische Eigenschaften.

Frage: Und wie untersucht die Kabbala die Realität, dass sie als objektiv betrachtet werden kann?

Antwort: Indem uns die Kabbala erlaubt, unsere Eigenschaften in Bezug auf gegensätzliche Eigenschaften zu erforschen, gibt sie uns eine sehr interessante Möglichkeit – Egoismus versus wahrem Altruismus. Wenn wir uns über das Ego erheben und die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbindung erlangen, bauen wir in uns ein bestimmtes System von zwei entgegengesetzten Zuständen auf und können in und zwischen ihnen im mittleren Zustand existieren.

Die Psychologie misst zwar alles sehr genau, kommt aber über ihre egoistische Natur nicht hinaus. Es ist also unmöglich, genau zu sagen, wo wir stehen.

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Aus der Fernsehsendung “ Spirituelle Zustände“