Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Empfangen'

Die Zehn Gebote und der Schöpfungsakt

Aussage: Das Buch Zohar sagt, dass die Zehn Gebote den Zehn Schöpfungsakten entsprechen.

Antwort: Die Zehn Gebote sind die zehn grundlegenden Kriterien, nach denen wir unser inneres Abbild modellieren, das wir „Adam“ nennen (hebr. „dome“ – „dem Schöpfer ähnlich“).

Wir müssen also verstehen, was die Zehn Gebote sind. „Du sollst nicht stehlen“ – wo, auf der Straße? Oder „Du sollst nicht töten“ – wo, in einem Hinterhof? Und was ist mit „Du sollst nicht ehebrechen“? Handelt es sich möglicherweise um eine besondere innere Veränderung des Menschen, durch die er dem Schöpfer wirklich gleich wird? [Rest des Beitrags lesen →]

Wie viele Kräfte sind in der Natur?

Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat in letzter Zeit eine mögliche Entdeckung von neuen Teilchen oder sogar einer neuen Kraft in der Natur gemacht. Wissenschaftler, die am Fermilab arbeiten, einem nationalen Labor des Energieministeriums, das sich auf Hochenergie-Teilchenphysik spezialisiert hat, sagen, dass sie starke Beweise für eine unbekannte Kraft gesehen haben, die auf subatomarer Ebene arbeitet, die sie nach dem derzeitigen Verständnis der Physik nicht erwartet hatten.

[Rest des Beitrags lesen →]

Was der Kabbalist sieht

Frage: Die ganze Welt ist ein gesamtes System von Verbindungen zwischen der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Stufe der Natur und den Menschen. Wir beobachten heute die Welt durch egoistische Verbindungen. Jeder erlebt sie auf seine eigene Art und Weise. Was sieht der Kabbalist?

Antwort: Der Kabbalist sieht sehr deutlich alle Zusammenhänge: wie sehr die Menschen einander geben, füreinander sorgen, miteinander verbunden sind. Er sieht dies im Maß seiner Korrektur und empfindet deshalb die ganze Welt in der Eigenschaft des Gebens.

Wenn ihm zwei Systeme offenbart werden bekommt er ständig andere Erkenntnisse, die auf den Widersprüchen der Eigenschaft des Gebens und der Liebe aufgebaut sind: Empfangen und Geben. Er muss dabei so arbeiten, dass er sie kombinieren kann.

Frage: Kann man sagen, dass ein Mensch der den Machsom überschritten hat, alle Verbindungen zwischen den Menschen sieht?

Antwort: Das ist korrekt. Er wird sie nicht zum Nachteil des Systems verwenden, welches sich „Schöpfer“ nennt.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“, 06.02.2020

[278815]

Warum aß Adam die verbotene Frucht?

Frage: Es gab einmal einen Menschen oder einen Zustand, der „Adam Ha Rishon“- „der erste Mensch“, genannt wurde. Spürte er auf einmal in sich den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse?

Antwort: Ja. Der Baum wird sein Zustand genannt, in dem er sich bewegen und wachsen kann.

Als er die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse probierte, sah er, dass sie schlecht war, da er von diesem Leben egoistische Wünsche zu empfangen begann, anstatt sich über sie zu erheben. Dabei verlor er alles von der Höheren Welt.

Wir befinden uns in einem Raum, den wir nicht kennen. Dieser Raum könnte von uns in seiner absoluten Vollständigkeit wahrgenommen werden. Er wird die „Höchste Welt“ genannt, wenn wir in uns alle Möglichkeiten, alle unsere Wünsche offenbaren.

Der gleiche Raum wird von uns, in unserer kleinen grauen Welt, die wir jetzt spüren, begrenzt wahrgenommen.

Der Unterschied zwischen den Welten ist der Unterschied zwischen Leben und Tod. Die Existenz in unserer Welt ist wie der Tod. Ich wünsche mir ständig etwas und kann es nicht finden. Seit der Geburt ist mein Leben ein langsamer Tod.

Frage: Warum wurde Adam plötzlich dazu verleitet, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen? Alles war so wunderbar.

Antwort: Der Schöpfer versetzte ihn absichtlich in diese Lage, damit er verstehen konnte, in welchem Zustand er sich wirklich befand. Wir Geschöpfe können eine Sache nur im Vergleich zu einer anderen spüren.

Adam Ha Rishon befand sich in einem perfekten Zustand, den er nicht als perfekt empfand. Er hatte noch keine Analyse, Verbindung, Zweifel, Wünsche, Motive und deren Füllungen. Er wusste nicht, dass es Unterschiede zwischen ihnen gab. Alles wird im Vergleich wahrgenommen. Alles wird durch das Gegenteil verspürt.

Er hatte dieses Gegenteil nicht. Er musste in unsere Welt fallen, um allmählich von ihr zum höchsten Verständnis, zur Höchsten Welt, aufzusteigen. Er soll sehen, was der Schöpfer für ihn vorbereitet hat.

Aus der Fernsehsendung „Die Kraft des Buches Sohar“ Nr. 7

[279112]

Gibt es wahres Glück?

Als Covid-19 Anfang letzten Jahres ausbrach, fühlten sich die meisten von uns, als hätten sie ihr Leben verloren. Oder besser gesagt, wir haben nicht unser Leben, sondern unsere Fähigkeit, das Leben zu genießen, verloren. Was gibt es denn schon zu genießen im Leben, wenn man nicht zweimal jährlich Urlaub macht, nicht immer und überall shoppen, oder mit den Kindern (oder mit einem Freund, so zu tun, als wäre man wieder ein Kind) ins Kino, Restaurants oder Vergnügungsparks gehen kann? Schlimmer noch, als das Virus viele von uns arbeitslos machte oder uns auf einen längeren Zwangsurlaub schickte, verloren wir unsere finanzielle Sicherheit und wurden, selbst wenn dies möglich wäre, unwillig, Geld für Luxusgüter auszugeben.

[Rest des Beitrags lesen →]

Offenbaren, probieren und überzeugen Sie sich

Frage: Laut der Kabbala kann ich die Eigenschaften des Schöpfers als das Absolute betrachten und zu Ihm, entsprechend von „süß-bitter“, eine Analyse von „wahr-falsch“ durchführen. Das einzige Problem ist, warum sollte ich glauben, dass der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens  ist? Ich fühle es nicht, ich sehe es nicht.

Antwort: Das müssen Sie nicht. Der Punkt ist, dass dies nicht irgendeine Theorie ist, die wir jemandem aufzuzwingen wollen.

Wir versuchen nicht, jemanden zu verführen. Wir bieten den Menschen an, zu sehen, wie die Kabbala die Struktur der Welt der Menschen und seine Interaktion mit der Welt erklärt. Wie es die Natur des Menschen, die Natur der Gesellschaft zeigt. Wie sie uns zeigt, wie wir zu dem bequemsten Zustand kommen können.

Frage: Das ist alles klar. Die Kabbala behauptet, dass der Mensch ein Verlangen zu Empfangen ist. Im Prinzip kann sich jeder selbst überprüfen. Schon nach ein paar Monaten Unterricht versteht man, dass es keine einzige Handlung gibt, die man für jemanden anderen tut. Alles ist für sich selbst, alles ist nur um zu empfangen. Das ist klar. Wo kann man überprüfen, dass der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ist?

Antwort: Darüber wird gesagt: Offenbaren, probieren und überzeugen Sie sich.

Frage: Ist das ein Grundsatz?

Antwort: Natürlich. Sie müssen Ihre Eigenschaften und Sinne so weit entwickeln, dass Sie beginnen, Ihn zu spüren. Es gibt Dinge, die wir nicht empfinden, wie zum Beispiel eine allgemeine Kraft die als eine Art Strahlung um uns herum wirkt und die ich in ihrer natürlichen Form nicht spüren kann. Mir wird angeboten, solche Sensoren zu entwickeln, durch die ich anfangen werde, den Schöpfer zu spüren.

Frage: Genauso haben Wissenschaftler, lange bevor sie das Mikroskop erfunden haben und verschiedene Mikroben entdeckten, es als Maxime angenommen, dass es einige kleine Elemente geben muss. Ist es das Gleiche mit dem Schöpfer?

Antwort: Ja. Für jemanden, der es nicht versteht, ist es nur eine Vermutung.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 22.04.2019

[277535]

Hören und sehen

Frage: Es gibt verschiedene Arten der Wahrnehmung. Wenn ein Mensch einem Dozenten an der Universität zuhört, um sich Wissen anzueignen, ist das eine Sache. Wenn er einem Freund zuhört, der vor einer dramatischen Situation in seiner Familie erzählt und sich dabei in ihn hineinversetzt, ist das etwas anderes. Das Dritte ist, wenn ein Mensch einem Gleichgesinnten aus seiner Gruppe zuhört, um sich mit ihm zu verbinden und den Plan der Natur zu offenbaren. Gibt es einen Unterschied zwischen diesen Situationen?

Antwort: Der Unterschied ist enorm. Vor allem, wenn Freunde versuchen, das höchste Ziel der Natur zu erreichen, da sie es verbindet. Jeder arbeitet gegen sich selbst, um sich mit den anderen zu vereinen.

Hier gibt es bereits eine klare klassische Kommunikation. Sie geht über den Egoismus hinaus. Man muss sich notwendigerweise über sich erheben, um sich mit den anderen verbinden zu können und mit ihnen gemeinsam spüren, wie man in das Dritte eindringt – in den eigentlichen Plan des Universums.

Frage: Was bedeutet spirituell „sehen“ und „hören“? Ist dies eine besondere Stufe der Kommunikation?

Antwort: Hören ist arbeiten um zu geben. Sehen ist der Übergang vom Geben zum Empfangen um zu geben.

Bemerkung: Selbst in den Originalquellen steht geschrieben: „Sie hören die Stimme des Schöpfers“.

Antwort: Ja, es gibt diejenigen, die hören, das heißt im Licht von Hassadim arbeiten. Es gibt Menschen, die sogar sehen, sie arbeiten im Licht von Chochma.

Aus der Fernsehsendung „ Kommunikationsfähigkeiten“, 14.08.2020

[273180]

Über jüdische Einheit und Antisemitismus – Artikel Nr. 4

Aufstieg und Fall des ersten Tempels

Im vorhergehenden Artikel haben wir die Bildung Israels zu einer Nation beschrieben und wie ihnen die Aufgabe übertragen wurde, „ein Licht für die Völker“ zu sein, indem sie zu einem Modell der Einheit jenseits aller Gegensätze wurden. Dieser Artikel befasst sich zum ersten Mal mit Israels Versuchen, seine Einheit nach der Gründung einer Nation aufrechtzuerhalten, mit seinem Scheitern und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Nachdem sie eine Nation geworden waren – indem sie gelobten, sich „wie ein Mann mit einem Herzen“ zu vereinen – machte sich das Volk Israel auf den Weg nach Kanaan. Auf dem Weg dorthin hatte es sowohl zahlreiche innere Konflikte als auch Kämpfe mit äußeren Feinden zu bestehen. Ihr wachsendes Ego forderte sie immer wieder auf neue Weise heraus, und sie mussten neue Taktiken finden, um es zu überwinden. Im Buch Zohar (BeShalach, Punkt 252) steht jedoch geschrieben: „Jeder, der in der Tora einen Krieg führt, wird am Ende mit höherem Frieden belohnt“. Mit anderen Worten: In den Kriegen, die das Volk Israel führte, ging es darum, das Gelübde der vollständigen Einheit einzuhalten. [Rest des Beitrags lesen →]

Über jüdische Einheit und Antisemitismus – Artikel Nr. 3

 Moses und die Errichtung des Volkes Israel

Im vorangegangenen Artikel haben wir die Zeit Israels in Ägypten beschrieben, wie sie aufblühten, als sie unter Josephs Führung vereint waren, und wie sie sich nach seinem Tod assimilierten, was letztlich die Ägypter gegen sie aufbrachte. In diesem Artikel werden wir die Bemühungen Moses‘ untersuchen, das gequälte und versklavte Volk wieder zu vereinen und es dadurch von seinen Unterdrückern zu erlösen und aus Ägypten herauszuführen. Wir werden auch zeigen, dass, sobald sie sich vereint hatten und erlöst waren, ihnen auferlegt wurde, „ein Licht für die Völker“ zu sein – das heißt, ihre Einheit an den Rest der Welt zu verbreiten.

Obwohl sich ihre Lage in Ägypten verschlechterte, hat Israel sich bis zum Auftreten von Moses nicht vereinigt. Er führte die Israeliten zur Wiedervereinigung, bis sie schließlich der Herrschaft des Pharaos entkommen konnten. [Rest des Beitrags lesen →]

Über jüdische Einheit und Antisemitismus – Artikel Nr. 2

Im vorigen Artikel haben wir Abrahams Ringen um die Verbreitung seiner Offenbarung beschrieben, dass es in der Wirklichkeit nur eine Kraft gibt, die er „Gott“ nannte, dass diese Kraft sich auf zwei Arten manifestierte – durch Geben und Empfangen – und dass alles in der Wirklichkeit Interaktionen zwischen den beiden widerspiegelt. Wir sagten auch, dass Abraham erkannte, dass seine Zeitgenossen in Babylon, seinem Heimatland, sich voneinander entfremdeten. Abraham wollte dieser Entfremdung mit Freundlichkeit und Barmherzigkeit begegnen, um die wachsende Kraft des Empfangens durch entsprechendes Geben auszugleichen. Als seine Anstrengungen erfolglos blieben und er aus Babylon vertrieben wurde, wanderte er nach Westen nach Kanaan. Auf dem Weg dorthin schlossen sich ihm Tausende und Zehntausende an – laut Maimonides, Midrasch Rabba und vielen anderen Quellen – und wurden „das Haus Abrahams“. Diese Menschen bildeten den Keim, aus dem später die israelische Nation hervorgehen sollte. Das Besondere an ihnen war, dass sie nichts Biologisches gemeinsam, sondern vielmehr die Überzeugung hatten, dass Empfangen und Geben in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen, und sie waren bereit, sich anzustrengen, um die Qualität der Barmherzigkeit in sich zu entwickeln. [Rest des Beitrags lesen →]