Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Empfangen'

Der Machsom kann individuell und als Gruppe überquert werden


Fragen, die ich zur Überquerung des Machsom erhielt:

Frage: Du sagtest in einer deiner Lektionen, dass die Überquerung des Machsom individuell geschieht. Warum reicht die Kraft von Arwut (der Bürgschaft) nicht für alle Freunde der Gruppe aus, um den Machsom zur selben Zeit überqueren zu können, wie die Menschen, die die Tora am Fuße des Berges Sinai empfingen? Der Empfang der Tora war kollektiv, warum ist dann die Überquerung des Machsom individuell?

Meine Antwort: Die Kraft von Arwut (Bürgschaft) reicht definitiv für alle Freunde aus, um den Machsom zur selben Zeit zu überqueren! Jedoch ist es auch möglich, den Machsom individuell zu überqueren, wenn ein Mensch die notwendige Anzahl an Anstrengungen (genannt Seah) hinsichtlich der Gruppe und des Schöpfers aufbringt.

Frage: Ich verstehe aus deinen Erklärungen in den Morgenlektionen, dass jeder die besten Bedingungen erhält, um die Spiritualität zu erreichen. Es gab auch einen Text, in dem du erklärtest, dass der Machsom nur unter einer bestimmten Art von Druck überquert werden kann, welcher in der Gruppe existiert. Wir haben eine weltweite virtuelle Gruppe, die alle Vorraussetzungen erfüllt, um die spirituelle Welt zu betreten. Können wir in diesen virtuellen Verbindungen den richtigen Druck zur Überquerung des Machsom erreichen? Und wird es jedem zur gleichen Zeit passieren oder individuell?

Meine Antwort: Baal HaSulam beantwortet das im Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“. Am Ende der 6000 Jahre wird jeder die vollständige Korrektur erreichen, aber vorher kann es ebenso sowohl von Individuen als auch von Gruppen geschafft werden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Es braucht Zeit, Anstrengung und Erfahrung, um die Höhere Welt zu enthüllen
Blog-post: Scham bringt uns dem Schöpfer näher
Artikel von Baal HaSulam: Die Bürgschaft (Arwut)
 

Wozu leiden die Frauen?

Zwei Fragen, die ich über den Wunsch einer Frau nach einem treuen Begleiter und zum Singen von Frauen erhielt:

Frage: Ist das Verlangen einer Frau, dass ihr Mann einzig ihr gegenüber loyal, treu und hingebungsvoll ist, Teil des Willens zu empfangen (das Ego) oder ist es in ihrer Natur eingebettet? Wenn es in ihrer Natur eingebettet ist, warum tat der Schöpfer das? Wozu leiden die Frauen?

Meine Antwort: Das Leiden der Frauen ist ein Teil des egoistischen Leidens, das uns zur Überzeugung bringt, dass Egoismus schlecht ist, die Bestätigung, dass es notwendig ist, sich vom Egoismus loszureißen, das Verlangen, die Eigenschaft des Schenkens zu erlangen und anschließend der Empfang dieser Eigenschaft von oben. Um einen loyalen, hingebungsvollen Begleiter zu haben, müssen Sie Ihr irdisches, animalisches, egoistisches Verlangen von Ihrem Bestreben nach der Eigenschaft des Schenkens trennen. Spiritueller Aufstieg beginnt mit dem Verlangen eines Menschen danach, dass sein spirituelles Aufwärtsstreben stärker sei, als sein natürliches Bestreben nach unten.

Frage: Warum wird Frauen nicht erlaubt, laut zu singen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kabbala und einer Frau, die laut singt?

Meine Antwort: Es ist Frauen erlaubt zu singen, vorausgesetzt, dass Männer sie nicht hören werden, weil das die Männer „verführt“ – sie von ihrer spirituellen Arbeit ablenkt! Eine Frau hat ein unterbewusstes Verlangen, die Aufmerksamkeit eines Mannes auf sich zuziehen. Frauen, die ihre natürlichen Eigenschaften richtig verwenden wollen, sollten sich zurückhalten, um zu vermeiden, eine Störung im spirituellen Wachstum anderer zu werden.

Wir sind alle Teile einer einzelner Seele von Adam, und wir müssen einander helfen, unsere Natur zu überwinden. Wir sollten sie nicht unterdrücken, aber sie richtig verwenden und das Spirituelle vom Körperlichen trennen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum sind Frauen depressiver?

Wann wird das Leid verschwinden?


Drei Fragen, die ich über Leid erhielt:

Frage: Es heißt, dass es keine Bestrafung in der Spiritualität gibt. Doch es gibt den Fluch des Egoismus, in den wir aus der Spiritualität gefallen sind. Bedeutet das, dass Frauen in dieser Körperlichkeit nur infolge unseres Egoismus leiden?

Meine Antwort: Ja, genau wie Männer!

Frage: Wird das Leid verschwinden, nachdem wir vollkommen korrigiert sind?

Meine Antwort: Natürlich, denn leiden ist die Empfindung von leeren Verlangen.

Frage: Die Kabbala sagt, dass ein Mensch entweder den Weg der Kabbala oder den Weg des Leidens wählen kann. Aber Menschen, die Kabbala studieren, leiden noch immer, oder?

Meine Antwort: Ein Egoist spürt eine Art von Leiden – bitteres Leiden, weil er nicht bekommt, wonach er verlangt. Doch diejenigen, die Kabbala studieren, spüren das Leiden der Liebe – süßes Leiden, denn sie sehnen sich nach ihrem Geliebten.

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum empfinden wir Leiden?
Blog-post: Eine Frage ist die Empfindung eines leeren Verlangens
Leben aus der Kabbala, Kapitel 34: Leiden, die uns aus uneingeschränkter Güte geschickt werden

Freiheit vom Engel des Todes


Eine Frage, die ich erhielt: Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie folgendes Zitat aus Baal HaSulams Artikel „Die Freiheit“ erklären würden:

„Wohingegen, wenn kein solcher Funken im Menschen weilt, sondern alle Funken seiner Essenz darin gekleidet sind, dem Schöpfer Wohlgefallen zu erweisen, dann ist er weder abwesend noch tot. Denn selbst wenn der Körper sich auflöst, löst er sich nur hinsichtlich des Aspektes des Empfangens für Eigennutzen auf, in den das ‚Verlangen zu Empfangen‘ gekleidet ist und er hat nur das Recht, durch dieses zu existieren.“

Ich verstehe das nicht. Wie ist es möglich, dass wenn der Körper stirbt (was Ihrer Ansicht nach mit dem Wechseln eines Hemdes verglichen werden kann), das ‚Verlangen zu schenken‘ nicht mit ihm stirbt? Wenn ich sterbe, werde ich nicht mehr in der Lage sein, zu schenken, selbst wenn ich noch das ‚Verlangen zu schenken‘ verspüre – ich werde mein Verlangen nicht verwirklichen können!

Oder nehmen wir anstatt des Todes an, ich würde einen Autounfall oder eine schwere Krankheit überleben, mit dem Verlust von Gliedmaßen und einem Gehirnschaden. Obwohl ich dann noch am Leben wäre, wäre ich nicht fähig zu geben! Ohne Körper können Sie Ihren Freunden nicht schenken oder an der Verbreitung teilnehmen. Wie kann also das Verlangen eines Menschen weiterbestehen und wahrgenommen werden, wenn der Körper nicht länger existiert?

Meine Antwort: Hier eine Erklärung des von Ihnen angeführten Zitats von Baal HaSulam:
„Wohingegen, wenn kein solcher Funken im Menschen weilt, sondern alle Funken seiner Essenz darin gekleidet sind, dem Schöpfer Wohlgefallen zu erweisen, dann ist er weder abwesend noch tot. Denn selbst wenn der Körper (der Egoismus) sich auflöst, löst er sich nur hinsichtlich des Aspektes des Empfangens (des Verlangens) für Eigennutzen auf, in den das ‚Verlangen zu Empfangen‘ gekleidet ist und er hat nur das Recht, durch dieses zu existieren.“

Die Verlangen bleiben. Was sich verändert, sind deren Absichten oder „Gewänder/Kleider“. Wir leben innerhalb dieser Verlangen, und wir nehmen auch unseren Körper bzw. seine Präsenz innerhalb eines bestimmten Verlangens wahr, welches sich in unserem „Ich“ in einem bestimmten Zeitraum (unserem Leben) offenbart, und danach wieder abnimmt und verschwindet. Dies gibt uns das Gefühl für das Leben und den schrittweisen Tod des Körpers.

Lesen Sie das Vorwort zum Buch Sohar und Sie werden sehen, was die Kabbala meint, wenn sie sagt:

  • Der Tod des Körpers – der Tod der egoistischen Absicht
  • Die Wiederbelebung des Körpers – die Geburt der altruistischen Absicht

Wir nehmen nur unseren tierischen Körper wahr, bis wir unsere gesamte Seele korrigieren, was bedeutet, bis wir all unsere Verlangen von „für mich selbst“ zu „für andere und für den Schöpfer“ korrigieren. Danach wird die Wahrnehmung des Körpers verschwinden, weil das Verlangen, worin wir den Körper wahrnehmen, in eine Absicht des Schenkens korrigiert sein wird. Und dies wird für ewig sein, weil es uns hilft, auch all die anderen Verlangen zu korrigieren.

Nehmen Sie folgendes als Grundlage: Es gibt nur das Licht und das Verlangen, und Sie fühlen alles (diese Welt oder die kommende Welt) innerhalb dieses Verlangens. Alles hängt von den Verlangen ab – von ihrem Ausmaß, ihrer Qualität und ihrer Angleichung zum Licht.

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum müssen wir immer wieder hierher zurückkommen?
Blog-post: Immer bei mir
Shamati #28: Ich werde nicht sterben, sondern leben

Dieser Weg kann nur von jenen bewältigt werden, die ihn auch gehen


Eine Frage, die ich erhielt: Ich nehme an den Lektionen teil, die von Bnei Baruch angeboten werden. Aber ich habe den Eindruck, jetzt ein schlechterer Mensch zu sein, als vor Beginn des Studiums. Was mache ich falsch? Ich glaube zu verstehen, wie wichtig die Gruppe ist, aber ich empfinde keine Liebe für sie. Stattdessen fühle ich eine tiefe, sich stets vergrößernde Kluft. Ich bin wertend und zynisch, in meinem Privatleben bin ich deprimiert, zornig und gereizt, aber es gibt dafür keine logische Erklärung. Trotzdem spüre ich all diese Gefühle sehr stark. Es scheint, als ob mein Verstand oder ein Teil von mir auf einer Seite einer Fahrbahn, und mein fühlender anderer Teil (welcher mich lenkt) auf der anderen Seite in entgegengesetzter Richtung unterwegs wären, verbunden mit einem Hass/Liebe-Verhältnis zur Kabbala und dem Studium.

In den Lektionen wird uns klar gemacht, dass sich das Studienmaterial ausschließlich auf spirituelle Zustände bezieht. Aber wie sieht der „praktische“ Teil aus? Was für eine Person soll ich sein?

Meine Antwort: Alle von uns erleben solche Zustände, wenn wir abzuwägen beginnen, ob das spirituelle Wachstum, das die Kabbala uns lehrt, richtig und notwendig ist. Im Augenblick erreicht die gesamte Menschheit eine Periode der Neuorientierung ihres Wertesystems und erlebt daher Krisen in allen Bereichen des Lebens – in Bildung, Politik, Gesellschaft, Familie, Wissenschaft, Ökologie, Natur, usw.

Wir bewerten zudem unsere körperliche Existenz, wie auch die Notwendigkeit, unseren unkorrigierten egoistischen Verlangen (Herz) und Gedanken (Verstand) Spiritualität hinzuzufügen (also die Enthüllung der Höheren Welt und des Schöpfers). Ihr Egoismus wird weiterhin viele „Enttäuschungen“ auf dem Weg der spirituellen Entwicklung erleben, weil er auf diesem Weg keine Erfüllung findet – sondern das Gegenteil. Um Spiritualität entwickeln zu können, muss der eigene Egoismus ausgelöscht werden. Aber es muss betont werden, dass nicht die Verlangen und Gedanken ausgelöscht werden sollen, sondern es muss die Absicht „für sich selbst zu empfangen“ in eine Absicht „für andere zu empfangen“ umgewandelt werden.

Wie kann man auf dem spirituellen Weg vom Egoismus abrücken, ohne dabei den Egoismus zu Hilfe zu nehmen. Egoismus steht im Gegensatz zur Spiritualität. Deshalb wird Egoismus als „Hilfe gegen sich selbst“ bezeichnet, weil er sich letztendlich selbst annulliert. Denn wenn du egoistisch in einer Gruppe Kabbala studierst und versuchst, dich mit den anderen zu verbinden, ziehst du das Höhere Licht an, welches dann den Egoismus korrigiert. Die Misserfolge und Abstiege sind daher nur der vom Egoismus wahrgenommene Mangel an egoistischen Füllungen. Die zukünftige Erfüllung wird nicht durch Empfangen, sondern durch Geben für andere erreicht. Dies wird durch das Gefühl der Liebe und der Erkenntnis, dass jeder in einem einzigen Ganzen eingebunden ist, entstehen.

Das einzige was dich ans Ziel bringt – zum ewigen Schöpfungsziel – sind das beständige Studium, die Teilnahme an der Gruppe und die Verbreitung und zwar trotz deinem Egoismus, „wie ein Ochse zu Bürde und ein Esel zur Last“. Alle Shamati Artikel sprechen darüber, also lest weiterhin darin! Dieser Pfad kann nur von jenen bewältigt werden, die ihn auch gehen!

Verwandtes Material:
Blog-post: Hast du Zweifel, verbreite!
Blog-post: Richtlinien zu Erreichen der Einheit – Ausgewählte Zitate von Baal HaSulam
Artikel von Baal HaSulam: Frieden in der Welt

Ein aufrichtiger Wunsch wird immer vom Licht erfüllt


Zwei Fragen, die ich über Bemühungen und Verlangen erhielt:

Frage: Wenn Ihr Verlangen von oben „angeschaltet“ ist, dann strengen Sie sich an, doch zählen diese Bemühungen nicht als die Ihrigen. Auf der anderen Seite, wenn Sie keine Verlangen haben, dann wissen Sie gar nicht, dass Sie keine haben. Wenn Sie dann jedoch beginnen, sich anzustrengen, dann wird dies ebenfalls nicht als Ihre eigene Arbeit angesehen, sondern eher als von „oben eingeleitet“. Wie kann ich dann wissen, welche meine Bemühungen sind und welche die Hilfe von Oben? Was ist der Unterschied?

Meine Antwort: Hören Sie auf, dies herauszufinden, weil es Sie nur verwirrt. Das einzig Wichtige ist:

  • die Wichtigkeit des Zieles zu spüren
  • unsere eigene Schwäche zu bemerken
  • überzeugt zu sein, dass das wahre Verlangen sofortige Hife erhält.

Lesen Sie den Artikel von Baal HaSulam „Von Hinten und Vorne umfasst du mich“ (Achor ve-kedem Zartani).

Frage: Ich bin es satt, auf das Überqueren des Machsom zu warten. Ich habe auf nichts mehr Lust, ich hasse alles und keiner kann mir helfen.

Meine Antwort: Dies ist eben genau der Zustand, aus welchem Sie zum Machsom heraufsteigen können, mit Hilfe der Gruppe und dem Schöpfer! Wissen Sie, dass der Machsom die Gelegenheit ist, sich mit anderen wie Sie zu verbinden, um die Eigenschaft der Einheit deutlich zu machen? Hält irgendjemand Sie davon ab? Wenn ja, warum bitten Sie dann nicht um Hilfe, damit Sie Ihre Freunde lieben können? Worauf warten Sie? Und was hassen Sie gerade so sehr?

Die Verhüllung (Zimzum) geschah nur durch das Licht der Chochma (der Weisheit), und nicht durch das Licht von Chassadim (des Schenkens, der Liebe). Wenn dies nun genau das ist, was Sie wünschen, dann werden Sie es enthüllen. Die Verhüllung (Zimzum) ist in Ihnen drinnen und niemand außerhalb verbirgt irgendetwas vor Ihnen! Sie müssen nur innerlich vom Empfangen zum Schenken gelangen, und dann entdecken Sie diese spirituelle Eigenschaft – die Eigenschaft des Schenkens – in sich. Sie sollte eigentlich nicht von außen irgendwoher zu Ihnen gelangen, und Sie sollen auch nicht irgendwo heraufsteigen, umd den Machsom zu überschreiten. Sondern das Überqueren des Machsom bedeutet die Veränderung der Eigenschaften in Ihnen!

Verwandtes Material:
Blog-post: Strebe Deinem Ziel entgegen und überlasse dem Schöpfer den Rest
Artikel: In sich den Schöpfer finden

Glaube über dem Verstand ist Geben über dem Empfangen


Zwei Fragen, die ich über den Glauben über dem Verstand erhielt und wie man jederzeit mit dem Schöpfer verbunden sein kann.

Frage: Sie sagten, dass es keinen Glauben in der Kabbala gibt, sondern nur Wissen und Verstand. Was meinen Sie nun mit „Glaube über dem Verstand“?

Meine Antwort: Glaube über dem Verstand bedeutet Geben über Empfangen. Unserem Wesen nach empfangen wir lieber, als dass wir geben, und dieser Wunsch macht uns dem Schöpfer gegenüber gegensätzlich. Wir können unsere egoistische Natur der des Schöpfers angleichen, wenn wir unseren Handlungen die Absicht zu geben hinzufügen, welche „über dem Verstand“ ist – dann wird dieses die Essenz unserer Handlungen festlegen, welche dem Empfangen dienen.

Ebenso ist der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ das Wissen oder die Erkenntnis unserer 613 Verlangen und deren Korrektur, damit wir unsere Verlangen zu empfangen in der Absicht zu geben verwenden.

Die Kabbala ist eine Wissenschaft und beschäftigt sich nicht mit Glauben, sondern nur mit klar erkennbaren Vorgängen nach dem Prinzip „Der Richter weiß nie mehr als das, was seine Augen sehen“. Der Schöpfer oder das Licht erschuf einen Wunsch mit der Absicht „für sich selbst“. Alles, was geschieht, ist ein Vorgang, bei dem man die Absicht „für sich selbst“ zu „für andere“ korrigiert. Bis zu dem Grad der Korrektur des Verlangens, wo das Licht das Verlangen erfüllt. Das Ende der Korrektur ist dann erreicht, wenn das Verlangen vollkommen dem Licht ähnlich ist.

Frage: Wie ist es möglich, jederzeit mit dem Schöpfer zu sein? Was heißt das eigentlich?

Meine Antwort: Es bedeutet, in der Eigenschaft des Gebens anstelle des Empfangens zu handeln.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Glaube über dem Verstand wird nach dem Machsom erlangt (fortgeschritten)
Blog-Post: Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers
Blog-Post: Spiritualität liegt über unserer Welt (fortgeschritten)

Warum gibt es so viele Worte in der Tora?


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn jedes Wort in der Tora als „der Wille zu empfangen“ oder „der Wille zu geben“ erklärt werden kann, warum gibt es dann so viele verschiedene Worte in der Tora?

Meine Antwort:

Der Schöpfer – Der Schöpfer ist „der Wille zu geben“ (Gut, Gutes tuend, Liebend, usw.). Deshalb wollte Er das Geschöpf erschaffen – um ihm zu geben.

Das Geschöpf – Der Schöpfer erschuf nur ein Geschöpf – „den Willen sich zu erfreuen“ (den Willen, Genuss zu empfangen). „Der Wille zu empfangen“ wurde im exakten Gegensatz zum „Willen zu geben“ erschaffen. Es ist ein Abdruck des Schöpfers, damit man in der Lage zu ist, alles zu empfangen, was einem der Schöpfer geben möchte.

Der Schöpfungsplan – Genuss kommt direkt (erkennbar) vom Schöpfer zum Geschöpf und erfüllt es. Doch außerdem beeinflusst der Schöpfer das Geschöpf indirekt (verschleiert) dadurch, dass Er in ihm ein „Verlangen Ihm ähnlich zu werden, ein Verlangen zu geben“ anregt. Daher entdeckt das Geschöpf innerhalb seiner Erfüllung ein zusätzliches Verlangen – „dem Schöpfer ähnlich zu werden“ und dann entscheidet es, diesen Zustand zu erlangen, indem es den Prozess der Korrektur wählt. Ein Teil des Korrekturprozesses geschieht für das Geschöpf unbewusst (von oben nach unten) und ein Teil geschieht bewusst (durch den freien Willen, von unten nach oben).

Anleitungen – Alle kabbalistischen Quellen bilden eine Beschreibung beider Teile des Korrekturprozesses und sie sind in vier Sprachen geschrieben: die Thora, Halacha, Haggada und Kabbala. Sie sind Empfehlungen dafür, wie man den bewussten Teil dieses Prozesses auf die bestmögliche Weise ausführen kann (Die Tora stammt von dem Wort Oraa, Anleitungen).

Korrektur– Die Anfangsbedingungen und das endgültige Ziel bilden zusammen eine Abfolge von Handlungen, die dazu bestimmt sind, den anfänglichen „Willen zu empfangen“ zum „Willen zu empfangen mit der Absicht zu geben“ zu bringen. Der Prozess der Korrektur des geschaffenen „Willen zu empfangen“ zerbricht in Teile und Folgen von Handlungen. Das ist es, was alle kabbalistischen Quellen beschreiben.

 
Verwandtes Material:
Blog-Post: So lesen sie die Thora richtig!
Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)

Wenn er dich liebt, stellt er sich nicht zwischen dich und die Kabbala


Fragen, die ich erhielt, was mit einem Freund zu tun sei, der nicht Kabbala studiert und mit Frauen, die die Verbreitung hassen:

Frage: Die Frau bekommt ihre spirituelle Füllung durch den Mann – ich fühle das sehr klar. Jedoch ist alles, woran ich denken kann, mein Freund, der nicht Kabbala studiert. Ich trennte mich von ihm, als ich auf die Kabbala stieß, aber jetzt sind wir wieder zusammen und ich studiere weiter Kabbala. Ich verbringe meine Zeit lieber mit ihm, als Lektionen anzusehen und das erschreckt mich, weil ich meine Lebensaufgabe und die Absicht des Schöpfers mit mir vernachlässige. Ich kann Sie und die Gruppe und das ganze Welt-Kli nicht verlassen. Ich brauche Sie und Sie brauchen mich. Aber andererseits werde ich von meinem Freund angezogen. Ich will wirklich auf dem spirituellen Pfad bleiben und mein Kli zusammen mit einem Mann entwickeln, aber ich fühle, dass ich dazu ohne meinen Freund nicht im Stande wäre.

Meine Antwort:

1. Beruhige dich.

2. Wenn er dich liebt, dann wird er dich bei deinem Kabbalastudium nicht stören.

3. Wenn du einen anderen Mann wählen kannst, bei dem es sicher ist, dass er Kabbala studieren wird, und es dir möglich ist, dann tu es.

4. Zwinge ihn nicht zu studieren, aber mach ihn freundlich und liebevoll zum passiven Teilnehmer. Wir haben Fälle gehabt, in denen Männer auf diese Art zur Kabbala kamen und dann fortfuhren zu studieren, selbst als ihre Frauen die Kabbala verließen.

5. Jedenfalls ist das Schaffen einer Familie wichtiger als Kabbala! Demnach hat deine Beziehung Vorrang und erst danach sollte die Kabbala kommen.

Frage: Kann eine Frau eine andere Frau in Bnei Baruch unterrichten?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Wie sollen wir uns gegen¸ber jenen Frauen verhalten, die nur studieren wollen und die Idee der Verbreitung hassen?

Meine Antwort: Wenn eine Frau zuerst kommt, um Kabbala zu studieren, dann sollte ihr das Wesentliche – genau wie einem Mann – unterrichtet werden. Danach sollte sie die Chance bekommen, ein „Extragewicht“ wie die Teilnahme an der Verbreitung und das Zahlen des Maaser zu übernehmen. Wenn sie dem nicht zustimmt, setzen wir unsere Zusammenarbeit mit ihr nicht fort – sie kann natürlich zuhause selbstständig studieren – das Internet ist frei. Wir werden zweimal überlegen, bevor wir sie zu einem Kongress einladen und könnten uns auch dagegen entscheiden. Leute, die nicht verbreiten, berauben sich der Gelegenheit, voran zu schreiten, weil sie ihr Kli nicht entwickeln, indem sie die Wünsche von anderen hinzufügen, um die notwendige kritische Masse zu erreichen.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Spiritueller Fortschritt der Frauen
Blog-Post: Frauen auf dem Pfad der Kabbala
Blog-Post: Der Kreislauf von Abstiegen und Aufstiegen und die Korrektur des Maaser (fortgeschritten)

So lesen Sie die Tora richtig!


Hier ist eine Anleitung, wie man die Kapitelzusammenfassungen der Tora liest, die auf diesem Blog gepostet werden:

Die Tora legt die Grundlagen der Theorie und Praxis des Erreichens eines spirituellen Lebens aus. Weder Adam noch Abraham empfingen die vollständige Methode, um den Schöpfer zu erreichen – nur Moses. Alle anderen Texte sind Kommentare, das heißt, andere Erklärungsweisen zur Erreichung des Schöpfers oder Beschreibungen Seiner teilweisen Erreichung.

Tora stammt von den Worten Or (Licht) und Ora’a (Anweisungen). Sie ist in der Sprache der Zweige geschrieben, welche spirituelle Kräfte mit den Dingen benennt, die sie in unserer Welt erzeugen. Selbst wenn wir also denken, dass sie unsere Welt beschreibt, beschreibt sie tatsächlich spirituelle Kräfte, denn in der spirituellen Welt sind sie nur Kräfte ohne Materie.

Warum brauchen wir diese Beschreibungen der Höheren Welt?

1. Durch das Lesen werden wir den Einfluss des korrigierenden Lichts (Or Makif) auf uns ziehen.
2. Nachdem wir uns selbst durch das Licht korrigiert haben, werden wir von Ihm in dem Grad erfüllt, wie wir korrigiert sind.

Wenn es diese Methode nicht gäbe, würden wir für immer auf dem tierischen Level der Existenz bleiben. Wir wären nicht in der Lage, den Level der Unendlichkeit, Perfektion und Gleichheit mit dem Schöpfer zu erreichen.

1. Die Sprache der Zweige (welche die Höheren Kräfte mit Hilfe ihrer Auswirkungen oder Zweige beschreibt) hat vier Modifikationen oder mit anderen Worten: es gibt vier Sprachen der Zweige:

2. Die Sprache von Tanach – historische Schilderungen, wie sie in den hier veröffentlichten Kapitelzusammenfassungen der Tora verwendet wurden;
3. Die Sprache von Halacha – Gesetze;
4. Die Sprache von Hagadot – Legenden;
Die Sprache der Kabbala – diese Sprache ist den spirituellen Wurzeln am nächsten und die genauste aller Sprachen. Mehr dazu in Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala.“

Mein Rat: Wenn Sie die Tora lesen, beginnen Sie sich vorzustellen, dass sie über den Egoismus spricht, das Verlangen, das korrigiert werden muss, so dass es anstatt für das eigene Wohl, für das Wohl des Nächsten (oder den Schöpfer, was dasselbe ist) benutzt wird. Diese Korrektur passiert allmählich, stückweise. Alles teilt sich in die Kraft des Schenkens (den Schöpfer) und die Kraft des Empfangens (die Schöpfung) ein. Der Teil der Schöpfung, der korrigiert ist oder die Korrektur durchläuft, wird Israel genannt (Isra-El – direkt zum Schöpfer). Es gibt auch Teile, die Menschen, Herrscher, Sklaven (der Verlangen), Leiter (der Korrektur), Leviten, Kohens u.s.w. genannt werden. Testen Sie sich selbst und finden Sie heraus, inwieweit Sie in der Lage sind, hinter den „dramatischen“ Szenen, die Sie lesen, die Handlungen der Kräfte zu erkennen, die unsere Welt beherrschen.

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Tora. Das Buch Genesis. Abschnitt Wajera
Blog-post: Die Tora. Das 5. Buch Mose. Kapitel Wa’etchanan
Blog-post: Die Tora. Das Buch Bamidbar. Abschnitt Behaalotcha
Blog-post: So verwenden Sie kabbalistische Quellentexte richtig!
Blog-post: Übermittlung der Tora – Übermittlung von Moses bis zu unseren Tagen
Blog-post: Warum das Studium der Kabbala gut für Sie ist