Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Aufstieg'

Welche Einstellung ist die richtige, die man gegenüber dieser Welt haben sollte?


Drei Fragen, die ich zur täglichen weltlichen Realität eines Kabbalisten erhielt:

Frage: Was ist die richtige Einstellung, die ich gegenüber meinen Handlungen in dieser Welt haben sollte, unter Anbetracht dessen, dass ich keinen freien Willen habe? Sollte ich aufhören zu versuchen, alle Dinge zu kontrollieren, die nicht wirklich wichtig sind; oder im Gegenteil, jederzeit nach Perfektion streben?

Meine Antwort: Nichts von dem oben erwähnten. Sie sollten sich mit ihrem gesamten Verstand und Herzen in Dem Höheren befinden, in dem System von Adam. In unserer Welt jedoch sollten Sie wie ein Roboter funktionieren, d.h. „wie jeder andere auch“.

Frage: Wie sollten wir den Leuten begegnen, die einen Vorteil aus uns ziehen möchten? Wenn wir uns wünschen, altruistisch und nicht egoistisch zu sein, anderen zu helfen, und wenn ich denke, dass ich dieses Verlangen habe, was ist dann der richtige Weg, mit diesen Leuten umzugehen, wenn ich ihnen begegne?

Meine Antwort: Sie sollten diese Leute auf die Weise behandeln, wie dies normale Leute auch tun würden – „freundlich/egoistisch“.

Frage: Was hilft einem Kabbalisten dabei, mit dem Theater der Welt der Roboter verbunden zu bleiben, nachdem er über die allgemeine Wahrnehmung der Realität aufgestiegen ist? Was hilft einem Kabbalisten dabei in der Hauptströmung des Lebens zu verbleiben? Welche Werte, die von normalen Leuten verstanden werden können, bleiben in der Spiritualität „erhalten“? Was motiviert einen Kabbalisten, in einem Körper im Zustand von „Chefez Chessed“ zu leben? Wie bleibt ein Kabbalist mit einer Gruppe von Studenten verbunden? Ist er lediglich von der natürlichen Entwicklung der Welten abhängig oder gibt es spezielle Methoden des „spirituellen Aufstiegs?“

Meine Antwort: Ich verstehe nicht, warum Sie sich darum Sorgen machen, doch es gibt eine kurze Antwort auf all Ihre Fragen: „Liebe für den Nächsten“.

Verwandtes Material:
Blog-post: Seine Unerreichbarkeit im Geist eines Kabbalisten
Blog-post: Warum verteidige ich mich auf diesem Blog gegen Widersacher?
Blog-post: Ein Kabbalist fühlt das selbe Vergnügen wie der Schöpfer
Artikel: Der sechste Sinn
Was ist kabbalistische Musik?

Die Jüdischen Feiertage sind Schritte des spirituellen Aufstiegs und größerer Einheit zwischen den Seelen


Eine Frage, die ich erhielt: Was ist die kabbalistische Bedeutung der jüdischen Feiertage, die jetzt bevorstehen?

Meine Antwort: Gemäß dem Schöpfungsprogramm ist alles Leben der Korrekturprozess des geschaffenen Egoismus, sodass er für die Liebe zu den Menschen und das Schenken an sie gebraucht werden kann und von da aus – an den Schöpfer. Es gibt im Leben keinen anderen Sinn, Bedeutung oder Erfüllung. Dieser Prozess setzt sich aus normalen Handlungen der Korrektur – den Wochentagen – und besonderen Handlungen – den Sabbaten und Feiertagen – zusammen.

Die Tora unterteilt die Feiertage (die besonderen Handlungen der Korrektur) in Hagim (Pesach, Shavuot und Sukkot) und Moadim. Moadim bedeutet „heilige Zusammenkünfte“; sie sind heilig, weil „Schenken“ Heiligkeit genannt wird. Das ist dann, wenn bestimmte Korrekturen durch größere Einheit (Zusammenkünfte) der Seelen gemacht werden. Auf diese Weise erlangen die Seelen ein bestimmtes Maß an Nähe zum Schöpfer. Der große Kabbalist ARI beschreibt diese Stufen detailiert in dem Buch Ta’amei Mizwot. Heutzutage gibt es allerdings keine Moadim, weil es keinen Tempel gibt und wir sind nicht auf dem Level der Zusammenkünfte der Seelen zu einer einzigen Seele.

Hinzu kommt, dass es Feiertage gibt, die den Zeiten des Kalenders folgen, das heißt, die der direkten Ausführung des Korrekturprogramms folgen. Diese sind der Sabbat, Rosh Hodesh (Monatsanfang), Rosh HaShana (Neujahr) und Yom Kippur (der Tag der Sühne für den Egoismus). Alle zusammen gibt es fünf Feiertage: Pesach (Im April), Shavuot (im Juni), Rosh HaShana (im September), Yom Kippur (im Oktober) und Sukkot (im Oktober). Jeder Feiertag entspricht einer bestimmten Ebene des Aufstiegs entlang der 125 Stufen der Leiter des Aufstiegs in Richtung der Korrektur der Seele, von der egoistischen Ebene unserer Welt bis hin zur absoluten Ähnlichkeit mit dem Schöpfer – der Welt der Unendlichkeit.

All diese besonderen Tage sind Stufen des Aufstiegs aufgrund einer besonderen Verbindung zwischen den Seelen, in der die Seelen größere Einheit erlangen, um Eins zu werden, wie der Schöpfer. All diese Feiertage wurden uns von der Zeit an weitergegeben, als das Volk Israel auf der spirituellen Ebene war und Handlungen der Korrektur gemäß dem Plan des Schöpfers vornahmen. In unserer Zeit jedoch wurden diese Handlungen mit rituellen Gebeten und Zusammenkünften ersetzt, anstatt den Egoismus zu korrigieren und die Seelen zu vereinen.

Verwandtes Material:
Kabbala Heute Artikel: Das spirituelle Rosh HaShana
 

Die kabbalistische Bedeutung des Davidsterns und warum wir Sportstadien achten sollen


Ich erhielt vier Fragen über die Zersplitterung der Urseele, den Davidstern, die Achtung vor Sportstadien und Selbstakzeptanz:

Frage: Kann Adams Urseele wieder zersplittern, nachdem die Seelen sich vereint haben?

Meine Antwort: Nein. Darum heisst es ja auch „die volle Korrektur“ (Gmar Tikun).

Frage: Können Sie die kabbalistische Bedeutung des Davidsterns erklären?

Meine Antwort: Die beiden Dreiecke stellen den Abstieg der Seelen von oben nach unten und dann wieder den Aufstieg von unten nach oben dar. Dass sie sich überschneiden, ist ein Symbol der besonderen und allgemeinen Herrschaft des Schöpfers über Malchut (David).

Frage: Als ich die Kabbalawebsite durchging, fand ich die Geschichte, wie Sie mit Rabash an einem Sportstadion vorbeifuhren, und er sagte, dass wir diesen Ort achten müssen, weil viele Menschen viel Freude darin finden. Wie kann man einen solchen Ort achten, wenn die Menschen dort kein Verlangen nach dem Schöpfer haben und ihr ganzes Verlangen und ihre Freude lediglich primitiver Egoismus sind?

Meine Antwort: Ein Sportstadion ist eine Art des Schöpfers, den Massen Vergnügen zu bereiten, und wir müssen alles respektieren, was vom Schöpfer kommt, solange es dem Nachbarn nicht schadet.

Frage: Lieber Rav, funktioniert die Vorstellung von Selbstakzeptanz mit Ihren Lehren? Mir fällt auf, dass es notwendig ist, sich selbst zu annullieren, um voranzukommen. Stimmt das?

Meine Antwort: Akzeptieren Sie sich so, wie der Schöpfer sie erschaffen hat – verunstaltet, damit Sie dann die Art und Weise rechtfertigen können, wie Sie und die Welt von Ihm gemacht wurden. Dies tut der Mensch, indem er schrittweise seine Gegensätzlichkeit zum Schöpfer offenbart und sie dann korrigiert – sie zur Gleichartigkeit mit dem Schöpfer transformiert.

Verwandtes Material:
Blog-post: Mit dem Schöpfer Verstecken spielen
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korreigiertes Selbst
Kabbala Heute Artikel: Raum für den Schöpfer schaffen

Männer, Frauen, und die Korrektur der Seele


Fragen, die ich über den spirituellen Aufstieg der Frauen erhielt:

Frage: Lieber Rav, ich habe eine praktische Frage. Wie unterscheiden sich die Reshimot der Frau von denen des Mannes? Oder ist es eher so, dass sie die Zustände ihres Mannes im Chissaron (Mangel) mittragen muss?

Meine Antwort: Die Frau ist das Verlangen, und der Mann die Korrektur des Verlangens, also die Absicht zu schenken. In unserer Welt wartet die Frau darauf, dass der Mann handelt, z.B., dass er sie heiratet. Ihre Rolle ist dabei relativ passiv.

Die Ursache dafür liegt in den spirituellen Wurzeln: Wenn die Seele die Absicht zu schenken erwirbt, wird sie als Mann bezeichnet, wohingegen eine Seele, welche unfähig zu schenken ist, eine Frau genannt wird. Aus demselben Grund werden auch die Teile des Kli oder der Seele als männlich oder weiblich bezeichnet.

Beginnen Sie, unabhängig von Ihrem Geschlecht in dieser Welt, ein Mann zu sein – was bedeutet, aktiv an Ihrer eigenen Korrektur und der Korrektur der gesamten Menschheit mitzuwirken. Andernfalls sind Sie, ungeachtet Ihres Geschlechts in dieser Welt, eine Frau.

Auf der anderen Seite ist das Verlangen einer Frau sehr stark und beständig. Demzufolge muss man innerlich eine starke Frau sein (ein starkes Verlangen haben) und außen ein starker Mann sein (eine starke Absicht haben).

„Eine Frau hat nie genügend Kleider“ – dies spiegelt das richtige Verlangen der Seele nach Korrektur wider, ein Streben nach schönen Kleidern – dem Licht von Chassadim, das die Schönheit einer Frau (des Verlangens) offenbart. Anders ausgedrückt, das Licht von Chochma wird im Licht von Chassadim enthüllt.

Frage: Wie soll sich eine Frau verhalten, wenn sie mit ihrem Mann gemeinsam Kabbala studiert?

Meine Antwort: Studieren Sie einzeln für sich wie jeder andere, und studieren Sie für wenigstens fünfzehn Minuten am Tag zusammen mit Ihrem Mann.

Frage: Wie soll sich eine Frau gegenüber den anderen Männern der Gruppe verhalten?

Meine Antwort: Die Gruppe unterhält keine Beziehung zu ihr!

Frage: Wie soll sie die Gruppe bei ihrem Fortschreiten unterstützen?

Meine Antwort: Helfen Sie auf jegliche Art mitsamt den anderen Frauen bei der Verbreitung und studieren Sie.

Frage: Welche Einstellung sollte eine Frau gegenüber dem Kli der Männer und Frauen in der Gruppe haben?

Meine Antwort: Alle Frauen unterstützen gemeinsam die Männer und studieren – ob für sich alleine, zusammen oder mit ihrem Ehemann. Frauen haben keine Gruppe, aber sie schließen sich zusammen, um ihre Anstrengungen für die Verbreitung zu bündeln, sich untereinander zu helfen, und um zu studieren. Anders gesagt, sie können sich auf jede Weise verbinden, außer um das Prinzip „Liebe deinen Nächsten“ unter sich umzusetzen.

Frage: Kürzlich habe ich gehört, dass Frauen den zweiten Teil der Morgenlektion (Talmud Esser HaSefirot) nicht anschauen sollten, weil dann die Möglichkeit bestünde, dass sich ihre weibliche Essenz ändern könnte.

Meine Antwort: Unsinn! Eine Frau braucht Talmud Esser HaSefirot nicht zu studieren, aber es ist ihr auch nicht verboten es zu tun!

Verwandtes Material:
Blog-post: Eine Frau kann sich unabhängig entwickeln
Blog-post: Faruen auf dem Pfad der Kabbala
Blog-post: Frauen müssen an der Korrektur arbeiten – genau wie Männer
Artikel: Über das Bedürfnis der Frauen, sich zu verbinden
Gespräche, Interviews: Drei Vorträge zur spirituellen Entwicklung der Frauen

Es braucht Zeit, Anstrengung und Erfahrung um die Höhere Welt zu enthüllen

Drei Fragen, die ich über den Umgang mit Ängsten und Zweifeln auf dem Weg zur Enthüllung der Höheren Welt erhielt:

Frage: Ich fühle mich seit 2 Jahren zur Kabbala hingezogen. Mein Problem ist, dass ich den Eindruck habe, nichts zu verstehen, obwohl ich die von Ihnen empfohlenen Bücher lese und zu studieren versuche. Ich befürchte, dass der Schöpfer meinen Punkt im Herzen noch nicht geöffnet hat. Sobald ich zu fühlen beginne, dass etwas Reales in mir zu entstehen beginnt, wird meine Aufmerksamkeit durch äußerliche Einflüsse abgelenkt. Könnte dies bedeuten, dass für mich noch nicht die Zeit gekommen ist, mich dem Schöpfer anzunähern?

Meine Antwort: Nein. Machen Sie folgendes:

1. Bilden Sie in sich das Verlangen für das korrekte Ziel heran.
2. Realisieren Sie, dass Sie sich nicht selbst korrigieren können – nur das Licht kann Sie gemäß dem Ziel korrigieren.

Das ist der einzige Weg, die Höhere Welt zu offenbaren. Dies benötigt Zeit und eine bestimmte Menge an Anstrengung und Erfahrung. Hinsichtlich der Anstrengungen steht geschrieben, dass Sie sich„wie ein Ochse zur Bürde und ein Esel zur Last“ verhalten müssen, und „wisse, dass es nicht an dir liegt, die Arbeit zu vollenden, jedoch bist du auch nicht frei, sie zu verlassen.“

Wenn Sie diese Bedingungen zur Veränderung Ihrer Natur akzeptieren, werden Sie das Ziel erreichen. Sie werden die Höhere Welt in der Eigenschaft des Gebens offenbaren, und Sie werden entdecken, dass unsere gesamte Welt nur eine kleine, unbedeutende Dimension darstellt.

Frage: Ist die Überquerung des Machsom der schwierigste Teil beim spirituellen Aufstieg? Beschleunigt sich der Prozess nach dem Übertritt?

Meine Antwort: Ja, er beschleunigt sich um ein Vielfaches, und dies geschieht deutlich in Ihrer Wahrnehmung und Ihrem Bewusstsein.

Frage: Rav, ich habe gelesen, dass einem beim Studium der Kabbala die egoistische Seite enthüllt wird, und wenn der Schöpfer jemanden voranbringen will, Seine Schläge gegen denjenigen härter und härter werden.

In den letzten Monaten hat sich mein „Schicksal“ (ich weiß keinen besseren Begriff dafür) um einiges verschlechtert. Was will mir der Schöpfer damit sagen? Dass ich nicht genügend Anstrengung in die Kabbala investiere? Ich fühle mich niedergeschlagen. Mein einziger Trost ist, dass dies vielleicht – aber nur vielleicht – die Vorstufe der Korrektur meines Egoismus durch den Schöpfer ist. Aber was ist, wenn ich falsch liege? Ich denke, dass hier jeder Kabbala aufgrund des Versprechens einer Belohnung studiert. Aber irgendetwas mache ich falsch, da ich mich trotz des Versuchs, das Ziel der Korrektur zu erreichen, auf solch einem Leidensweg befinde.

Meine Antwort: Sie sollten umgehend die Shamati Artikel lesen. Gerade Ihr gegenwärtiger Zustand wird Ihnen helfen zu verstehen, was der Schöpfer von Ihnen will.

Verwandtes Material:
Blog-post: Erlösung erfolgt durch die Hand des Schöpfers
Blog-post: In der Spiritualität gibt es keine Strafzettel wegen…
Blog-post: Was ist das Höhere Licht?
Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)
 

 

Der Appetit kommt beim Essen


Zwei Fragen, die ich darüber erhalten habe, wer Kabbala studieren könne:

Frage: In Ihrem Blogbeitrag „Erwerben Sie einen Arbeitsplatz“ sagen Sie: „Genau genommen verpflichtet Kabbala eine Person geradezu, einen Job zu haben, sich zu verheiraten und nur dann Kabbala zu studieren.“ Was bedeutet „Kabbala zu studieren?“ Lernen Kinder nicht bereits in vielen Gruppen? Daher frage ich mich, was „Kabbala studieren“ wohl bedeutet. Ich denke, dass dieses eine in die Tiefe gehende Studie und das gesamte Studium bedeutet, und nicht das Studium menschlicher Zwischenbeziehungen oder das Zusammensein untereinander, an dem Kinder mitbeteiligt sind.

Meine Antwort: Die Kabbalisten schreiben, dass es heutzutage keinen Bann gibt, der bestimnmt, wer Kabbala studieren kann, und jeder darf es, egal wie alt. Die Kinder werden groß, heiraten und werden eindringlich mit dem Wissen arbeiten. Die Welt ist so konstruiert, dass ein Mensch sich je nach seiner Natur etablieren muss (heiraten, arbeiten usw.) und erst dann kann er beginnen, seine Unterschiede vom Schöpfer herauszufinden und sie zu korrigieren.

Frage: Ich habe mich nie gefragt, warum ich lebe, doch ich möchte Kabbala studieren. Darf ich das?

Meine Antwort: Rav Kook und andere Kabbalisten schreiben, dass es keine Einschränkungen für ein Studium der Kabbala gibt. Auch wenn man keine Fragen hat, kann man in der Gruppe nach dem Prinzip „Der Appetit kommt beim Essen“ studieren. Man bekommt das Bestreben der Gruppe nach der Suche nach dem Sinn des Lebens. Die Umgebung beeinflusst den Einzelnen und darum werden Sie dann auch den Punkt im Herzen spüren und Ihren Wunsch nach einem gemeinsamen Aufstieg darin einschließen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Muss man verheiratet sein, um Kabbala zu studieren?
Kabbala Blog: Avraham Isaac HaCohen Kook
Einführung in die Kabbala: Wer kann Kabbala studieren?
Artikel: Die Notwendigkeit Kabbala zu lernen

„Ein Tag für jedes Jahr“


Eine Frage, die ich erhielt: Ich möchte allen, die kabbalistische Informationsquellen für das Internet erschaffen, ein großes „Dankeschön“ sagen. Vor zwei Jahren stieß ich im Internet auf Kabbala und mein Leben hat eine Kehrtwendung um 180 Grad gemacht. Ich habe letztendlich meine innere Welt gefunden und all die Fragen, die mich nicht in Ruhe gelassen haben seit dem Tag, als ich geboren wurde, haben aufgehört, mich zu quälen. Ich begann das Wesen der Dinge zu verstehen und die Gründe hinter den Dingen, die mit mir geschahen.

Gegenwärtig arbeite ich in der Verbreitung von Video-Lektionen und Unterrichten im Internet. Ich habe eine Frage, die mich seit vielen Jahren quält. Was ist die Bedeutung des Bibelverses „Ein Tag für jedes Jahr“? Hat das irgendetwas mit der körperlichen Zeit zu tun?

Meine Antwort: Das hat absolut keine Beziehung zur körperlichen Zeit. Wenn ein Mensch auf dem Weg der Einwirkung des Lichtes auf ihn voranschreitet, dann verkürzt er seinen Weg und das ist wie „Ein Tag für jedes Jahr“ (ein Tag anstatt eines Jahres). Jedoch steht das in keinem körperlichen Verhältnis.

Es gibt nur einen Weg, zu einer höheren spirituellen Stufe aufzusteigen – durch Verlangen und Liebe. (Die gesamte Tora spricht nur darüber – vom Aufstieg des Menschen über 125 Stufen zur Anheftung an den Schöpfer). Was jedoch die erste Stufe betrifft, so steigt der Mensch zu ihr von seinen völlig egoistischen Eigenschaften auf (die Stufe heißt „unsere Welt“ oder „diese Welt“). Nach der ersten Stufe müssen Sie sich nicht mehr komplett ändern, um aufzusteigen, aber Sie müssen weiterhin größere altruistische Eigenschaften in sich entwickeln.

Daher ist der Aufstieg auf die erste Stufe der schwierigste und benötigt die meiste Zeit. (obwohl es um so schwieriger wird, je höher man aufsteigt; aber Erfahrung und Wissen helfen einem dabei – siehe Baal Ha Sulams Beispiel über das Erklimmen des Berges des Schöpfers). Die Entwicklung geschieht entweder durch den Weg des Leidens oder durch den Weg des Lichtes, welches durch das Kabbala-Studium herabsteigt. So drückt der Vers „Ein Tag für jedes Jahr“ den Unterschied der Zeit aus, die es braucht, um durch Leiden (ohne Nutzung der Kabbala) oder durch Licht (mit Nutzung der Kabbala) zum Ziel zu gelangen (der ersten Stufe).

Verwandtes Material:
Blog-post: Bewusste Beschleunigung in Richtung Sinn des Lebens
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)

Die gesammelten Werke von Rabash und Talmud Esser Sefirot


Die drei bändige Ausgabe von Rabashs gesammelten Werken, die wir kürzlich veröffentlichten, beinhalten alle Artikel, Notizen und Briefe von Rabash. Es ist die vollständige Erfassung seiner Schriften.

Diese Texte sind ein notwendiger Bestandteil zur Vorbereitung für das Studieren, Verstehen und Erkennen des Buches Sohar (zehn Bände) und des Talmud Esser Sefirot (sechs Bände).

In der richtigen Weise studiert, erweckt der Talmud Esser Sefirot das Licht der Korrektur über den Studierenden. Es ist das einzige Hilfsmittel zum spirituellen Aufstieg, welches in unserer Welt existiert.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die gesammelten Werke von Rabash – Neue Ausgabe
Blog-post: Durch die Entwicklung der Verlangen entwickelt die Kabbala…
Blog-post: Die Weisheit der Kabbala kann man nicht mit Hilfe des…
Talmud Esser Sefirot
Das Buch Sohar

Verbunden durch die Welten

Michael LaitmanDrei Fragen, die ich zu meiner Verbindung mit Rabash erhielt:

Frage: Rabash schrieb, dass Baal HaSulams Studenten von der spirituellen Stufe abfielen, auf welcher sie sich nach dem Tode von Baal HaSulam befanden, da sie niemanden mehr hatten, der sie unterstützte. Haben die Studenten das nicht gemerkt? Und noch wichtiger: Wie schützt sich ein Kabbalist davor und welche Unterstützung nutzt er? Baal HaSulam und Rabash hatten keinen Rav und jetzt haben Sie auch keinen Rav. Wie schützen Sie sich vor Abstiegen und Fehlern?

Meine Antwort: So wie diese beiden auch- durch die direkte und klare Verbindung mit ihnen! Ein Mensch, der den Plan des Schöpfers erreicht, macht einen weiteren Fortschritt. Ein Mensch, der realisiert, dass es notwendig ist und sich verantwortlich fühlt, verlässt den Weg nicht.

Jeder erfährt bis zum Ende aller Stufen Abstiege und Aufstiege. Jedoch verfallen Anfänger in ihren Egoismus und können von sich selbst aus nicht einmal „einen Finger bewegen“, wohingegen die fortgeschrittenen Studenten dies anders erleben. Folglich sollte ein Mensch all seine Energie auf die Überwindung des ersten Teils des Weges richten.

Frage: Was tun Sie, wenn Sie keine Antworten mehr haben? Wenn Rabash heute immer noch bei uns wäre, dann würden Sie immer noch mit ihm studieren und ihn fragen. Aber was tun Sie, wenn Sie jetzt Fragen haben? Haben Sie jemals Fragen gehabt, auf die Sie noch keine Antworten gefunden haben?

Meine Antwort: Wenn ich Fragen habe, dann frage ich Rabash. Dies ist kein Mystizismus, sondern Realität. Ich bin sein Schüler, da ich eine Verbindung mit ihm erreicht habe – keine physische Verbindung, sondern eine innerliche Verbindung durch die Gleichheit der Form. Wenn ich Fragen habe, dann wende ich mich folglich an dieses Abbild einer größeren Gleichheit der Form mit ihm oder in anderen Worten, an „sein Abbild in mir“ und so finde ich seine Antworten auf meine Fragen – wie eine niedrigere Stufe von einer höheren Stufe lernt und empfängt.

Das ist deshalb so, weil der Niedrigere den Höheren fühlt. Ein Mensch fühlt immer nur sich selbst und er fühlt dies nur in sich. Rabash bleibt der Höhere Parzuf für mich und ich habe eine Verbindung mit ihm. Ansonsten würde ich mich nicht als sein Schüler bezeichnen.

Frage: Lieber Rav Laitman, wer hat Sie autorisiert, die Weisheit der Kabbala zu verbreiten?

Meine Antwort: Mein Lehrer Rav Baruch Ashlag (Rabash), der älteste Sohn des Baal HaSulam. Ich habe meine ersten drei Bücher geschrieben, während ich an seiner Seite war. Ich war sein Sekretär, Assistent und Student für zwölf Jahre. Die wichtigste Sache in der Kabbala ist, von wem man lernt. Zusätzlich bedeutet „lernen“, dass man wirklich ein Student seines Lehrers ist und mit ihm in jeder Weise verbunden ist. Siehe „Eine Rede zur Feier des Abschlusses des Sohar“ von Baal HaSulam.

Nachdem mein Lehrer verschieden war, machte ich mit unserer gewöhnlichen Arbeit in dieser Welt weiter. Rabash war der einzige Kabbalist in der vorigen Generation und ich bin sein Student. Ich denke, dass meine Lektionen, Bücher und alles was ich tue, darauf hinweisen. Ich lehre nur die Arbeiten des Baal HaSulam und von Rabash.

Übrigens, haben Sie diese Frage noch anderen Leuten gestellt, die heute „Kabbala“ lehren?

Verwandtes Material:
Blog-post: Immer bei mir
Blog-post: Letztendlich wird sich alles in Frieden und Korrektur vereinen
Baal HaSulam Artikel: Es ist an der Zeit zu Handeln
Video: Kabbala-Bücher
Kabbala eBooks
Baal HaSulam Artikel
Shamati – „Ich hörte“
Rabaschs Artikel über den Einzelnen und die Gruppe

Geschichte ist die Entwirrung der Reshimot in uns

Michael LaitmanZwei Fragen, die ich über Evolution und Geschichte erhielt:

Frage: Wenn wir früher Affen waren, wer hat dann die Affen erschaffen? Ich bin mir nicht sicher, woran ich glauben soll – an die Evolution oder an die Religion?

Meine Antwort: Die Kabbala sagt, dass die Entwicklung in unserer Welt nicht durch natürliche Selektion geschieht, wobei Kräfte und Eigenschaften der „Stärksten“ ausgewählt werden, sondern vielmehr durch das stufenweise Hervortreten der Reshimot in uns. Reshimot sind Informationen über den Abstieg der Seele von oben nach unten – von der Welt der Unendlichkeit bis in unsere Welt. Diese informatorischen Daten formten sich in uns als ein Resultat des Abstiegs der Schöpfung von der Welt der Unendlichkeit hinab zu unserer Welt und folglich ist dies in uns als eine Datenspirale über jede Stufe des Abstiegs angelegt.

Heute fühlen wir (sowie alles was im Allgemeinen existiert) die Offenbarung dieser Daten (Reshimot) der Stufen in uns (von unten nach oben), und diese Daten müssen wir realisieren. Wir können die Reshimot auf zweierlei Weise realisieren: entweder über den Weg des Lichts oder über den Weg des Leidens. Der Weg des Lichts besteht im Studium der Kabbala, um über unsere zukünftigen Stufen zu lernen, und dabei ziehen wir das korrigierende Licht (Or Makif) an. Der Weg des Leidens realisiert sich dann, wenn wir die Struktur des Systems nicht studieren und das Höhere Licht nicht von der nächsten Stufe anziehen, sondern nur den Druck des folgenden Reshimo fühlen, welches danach verlangt, realisiert zu werden.

Folglich gibt es keine Evolution, sondern nur eine schrittweise Äußerung von Daten, welche bereits im Voraus bekannt sind. Alles, außer der Methode des Aufstiegs über die Stufen, ist vorzeitig bekannt, ob das nun bewusst (schnell und angenehm) oder gezwungenermaßen (langsam und schmerzhaft) geschieht. Es ist wie ein Filmstreifen, wo alle zukünftigen Rahmen bereits existieren und schrittweise vor dem Zuschauer erscheinen. Deshalb haben weder Darwin noch die Religion Recht.

Frage: Glauben Sie, dass die Geschichte sich wiederholen kann? Und denken sie, dass Menschen das Recht haben, ihre Methoden nach ihrem eigenen Namen zu benennen oder sollten sie diese anonym erklären?

Meine Antwort: Die Geschichte wiederholt sich nicht. Die Geschichte, welche sich vor unseren Augen entfaltet, sind Reshimot (informationelle Daten), die schrittweise zum Ausdruck kommen.
Bezüglich Ihrer zweiten Frage kümmere ich mich nicht darum, ob Leute das Recht haben etwas zu tun oder nicht. Ich kümmere mich nur darum, ob deren Methode eine Wissenschaft ist. Wenn diese keine Wissenschaft ist, welche gemäß dem Prinzip von „der Richter weiß nicht mehr als das, was seine Augen sehen“ auf Tatsachen beruht, dann ziehe ich diese nicht in Betracht. In unserer Zeit werden alle „Wissenschaften“ und „Methoden“ auf ihre Authentizität überprüft und in dem Ausmaß, in dem diese authentisch sind, werden sie ein Teil der Kabbala werden.

Heute ist diese Revolution unserem Bewusstsein noch nicht einleuchtend, da die Kabbala noch immer verhüllt ist. Doch wenn die Kabbala enthüllt wird, dann werden die Wissenschaftler über die Möglichkeit eines „reinen“ Experimentes überrascht sein, welches nicht vom egoistischen Verstand verdunkelt wird. Sie werden dann alles vernichten, was sich nicht auf eine klare Erreichbarkeit der ganzen Welt bezieht, gemäß einem Prinzip, das im Buch des Sohar erklärt wird: Ein Mensch kann nur das Material und dessen Form erreichen, jedoch nicht die abstrakte Form und die Essenz (siehe Artikel „Einführung zum Buch des Sohar“).
Wie eine Methode genannt werden sollte, ist überhaupt nicht wichtig. Wir benennen sie entweder nach unseren egoistischen Ansprüchen oder gemäß der Notwendigkeit von wissenschaftlichen Bezeichnungen und Definitionen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Willensfreiheit liegt in der Beschleunigung
Blog-post: Schöpfung und Evolution
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