
Frage: Alle unsere Gedanken und Absichten gehen vom Körper aus. Wie sollte man sich am besten um den Körper kümmern? Man weiß aus eigener Erfahrung: Wenn man ausgeschlafen ist, ist man eher bereit, sich mit spiritueller Arbeit zu beschäftigen.
Antwort: Natürlich gilt: Je gesünder der Körper eines Menschen ist, desto besser ist er für die innere Arbeit vorbereitet. Das ist bekannt. Wir sind verpflichtet, dem Körper das zu geben, was er braucht. Schon die alten Römer sagten: „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist .“ Unter Geist verstanden sie die tierische Seele. Deshalb ist es notwendig, zu schlafen, zu essen, den Körper zu waschen und ihn zu pflegen.
Als ich in Rechovot lebte, wohnte ganz in meiner Nähe ein junger Mann, der ein sehr teures Pferd aufzog. Mit welcher Sorgfalt und Hingabe er dieses Pferd pflegte! Das war kaum vorstellbar! Es war sein Ein und Alles. Dieses Bild hat sich mir sehr deutlich eingeprägt: So sollte man sich um seinen Körper kümmern. Natürlich darf sich nicht das ganze Leben um den Körper drehen, aber was nötig ist, muss man ihm geben.
So sollten wir handeln: Der Körper soll dem Menschen dienen.Dafür ist man bereit, sich um ihn zu kümmern.
Rabash kümmerte sich sehr um seinen Körper. Ich kaufte ihm alle notwendigen Lebensmittel, Gemüse, Obst und Schokolade. Er ließ regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen und achtete sehr darauf, gesund zu bleiben.
Wir gingen mit ihm ans Meer: Solange er nicht 600 Schwimmzüge gemacht hatte, kam er nicht aus dem Wasser. Wenn wir nicht ans Meer gingen, dann machten wir anderthalb Stunden einen schnellen Spaziergang. Ich musste etwas Rhythmisches vorsingen und in diesem Tempo gingen wir – eineinhalb Stunden lang! Auf halber Strecke machten wir 10 Minuten Pause, dann durfte ich eine Frage stellen, anschließend gingen wir weiter. Damals war er schon 80 Jahre alt.
Wir gingen regelmäßig schwimmen oder machten mit einer Mitgliedschaft Gymnastik im Sportzentrum. Meine Frau erinnert sich daran, dass wir täglich drei bis vier Stunden Sport und Körperübungen machten. Es gibt Menschen, die den ganzen Tag still sitzen können – Rabash konnte das nicht, sein Körper verlangte nach Bewegung. Ich kaufte ihm ein Fahrrad, und jeden Abend trainierte er darauf: Er fuhr jeweils 400 Umdrehungen – das war durchaus anspruchsvoll!
Einmal befand ich mich in einem Zustand tiefer innerer Niedergeschlagenheit. Damals kam ein Yogalehrer zu uns, der uns keine Philosophie, sondern Übungen zur Förderung der Beweglichkeit des Körpers beibrachte . Ich sagte: „Ich bin nicht in der Lage, das zu machen!“ „Na gut, dann lass es“, sagte Rabash, „ich mache alleine weiter.“ Er trainierte weiterhin mit dem Yogalehrer bei sich zu Hause, und erst nach einigen Tagen konnte ich wieder mitmachen.
Rabash tat alles zu einer festgelegten Zeit: Jetzt war Zeit zum Essen, danach zum Trinken und so weiter. Er trank nie während des Essens und aß nie während des Trinkens. Im Umgang mit seinem Körper war er äußerst diszipliniert und konsequent. Manche seiner Gewohnheiten konnte ich nur schwer ertragen.
Zum Beispiel erlaubte er nicht, die Klimaanlage einzuschalten. „Das ist natürliche Hitze, da kann man nichts machen“, sagte er. Also ertrugen wir es. „Wenn du willst, schalte den Ventilator ein. „Das ist wie der Wind, das ist natürlich.“ Ich hatte damals sehr hohen Blutdruck und hatte das Gefühl, gleich zu platzen, während draußen 40 Grad herrschten. Rabash versuchte, im Umgang mit der Natur so einfach und natürlich wie möglich zu leben.
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Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash, 07.06.2026