Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Was ist eine Seele?

Frage: Was ist eine Seele?

Antwort: Ein Mensch hat viele Wünsche, in denen er die ganze Welt und sich selbst spürt. Aber unter diesen Wünschen existiert ein Teil eines gemeinsamen Wunsches, das den Schöpfer fühlt.

Frage: Wo befindet sich diese Wunschseele? Wenn wir einen gewöhnlichen Menschen fragen, sagt er: „Ein Wunsch befindet sich in mir, ich wünsche“.

Antwort: Und wenn wir ihm sein Herz austauschen, wird er dann das gleiche wünschen?

Als zum ersten Mal eine Herztransplantation durchgeführt wurde, dachten die Menschen, der Mensch sei danach ein ganz anderer. Aber so war es nicht, nichts hatte sich verändert. Also befinden sich die Wünsche nicht im Herzen. Das Herz reagiert einfach darauf und deswegen verbinden wir unsere Wünsche mit ihm. Ich denke, selbst wenn wir den Kopf transplantierten, werden wir feststellen, dass es in ihm weder Wünsche noch Gedanken gibt.

Wünsche befinden sich außerhalb des Menschen. Man kann sie in zwei Bereiche teilen: egoistische und altruistische. In den egoistischen Wünschen erspüre ich mich selbst und die ganze Welt. Aber es besteht die Möglichkeit, die egoistischen Wünsche teilweise in altruistische zu verändern. In diesen werde ich die anderen tatsächlich lieben und nicht nur in Worten.

Dann werde ich, in diesem Wunsch, in dem ich anderen liebe, den Schöpfer spüren.

Es passiert so etwas wie aus sich selbst herausgehen- aus dem Leben für sich  in das Leben für andere. Und das befindet sich nicht im Körper des Menschen. Der Körper existiert wie ein Tier. Unser Herz- ist ein Motor, der den ganzen Organismus mit Blut versorgt. Unser Gehirn leitet den tierischen Körper und nicht mehr.

Frage: Und was belebt der Körper? Wir gehen, fühlen, atmen, spüren uns, fühlen den anderen. Wird das nicht Seele genannt?

Antwort: Machen die Tiere nicht das gleiche? Das hat mit der Seele nichts zu tun.

In keiner von irdischen Wesen. Es gibt eine Lebenskraft, die es dem Körper ermöglicht zu existieren.  Und die Seele ist ein Teil vom Schöpfer, von oben. Die Seele ist unser Wunsch, einen Zustand der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen, also die völlig uneigennützige, selbstlose Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Das existiert außerhalb des menschlichen Körpers, außerhalb seines egoistischen Wunsches. Das ist ein erworbener, aber ewiger Bestandteil unseres spirituellen „Ich“. Das ist das spirituelle „Ich“ eines Menschen, wenn er es erworben hat. Und wenn nicht, ist er ein Tier. Einige streben danach, die andere nicht. Aber in jedem, der vom Baum geklettert ist und sich vom Affen zum Menschen entwickelt hat, gibt es schon ein Embryo der Seele und damit die Fähigkeit und Möglichkeit, die Seele zu entwickeln. Aber sie ist unter einer  gewaltigen Schicht von Egoismus begraben.

Frage: Wie schaffen wir es, dahin zu kommen?

Antwort: Ein Mensch hat keinerlei Antrieb dazu. Er hält die verschiedenen, kulturellen, gesellschaftlichen Anstöße wie Kunst, Musik und so weiter für die Seele.

Aber auch Tiere singen. Da ist nichts Besonderes. Alles, was ein Mensch beginnend mit der Geburt entwickelt, hat keine Beziehung zum Spirituellen, zum Höheren, sondern stellt nur die Entwicklung seiner tierischen Wünsche, Triebe und Gedanken dar.

Frage: Strahlt dieser Punkt, Embryo der Seele, einen besonderen Genuss aus, zu dem ein Mensch strebt?

Antwort: Wenn ein Mensch wirklich nach der Entdeckung der Seele strebt, bekommt er  schreckliche Sehnsucht, Depression und Leiden durch diesen Wunsch und gleichzeitig ist es ihm unmöglich, den Sinn des Lebens zu finden: wozu lebe ich, warum lebe ich, wer führt mich, wie kann ich aus den Zwängen dieser Welt austreten und anfangen, außerhalb ihren Begrenzungen zu existieren.

Das ist der Antrieb zum Erwerb der Seele. Jetzt äußert sich das schon bei vielen Menschen, weil wir uns von Generation zu Generation entwickeln und in unserer egoistischen Entwicklung erreichen wir Zustände, die uns aus unserer egoistischen Natur befreien. Der Egoismus selbst stößt den Menschen aus sich selbst hinaus, indem sein Leben mit negativen Empfindungen erfüllt wird.

Frage: Die Leiden in unserer heutigen Welt werden immer größer. Roboter ersetzen Arbeitskräfte und fördern so die Arbeitslosigkeit. Werden die Menschen auf so eine Art und Weise zur Einsicht geführt, was die Seele bedeutet?  

Antwort: Selbstverständlich, dass alles passiert im privaten und gesellschaftlichen Leben, in der Welt, in der Natur, im Kosmos. Es geschieht nur, damit wir uns dem Schöpfer nähern, ihn enthüllen, ihm vollkommen ähnlich werden, bis zur Verschmelzung mit Ihm. Wenn wir alle unsere egoistischen Wünsche in den Wunsch wandeln, wie der Schöpfer zu werden, nämlich gebend und liebend, kommt es zur vollkommenen Korrektur der Seele.

Der ursprünglich egoistische Wunsch, für sich selbst zu empfangen, wird allmählich umgewandelt in den Wunsch, dem anderen zu geben, um dem Schöpfer ähnlich zu werden.

Das ist der Weg zur Nächstenliebe und man beginnt den Schöpfer zu spüren; dieser Weg der Korrektur wird Seele genannt.

Finden Sie die Seele!

Aus der TV-Programm “ Gespräche über die Seele“ von 30.03.2017

[206399]

 

 

Gedanken und Wünsche

Baal HaSulam, Shamati 153: Der Gedanke hat allerdings eine besondere Aufgabe: er vergrößert den Wunsch.  Der Wunsch bleibt an seiner Stelle; er hat keine Kraft, sich auszudehnen und eine Handlung zu vollziehen. Doch weil der Mensch an eine Sache denkt, darüber nachsinnt und der Wunsch den Gedanken um Ratschläge bittet, damit sich der Wunsch verwirkliche, so wächst und verbreitet sich dadurch der Wunsch und entfaltet aktiv seine Wirkung…

Unsere Gedanken können sich erweitern oder vermindern, gemäß dem, worüber wir nachdenken und womit wir uns beschäftigen. Wenn ich an dem Gedanken über etwas festhalte, dann wachsen und entwickeln sich meine Wünsche hinsichtlich dieser Sache und ich lebe bereits in ihnen und ich beginne mit ihnen zu arbeiten.

Frage: Wenn ich den Wunsch habe, mich selbst zu füllen, und all meine Gedanken sind automatisch auf dieses Ziel ausgerichtet, dann kann ich nicht über etwas nachdenken, was meine Wünsche nicht erfüllt. Aber die Wünsche sind unter der Kontrolle des Schöpfers. Er erschuf sie und deshalb ist alles unter Seiner Kontrolle und Herrschaft. Also wo ist meine Freiheit?

Antwort: Nur im Beschleunigen deiner Entwicklung. Wenn du in der richtigen Gesellschaft bist, und sie beeinflusst dich auf korrekte Weise, dann beschleunigst du die Entwicklung deiner Wünsche. Der Schöpfer kann dann stärker auf dich einwirken; deine Wünsche werden dich schneller verändern, und auf diese Weise wirst du beginnen, immer schneller in der korrekten Richtung dem gewünschten Ziel entgegen, voranzuschreiten. Alles ist vorherbestimmt, aber die Geschwindigkeit und Art der Bewegung wird optimal sein.

Kommentar: Die ganze Korrektur besteht in der Tat darin, dass du an andere denken musst, aber ich kann nicht an andere denken, weil ich diesen Wunsch nicht habe und deshalb fehlen mir derartige Gedanken.

Antwort: Wenn du dadurch, dass du dich in der richtigen Gesellschaft befindest, das Umgebende Licht auf dich ziehst, dann werden Wünsche und Gedanken in dir auftauchen, die bestimmen, das es lebensnotwendig ist, mit dem Schöpfer in Kontakt zu sein.

Frage: Das bedeutet, dass es unmöglich ist, deine Gedanken und Wünsche zu verändern, ohne die Kraft des Schöpfers, ohne Seine Hilfe.

Antwort: Nein. Ohne die Hilfe des Schöpfers bleibt der Mensch ein Biest.
Aus der russischen Kabbalalektion 1/15/17

[206428]

Ergreife das Ende des Fadens, das zum Schöpfer zurückkehrt

Tora, Deuteronomium 17, 8-10: Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, und zwischen Schaden und Schaden, von den Streitsachen in deinen Toren; so mache dich auf und gehe nach dem Orte, den der Herr, dein Gott erwählen wird. Und begib dich zu den Priestern, den Leviten oder zu dem Richter, der in selbigen Tagen sein wird, und frage nach, dass sie dir künden den Ausspruch des Rechts; Und du tue gemäß dem Ausspruch, den sie dir künden werden von dem Orte aus, den der Herr erwählen wird, und beachte zu tun, ganz so wie sie dich unterweisen.

Ein Mensch kann sich niemals selber entscheiden wie er handelt. Die Lösung des Problems kann nur auf der nächsten Stufe gefunden werden: entweder auf der Stufe der Leviten (Aufstieg zu Bina), oder auf der Stufe von Cohanim (Aufstieg zu Chochma). Dies ist der einzige Weg, auf dem wir Stärke für unsere eigene Korrektur ansammeln können.

Es steht geschrieben: „Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, und zwischen Schaden und Schaden…“ Es geht dabei um die Überprüfung der Eigenschaften eines Menschen; schließlich weiß er nicht, was ihn antreibt: richtige oder falsche Eigenschaften, oder richtige oder falsche Gedanken. Es ist nicht bekannt, wo sich sein Egoismus verbirgt, wie er ihn anstiftet und ihm eine Art von Bestechungsgeschenk gibt.

Deshalb sollte jeder immer auf solch eine Stufe aufsteigen, wo er über seine Taten und Absichten mithilfe eines äußeren Maßstabs entscheiden könnte. Dafür ist eine besondere Kraft erforderlich: die nächste Stufe, der Aufstieg zu ihr, die Akzeptanz ihrer Eigenschaften und Ratschläge, sodass sie den Menschen ändern, erproben und unterwerfen möge. Dann wird er sicher sein, dass er sich korrekt fortbewegt.

Auf diese Weise schreiten wir voran in einem ständigen Widerspruch „zwischen Blut und Blut, zwischen Schaden und Schaden“. Wie sonst? Wenn ein Mensch von Beginn der Schöpfung bis zu ihrer vollständigen Korrektur ein Egoist ist, dann wird ein immer größerer Egoismus in ihm enthüllt.

Sagen wir, du hast dich selbst zu 90% korrigiert, aber die enthüllten 91%, die korrigiert werden müssen, sind größer als alle vorausgegangenen. Deshalb kannst du dich auf nichts verlassen, und jedes Mal befindest du dich in einem absoluten Unverständnis, wunderst dich, und bist über alles, was dir passiert, erstaunt.

Jedes Mal verschwindet der einzigartige, freundliche Schöpfer völlig aus deinen Sinnen, und an Stelle von Ihm gibt es eine Vielzahl aller möglichen Hasser, Verräter und boshaften Hunden. All dies musst du wieder in Beziehung mit dem Schöpfer bringen, um wegen des Mangels an Verbindung mit Ihm aufzusteigen. Das heißt, dies sind Eigenschaften, die eigens in dir erschaffen sind, damit du näher zum Schöpfer kommen mögest. Du hast keine Wahl.

Alles ist so erstaunlich angeordnet, dass du widerwillig, bewusst oder unbewusst, oder als Ergebnis von großen Problemen, Sorgen, schlaflosen Nächten, Suchen und inneren Kämpfen mit dir selbst, schließlich das Ende dieses Fadens ergreifst, das dich zur Einzigartigkeit des Schöpfers und Seiner absoluten Güte zurückbringt.

Derart ist der Weg der Bewusstwerdung – einerseits beängstigend und andererseits schön – weil du auf der Stufe des Schöpfers geboren bist und Ihm ähnlich wirst.
Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 8/24/16

[200170]

Die höhere Kraft aus der Sicht der Kabbala

Frage: Der größte Teil der Menschheit ist religiös. Sie haben ihre eigene Vorstellung von der höheren Kraft, von Gott, dem Schöpfer. Was ist die höhere Kraft in der Kabbala und worin besteht der fundamentale Unterschied?

Antwort: Die Menschheit hat sich immer vor etwas gefürchtet und tut dieses bis zum heutigen Tag. Sie versucht immer, eine Methode zu finden, um sich vor unerwarteten und grausamen Naturkräften zu schützen.

Das gleiche wird auch von Abraham gesagt, der erst ein Priester im alten Babylon war und später die höhere Kraft entdeckte, welche Natur oder der Schöpfer genannt wird; sie ist eine einzige und gute Kraft, die keine Rituale und Opfer fordert.

Basierend auf dieser Entdeckung führte er Forschungen und Klärungen durch und vielleicht unterrichtete er auch die Menschen. Auf diese Weise wurde die kabbalistische Sprache geformt; ihre Basis kam von dem ersten Kabbalisten Adam, der vor 5.777 Jahren lebte.

Seitdem entwickelte sich die Weisheit der Kabbala von Adam zu Abraham und von Abraham zu uns; sie erweitert ihr konzeptionelles System durch vier Sprachen, mit denen die Kabbalisten die höhere Welt beschreiben. Durch diese Sprachen nehmen wir allmählich wahr, was die Kabbalisten fühlten und beschrieben.

Aus dem russischen Unterricht, 22.01.2017

[206396]

Was erforscht die Wissenschaft der Kabbala?

Frage: Was sagt die Kabbala über das Geheimnis der dunklen Energie oder dunklen Materie?

Meine Antwort: Die Kabbala erforscht nicht die Phänomene unserer Welt. Man kann einige Parallele zwischen der Höheren Welt und unserer Welt ziehen, aber diese Vergleiche sind relativ und stehen nicht direkt in Verbindung zu einander.

Frage: Was erforscht die Kabbala dann? Könnte man sagen, dass diese Wissenschaft das Bewusstsein des Menschen und die Verbindung zwischen den Bewusstseinszuständen untersucht?

Meine Antwort: Nein. Die Kabbala studiert zwei Eigenschaften: die Eigenschaft des Gebens und die Eigenschaft des Empfangens. Beide liegen unserer Natur zugrunde. Die Wechselwirkung dieser beiden Eigenschaften/Verlangen – welche davon überwiegt, zu welchem Ausmaß etc. – erbaut alle Teile und Stufen der Schöpfung.

Frage: Was bedeutet „Die Kabbala erforscht nicht unsere Welt“?

Meine Antwort: Damit beschäftigt sich die herkömmliche Wissenschaft. Und die Wissenschaft der Kabbala erforscht die nächsten, so genannten Höheren Stufen. Aber dafür müssen wir uns auf der Stufe befinden, wo wir die Kabbala studieren wollen.

Aus der russischen Lektion, 25.12.2016

[#205224]

Alle Wege führen zum Haus von Abraham

Angefangen beim ersten Mensch Adam, dann über 20 Generationen bis hin zu Abraham offenbart sich das Zerbrechen. Während dieser ganzen Zeit hat die Menschheit eine Verbindung mit einer höheren Kraft gesucht, mit dem Schöpfungsziel.

Zwanzig Generationen wurden benötigt, um aus dem Punkt des Zerbrechen, der in dem ersten Mensch hervorgetreten ist, zu einer wahren Offenbarung der höheren Macht zu kommen, das Abraham geschafft hat.

Abraham fand die richtige Methode der Arbeit, um den Schöpfer zu finden und sich selbst zu verwirklichen – der Höheren Kraft ähnlich zu werden, und sich an sie zu binden.

Frage: In welchen Moment wird aus Abraham, dem gewöhnlichen Menschen, der Urvater Abraham?

Antwort: Ab dem Moment, als er das Programm der Schöpfung zu verstehen beginnt. Er verwandelt sich in eine Grundlage, aus der eine weitere neue Stufe der Entwicklung des Menschen startet.

Der Mensch suchte das Ziel der Schöpfung, das Ziel seines Lebens, fand jedoch nur trügerische Werte, wie geschrieben steht: „erzeugte Götzen und verkaufte diese“.

Er suchte nach einer Form der Entwicklung, für die es sich zu leben lohnt. Aber dann zerbricht er alle seine Phantasien, ein Idol nach dem anderen, weil er versteht, dass sie weder richtig noch lebenswert sind.

So bewegt er sich fort, bis er die richtige, endgültige Methode findet: das Prinzip des Guten und Bösen. Er weiß, wie man diese beiden in einer Mittellinie verbindet und zur Korrektur führt, zur Verschmelzung mit dem Schöpfer durch die Verbindung, durch das Geben um zu geben, und dann durch das Empfangen um zu geben.

Wenn man alle diese Grundlagen für seine spirituelle Arbeit findet, hat man Abraham in sich offenbart, den Urvater des Volkes (av a-am). Ab diesen Moment beginnt man eine neue Form in sich aufzubauen – die spirituelle Form.

Abraham ist das Symbol der spirituellen Arbeit, eine Kraft, die einen Teil der Wünsche aus der Macht Nimrods, des Egoismus, zu befreien. Und der Rest der Babylonier bleibt in Babylon. Und später werden wir alle diese Wünsche korrigieren. Heute muss die Menschheit wie in den Tagen Abrahams alle falschen Idole zerbrechen, die sie sich selbst erschaffen haben, sie zu Staub zu machen und daraus eine neue Form zu bauen – eine richtige.

Die Welt bewegt sich ständig zu dieser Korrektur. Die ganze Geschichte der Menschheit entfaltete sich nur wegen der endgültiger Korrektur. Menschen bilden sich ein, dass die Ereignisse sich aus dem Zufall ergeben, doch die Entwicklung ergibt sich aus den „Reshimot“ (spirituelle Gene/Erinnerungen), angefangen beim ersten Menschen, Adam, und so weiter.

Das Gleiche findet in jedem Menschen und in dem Volk Israels, des „Hauses Abrahams“ statt.  Im Bezug auf die Welt, und in der ganzen Welt im Allgemeinen. Alles ist wie Matrjoschkas ineinander verschachtelt. Wichtig ist, dass es eine höhere Kraft gibt, die Gutes trägt.

Und das Böse, der Gegensatz, kommt aus der gleichen Quelle und dient dazu, uns zu lehren, zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit zu unterscheiden. Wenn wir es schaffen, diese beide entgegengesetzte Formen zu verbinden, dann finden wir genau dazwischen uns selbst und den Kontakt zu Schöpfer.

Die mittlere Linie verbindet den Schöpfer – oben mit dem Menschen – unten. Und zwei weitere Linien, die rechte und die linke, sind nur dazu da, um die mittlere zu erbauen – die Verbindung zwischen uns und der höchsten Kraft.
Jeder Mensch muss Abraham in sich finden – die Basis für die spirituelle Arbeit, die es erlaubt, den Schöpfer zu offenbaren und mit ihm zu verschmelzen. Das ist der Zweck der Schöpfung. Ebenso muss die ganze Welt und die gesamte Menschheit zu einer solchen Verbindung gebracht werden, damit diese Kraft, diese Idee, alle zusammen vereint.

Aus der Lektion „Vorbereitung für Pessach“, 28.03.2017

[#204462]

Altruismus, Teil 2

Frage: Warum reagiert das System auf das menschliche Verhalten so kompliziert? Ein Staat agiert auch nicht integral und das System schlägt ein anderes Volk. Alles ist so verwirrend, es ist schwierig voranzuschreiten.

Antwort: Tatsächlich wird der Fortschritt nicht entsprechend unserem Verstand und unseren Gefühlen gemessen, sondern in Übereinstimmung mit der Ursache und dem Sinn für die höhere Stufe, die als „Glaube über den Verstand“ bezeichnet wird. Schließlich schreiten wir aufgrund der höheren Naturkräfte voran. Warum ist es so organisiert, dass wir auf diesem Weg nichts sehen können?

Die Kabbalisten erklären es so: Hätten wir die Möglichkeit, alles zu sehen, würden wir niemals zu einer höheren Stufe aufsteigen. Wir würden nur den materiellen Horizont in unserer Stufe verlängern. Um die nächste Stufe zu erreichen, ist es notwendig, unser inneres Arbeitsprogramm, unsere Wünsche, Absichten und Gedanken, zu verändern. Es ist unmöglich, dies mit den herkömmlichen Wahrnehmungen und Motiven umzusetzen. Wir müssen Kraft von oben erhalten und uns ständig mit dieser Hilfe verbessern.

Mit den Werkzeugen, die wir derzeit haben, können wir keine spirituelle Entwicklung empfangen. Wir können uns nur materiell entwickeln. Es gibt schlaue, dumme, starke, schwache, erfolgreiche Menschen und Verlierer; nichts bezieht sich auf die qualitative Entwicklung.

Die qualitative Entwicklung ist der Übergang zur nächsten Stufe. Es ist wie der Unterschied zwischen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe oder wie zwischen einem Fisch, einem Käfer, einem Hund und einem Mensch. Das bedeutet, es gibt eine qualitative Entwicklung in der Wahrnehmung der Realität oder genauer gesagt an die Annäherung an die höhere, alles lenkende Kraft. Solch eine Entwicklung nähert die aktuelle Stufe mehr und mehr an die höhere Stufe an, daher können wir den qualitativen Aufstieg nicht durchführen.

Wir verstehen und spüren die höhere Stufe solange nicht, bis wir zu ihr aufgestiegen sind. Ein Stein fühlt nicht, wie eine Pflanze lebt. Es gibt eine Verbindung zwischen den Stufen, aber nicht in unserem Verstand und Gefühlen. Gerade wenn ich meinen Verstand und meine Gefühle annulliere, kann ich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stufe erhalten. So wie der Stein eine Pflanze und eine Pflanze ein Tier nicht fühlt, so kann auch ein Mensch die höhere Kraft nicht bemerken. Nur wenn wir daran arbeiten, uns der höheren Kraft anzunähern, verursachen wir eine Reaktion und werden schließlich in Kontakt mit ihr kommen. 

Der Mensch erklimmt zum ersten Mal in der Geschichte die höhere Welt, die Leiter der Natur. Der Unterschied ist hier nicht derselbe, wie zwischen einem Stein und einer Pflanze, sondern ist von viel größerer Qualität.

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

(201040)

Die perfekte Frau auf dem Kongress

Frage: Wie soll eine Frau auf dem Kongress sein, um ihre Rolle perfekt zu erfüllen?

Antwort: Die perfekte Frau schließt alle Frauen unserer Welt-Gruppe in sich ein. Alle Frauen verbinden sich miteinander durch Aufhebung des eigenen Egoismus, den Wunsch zum Klatsch, Kritik, gegenseitige Abneigung.
Und nicht, weil sie sich die Mängel gegenseitig vergeben, sondern weil sie wirklich spüren, dass sie ein Körper sind. Unser Geist und unsere Gefühle trennen uns und führen uns von diesem gemeinsamen Organismus weg; sie geben jedem die Illusion, dass er von den anderen getrennt existiert.

Wir kommen zum Kongress, um die Wahrheit zu offenbaren und mit klarem Blick zu erkennen, dass die ganze Welt ein System ist. Es gibt nur das Material, das der Schöpfer „aus dem Nichts“ geschaffen hat, in dem seine Macht „Existenz aus Existenz.“ herrscht. Nur die Liebe und Verbindung herrschen in der Welt. Und die Tatsache, dass wir es anders sehen, liegt nur daran, dass wir selbst nicht so sind. Wenn ich mich verändere, um mich mit anderen zu verbinden, werde ich die Höhere Welt hier und jetzt fühlen. Nichts mehr ist notwendig – nur die eigene Wahrnehmung ist zu ändern.

Die ideale Frau  fühlt dieses Höhere System, schlisst sich ihm an und sieht die Welt durch korrigierte Augen. So stelle ich mir die perfekte Frau vor!

Frage: Wie können wir das Maximum schaffen? Auf was sollen wir unsere Aufmerksamkeit in der inneren Arbeit konzentrieren, um so schnell wie möglich dieses Idealbild zu erreichen?

Antwort: Wir fangen damit an, dass wir alle in der Gruppe vorhandenen Probleme wie ein gemeinsames Problem in der Familie wahrnehmen und korrigieren. Und wir sind noch mehr als eine Familie – wir sind ein Leib. Baal Sulam schrieb noch vor 100 Jahren, dass die Welt eine Familie sein soll, ein gut funktionierendes auf Liebe basierendes System. Doch bis jetzt ist noch nicht viel davon zu sehen.

Lassen Sie uns hoffen, dass sich unsere Gruppe endlich in eine vereinigte Frau und einen vereinigten Mann verwandelt. Und dann können diese beiden Hälften in einer großen Fusion verbunden werden, in der der Schöpfer sich enthüllt. Wir sind schon sehr nahe an diesem Zustand, lassen Sie uns unseren Aufstieg zu Ihm beschleunigen.
Ich erwarte, dass wir alle als Folge der Kongresse wachsen werden. Und die Frauen spielen dabei noch eine größere Rolle als die Männer. Wir wissen, dass die Frau die ganze Ordnung unseres Lebens definiert, ohne dass wir es merken.

Deshalb hoffe ich, dass die Frauen uns helfen werden, bei jedem Kongress zu wachsen. Wir treffen uns nach dem Kongress schon auf einer anderen Stufe. Ich wünsche allen viel Erfolg!
Aus dem TV Programm für die Vorbereitung auf den Kongress, 24.01.2014

[#126268]

Die Kunst des Gleichgewichts

Frage: Wie sieht die Definition von gut und böse aus?

Antwort: Das Gute ist Gleichgewicht, Harmonie und Verbindung zwischen allen Naturkräften. Das Böse dagegen ist Ungleichgewicht und Leere. Und der Ausbruch einer der letzteren Kräfte führen zu Krieg oder Katastrophen.

Mit anderen Worten ist das Gute ohne das Böse auch schlecht. Ein Tag mit Sonnenschein erscheint uns besser als einer mit Unwettern. Zuviel davon jedoch kann in Gluthitze und Dürre enden. 

Das Gute verbirgt sich daher im Gleichgewicht. Das bedeutet, dass man die Balance auf drei Ebenen meines Daseins unterstützen muss: Da ist die körperliche Ebene („tierisch“ genannt), die menschliche Ebene und die spirituelle Ebene.

Die körperliche Ebene umfasst Gesundheit, Haushalt, gesunden Sex und empathisches Verhalten gegenüber der Familie. Der Mensch muss das alles erlernen, denn im Gegensatz zum Tier erfolgt bei ihm nicht alles aus dem Instinkt heraus.

Die menschliche Ebene beinhaltet die Wechselwirkungen mit der Gesellschaft und der Umgebung.

Die spirituelle Ebene betrifft die persönliche spirituelle Suche nach dem Ziel des Lebens, nach der Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Vorstellungen über die Höhere Kraft.

Diese drei Ebenen müssen im Gleichgewicht sein. 

Frage: Wie erbauen wir das Gleichgewicht auf der menschlichen Ebene, in den Wechselwirkungen mit der Umgebung?

Antwort: Wir spüren keine Unterschiede zwischen uns, wir gehören zu einem menschlichen Organismus, zu einem System. Wir möchten zwischen uns ausgeglichene Beziehungen schaffen: Letztendlich trennt uns nichts, wir sind Eins. Wir sind voneinander abhängig, spüren aber diese Abhängigkeit nicht, da man auf alle Anfragen sofort Antwort erhält. Man bekommt also das, was man benötigt und gibt den anderen das, was diese brauchen.

Das wäre Gleichgewicht in der menschlichen Gesellschaft, die Wechselwirkung, welche auf den beiden entgegengesetzten Kräften basiert. Und jeder von uns verfügt über diese Kräfte. Einer für alle und alle für einen

Frage: Wie gehen wir aber diesen Weg? Wie hält man die richtige Ausrichtung auf das Ziel?

Antwort: Als erstes müssen wir das erlernen. Wenn man auf diese Weise sein Leben in der Familie und in anderen Kreisen organisieren möchte, beginnt man, die Balance zwischen sich und der Umgebung zu spüren. In dieser näheren Umgebung offenbart sich eine gemeinsame Kraft, die gut und Gutes tuend ist.

Einerseits erschaffen wir sie und anderseits ist sie in der Natur enthalten, sie ist über uns. Eigentlich erbauen wir diese Kraft nicht selber, sondern wir schaffen vielmehr die Bedingungen für ihre Offenbarung. So sind wir daran beteiligt. Diese Kraft erfüllt uns und wir formen sie mehr und mehr. Bis vollkommene Harmonie zwischen uns und dieser Kraft entsteht.

Das ist das Ziel des Menschen „die absolute Güte“.

Frage: Was bedeutet, dass diese Kraft der Güte mein „Kompass“ sein soll, welcher sich in jeder Wechselwirkung zwischen mir und der Umgebung offenbart?

Antwort: Genau zwischen uns. Wir sind gleich, verschwinden förmlich und hinterlassen nur das gemeinsame Verlangen, diese Harmonie im Gleichgewicht zu halten.

Gemäß diesem gemeinsamen integralen Zustand zwischen uns ergeben sich die Begriffe „gut“ und „böse“. Das Gleichgewicht nennt man „gut“ und Ungleichgewicht heißt „böse“.  

Ich wiederhole, der Schwerpunkt liegt in der Harmonie mit der Umgebung auf Basis der Wechselwirkung. Hier prallen „Plus“ und „Minus“ aufeinander, das Geben und das Nehmen. Es gleicht dem Stoffwechsel, es sind Wechselwirkungen von Gefühlen und Beziehungen. Es ist das Gleiche wie auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, aber hier auf der geistig-spirituellen Ebene.

Auf dieser Ebene entwickeln wir in uns „Spürsinn“ für das Böse. Wir können das Böse durch die universellen Kriterien begreifen. Gleichgewicht zwischen den Menschen, sowie die gegenseitige Liebe und Verbindung sind gut, aber die Abkehr von der Einheit und die Entfernung von der Verbindung sind schlecht.

Das muss die Grundlage in der Bildung des modernen Menschen sein. Weil er im Prinzip nicht mehr braucht als das. Das wird ihm den Erfolg im Leben sichern.

Aus dem 393. Gespräch „Neues Leben“, 03.06.2014 – 6.07.2014

[#139000]

 

 

 

Dann soll man das Mädchen hinausführen

Wenn der Vorwurf aber zutrifft, wenn sich keine Beweisstücke für die Unberührtheit des Mädchens beibringen lassen, soll man das Mädchen hinausführen und vor die Tür ihres Vaterhauses bringen. Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben (5. Mose, 22:20)

„Es wurden keine Beweise der Jungfrauschaft bei dem Mädchen gefunden“  bedeutet, dass es nicht mein persönliches Verlangen ist. Ich wähle und analysiere, ob es mir gehört oder nicht. Schließlich ist ein Mensch ein Punkt im Herzen, und alles andere sind Verlangen. 

In dem Licht, das von den Eltern des Mädchens herabsteigt – der Stufe Aba we Ima – sehe ich, dass das Verlangen nicht meins ist. 

„Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben“- das bedeutet die Korrektur des Verlangens. Weil das Verlangen so egoistisch und unrein ist, befindet es sich in Lew Ha Ewen (steinernes Herz) – im unkorrigierten Zustand.  

Inzwischen suche ich nach anderen geeigneten Verlangen und analysier, mit wessen Hilfe ich voranschreiten kann, und mit wessen nicht. So realisiere ich ein Verlangen nach dem anderen, bis alle 613 Verlangen korrigiert sind. 

Aus der TV-Sendung „Die Geheimnisse der Tora“.

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