Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Körper und Seele'

Wie viel sehen deine Augen?

„Der Richter hat nicht mehr als das, was seine Augen sehen!“ – dies ist ein sehr striktes Gesetz, das mit einer großen Genauigkeit ausgeführt werden muss.

Sogar der beste Rat darf nicht angenommen werden, wenn er nicht aus deinen eigenen Korrekturen, aus deiner eigenen Gleichheit, mit dem Licht herausgеht.

Und in sich drinnen muss du dich auch immer befragen: „Wen höre ich jetzt? – Einen Menschen, der sich in eigenen Phantasien befindet, oder einen Nüchternen, sein Platz genau Wissenden, der über ihm nicht springt?“

Denn das, was ich von Kabbalisten höre, nehme ich nicht wie einen Gesetzt, oder sogar nicht wie einen Rat wahr, sondern wie „Segula“, ein Wundermittel. Ich möchte, dass es auf mich wirkt und mich ändert! Und wenn ich mich ändere, werde ich die Wahrheit sehen.

„Der Richter hat nicht mehr, als was seine Augen sehen!“ – ich werde die Erfüllung reell „in meinen Händen“ halten – in meinen empfangenden Kelim und sie „mit eigenen Augen sehen“ – also im Licht Chochma. Erst dann kann man handeln!

Und bis dann kannst du die ganze Tora auswendig lernen, das wird nur wie ein „Wundermittel“ funktionieren, wie ein „Gewürz“. Wie viel von diesem Gewürz du zu deinem Egoismus hinzufügen kannst, so viel kannst du korrigieren und verwenden.

Dann wirst du genau sehen, welche Wünsche du verwenden darfst und in welchem Maß und zur welcher Tiefe (Awijut). Das ist ein Herangehen, das vor allem Korrektur fordert.

Von hier folgt ein ganz anderes Herangehen zum Lehren: Wir haben dem Schüler nichts zu sagen. Wir können ihn nur erwecken, damit er möglichst viel Licht, das ihn zur Quelle bringt, aufsaugt

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Es ist unmöglich ihm fertige Modelle des Verhaltens zu geben, nur „Wundermittel“: Notwendigkeit der Verbindung in der Gruppe, zwischen Freunden. und dann warten, bis er sich selbst ändert.

Und wenn dies auf den Schüler nicht wirkt und er sich nicht ändert und auf den Rat des Lehrers nicht hört – kann man nichts machen.

Man darf ihm keine Übungen, die über seine Stufe hinausgehen von oben aufzwingen. Nur in dem Maße in welchem er sich selbst korrigiert und verstanden hat, wird er die Berechnung machen, beginnen zu handeln und sich ändern.

Das begrenzt sehr die Möglichkeit des Lehrers, wenn er einen Schüler lehrt im Vergleich zu unserer Welt, und es ist dabei unwichtig ob es sich um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Körper und Seele“, 29.11.2010

Der Beginn einer neuen Koordinatenachse

Jeder Mensch in dieser Welt muss den Schöpfer in seinen Empfindungen enthüllen – ohne jegliche Zweifel, dass er Ihn fühlt und versteht.

Die Erkenntnis ist die tiefste und höchste Stufe unserer Wahrnehmung.

Alle meine Wahrnehmungsorgane – die Gefühle, der Verstand, die Vernunft und das Herz – müssen von einer bedingungslosen spirituellen Enthüllung erfüllt sein.

Es dürfen keine Zweifel, keine Widersprüche, keine früheren Fragen und Klärungen bleiben, ich komme zur völligen und vollkommenen Erfüllung und zum größtmöglichen Verständnis. Das gesamte vom Schöpfer erschaffene Verlangen zu genießen hat sich endgültig entwickelt und vollständig erfüllt.

Wenn der Mensch kein Bedürfnis nach einer solchen Enthüllung hat, kann er sein normales Leben weiterleben. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg. Doch wenn es ihm nicht reicht, wenn er wissen will, wofür er lebt, was der Sinn ist, muss er die Wurzel, die Quelle des Lebens enthüllen, und dafür braucht er die Wissenschaft der Kabbala.

Wenn er all diese Fragen nicht durch Religion, durch „spirituelle“ Praktiken, verschiedene Hobbys und Drogen gelöst bekommt, bleibt er leer und braucht die Enthüllung des Sinns des Lebens.

In der Natur gibt es sehr viele Erscheinungen, für deren Enthüllung ich zusätzliche Geräte brauche: Teleskope, Mikroskope. Doch es gibt auch etwas, was ich nicht in der Lage bin zu enthüllen, weil die Natur viel komplizierter ist als ich.

Und nicht weil sie in einem breiteren Bereich wirkt, wo irgendwelche Ortungsinstrumente helfen könnten. In der Natur gibt es Erscheinungen, an die ich niemals auch nur denken könnte, weil ich entsprechend den drei Achsen aufgebaut bin – so ist der innere Aufbau meines Gehirns.

Doch in mir erwacht ein Punkt, der sagt, dass alles, was ich weiß, nicht ausreicht! Und ich sehe, dass ich mich nicht mit Hilfe einer herkömmlichen Wissenschaft zufrieden geben kann. Dieser Punkt gehört einer anderen Dimension an.

Dort gibt es keine drei Koordinatenachsen, keine Zeit, keine Bewegung und keinen Ort – das ist etwas vollkommen Anderes. Und nicht einfach ein Raum mit einigen zusätzlichen Koordinatenachsen, der zusammengepresst oder ausgedehnt ist – das ist eine ganz andere Realität, ohne jegliche Verbindung mit der hier existierenden.

Und wenn ich diese höhere Realität erforschen kann, bin ich dann etwa kein Wissenschaftler? Natürlich, und was für einer!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 28.11.2010

Das Leben mit mehreren Unbekannten

Der Mensch in dieser Welt weiß nicht, was mit ihm im nächsten Augenblick geschieht.

Er versteht nicht, warum mit ihm das, was gestern war, geschehen ist und woher die Verlangen und die Gedanken jetzt in ihm aufkommen – er spürt, dass er sich in der Gewalt von unberechenbaren Kräften befindet, als ob er in Bezug auf seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Luft hängen würde.

Er versucht, irgendeine Stütze für sich zu finden, indem er nach einer Erklärung für den Aufbau des Universums mit Hilfe von logischen Überlegungen und Vermutungen sucht.

Das Ego wächst und stellt uns immer mehr Fragen über unser Leben… und darüber, was uns nach dem Tod erwartet.

Und je mehr Kraft wir dank der Technikentwicklung und dem Widerstand gegen die Natur bekommen, desto gewaltiger geht sie gegen uns vor und zwingt uns, die Antwort nach unserer Lenkung und dem Sinn des Lebens zu klären. Im Endeffekt fühlen wir uns wie in einem leeren Raum.

Ein Höhlenmensch, der einem Mammut nachjagte, glaubte alles über sein Leben zu wissen. Er spürte und verstand die Welt viel besser, als wir es tun.

Wir jedoch geben uns mit keiner bestehenden Theorie zufrieden, wir brauchen eine klare Antwort, denn wir sind nicht einmal in der Lage, unser alltägliches Leben richtig zu organisieren. Dort entstehen so viele Fragen, dass wir nicht fähig sind, mit ihnen fertig zu werden.

Es ist wie in der Mathematik: Um eine Unbekannte auszurechnen, reicht eine Gleichung. Für zwei Unbekannte sind zwei Gleichungen nötig. Wir aber haben eine Vielzahl an Unbekannten und immer weniger Angaben und Fakten, aus denen wir eine Formel erstellen können.

Frühere philosophische und religiöse Erklärungen haben keine Wirkung mehr auf uns, wir können uns nicht auf sie verlassen, wir verlangen nach Fakten und Beweisen, sprich nach Erkenntnis.

Wenn wir nur wüssten, dass wir über keinerlei freien Willen verfügen, hätten wir eine ganz andere Gesellschaft und andere Beziehungen darin, ein anderes Straf- und Justizsystem aufgebaut.

Das heißt, dass das Problem, welches die Kabbala zur Lösung anbietet, nicht theoretisch, sondern sehr praktisch ist: zu bestimmen, wo und wie wir einen Einfluss ausüben und diese Möglichkeit realisieren können.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 28.11.2010

Der Glaube kompensiert den Mangel an Informationen

Jemand hat einst berechnet, dass es in der Welt 3.800 verschiedene Religionen und Glauben gibt, worin es sich um zwei Begriffe dreht: Körper und Seele.

Wenn wir nichts außer dem tierischen Körper empfänden, dann existierten wir genauso wie die Tiere. Das Problem liegt darin, dass wir glauben, dass es eine Seele, irgendein Leben „über dem Körper“ gibt. Der Mensch will wissen: wofür lebe ich, warum? Und obwohl uns diese Fragen auf der Suche nach den Antworten im System der Naturgesetze gegeben sind, entstehen daraus nur Mystik und die unbegründeten Annahmen, die wir als Grundlage unserer Vorstellung über die Lebensaufgabe übernehmen, als ob es das Lebensende „hier“ und seine Fortsetzung „dort“ gäbe.

Und hier beginnt uns die Frage zu quälen: wird unser Leben zu Ende gehen oder nicht? Denn wir haben eineZeitgefühl und sind auf einen gegenwärtigen Augenblick fixiert, wie die Tiere.

Wir denken an die Zukunft und wollen wissen, was in Zukunft geschehen wird! Und es ist schon eine Frage, die über Natur liegt – das heißt, wofür lebe ich und was wird nach meinem Tod geschehen? Und deshalb hat die Menschheit für sich die Glauben/Religionen erfunden, um den Mangel an Wissen/Fakten mit dem Glauben zu kompensieren, d.h. mit unbestätigten Annahmen. Wir sind uns meistens diesbezüglich nicht bewusst, aber es gilt auf allen Niveaus, im winzigsten Detail – in jedem Augenblick, in jeder Richtung und im lebenswichtigen Augenblick. Ich ergänze einen beliebigen Mangel an Fakten durch den Glauben und denke, dass es so sein wird! Manchmal erfolgt es tatsächlich, manchmal nicht, und so vergeht unser ganzes Leben. In jedem Körnchen unserer Existenz, in jedem beliebigen Teil der Zeit – Bewegung – Raum und Realität gibt es einen riesigen unbekannten Anteil:

1) den Grund, der von oben gegeben wird

2) die Folgerung, die von oben vorherbestimmt ist

3) uns, deren Leben durch den Grund und die Folgerung im engen Abstand der Empfindung des Lebens vorherbestimmt ist. Deshalb sind wir erzwungen, das Unbekannte mit dem Glauben zu kompensieren.

Und die Menschen glauben, dass es die Höhere Kraft, „den Geist“ gibt, die sich in die existierende Schöpfung einkleidet, und das Schicksal belebt und bestimmt. Das heißt „die Seele“ bestimmt das Wesen der Materie, die ihr das Leben gibt. Unserer Selbstsucht gefällt der Gedanke, dass sie der Ewigkeit gehört. Es gibt hierfür keine Beweise, aber wir möchten einfach daran glauben. Der Schutzmechanismus des Organismus wird uns nicht zulassen, darüber anders zu denken. Andernfalls, würde dieses Leben unerträglich sein. Hätte der Mensch kein Empfinden von seiner Ewigkeit, und würde er deutlich empfinden, dass sein Leben bald zu Ende gehen wird, dann könnte er nicht leben. Stellen Sie sich vor, Ihnen würde das genaue Datum ihres Todes mitgeteilt, dann wäre ihr ganzes bleibendes Leben, seit diesem Tag durchgestrichen. Denn sie werden schon deutlich begreifen, dass sie unbedingt sterben werden – kein Mensch ist in der Lage, damit umzugehen.

Dies ist die natürlichste Empfindung, die uns von der Natur aus gegeben ist – dass die Seele sich in unseren Körper einkleidet, und dass sie vor unserer Geburt und nach dem Tod leben wird, und sowohl die Belohnung, als auch die Strafe – in der zukünftigen Welt, und nicht hier erfolgen. Wir warten darauf, dass wir für alle heutigen Taten einst die Belohnung bekommen werden. Man kann dem Menschen nichts anderes beibringen, denn er wird weiterhin so denken. Wir können uns von diesen Irrtümern nicht trennen ebenso, wie wir der Selbstsucht nicht entgehen können, bis wir in die Welt der Wahrheit hinaufsteigen, und unser Körper, unsere Selbstsucht sterben wird!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“, 25.11.2010

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Die materialistischste Herangehensweise von allen

Der Sohar spricht nicht vom physischen Tod, er spricht vom Verlangen zu genießen, das korrigiert wird, indem es die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht. Ein gewöhnlicher Mensch ist an dem Punkt noch nicht angelangt.Wenn der Mensch in der spirituellen Welt arbeitet, hat er die linke und die rechte Linie (zwei „Engel“), zwischen denen er die mittlere Linie aufbaut. Auf der linken Seite steht mein Ego, der Pharao, und auf der rechten Seite der Schöpfer, das Licht. Und in dem Ausmaß, in dem ich dieses Verlangen zu genießen in die mittlere Linie transferieren kann und das Licht, die Absicht, aus der rechten Linie an dieses heranziehen kann, erschaffe ich mein spirituelles Gefäß (Kli) mit dem Schirm.

Der Schirm ist die Absicht zu geben, und das Gefäß ist das Verlangen in seinem Inneren. Auf diese Weise baue ich mich selbst aus diesen beiden Kräften auf, und ich bin der dritte. Und dann beginne ich, in der spirituellen Realität zu existieren. Wenn ich diesen „dritten“, das Verlangen mit dem Schirm, erschaffen habe, bedeutet das, dass ich eine Seele habe!

Und wenn ich sie aus diesen zwei Kräften nicht aufgebaut habe, dann habe ich nichts außer dem einen Punkt, in dem ich nichts fühle. Das ist lediglich ein winziges Verlangen, welches überhaupt nicht von mir abhängt – „Verlangen aus dem Nichts“ („mi Ajn“).

Der Sohar schreibt, dass du dein egoistisches Verlangen töten sollst – du ziehst das Licht heran, tötest es und bringst es zur Absicht zu geben – genau das wird dein lebendiges Ich sein.

Das alles kann mit Hilfe einer richtigen Umgebung erreicht werden, die als die „heilige Gruppe“ („Chewra Kadischa“) bezeichnet wird, denn sie hilft dir dabei, deinen Egoismus zu begraben. Auf diese Weise erhältst du die ewige Seele – den Teil, der dem Schöpfer ähnlich ist. Du erschaffst sie selbst.

Und wenn nicht, dann hast du auch keine Seele, du befindest dich unterhalb der Linie des Lebens, in dieser Welt, wo du nur deinen tierischen Körper, das Material hast („Material“/“Chomer“ klingt ähnlich wie „Esel“/ „Chamor“). Das ist die materialistischste Herangehensweise von allen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Koste die zukünftige Welt heute noch

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, wie wir leben würden, wenn wir uns einfach als Tiere wahrnehmen würden.Doch die Menschheit hat die Religion/den Glauben, der ihr hilft, ihren Egoismus ein wenig zu zügeln. Und alle diese Glaubensrichtungen basieren auf einem Gedanken – auf dem Gedanken an die Existenz des Lebens nach dem Tod. Doch die Wissenschaft der Kabbala sieht es nicht so. Es gibt einen Zustand, in dem wir jetzt existieren und der „Tod“ heißt, und es gibt einen anderen Zustand, der „Leben“ heißt. Nun die Frage: also ergibt sich daraus, dass mein Dasein in dieser Welt einmalig ist und danach nichts übrig bleibt? Doch was kann zurückkehren? Was hast du, was zurückgekehrt werden könnte? Der Körper ist tot und hat die Kraft verloren, die ihn sich bewegen lies, als ob der Motor plötzlich stehengeblieben wäre… Nun die Frage: Wo ist nun diese Kraft hingekommen? Denkst du, sie ist irgendwohin zurückgekehrt, nach oben, zu „ihrem Platz“? Nein, die Moleküle haben einfach aufgehört, zu funktionieren. Gab es an denen etwa irgendwas Spirituelles? Woher habt ihr auf einmal solche Phantasien? Doch das ist der Glaube, von dem die ganze Welt lebt – zumindest gibt es einen Trost, dass es auch nach dem Tod etwas gibt. Doch warum steht es in den kabbalistischen Büchern geschrieben, dass, wenn wir uns in diesem Leben nicht korrigieren, wir wieder in diese Welt zurückkehren und so immer wieder geboren werden? Es ist wirklich so, man muss nur klären, was das bedeutet! Der Glaube bedeutet in der Kabbala die Erkenntnis – die spirituelle Welt zu sehen und zu fühlen, wie es geschrieben steht: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ich „schmecke“ Ihn ab, mit allen Sinnesorganen, so dass „alle Knochen sprechen werden“! Das ist kein Glaube, das ist die realste Empfindung, die es nur geben könnte.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Wenn der Wecker klingelt

Die Kabbalisten erzählen in ihren Büchern nur über die Seele, sie beschäftigen sich nicht mit unserer Welt, die sich unter der Linie des Lebens befindet.

Das ist eine Illusion, die uns vorübergehend gegeben wurde, damit wir anfangen, aus diesem Schlaf zu erwachen und das wahre Leben aufzubauen.

Denke nun darüber nach, wie sehr du die Freunde schätzen solltest, die dir helfen können, zum neuen Leben zu erwachen!

Begreife, dass ihr euch gemeinsam in einer Art Schlaf befindet, und das Einzige, was euch als Hilfe gegeben ist, um aus ihm zu erwachen, ist ein kleiner Funke. Als wenn du manchmal schlafen und selbst verstehen würdest, dass wenn du dir Mühe geben würdest, du aufwachen könntest. Jener kleine Hacken, der uns zum Festhalten gegeben wurde, ist eben dieser „Punkt im Herzen“.

Wenn du alle diese Punkte, die erwachen wollen, verbindest und danach verlangst, dass „der Wecker klingelt“, wird die höhere Kraft euch erwecken – sie wird euch aus diesem Traum herausholen. Sonst werden wir alle weiter schlafen.

Die spirituelle Welt kann allein aus diesem Schlaf heraus enthüllt werden. Und unter ihr, unter dem tierischen Dasein, unter diesem Scheinleben gibt es gar nichts.

Nach dem Tod bleibt dir nur das, was du in der Spiritualität zu deinen Lebzeiten erreicht hast! Und woher soll auch etwas Anderes kommen? Warum gibt es das dann nicht jetzt schon? Wie hindert dich dein tierischer Körper daran – wozu soll man jetzt leiden, um später zu genießen?

Wir haben nur das, was innerhalb unseres Verlangens zu genießen wahrgenommen wird. Wenn ich als Ergänzung zur Wahrnehmung meines materiellen Lebens auch noch das spirituelle Leben erhalte, dann werde ich es auch haben. Und es hängt nicht vom materiellen Leben ab – das sind zwei Arten des Verlangens: das eine „für sich“, das andere „um des Gebens willen“.

Das bedeutet, ich werde erst einmal gleichzeitig in zwei Welten leben können, und wenn der Körper stirbt, dann nur in der materiellen Welt. Der tierische Körper stirbt und hört auf, diese Realität in seinen fünf Sinnesorganen wahrzunehmen, als wenn ich jetzt das Gehör verlieren würde. Genauso verschwinden alle materiellen Empfindungen.

Das egoistische Verlangen kann nicht ewig existieren, es hat eine Grenze. Doch wenn du das Verlangen zu geben erhalten hast, ist es unsterblich.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

Wer will nicht glücklich werden und ewig leben?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn Kabbala uns ein Mittel zur Entwicklung einer ewigen Seele bietet, als ob wir aus zwei unseren Zuständen wählen würden: das eine Ich – schön, reich, gesund, jung und ewig, und das andere Ich – schwach, vergänglich, sterblich, warum tun sich die Menschen dann so schwer damit, dem zuzustimmen?

Meine Antwort: Wählen wir etwa? Wenn deinem Egoismus angeboten worden wäre, zwischen einem guten und einem schlechten Zustand zu wählen, würdest du zweifelsohne den guten wählen.

Wenn du ein volles und ein leeres Glas zur Auswahl hättest, würdest du mit Sicherheit das volle vorziehen. Das ist keine Wahl, du handelst einfach entsprechend deiner Natur und kannst nicht anders.

Wenn du dich plötzlich falsch entscheidest, dann hast du dich geirrt oder bist krank. Das heißt, es gibt hier keinen freien Willen.

Doch das Problem besteht darin, dass diese Möglichkeit, gesund, schön, vollkommen und ewig zu werden, von einer Mauer, von der Verhüllung, vor dir verborgen wird, und du diesen Zustand nicht erkennst, in deinem egoistischen Verlangen nicht wahrnimmst.

Dieses irdische Leben nehme ich wahr und sehe, was darin geregelt werden soll – selbst wenn es vergänglich ist, ist es zumindest verständlich. Solche Genüsse werden von meinem Ego, von meinem tierischen Körper, meinem Ich, meiner gesamten Verwandtschaft, allen, mit denen ich verbunden bin, von der gesellschaftlichen Meinung begrüßt – auf diese Weise lebt die ganze Welt!

Und hier wird mir auf einmal etwas angeboten, wozu ich weder Lust noch Unterstützung von den Anderen habe – wie kann ich das wählen? Es ist klar, dass ich meine tierischen Interessen vorziehe.

Deshalb müssen wir ein Verlangen nach dem verborgenen Teil in uns entwickeln, der als „das Verlangen zu geben“ bezeichnet wird. Das ist etwas absolut Neues, und wenn du es enthüllst, wird es eine ganz andere Welt, eine andere Realität sein. Auch du selbst wirst dich verändern, denn du wirst neue Sinnesorgane und neue Verlangen in dir entwickeln!

Du wirst dich einfach durch eine klare Grenze in zwei Teile teilen: einerseits alles, was du heute hast, andererseits alles Neue, ohne jegliche Verbindung des Einen mit dem Anderen. Und das, was du auf dieser neuen Seite haben wirst, wird auch als Seele bezeichnet.

Doch du wirst dieses System aus einem einzigen Punkt, den du im Moment hast und der über keinen Orientierungspunkt und keine Richtung verfügt, entwickeln müssen.

Das Problem besteht darin, dass du nicht siehst, was du dadurch gewinnst! Das kann unmöglich in deinem Ego gesehen werden. Und wenn du meinst, jetzt in deinem Egoismus irgendeine spirituelle Welt zu erkennen, und sie haben willst, dann siehst du immer noch die gleiche materielle Welt! Du glaubst nur, dass sie zur Spiritualität gehört, in Wirklichkeit ist das alles materiell.

Doch dieses ganze trügerische, falsche Bild brauchst du, um eben mit dessen Hilfe das wahre Bild zu erstellen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 24.11.2010

Auf der Suche nach der ewigen Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es etwas Ewiges in uns?

Meine Antwort: Was den materiellen Körper betrifft, sind wir nur Tiere, wenn auch etwas höher entwickelt und mit Gefühlen und Verstand bedacht. Doch jeder tierische Körper ist sterblich.

Abgesehen von der zweiten Natur, dem Verlangen zu geben, das als spirituelle Welt, Seele, „göttlicher Teil von oben“ bezeichnet wird, gehört alles Andere zum Egoismus, zur tierischen Stufe, zur materiellen Welt.

Deshalb verbindet uns erst einmal noch nichts mit der Ewigkeit, außer einem einzigen Punkt, welcher der Unendlichkeit angehört und eine Umgebung für sich erschaffen muss, dank welcher er sich entwickeln wird.

Ich spreche nicht von der tierischen Seele, die den Körper belebt, von der „Vitalkraft“, die in allen Geschöpfen, den unbelebten, den pflanzlichen und den tierischen, vorhanden ist.

Doch außerdem gibt es im Menschen jenen wahren Punkt der Wurzel, den er auch entwickeln muss. Nach diesem Punkt wird er auch „Mensch“ genannt – Adam, dem Schöpfer ähnlich (dome), dessen Stufe er erreichen kann.

Abgesehen von diesem Punkt gibt es in einem gewöhnlichen Menschen nichts Spirituelles und Ewiges – wie der tierische Körper gelebt hat, so ist er auch gestorben. Nichts ist übriggeblieben!

Und was ist mit diesem Punkt, bleibt er uns wenigstens? – Ist er etwa im Körper gewesen? Er gehört nicht zum Körper, wir werden ihn nicht jemand Anderem mit irgendeinem Organ verpflanzen können…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 24.11.2010

Du darfst dir keinen Abstieg erlauben

Ich sehe, dass viele, die eine große Begeisterung auf dem Kongress erlebt haben, nun müde und niedergeschlagen sind.

Doch warum hatten alle dort eine solche Hochstimmung? Weil wir unter einem starken Einfluss der Umgebung standen. Was hindert uns daran, uns auch jetzt so zu fühlen?

Nun müssen wir selbst arbeiten, um eine starke Umgebung für uns zu schaffen. Auf dem Kongress lief das von alleine, dank einer riesigen Wirkungskraft einer solchen Masse von Menschen, die sich so lange auf diese ersehnten Augenblicke – auf drei Kongresstage – vorbereitet haben.

Unsere Vorbereitung sowie eine große Hilfe von oben (Itaruta de Leela) haben ihren Teil dazu beigetragen.

Doch nun muss jeder von uns persönlich und alle gemeinsam die gleichen Anstrengungen unternehmen, dann werden wir spüren, dass wir mit der gleichen gewaltigen Kraft wie auf dem Kongress vorankommen! Wir werden riesige Sprünge unterwegs machen können, sonst werden wir um ein Jahr, wenn nicht um Jahre, das verschieben, was wir in einer Woche erreichen können.

Wenn der Mensch einen Abstieg spürt, dann ist es ein Zeichen dafür, dass er nicht mit der Umgebung verbunden ist und nicht genügend ihre Einwirkung auf sich hervorruft! Und die Umgebung selbst sorgt ungenügend für die allgemeine Begeisterung, damit sie nicht kleiner als auf dem vergangenen Kongress ist.

Wozu müssen wir überhaupt absteigen?! Wir müssen ständig im Aufstieg bleiben, wir sind dazu in der Lage! Und wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass wir diese besondere Stimmung verloren haben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 23.11.2010