Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Körper und Seele'

Von dieser Welt abgegrenzt


Als die Menschen der Natur noch näher waren, konnten sie diese in einer Art und Weise wahrnehmen, die uns fast mystisch erscheint. In Wirklichkeit wurden ihnen einfach nur die realen Phänomene der Natur enthüllt. Zum Beispiel nehmen Eingeborenenstämme im Amazonas den Busch deutlich besser wahr als wir. Sie riechen seinen Duft aus kilometerweiter Entfernung, sie lesen die Zeichen und Spuren und können jedes Geräusch deuten.

Im Grunde haben sie ja auch nichts anderes als das. Ein Mensch lebt im Busch, sein Leben hängt davon ab und daher entwickelt er seine Verbindung mit der Umgebung immer stärker. Am Vogelflug und am Wind erkennt er viele Dinge. Er verbindet alles aus der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur miteinander und nimmt es als Ganzes wahr.

Aber wir sind das Gegenteil davon. Wir grenzen uns selbst von der Umwelt ab. Wir schließen unsere Fenster und Türen, um die urbane Katastrophe nicht sehen und den Krach der Autos nicht hören zu müssen. Als Folge davon blockieren wir unsere Gefäße des Empfangens. Wir isolieren uns selbst vom Leben und vom Universum.

Frage: Aber viele Leute verwechseln doch oft die Nähe zur Natur mit etwas Übernatürlichem, oder?

Meine Antwort: Das sind alles Gefühle und Wahrnehmungen, die wir in uns selbst entwickeln können. Es gibt Leute, die nehmen deine Hand und erzählen dir dann, wer du bist und was dir dein Plan vorgibt. Es gibt Leute, die die Zukunft voraussagen können, Leute, die Gedanken lesen können. Das sind natürliche Wahrnehmungen, die wir auf dem Weg der Entwicklung zu unserer Zivilisation verloren haben; es sind keine “übersinnlichen Wahrnehmungen”.

Die Natur hat dem Menschen noch viel intensivere Möglichkeiten für die Sinne eingebaut als die, die wir derzeit fühlen. Das lässt keinen Zweifel daran, dass es keine Wunder gibt.

Aus dem 4. Teil des täglichen Kabbala – Unterrichtes vom 30.12.2012, “Körper und Seele”

Leben ohne Krankheit

Frage: Sollten wir das Anliegen eines „gesunden Lebensstiles“ in unseren Grundkursen zur integralen Erziehung aufgreifen?

Meine Antwort: In der Tat sind in letzter Zeit viele Artikel zu diesem Thema veröffentlicht worden, die Statistiken vorlegen, welche zeigen, wie Krankheiten und Gesundheitsprobleme abnehmen, wenn wir korrekte Beziehungen zwischen uns wahren.

Natürlich wird es auch weniger Morde, Vergewaltigungen, Gewalttaten und andere Arten gesellschaftlicher Spannungen geben, und dementsprechend wird sich das in der Gesundheit der Menschen und der Gesellschaft insgesamt widerspiegeln.

Aber es gibt noch einen anderen Grund für letzteres: Eine Person wird ganz einfach ausgewogener.

All unsere Probleme sind auf innerliches Ungleichgewicht zurückzuführen; wenn wir die Beziehungen zwischen uns ausgleichen und all die Systeme beginnen, harmonisch zu arbeiten, werden all die Krankheiten verschwinden.

Theoretisch ist selbst durch die Daten, die die Theorie der integralen Systeme vorstellt, klar, dass ein Mensch überhaupt keinen Schmerz empfinden sollte.

Er bräuchte nur gesund und entspannt zu sein, wie wenn er dabei wäre, einzuschlafen, und sterben, sogar ohne diesen Übergang zu spüren, was heißt, alles sollte sehr leicht und einfach vonstattengehen, so dass das Analoge, Integrale diesen Wandel durchläuft, wo das menschliche Niveau allmählich auf das tierische Niveau absinkt, und vom tierischen Niveau auf das pflanzliche Niveau, und dann nach und nach schwindet. Wenn ihr diese Stufen nach und nach absteigt, fühlt ihr nicht, dass ihr tot seid, sondern es ist, als ob ihr allmählich einschlaft, und dann seid ihr weg, und das war´s.

Es gibt eine Menge gutes statistisches Material zum Thema Gesundheit, und daher ist es eine gute Idee, es in unsere Lektionen einzubeziehen.

Im Großen und Ganzen sollten wir alle Probleme, die heute in der Gesellschaft existieren, statistisch und graphisch darstellen, dabei Videos benutzen, so dass die Leute tatsächlich entdecken: „ Wow, da stehen wir also! Wow, was für ein Problem!“ Nicht jeder sonst versteht das und hat sich dem gestellt; noch zur gleichen Zeit müssen wir zusammen mit dem Problem unmittelbar die Lösung dafür anbieten.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 22.05.2012

Wo befindet sich die Unsterblichkeit?

Wir existieren in einer einheitlichen Realität, in der Welt der Unendlichkeit. Aber wir nehmen nur jenen Teil wahr, den wir begreifen können, und jenes Fragment, das unsere Eigenschaften aus der ganzen Welt der Unendlichkeit schafft. Aber auf jeden Fall sind wir immer an die Welt der Unendlichkeit angeschlossen. Daraus bekommen wir unsere Kräfte. Alle Veränderungen in uns geschehen nur, wenn wir uns an die Welt der Unendlichkeit anschließen.

So erkennen wir im Studium, dass jede beliebige Veränderung nur infolge des Erhebens von „MaN“ und durch alle Welten bis zur Welt der Unendlichkeit erfolgt. Als Reaktion darauf empfangen wir das Licht von der Welt der Unendlichkeit, welches „MaD“ genannt wird. Jede beliebige Veränderung enthüllt einen neuen Parzuf – einen neuen spirituellen Zustand. Die Verbindung zwischen den Parzufim erfolgt auch durch die Welt der Unendlichkeit, sowie nach der Regel „Die Malchut des Höheren wird zum Keter des Unteren“. Ein Aufstieg ist möglich nur unter der Bedingung, dass Malchut die Eigenschaften der Welt der Unendlichkeit erwirbt und sich in Keter umwandelt.

Dieser Sprung in der Veränderung der Eigenschaften der Materie unserer Welt wird als Quantenveränderung bezeichnet – heftig, streng, diskret, dosiert.

Genauso wechselt das Elektron, der sich um den Kern eines Atomes bewegt, seine Umlaufbahn in einem Sprung, und geht aus einem stationären Zustand in einen anderen über. Dabei wird seine Umlaufbahn blitzschnell getauscht: das Elektron verschwindet von der alten Umlaufbahn und erscheint im selben Augenblick auf einer neuen Umlaufbahn, wo seine Bewegung fortgesetzt wird, so als ob es den Sprung gar nicht gegeben hätte.

Den Physikern misslingt es, den Weg des Übergangs und die Zeit des Übergangs von einer Umlaufbahn auf die andere zu messen, denn er geschieht augenblicklich. Denn diese Handlung erfolgt nach dem Aufstieg einer Kraft in die Welt der Unendlichkeit, und über der Materie existieren weder Zeit, Raum noch Bewegung. Deshalb misslingt uns, das Geschehen während des Sprunges festzuhalten. Das heißt, während des Übergangs, der für uns eine Lücke (Quantenlücke) darstellt, ereignet sich die Vereinigung beider Welten, der unseren und der höheren Welt.

Außerdem existiert die ganze Materie nur dank ähnlicher Quantensprünge. Mittels dieser Sprünge bekommt unsere Welt die Energie des höheren Lichtes (die Eigenschaft des Gebens) aus der Welt der Unendlichkeit.

Sogar ein beliebiger Mensch fällt in jedem Moment seiner Existenz aus der Realität unserer Welt heraus, um seinen Zustand zu erneuern. Er wird an die Welt der Unendlichkeit angeschlossen und kehrt wieder zurück. Obwohl während diesem Sprung die Realität von uns ununterbrochen wahrgenommen wird, erlangen wir dadurch bereits einen neuen Zustand innerhalb unserer Welt. Durch diese Aufstiege zur Welt der Unendlichkeit geschehen alle Veränderungen in der ganzen Natur, auf allen ihren Niveaus, angefangen vom Niveau unserer Realität bis hinauf in alle fünf höheren Welten.

Die Aufstiege bis zur Welt der Unendlichkeit und die Rückkehr daraus sind für den Wechsel der Reshimot notwendig, die unsere konkreten Zustände bestimmen. Diese konkreten Zustände sollen sich ununterbrochen verändern, indem sie aus der Welt der Unendlichkeit die Kraft zur Erneuerung und alle neuen Reshimot schöpfen. Dieser Prozess dauert so lange, bis die volle Realisierung, die vollkommene Korrektur der ganzen Natur erreicht ist.

Das ist dann erreicht, wenn alle Realitäten in eine einzige verschmelzen. Es ist die vollkommene Offenbarung des Lichtes, die Enthüllung jener Kraft, von der alle Teile des Universums alle neuen Reshimot, neue Energie sowie ihre neuen Eigenschaften bekamen. Dabei ist unbedeutend, wie diese Veränderungen in der Materie genannt werden: der Abstand zwischen den Weltbildern, die Quantenlücke (der Quantensprung), die Abwesenheit der Realität, der Wechsel der Reshimot oder die minimale Veränderung des Zustandes.

Unsere Zukunft liegt in der Beherrschung dieses Zustandes außerhalb der Zeit, dem Anschließen ans Licht, an die Eigenschaft des Gebens, außerhalb des Egoismus, denn dieser ist unser Tod. In der Abwesenheit der Zeit innerhalb des Quantensprungs liegt eben unsere Unsterblichkeit.

Der Abdruck

Arava-Kongress. Lektion 2

Frage: Wenn ich meinen spirituellen Weg als Sklave des Pharao beginne und mit der Zeit zum Sklaven des Schöpfers werde, wo ist hier dann mein „Ich“ ?

Meine Antwort: Dein „Ich“ musst du noch finden. In der Spiritualität sind wir noch keine Menschen, wir sprechen nur davon, so als ob wir schon existieren würden. Der Punkt im Herzen ist der Anfang des Menschen in mir, der Tropfen des Samens, aus dem ich später wachsen werde. Und es steht mir noch bevor, mein „Ich“ zu enthüllen.

Ich bin noch „nichts“ – ich existiere nicht. (Umstellung der Buchstaben im Wort „ich/ani“ ergibt „nichts/ejn“, und die Schöpfung wird „etwas aus dem Nichts/esch mi ejn“ genannt). In dem Maß, in dem ich mein Material vorbereiten werde, um darin die Form des Schöpfers zu offenbaren, wird diese in mir enthüllte Form mein „Ich“ (ani) genannt. Das heißt, der Abdruck des Schöpfers in mir ist mein „Ich“, alles andere bleibt „nichts“.

Denn mein Verlangen ist nicht wirklich meins, es kommt von Ihm, alle Handlungen erfüllt Er. Es gibt somit keine selbständige Persönlichkeit, kein „mich“, die etwas entscheiden würde. Wenn ich das Material für die Wahrnehmung Seiner Eigenschaft, die Er in mir impliziert, innerhalb meines Materials vorbereitet habe, dann werde ich zu diesem Abdruck. Seine Form ist meine Seele.

Die Form des Schöpfers, die innerhalb meines Verlangens geformt wird, wird meine Seele genannt, und das bin „Ich“.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Arava, 23.02.2012

Das Geheimnis der Langlebigkeit

Frage: Wie kann man die Eigenschaft des Gebens im Laufe eines solch kurzen Lebens erreichen?

Meine Antwort: Dein Leben hängt vollständig davon ab, inwiefern du dich der Eigenschaft des Gebens annäherst. Diese Annäherung wird dir das Leben verlängern, um dir zu ermöglichen, diesen Zustand (des Gebens) zu erreichen. Warum solltest du dich anderenfalls umsonst quälen müssen: du wirst gezwungen sein, noch einmal geboren zu werden, und diesmal wirst du vielleicht Glück haben.

Deshalb ist gesagt: „Nicht aus eigenem Willen bist du geboren worden, nicht aus eigenem Willen lebst du, nicht aus eigenem Willen stirbst du“, d.h. dies alles sind nicht deine Entscheidungen. Aber wenn du die Einladung bekommen hast, auf das nächstfolgende Niveau, ins Schloss des Schöpfers hinaufzusteigen, dann bemühe dich, diesen Anstieg auch zu realisieren.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 06.11.2011

Sind wir wirklich so verschieden?

Frage: Wie ist es möglich, die ganze Welt zu vereinen, wenn Nationen, Länder und Religionen in jeder Hinsicht so verschieden sind?

Meine Antwort: Das sind egoistische Unterschiede. Wenn wir uns spirituell vereinen, verschwinden sie, und wir werden wie ein Mann mit einem Herzen.

Die irdischen Unterschiede trennen uns überhaupt nicht voneinander. Der eine würzt sein Essen gerne mit Pfeffer, der andere nicht. Der eine hält auf diese Weise Zeremonien ab und ein anderer anders. Das macht uns überhaupt nicht verschieden. Im Gegenteil, genau da fangen wir an, einander zu respektieren.

Ungleich zu sein, hält uns nicht davon ab, spirituell zusammenzukommen. Im Gegenteil, indem wir uns über unseren egoistischen Unterschieden vereinen, machen wir sie noch stärker und diese ganze Kraft ist auf die spirituelle Einheit ausgerichtet.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.03.2011

Die Formel der Unendlichkeit

Frage: Im Buch Sohar wird über die inneren Zustände meiner Seele gesprochen. Dennoch ist es unklar, welchen Zustand ich mir vorstellen soll?

Meine Antwort: Der Zustand der allmählichen Vereinigung aller Menschen, weil unsere Vereinigung deine Seele ist, wenn du dich bemühst alle in ein Ganzes zu vereinigen. Wenn ich solche Anstrengungen mache, dann ist es meine Seele. Wenn es andere Menschen tun, dann ist es ihre Seele.

Jeder von uns gleicht einer Körperzelle, die sich bemüht, den ganzen Organismus zu verbinden. Dadurch offenbarst du den ganzen Körper/Wunsch. Er heißt deine Seele.

Wenn du dich nur mit einem Körperteil beschäftigst und dich nur im bestimmten Maß verbindest, dann hast du dementsprechend nur eine Teilseele. Es bedeutet, dass du dich auf dem Weg, auf der Treppe der Stufen befindest.

Aber wenn du am Ende des Weges bist, das Ende der Treppe erreichst, die oberste Stufe, Malchut der Unendlichkeit, dann gibt es dort keine Grenzen, kein Ende und alles verschmilzt in einander.

Aber jeder von uns stellt sich Malchut der Unendlichkeit vom persönlichen Standpunkt aus vor, weil jeder von uns über die besondere Wurzel der Seele verfügt. Deshalb wird kein Mensch dabei annulliert, oder hebt seine Unabhängigkeit auf.

Das Einzige, was wir beim Lesen des Buches Sohar klären müssen, sind die Arten der Verbindung zwischen uns. In jeder einzelnen Seele gibt es nur diesen Wunsch. Und die ganze Wissenschaft der Kabbala ist eine Verbindung zwischen den Wünschen, wodurch die Einheit, die ganze Macht der Malchut geschaffen wird.

Im Computersystem gibt es beispielsweise nichts, außer dem Plus und dem Minus. Milliardefache Verknüpfungen zwischen diesen beiden bilden seine ganze Macht und die Möglichkeiten. Und ebenso ist die ganze Arbeit unseres Gehirns auf die unzählbaren Verbindungen zwischen „dem Plus“ und „dem Minus“ gegründet, zwischen dem Verlangen zu empfangen, und dem Verlangen zu geben. Sie können sich mehr oder weniger, in diesem oder jenem Maß verbinden, oder aber gar nicht verbinden. Es gibt nichts anderes. Aber aus den riesigen Ansammlungen dieser unterschiedlichen Teile, die aus verschiedenen Variationen der Verbindung oder ihrer Abwesenheit zwischen dem Plus und dem Minus bestehen, ergibt sich die ergreifende Weisheit und eine wahrhaftig Göttliche Macht.

Und deshalb klären wir gerade diese Arten der Verbindung zwischen diesen winzigen Teilen – zwischen den Seelen auf.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 20.02.2011

Komplizierte Arbeit nach einem einfachen Prinzip

Eine Frage, die ich erhielt: Alle fragen, was genau wir tun müssen, damit der Schöpfer uns korrigiert. Wir würden gerne eine einfache und verständliche Antwort darauf bekommen!

Meine Antwort: Alle wollen eine verständliche Antwort bekommen: „Sag uns konkret, was wir tun müssen, ohne diese ganzen komplizierten Sachen!“ – um wie ein Roboter am Fließband zu arbeiten, irgendeinen Knopf zu drücken und an nichts zu denken. Doch so wird es nicht gehen!

Du wirst dich selbst bemühen und „alles, was in deiner Kraft liegt“, tun müssen. Denn unser spirituelles Gefäß (Kli) ist unwahrscheinlich kompliziert und enthält 613 (Tariag) Verlangen, zehn Sefirot, drei Linien, 22 Buchstaben, viele charakteristische Merkmale und sehr unterschiedliche Komponenten.

Aus diesem Grund reicht hier irgendeine einfache Handlung nicht aus: man muss studieren (in einer physischen Gruppe oder virtuell, übers Internet/Fernsehen), an den Freundesversammlungen und Kongressen teilnehmen. Ich befinde mich unter den Splittern einer zerbrochenen Seele und muss mit ihnen Verbindungen wiederherstellen, um das Zerbrechen zu korrigieren!

Um die spirituelle Welt, den Schöpfer, wahrnehmen zu können, muss ich mich mit allen anderen Seelen verbinden, und nur in unserer Verbindung werde ich die Spiritualität spüren. Denn die Spiritualität gibt es nirgendwo anders als in diesem uns verbindenden Netz.

Nur wenn ich den gemeinsamen Körper der Seele wiederherstelle und er richtig zu arbeiten beginnt, werde ich in seinem Inneren das Licht, das ihn ausfüllt und von einer Stelle zur anderen überfließt, wahrnehmen.

Ich werde spüren, dass es in diesem Körper einen Lebensstrom gibt und dass in ihm besondere Handlungen, Energieaustausch stattfinden. Genau das nennt sich spirituelles Leben!

Und es ist in der Tat eine einfache Aufgabe: es gibt mich/den Egoisten/meinen Punkt im Herzen – und ihn muss ich mit den anderen, eben solchen Punkten verbinden. Doch aus diesem einfachen Prinzip gehen Tausende von notwendigen Handlungen hervor: gemeinsames Studium, Vorbereitung und Teilnahme an Kongressen, Arbeit in der Küche… Alles zusammen nennt sich das „Arbeit in der Gruppe“.

Doch wozu brauche ich diese ganze Arbeit? – Um Verbindung und Liebe zwischen uns zu enthüllen! Ausgehend von diesem einfachen Prinzip, wirst du alles Andere ableiten können, was mehr oder weniger mit dem Ziel zu tun hat. Doch das spirituelle Leben existiert nur in der Verbindung zwischen den Seelen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“ vom 24.12.2010

 

Die Realität unter der Narkose der Seele

Frage: Ich fühle eine Gefahr, wenn wir diese Texte lesen. Ich verstehe sie überhaupt nicht. Wie sollte ich geistig richtig mit dieser Empfindung arbeiten?

Antwort: Womöglich, ist es eine gute Empfindung. Wir existieren in einer Realität, welche sich vollkommen in mir offenbart.

Im Moment spreche ich mit dir, einem Teil meiner Seele und mit anderen Menschen aus allen Enden der Welt, die sich auch in mir befinden. Außer mir, zerspalten in viele kleine Teile, gibt es nur die höhere Kraft.

Ich sollte all meine Verlangen regeln, um sie zu vereinen und in mir aufzunehmen. Denn den, der mir jetzt als fremd erscheint, werde ich lieben lernen wie mich selbst. Ich sollte mich mit der gesamten Realität zu einem Ganzen verbinden. Dann werde ich entdecken, dass all dies in mir  ist, und es gibt nur ein Licht, welches das eine Verlangen füllt.

Verständlicherweise, verwirre ich mich bis dahin selbst und befinde mich in sehr unbegreiflichen Zuständen. Doch das bedroht mich nicht. Ich sollte die Realität richtig wahrnehmen, anfangen zu empfinden, dass all dies in mir geschieht und alles ich selbst bin. Nur wegen meiner inneren Trennung nehme ich meine eigenen Teile, wie Teile wahr, die sich außerhalb von mir befinden.

Zum Beispiel wurde ich unter Teilnarkose operiert. Ich fühlte nichts und sah nur im Spiegel, was die Ärzte machten. Sie operierten und nähten die Wunde und ich empfand diesen Teil meines Körpers, als ob er nicht zu  mir gehört. Ich fühlte ihn nicht als meinen Teil weil ich unter Narkose war. Doch obwohl ich es wusste, dass es ein Teil von mir ist, und ich es unter der Narkose nicht fühlte, war es interessant zu beobachten, was damit geschieht.

 

Im Wesentlichen befinden wir uns wirklich in so einer Realität. Aber wenn diese „Narkose“ nachlässt, der Nebel sich auflöst, beginnst du Eindrücke zu sammeln und die Realität als deine eigene zu empfinden. Dann sieht alles anders aus! Dann siehst du, dass du es nur mit dem Schöpfer zu tun hast, Gut und Gutes tuend.

 

Daraus folgt, dass Du den „Gut und Gutes Tuenden“ siehst, anstatt Gefahr zu empfinden; die Ewigkeit, die Vollkommenheit und die Harmonie siehst anstatt deinen jetzigen Zustand zu empfinden. Es hängt nur davon ab, wie weit du all die Verlangen in Dir vereinen kannst, welche dir jetzt als fremde Verlangen erscheinen.

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Das Leben aus der Höhe des „10. Stockwerkes“ zu beobachten

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Geheimnis des Lebens?!

Meine Antwort: Das Geheimnis besteht darin, die Richtung dieses Lebens vom Erhalten auf das Geben zu verändern, die „Nächstenliebe“ oder mindestens das Prinzip: „Tue dem Anderen nichts, was dir verhasst ist“, zu erreichen.

Kaum begibst du dich in die Richtung des Gebens, so wirst du deine enge Welt verlassen, in der du verschlossen bist und wie ein Roboter, entsprechend den vorbestimmten, determinierten Gesetzen funktionierst.
Denn nichts kann aus den Rahmen des Gesetzes entspringen, und nur die Verhüllung, der Mangel am Wissen, zwingt uns so zu denken.

Angenommen, ich betrachte die Welt vom 10. Stockwerk aus und sehe das folgende Bild: ein Auto biegt ab, und ein Mensch überquert die Straße, er sieht den Wagen nicht und wird überfahren.

Oder ich sehe, wie ein Mensch seinen Wagen im Halteverbot stehen lässt und ein Polizist sich dem Wagen nähert, um den Falschparker zu bestrafen.

Von oben ist das alles sichtbar, und sie da unten sehen nichts! Somit lässt die Menschen nur der Mangel am Wissen behaupten, das ein Ereignis, der reine Zufall ist. Und für mich ist es kein Zufall, weil ich im Voraus gesehen habe, wie alles miteinander verbunden war. Es ist keine Phantasie, sondern eine Art Aufklärung.

Oder wir sehen das Kind an und verstehen, was ihm folglich geschehen wird. Wir wissen es schon in voraus – und das Kind weiß es nicht, weil es ihm mangelt am Wissen über sich selbst. Deshalb gibt es keine Freiheit des Willens – es gibt nur die Unwissenheit.
Und je tiefer wir diese Welt enthüllen werden, desto mehr gefesselt fühlen wir uns. Es gibt keine Freiheit – weder im Gedanken, noch im Wunsch oder in der Handlung.

Das Einzige, was wir machen können ist die Richtung zu verändern. Dieses Paradigma, das nur auf das Erhalten gerichtet ist, ist vollkommen beschränkt.

Wir sind fähig, unsere Absicht auf das entgegen gesetzte, wie das Minus gegen das Plus, zu tauschen! Beginne zu geben, und du wirst sehen, was man dabei machen kann!

In dir gibt es schon die Wurzel des zukünftigen altruistischen Wunsches, „den Punkt im Herzen“, und du musst nur die Kraft heranziehen, die ihn folglich entwickeln wird. Darin wirst du nicht mehr eingeschränkt sein, und kannst aus deinem Ego herausgehen!
Nach der ganzen Entwicklung werden wir im Endeffekt offenbaren, dass wir in den tierischen Körper eingepflanzt sind, worin es nichts „Menschliches“, außer dem einzigen Punkt gibt! Wenn du dich nur mit deinem Körper beschäftigst, dann bist du immer noch ein Tier, und wenn du beginnst, diesen Punkt zu entwickeln, dann wirst du darin den Menschen entdecken.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“, 30.11.2010