Am Anfang – ein Lichtfunke

Ich kann in mir selbst nichts direkt ändern. Ich kann mich überhaupt nicht „berühren“. Ich habe keinen Zugang zu meinem Verlangen zu empfangen.
Nehmen wir zum Beispiel unser Sehvermögen. Die Wissenschaftler gingen vom Augapfel zum Sehnerv und von dort zu anderen, komplexeren Systemen des Organismus. Dabei untersuchten sie, was wir und wie wir sehen und wie sich dieser Vorgang korrigieren lässt.
Im Ergebnis gelangten sie zu dem, was man das “Lustzentrum” nennt. Wenn man dieses Zentrum zu erforschen beginnt, wird man schnell feststellen, dass es sich um eine bestimmte Struktur im Großhirn handelt, die auf der Grundlage biochemischer Reaktionen funktioniert.
Dahinter, dort, wo man mit dem Skalpell nicht mehr hinkommt, befindet sich jener Teil von uns, den man als fühlenden Teil bezeichnet. Das ist das spirituelle „Kli“ (Gefäß). Dorthin gelangt man auf keinen Fall. Das ist das Verlangen selbst!
Alles andere sind nur materielle Hüllen des Verlangens, durch die es wirkt und sich ausdrückt. Zu dem Verlangen selbst können wir nicht vordringen.
Was nehmen meine Augen dann wahr? Lichtfunken, die, sagen wir, in ein schönes Bild gekleidet sind. Ich betrachte ein schönes Bild und empfinde Freude daran. Was bedeutet das? Das Bild an sich birgt keinerlei Genuss. In ihm steckt ein Lichtfunke, der genau meinem „Kli“ entspricht. Jemand anderes würde dieses Bild vielleicht mit Gleichgültigkeit oder sogar mit Abscheu betrachten. Mich hingegen erfüllt es mit Genuss.
Das bedeutet. Der spirituelle Funke, der sich in dem Bild verhüllt, wird von mir über die Augen wahrgenommen und durchläuft alle Systeme,
bis er am Ende in der materiellen, biologischen Kette freigesetzt wird und in die Quelle meines spirituellen Genusses eintritt – in das spirituelle Verlangen.
Der gesamte Weg, den dieser Funke vom Bild über die Augen und durch sämtliche Systeme des Organismus zurücklegt, ist lediglich ein Übertragungskanal.
Am Anfang steht der Lichtfunke, am Ende das Verlangen zu empfangen. Das ist alles.
Alle unsere Sinnesorgane sind lediglich Übertragungskanäle.
So leben wir in dieser Welt: Es sind dieselben Lichter und Kelim, nur dass sich zwischen ihnen noch ein Vermittler befindet. Daraus erkennen wir, dass wir keine Macht über das Licht und das Kli haben. Sie sind vollständig von uns getrennt und befinden sich außerhalb unseres Körpers. Verändern können wir sie nur, indem wir das Umgebende Licht anziehen.
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Aus einem Unterricht von Rabash, 07.08.26
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