Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Welt'

Willkommen in der Welt des Gebens

Aus dem Brief №26 von Baal HaSulam „Die Früchte der Weisheit“: „Die goldene Glockenblume und den Granatapfel sieht man entlang dem Mantelschoß, und man wird den Ton hören, wenn der Hohepriester ins Heiligtum eingehen wird“.

Das Wort „Effod“ (das Gewand des Hohepriesters) kommt von den Worten „Wo gibt es die Tür hier?“ Denn dort, wo es eine Tür gibt, gibt es auch einen Eingang, selbst wenn er geschlossen ist.

In der materiellen Welt kann man die geschlossene Tür oder den geschlossenen Eingang sehen, in der Spiritualität jedoch ist nur der geöffnete Eingang sichtbar.

Man kann ihn nur infolge des vollständigen Glaubens erkennen: dann wird die Tür sichtbar – und im selben Augenblick verwandelt sie sich in den Eingang.

In dem Moment, wenn der Mensch den vollkommenen Glauben (das volle Maß des Gebens) erreicht, öffnen sich der Eingang und die Tür, die eine Einheit bilden. Und davor sieht er noch nichts: weder die Tür, noch den Eingang – und plötzlich werden sie geöffnet.

Also existierte die Tür früher oder nicht? Sie gab es nicht, denn es ist die Eigenschaft, die sich der Mensch angeeignet hat, die sich in den Eingang und in die Tür verwandelt, damit er reingehen kann.

Die materiellen Türen existieren unabhängig davon, ob der Mensch bereit ist oder nicht, durch diese zu gehen. Aber in der Spiritualität müssen wir unsere Kelim (die geistigen Gefäße) vorbereiten, um darin die neue Realität empfinden zu können.

Und davor existiert sie nicht. Wir geben ihr die Form, deshalb werden sowohl der Eingang als auch die Tür vom Menschen gebaut, dank dem vollkommenen Glauben – dank dem Geben.

Im Laufe der Erziehungsperiode schwankt der Mensch hin und her, gleich denjenigen, die auf der Suche nach der Tür sind.

In die letzte Sekunde des Aufstiegs ist er dem Eingang sehr nah – aber gerade dann ermüdet er plötzlich und kehrt zurück.

Der Mensch hat eben keine Kräfte, um die Tür zu öffnen, und er führt sein Leben weiter, auf der Suche nach dem Eingang, den er nicht erreichen kann.

Unser Weg besteht aus den Aufstiegen und Abstiegen, aus den zahlreichen Versuchen, bis im Menschen das dringende Bedürfnis gebildet wird.

Denn wir müssen unsere Wünsche vorbereiten. Die Spiritualität hat so lange keine Form, bis wir diese selbst erschaffen werden – der Mensch ist so lange für die richtige Wahrnehmung, Reaktion und folgende Klärung nicht bereit, bis es alle vier Niveaus jedes Wunsches durchgeht.

Und allmählich wird er alle Klärungen sammeln, die später in eine Form vereinigt werden, die er im Licht offenbart.

Das Einzige, was man hier machen kann ist die Beschleunigung der Zeit seiner Entwicklung. Aber wir sind verpflichtet, alle Zustände durchzugehen.

Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 09.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

„Wenn du mich für einen Tag verlässt…“

Wir werden ganz und gar von der Natur beherrscht und sind in allen unseren Handlungen – sowohl des Körpers als auch der Seele – steuerbar.
Doch die Kabbalisten sagen, dass wir einen freien Willen haben, sonst hätte es keinen Sinn gehabt, diese ganze Schöpfung zu erschaffen, wenn die höhere Kraft im voraus eindeutig alles, was mit ihr geschieht, bestimmen würde.
Doch der freie Wille befindet sich höher als unser heutiges Leben – nur dort, wohin wir uns über unsere egoistische Natur erheben wollen, in einer höheren Dimension, in der Eigenschaft des Gebens.

Nur während dieses Aufstieges von einer Stufe zur anderen können wir wählen, ob wir unter den Schlägen der Natur aufsteigen, wenn wir es ablehnen, unseren freien Willen umzusetzen und eigene Anstrengungen zu unternehmen, oder aber selbst danach streben, uns in die selbe Richtung zu entwickeln, sprich das erwünschte Ziel darin zu sehen. Wenn wir nach den Kräften suchen, die uns helfen, diesen Aufstieg zu machen, dann finden wir genau dort unseren freien Willen.

Die Kabbalisten erklären, dass der freie Wille nur im Aufbau einer richtigen Umgebung besteht. Ich komme in jedem Fall unter Einfluss der Umgebung voran, nur wähle ich sie nicht.
Doch ich kann selbst meine Umgebung wählen und dadurch mein Vorankommen beschleunigen, sowie den Charakter dieses Aufstieges verändern. Anstatt mich wie ein geschlagenes Tier unter den Schicksalsschlägen hin- und herzuzuwerfen, kann ich einen wunderbaren Weg hochsteigen, nach meinem eigenen Willen, voller Gefühl, Verständnis und eigenen Kräften, wie es sich für einen Menschen gehört.

Wenn ich das Ziel erforsche, mich ihm nähern möchte und begreife, dass ich zur Beschleunigung meiner Entwicklung mehr Licht, als ich es auf natürlichem Wege bekomme, anziehen muss, dann bedeutet das, dass ich das mir gegebene Mittel – Tora, höheres Licht genannt, das mich herauszieht und zur Quelle zurückführt – benutze.
Und in Bezug auf diese Arbeit steht geschrieben, dass, wenn wir sie auch nur für einen Tag verlassen und unseren freien Willen nicht umsetzen, wir für zwei Tage in unserer Entwicklung gestoppt und an unserem selbständigen Vorankommen gehindert werden. Die höheren Naturkräfte beginnen, auf uns einzuwirken.

Denn es genügt nicht, nur im Maße der nicht unternommenen Anstrengung zu verlieren, das kann uns keine Lehre sein. Aus diesem Grund bedarf es einer etwas größeren Bestrafung, als das, was wir verbrochen haben, damit wir uns beim nächsten Mal, wenn sich noch größere Hindernisse in den Weg stellen, trotzdem vorsehen, einen Fehler zu begehen.
Deshalb lautet ein spirituelles Gesetz: „Wenn du mich für einen Tag verlässt, werde ich dich für zwei verlassen“.

Aus dem Unterricht nach einem Shamatiartikel vom 09.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die tragende Welle

Mit Hilfe welchen Gerätes kann ich die Verbindung zu jener Welle feststellen, die vom Schöpfer zu mir kommt – mit anderen Worten: meine „Rundfunkantenne“ auf Seinen Sender auszurichten – Nur mit Hilfe der Gruppe.

Andernfalls habe ich keinen Kontakt mit Seinem Wellenbereich des Gebens.

Ich muss mich in den nötigen Umfang der empfangenen Frequenzen einbringen – welcher nur unter den Freunden existiert, nur dort kann diese Welle empfangen werden.

Wenn ich aus der Gruppe heraustrete – dann empfange ich keine Wellen mehr. Wie in unserer Welt, wenn ich aus der Zone des Signalempfangs hinausgehe.

Und was möchte mir der Schöpfer auf dieser Welle ausstrahlen? – Die Füllung für meine Seele! Die Haupt (tragende) Welle (die Welle des Gebens) ist nur für die Erreichung der Ähnlichkeit der Eigenschaften notwendig.

Und die kleinere zusätzliche Welle, die auf sie aufgelegt wird, trägt die Füllung für meine Seele – das Signal, von dem ich die Vernunft und die Empfindungen bekomme, das Verständnis Seines Vorhabens, die Fähigkeit und die Kräfte, Sein Vorhaben zu erfüllen.

Ich brauche zwei Wellen, um das Geben zu erreichen und sich dann anzufüllen – das heißt es gibt das Rohr innerhalb des Rohres, zwei Lichter: das Licht Chassadim und das Licht Chochma. Wäre nur das Licht Chochma gekommen – so würde es meinen Wunsch zu genießen annullieren.

Aber wenn ich nur das Geben anstrebe, dann kann der Schöpfer mich grenzenlos ausfüllen. Dies ist die Bedingung für das Öffnen des spirituellen Gefäßes, um das Licht unendlich empfangen zu können.

Die tragende Welle ist das Licht Chassadim, die zusätzliche Welle („das nützliche Signal“) – das Licht Chochma, und den Umfang des Empfängers gewährleistet die Gruppe.

Du gehst aus ihr heraus – und hörst auf, die geistigen Wellen wahrzunehmen, denn du kannst dich nicht alleine auf das Geben einstimmen, auch wenn du dich sehr bemühst. Du musst einen solchen Ort finden, worin dieses Geben längst existiert.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 08.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wenn die Zeit verschwindet

„Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 12: Das ist die geheime Bedeutung der Existenz von Zeit in unserer Welt.

Zunächst teilten sich die zwei oben genannten Gegensätze in zwei voneinander getrennte Wesen auf, also in ein System von reinen Welten und Sitra Achra, was der verborgene Sinn des Gesagten ist: „Eines gegenüber dem Anderen erschuf der Schöpfer“, in denen sich immer noch keine Korrektur verwirklichen kann, da sie sich in einem Träger befinden müssen – dem Menschen.

Somit brauchen wir die Existenz von Zeit, damit diese zwei Gegensätze im Menschen einer nach dem Anderen entstehen.

Es ist unmöglich, die zwei Gegensätze – die Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung – sofort direkt miteinander zu verbinden.

Aus diesem Grund müssen wir uns schrittweise fortbewegen, indem wir zuerst in ein leeres Verlangen eintauchen und dann die Korrektur vornehmen und uns mit dem Licht erfüllen, und darauf folgen wieder die Leere, die Korrektur und das Licht.

Während wir auf diese Weise ab- und aufsteigen, kommen wir von unten nach oben voran, indem wir unser Verlangen vergrößern und es durch die Absicht zum Geben korrigieren.

Nur diese Veränderungen geben uns das Zeitempfinden. Und wenn sich das Verlangen und die Absicht in uns nicht verändern würden, hätten wir die Zeit nicht wahrgenommen und würden in einem unveränderlichen Zustand bleiben. Deshalb gibt es in der Welt der Unendlichkeit, wenn alles bereits korrigiert ist, keine Zeit.

Sich in dem spirituellen Raum zu befinden bedeutet, sich an einen Zustand, an ein Prinzip, das über allen Dimensionen liegt, anzuheften. Deshalb empfinden wir dort keine Zeit.

Dieser Zustand ist uns sogar aus dem alltäglichen Leben bekannt: wenn wir mit Spielen oder Arbeiten beschäftigt sind, merken wir nicht, wie die Zeit vergeht.

Wahrscheinlich durchlaufen wir eine Menge Zustände, doch darüber hinaus sind wir auf einen einzigen Punkt fixiert – dann nehmen wir die Zeit nicht wahr.

Das heißt, die Zeit hängt nicht davon ab, wie wir uns durch Auf- und Abstiege, durch Zustände des Klein- und Großseins bewegen, sondern inwieweit wir dieser einen Richtung, dem einzigen Punkt der Verschmelzung, trotz aller Schwankungen ergeben sind. Dann empfinden wir die Zeit nicht.

Deshalb erheben wir uns in der spirituellen Welt über die Zeit. Denn den Machsom zu durchqueren bedeutet, sich an dieses Prinzip zu halten. Dann fängst du an, wahrzunehmen, was es bedeutet, über der Zeit zu sein.

Hier gibt es nichts Mystisches – wir erheben uns in unseren Empfindungen über die Dimensionen, und aus diesem Grund verschwindet die Zeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 07.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Ein wissenschaftliches System von allgemeinen Naturgesetzen

Derjenige, der den Schreibstil kabbalistischer Bücher noch nicht versteht, hat große Schwierigkeiten damit, diese Naturgesetze wahrzunehmen.

Ein moderner Mensch von Welt liest all diese Wörter: „Gebot“, „Schöpfer“, „dem Schöpfer Genuss bereiten“, „sich vor der Sünde hüten“ – und versteht nicht, worum es geht und wo er überhaupt gelandet ist. Doch das Problem besteht darin, dass wir den Text einfach nicht richtig lesen können. Die Kabbalisten haben einen solchen Schreibstil im Laufe von Generationen benutzt – seit der Zeit von Abraham, der als erster angefangen hat, die Wissenschaft der Kabbala zu entwickeln (obwohl Adam haRishon sie als erster entdeckt hat).

Diejenigen, die die spirituelle Welt wahrnehmen, verstehen, worum es in dem Buch geht: es gibt ein Verlangen, das auf den Eigennutz gerichtet ist, und dieses Verlangen in einer solchen Form zu benutzen, nennt sich Sünde, denn diese Handlung ist dem Schöpfer entgegengesetzt.
Das Empfangen um des Gebens willen aber, das mich dem Schöpfer ähnlich macht, nennt sich Gebot. Doch die Rede ist nicht von mechanischen Handlungen, die auf materieller Ebene vollzogen werden. Das spirituelle Gebot bezieht sich nicht auf den physischen Körper. Die Rede ist von den inneren Verlangen eines Menschen in Bezug auf das höhere Licht, den Schöpfer, und nicht von unserer Welt. All dies war den Menschen vollkommen klar, die die Tora geschrieben haben, und vor 2000 Jahren nach ihr lebten, denn sie befanden sich in der Erkenntnis und nahmen die spirituelle Welt deutlich wahr. Sie verstanden, worum es da geht und verwechselten es nicht mit den physischen Handlungen.
Doch nach der Zerstörung des Tempels fand ein allgemeiner Abstieg statt, und der Schöpfer ist aus der Wahrnehmung des Menschen verschwunden. Und dann haben die Menschen angefangen, die Bücher in der Form zu interpretieren, in der sie sich selbst befanden – rein materiell. Sie schrieben sie unserer Welt zu. Sie haben all diese Wörter und Sätze in ihre Welt übertragen, als ob sie von unseren Handlungen und Beziehungen hier sprechen würden.0

Das war die Zeit des spirituellen Exils, doch jetzt geht sie zu Ende, und wir müssen zur Enthüllung der höheren Kraft, zur Verbindung mit Ihr, zum gegenseitigen Geben zurückkehren. Deshalb müssen wir verstehen, dass es unmöglich war, diese Bücher anders zu schreiben. Die Tora zu erfüllen bedeutet, das höhere Licht zur Korrektur von seinen 613 Verlangen zu benutzen, was Erfüllen von 613 Geboten heißt.

Wenn der Mensch alles, was er liest, von den ihm seit seiner Kindheit geläufigen Begriffen: Tora, Gebote, Sünde – in die spirituelle Sprache, die spirituellen Begriffe übersetzt, wird er keine Probleme damit haben, zu verstehen, wovon Kabbala erzählt.

Das fügt sich zu einem sehr einfachen System von allgemeinen Naturgesetzen (denn der Schöpfer bedeutet „Natur“) zusammen, und Kabbala wird zu einer Wissenschaft, die die gesamte Realität, einschließlich unserer Welt, umfasst.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 09.07.2010 .

Zur Kabbala Akademie

Die Welt der Unendlichkeit – hier und jetzt!

Während wir das Buch Sohar lesen, muss man daran denken, dass wir uns gleichzeitig in zwei Zuständen befinden:

1. Im wahrhaften Zustand, den wir nicht empfinden,

2. In unserer vorgestellten Welt, wo wir uns „ohne Bewusstsein“ in den vorgestellten Bildern aufhalten.

Wenn wir den Sohar lesen, strengen wir uns an, die Einwirkung der Kräfte des vollkommenen Zustands hervorzurufen.

Diese Kräfte wirken auf uns im Maß unserer Bemühungen ein, mit dem vollkommenen Zustand  in den gegenseitigen Beziehungen verglichen zu werden.

Deshalb sollen wir die Beziehungen in der Gruppe „wie ein Mensch mit einem Herzen“ wie im vollkommenen Zustand erschaffen. Es ist nur dann möglich, wenn dieselben Kräfte herangezogen sind.

Wenn wir aber aus dem „nebeligen“ Zustand in den korrigierten zurückkehren, dann verlieren wir unseren jetzigen Zustand nicht – der Unterschied dieser zwei Zustände öffnet uns die Vollkommenheit, die 620 Mal größer ist als die frühere, bevor wir in unsere Welt abgestiegen sind.

Wir kehren in diesen Zustand zurück als Menschen, die dem Schöpfer ähnlich sind.

Deshalb sollen wir gerade aus unserer Welt  heraus die Welt der Unendlichkeit empfinden, wie es gesagt wurde: „Wir werden essen, was seit langem zurückgelegt ist“ und „die Finsternis wird leuchten“.

Wir sollen die endgültige Korrektur in dieser Welt erreichen, und eine liebevolle Beziehung zueinander aufbauen, wie es sie in der Welt der Unendlichkeit gibt.

Und deshalb sind wir verpflichtet, die Übungen zu machen „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, „wie ein Mensch mit einem Herzen“, in der Verbindung zwischen uns.

Dann wird hier das Licht der Unendlichkeit, der Schöpfer offenbart, wie es gesagt wurde: „Sein Wunsch – wird in den Unteren offenbart“.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Kinder der höheren Welt

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn der Schöpfer ein geschlossenes System der Natur mit festen Naturgesetzen ist und der Mensch befindet sich innerhalb von ihr, wie hat der Mensch dann die Möglichkeit etwas darin zu ändern?

Meine Antwort: Der Mensch kann darin nichts ändern. Keinesfalls, wenn wir dazu fähig wären, an dem höheren System der Natur herum zu hantieren, würden wir sie verderben, genauso wie wir das mit unserem Leben tun!

Deshalb wurde uns ein streng begrenzter Teil der allgemeinen Realität gegeben, ihr engster Rahmen, ein schwarzer Punkt, diese Welt, und seht Euch nur an, was wir daraus gemacht haben!

Wie würdest du denn das höhere System lenken? Sei dankbar, dass dir diese Möglichkeit nicht gegeben wurde.

In dem Maß, in welchem du dem Schöpfer ähnlich wirst, kommst du aus deinem engen, schwarzen Kreis heraus und wirst zu einem vollberechtigten Teilnehmer der höheren Welt.

Wenn du die Kraft hast, gleiche Gesetzte und Handlungen wie der Schöpfer selbst auszuführen, gibt Er dir die Kraft: Lenke!

Und es wird zwischen Euch keinen Machtstreit geben, denn sein Ziel ist deine vollständige Verschmelzung mit Ihm, das heißt deine vollkommene Ähnlichkeit mit Ihm.

Aus einem Abendunterricht 05.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Aufgewacht in der wahrhaften Realität

Wenn man den Sohar liest, ist es hilfsreich, sich vorzustellen, dass man sich in zwei Systemen befindet. Ein System, das vom Schöpfer geschaffen wurde, heißt unveränderliche, einzig und allein existierende „Welt der Unendlichkeit“.

Baal haSulam schreibt im „Vorwort zum Buche Sohar“, dass dieser Zustand – worin wir in Seinem Vorhaben „den Geschöpfen Genuss zu bereiten“ existieren – konstant ist, weil der Schöpfer mittels der Kraft eines einzelnen Gedankens die Schöpfung in ihrem Endzustand erschuf.

Baal haSulam erklärt auch im ersten Teil des TES, im Kapitel „Innere Betrachtung“, dass dem Schöpfer eben nur der Schöpfungsgedanke alleine für die Erschaffung genügt.

Diese Realität ist vollkommen und unveränderlich, es gibt keine Zwischenschritte auf dem Weg zur Erreichung des gewünschten Zustandes. Der Schöpfer verwirklicht alles durch eine einzige Handlung.

Wir existieren in diesem vollkommenen Zustand, in der ganzen Vollkommenheit, welche der Schöpfer von vornherein beabsichtigt hat.

Aber, außer in diesem vollkommenen Zustand existieren wir noch in einer anderen Realität – dort sind wir uns nicht bewusst, für welche Harmonie und Vollkommenheit uns der Schöpfer geschaffen hat.

Diese zwei Zustände existieren parallel zueinander, und wir sollen mittels eigener Bemühungen und der Umgebung (Bücher, Lehrer, Gruppe) die Empfindung der wahrhaften Realität erreichen.

Wir müssen aufwachen, zur Besinnung kommen, und zu jenem wahrhaften Zustand zurückkehren, in dem wir bereits existieren, ihn aber aufgrund der unsensiblen Sinnesorgane nicht empfinden.

Die Wissenschaft der Kabbala ist uns gegeben, damit wir aus dieser Bewusstlosigkeit, die „diese Welt“ genannt wird, erwachen und gemeinsam jene vollkommene Realität erkennen, die schon längst existiert, um sich ihr folglich anzugleichen und daraus die Kraft schoepfen – „das Licht, das zur Quelle zurückführt“.

Diese Kraft wird uns allmählich heilen und unsere Selbstsucht korrigieren, sodass wir aus der Bewusstlosigkeit heraus das wahrhafte Leben empfinden werden und uns bewusst werden, dass „wir früher, wie im Traum“ gelebt haben.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Sohar – unsere mächtigste Waffe

Es wurde gesagt, dass es verboten ist, die Tora ohne Absicht zu studieren. Denn du ziehst dadurch kein Licht heran, das zur Quelle zurückführt, sondern wandelst sofort „das Elixier des Lebens“ „in tödliches Gift“ um. Dieser Punkt ist deine einzige Auswahl im Leben. Da wir aber mit der einzigen Waffe gegen das Übel, gegen den Egoismus mit dem Buch Der Sohar zu tun haben, so sollen wir uns bemühen, es richtig zu verwenden. Es ist klar, dass wir nicht auf „den roten Knopf“ drücken können, um die Welt an die schädlichen, unvermeidlichen Folgen zu führen, aber dennoch gibt es die Möglichkeit, auf die Zustände der Leiden einzugehen, was schon in der Vergangenheit geschah (siehe „die Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 70,71).Und deshalb soll der Mensch, vor dem Lesen des Sohars, einzelne „Metapher“ vorbereiten, die ihn beeindrucken, und mit deren Hilfe er von der tierischen Stufe (dem Wunsch für sich selbst) – zur Stufe des Menschen hinaufsteigen kann (zum Streben nach der Einheit, dem Geben und der Liebe). Die Stufe des Menschen ist der Wunsch, sich mit anderen zu verbinden. Denn das korrigierte System der Seelen heißt auch „Adam“ (der Mensch).

Sowie dieses System abstürzt und sich in eine große Menge Scherben verstreut, so verwandelt sich jeder einzelne ausschließlich in den tierischen Teil. Das menschliche Niveau (die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, Adam – „dem Schöpfer ähnlich“) erscheint in uns dann, wenn die zerbrochenen Teile (die Seelen) sich gemeinsam zu einem einheitlichen Wunsch verbinden.

Folglich existieren die Seelen nur in der gegenseitigen Verbindung. Es heißt: das Leben „über dem Verstand“ – in den Beziehungen zwischen den Seelen, im gegenseitigen Geben. Die Gesamtheit dieser Beziehungen ist der Schöpfer, der uns untereinander verbindet, und die Kraft, die uns zum Leben erweckt,, heißt „das umgebende Licht“. Das heißt, der Schöpfer ist eine Kraft, die uns wirklich untereinander verbindet, und das umgebende Licht ist Seine höhere Erscheinungsform. Es gibt hier nichts anderes, außer dem Licht und dem Wunsch (Kli). Auch wenn wir ihnen eine Menge anderer Namen geben, gibt es letztendlich nur sie beide.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 06.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Geheimnisse aller Stufen erkennen

Sohar, Abschnitt „Wajikra“, P.324: Gesegnet sind die Gerechten, denn der Schöpfer bringt ihnen die tiefen Geheimnisse der oberen und unteren Stufen bei. Alles um der Tora willen, denn jeder, der Tora lehrt, wird durch  einen Kranz von Seinem heiligen Namen gekrönt.

Denn die Tora ist der heilige Name und wer sich mit ihr beschäftigt , wird mit dem heiligen Namen gekrönt und aufgenommen, und kennt dann die verborgenen Wege und tiefen Geheimnisse der oberen und unteren Stufen und fürchtet sich nie.

Denn wir haben keine andere Verbindung mit dem Schöpfer, der wahren höheren Realität, um sie aufzuschließen, in sie einzutreten und in ihr zu leben; nur mit Hilfe des höheren Lichtes, das uns leuchten wird, wenn wir ein Verlangen danach entwickeln.

Und das Verlangen kann sich nur mit Hilfe der Gruppe entwickeln, denn jeder Mensch hat nur einen Punkt im Herzen. Um das Licht, das zur Quelle zurückbringt, anziehen zu können, braucht er zusätzliche Kräfte, die er nur von der Umgebung bekommen kann.

Dann wird der Mensch eine Verbindung mit dem höheren Licht haben, da das Verlangen, das er von der Umgebung bekommt, schon die Absicht um des Gebens willen hat.

Denn um eine Verbindung mit der Umgebung herzustellen, muss sich der Mensch vor der Umgebung herabsetzen und die Wichtigkeit des Zieles hochspielen, das heißt gegen sein Verlangen zu genießen arbeiten, gegen sein Ego.

Wenn der Mensch also mit der Gruppe arbeitet, hat er einen Anlass, sich an das Licht, das zur Quelle zurückbringt, zu wenden, damit es uns die Verbindung mit den Eigenschaften des Gebens, mit der spirituellen Welt, gibt.

Aus einem Soharunterricht, 27.05.2010