Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahl'

Vertraue deinem Herzen

Frage: Als Sie bei Rabash studierten, hat er Ihnen bestimmt gesagt: „Stell keine Fragen. Die Zeit wird kommen, und du wirst alles verstehen.“ Haben Sie damals geglaubt, dass Sie zur spirituellen Erkenntnis gelangen können?

Antwort: Es gibt so etwas wie „Glauben an die Weisen“, wenn ein Mensch keine andere Wahl hat, als an jene Menschen zu glauben, die die höhere Welt erkannt haben. Man kann sich entscheiden, entweder nicht zu glauben, die anderen zu überprüfen oder selbst etwas zu versuchen – das ist die eigene Entscheidung.

In unserer Welt befindet man sich in einem Schwebezustand. Es stellt sich die Frage: Wie wird man vorankommen? Mit dem Verstand? Dann wird man bis zum Ende seines Lebens ein Perpetuum mobile erfinden, von Schlag zu Schlag gehen, wie alle anderen Menschen oder wie alle möglichen Erfinder, Liebhaber oder Pflanzenzüchter.

Man hat keine andere Wahl, als seinem Herzen zu vertrauen: Was sagt es einem, woran man sich halten soll? Die Welt ist voller Weisen, die alle gegensätzlich sind und alle haben Recht und sind klüger als man selbst. Was kann man also tun? Man hat nur eines – sein Herz. Der Verstand ist mit wer weiß was vollgestopft! Das Herz ist auch verwirrt!

Deshalb muss man versuchen, in den verborgenen Winkeln seines Herzens, mit seinem ganzen Innersten zu spüren, wo die Wahrheit liegt, was man braucht. Man versucht dabei sich von allen möglichen Schichten, die das Leben einem auferlegt hat, zu befreien und in seinem Innersten zu spüren: Wo ist der eigene Weg? Vielleicht stellst man fest, dass man Meditation, Scientology, neue psychologische Erfindungen braucht, was auch immer. Oder man muss sich doch hier versuchen – in der Kabbala. Es ist das Herz, das dem Menschen seinen Platz weisen muss. Nichts anderes.

Nimm niemanden und nichts in Betracht. Unsere Welt hat bereits gelernt, dass es keine Schlaumeier gibt. Wenn man mit einem Klugscheißer spricht, wird man nach ein paar Tagen, wenn nicht sogar noch am selben Tag, im selben Gespräch, verstehen, dass all sein Wissen begrenzt ist, aus irgendwelchen Primärquellen stammt und auf Halbwahrheiten, Halbvermutungen und Halbglauben basiert.

Warum sollte man jemandem oder etwas vertrauen, das vom menschlichen Verstand erfunden wurde? Man sollte nur seinem Herzen vertrauen. Denn in Bezug auf das eigene Herz gibt es weder Kabbalisten noch Philosophen noch Buddhisten, niemanden. Vertraue dem, was in seiner Tiefe verborgen ist.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Dem Kabbalisten vertrauen“

 

Das Fest Schawuot naht

Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025

Das Ende der ägyptischen Sklaverei

Es ist nicht leicht die Frage zu beantworten, wo der Punkt ist, von dem aus ein Mensch bestimmen kann, ob er Genuss vom Egoismus oder vom Geben haben wird. Möchte der Mensch ein Sklave des Pharao oder des Schöpfers sein?

Unsere Hauptaufgabe ist es, einen Punkt zu erreichen, an dem wir darum bitten, einen anderen Herrscher zu bekommen, sodass die Kraft des Gebens, anstatt des Empfangens über uns herrschen wird. Wir studieren Kabbala und führen alle Ratschläge der Kabbalisten aus, damit wir diese Wahl haben können.

Entweder kommen wir durch den Weg des Leidens zu dieser Entscheidung, durch die natürliche Entwicklung der Zeit (Beito) oder durch den Weg des Lichtes (Achishena). Auf dem Weg der natürlichen Entwicklung erwarten uns nur Schläge. Dies geschieht dann, wenn der Schöpfer dem Pharao, unserem Egoismus oder dem Verlangen für sich zu empfangen, jeden möglichen Genuss wegnimmt, und darum erleben wir Leiden. Deshalb sind wir bereit, der Herrschaft des Pharao zu entfliehen und unser Selbst von ihm zu distanzieren. Schließlich zwingt uns die Natur selbst, alles zu vermeiden, was für uns Leiden hervorruft.

Und dann gibt es den Weg des Lichtes, die “Beschleunigung der Zeit” (Achishena). Dies geschieht dann, wenn unser egoistisches Verlangen uns noch erlaubt, Genuss zu empfangen, wir jedoch verschiedene Handlungen ausführen, um eine neue Einstellung zum Verlangen zu geben zu entwickeln. Und obwohl ich egoistischen Genuss empfange und unter der Herrschaft des Pharao stehe, empfinde ich dies nicht als etwas Negatives: Ich genieße das Leben. Aber ich fange an, nach einem Weg zu suchen, mich über ihn zu erheben und nicht länger auf ihn angewiesen zu sein, beginne, die Eigenschaft des Gebens zu schätzen.

Das bedeutet, dass ich versuche, den Weg des Lichtes zu gehen, so dass die Eigenschaft des Gebens auf mich wirkt und mich verstehen lässt, dass der Pharao ein böser Herrscher ist. Das Böse ist nicht der Genuss, den er gibt, sondern das Empfangen dieses Genusses für mich selbst. Dieses völlig neue Kriterium basiert nicht auf Genüssen, sondern auf ihrer Ausrichtung, darauf, wer empfängt: Ich oder die anderen (oder der Schöpfer zusammen mit anderen).

Und dann, anstatt den Weg durch Empfindungen entsprechend von Genuss oder Leiden zu beurteilen, wechsle ich zu einer logischen Berechnung von Gut und Böse, wahr oder falsch. Ich erkenne, dass Wahrheit, das Geben, die Höhere Kraft, der Schöpfer ist und ich will dieses Wahrheit! Und selbst wenn ich mich unter der Herrschaft des Pharao gut fühle, möchte ich mich immer noch am Geben festhalten.

Wenn ein Mensch zu solch einer Erkenntnis kommt, erhebt er sich über die natürliche oder tierische Bewertung (Beito) und trifft auf der Ebene von “Achishena” Entscheidungen und dadurch treibt er sich selbst dazu, aus der Herrschaft des Pharao zu entkommen. Und dann braucht er keine physischen Leiden und Schläge zu erleben, die wir als verschiedene Krisen für das Verlangen zu empfangen in der Welt spüren und die in der Zukunft nur zunehmen werden, wenn wir fortfahren, uns durch den natürlichen Fluss von Eregnissen (Beito) zu entwickeln.

Sein Leiden wird zum Leiden auf dem Weg von “Achishena”, zum Leiden aus Liebe. Letztendlich strebt er zum Geben oder Höheren Licht, um seinen Genuss von egoistisch zum Genuss zu geben zu ändern. Auf diese Weise macht ein Mensch Fortschritte.

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Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, Schriften von Rabash

Auf welchen Schöpfer solltest du hören?

Frage: Ich habe beschlossen, mich in meinem Leben ausschließlich der Kabbala zu widmen und mich nicht von anderen Praktiken ablenken zu lassen. Doch mein „Esel“ hat andere Wünsche. Ich verspüre zum Beispiel den Wunsch, ein Bier trinken zu gehen. Aber ich weiß, dann würde ich nicht in der Lage sein, für den Morgenunterricht aufzustehen, ich würde Kopfschmerzen haben.

In dieser Situation fühle ich mich machtlos, denn so lenkt mich der Schöpfer.

M. Laitman: Lass uns das klären: Der Schöpfer führt dich zum Unterricht und gleichzeitig auch zum Biertrinken. Der Schöpfer ist überall – sowohl dort als auch hier. Für welchen Weg entscheidest du dich? Auf welchen Schöpfer hörst du?

Frage: Mir ist bewusst, dass alles vom Schöpfer kommt, aber kann ich für mich selbst beten, um den Schöpfer zu wählen, der mich zum Unterricht schickt?

M. Laitman: Ich glaube nicht, dass das ein guter Weg ist, denn du würdest dich die ganze Zeit selbst täuschen. Der beste Weg ist, die Unterstützung der Gruppe, des Zehners, zu nutzen, um den „Bier“-Schöpfer zu besiegen. Dann hast du das Gefühl, dass du wirklich kämpfst, du verbindest dich noch mehr mit der Gruppe und dadurch stärkst du sowohl deine Verbindung zum Schöpfer als auch die Verbindung des Schöpfers zur Gruppe. Auf diese Weise werdet ihr wirklich Fortschritte machen.

Ich glaube, wenn ein Mensch in einem Dilemma steckt und zwei Wege vor sich hat, sollte er erkennen, dass sie ihm vom Schöpfer gegeben wurden. Also sollte er sich für den Weg entscheiden, der in den Augen des Schöpfers vorzuziehen ist.

Frage: Kann ich für mich selbst beten, dass der Schöpfer mir hilft, den richtigen Weg zu wählen?

M. Laitman: Das ist ein sehr schwaches Gebet. Es ist besser, durch den Zehner zu beten. Ein echtes Gebet findet immer in einem so genannten Minjan statt. Ein Minjan besteht aus zehn Personen.

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Aus der Lektion zum Thema „Fragen und Antworten“

Wie ein Fisch im Netz

Frage: Wie kommt es, dass sich der Mensch vor seiner Umgebung verbeugt?

M. Laitman: Der Mensch ist verzweifelt, weil so viel Zeit verstrichen ist und er sich so viel Mühe gegeben hat, aber noch immer kein Ergebnis zu sehen ist. Aber wenn er trotzdem in der Gruppe ist und kommt, ändert sich schließlich sein Verlangen.

Ich erinnere mich, dass ich einmal während eines schrecklichen Regenschauers zu Rabashs Unterricht kam. Außer mir hatte niemand ein Auto, und so warteten wir lange, aber es kam niemand. Also rief ich an und fragte, warum die Leute nicht kamen, und bot eine Mitfahrgelegenheit an. Und ich hörte als Antwort: „Was soll ich denn machen, wenn draußen so eine Flut ist?“

Plötzlich kam ein anderer Schüler herein, klatschnass. Als wir ihn fragten, wie er in einem solchen Regenguss gelaufen sei, sagte er: „Was könnte ich tun, wenn gleich der Unterricht beginnt?“ 

Man sitzt also zu Hause und fragt sich: „Was könnte ich tun?“ – Ich meine, wie könnte ich bei einem solchen Regenguss nach draußen gehen? Und der andere kommt völlig durchnässt herein und sagt auch: „Was sollte ich tun?“ – denn es gibt eine Lektion, und ich kann doch nicht nicht kommen. 

Alles hängt also von der Einstellung eines Menschen zu den Bedingungen ab, die ihm gegeben werden. In jedem Moment wirst du nach deiner Einstellung gefragt. Wenn du nicht vergisst, dass alles von oben kommt, speziell für dich, um damit zu arbeiten, dann hast du keine Wahl, und du handelst entsprechend.  

Frage: Wie schafft man es, sich bei jeder Gelegenheit zu verbeugen, um einen Schritt in Richtung der Gruppe zu machen?

M. Laitman: Es steht geschrieben: „Was der Verstand nicht tut, das tut die Zeit“. Und das ist wirklich wahr. Wenn es keine Qualität gibt, wird die Quantität funktionieren. Auf jeden Fall werdet ihr eines Tages durch den Einfluss des Lichts erkennen, dass nichts für euch funktionieren wird. Du wirst nichts erreichen, wenn du dich direkt an den Schöpfer wendest, das funktioniert nicht.

Dann wird man verzweifeln und beschließt, dass man sich mit der Umgebung verbinden muss. Du wirst Fäden haben wollen, die von dir ausgehen, die dich mit allen verbinden, und alle mit dir, als wärst du ein Fisch, der sich in einem Netz verfangen hat. Nur in dieser Form hast du eine Chance, dich in irgendeiner Weise zu verändern und das Wichtigste ist, dass du andere an dir arbeiten lässt.

Du bist gezwungen, dich so sehr von deiner eigenen Kraft enttäuscht zu fühlen, dass du dich bereit erklärst, dich deiner Umgebung auszuliefern, dich in diesem Netz zu verstricken mit der einzigen Hoffnung, dass deine Freunde dich beeinflussen werden. Du glaubst, dass sie die Macht dazu haben. Aber du selbst hast keine Verbindung zum Schöpfer, und Er will dich nicht beeinflussen und verändern.

Schließlich siehst du, dass viele Jahre vergangen sind, aber nichts funktioniert. Es gibt nichts anderes zu tun, und dann triffst du eine Entscheidung. Aber es braucht viel Mühe, Zeit und Ausdauer, Konsequenz. Es sollte keinen Tag geben, an dem du einen Unterricht verpasst.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Der Egoismus ist Feind und Helfer zugleich

Frage: Was sind die Stufen der Erkenntnis des Bösen? Ist es ein kumulativer Prozess, einmal – und plötzlich zur Erkenntnis gekommen? Oder geschieht es allmählich?

Antwort: Die Erkenntnis des Egoismus geschieht allmählich. Bei neugeborenen Kindern ist er nicht vorhanden. Im Laufe des Heranwachsens bringen wir den Kindern im Kindergarten, in der Schule und im weiteren Leben bei, dass der Egoismus ihnen schadet, sowohl im Kontakt mit anderen Menschen als auch bei der Aneignung einer Fertigkeit, einer Arbeit und so weiter.

Es stellt sich aber auch heraus, dass der Egoismus uns hilft. Er korrigiert uns, zwingt uns, besser zu sein als wir sind, damit wir uns gegenüber anderen Menschen nicht als absolute Egoisten erweisen. Schließlich werden sie uns dann so behandeln.

Frage: Aber wie kommt es zu der Erkenntnis wie verderblich der Egoismus ist? Es gibt so viele Kriege, Leid in der Welt. Wo ist diese Einsicht, dass der Egoismus uns schadet?

Antwort: Wir sehen es, und langsam geben wir es auf. Die Menschen haben keine andere Wahl. Es ist ja nicht so, dass man auf die Straße geht und  ohne Konsequenzen andere ausrauben kann.

Kommentar: Dafür hat die Gesellschaft solche Gesetze geschaffen….

Antwort: Die Gesellschaft muss weiterhin alle Arten von Beschränkungen für derartiges Verhalten schaffen. Wir sehen, dass jede Generation andere Verpflichtungen auf sich nimmt – neue und bessere. Auf diese Weise erheben wir uns allmählich über unsere egoistische Natur.

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Aus der Fernsehsendung „Das Zeitalter der letzten Generation“, 27.06.2024

Wir haben die Wahl

Kommentar: Auf unserem Weg zum Ziel der Schöpfung können wir den besten oder den schlechtesten Weg dieser Entwicklung wählen. Entweder werden wir in Fesseln gehen, von einer Peitsche angetrieben oder wir fahren in einem Abteilwagen, auf einer guten Straße und schauen aus dem Fenster auf ein schönes Panorama. Das ist ein großer Unterschied.

Dafür müssen wir selbst an der Reise teilnehmen, d.h. in die Kutsche einsteigen, statt gefesselt auf der Straße zu sitzen. Das bedeutet, dass man mit dem Ziel der Schöpfung einverstanden ist, es erreichen will.

Man muss es selbst wollen und das ist gegen den Egoismus. Das Bestreben dieses Ziel zu erreichen ist größer als alles andere auf der Welt, selbst wenn man die Möglichkeit hätte es zu vermeiden. Das bedeutet, dass man zu einem Zustand der richtigen Wertschätzung des Ziels, des Verstehens kommen muss.

Diese Arbeit besteht darin, uns bewusst zu machen, was die einzige Kraft der Natur an uns tut, wie gut sie ist, wie sie uns vom Egoisten zum Altruisten, zur absoluten Selbstlosigkeit erheben will, um uns auf eine vollkommene Stufe zu bringen. Es ist diese Vollkommenheit die man als das größte Geschenk zu schätzen beginnt.

Frage: Spürt man, ob man in Fesseln geht oder in einem Zugabteil reist, noch einen gewissen Druck in Bezug auf seinen derzeitigen Zustand?

Antwort: Nein. Wir müssen den schrecklichen, schlammigen Weg in einen Neuen, mit allen Annehmlichkeiten ausgestatteten Weg umbauen.

Frage: Kann man ohne Fesseln gehen, wenn man die Prinzipien des Universums kennt?

Antwort: Nein. „In Fesseln“ bedeutet, dass man die Prinzipien nicht kennt, nicht mit ihnen einverstanden ist, sich nicht verändern will.

Die Aufgabe besteht nicht darin, den Weg zu Ende zu gehen. „Den Weg zu Ende zu gehen“ bedeutet, sich völlig neu zu formen. Man muss nirgendwo hingehen. Man wird plötzlich feststellen das man am selben Ort bleiben kann, dass der Weg nicht wirklich ein Weg ist sondern eine innere Veränderung, die man durchlaufen muss.

Wir müssen also schnell eine Methode entwickeln, um die ganze Menschheit zu korrigieren, indem wir sie so einfach wie möglich beschreiben und sie mit allen Mitteln verbreiten. Das Wichtigste ist, dass die Menschen verstehen, was mit ihnen und der Welt jetzt geschieht, wo sie sich befinden.

Wenn wir die Welt als gut ansehen wollen und nicht als das, was sie uns zu sein scheint – sehr bedrohlich und unberechenbar -, müssen wir unbedingt verstehen, wozu uns die Natur zwingt.

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Aus dem Vortrag “ Mein Telefon hat geklingelt. Die Prinzipien des Universums”.

Das Böse ist die Grundkraft der Natur

Frage: Heute ist es möglich, eine einzige genetische Zivilisation zu schaffen. Das heißt eine Verbesserung der Menschheit durchzuführen. Wäre es gut, wenn alle Menschen gleich perfekt würden? Ein idealer Dichter, Wissenschaftler, Politiker mit der angeborenen Fähigkeit, sich nicht bestechen zu lassen, nicht zu betrügen.

Wäre es möglich auf der Grundlage, einer solchen idealen Gesellschaft, im sozialen Sinne eine erhabene spirituelle Gesellschaft aufzubauen?

Antwort: Das wäre schrecklich. Wenn die Menschen ohne freien Willen sofort fähig wären, einander zu geben, zu erfüllen, zu lieben und zu respektieren, dann wäre es eine auf dem Kopf gestellte Welt. Es wäre eine absolut fürchterliche Welt. Sie wäre nicht anti-egoistisch.

Frage: Weil sie künstlichen geschaffen wurde?

Antwort: Ja. Dann werden sie auch in der Lage sein, die Kräfte, die eigentlich die Menschen verbinden sollten, so zu steuern, dass sie die Menschen spalten werden. Ich finde dafür keine passenden Worte und Formulierungen, aber das wäre die Möglichkeit für sehr grausame Ereignisse.

Frage: Wäre das im Fall einer künstlich erschaffenen, idealen Gesellschaft?

Antwort: Ja. Ich hoffe, dass die höheren Naturkräfte uns das nicht erlauben werden.

Frage: Wollen Sie damit sagen, dass das Böse in der Welt existieren soll?

Antwort: Ja! Das Böse muss mit dem Guten im Gleichgewicht sein, so dass wir ständig zwischen dem Bösen und dem Guten wählen müssen, damit sich das Böse langsam, schrittweise in das Gute verwandelt, damit wir vorankommen, uns bilden und neue Generationen erziehen können.

Frage: Sie sagen damit, dass der Mensch im Prinzip die Wahl zwischen Gut und Böse hat?

Antwort: Ja. Ohne diese Wahl, ohne den freien Willen zwischen Gut und Böse, kann der Mensch nicht existieren.

Kommentar: Der Mensch wird wahrscheinlich das Böse wählen. Das ist schließlich seine Natur.

Antwort: Nein, er muss die Möglichkeit dazu haben. Ich spreche davon, dass wir in einer Zeit leben werden, in der wir die Möglichkeit haben werden, frei zu wählen und zu entscheiden.

Frage: Werden wir das Gute wählen?

Antwort: Nicht unbedingt. Man kann nicht in einer Welt das absolut Gute leben. Man muss allmählich dazu kommen und verstehen, wie das Böse an der Schöpfung teilhaben soll und wie es uns helfen kann, gut zu werden.

Frage: Sie sagen also, dass das Böse nicht zerstört werden kann?

Antwort: Ja. Es muss neben dem Guten existieren und dem Guten ständig helfen, seine Besonderheit zu offenbaren.

Frage: Mit wessen Hilfe wird das Gute immer weiter wachsen?

Antwort: Mit Hilfe des Bösen.

Frage: Bedeutet das, dass, sobald das Böse wächst, auch das Gute wächst, werden wir auf diese Weise vorankommen?

Antwort: Ja.

Frage: Welche Höhen kann das Gute erreichen?

Antwort: Bis zum vollkommenen freien Willen.

Frage: Was ist das, was steckt dahinter?

Antwort: Es ist ein Zustand, in dem ein Mensch absolut gut, korrigiert, gebend wird und seine Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.

Frage: Ist das alles auf das Böse zurückzuführen?

Antwort: Ja. Deshalb wurde das Böse als Grundkraft der Natur erschaffen.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 20.04.2023.

Es gibt keine schlechten Eigenschaften

Die Sehnsucht des Menschen nach spiritueller Verwirklichung hängt von einer Gruppe ab, denn sie kann ihn erniedrigen oder erhöhen. Dementsprechend schreibt Rabash, dass es nichts Schrecklicheres gibt als Vernachlässigung, Nachlässigkeit bei der Arbeit, wenn ein Mensch sich denkt: „Nicht schlimm. Es ist alles in Ordnung, es geht alles.“

Die Kontrolle eines Menschen über sich selbst wird nur durch die Wahl seines Umfelds hergestellt; wie sehr die Gruppe ihn beeinflusst, ist das Maß, in dem er sich selbst kontrollieren kann. Deshalb muss die Gruppe ihn lenken, motivieren und ermutigen, damit er das Gefühl bekommt, dass er nicht unter dieses Niveau fallen kann, sondern nur aufsteigen kann, immer weiter nach oben. Wenn die Gruppe richtig geführt wird, ist dies leicht.

Die Beziehung zu den Freunden muss sanft sein; wir müssen verstehen, dass jeder seine Eigenschaften hat. Wir sind keine Lehrer und auch keine Kritiker des Charakters des anderen in irgendeiner Weise. Für jeden gibt es Eigenschaften, die in ihm bleiben müssen, aber in einer korrigierten Form. Das heißt, einer ist geizig, ein anderer ist ein Narr, ein dritter ist faul, eifersüchtig und reizbar und so weiter. Es ist verboten, diese Eigenschaften in irgendeiner Weise zu unterdrücken! Es ist nur notwendig, sie zu transformieren. Das ist alles!

Es ist notwendig, die Wut gegen meine schlechten Eigenschaften zu richten; Neid ist eine wunderbare Eigenschaft, wenn sie richtig gelenkt wird. Wir sagen immer zu einem Kind: „Schau, wie er ist, lerne von ihm.“ So entfachen wir die Neid in ihm. Das heißt, wir müssen uns gegenseitig so ansehen, wie eine Mutter ihr Kind ansieht, und sehen, dass in allem, was zu einer Verbindung zwischen Menschen führt, nur Gutes steckt. Und das Gegenteil, alle scheinbar guten Eigenschaften können die Menschheit zerstören, wenn sie nicht auf Verbindung und Einheit ausgerichtet sind.

Schaut euch alle möglichen Quellen der Psychologie und Philosophie an, was immer ihr wollt, und ihr werdet sehen, was für ein Unsinn um die Eigenschaften einer Person herum erfunden wurde. Sie betrachten nämlich alles in Bezug auf die Eigenschaft selbst und nicht auf ihre Verwendung. Wenn wir aber diese Eigenschaft richtig auf die Verbindung und Einheit zwischen den Menschen ausrichten, dann kann man davon überzeugt sein, dass nichts Schlechtes in uns ist. Alles hängt nur von der Absicht ab!

Dies sollte sich natürlich auch in unseren Beziehungen zueinander widerspiegeln. Es gibt keine schlechten Menschen, sie sind noch nicht korrigiert. Deshalb sind wir zusammen. Deshalb lieben wir einander.

Wenn ich bei jemandem eine scheinbar unerträgliche Eigenschaft entdecke und spüre, dass ich damit nicht zurechtkomme, halte ich sofort inne und beginne, eine andere Seite in mir zu entwickeln (in mir selbst und nicht in ihm), und daraus erhalte ich dann spirituelle Kräfte. Ich empfehle euch, euch das zu merken! Ich sage euch das aus meiner eigenen Erfahrung. Probiert es aus!

Plötzlich erscheinen neue Kräfte in dir. Du beginnst zu spüren, wie der Schöpfer dir neue Quellen für dein Vorankommen gibt. Anstatt es zu „biegen“, öffne dich ganz einfach. Entspanne dich, dahinter steht der Schöpfer. Stimme zu und das ist alles! Du erschaffst in dir einen neuen, offenen Raum voller spiritueller Energie, weil du dich verändert hast.

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Kongressunterricht „St. Petersburg“

Schweigen bevorzugt

Kommentar: Es gibt viele Zitate über die Vorteile des Schweigens. Zum Beispiel: „Schweigen ist der Zaun um die Weisheit“.

Meine Antwort: Ja, wenn ein Mensch schweigt, bewahrt er seine Weisheit, versprüht sie nicht. Und wenn er redet, dann fließt all seine Weisheit allmählich aus ihm heraus in die Luft, zu allen anderen.

Es muss verstanden werden, dass Schweigen immer vorzuziehen ist. Es gibt nichts auf der Welt, worüber es sich zu reden lohnt. Im Gegenteil, es ist immer besser zu schweigen.

Frage: Warum ist dem Menschen dann die Sprache gegeben?

Antwort: Damit er den Mund hält und nur das Nötigste sagt.

Frage: Das heißt, hier wird dem Menschen sozusagen die Wahlfreiheit gegeben: Er kann sagen, was notwendig ist, oder er kann andere Dinge sagen?

Antwort: Ja. Es ist besser, über verschiedene Dinge zu schweigen.

Frage: Es gibt ein Zitat von Menachem Mendel von Kotzk: „Es gibt keinen größeren Schrei als das Schweigen“ Was bedeutet das?

Antwort: Wenn es uns scheint, dass ein Mensch etwas sagen sollte, aber er schweigt, dann empfinden wir sein Schweigen als eine sehr ernste Aussage.

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Aus der Sendung “ Spirituelle Zustände“ vom 23.10.2022