Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Wahl in der Beschleunigung der Zeit

Frage: Worin besteht die Wahl eines Menschen? Denn wenn sie aus dem Wunsch heraus entsteht, für sich selbst zu empfangen, wird es ihm dann nicht gelingen, eine Wahl zu treffen?

Antwort: Die Wahl des Menschen besteht nicht darin, etwas durchzurechnen und zwischen verschiedenen Optionen zu wählen, sondern darin, sich ständig dazu zu zwingen, die spirituelle Arbeit fortzusetzen. Nicht mehr als das. Du wählst keinen Weg. Du entscheidest, woher du noch Kraft für die Anstrengung nimmst, um dich noch ein wenig mehr anzutreiben, noch ein kleines Stückchen voranzukommen. Die Wahl liegt in der Beschleunigung der Zeit.

Welchen Weg kannst du wählen? Verstehst du denn etwas von den Korrekturen, kennst du deinen nächsten oder deinen gegenwärtigen Zustand? Wie soll man von einem zum anderen übergehen? Was wird dabei herauskommen? Natürlich tun wir das nicht selbst. Wenn wir versuchen, gerade ausgehend von unserem eigenen Verständnis voranzuschreiten, ist das einfach nur Unsinn.

Gestern war ein Professor bei mir – ein sehr kluger, scharfsinniger Mensch, ein herausragender Spezialist auf seinem Gebiet, einer der großen Chefs in einem großen Unternehmen, Projektleiter. Er sagt: „Ich muss sehen, ich muss verstehen …“ Das ist sehr schwer zu begreifen. Im Großen und Ganzen können wir theoretisch etwas sehen. Aber was uns selbst betrifft, unseren nächsten Zustand, sieht der Mensch niemals im Voraus. Das ist ja das Schwierigste – sich seines eigenen Bösen bewusst zu werden.

Wir können nur den Druck erhöhen, um voranzukommen und ein wenig von dem zu erkennen, was in der Vergangenheit war. Wirklich zu sehen ist im Moment unmöglich. Erst nach dem Machsom kann man die vergangene Stufe erkennen. Und solange man den Machsom noch nicht überschritten hat, hat man auch die erste Stufe noch nicht erreicht. Alles was wir gerade durchlaufen, ist nur eine Stufe unserer Welt.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 27.08.2026

 

Die einzige freie Wahl

Kommentar: Wenn sich uns der Schöpfer offenbart, befinden wir uns sozusagen im Guten und sind in der Lage, Ihn zu rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, befinden wir uns in einem Zustand des Bösen und verfluchen den Schöpfer.  Was bedeutet „verfluchen“? Wir verfluchen den Zustand, in dem wir uns befinden.

Was hängt dann von uns ab? – Das Tempo unseres Voranschreitens. Auch die Richtung unseres Weges hängt von uns ab; letztlich zeigt sie sich darin, wie schnell wir voranschreiten. Es heißt: Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal und sagt: „Wähle es für dich.“ 

Nehmen wir an, einem Menschen wird die Möglichkeit gegeben, zum Studium der Weisheit der Kabbala zu kommen, doch er nimmt diese Möglichkeit nicht ernst. Er ist noch jung, vielleicht noch nicht verheiratet, und sagt sich: „Ich werde mich damit beschäftigen, wenn ich mindestens dreißig bin.“

Das heißt, der Mensch hat sich nicht in der Wahl gefestigt, die ihm der Schöpfer gegeben hat. So können mehrere Jahre vergehen. Das bedeutet, dass der Mensch das Tempo seines spirituellen Voranschreitens selbst bestimmt: Entweder stärkt er sich in der ihm eröffneten Richtung, oder er wählt eine andere.

Man könnte fragen: „Liegt das denn in seiner Macht, wo doch alles unter der Herrschaft des Schöpfers steht?“ Aber das kann man über alles sagen. Hier geht es jedoch darum, ob der Mensch die ihm gebotene Möglichkeit genutzt hat oder nicht.

Die Kabbalisten erklären – und das ist uns verborgen –, dass man sich in seinem Leben in einem Zustand scheinbarer Freiheit befindet. In Wahrheit gibt es nur einen Bereich, in dem eine freie Wahl besteht: Im Hinblick auf das Ziel der Schöpfung und die Verbindung mit dem Schöpfer. Die freie Wahl besteht nur darin, die Möglichkeit zu nutzen, sich mit dem Schöpfer zu verbinden. Der Schöpfer ruft den Menschen gewissermaßen zu: „Komm näher zu Mir.“ Wenn der Mensch darauf nicht antwortet, wenn er diese Möglichkeit nicht ergreift, dann ist auch das seine Wahl.

Alles andere – ob wir ein Eis essen oder Kaugummi kauen, Fußball schauen oder schlafen gehen – ist nicht der Ort unserer freien Wahl. Es spielt keine Rolle, wer wir sind: ein Verbrecher, ein Dieb oder ein angesehener und rechtschaffener Mensch. In all diesen Dingen bestimmen wir unser Leben nicht wirklich aus eigenem freien Willen.

Es gibt nur eine einzige freie Wahl: die Verbindung mit dem Schöpfer zu wollen oder sie nicht zu wollen.

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Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash, 21.7.26

 

Vertraue deinem Herzen

Frage: Als Sie bei Rabash studierten, hat er Ihnen bestimmt gesagt: „Stell keine Fragen. Die Zeit wird kommen, und du wirst alles verstehen.“ Haben Sie damals geglaubt, dass Sie zur spirituellen Erkenntnis gelangen können?

Antwort: Es gibt so etwas wie „Glauben an die Weisen“, wenn ein Mensch keine andere Wahl hat, als an jene Menschen zu glauben, die die höhere Welt erkannt haben. Man kann sich entscheiden, entweder nicht zu glauben, die anderen zu überprüfen oder selbst etwas zu versuchen – das ist die eigene Entscheidung.

In unserer Welt befindet man sich in einem Schwebezustand. Es stellt sich die Frage: Wie wird man vorankommen? Mit dem Verstand? Dann wird man bis zum Ende seines Lebens ein Perpetuum mobile erfinden, von Schlag zu Schlag gehen, wie alle anderen Menschen oder wie alle möglichen Erfinder, Liebhaber oder Pflanzenzüchter.

Man hat keine andere Wahl, als seinem Herzen zu vertrauen: Was sagt es einem, woran man sich halten soll? Die Welt ist voller Weisen, die alle gegensätzlich sind und alle haben Recht und sind klüger als man selbst. Was kann man also tun? Man hat nur eines – sein Herz. Der Verstand ist mit wer weiß was vollgestopft! Das Herz ist auch verwirrt!

Deshalb muss man versuchen, in den verborgenen Winkeln seines Herzens, mit seinem ganzen Innersten zu spüren, wo die Wahrheit liegt, was man braucht. Man versucht dabei sich von allen möglichen Schichten, die das Leben einem auferlegt hat, zu befreien und in seinem Innersten zu spüren: Wo ist der eigene Weg? Vielleicht stellst man fest, dass man Meditation, Scientology, neue psychologische Erfindungen braucht, was auch immer. Oder man muss sich doch hier versuchen – in der Kabbala. Es ist das Herz, das dem Menschen seinen Platz weisen muss. Nichts anderes.

Nimm niemanden und nichts in Betracht. Unsere Welt hat bereits gelernt, dass es keine Schlaumeier gibt. Wenn man mit einem Klugscheißer spricht, wird man nach ein paar Tagen, wenn nicht sogar noch am selben Tag, im selben Gespräch, verstehen, dass all sein Wissen begrenzt ist, aus irgendwelchen Primärquellen stammt und auf Halbwahrheiten, Halbvermutungen und Halbglauben basiert.

Warum sollte man jemandem oder etwas vertrauen, das vom menschlichen Verstand erfunden wurde? Man sollte nur seinem Herzen vertrauen. Denn in Bezug auf das eigene Herz gibt es weder Kabbalisten noch Philosophen noch Buddhisten, niemanden. Vertraue dem, was in seiner Tiefe verborgen ist.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Dem Kabbalisten vertrauen“

 

Das Fest Schawuot naht

„Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.“ Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025

Das Ende der ägyptischen Sklaverei

Es ist nicht leicht die Frage zu beantworten, wo der Punkt ist, von dem aus ein Mensch bestimmen kann, ob er Genuss vom Egoismus oder vom Geben haben wird. Möchte der Mensch ein Sklave des Pharao oder des Schöpfers sein?

Unsere Hauptaufgabe ist es, einen Punkt zu erreichen, an dem wir darum bitten, einen anderen Herrscher zu bekommen, sodass die Kraft des Gebens, anstatt des Empfangens über uns herrschen wird. Wir studieren Kabbala und führen alle Ratschläge der Kabbalisten aus, damit wir diese Wahl haben können.

Entweder kommen wir durch den Weg des Leidens zu dieser Entscheidung, durch die natürliche Entwicklung der Zeit (Beito) oder durch den Weg des Lichtes (Achishena). Auf dem Weg der natürlichen Entwicklung erwarten uns nur Schläge. Dies geschieht dann, wenn der Schöpfer dem Pharao, unserem Egoismus oder dem Verlangen für sich zu empfangen, jeden möglichen Genuss wegnimmt, und darum erleben wir Leiden. Deshalb sind wir bereit, der Herrschaft des Pharao zu entfliehen und unser Selbst von ihm zu distanzieren. Schließlich zwingt uns die Natur selbst, alles zu vermeiden, was für uns Leiden hervorruft.

Und dann gibt es den Weg des Lichtes, die “Beschleunigung der Zeit” (Achishena). Dies geschieht dann, wenn unser egoistisches Verlangen uns noch erlaubt, Genuss zu empfangen, wir jedoch verschiedene Handlungen ausführen, um eine neue Einstellung zum Verlangen zu geben zu entwickeln. Und obwohl ich egoistischen Genuss empfange und unter der Herrschaft des Pharao stehe, empfinde ich dies nicht als etwas Negatives: Ich genieße das Leben. Aber ich fange an, nach einem Weg zu suchen, mich über ihn zu erheben und nicht länger auf ihn angewiesen zu sein, beginne, die Eigenschaft des Gebens zu schätzen.

Das bedeutet, dass ich versuche, den Weg des Lichtes zu gehen, so dass die Eigenschaft des Gebens auf mich wirkt und mich verstehen lässt, dass der Pharao ein böser Herrscher ist. Das Böse ist nicht der Genuss, den er gibt, sondern das Empfangen dieses Genusses für mich selbst. Dieses völlig neue Kriterium basiert nicht auf Genüssen, sondern auf ihrer Ausrichtung, darauf, wer empfängt: Ich oder die anderen (oder der Schöpfer zusammen mit anderen).

Und dann, anstatt den Weg durch Empfindungen entsprechend von Genuss oder Leiden zu beurteilen, wechsle ich zu einer logischen Berechnung von Gut und Böse, wahr oder falsch. Ich erkenne, dass Wahrheit, das Geben, die Höhere Kraft, der Schöpfer ist und ich will dieses Wahrheit! Und selbst wenn ich mich unter der Herrschaft des Pharao gut fühle, möchte ich mich immer noch am Geben festhalten.

Wenn ein Mensch zu solch einer Erkenntnis kommt, erhebt er sich über die natürliche oder tierische Bewertung (Beito) und trifft auf der Ebene von “Achishena” Entscheidungen und dadurch treibt er sich selbst dazu, aus der Herrschaft des Pharao zu entkommen. Und dann braucht er keine physischen Leiden und Schläge zu erleben, die wir als verschiedene Krisen für das Verlangen zu empfangen in der Welt spüren und die in der Zukunft nur zunehmen werden, wenn wir fortfahren, uns durch den natürlichen Fluss von Eregnissen (Beito) zu entwickeln.

Sein Leiden wird zum Leiden auf dem Weg von “Achishena”, zum Leiden aus Liebe. Letztendlich strebt er zum Geben oder Höheren Licht, um seinen Genuss von egoistisch zum Genuss zu geben zu ändern. Auf diese Weise macht ein Mensch Fortschritte.

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Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, Schriften von Rabash

Auf welchen Schöpfer solltest du hören?

Frage: Ich habe beschlossen, mich in meinem Leben ausschließlich der Kabbala zu widmen und mich nicht von anderen Praktiken ablenken zu lassen. Doch mein „Esel“ hat andere Wünsche. Ich verspüre zum Beispiel den Wunsch, ein Bier trinken zu gehen. Aber ich weiß, dann würde ich nicht in der Lage sein, für den Morgenunterricht aufzustehen, ich würde Kopfschmerzen haben.

In dieser Situation fühle ich mich machtlos, denn so lenkt mich der Schöpfer.

M. Laitman: Lass uns das klären: Der Schöpfer führt dich zum Unterricht und gleichzeitig auch zum Biertrinken. Der Schöpfer ist überall – sowohl dort als auch hier. Für welchen Weg entscheidest du dich? Auf welchen Schöpfer hörst du?

Frage: Mir ist bewusst, dass alles vom Schöpfer kommt, aber kann ich für mich selbst beten, um den Schöpfer zu wählen, der mich zum Unterricht schickt?

M. Laitman: Ich glaube nicht, dass das ein guter Weg ist, denn du würdest dich die ganze Zeit selbst täuschen. Der beste Weg ist, die Unterstützung der Gruppe, des Zehners, zu nutzen, um den „Bier“-Schöpfer zu besiegen. Dann hast du das Gefühl, dass du wirklich kämpfst, du verbindest dich noch mehr mit der Gruppe und dadurch stärkst du sowohl deine Verbindung zum Schöpfer als auch die Verbindung des Schöpfers zur Gruppe. Auf diese Weise werdet ihr wirklich Fortschritte machen.

Ich glaube, wenn ein Mensch in einem Dilemma steckt und zwei Wege vor sich hat, sollte er erkennen, dass sie ihm vom Schöpfer gegeben wurden. Also sollte er sich für den Weg entscheiden, der in den Augen des Schöpfers vorzuziehen ist.

Frage: Kann ich für mich selbst beten, dass der Schöpfer mir hilft, den richtigen Weg zu wählen?

M. Laitman: Das ist ein sehr schwaches Gebet. Es ist besser, durch den Zehner zu beten. Ein echtes Gebet findet immer in einem so genannten Minjan statt. Ein Minjan besteht aus zehn Personen.

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Aus der Lektion zum Thema „Fragen und Antworten“

Wie ein Fisch im Netz

Frage: Wie kommt es, dass sich der Mensch vor seiner Umgebung verbeugt?

M. Laitman: Der Mensch ist verzweifelt, weil so viel Zeit verstrichen ist und er sich so viel Mühe gegeben hat, aber noch immer kein Ergebnis zu sehen ist. Aber wenn er trotzdem in der Gruppe ist und kommt, ändert sich schließlich sein Verlangen.

Ich erinnere mich, dass ich einmal während eines schrecklichen Regenschauers zu Rabashs Unterricht kam. Außer mir hatte niemand ein Auto, und so warteten wir lange, aber es kam niemand. Also rief ich an und fragte, warum die Leute nicht kamen, und bot eine Mitfahrgelegenheit an. Und ich hörte als Antwort: „Was soll ich denn machen, wenn draußen so eine Flut ist?“

Plötzlich kam ein anderer Schüler herein, klatschnass. Als wir ihn fragten, wie er in einem solchen Regenguss gelaufen sei, sagte er: „Was könnte ich tun, wenn gleich der Unterricht beginnt?“ 

Man sitzt also zu Hause und fragt sich: „Was könnte ich tun?“ – Ich meine, wie könnte ich bei einem solchen Regenguss nach draußen gehen? Und der andere kommt völlig durchnässt herein und sagt auch: „Was sollte ich tun?“ – denn es gibt eine Lektion, und ich kann doch nicht nicht kommen. 

Alles hängt also von der Einstellung eines Menschen zu den Bedingungen ab, die ihm gegeben werden. In jedem Moment wirst du nach deiner Einstellung gefragt. Wenn du nicht vergisst, dass alles von oben kommt, speziell für dich, um damit zu arbeiten, dann hast du keine Wahl, und du handelst entsprechend.  

Frage: Wie schafft man es, sich bei jeder Gelegenheit zu verbeugen, um einen Schritt in Richtung der Gruppe zu machen?

M. Laitman: Es steht geschrieben: „Was der Verstand nicht tut, das tut die Zeit“. Und das ist wirklich wahr. Wenn es keine Qualität gibt, wird die Quantität funktionieren. Auf jeden Fall werdet ihr eines Tages durch den Einfluss des Lichts erkennen, dass nichts für euch funktionieren wird. Du wirst nichts erreichen, wenn du dich direkt an den Schöpfer wendest, das funktioniert nicht.

Dann wird man verzweifeln und beschließt, dass man sich mit der Umgebung verbinden muss. Du wirst Fäden haben wollen, die von dir ausgehen, die dich mit allen verbinden, und alle mit dir, als wärst du ein Fisch, der sich in einem Netz verfangen hat. Nur in dieser Form hast du eine Chance, dich in irgendeiner Weise zu verändern und das Wichtigste ist, dass du andere an dir arbeiten lässt.

Du bist gezwungen, dich so sehr von deiner eigenen Kraft enttäuscht zu fühlen, dass du dich bereit erklärst, dich deiner Umgebung auszuliefern, dich in diesem Netz zu verstricken mit der einzigen Hoffnung, dass deine Freunde dich beeinflussen werden. Du glaubst, dass sie die Macht dazu haben. Aber du selbst hast keine Verbindung zum Schöpfer, und Er will dich nicht beeinflussen und verändern.

Schließlich siehst du, dass viele Jahre vergangen sind, aber nichts funktioniert. Es gibt nichts anderes zu tun, und dann triffst du eine Entscheidung. Aber es braucht viel Mühe, Zeit und Ausdauer, Konsequenz. Es sollte keinen Tag geben, an dem du einen Unterricht verpasst.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Der Egoismus ist Feind und Helfer zugleich

Frage: Was sind die Stufen der Erkenntnis des Bösen? Ist es ein kumulativer Prozess, einmal – und plötzlich zur Erkenntnis gekommen? Oder geschieht es allmählich?

Antwort: Die Erkenntnis des Egoismus geschieht allmählich. Bei neugeborenen Kindern ist er nicht vorhanden. Im Laufe des Heranwachsens bringen wir den Kindern im Kindergarten, in der Schule und im weiteren Leben bei, dass der Egoismus ihnen schadet, sowohl im Kontakt mit anderen Menschen als auch bei der Aneignung einer Fertigkeit, einer Arbeit und so weiter.

Es stellt sich aber auch heraus, dass der Egoismus uns hilft. Er korrigiert uns, zwingt uns, besser zu sein als wir sind, damit wir uns gegenüber anderen Menschen nicht als absolute Egoisten erweisen. Schließlich werden sie uns dann so behandeln.

Frage: Aber wie kommt es zu der Erkenntnis wie verderblich der Egoismus ist? Es gibt so viele Kriege, Leid in der Welt. Wo ist diese Einsicht, dass der Egoismus uns schadet?

Antwort: Wir sehen es, und langsam geben wir es auf. Die Menschen haben keine andere Wahl. Es ist ja nicht so, dass man auf die Straße geht und  ohne Konsequenzen andere ausrauben kann.

Kommentar: Dafür hat die Gesellschaft solche Gesetze geschaffen….

Antwort: Die Gesellschaft muss weiterhin alle Arten von Beschränkungen für derartiges Verhalten schaffen. Wir sehen, dass jede Generation andere Verpflichtungen auf sich nimmt – neue und bessere. Auf diese Weise erheben wir uns allmählich über unsere egoistische Natur.

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Aus der Fernsehsendung „Das Zeitalter der letzten Generation“, 27.06.2024

Wir haben die Wahl

Kommentar: Auf unserem Weg zum Ziel der Schöpfung können wir den besten oder den schlechtesten Weg dieser Entwicklung wählen. Entweder werden wir in Fesseln gehen, von einer Peitsche angetrieben oder wir fahren in einem Abteilwagen, auf einer guten Straße und schauen aus dem Fenster auf ein schönes Panorama. Das ist ein großer Unterschied.

Dafür müssen wir selbst an der Reise teilnehmen, d.h. in die Kutsche einsteigen, statt gefesselt auf der Straße zu sitzen. Das bedeutet, dass man mit dem Ziel der Schöpfung einverstanden ist, es erreichen will.

Man muss es selbst wollen und das ist gegen den Egoismus. Das Bestreben dieses Ziel zu erreichen ist größer als alles andere auf der Welt, selbst wenn man die Möglichkeit hätte es zu vermeiden. Das bedeutet, dass man zu einem Zustand der richtigen Wertschätzung des Ziels, des Verstehens kommen muss.

Diese Arbeit besteht darin, uns bewusst zu machen, was die einzige Kraft der Natur an uns tut, wie gut sie ist, wie sie uns vom Egoisten zum Altruisten, zur absoluten Selbstlosigkeit erheben will, um uns auf eine vollkommene Stufe zu bringen. Es ist diese Vollkommenheit die man als das größte Geschenk zu schätzen beginnt.

Frage: Spürt man, ob man in Fesseln geht oder in einem Zugabteil reist, noch einen gewissen Druck in Bezug auf seinen derzeitigen Zustand?

Antwort: Nein. Wir müssen den schrecklichen, schlammigen Weg in einen Neuen, mit allen Annehmlichkeiten ausgestatteten Weg umbauen.

Frage: Kann man ohne Fesseln gehen, wenn man die Prinzipien des Universums kennt?

Antwort: Nein. „In Fesseln“ bedeutet, dass man die Prinzipien nicht kennt, nicht mit ihnen einverstanden ist, sich nicht verändern will.

Die Aufgabe besteht nicht darin, den Weg zu Ende zu gehen. „Den Weg zu Ende zu gehen“ bedeutet, sich völlig neu zu formen. Man muss nirgendwo hingehen. Man wird plötzlich feststellen das man am selben Ort bleiben kann, dass der Weg nicht wirklich ein Weg ist sondern eine innere Veränderung, die man durchlaufen muss.

Wir müssen also schnell eine Methode entwickeln, um die ganze Menschheit zu korrigieren, indem wir sie so einfach wie möglich beschreiben und sie mit allen Mitteln verbreiten. Das Wichtigste ist, dass die Menschen verstehen, was mit ihnen und der Welt jetzt geschieht, wo sie sich befinden.

Wenn wir die Welt als gut ansehen wollen und nicht als das, was sie uns zu sein scheint – sehr bedrohlich und unberechenbar -, müssen wir unbedingt verstehen, wozu uns die Natur zwingt.

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Aus dem Vortrag “ Mein Telefon hat geklingelt. Die Prinzipien des Universums”.

Das Böse ist die Grundkraft der Natur

Frage: Heute ist es möglich, eine einzige genetische Zivilisation zu schaffen. Das heißt eine Verbesserung der Menschheit durchzuführen. Wäre es gut, wenn alle Menschen gleich perfekt würden? Ein idealer Dichter, Wissenschaftler, Politiker mit der angeborenen Fähigkeit, sich nicht bestechen zu lassen, nicht zu betrügen.

Wäre es möglich auf der Grundlage, einer solchen idealen Gesellschaft, im sozialen Sinne eine erhabene spirituelle Gesellschaft aufzubauen?

Antwort: Das wäre schrecklich. Wenn die Menschen ohne freien Willen sofort fähig wären, einander zu geben, zu erfüllen, zu lieben und zu respektieren, dann wäre es eine auf dem Kopf gestellte Welt. Es wäre eine absolut fürchterliche Welt. Sie wäre nicht anti-egoistisch.

Frage: Weil sie künstlichen geschaffen wurde?

Antwort: Ja. Dann werden sie auch in der Lage sein, die Kräfte, die eigentlich die Menschen verbinden sollten, so zu steuern, dass sie die Menschen spalten werden. Ich finde dafür keine passenden Worte und Formulierungen, aber das wäre die Möglichkeit für sehr grausame Ereignisse.

Frage: Wäre das im Fall einer künstlich erschaffenen, idealen Gesellschaft?

Antwort: Ja. Ich hoffe, dass die höheren Naturkräfte uns das nicht erlauben werden.

Frage: Wollen Sie damit sagen, dass das Böse in der Welt existieren soll?

Antwort: Ja! Das Böse muss mit dem Guten im Gleichgewicht sein, so dass wir ständig zwischen dem Bösen und dem Guten wählen müssen, damit sich das Böse langsam, schrittweise in das Gute verwandelt, damit wir vorankommen, uns bilden und neue Generationen erziehen können.

Frage: Sie sagen damit, dass der Mensch im Prinzip die Wahl zwischen Gut und Böse hat?

Antwort: Ja. Ohne diese Wahl, ohne den freien Willen zwischen Gut und Böse, kann der Mensch nicht existieren.

Kommentar: Der Mensch wird wahrscheinlich das Böse wählen. Das ist schließlich seine Natur.

Antwort: Nein, er muss die Möglichkeit dazu haben. Ich spreche davon, dass wir in einer Zeit leben werden, in der wir die Möglichkeit haben werden, frei zu wählen und zu entscheiden.

Frage: Werden wir das Gute wählen?

Antwort: Nicht unbedingt. Man kann nicht in einer Welt das absolut Gute leben. Man muss allmählich dazu kommen und verstehen, wie das Böse an der Schöpfung teilhaben soll und wie es uns helfen kann, gut zu werden.

Frage: Sie sagen also, dass das Böse nicht zerstört werden kann?

Antwort: Ja. Es muss neben dem Guten existieren und dem Guten ständig helfen, seine Besonderheit zu offenbaren.

Frage: Mit wessen Hilfe wird das Gute immer weiter wachsen?

Antwort: Mit Hilfe des Bösen.

Frage: Bedeutet das, dass, sobald das Böse wächst, auch das Gute wächst, werden wir auf diese Weise vorankommen?

Antwort: Ja.

Frage: Welche Höhen kann das Gute erreichen?

Antwort: Bis zum vollkommenen freien Willen.

Frage: Was ist das, was steckt dahinter?

Antwort: Es ist ein Zustand, in dem ein Mensch absolut gut, korrigiert, gebend wird und seine Entwicklung nicht beeinträchtigt wird.

Frage: Ist das alles auf das Böse zurückzuführen?

Antwort: Ja. Deshalb wurde das Böse als Grundkraft der Natur erschaffen.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 20.04.2023.