Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Lass den Esel für den Menschen arbeiten

Bestrebungen, um sich im Glauben über der Vernunft zu befinden, stellen eine Vorbereitung auf den Machsom dar. Wir müssen diesen Status begehren, selbst wenn wir noch nicht bereit dazu sind, ihn zu erlangen. Mitunter wird uns eine Möglichkeit gegeben, „Glauben über der Vernunft“ zu spüren, jedoch wenn wir uns dem Machsom (der Barriere, die uns von der Spiritualität trennt) nähern, wollen wir nunmehr im glauben über der Vernunft verbleiben, um wenigstens ein wenig Kontakt mit ihm zu haben und nicht nur auf eine Seite zu fallen: Hass (Ego) oder Liebe (Schenken).

Mit dieser Angst müssen wir zu jeder Zeit rechnen. Wenn ich die Wirklichkeit von nur einem Standpunkt aus betrachte, bin ich nicht mehr als ein Tier. Wenn ich ein Mensch sein will, „auf meinem Esel sitzend“ (meinem egoistischen Verlangen), muss ich diese beiden gegensätzlichen Punkte in meinem Innern einschließen.

Der erste Punkt ist meine Kritik und meine Uneinigkeit mit anderen. Und der zweite Punkt ist mein „Ich“, das meiner Kritik über andere nicht zustimmt. (Damit es klar ist, wir sprechen hier nicht über die Verbreitungsarbeit, sondern über die innere Arbeit in der Gruppe, in Richtung Einheit, wenn ich einen Freund kritisiere, seine Eigenschaften, die sich nicht auf die Arbeit beziehen.) Und obwohl ich weiß, dass mein Tadel wahr ist, möchte ich trotzdem den Schöpfer zwischen uns enthüllen. Er ist es, der die Rolle des Pharao spielt, meine Liebe in Hass verwandelt, Einheit und Verbindung in Widerstand, Kritik und Zwietracht umwandelt.

Er spielt diese Rolle, damit ich mich mit meinem Freund über dem Pharao zu verbinden wünsche, auch wenn mein Herz ihn zurückstößt und ich ihn hasse und nicht gewillt bin, mich mit ihm zu vereinigen. Ich besitze haufenweise Vorwürfe gegen ihn, jedoch trotz und mit all dem bilden wir eine Beziehung der Liebe, Harmonie und der vollkommenen Einheit.

Ich laufe nicht weg in den erhabenen Zustand, in dem alles ausgezeichnet ist; vielmehr erhalte ich diese gegensätzlichen Punkte in mir zu allen Zeiten und bleibe dabei, zwischen ihnen fortzuschreiten. An diesem Punkt besitze ich bereits den Anfang eines spirituellen Gefässes, Malchut und Keter, zwei gegensätzliche Punkte. Und ich befinde mich in der Mitte, die Bedingung der Abgrenzung zwischen ihnen aufrecht erhaltend.
Die Entfernung zwischen ihnen wächst weiter an, bis es ein bestimmtes spirituelles Objekt formt. All diese Arbeit wird praktisch nur in der Gruppe ausgeführt und nur in Beziehung mit den Freunden.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 13/04/2011, Shamati Nr. 59

Zur Einheit durch die Wüste

Frage: Wie kann der Mensch erkennen, dass er begonnen hat, an der Vereinigung mit den Freunden zu arbeiten? Woran kann das gemessen werden?

Meine Antwort: Die Arbeit an der Vereinigung kann an der Enttäuschung gemessen werden, wenn der Mensch spürt, dass er jedes Mal scheinbar im Kreis läuft oder sogar noch tiefer sinkt.

Ich habe meine Abstoßung den anderen gegenüber überwunden, habe mir gewünscht, mich mit ihnen zu verbinden, habe begonnen zu planen, wie ich das umsetzen kann, wie ich mich ihnen nähern kann, wie ich mich gemeinsam mit ihnen beteiligen kann. Dann habe ich begriffen, dass unsere Einheit nicht äußerlich, sondern innerlich sein muss, dass ich mich mit ihnen mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele verbinden und sie nicht einfach an der Hand halten oder sie an die Schultern fassen muss.

Ich habe so viele Anstrengungen unternommen – und habe unsere Einheit vergessen. Und wieder habe ich mir Mühe gegeben – und habe wieder vergessen. Während ich über die Spiritualität, über das Ziel, welches ich erreichen muss, nachdenke, denke ich nicht an meine Freunde. Vor allem entstehen in mir andere Vorstellungen von der Spiritualität – als von den Enthüllungen, Lichtern, Erfüllungen. Ich glaube, dass die Spiritualität alle meine Verlangen wie in der Materialität erfüllen wird, als wäre es eine gewöhnliche Erfüllung mit dem Genuss innerhalb des Verlangens. Das heißt, ich versuche die Spiritualität auf egoistische Art und Weise zu erreichen. Dadurch erkenne ich, dass ich mich noch im Exil befinde.

Ich strebe die ganze Zeit nach der Spiritualität, nach der Einheit, ich richte mich jedes Mal korrekt aus – auf die Vereinigung mit den Freunden, auf die Festigung in der Gruppe, in der Verbreitung, auf die Einheit und die Bürgschaft. Ich verstehe, dass ich von ihnen abhänge und sie von mir abhängen, und strenge mich jedes Mal an, um mich an den Gedanken festzuhalten, dass die Spiritualität unsere gegenseitige Verbindung über dem Verlangen jedes Einzelnen ist.

Und nach allen meinen Anstrengungen und richtigen Gedanken werde ich wie von einem Schlag auf den Kopf betäubt – und ich kehre wieder zu den früheren Gedanken an das Materielle zurück: „Und wo ist mein Nutzen?! Wo ist die Spiritualität?! Was habe ich bekommen? Es hat sich nichts in mir enthüllt…“

Das bedeutet, dass der Pharao alle meine Anstrengungen verschlingt. Und so ist es jedes Mal. Ich versuche, mich über mein Ego zu erheben, mich mit allen zu verbinden, soweit ich nur dazu im Stande bin, ich baue die Gruppe auf, um eine richtige Umgebung für mich zu erschaffen, die in der Lage wäre, mich zu unterstützen, – und plötzlich denke ich wieder: „Und wo ist mein Gewinn – in mir? Was habe ich verdient? Was habe ich gefunden? Was habe ich erreicht? Wo ist die Erfüllung?“ Das heißt, ich warte auf die Erfüllung meiner egoistischen Verlangen und nicht auf die Enthüllung des Gebens zwischen uns.

So verschlingt der Pharao jedes Mal alle meine Anstrengungen – bis er sie alle endlich ausspeit, wie geschrieben steht: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ [Hiob 20:15]. Wenn meine Anstrengungen das volle Maß erreicht haben, bekomme ich alles, was der Pharao in sich gehortet hat, wieder – jedoch nicht auf einmal, sondern nach und nach. Als erstes erhebe ich mich über alle diese Verlangen, das heißt, ich „fliehe aus Ägypten“, dann enthülle ich sie allmählich in Form des „goldenen Kalbes“, der „Späher“ und anderer egoistischen Verlangen, doch das ist bereits auf der Ebene der „Wüste“.

Wenn ich in der Eigenschaft „Chafez Chessed“ (der nichts für sich will) arbeite – im „Geben um des Gebens willen“, dann enthüllen sich die gleichen Verlangen mit den Erfüllungen des Pharaos, und genau diese helfen mir, das Böse zu enthüllen. Denn in der „Wüste“ habe ich nichts, „Chafez Chessed“ hat kein Verlangen. Doch in dem Maße, in dem ich dieses egoistische Verlangen aus dem Pharao herausziehe, kann ich es korrigieren, indem ich es in eine immer größere Eigenschaft des „Gebens um des Gebens willen“ verwandle – bis ich diese ganze Stufe abgeschlossen und meine „40 Jahre Wanderung durch die Wüste“ beendet habe. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 21.04.2011

Vorankommen aus dem Gegenteil heraus

Unser Verlangen beginnt, die richtige Form anzunehmen.

Wir wollen uns verbinden, das Bestreben nach der Einheit in jedem enthüllen, trotz des Egoismus. Das ist sehr wichtig: trotz des Egoismus strenge ich mich an, um mich innerlich den Freunden entgegen zu streben, mich ihnen anzunähern und sie alle in einer engen Verbindung zu halten, als Menschen, die einander durch das Ziel und im Geiste nahe sind.

Und das Wichtigste ist im Moment, dass ich mich auf sie verlassen kann: wenn wir schon vereint sind, dann werden sie dafür sorgen, dass ich an unseren Weg denke und bei unserer Vereinigung nur stärker werde.

Ich strebe danach, mit den Freunden zu verschmelzen, und hoffe, dass diese meine Bestrebung mir erlaubt, das unversiegbare Verlangen nach der Einheit zu erlangen. Das ist alles, was wir brauchen. Vom Anfang und bis zum Ende der Korrektur wird von uns allein das verlangt.

Deshalb steht auch geschrieben, dass die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst das zusammenfassende Gesetz der gesamten Tora ist. Es gibt nichts anderes, und nur in diese Richtung müssen wir uns bewegen. Wie sehr es gegen unsere Natur auch gehen mag – es ist unwichtig. Wenn wir das Schöpfungsprogramm nach dem beschleunigten Szenario erfüllen wollen, dann gibt es nur eine Möglichkeit: aus dem Gegenteil, aus dem Verhasstesten und Widerlichsten heraus Schritte der Liebe und dem Nächsten entgegen zu tun.

Es geht nicht anders…

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 21.04.2011

Der Schlüssel, um den Sohar zu erschließen

Es ist kaum vorstellbar, zu welchem Ausmaß das ursprüngliche Buch Sohar, durch das, was heute für uns verfügbar ist, ersetzt wurde. Es ist ungefähr zwanzigmal geringer. Der größte Teil des Buches ist verschwunden. Kabbalisten schreiben jedoch, dass wir nicht mehr benötigen. Der Rest des Buches ist speziell für uns vorgesehen, um uns mit der notwendigen Unterstützung zu versorgen.

Es ist sehr schwierig, den Sohar zu besprechen, weil er äußerst erhaben ist. Außerdem wurde er in einer besonderen Art und Weise verfasst. Baal HaSulam erklärt, dass es zwei Arten der Seele gibt: einige wurzeln im Inneren Licht und die Anderen im Umgebenden Licht.

Wir wohnen in einem ganzheitlichen System der Seelen und die Verbindung zwischen uns fließt, sowohl in der internen Strömung zwischen den Seelen, als auch im umgebenden Feld. Jedes elektrische System ist derart gestaltet, es besitzt Widerstände (Widerstands-Schaltkreise), Kondensatoren und Induktionsspulen. Alle arbeiten zusammen, sowohl elektromagnetische Felder als auch die Widerstände zwischen ihnen. Einige Teile dieses Systems sammeln in sich Energie an, während andere den elektrischen Strom in ein magnetisches Feld und umgekehrt, das Feld in elektrischen Strom wandeln.

Das System der Seelen arbeitet auf eine ähnliche Weise. Die Autoren des Sohars mussten ebenso diese beiden Typen der Seele besitzen. Daher studierten sie auf eine sehr besondere Art. Sie saßen im Kreis. Rabbi Shimon sprach darüber, was er erlangte, während alle seine Schüler zuhörten und erörterten was er enthüllte, ihm Fragen stellten und Antworten bekamen. Rabbi Aba hörte, was sie sprachen und schrieb es nieder.

All dies geschah während dem Gespräch. Selbstredend liegt im Gespräch wesentlich die Weitergabe der Kräfte und Lichter zwischen diesen Seelen, die sowohl im Innern als auch im Umgebenden Licht hervorgebracht wurden. Rabbi Shimon besaß eine Seele, die aus dem Innern und Rabbi Aba eine, die aus dem Umgebenden Licht kam. Deswegen war Rabbi Aba fähig, alles, was Rabbi Shimon sagte, in einer verhüllten Form aufzuzeichnen, so dass heute jeder Mensch den Sohar kaufen, lesen und nichts verstehen kann.

Um dieses Buch zu erfassen, muss ein Mensch eine bestimmte Vorbereitung in Verbindung mit den Freunden durchleben. Sie müssen genau das gleiche Modell von Beziehungen zwischen sich bilden, wie es die Autoren des Sohars taten. Indem sich solch eine Gruppe organisiert (es ist nicht verbindlich nur zehn Leute in ihr zu haben, es könnten ebenso gut 10000 sein) und sich bemüht sich zu vereinigen und sich wünscht zu entdecken, worüber das Buch in ihrer gemeinsamen Verbindung berichtet, werden sie Rabbi Shimons Gruppe ähnlich. Und dann erhalten sie die Einwirkung des Lichtes von ihm.

Da einige von uns zum Inneren und einige zum Umgebenden Licht gehören, beginnen wir den Einfluss aufzunehmen, wie ein Radio die Wellen aufnimmt. Dann beginnen wir zu vernehmen, was das Buch uns auf der Stufe von Bina sagt (Hören ist die Stufe von Bina) und sogar zu sehen (auf der Ebene von Chochma), je nach unserer spirituellen Stufe. Und wenn wir auf der Ebene von Bina die gemeinsame Verbindung nicht erreicht haben, dann bereiten wir uns noch darauf vor.

Somit ist es ein Zeichen von spirituellem Aufstieg, wenn wir als eine Gruppe, während wir den Sohar lesen, diesen Text als die gleichen Kräfte und Eigenschaften zu spüren beginnen, wie sie der Sohar schildert. Das ist das Wesen des Buches selbst. Dieses Buch ist ein Lehrer, eine Arbeitsanleitung. Ein Mensch spürt, wenn er in es eindringt, wie er mit diesem Buch aufsteigt und spirituelle Stufen entdeckt, als ob er in der Tat eine Leiter hinaufsteigt.

Ich hoffe sehr, dass während unseres Unterrichtes, wenn wir beginnen werden den Sohar zu lesen, ihr alle zusammen die rechte Absicht bewahren werdet, um so viel wie möglich aus dieser Quelle zu erhalten.

Aus der 4.Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Über die virtuellen Kongresse und die reale Verbindung

Frage: Im Vorfeld des Kongresses in Moskau haben Sie gesagt, dass es für uns an der Zeit wäre, uns an die virtuellen Kongresse zu gewöhnen und eine noch größere Verbindung zu spüren, während wir uns vor den Bildschirmen befinden. Was bedeutet das nun genau?

Meine Antwort: Ein Kongress bedeutet einen Ruck nach vorne. Doch abgesehen von solchen Ruckbewegungen müssen wir jeden Tag Verbindung untereinander halten, wobei sie sich ständig verstärken sollte. Mit Hilfe von Kongressen erschaffen wir Impulse zur Vereinigung, und in der Zeit zwischen den Kongressen brauchen wir eine ständige Verbindung, die von Tag zu Tag stärker werden sollte.

Es gibt keinen anderen Ausweg, wir müssen zu einer „runden“, globalen, integralen Welt kommen. Das sind nicht einfach nur Worte. Wir dürfen die Verbindung nach drei Kongresstagen nicht unterbrechen – die Verbindung muss an die Tagesordnung der gesamten Welt gesetzt werden. Das ist das, was von uns verlangt wird.

Aus diesem Grund müssen wir gegenseitige Beziehungen zwischen uns aufbauen, die uns ermöglichen werden, die Verbindung sogar virtuell zu halten, ohne einander sehen und hören zu können. Genau dafür wurde das Internet erschaffen, um der gesamten Welt zu helfen, durch gemeinsame Verbindung vereint zu werden, von der materiellen, virtuellen Verbindung zu der spirituellen Verbindung überzugehen. Und wir müssen dieses Mittel nutzen.

Deshalb vermute ich, dass unsere nächsten Kongresse nicht sehr groß sein werden, für 1000 bis 2000 Freunde, die aus der jeweiligen Region zusammenkommen. Und alle anderen werden virtuell daran teilnehmen, was absolut kein Hindernis für sie sein wird. Im Gegenteil: alle befinden sich in einem gemeinsamen Zustand, und die „virtuellen“ Teilnehmer spüren nicht die geringste Schwäche bei der Verbindung mit den Teilnehmern vor Ort.

Das wird uns die Möglichkeit geben, mehrere Kongresse im Jahr zu veranstalten, außerdem werden wir jeden Tag im Jahr eine untrennbare Verbindung halten können. Wir sollten damit aufhören, viel Geld für zwei große Kongresse im Jahr auszugeben, nach denen wir wieder in den gewohnten Zustand zurückfallen. Ich möchte den Akzent vom physischen auf den virtuellen Kongress, und weiter auf die tägliche innere Verbindung verlagern. Es ist sehr wichtig.

Ansonsten werden wir keinen Ort der Enthüllung des Schöpfers zwischen uns erschaffen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 18.04.2011

Du sollst dir keine „Götzenbilder“ machen

Während wir kabbalistische Artikel lesen, sollten wir uns sehr vorsehen, um sie nicht mit den Begriffen der Zeit und des Raumes in Verbindung zu bringen und uns keine „Götzenbilder“ zu machen.

Alles, was von den Kabbalisten geschrieben wurde, bezieht sich nur auf unser Verlangen und nicht auf irgendwelche historische Ereignisse, die einst stattgefunden haben.

Die Geschichte gehört ebenfalls zu unserer inneren Wahrnehmung der Realität. Es gibt keinen geographischen Ort, an dem das alles stattfinden würde, „Ort“ bedeutet unser Verlangen. Es gibt auch keine Zeit, „Zeit“ bedeutet den Wechsel der Zustände.

Und wenn wir so einen besonderen Artikel wie heute lesen: „Und sie bauten armselige Städte“, über die Sklavenarbeit für den Pharao – dann müssen wir alles Geschriebene nur auf uns selbst beziehen, darauf, was mit uns auf unserem spirituellen Weg geschieht.

Der Artikel handelt davon, was ich in meinem Verlangen, in meiner Einstellung der Gruppe, dem Schöpfer gegenüber durchlaufen muss – von all jenen Mitteln, die mir gegeben sind, um die Verschmelzung mit der höheren Kraft zu erlangen. Es gibt nichts außer mir und Ihm. Alles andere sind lediglich Mittel zur Erreichung der Verschmelzung zwischen uns.

Alles, was im Artikel geschrieben steht, soll allein in mir, in meiner Seele stattfinden – so muss ich ihn verstehen. Dann bedeutet es wirklich, dass ich den inneren Sinn des Materials studiere.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.04.2011

Ägypten befindet sich zwischen uns

Frage: Was können wir aus dem ganzen Prozess des Auszuges aus Ägypten für unsere alltägliche innere Arbeit mitnehmen?

Meine Antwort: Wir müssen nur einem Zustand entgegenstreben – der Vereinigung in der Gruppe. Die Gruppe stellt die Mini-Menschheit dar. Wir können nicht gleich das ganze Universum, die ganzen Menschenmassen umfassen, doch in der Gruppe können wir alle Prinzipien der Verbindung zwischen den Menschen abarbeiten.

Auf diese Weise werden wir alle Zustände enthüllen – „das Herabsteigen in Ägypten“, „das Eintauchen in Ägypten“, „die Flucht aus Ägypten“. Wir werden den Hass gegenüber dem Pharao, dem Egoismus, seine Schläge und die Klärung unserer Natur spüren.

All das wird an einem Ort geklärt – in meiner Verbindung mit den Freunden. „Der Nächste“ sind die Freunde für mich, denn ich kann nicht die ganze Welt lieben. Für mich stellt die Gruppe die ganze Menschheit dar, in ihr kann ich alle meine inneren Eigenschaften bearbeiten.

Jedes Mal, wenn ich versuche, mich mit den Freunden zu verbinden und das Zerbrechen, den Hass, die Abstoßung den anderen gegenüber in mir enthülle, führe ich neue innere Klärungen durch. Es kann sein, dass diese Klärungen noch die Arbeit „in Ägypten“ oder sogar „davor“ sind. Es ist unwichtig.

Wir können diese Etappen noch nicht deutlich erkennen. Und überhaupt haben wir bis zum Auszug aus Ägypten keine klaren Abgrenzungen. Nur im Nachhinein beginnen wir zu verstehen, was genau wir durchlaufen haben. Denn diese ganze Arbeit vollzieht sich in der Dunkelheit, unter der Herrschaft des egoistischen Verlangens, wenn ich irgendwie versuche, in ihm, mit ihm oder dagegen zu sein. Aus diesem Grund sind diese Klärungen nicht deutlich.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 13.04.2011

Teilnahme von allen sichert den Erfolg

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, 6. Lektion

Frage: Hunderte und tausende amerikanische Kinder sind praktisch sich selbst überlassen, und zahlreiche soziale Einrichtungen, die sich mit ihnen beschäftigen, erleiden völlige Niederlage.

Haben wir Bücher zu diesem Thema, die wir ihnen anbieten könnten?

Meine Antwort: Noch nicht, wir sind jedoch dabei, sie vorzubereiten. Ich hoffe, dass ihr im Laufe von drei bis sechs Monaten anfangt, eine Reihe von Büchern zu bekommen, welche die Erziehungsmethode für Kinder unterschiedlichen Alters enthalten: wie Gruppen gegründet, Besprechungen durchgeführt, Kinder entwickelt werden, wie die Verbindung zwischen ihnen aufgebaut wird…

Außerdem dürft ihr nicht nur auf das Material von uns warten, ihr solltet euch uns anschließen und zusammen mit uns am Prozess dessen Entstehung teilnehmen! Derjenige, der sich nicht mit der Verbreitung beschäftigt, hat keine Chance, spirituell voranzukommen! Wie kann er das Licht durch sich hindurch leiten, wenn er nicht versucht, es an andere weiterzugeben?

Nehmt euch ein Beispiel am amerikanischen Lernzentrum, nehmt an der Verbreitung teil, sonst werden wir keinen Erfolg erzielen, und unsere Entwicklung wird sehr langsam verlaufen. Wir brauchen Kraft, viel Kraft! Wir brauchen wirklich eure Hilfe!

Auszug aus der 6. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 02.04.2011

Über die Wichtigkeit des täglichen Unterrichts

Ein Mensch kann unmöglich in der Spiritualität vorankommen, ohne an unserem täglichen Unterricht teilzunehmen. Diejenigen, die nicht den ganzen Unterricht verfolgen können, können wenigstens bei einem Teil dabei sein.

Es gibt Menschen, die den ersten Unterrichtsteil, der die Artikel von Rabash enthält, und den zweiten Teil, das Buch Sohar, bevorzugen. Einige bevorzugen den dritten Unterrichtsteil zu Die Lehre von den Zehn Sefirot.

Der vierte Teil enthält Allgemeines, dort studieren wir Probleme in der Welt, die Erziehung und vieles mehr. Jeder von euch soll einen für ihn passenden Teil aussuchen, doch ab und zu sollte man wechseln.

Vielleicht fällt es euch schwer, täglich einen dreistündigen Unterricht, der alle vier Teile enthält, zu verfolgen, doch heute ist das Angebot an Kommunikationsmitteln dermaßen vielfältig, dass ihr die Unterrichte aufnehmen und sie euch dann über einen MP3-Player anhören könnt. Unsere Internetseite wird ständig durch neue Aufzeichnungen ergänzt. Ihr könnt die ganze Zeit mit Kopfhörern herumlaufen und euch die Unterrichte anhören – dann werdet ihr zweifelsohne viel schneller vorankommen.

Wie dem auch sei ist die Verbindung mit dem täglichen Unterricht (zumindest mit einem Teil davon) obligatorisch. Es steht geschrieben: „Wenn du Mich für einen Tag verlässt, verlasse Ich dich für zwei Tage“. Derjenige, der einen Tag des Studiums verpasst, wird von der spirituellen Quelle in doppeltem Maße abgeschnitten. So ist das Gesetz in der spirituellen Welt, das lautet „ Maß gegen Maß“. Seid also sehr vorsichtig!

Doch das allersicherste Mittel ist ein Abspielgerät, ein MP3-Player oder andere Mittel, mit deren Hilfe ihr ständig mit uns verbunden sein könnt.

Auszug aus der 5. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 01.04.2011

Über den Nutzen und Schaden der „Polonaise“

Frage: Sich mit dem Nächsten zu verbinden bedeutet, seine Erfüllung höher als die eigene zu schätzen. Das Problem besteht aber darin, dass mir der Austausch, die Interaktion mit dem Nächsten fehlt, um ihn immer wieder höher als mich selbst sehen zu können…

Meine Antwort: Das hat nichts mit dem physischen Austausch, mit der äußeren Verbindung zu tun. Was für einen Unterschied macht es, ob du dich unter den Freunden oder tausende Kilometer von ihnen entfernt befindest?

Genau aus diesem Grund möchte ich nicht, dass die Menschen von einem Kongress zum nächsten fahren. Sie sollten sich daran gewöhnen, die Verbindung der Herzen aus der Ferne zu halten. Ansonsten läuft es darauf hinaus, dass wir ohne unsere berühmte „Polonaise“ nicht spüren können, dass wir miteinander verbunden sind.

Ich muss nirgendwohin laufen – ich muss mich innerlich konzentrieren. Es reicht für mich, die Freunde zu sehen – und schon bin ich bei ihnen. Es bedarf keinerlei Körperbewegungen, um sich an der Verbindung beteiligen zu können. Ich strenge mich innerlich an und muss keine Hunderte oder Tausende von Dollar für Tickets ausgeben, um die Freunde unbedingt zu umarmen oder zusammen mit ihnen zu springen. Ich kann das alles genauso innerlich tun.

Ja, Anfänger und Kinder brauchen das, doch mit der Zeit sollte der Mensch zu einer tieferen Verbindung, zu dem inneren Bild übergehen.

Warum denkst du, dass du dich nur während des Unterrichtes zusammen mit den Freunden befindest, und dich später während des ganzen Tages von ihnen abschaltest? Spielt das etwa eine Rolle, wo du dich befindest? Im Gegenteil: du kannst während des Tages viel stärker als während des Unterrichtes den Freunden entgegen streben. Denn während des Unterrichtes bist du ein Egoist, der sich selbst ständig auf dem Bild sucht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus der Pessach-Broschüre, 14.04.2011