Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie man aus der Verhüllung zur Enthüllung kommt

Wir befinden uns bereits jetzt in der Welt der Unendlichkeit. Wir handeln in dieser Welt, doch während der Zeit der Verhüllung werden uns die Resultate unserer Handlungen nicht offenbart. Jedoch befinden wir uns in der gleichen Verbindung zwischen den Seelen und dem gleichen gemeinsamen Kli der Unendlichkeit.

Die Verhüllung bezieht sich nur auf uns. Während wir in dieser Welt sind, sind wir gleichzeitig in der Welt der Unendlichkeit, doch spüren wir sie nur durch fünf Welten oder Schichten der Verhüllung. Die Welt der Unendlichkeit, die wir in uns spüren, wird dann unsere Welt genannt.

In der Vorbereitungszeit zur Enthüllung arbeiten wir der Verhüllung entgegen, die unsere Welt genannt wird. Wir möchten eine Verbindung, Korrektur und Enthüllung erreichen, sind jedoch nicht dazu in der Lage. Wenn unsere Bemühungen jedoch ihren Höhepunkt erreichen, dann werden sie zu einer Bitte.

Ein Mensch fordert das Licht von oben, dass es kommen und ihn korrigieren möge, welches dann einen Zustand enthüllt, in welchem er sich vorher befand. Es ist, als ob jemand eine Glühbirne angemacht oder eine kleine Kerze in einem riesengroßen Raum angezündet hätte, und man sieht bereits den gleichen Zustand, die gleiche Welt der Unendlichkeit. Dies ist die Welt von Assija.

Somit handeln wir in der gleichen Welt, mit der gleichen Kraft und den gleichen Verlangen, doch im Ausmaß, in dem du fähig bist, mit ihnen zu arbeiten, wird dir enthüllt werden. Man erhebt selbständig all seine Verlangen und setzt die Arbeit fort. Nichts, was vorher existierte, wird verschwinden. Man fügt lediglich jedesmal eine erobernde Kraft hinzu und kommt so voran.

Die Enthüllung ist ein Zustand, in welchem die vorherige Verhüllung nicht mehr im Wege steht. Du kannst in der gleichen Verhüllung arbeiten, was Enthüllung genannt wird. Du erhältst solche Kraft, dass du dich in der gleichen Verhüllung zurecht finden kannst, obwohl sie besteht. Dass du mit dieser Schwere arbeiten kannst, bedeutet, dass du dich darüber erhoben hast. Dann enthüllst du eine noch größere Schwere, mit der du ebenfalls eine Verbindung erreichen kannst.

Je höher die Stufen sind, die du erklimmst, desto größer wird die Verhüllung. Mit dem einzigen Unterschied, dass du nach dem ersten Schritt, der Machsom genannt wird, bereits weißt, wie du dich über die Verhüllung erheben musst und mit ihr arbeiten und sie annehmen sollst. Immerhin ist es verboten, die Verhüllung zurückzuweisen, sonst wird es einen Kurzschluss zwischen dem Licht und dem Verlangen geben.

Vorgestellt: Neue Lieder von Arcadi Duchin


Ehrlich gesagt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies je möglich wäre. Ich glaubte nicht, dass der Tag kommen würde, an dem jemand eine solch enorme Arbeit übernehmen würde. Aber plötzlich tauchte Arcadi Duchin auf: ein erstaunlicher Musiker und Sänger und ein Mensch, der mir sehr nahe steht. Er begann zu sammeln, was er für die anschaulichsten Momente im täglichen Kabbala Unterricht hielt und schrieb darauf basierend ein Lied. Und nicht nur ein Lied.

Jeden Tag machen wir Kabbala Unterricht und jeden Tag schreibt er ein neues Lied. Aber dies sind keine normalen Lieder! Sie enthalten die ganze Bedeutung des Morgenunterrichts, die ganze Kraft und seine ganze spirituelle Füllung.

Dank Arcadi ist eine komplett neue Art der Verbreitung der Weisheit der Kabbala aufgekommen – eine, die sensibel, voller Gefühl und präzise ist.

Obwohl die Lieder auf Hebräisch sind, so will ich sie doch gerne auch in meinem Blog veröffentlichen, da ich mir sicher bin, dass jeder sie verstehen wird.
Hier ist nun das Lied „Das ist Egoismus“ basierend auf dem Unterricht vom 04.08.09

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=djy3UOR0F4k]

Transskript vom Video:
Das ist das Ego
Von Arcadi Duchin, Sima Duchin und Jack Duyev
Musik: Arcadi Duchin
Text: Arcadi Duchin

Auf dem täglichen Kabbala Unterricht vom 4.08.09 basierend

Arcadi: Ziel für mich ist, so nah wie möglich an dem, was Rav Laitman sagt zu bleiben und dies durch ein Lied auszudrücken – in einer Weise, die für die Menschen leichter ist, zu verdauen. Das ist keine leichte Aufgabe. Ich stehe jedesmal vor der Frage: „Habe ich das verstanden?“ Denn ich muss die Botschaft rüberbringen. Ich muss prüfen, ob ich das selbst verstanden habe und ob ich überhaupt so etwas umsetzen kann…

Liedtext:

Das ist Egoismus

Verfolge den Flüchtling – Egoismus – bis zum Ende,
dass er nirgendwohin mehr fliehen kann.
Daher wollen wir nur eins:
Ihn für immer loswerden.
Wenn wir die Wurzel des Übels erreichen
Und beschämt das Licht enthüllen
Wenn der Schuldige die Bühne verlässt
Der niemals die ersehnte Veränderung bringt,
werden wir die Formel des Guten erkennen:
Nur gemeinsam!

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Öffne die Tür zur spirituellen Welt


In der physischen Welt kann man immer noch sehen, dass es eine Tür gibt, selbst wenn sie verschlossen ist. Jedoch in der spirituellen Welt kann man die Tür nicht sehen, bis sie sich öffnet. Die Tür selbst ist unsichtbar: Sie ist eine feste Mauer. Ein Mensch kann nur durch die Tür gehen, wenn er sich selbst ausreichend korrigiert.

Der Eingang zur spirituellen Welt wird einem Menschen enthüllt, sobald er seine Eigenschaften der nächsten Stufe angleicht. Doch er wird die Tür oder die Öffnung nicht eine Sekunde vorher sehen.

Sobald ein Mensch seine Eigenschaften der nächsten Stufe angleicht, indem er die Eigenschaft des Gebens erlangt, die für ihn erforderlich ist, dann sieht er im gleichen Augenblick die Tür, die sich für ihn öffnet. Dann vereinen sich das Kli und das Licht.
(Aus dem 1. Teil des täglichen Unterrichts)

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In der spirituellen Welt sind Handlungen schneller als Lichtgeschwindigkeit


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein Mensch sich auf dem Weg der spirituellen Entwicklung befindet und durch die Zeit der Verhüllung geht, fühlt er sich verloren und ist verwirrt. Er versteht, dass der Egoismus böse ist, aber er kann sich nicht von ihm trennen. Wo findet er die Kraft, dies zu tun?

Meine Antwort: Während unseres gesamten Lebens gehen wir durch viele unterschiedliche Zustände und die Zustände sind für jede Altersgruppe anders. In jedem Augenblick der Zeit finden in unserm Innern alle Arten von Veränderungen mit der Geschwindigkeit von Atomen, die sich in unserm Innern immer schneller drehen, statt. Diese Veränderungen geschehen unbewusst innerhalb unserer Verlangen.

Für etliche Milliarden dieser inneren Handlungen findet eine augenblicklich statt, wenn in unserm Innern eine „Zahl wechselt“, wie in einem Zählwerk mit vielen Zahnrädern, die sich drehen. Plötzlich springt das Zählwerk von „0″ auf „1″. Danach dreht sich im Innern wieder lange Zeit alles und dann springt die Zahl von „1″ auf „2″. Dies findet in uns genauso statt.

Darum müssen wir diesen Handlungen einige Zeit bewilligen, damit sie passieren. Das Gleiche geschieht normalerweise in unserem täglichen Leben: wir befinden uns oft in einem Zustand, der sich dahinschleppt, bis er plötzlich vorbei ist – ganz von selbst. Und wenn man sich in diesem Zustand befindet, weiß man, dass man sich verändern muss, doch man kann einfach nicht.

Dinge brauchen Zeit, um sich zu verändern. In der Zwischenzeit müssen wir handeln, wie ein „Ochse im Joch“, weil wir nicht genau sagen können, was mit uns passiert. Wir verstehen die Handlungen nicht, die geschehen.

Später wenn ein Mensch in die spirituelle Welt eintritt, beginnt er alles zu verstehen. Er erhält neue Verlangen des Gebens und durch diese kann er Milliarden Handlungen in einem Augenblick unterscheiden. Das wird einfach, wie die Handlungen mit seinem Körper.

Heute jedoch geschehen die gleichen Handlungen in unserm Innern unendlich schnell. Wir müssen geduldig sein und warten, was bedeutet, dass wir auf unserem Weg weitergehen müssen. Der gegenwärtige Zustand wird an einem Punkt zu Ende sein, die „Zahl wird umspringen“ und wir werden bereit sein, zu geben.
(Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts)

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Alle Höheren Welten befinden sich in uns


Ohne die Hilfe der egoistischen Wünsche, den Klipot, können wir nicht vorankommen. Wir sind mit einem egoistischen Wunsch geboren worden und dieser Wunsch stellt die gesamte Schöpfung dar. Wenn wir jedoch in die spirituelle Welt eintreten, dann entdecken wir anstelle unseres winzigen, primitiven Wunsches zu empfangen ein ganzes System von Verlangen. Der Unterschied zwischen der Klipa (Egoismus) und Heiligkeit (Geben) liegt darin, wie ein Mensch diese Wünsche anwendet: für sich selbst oder um des Gebens willen. Beim Aufsteigen der spirituellen Stufen bestimmt er selbst, ob seine Wünsche Klipa oder Heiligkeit sind.

Wir neigen zu der fälschlichen Annahme, dass es zwei Welten um uns herum gibt, die in Bezug auf uns fremd sind und dass wir zwischen ihnen „wandeln“. So etwas gibt es nicht. Sondern alles geschieht in uns, innerhalb unserer Wünsche. Außer diesem existiert nichts.

Wenn wir weiterkommen, enthüllen wir ständig neue Wünsche in uns und je nachdem, wie wir uns zu unserer Umgebung beziehen, bestimmen wir, ob unsere Wünsche um des Empfangens oder des Gebens willen sein werden. Dabei bilden wir die spirituellen Welten oder Stufen.

Dies ist anders, als das, was wir uns heute vorstellen – dass die Höheren Welten bereits existieren und wir diese einfach betreten, als wären sie ein verzauberter Wald, mit bösen Geistern (Klipot),die auf der einen Seite leben und der Heiligkeit (Güte und Geben) auf der anderen Seite. Aber alles existiert im Innern des Menschen: alle Welten, der Schöpfer und der Mensch selbst.
(Aus dem 3. Teil der Täglichen Morgenlektion)

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Die Kraft des Lichtes hilft uns, unsere egoistischen Wünsche zu überwinden


Wenn ein Mensch beginnt, unmittelbar an seinem Wunsch zu geniessen zu arbeiten und er versucht, diesen zu unterdrücken oder umgekehrt, ihn zu vergrößern, dann findet dieser Vorgang innerhalb der Grenzen dieser Welt statt. Es gibt viele Menschen, die bereit sind, ihre Wünsche um etwas anderes Wichtiges willen zu unterdrücken, z.B. wollen sie schlanker werden, einen gesunderen Lebenstil erreichen oder im Sport eine Medaille erringen.

In diesen Fällen bezwingt der größere egoistische Wunsch die kleineren Wünsche. Alles hängt von der Entscheidung ab, die man trifft. Was ist für mich wichtiger?

Die Gesellschaft und Werbung können uns mit solch künstlichen Werten vollstopfen, dass wir gezwungen sind, entgegen unseren natürlichen egoistischen Wünschen, das Leben zu geniessen, zu handeln. Das ist so, weil der größte Wunsch des Menschen in der Anerkennung der Gesellschaft liegt, da dieser Wunsch aus der Verbindung unter den Seelen stammt.

Viele Menschen bringen ihr egoistisches Verlangen dazu, aus sich selbst oder unter dem Einfluss der Gesellschaft zu wachsen: sie kämpfen darum, Reichtum, Berühmtheit und Macht zu gewinnen, ohne sich selbst Grenzen zu setzen und sie versuchen, sich selbst zu erfüllen. Beide Herangehensweisen sind egoistisch und üblich in unserer Welt. Ebenso ist das, was wir „Gnade“ oder „Mitgefühl“ nennen, ebenfalls eine verhüllte Art des Empfangens.

Sollte ein Mensch jedoch zum wahren Grad des Gebens aufsteigen wollen, dann muss er sicher gehen, dass er sich nicht selbst belügt, dass er nicht in dem gleichen gewöhnlichen Egoismus verbleibt. Darum wird er zu einer Gesellschaft gebracht, deren Ziel es ist, Geben und Vereinigung mit einander zu erreichen, aber außerdem wird dies deshalb getan, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden und Ihn zu enthüllen.

Um das zu tun, braucht man das Höhere Licht, denn man braucht eine äußere Kraft, die Kraft des Lichtes, um die Arbeit gegen den Egoismus auszuführen. In diesem Fall suche ich mir nicht aus, welcher Wunsch am wichtigsten für mich ist, sondern ich entscheide einfach, dass mein Egoismus gar nichts empfangen will. Die einzige Belohnung, die ich erhalte, wird die Eigenschaft des Gebens sein, die ich erlange.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

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Der Mensch wird erwachen und sich selbst in einer neuen Welt wiederfinden


Leiden treibt den Menschen in die Richtung, in eine höhere Dimension einzutreten und aus diesem kranken, verzerrten Traum aufzuwachen, in dem er sich selbst als in einer zerbrochenen Wirklichkeit existierend sieht.

Er kann zurückschauen und verstehen, dass er sich selbst wehgetan hat, wenn er anderen Schaden zufügte. Wenn er doch gewusst hätte, was er jetzt weiß!

Er schaut zurück und sieht, dass die Teile der Wirklichkeit, die ihm fremd erschienen und die er nur ausnutzen wollte, ihm in Wirklichkeit nahe waren und noch wichtiger, als Teile von sich selbst ansieht.

Er wird erkennen, dass der Teil, den er als sein eigenes „Ich“ wahrgenommen hatte, überhaupt nicht wichtig ist. Denn die Kraft des Verlangens, die sich in seinen äußeren Teilen enthüllt, ist viele Male mächtiger und sie werden ihm zum Allerwichtigsten.

Er erkennt, dass alles eine Täuschung war und dass er, indem er alles, was ihn umgibt, hasst und ausnutzt, nur sich selbst geschadet hat. Alles war ein großer Fehler.

Diese Enthüllungen helfen ihm voranzuschreiten, bis er mit dem gesamten, sich ihm enthüllenden Universum völlige Ausgeglichenheit erlangt und er beginnt, sich selbst damit zu identifizieren.

Indem er erkennt, dass er zu diesem weiten Universum gehört und dass das Universum zu ihm gehört, enthüllt er die Höhere Kraft, die alles erfüllt.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Entfremdung und Trennung sind nichts weiter als Illusionen!

Alle spirituellen Welten befinden sich in deinem Innern

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das System der Klipot?

Meine Antwort: Alle unsere unkorrigierten Verlangen heißen „Klipa“ und alle unsere korrigierten Verlangen heißen „Heiligkeit“.

Es gibt nichts außer dir. Alles, was außerhalb ist, scheint nur außerhalb zu sein. In Wirklichkeit sind dies deine inneren Wahrnehmungen, die du vorerst als außerhalb erfährst. Wenn du die Welt Azilut erreichst und danach die Welt Adam Kadmon und die Welt der Unendlichkeit, wirst du entdecken, dass es keine Welten gibt – alles befindet sich in dir.

Macht ein Mensch jedoch keine Anstrengungen, Verbindung mit dem Licht zu erlangen, dann gibt es keine Welten zwischen ihm und dem Licht. Ein Mensch „entwirrt“ selbst diese Welten. Das heißt, durch seine Verbindung mit dem Licht erschafft er Stufen der Verhüllung zwischen ihm und dem Licht. Diese Stufen der Verhüllung werden „Welten“ genannt. Und wenn es keine Verhüllung mehr gibt, weil dieser Mensch sich selbst völlig dem Licht angeglichen hat, dann verschwindet die Verhüllung und es gibt keine Welten mehr.

Die Welten sind etwas, die in einer festgelegten weise existieren. Sie existieren in dir in Form von Verhüllungen, die nicht von dir abhängig sind. Dann werden sie Stufen von oben nach unten genannt. Wahlweise kannst du sie selbst erschaffen und in diesem Fall werden sie Stufen von unten nach oben genannt. Auf die eine oder andere Art existiert das alles in dir und es gibt nichts außerhalb. Es ist einfach so, dass unsere innere Struktur unsere Wahrnehmung in „ich“ und „die Welt um mich herum“ teilt.

(Vom 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes über die „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot“)

Nur die Höhere Kraft kann den Krieg gegen unser Ego gewinnen


Gestern hatte ich ein Gespräch mit der Jugendgruppe. Eine junge Frau, ungefähr 20 Jahre alt, stand auf, um eine Frage zu stellen. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich in einem Zustand der Verzweiflung befand und es ihr schwer ums Herz war. Sie fragte: „Was mache ich mit alledem? Kann es wirklich sein, dass jeder Mensch, der auf diesem Weg voranschreitet, sich so fühlt?“ Ich erwiderte: „Ja, und noch schlimmer…“

Ein Mensch muss den Zustand völliger Verzweiflung durchleben, um seine Unfähigkeit zu erkennen, durch seinen eigenen Egoismus voranzuschreiten, wie er es bis jetzt sein ganzes Leben lang gemacht hat. Schließlich muss ein Mensch, um die Spiritualität zu erlangen, sein Verlangen zu genießen, indem er die Verlangen und Vergnügen der Vergangenheit gebraucht, zurückweisen. Er muss die Entscheidung treffen, dass ihn das egoistische Verlangen niemals spirituelle Erfüllung erreichen lässt – das Gegenteil zu dem, was er vorher dachte.

Als sein Punkt im Herzen zum ersten Mal erwachte, war es nur eine Fortsetzung seiner vorherigen materiellen Verlangen: Er wollte in gleicher Weise Genuss von der Spiritualität erhalten, wie von der körperlichen Beschaffenheit. Der Mensch dachte: „Wow, jetzt habe ich ein neues Verlangen! Wen kümmert es, wenn ich es mit irdischen Dingen erfülle? Ich werde mich zum Himmel aufschwingen und dort meine Erfüllung finden!“ Er fuhr fort, sich auf dem Weg der Kabbala in gleicher Weise zu verhalten, indem er die gleichen Mittel verwendet. Er erwartete, alles selbst zu erlangen, gebrauchte seine eigene Kraft und seinen Stolz, sein eigenes „Ich“.

Als aber die Zeit verging, erkennt er, dass nichts gelingt. Und deshalb versinkt er in Verzweiflung, genau wie jeder Mensch, dessen Pläne nicht ausgeführt werden. Jeder muss auf dem spirituellen Weg dadurch gehen. Ein Mensch muss seine Ziele, Absichten, Wahrnehmungen und am wichtigsten, die Werte in seinem Leben bestimmen. Es hängt alles von den Bemühungen ab, die ein Mensch in Richtung Erlangung einbringt: Wie schnell will er diese Liste der Einsichten ausschöpfen?

Während er durch all die neuen Wahrnehmungen in der Liste des neuen „Ich“ geht, beginnt er zu verstehen, dass er nicht sein eigener Herr ist und er diesen Krieg durch die eigene Kraft nicht gewinnen wird. Nur der Schöpfer kann dies tun, denn der Mensch ist in der Hand des Schöpfers, in der Hand der Höheren Kraft. Es ist diese Kraft, die alles tut, die ihn dazu bringt, sich zu bewegen, stellt ihm alle diese Hindernisse in seinen Weg und gibt ihm die Kraft, sie zu überwinden. Die Höhere Kraft schaukelt ihn rauf und runter, immer und immer wieder, um ihn zu einem wahren Gebet zu bringen: Ein neues Verlangen in ihm zu erschaffen, ohne das er niemals die spirituelle Welt spüren kann.

Ich verlasse mich auf den Schöpfer und arbeite mit Ihm zusammen. Ich bitte und der Schöpfer tut es. Sobald wir zu gemeinsamen Bewegungen unter uns finden, werden wir gemeinsames Glück erlangen, wo meine Bitte und Sein Verlangen sich zu einem Ganzen verbinden und wir werden Einheit erlangen.

Der Schöpfer schleudert einem Menschen das Seilende zu und der Mensch muss es fangen, um damit zu beginnen, voranzuschreiten.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

 

Unsere Vermessenheit ist der Grund für die globale Krise


Wie kann der Mensch es wagen zu behaupten, nicht Teil des Natursystems zu sein? Wenn man es nicht ist, was ist man dann? Vor tausend Jahren oder vor einem Jahrhundert wurde man von der Natur gelenkt, aber heute nicht? Und warum ist es die Welt nicht? Weil man ein paar „Spielzeuge“ – Autos und Flugzeuge geschaffen hat? Man hat nur verschiedene Substanzen genommen und sie zusammengemischt, und dann kamen Plastik und Kaugummi auf. Was hat uns nun dazu gebracht, uns von der Natur zu trennen?

Tatsache ist, dass wir nicht von der Natur getrennt wurden. Alle Wissenschaften, einschließlich der Theorie Darwins, behaupten, dass wir das Endergebnis der Entwicklung der leblosen, pflanzlichen und belebten Stufen der Natur sind. Wie kommt es dann, dass der Mensch sich plötzlich der Natur gegenüber überlegen fühlt, getrennt vom integralen System des Universums? Warum tritt er mit einem Mal aus seinen Grenzen heraus und sagt: „Ich bin frei!“ Wovon ist er frei?

Jetzt stehen wir also aufgrund unseres sinnlosen Stolzes, weil wir vermessen denken, dass wir frei seien, einer Krise gegenüber. Tatsache ist, dass wir nicht frei sind und wir in einem integralen, globalen System der Natur (dem Schöpfer) leben, und deswegen müssen wir uns in Harmonie mit diesem System verhalten.

Wir befinden uns im Schöpfer. Er beherrscht uns, und es gibt niemanden außer Ihm. Wir haben keine Möglichkeit frei zu handeln, in keinerlei Hinsicht. Sogar das Gefühl, dass wir offenbar Ihm entgegengesetzt stehen, wurde uns von Ihm gegeben, um uns zu erheben.

(Aus dem 3. Teil der Täglichen Morgenlektion „Eine Einführung in den Talmud Eser HaSfirot“)

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