Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Mensch'

Der Anfang einer neuen Stufe

Der Sohar, Kapitel „Beschalach“, Punkt 441: … Darüber steht geschrieben: „Du sollst nicht mit einem Ochsen und einem Esel zusammen pflügen“, das heißt, man sollte den bösen Arten keinen (Frei)raum geben, da die Handlungen des Menschen erwecken, was nicht so sein muss. Wenn sie sich zusammen paaren, ist es unmöglich, ihnen standzuhalten.

Eine Klipa, die „Hund“ genannt wird, erscheint auf ihrer Seite, und diese ist die verbittertste von allen.

Der Sohar spricht auch darüber, dass mit jeder unserer Bemühungen und der Handlung sofort Klipa geöffnet wird und der Mensch den Misserfolg erlangt, in Klipa eintaucht, und dann die Korrektur begeht. So löst er sie auf, um sich darin nicht mehr befinden zu müssen.

Das heißt, der Aufstieg nach zu den Stufen fängt mit der Verwirrung, mit der Vermischung des Guten und des Übels an.
Jeder beliebige Zustand ist mir zuerst unklar. Aber gewiss gibt es darin das Gute und das Böse.

Ich soll in diesem Zustand das Licht heranziehen, das zur Quelle zurückführt. Das Licht, das in diesem Zustand gezeigt wird, lässt das Übel hinabsteigen, wobei ich mit dem Guten nach oben hinaufsteige.

Deshalb empfinde ich in einem beliebigen Zustand zunächst die Unklarheit, die dann infolge des Lichtes geklärt wird.

Vor allem öffne ich mit Hilfe des Lichtes das Übel, wie es gesagt ist: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen“, – und werfe es nach unten (1). Und dann – „… Er hat die Tora für seine Korrektur geschaffen, weil das Licht (O“M), das darin eingeschlossen ist, zur Quelle zurückführt „. Dann steige ich nach oben mit dem guten Wunsch (2) hinauf.

Deshalb „gibt es keinen Gerechten auf der Erde, der das Gute getan hat, bevor er sündigte.“ Zuerst sollen wir das Übel öffnen und es von uns (1) wegwerfen, das heißt, sich darin aufzuhalten, zu verstehen, was dieses Böse ist, um dann das Gute zu erreichen (2).
So geschieht jede Klärung jedes winzigen Details
Deshalb sollen wir uns nicht erschrecken, dass es uns jede Minute passiert
Gerade im Gegenteil – je öfter, desto besser.

Aus dem Unterricht über den Buch Sohar, 14.11.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Kraft unserer Schwäche

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man möglichst schnell sich an den Schöpfer wenden, ohne Ihn dabei zu beurteilen?

Meine Antwort: Es ist dem Schöpfer unwichtig, ob du Ihn beschimpfst oder lobst, viel wichtiger für Ihn ist, dass du Ihn nicht vergisst.

Du sollst nicht vergessen, dass der Schöpfer existiert, dass er der Gute und der das Gute Schaffende ist, dass er die Ursache aller Ereignisse in unserem Leben ist.

Das heißt, was du auch nicht erhaeltst, ist zum Besten, aber nicht nur zum Besten: Das bringt dich näher zum Ziel. Auch wenn deine Empfindungen negativ sind, du bekommst und empfindest genau das, was du benötigst, um gerade von diesem Punkt aus sich auf das Ziel zuzubewegen.

Wie richte ich mich zum Ziel aus? Durch die Einschließung in die Gruppe. Wie verbinde ich mich mit der Gruppe? Mit allen Handlungen, die moeglich sind. Was ergibt sich daraus? Ich bekomme von der Gruppe stärkeres Verlangen.

Und hier werde ich spüren, dass ich nichts wert bin und mich nicht weiter entwickeln kann. Ein starkes Verlangen, das ich von der Gruppe bekommen habe, verursacht, scheinbar, eine umgekehrte Reaktion.

Wie kann das sein? Nehmen wir zum Beispiel eine Kampfeinheit aus zwanzig Menschen. Hier bekommt jeder Unterstützung von allen, und mit zwanzig mal vermehrten Kräften tritt die Gruppe an ihre Aufgaben heran.

Aber in einer kabbalistischen Gruppe ist alles anders. Anstatt meine Kräfte mit den Kräften meiner Freunde zu verstärken, fühle ich mich zwanzig mal schwächer, und das Ziel wird zwanzig mal wichtiger.

Wir denken, dass wir stärker werden, wenn wir uns in die Gruppe einschließen. In der Tat werden wir schwächer – aber zusaetzlich nehmen wir die Wichtigkeit des Zieles von den Freunden auf.

Jetzt schaue ich mir das Ziel an, als ob ich bezaubert waere, aber… ich sehe keine Möglichkeit, es zu erreichen. Genau im Gegensatz dazu, wie das in unserer Welt passiert.

Die Gruppe muss mich unterstützen, sie zeigt mir, dass gerade das ein wünschenswerter Zustand ist. Dazu müssen wir kommen, und der Schöpfer wird uns nicht erschlagen, nicht leblos auf dem Schlachtfeld liegen lassen.

Die Späher, die seinerzeit ins Land Israel geschickt wurden, gingen gerade in eine solche Falle. Alle Sünden des Volkes Israel, des Menschen, der sich auf dem Weg zum Schöpfer befindet, die in der Tora beschrieben sind, resultieren aus der Tatsache, dass die Menschen die in ihnen entstehenden Eindrücke über die Gruppe, über den Schöpfer, über den Weg und über das Ziel nicht korrekt aus der Sicht des Zieles einschätzen koennen.

Trotz des Zusammenbruchs, das Ziel bleibt wichtig und hoch in unseren Augen. Das ist die Zeit, wo man eben dank dieser Ermattung zu schreien beginnt: „Wo ist das Licht? Du hast es doch versprochen!“ Der Schöpfer liebt es, wenn wir etwas von ihm fordern, das wird zu: „Meine Söhne haben mich besiegt“. Dann bekommen wir die Kraft.

Gemeinsam mit Schwäche und Wichtigkeit des Zieles, muss die Gruppe jedem die Sicherheit geben, dass wir doch unser Ziel erreichen.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 04.11.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Waagschale: Belohnung und Bestrafung

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es in dieser Welt keine Belohnung und keine Bestrafung gibt, wo existieren sie dann?

Meine Antwort: In unserer Welt gibt es Belohnung und Bestrafung, gute und schlechte Menschen, es gibt hier alles, was ihr seht und versteht.

Es steht geschrieben: „Die Welt verhält sich nach unabänderlichen Gesetzen“. Im Rahmen unserer Welt existieren in jeder Gesellschaft, in jedem Land und in jeder Zivilisation eigene Gesetze.

Wenn du in den Kindergarten, in die Schule, in eine Einrichtung für Erwachsene kommst, gibt es überall eigene Verhaltensregeln sowie Belohnung und Bestrafung für ihre Einhaltung. Und so, wo auch immer du hinkommst, gibt es an jedem Ort eine Sammlung von Gesetzen für eine Gruppe von Menschen, für eine Gesellschaft oder für ein Volk.

Doch wenn man von Gewinnen oder Verlusten eines Menschen in Bezug auf die spirituelle Welt spricht, dann haben seine irdischen Taten nichts mit der spirituellen Ebene zu tun.

Sie haben Einfluss auf die darauffolgenden Inkarnationen, jedoch nicht auf die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen, auf die Enthüllung der spirituellen Welt, „deine Welt wirst du zu deinen Lebzeiten sehen“. Also hat der Mensch in dieser Hinsicht nichts bewirkt, wie die Tora erklärt.

Wir lernen, dass die einzige freie Handlung des Menschen in dieser Welt seine Anstrengung in Richtung Vereinigung in der Gruppe ist, alle anderen Handlungen gehören ihm nicht.

Abgerechnet wird mit uns nur gemäß dem, dass wir jedes Mal eine noch bessere Umgebung wählen, um das Schöpfungsziel zu erreichen.

Aus der 2. Kongresslektion vom 09.11.2010

Der rettende Schlangenbiss

Baal HaSulam schreibt in dem Artikel „Exil und Erlösung“, dass Israel (der Mensch, der nach dem Schöpfer sucht) kein Frieden unter den „anderen Völkern“ (den Verlangen dieser Welt) finden wird, bis sich in ihm das Geschriebene erfüllt: „Und von dort wirst du dich nach dem Schöpfer sehnen und wirst finden, denn du wirst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele nach ihm suchen“.

Solange du eine solche Bitte nicht erreichst hast, wirst du keine Chance haben, aus Ägypten auszuziehen. Denn gerade durch das gereifte Verlangen ziehst du in die Freiheit aus.

Die Wachen, die dich in Ägypten festgehalten haben, sind deine eigenen Verlangen, dort zu sein! Darum muss man zehn ägyptische Plagen durchlaufen! Der Mensch muss ein riesiges Verlangen verspüren, geboren zu werden!

Um geboren zu werden, muss man das Verlangen der nächsten Stufe erhalten – d.h., während man sich noch innerhalb des Verlangens befindet, muss man das wünschen, was außerhalb von ihm ist.

Es ist so, als ob sich in dir gleich zwei absolut unvergleichbare Verlangen befinden würden! Es ist unmöglich, sie zu verbinden, doch du kommst an einem solchen Punkt an, an dem sie sich fast verbinden – und hier geschieht der Durchbruch.

Er wird durch die Kraft des Höheren vollbracht, der dich hinausstößt und zur nächsten Stufe hinüberwirft. Nach dem Prinzip „Hast dich bemüht und enthüllt“ (Igati we mazati).

Denn du hast erreicht, dass dein Verlangen im jetzigen Zustand und jenes, wie es im nächsten Zustand sein soll, sich fast berührt haben.

In der Natur kann es so etwas nicht geben, dass das Verlangen zu empfangen das Verlangen zu geben berührt, und darum, wenn ein solcher Übergang in dir stattfindet, beendet der Höhere diese Arbeit für dich (Schlangenbiss) – und du wirst auf der nächsten Stufe geboren!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 02.11.2010

Offenbaren Sie die Kraft der Liebe!

Wenn der Mensch die Spiritualität enthüllt, dann beginnt er zu empfinden, dass eine gewisse Kraft, welche in dieser Welt anwesend ist, den ganzen umgebenden Raum erfüllt.

Die Luft wird dicht und zart. Es ist die Kraft des Schöpfers, die Kraft des Gebens, die Kraft der Liebe, welche die ganze Welt des Menschen ausfüllt.

Wir sollen sie hervorrufen, damit sie in Form der uns verbindenden Kraft geöffnet wird. Mit ihrer Hilfe werden wir beginnen, uns wie ein Ganzes zu empfinden.

Man muss dieser Kraft nur mehr Aufmerksamkeit schenken, sie mit der Liebe und der Feinfühligkeit suchen. Lasst uns beginnen, sie zu empfinden!

Aus der 4. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

Eigene Natur ändern

Die Natur des Menschen ist völlig egoistisch. Deshalb selbst kann er sie nicht umwandeln und braucht eine äußere Kraft, die ihn ändern kann. Die Kraft kann nur durch das Studium der Wissenschaft der Kabbala verursacht werden.

„Tatsächlich, ich gebe zu, dass der Mensch dazu nicht in der Lage ist mit eigenen Kräften, eigene egoistische Natur, das Verlangen zu empfangen nur für sich, auf eine Entgegengesetzte, so dass man gar nichts für sich bekommt, aber alle Handlungen nur um des anderen Willen ausführt.

Aber deshalb hat uns der Schöpfer die Wissenschaft der Kabbala (Tora) und die Handlungen in der Gruppe (Gebote) gegeben. Indem wir versuchen die Gebote auszuführen, nicht für Eigennutzen, sondern um Ihm eine Freude zu bereiten, ändern wir unsere Natur.

Baal HaSulam. Artikel zum Abschluss des Sohars

Wie ist die Notfallnummer für den „Himmel“?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn mich während des Kongresses das Verlangen zu genießen packt, ich mich hilflos fühle und „abstürze“, welche Hilferuftaste soll ich drücken, wen soll ich benachrichtigen?

Meine Antwort: Die Notfallnummer bekommt jeder am Eingang. Wie soll man aber den „Himmel“ erreichen?..

Ich glaube nicht, dass es etwas mit dem „Himmel“ zu tun hat. Der „Himmel“ ist die nächste Stufe, was bedeutet, dass das die Gruppe ist, die zu einem Ganzen verschmolzen ist, die ich mir vorstelle, die sich in der Bürgschaft und der Vollkommenheit befindet.

Und sie existiert wirklich in einem solchen Zustand. Ich kann mich aber außerhalb von ihr befinden oder mich auch innerhalb von ihr vorstellen.

Der „Himmel“ bedeutet das gemeinsame Verlangen/Kli einer höheren Stufe. Das sind wir alle, doch noch geschlossener. Es gibt keine Spiritualität in einer bereits fertigen Form. Wir bauen sie. Vor uns existiert gar nichts.

In uns gibt es Reshimot, die allmählich erwachen. Doch sie erwachen lediglich, und du durchlebst verschiedene Zustände und baust sie nach deinem Verlangen und deiner Absicht auf.

Wir selbst erschaffen Welten und Stufen. Bis zu unseren Handlungen gibt es nur Informationsdaten, aus denen wir die Stufen aufbauen. Doch vor uns gibt es keine Welten.

Aus diesem Grund kannst du dir die zukünftigen Zustände lediglich in Form einer immer stärkeren Vereinigung unseres gemeinsamen Verlangens/Kli vorstellen.

An dieses sollst du dich auch wenden – genau das ist der „Himmel“. Und er wird antworten: „Wenn du willst, kannst du näherkommen, wenn du nicht willst, bleib da, wo du bist…“.

Es stimmt, dass der Mensch sich nicht selbst aus dem Gefängnis befreien kann, doch er muss darum bitten, danach verlangen, Anstrengungen unternehmen, damit ihm geholfen wird.

Wenn der Mensch nicht versucht, in einer Verbindung mit uns zu sein, bekommt er keine Möglichkeit, voranzukommen. Wenn du fragst: „Wen soll ich um Hilfe bitten? – dann steht geschrieben: „Ich suche (bitte) meine Brüder“ – die Vereinigung.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 04.11.2010

Die Endmontage

Wir wissen nicht im Voraus, wie und was wir korrigieren, wie wir uns zu einem gemeinsamen System, welches in der Welt der Unendlichkeit erschaffen wurde, zusammenschließen sollen.

Denn der Schöpfer will, dass wir selbständig sind, dass der Mensch selbst, auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen das richtige Schema der gegenseitigen Integration findet.

Wie kleine Kinder versuchen wir die einzelnen Teile zusammenzufügen, bauen sie zusammen und wieder auseinander.

Die Korrektur und das Zerbrechen wechseln sich ab, und dank dieser Versuche nähern wir uns einem solchen Verständnis, welches uns den Erfolg garantiert.

Im Großen und Ganzen sind vier Versuche erforderlich, weil unser Verlangen aus vier Ebenen der Dicke (Awiut) besteht.

Auf jeder Ebene versuchen wir uns zusammenzubauen, stellen fest, dass wir dazu nicht in der Lage sind und bauen die Teile wieder auseinander, um von vorne zu beginnen. Die Weisheit kommt mit den aus den Fehlern resultierenden Erfahrungen: zuerst müssen wir die ganze Tiefe des Zerbrechens und des Hasses zwischen uns enthüllen, und dann beginnen wir zu verstehen, was wir damit tun sollen.

Heute steht uns die letzte, vierte Montage bevor. Wir müssen die Korrekturmethode für uns enthüllen. Diesmal beteiligt sich jedoch das globale System am Prozess, und wir müssen die Methode auf der Ebene der gesamten Welt realisieren.

Heute verbinden wir uns über einem gewaltigen Egoismus, über dem tiefsten Abgrund des Zerbrechens, des Hasses, der Abstoßung – und enthüllen dementsprechend die Kraft der Methode, die uns erlauben wird, uns mittels der in der Natur enthaltenen Kraft, die die einzelnen Teile zusammenhält, wieder zu vereinigen.

Nicht wir verbinden sie miteinander, von uns hängt nur die Bereitschaft dazu, die Klärung der Methoden für den Zusammenbau, der Stelle eines jeden Teils und der Form dessen richtigen Einschlusses in die Gesamtheit ab.

Die Arbeit beginnt erst – eine einzigartige Arbeit, die den Menschen zu einer beispiellosen Entwicklung führt, eine echte Herausforderung.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 08.10.2010

Der Schritt zwischen den Welten

Es gibt zwei parallele Systeme der Verbindung zwischen uns:

1. Das egoistische System, das wir jetzt empfinden

2. Das innere, korrigierte System. Es ist unsere folgende Etappe. In diesem System, das schon existiert, aber vor uns verborgen ist, halten wir uns in der Absicht „Lischma“ auf, darin befindet sich das Licht – das innere Licht (Or Pnimi).

Wenn wir uns mit dem folgenden Zustand verbinden wollen, ihn erreichen möchten, dann rufen wir auf uns den Einfluss des Lichtes hervor, das auf uns von der Ferne einwirkt – das uns umgebende Licht (Or Makif).

Wie ist die Beziehungen zwischen diesen zwei Stufen – zwischen der jetzigen und der zukünftigen zu erreichen, damit uns das umgebende Licht leuchtet? Zwischen ihnen gibt es den Unterschied – von „Lo Lischma“ zu „Lischma“, und ich möchte, dass das Licht O“M in mir diese Veränderung bewirkt.

Wie ist es zu machen? – Mit Hilfe des Buches Sohar. Deshalb haben die Kabbalisten für uns die Bücher geschrieben. Wenn wir danach streben, dieses höhere System zu enthüllen, die innere, korrigierte, enge Verbindung zu erreichen – dann müssen wir darüber lesen.

Dabei ist unwichtig, dass wir nichts verstehen. Hier wirkt sich der Unterschied zwischen den Stufen (zwischen den Zuständen, den Welten) aus.

Wie kann ich die Höhere Welt verstehen, wenn ich mich dort nicht befinde, oder im Vergleich zu ihr gar nicht existiere? – Natürlich, bin ich nicht fähig, sie zu empfinden und zu verstehen. Aber ich kann trotzdem darüber lesen.

Die Kabbalisten haben in einer klaren Sprache etwas über eine andere, höhere Welt geschrieben. Und ich sehe diese Buchstaben an – und verstehe nichts…

Aber ich bemühe mich weiterhin, wie ein Kind, das diese Welt zu verstehen versucht – wodurch das umgebende Licht O“M hervorgerufen wird. Eben darin liegt der ganze Sinn des Lesens des Buches Sohar.

Im Unterricht sitzen heute unsere Freunde, die Vertreter der 50 Länder. Jeder von ihnen schaut diese unbekannten Buchstaben an und wünscht sich sehnsüchtig, die Spiritualität zu erreichen.

Infolge des Wunsches, die Spiritualität zu erkennen, darin zu leben (denn es handelt sich um die Seele in einem höheren Zustand), infolge all dieser Bemühungen, ruft der Mensch auf sich das Licht hervor, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht O“M

Das heißt, während des Lesens sollen wir uns zusammen verbinden und wünschen zu empfinden (nicht zu verstehen), was im Sohar geschrieben ist. Dann wird das Buch in uns den Schirm öffnen – worauf hin wir die Höhere Welt sehen werden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.11.2010

An der Schwelle

Eine Frage, die ich erhielt: Was fehlt uns vor dem Kongress?

Meine Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendetwas fehlt! Ich habe gehört, dass du „alles verkauft und beschlossen hast, alles auf eine Karte zu setzen“. Also was noch? Jetzt, wo du dein ganzes Hab und Gut in der Hand hältst, musst du nur entscheiden, worauf du setzen willst. Alles hängt von dir ab.

Das ist die Wahl, die wir treffen müssen. Aber für den Anfang müssen wir uns an der Vorbereitung, die unwahrscheinlich wichtig ist, beteiligen. Nichts Nebensächliches sehen und hören, an nichts Anderes außer dem Ziel denken. Wir lassen alles hinter uns und spielen va banque.

In der Spiritualität, genauso wie auch im Materiellen, verlangt das Kind, und die Erwachsenen müssen ihm das geben, wonach es verlangt. So geschieht es bei den Tieren und auch bei den Menschen. Das ist der natürliche Lauf der Dinge.

Wir müssen nicht besonders klug sein. Wir müssen wir selbst sein – das genügt. Wir müssen nicht aus uns herausspringen bei dem Versuch, an dem Verlangen zu feilen, bis es kristallklar ist. Nein, wir müssen uns dort verbinden, wo wir sind, – und wie Kinder um Hilfe bitten.

Der Schöpfer braucht nichts, außer einer einfachen Bereitschaft. Alles Andere bringt Er uns bei – auf eine wunderbare Weise, Schritt für Schritt, fürsorglich, sanft und liebevoll.

Von uns werden einfache Dinge und keine Allwissenheit verlangt. Wir müssen einfach nur wollen, das genügt.

Wollen wir hoffen, dass wir in den bis zum Kongress verbleibenden Stunden die Herzen erwärmen können, um die Gäste angemessen empfangen und das Erwünschte erreichen zu können.

Dann beginnt aber eine ganz andere Arbeit. Wir werden ein neues Realitätsbild, hinter welchem der Schöpfer steht, sehen. Dann wird uns klar, dass alle seine Teile von einer einzigen Kraft, der allumfassenden Natur, gesteuert werden.

Diese Kraft stellt das allgemeine Feld dar, welches alle durchdringt und erfüllt. Wir befinden uns in einem untrennbaren Netz, und es bewegt jeden – in allem bis hin zum letzten Detail.

Dann werden wir bereits anders arbeiten, wir werden versuchen, uns dieser Kraft anzuschließen, in die dynamische Entwicklung, in die Harmonie, in jenen Bereich, jenen Strom, genannt Verschmelzung, einzufließen. Auf diesem Weg lehrt die Seele den Menschen.

Wie dem auch sei, bewegen wir uns in die richtige Richtung und stehen bereits an der Schwelle. Ich hoffe sehr, dass wir diesmal Erfolg haben werden. Ich fühle das auch an den Verlangen der Herzen. Selbst diejenigen, die sich uns in den letzten ein, zwei Jahren angeschlossen haben, sind ebenfalls bereit. Erstaunlich, wie schnell der Mensch in der heutigen Zeit wächst.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 05.11.2010