Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Korrektur'

Über die Gleichberechtigung und die Vorrangstellung

Heute befinden wir uns in einer Übergangsphase. Und wenn wir die Korrektur in Angriff nehmen, werden Frauen und Männer absolut gleichberechtigt sein.

Auf dem spirituellen Weg muss die Frau das Verlangen liefern, Druck auf den Mann ausüben und ihn zum Vorankommen bewegen. Genauso übt auch die Frau in unserer Welt Druck auf ihren Mann aus, damit er arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt. Und wenn es ein Zuhause und Mittel zum Lebensunterhalt gibt, dann bringen wir Kinder zur Welt und ziehen sie groß.

Genauso ist es auch in der Spiritualität: wenn wir gemeinsam an der Korrektur der Seele arbeiten, dann bringen wir neue Seelen, neue Korrekturen zur Welt. Darüber steht auch geschrieben: „Mann und Frau – die Shechina zwischen ihnen“. Die Enthüllung des Schöpfers geschieht genau zwischen uns, wenn wir zusammen sind.

Sowohl Männer als auch Frauen müssen ihren Beitrag zu diesen Handlungen leisten. Hier gibt es weder große noch kleine. Es ist unmöglich, ohne Frau zu gebären. Eine neue Seele, ein neuer spiritueller Parzuf kann nur durch die Kraft des weiblichen Verlangens großgezogen werden.

Im Korrekturprozess wird keiner eine größere Gewichtigkeit erlangen, keiner ist größer oder kleiner. Wo es einen „Gewichtsmangel“ gibt, gibt es auch einen „Überhang“, entsprechend der umgekehrten Anordnung der Lichter und der Kelim. Ohne das weibliche Verlangen ist der Mann kraftlos, und das weibliche Verlangen ist ohne den männlichen Schirm ebenfalls kraftlos.

Doch wer ist dennoch primär? Die Frau. Denn das Verlangen nach der Bitte um die Korrektur geht immer von der Frau aus. Genauso ist es auch in unserer Welt: obwohl die Männer glauben, dass sie durch eigene Kraft Erfolge erzielen, werden ihre gesamten Handlungen in Wirklichkeit nur für die Frauen vollzogen, nur um Gewicht in ihren Augen zu erlangen. So sind wir nun mal erschaffen.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 06.03.2011

 

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Im Schatten der vorübergehenden Behausung[117045]

Der Feiertag Sukkot symbolisiert Freude. Es ist ein bemerkenswerter, angenehmer, einfacher Feiertag, den die Menschen sehr mögen. Er fordert eine frühzeitige Vorbereitung, ist aber trotzdem von einer fröhlichen Atmosphäre durchgedrungen. Warum?

Vor allem nach dem Erhalten der Tora an Shawuot des neunten Av haben wir unser Zerbrechen erkannt, was auch das Zerbrechen der Tafeln symbolisiert. Dann haben wir die Erkenntnis des Bösen erlangt und am jüdischen Neuenjahrstag (Rosh Ha-Shana) entschieden, dass wir eine Korrektur benötigen. Dann ist der Tag der Sühne (Jom Kipur) eingetreten. In der Sprache der Kabbala gilt das als Umarmung der rechten und der linken Linie, als Verbindung der Eigenschaften des Gerichtes (Dinim) mit jenen der Barmherzigkeit (Chasadim).

Und endlich beginnt der Feiertag Sukkot oder die besonderen Korrekturen, wonach ich meine Verlangen schon zum Geben erheben kann. Das Symbol dieses Prozesses ist die Laubhütte (Sukka). Alles ist äußerst einfach: Ich benutze die elementaren, „wertlosen“ Verlangen, die durch die Zweigen und die Blättern der Laubhütte dargestellt werden. Sie machen nicht viel her, aber gerade aus ihnen baue ich die vorübergehende Behausung – ein schütteres Dach, um wenigstens etwas über dem Kopf zu haben. Er ist aus Material gebaut, das keinen Wert hat und das man überall finden kann.

Nachdem ich diesen Zustand bzw. diese vorübergehende Unterkunft aufgebaut habe, kann ich mich darin freuen. Somit symbolisiert die Laubhütte das spirituelle Gefäß (Kli), worin ich das Licht empfange. Und das Dach ist das Symbol des Schirmes (Masach): Ich will kein direktes Licht empfangen, und der Schatten soll überwiegen, das Licht soll durch das Dach kaum durchdringen können.

Und ich bin darüber froh, dass ich über mir den Schirm gebaut habe, der mir hilft, den höheren Überfluss zu verbergen und im Schatten zu bleiben. Mit anderen Wörtern kann ich mich schon selbst (natürlich nur mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt), von den Genüssen im spirituellen Gefäß abhalten.

Der Prozess dauert fort: Ich korrigiere mich in meinen wachsenden Gefäßen (Verlangen), ich befinde mich zusammen mit ihnen in „der Laubhütte“, ich kann sie enthüllen und mittels des Schirms benutzen.

Und dann tritt der Feiertag Simchat Tora („die Freude der Tora“) ein. „Die Tora“ ist das Licht, das zur Quelle zurückführt, das ich am Shawuot bekommen habe. Ich verwende diese Kraft für die Korrektur der Gefäße und gehe jetzt aus „der Laubhütte“ heraus. Mit anderen Worten habe ich jetzt einen unbeschränkten Schirm und brauche mich nicht mehr um das Dach sorgen.

Der Auszug aus „der Laubhütte“ ist das Symbol dafür, dass ich von nun an frei durch die ganze Realität “wandern” kann. Ich muss keinen Schirm über dem Kopf bauen, weil er jetzt in mir ist. Ich befinde mich im eigenhändig korrigierten Gefäß.

Auszug aus dem Unterricht zum Feiertag Sukkot, 18.09.2013

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Beitrag der Frauen

Wenn ich alles habe, außer dem, was mir in diesem Moment als wichtig und teuer erscheint, dann habe ich nichts. Das ist das richtige Verlangen, welches Frauen haben und an welchem es Männern mangelt.

Und überhaupt, wenn das weibliche Verlangen nicht wäre, könnte der Mann nicht auf dem spirituellen Weg voranschreiten. Deshalb müssen wir die Arbeit zwischen Frau und Mann in jedem von uns durch den weiblichen und männlichen Teil der Menschheit im Allgemeinen ausgleichen.

Wir müssen uns um Frauen kümmern, die zu der Wissenschaft der Kabbala kommen – damit sie alles bekommen, was ihnen zusteht, mit dem Ziel, unsere gemeinsame Seele korrigieren zu können. Ohne sie werden wir nicht vorankommen können. Ein Mann kann ohne das Verlangen einer Frau nicht auskommen, ohne den Druck ihrerseits, ohne ihre Forderung danach, dass er das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzieht und es an sie weitergibt. Denn sie selbst ist dazu nicht in der Lage.

Gerade an das weibliche Verlangen können Männer das Licht heranziehen. Und deshalb gibt es ohne den weiblichen Teil kein Vorankommen.

Frage: Obwohl das weibliche Verlangen stärker ist, sind in der Regel überall Männer zu sehen: als Regierungschefs, Generaldirektoren usw. Die Männer regieren scheinbar die Welt. Ist das Studium der Kabbala auf eine ähnliche Art und Weise aufgebaut?

Meine Antwort: Ja, natürlich. Eine Frau muss nicht im gleichen Umfang wie ein Mann studieren – denn sie kann das Licht nicht anziehen. Auf den Mann ist das Studium, die Vereinigung in der Gruppe und die Absicht zum Anziehen des Lichts, das zur Quelle zurückführt, auferlegt. Und die Frau muss sich mehr oder weniger mit der allgemeinen Sachlage, mit dem Prozess, den die Schöpfung durchläuft, auskennen, muss jedoch nicht systematisch, täglich studieren. Für sie reichen allgemeine Materialien, Artikel, mein Blog, das Fernsehen aus.

Ihr wichtigster Beitrag besteht in der inneren Fürsorge für die Arbeit der Männer und größtmögliche Hilfe, damit sie das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen können. Der Druck auf die Männer mit der Forderung nach dem Licht – das ist das, was die Frauen sicherstellen müssen. Ohne dies können die Männer kein Licht anziehen und keine Korrekturen vollbringen.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 06.03.2011

 

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Versöhnungstag ist ein Freudentag

Jom Kippur bedeutet Versöhnungstag, einen Tag, an dem das Kli (das Verlangen), das von uns korrigiert werden muss, enthüllt wird.

Rabash schreibt in vielen Artikeln, dass der Mensch entsprechend seinem inneren Zustand, der ohne jegliche Verbindung mit dem kalendarischen Feiertag eintreten kann, zum Versöhnungstag kommt.

Jeder von uns durchläuft in seiner persönlichen Entwicklung diese Zustände, Aufstiege, die als „Rosh haShana“ (Jahresanfang), „Jom Kippur“ (Versöhnungstag) u. a. bezeichnet werden.

Jom Kippur ist ein sehr hoher Zustand, und es bedarf eines gewaltigen Lichtes, das auf uns einwirkt, um diesen Tag, diese Stufe in uns zu enthüllen.

Dafür ist eine ganze Handlungsabfolge notwendig. Der Mensch unternimmt große Anstrengungen innerhalb der Gruppe, innerhalb unserer Verbindung, wo einst das Zerbrechen stattgefunden hat.

Der Ort des Zerbrechens ist uns dafür gegeben, damit wir ihn korrigieren. Dann begreifen wir, was Korrektur bedeutet, wie der Aufbau dieses Ortes ist, wie die höhere Kraft ihn erschaffen hat und ihn unterstützt. So enthüllen wir den Schöpfer.

Um das zu erreichen, strengen wir uns an – entsprechend dem Hauptgesetz der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Wie uns die Kabbalisten empfehlen, setzen wir es nicht in der gesamten Menschheit um, weil das unmöglich ist, sondern vor allem in einer oder mehreren kleinen Gruppen.

Indem wir versuchen, dieses Gesetz nach der Methode der Kabbalisten in der Verbindung zwischen uns umzusetzen, das heißt, durch die Liebe zu den Geschöpfen die Liebe zum Schöpfer zu erreichen, stellen wir fest, wie wenig wir uns in der Eigenschaft des Gebens befinden.

Die Rede ist nicht von unserem Leben in dieser Welt, wie schlecht oder wie gut es uns geht; nicht dadurch überprüfen wir Gut oder Böse, nicht damit kommen wir zum Versöhnungstag.

Nur wenn ich mich in der Gruppe befinde, die Verbindung mit den Anderen anstrebe, das Licht, das zur Quelle zurückführt, erwecke und es mir leuchtet, dann sehe ich, wie tief ich im Hass und in der Abstoßung gegenüber meinen Freunden stecke, die nach der Einheit streben, um in ihr das Geben, den Schöpfer, zu entdecken.

Ich enthülle in mir die Kraft der Abstoßung, die Kraft des Zerbrechens – und nur über sie kann ich sagen, dass ich das Böse enthüllt habe. Nur mit diesem Übel kann ich zum Schöpfer kommen und von ihm die Korrektur verlangen.

Dann wird der Versöhnungstag zum Freudentag, weil ich die Krankheit des Egoismus, meine Natur, die korrigiert werden muss, enthüllt habe.

Ich habe die Bedingung „Ich erschuf den Egoismus“ enthüllt und kann jetzt den Schöpfer um die Tora bitten – um die Kraft, die den Egoismus korrigiert, weil weiter von Ihm gesagt wird „Und erschuf die Tora zu dessen Korrektur, da das Licht in ihr zur Quelle zurückführt“, d.h. zu Mir.

Darum kommen wir erst nach einer schweren Arbeit an der Verbindung zwischen uns am Versöhnungstag an: erst – nachdem das höhere Licht von der Stufe des Monats ELUL („Ich zum Geliebten und der Geliebte zu mir“) scheint, erst – nachdem wir Rosh haShana erreicht haben, weil wir einen Neuanfang, eine Änderung auf dem Weg wünschen und nur die Verbindung zwischen uns – die Geburt eines neuen Systems, eines neuen Menschen (Adam) in uns – anstreben, erst danach kommen wir zu einem Zustand, in dem wir unsere gesamten zehn Eigenschaften überprüfen, und am zehnten Tag nach dem Jahresanfang, nach dem Beginn eines neuen Weges, am Versöhnungstag ankommen.

Dann befinden wir uns einerseits wirklich in dem Zustand der völligen Hoffnungslosigkeit und Kraftlosigkeit und andererseits in der unvorstellbaren Freude, weil wir jetzt endlich so zum Schöpfer flehen können, dass Er uns hilft.

Wir haben die völlige Sicherheit, dass Er uns hilft, weil wir uns bereits geprüft und erkannt haben, dass wir uns alle ausschließlich im Bösen befinden und nichts dagegen tun können. Andererseits haben wir in der Verbindung zwischen uns die Sicherheit gefunden, dass in diesem Fall der Schöpfer hilft, und warten genau auf diesen Moment.

Baal haSulam schreibt, dass „es keinen glücklicheren Moment im Leben eines Menschen gibt als den, wenn er feststellt, dass er völlig geschwächt ist und den Glauben an seine Kräfte verloren hat, weil er alle möglichen Anstrengungen unternommen hat, die er nur im Stande war, zu unternehmen, und doch nichts erreicht hat. Weil er gerade in einem solchen Moment, in einem solchen Zustand, zum absoluten, klaren Gebet, zur Bitte, zum Gebet an den Schöpfer, bereit ist!“ Eben dieser Moment nennt sich Versöhnungstag. Von diesem Moment an und weiter ist der Mensch bereits sicher, dass er das Licht der Korrektur erhält.

Aus dem Unterricht nach den Artikeln von Rabash, Auszüge zum Versöhnungstag vom 15.09.2010

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Über Rabash und die spirituelle Bedeutung von Tod und Auferstehung


Während ich an Rabashs Seite war, überraschte es mich immer wieder, wie kurz und formell die Begräbniszeremonien waren. Man musste zum Friedhof kommen, ein paar Worte über das Grab sprechen und wieder gehen. Und er braucht nur einmal im Jahr wieder dorthin zu kommen, nicht mehr.

Im physischen Sinn ist dieses Ritual düster, doch im spirituellen Sinn ist es voller Freude! Wir veranstalten gerade ein Ritual, über das ein Mensch sich freuen sollte. Er sollte darüber jubeln, dass er seinen „Körper“ los wird, über die Tatsache, dass sein egoistisches Verlangen gestorben ist und das Verlangen zu geben und zu lieben – „Seele“ genannt – auf eine neue Stufe aufgestiegen ist. Es ist von der irdischen Stufe, dem Empfangen, in die „Himmel“ aufgestiegen – zum Geben!

Wenn man einmal im Jahr hierher zurückkehrt, zu seinem begrabenen Verlangen, prüft man, ob es etwas mehr gibt, das man davon nehmen kann, um es zu korrigieren und noch höher aufzusteigen. Schließlich kann der Aufstieg nur durch die Korrektur stattfinden, durch die Umwandlung des Egoismus zum Geben.

Danach kommt die „Auferstehung der Toten“, wenn wir alle unseren Verlangen korrigieren und nichts im „Grab“ zurück bleibt. Dann wird der Tod (die Verlangen) wiederbelebt und die Begräbnisrituale werden nicht länger durchgeführt.

Rabash war ein Mensch, der handelte, wie ein Kabbalist nie zuvor gehandelt hatte.
Er nahm säkulare Studenten in seine Gruppe auf, die sich in der Mitte der jüdisch-orthodoxen Bevölkerung befand, der Stadt Bnei Brak. Er lehrte diese Studenten die Wissenschaft der Kabbala. Zu dieser Zeit war das eine echte Revolution. Er stellte sich gegen seine Familie, gegen die Menschen, die ihm nahe waren und gegen die gesellschaftliche Meinung der gesamten orthodoxen Gemeinschaft.

Trotz alledem wagte er das und erreichte einen Durchbruch. Er fing an, Artikel zu schreiben und Unterricht für Anfänger zu geben, einschließlich für säkulare Menschen. Er tat alles, was möglich war, um die Lehre zu verbreiten.

Das Allerwichtigste, was er hinterließ, sind seine Artikel und sein Geist. Alles, was wir heute haben, unsere gesamte Grundlage, wurde von ihm gelegt. Immer spüre ich, dass ich nichts anderes, als seine Arbeit fortführe. Daher spüre ich, dass die inneren Kräfte weitermachen. Die Art, wie wir studieren, erklären und Dinge formulieren, das alles kommt von ihm. Ich hoffe, alles an euch weiterzugeben, was ich habe, einschließlich des Geistes Rabashs, den ich von ihm erhalten habe.

Dieser Mensch ist hauptsächlich eine Brücke, eine Verbindung zwischen allen großen Kabbalisten der Vergangenheit, von Abraham bis Baal HaSulam, zu uns. Durch seinen Geist gab er die Wissenschaft der Kabbala an uns weiter. Wir leben innerhalb seines Kli und er unterstützt uns.

Wir haben dem Schöpfer dafür zu danken, dass Er uns diese Seele gegeben hat, die uns heute weiterhin in sich einschließt und uns entwickelt. Jedwede Spiritualität, die wir erlangen, erlangen wir kraft seiner Hilfe, seiner Kraft, die unter uns wirkt. Deshalb nennen wir uns „Bnei Baruch“ – die Söhne Baruchs. Lasst uns hoffen, dass wir wahrhaftig die Söhne von Baruch Ashlag – dem Rabash – werden.
(Aus der Rede am Grab von Rabash am Morgen des 23. September 2009)

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Im Gefängnis des eigenen Egoismus.

Frage: Im Gegensatz zu einem Tier kann ein Mensch auf lange Sicht Freude sehen. Um dorthin zu kommen kann er dafür seine Schritte berechnen. 

Warum kann er, da er über einen großen Intellekt verfügt den Zustand des Gleichgewichts mit der Natur nicht rational berechnen? Warum scheitern all seine rationalen Versuche, eine ausgewogene Gesellschaft aufzubauen?

Antwort: Da er in seiner egoistischen Natur steckt. Er kann nichts berechnen.

Indem er einen Egoismus über den anderen stellt, dabei seine Gewinne oder Verluste berücksichtigt, gelangt er immer wieder in seinen Egoismus. Er ist nicht frei! Er hat keine Wahl! Was er als Freiheit betrachtet, ist die Illusion, unter dem Einfluss einer äußeren Kraft zu stehen.

Frage: Kann er etwa Folgendes nicht berechnen: „Wenn ich meinen Egoismus einsetze, werde ich mich schlecht fühlen“? 

Antwort: Wir versuchen immer aus Schwierigkeiten herauszukommen. Das bedeutet nicht, dass wir frei sind. Ich laufe ständig vor egoistischen Schlägen davon: von einem Stock, zu einem anderen Stock…  und so eile ich von Morgens bis Abends herum.

Schauen sie, was auf der Straße, in Bussen, in der U-Bahn, in Büros und überall passiert. Sehen sie diesen ganzen menschlichen Ameisenhaufen an! Wo können wir hier von Freiheit sprechen?!

Es gibt keine Freiheit. Es gibt die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt, den bequemsten Zustand zu wählen. Das ist alles.

Ich wähle zwar aus dem was mir zur Verfügung steht, bin aber trotzdem eingeschränkt. Der Schöpfer leuchtet durch meinen vollkommenen Zustand, ich selbst bin aber noch nicht korrigiert. Natürlich verstehe ich gar nicht seinen Einfluss auf mich. Wo treibt Er mich an? Was will Er in jedem Augenblick von mir? Wenn ich das nicht weiß, welche Art von freiem Willen kann es dann geben?

 

Aus dem Unterricht, 12.05.2019

(250359)

Am Tor des Gebets

Man muss für eine neue Stufe das zusätzliche Verlangen, die Belastung des Herzens, erhalten und es analysieren, um ein abgeschlossenes Gebet zu erheben, weil man verstanden hat, dass man in einem solchen Egoismus nicht mehr länger verbleiben kann. Denn man begreift, dass es einem an der Eigenschaft des Gebens fehlt.

Wir sagen dem Schöpfer nicht, dass es uns schlecht geht und Er es wiedergutmachen soll. Das Gebet kann nur folgendermaßen aussehen: „Gut, dass Du mir dieses Übel geschickt hast, damit ich daraus lerne, wie ich das Geben wollen und zur Nächstenliebe aufsteigen soll“.

Ich bitte nicht darum, das Böse von mir wegzunehmen, denn das ist die einzige Grundlage, die mich erwachen lässt, denn sonst bleibe ich ein Tier.

Ich muss dieses Böse, dieses Leeregefühl nur prüfen, um zu verstehen, dass das Hilfe gegen den Egoismus ist, um mich dazu zu bewegen, mich mit den anderen zu verbinden.

Und ich danke für das „Schlechte“ und will, dass es bleibt, sonst falle ich in den Egoismus zurück. Doch über diesem Übel will ich die Beziehungen des Gebens mit allen anderen aufbauen.

Aus diesem Grund sehe ich in dem Bösen einen Helfer, der mich von meinen egoistischen Verlangen befreit. Denn wenn ich darin etwas Unangenehmes empfinde, bin ich bereit, mich davon zu trennen. Wie jemand, der sich an etwas verbrannt hat und es nicht mehr berühren will. Deshalb will ich diese Verlangen nicht und baue darüber die Beziehungen des Gebens auf.

Hier muss es einen Neuanfang geben – Rosh haShana (Jahresanfang bzw. Neuanfang) – einen Zustand, in dem ich die frühere Erfüllung nicht mehr will. Ich spüre, dass es böse ist.

Nun will ich im Gegenteil die Beziehungen, die auf dem Geben an den Nächsten basieren, darüber aufbauen. Eben diese Veränderung, der Übergang vom einen zum anderen nennt sich Jahresanfang.

Anschließend komme ich zu Jom Kippur, wenn ich mich überzeugt habe, dass ich mit meinen eigenen Kräften dazu nicht in der Lage bin. Ich spüre, dass ich keine Kraft, sondern nur das Verlangen habe. So komme ich zum Gebet. Das nennt sich Versöhnungstag.

Doch ich richte nicht über den Schöpfer, sondern über mich selbst, weil ich keine Kraft zum Geben habe – genau darin besteht meine Sünde. Darum schreie ich an Jom Kippur und bereue alle möglichen „Sünden“. Der ganze Sinn von Jom Kippur besteht darin, das Kli zu enthüllen, das für die Korrektur geeignet ist.

Das ist der Schlüssel-, der Wendemoment, in dem ich an Rosh haShana eine Entscheidung treffe, auf das alte Verlangen, die alte Herangehensweise zu verzichten und zum Geben kommen zu müssen.

Doch in den zehn Tagen zwischen Rosh haShana und Jom Kippur habe ich mich überzeugen können, dass ich nicht in der Lage bin, zu geben. Und nun wende ich mich zum ersten Mal mit einer wahren Bitte an den Schöpfer und erreiche einen Kontakt mit Ihm.

Diese Bitte kommt endlich bei Ihm an, denn ich bitte nicht um die Erfüllung, sondern um die Kraft der Korrektur. Und darum komme ich an das Tor des Gebets.

Aus dem Unterricht nach den Artikeln von Rabash, Auszüge zum Versöhnungstag vom 15.09.2010

 

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Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur


Frage: Ich kann mich nicht aufs Studieren des Buches Sohar konzentrieren, obwohl es mein größter Wunsch ist, dieses Buch zu verstehen. Das vorherrschendste Gebot im Christentum ist, „du sollst weder Vergeltung üben noch Groll hegen gegenüber den Kindern deines Volkes; sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst: Ich bin Jehovah“ (Levitikus 19:18). Jesus hat gelehrt, dass wir diejenigen lieben müssen, die uns hassen, und für diejenigen zu beten, die uns verfolgen. Ist das nicht auch ein Prinzip der Kabbala?

Meine Antwort: Jede Religion stellt sich selbst über andere Religionen und Lehren, und zwar deshalb, weil alle Religionen aus dem Egoismus des Menschen entstanden sind. Dies ist der Grund für all den Hass zwischen den unterschiedlichen Religionen und Nationen. Sogar innerhalb einer Religion gibt es Hass zwischen ihren unterschiedlichen Zweigen.

Das Gebot „Du sollst weder Vergeltung üben noch Groll hegen gegenüber den Kindern deines Volkes; sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ ist unvollständig. Kabbala lehrt uns, nicht nur das eigene Volk zu lieben, sondern alle Völker der Welt. Wenn wir in der Geschichte zurück schauen, werden wir niemanden finden, der diejenigen geliebt hat, welche ihn gehasst und verfolgt haben. Im Gegensatz dazu ist die Geschichte voll von Hass und Gewalt, welche durch die Religion bis heute hervorgebracht wurden.

Religion hat immer die verschiedenen Nationen voneinander gespalten und getrennt, indem sie diese gegeneinander aufgehetzt und sich selbst den Völkern durch Feuer und Schwert aufgezwungen hat.

Alle Religionen werden aussterben, weil sie aus dem Egoismus nach der Zerstörung des Tempels hervorgegangen sind. Das war, als das Volk Israel von der Stufe „Liebe deinen Nächsten“ auf die Stufe „grundloser Hass gegen den Nächsten“ gefallen ist – und sie sind nach wie vor auf dieser Stufe, zusammen mit allen anderen. Kabbala steht über der Religion. Sie wendet sich an jeden in der Welt, da sie lehrt, dass wir alle Teil der gemeinsamen Seele von Adam sind, ohne jeden Unterschied zwischen uns. Jede Person ist gleich wichtig, um für alle die vollständige Korrektur zu erreichen. Wenn auch nur eine Person fehlt, ist es nicht vollständig perfekt!

Kabbala trat im alten Babylon in Erscheinung, als die gesamte Zivilisation durch den wachsenden Egoismus auseinander fiel. Kabbala, durch Abraham vertreten, bat die Menschen sich zu vereinigen. Und jetzt, nach unserer ganzen bitteren Geschichte, erzählt die Kabbala uns allen wieder dieselbe Sache: „Vereinigt euch, sonst werdet ihr euch vernichten!“ Und bis heute predigen uns die Religionen noch immer Trennung – aus dem Grund, weil sie durch den Egoismus hervorgebracht wurden. Die Religionen traten auf, als die Nation Israel von der Nächstenliebe zum Hass herunter fiel – von der spirituellen auf die körperlich egoistische Stufe. Das war, als das Judentum erschien, danach das Christentum, und dann der Islam.

Baal HaSulam schrieb, dass die Religionen als kulturelle Traditionen der Nationen verbleiben werden. Die Religionen werden den ihnen angemessenen Platz einnehmen müssen und aufhören müssen, sich mit etwas zu beschäftigen, was jenseits von ihnen liegt – der Seele und ihrer Korrektur. Sie haben keine Verbindung mit dem Licht und dem Schöpfer, um sich damit zu beschäftigen. Genau das ist es, was wir heute miterleben, als Resultat der Einwirkung der Religionen auf die Menschen.

Die Periode der Verborgenheit des Lichts ist zu Ende, und damit ist auch die Periode der Herrschaft der Religionen über die Völker zu Ende. Das Licht wird enthüllt werden, und Religion wird durch die Kabbala ersetzt werden. Religion wird als kulturelle Tradition bestehen bleiben.

Verwandtes Material:
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Blog-post: Die Bibel – Geschichte oder Wissenschaft?
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Blog-post: Alles stammt von der Kabbala ab!
 
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Was war zuerst – Religion oder Kabbala?


Frage: Ich bin fest von der Methode und der Weisheit der Kabbala überzeugt, besonders nachdem ich mich mit meinem alten Glauben abgemüht habe und dann mit Atheismus und anderen Glaubensrichtungen. Ich kann es nicht erklären – es gibt etwas in mir, das 100% sicher ist, dass Kabbala der richtige Weg ist. Und doch habe ich noch Zweifel. Nicht was die Kabbala selbst betrifft, sondern mit ihrer Verbindung zur körperlichen Welt.

Wenn Kabbala zum Beispiel vor allen Religionen war und die Religionen durch die Kabbala inspiriert sind und wir deshalb manche Ähnlichkeiten zwischen ihnen finden, warum sagen dann manche Historiker, dass Hinduismus vor der Geburt Abrahams gegründet wurde – geschichtlich gesprochen? Können Sie das bitte erklären?

Meine Antwort: Es gibt nur drei Religionen: Judentum, Christentum und Islam und sie alle erschienen nach der „Zerstörung des Zweiten Tempels“ – nachdem Israel von „Liebe zu seinem Nächsten“ zu „unbegründeten Hass“ abgefallen war. Zuerst kam das Judentum auf, dann das Christentum und dann der Islam.

Natürlich existierten vor dieser Zeit schon verschiedene Glaubensrichtungen und sogar schon vor Abraham ebenso wie vor Adam. Abraham selbst und auch sein Vater Terach waren Priester in Babylon. Und nicht nur in Babylon gab es unterschiedliche Überzeugungen, sondern auf der gesamten Welt.

Die Tora spricht andererseits nur über den spirituellen Aspekt der Welt. Zum Beispiel erzählt sie von der Sintflut, doch diese Flut geschah nicht auf der gesamten Welt. Ebenso gab es Menschen, die vor Adam lebten und an verschiedene Kräfte und Vorstellungen glaubten. Die Erde war schon seit Millionen von Jahren da und Menschen erschienen vor Hunderttausenden von Jahren. Die Tora spricht jedoch nur über die spirituelle Entwicklung der Menschheit – über 6000 Jahre, beginnend mit der ersten Korrektur (die mit Adam beginnt – jemand, der dem Schöpfer ähnlich ist) bis zu der letzten.

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Das Geheimnis des Schwarzen Lochs

Bemerkung: Die schwarzen Löcher wurden bestätigt. Dort bleibt die Zeit stehen, die Gesetze der Physik gelten nicht und die Schwerkraft ist so gewaltig das alles, einschließlich dem Licht, dauerhaft absorbiert wird.

Antwort: Die Physik unserer Welt funktioniert dort nicht.

Frage: Was bringt uns dieses Wissen?

Antwort: Das es eine Grenze für Zeit, Raum und Bewegung gibt. Es gibt dort absolut andere Gesetze, an die wir uns nicht wenden, sie nicht studieren können.

Wir können lediglich Vermutungen anstellen, dass dort alles anders funktioniert. Auf welche Weise ist es anders? Wir können noch Hunderte von Jahren leben und werden es trotzdem nicht lösen, da wir hinter den Radioteleskopen stehen, die uns dieses Bild von einem schwarzen Loch gemacht haben.

Unser Gehirn ist egoistisch und basiert nicht auf Quantenphysik, deshalb erforschen wir dieses Phänomen im Grunde genommen rein mechanisch. Deshalb wird nichts davon funktionieren.

Um diese andere Welt, die sich innerhalb des schwarzen Lochs befindet, studieren zu können, müssen wir uns komplett verändern, da es sich dort um eine ganz andere Physik handelt.

Wir haben unser Universum lediglich bis zum Rand des Übergangs zu einem anderen Weltraum erfasst. Dort ist die Grenze unserer Erkenntnis. Wir nennen es – „die Grenze“, die Grenze der Zeit, die Grenze des Raumes. All das gibt es dort nicht.

Wir wissen nicht, was in diesen schwarzen Löchern ist. Wir wissen nichts. Eines ist klar – für uns verschwindet dort alles. Es wäre interessant zu sehen, wie wir aussehen würden, wenn wir unsere Welt aus diesen schwarzen Augen betrachten würden.

Bemerkung: Das wäre tatsächlich interessant, unsere Gesetze aus der Perspektive anderer Gesetze anzusehen!

Antwort: Unterhalb dieser Lichtgeschwindigkeit würden wir sehr primitiv aussehen, dies ist der primitivste Zustand, der in der Natur existiert. Es bedeutet, dass ich völlig unter der Macht des mechanischen Lichts stehe. Ich werde von ihm unterdrückt, kontrolliert und ich bin nichts! Ich existiere nicht! Es ist so, da mein „Ich“ nicht wahrgenommen wird.

Frage: Was wird einen Menschen dazu bringen, dass sich die Welt verändert, wenn er sich verändert? 

Antwort: Wenn unsere Welt zu einem schwarzen Loch wird, in dem alles verschwindet.

Bemerkung: Wann wird die Menschheit dazu kommen?

Antwort: Wir werden durch die Erkenntnis des Bösen dazu kommen. Langsam kommen wir dazu. Deshalb spüren wir die Evolution.

 

Aus dem TV Programm „Nachrichten mit Michael Laitman“ vom 23.04.2019

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