Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Korrektur'

„Nach seinem Schatten sehnte ich mich“

Artikel „Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten der Heiligkeit und dem von Sitra Achra?

(„Shamati“, Nr. 8): Der Schatten der Klipa heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“, während es über die Heiligkeit (Kedusha) heißt: „Seinen Schatten begehrte ich, und ich sitze, und seine Frucht ist für meinen Gaumen süß“, das heißt, er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er Raum haben würde, Arbeit über dem Verstand zu verrichten.

Schließlich will er um das Geben willen arbeiten, also um dem Schöpfer Freude zu bereiten und deshalb fühlt er bei dieser Arbeit keinen Nachteil – er ist mit der Lenkung des Schöpfers einverstanden und nimmt mit ganzem Herzen und ganzer Seele das Gefühl der Wirklichkeit an, das der Schöpfer ihm bei dieser Arbeit geben will. Er schaut nicht auf das, was er selbst genießen könnte – sondern sucht danach, womit er dem Schöpfer Freude bereiten kann. Und so kommt es, dass ein solcher Schatten ihm Leben schenkt.

Glaube über dem Verstand bedeutet, alles, was einem widerfährt, als vom Schöpfer gesandt wahrzunehmen, als die einzige Kraft, außer der es nichts gibt. Sie ist gut und Gutes tuend, auch wenn man etwas anderes empfindet.

Die ganze Arbeit besteht darin, zu erkennen, dass wir nichts tun und nichts tun wollen: weder äußerlich, noch innerlich, weder mit unseren Händen, noch mit unseren Füßen, weder mit Werkzeugen dieser Welt, noch mit unseren inneren Wünschen und Gedanken, sondern mit allem einverstanden sind, was wir im Augenblick haben. Dieser Moment wird Ende der Korrektur genannt.

Bis wir ein solches Gefühl erreicht haben, dass wir uns im besten Zustand befinden, unter der Kontrolle einer guten Kraft, die sowohl den Sündern als auch den Gerechten Gutes bringt, wird es Schatten in der Welt geben.

Der Schöpfer wird uns solange in solche Zustände bringen, bis wir das Verlangen verspüren, sie zu verändern. Zuerst wollen wir die Welt ändern, dann wollen wir uns selbst ändern. Doch am Ende verstehen wir, dass unsere ganze Arbeit genau das Gegenteil ist: unsere Einstellung und Wahrnehmung gegenüber der höheren Lenkung, dem Herrn der Welt, zu verändern – damit wir uns nach seinem Schatten sehnen.

Alles, was wir empfangen wird für uns begehrenswert, auch wenn es in einer unangenehmen Form kommt – schließlich ist es ein Schatten, eine Verhüllung. Doch wir arbeiten über dem Verstand hinaus, damit diese Früchte für uns süß werden. Darin besteht unsere ganze Korrektur.

Alles beginnt damit, dass wir alles was geschieht, als vom Schöpfer kommend wahrnehmen – nicht als leere Worte, sondern im Inneren spürbar. Man muss den Schöpfer nicht bitten sich zu offenbaren, sondern nur in der Lage sein zu erkennen, dass alles von ihm kommt. Dann wird es für den Menschen sehr angenehm sein, mit dem Glauben über dem Verstand zu arbeiten und alle schlechten Zustände als die Besten, die Unangenehmen als Angenehme zu akzeptieren – bis sie ihm alle süß sind.

Das bedeutet, dass er den Glauben erlangt hat. Es ändert sich absolut nichts in der Welt, nur die vollkommene Lenkung des Schöpfers wird dem Menschen offenbart. Das allein macht diese Welt zu einer höheren, vollkommeneren Welt.

Es stellt sich heraus, dass keine äußeren Veränderungen notwendig sind – es ist keine Arbeit erforderlich: weder äußerliche, materielle, mit Händen und Füßen, noch solche Arbeit, wie wir sie uns unter spiritueller Arbeit vorstellen. Letztlich läuft alles auf einen Zustand hinaus: den Kontakt des Menschen mit der verhüllten Lenkung. Er möchte diesen Kontakt ständig aufrechterhalten und verlangt keine Veränderung: Er möchte in der Verhüllung bleiben.

Davor bat er um die Offenbarung, doch nun will er die Verhüllung bewahren. All seine Energie, mit der er nach Offenbarung suchte, all sein Verlangen, wendet er im Gegenteil dazu an, sie zu verhindern. Schließlich kann die Offenbarung all sein selbstloses Streben, seine ganze Beziehung zum Schöpfer zunichtemachen, ihn seiner Arbeit über dem Verstand berauben. Deshalb möchte er das Maß der Entfernung, der Sehnsucht, die er empfunden hat, bewahren, um ständig mit dem Schöpfer verbunden zu sein.

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Aus der Unterrichtsvorbereitung

 

Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

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(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Es gibt keine Seele, die nicht einen Zerbruch durchlaufen hätte

Frage: Ist es notwendig, zuerst zum AHAP zu gehen, um Galgalta we Ejnaim (GE) zu korrigieren?

Antwort: Wenn man über die Korrektur der Kelim spricht, besteht jedes Kli, dessen Korrektur wir in Angriff nehmen, selbst das hellste, aus vier Teilen: GE, AHaP, GE im AHaP und dem AHaP im GE.

Obwohl das Licht auf allen Kelim einwirkt, werden die hellsten zuerst erweckt, da sie nach der Regel der Übereinstimmung der Eigenschaften sich näher an der Korrektur befinden. Wie äußert sich die Tatsache, dass die Gefäße des Gebens in ihnen gewichtiger sind als die Gefäße des Empfangens? Das ist schwer zu erklären.

Einerseits ist derjenige, der einen Schirm besaß und sich höher befand, sehr tief gefallen, andererseits ist derjenige, der in der Eigenschaft des Gebens verharrte und von Natur aus nahe an Bina war, kaum gefallen. Die Kelim ohne Schirm sind zwar verdorben, aber nicht in demselben Maße wie die empfangenden Kelim, die einen Schirm besitzen, sich dadurch sehr hoch befinden, aber ohne Schirm schrecklich sind und sehr tief absteigen.

Wir dürfen diese Berechnungen in der Praxis nicht anstellen, wenn wir mit der Korrektur beginnen. Das Licht erweckt, klärt, sortiert die Kelim und korrigiert sie. Deshalb schließt sich derjenige, der spürt, dass er der Korrektur nahe ist, selbst an und fühlt sich daran beteiligt.

Deshalb können wir zu diesem Zeitpunkt keine genaue Berechnung vornehmen. In den Körpern gab es keinen derartigen Zerbruch. Es gibt Menschen, die vom „körperlichen“ Standpunkt aus als Juden bezeichnet werden und es gibt solche, die als Völker der Welt bezeichnet werden.

Unter beiden gibt es solche, die sich nicht miteinander, d.h. im Lauf der Zeit untereinander vermischt haben, es gab keine Mischehen.

Das Zerbrechen fand immerhin in den Seelen statt! Eine Erklärung wird dafür nicht geliefert. Die Kabbalisten wollen dieses Thema nicht ansprechen.

Man kann auf dieser Grundlage keine Haltung gegenüber der Welt einnehmen, schon deshalb nicht, weil man nicht weiss, wo die verlorenen Generationen sind, wie sie den Zerbruch durchgemacht haben. Man. kann keine Haltung aufbauen, die auf der Grundlage der Äußerlichkeiten einer Sache basiert. Man muss es einfach als Tatsache akzeptieren: Wenn man über die Seelen spricht, gibt es keine Seele, die nicht in ihrer Gesamtheit, mit all ihren Teilen, den Zerbruch durchgemacht hat.

Es ist eine Tatsache, dass das Licht korrigiert und zur Quelle zurückführt. Daher werden die Menschen, die nicht verbunden sind, zur Korrektur erweckt. Es ist eine Frage der Zeit, ob das früher oder später geschieht.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“

 

Wenn kein Verlangen besteht

Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn der Mensch ohne ein Verlangen durch Überwindung lernt?  

Antwort: Es ist gut. Das bedeutet, dass das Ziel erhabener ist, als das eigene, kleine, egoistische Verlangen. Das heißt, man setzt Kräfte ein, um das Ziel zu erreichen. Wenn man ohne Überwindung lernt, stellt sich die Frage, wo die eigene Anstrengung bleibt. Noch problematischer ist es, wenn man Freude beim Lernen empfindet.

Am besten ist es, wenn kein Wunsch besteht und man wie tot die Gruppe darum bittet, irgendeine Gelegenheit zu bekommen, um die Bedeutung des Ziels zu erkennen. Indem man sich vor den Freunden annulliert und alles für sie tut, um die Wichtigkeit des Ziels zu erfahren, wird man durch ihre Inspiration motiviert, in der Früh zum Unterricht zu kommen- das ist das Beste.  

Frage: Bedeutet das, wenn ein Schüler zu Ihnen kommt und sagt: „Was soll ich tun? Ich kann nicht mehr, wie soll ich weiterleben?“ – Ist das der beste Zustand?

Antwort: Ja. Dann sage ich ihm: „Herzlichen Glückwunsch! „Du erkennst, dass du nur ein Tier bist, das nach tierischer Befriedigung strebt und nichts anderes.” 

Frage: Bedeutet das, dass das Lernen mit Freude nur die Anfangsphase ist, wenn man noch nichts erreicht hat?  

Antwort: Das Wichtigste ist die Verbindung mit der Gruppe, mit den Freunden. Denn dadurch empfängt man von ihnen ein zusätzliches Verlangen und steigt höher auf.

Frage: Und wenn man die erste spirituelle Stufe – den Machsom – überschritten hat, ändert sich dann die Wahrnehmung seiner Ablehnung?

Antwort: Wenn der Mensch den Machsom überschritten hat, wirken auf ihn ganz andere Kräfte, andere Berechnungen.  

Frage: Es ist also so, dass vor der endgültigen Korrektur immer eine Art Hinterlist gegen die eigene Natur stattfindet?  

Antwort: Ja, genau. Sonst kann der Mensch, wenn er nicht immer weiter seinen Egoismus offenbart und ihn gleichzeitig korrigiert, um darüber aufzusteigen, nicht vorankommen.

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Aus der Fernsehsendung „Mein Telefon klingelte. Wenn kein Verlangen besteht“

 

Adaption der Kabbala

Frage: Sie sind der Lehrer. Wer kann Sie beim Unterrichten ersetzen?

Antwort: Ich denke nicht, dass das überhaupt notwendig sein wird. Es gibt etwa zwanzigtausend aufgezeichnete Lektionen, die eine enorme Menge an Wissen, Ratschläge und Übungen zur Kabbala enthalten, die studiert und umgesetzt werden können.

Solange ich die Möglichkeit habe, voranzuschreiten, werde ich das tun. Sobald ich aufhöre, ist nichts Weiteres erforderlich. Die Menschen können alle Lektionen und Vorträge aus dem Archiv nehmen und systematisch studieren. Das Material reicht für zehn Jahre im Voraus aus, sodass man sich keine Sorgen machen muss. Das ist vollkommen ausreichend, um alle Ziele zu erreichen.

Dennoch bemühe ich mich täglich, etwas Neues zu vermitteln, indem ich immer anschauliche Beispiele finde, einfache Ausdrücke und Formulierungen, um den Stoff verständlicher zu machen.

In der Kabbala ist die Einfachheit das Wichtigste. Es ist nicht wie in der Philosophie oder in anderen Wissenschaften, bei denen es darum geht, zu verwirren oder komplizierte Theorien aufzustellen. Es geht um hohe, entfernte, kaum wahrnehmbare Bilder und Gedanken, die mit den gewöhnlichen Sinnen, dem Herz und dem Verstand kaum erfassbar sind. Diese müssen so nah wie möglich am Menschen ausgedrückt werden, und zwar an den normalen Menschen, da die Kabbala heute für die breite Masse bestimmt ist. 

Deshalb versuche ich heute, sie der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Der große Kabbalist des 12. Jahrhunderts, Rambam, schrieb, dass unsere Methode so entwickelt werden muss, dass sie so einfach ist, dass sie für Frauen, Kinder und Ungebildete – für alle geeignet ist. Nicht nur für große Denker oder einer kleinen Elite, sondern für jeden Menschen auf der Welt.

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, seine Natur zu korrigieren und den korrigierten Zustand- die Stufe des Schöpfers- zu erreichen. Das ist die Essenz unserer Generation. Vielleicht nicht in dieser, sondern in der nächsten Generation, aber innerhalb der nächsten Jahrzehnte müssen wir dieses Ziel erreichen.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte“, 20000 Lektionen

 

„Erinnere dich an den Tag, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid“

Frage: Was bedeutet die Aufforderung „Erinnere dich an den Tag, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid“ für die innere Arbeit des Menschen?

Antwort: Im Sohar (Kapitel „Bo“, p.121) wird darauf hingewiesen, dass der Auszug aus Ägypten in der Tora 50 Mal erwähnt wird. Es wird betont, dass der Mensch sich täglich als jemand sehen sollte, der aus Ägypten auszieht, da unsere gesamte spirituelle Arbeit in Bezug auf diesen Zustand stattfindet.

Die spirituelle Arbeit des Menschen, die zur Korrektur seiner egoistischen Natur führt, beginnt mit dem Zustand „Abraham“ – dem Keim der Eigenschaft des Gebens. Doch wie entwickelt man diese Eigenschaft?

Deshalb stellt sich in einem Menschen die Frage “Abrahams” an den Schöpfer: „Wie werden meine Nachkommen das große Land erben?“ (Kapitel „Lech Lecha“). Das bedeutet, wie kann ich in mir (meinen Nachkommen – meinen zukünftigen Zuständen) das große Verlangen nach Geben und Liebe entwickeln, um von Dir das Licht der Unendlichkeit zu empfangen?

Die Antwort des Schöpfers an Abraham lautet: „Wisse, dass deine Nachkommen 400 Jahre im Exil sein werden.“ Diese 400 Jahre spiegeln alle vier Ebenen des Egoismus wider. Der Schöpfer zeigt dem Menschen, dass er tief in den Egoismus eintauchen wird, um ein Verlangen zu entwickeln, das dem Licht der Unendlichkeit entspricht.

Zunächst wird der Mensch von dem Verlangen durchdrungen sein, alles zu konsumieren. Doch bald wird er erkennen, dass dieser Zustand fehlerhaft ist, und er wird den Wunsch verspüren, daraus auszutreten. Nachdem der Mensch aus diesem Zustand herausgetreten ist, beginnt er, sein egoistisches Verlangen in ein gebendes zu korrigieren. Dies symbolisiert den Auszug aus Ägypten und den Übergang ins Heilige Land.

Auf diese Weise wird der Mensch allmählich seinen erworbenen Egoismus korrigieren und auf 125 Stufen bis zur vollständigen Korrektur (Gmar Tikun) aufsteigen.

Somit gliedert sich unser spiritueller Weg in drei Etappen:

1. Vom Ausgangspunkt (Abraham, das Streben nach der Offenbarung des Schöpfers) zum Eintritt nach Ägypten.

2. In Ägypten – Entwicklung des Strebens zum Schöpfer, was zur Offenbarung des Egoismus führt, das Bewusstsein, dass es böse ist, und der Auszug daraus.

3. Die Korrektur dieses egoistischen Verlangens bis zur vollständigen Korrektur.

Alles dreht sich um „Ägypten“ – ein Teil unseres Weges „vor ihm“ und ein Teil des Weges – „nach ihm“. Ägypten ist der zentrale Punkt. Deshalb sollte jeder Mensch jeden Tag in sich fühlen, dass er aus Ägypten herausgeht – das bedeutet, jeden Tag einen Teil seines egoistischen Verlangens zu korrigieren und dafür neues Licht zu empfangen. Dieser Prozess wird als „neuer Tag“ bezeichnet und setzt sich auf allen Stufen fort.

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Aus einer Lektion über das Buch Sohar.

Die Frucht des Baumes der Erkenntnis

Rabash, „Dargot Sulam“, Artikel 903, „Tu bi Schwat“: Der Schöpfer wünscht, dass der Mensch, der das Gebot, das wie eine Frucht ist, erfüllt. Baum und Frucht schmecken gleich, das heißt, dass die Absicht auch „Lishma“ ist – um des Gebens willen.

In der spirituellen Arbeit muss man mehrere Stufen durchlaufen. Zunächst muss man auf die Stufe hinabsteigen, von der es heißt: „Ich schuf den bösen Trieb“. Hier beginnt der Mensch, sich mit seiner Natur vertraut zu machen und erkennt, wie sehr er dem Guten entgegengesetzt ist.

Das Gute ist das Licht, die Eigenschaft des Gebens. Um sich im Vergleich dazu zu messen, muss der Mensch die Eigenschaft des Gebens erkennen. Wo findet man das Böse und wo befindet sich darin der Schöpfer, der den bösen Trieb geschaffen hat? Der Mensch muss den Schöpfer offenbaren, der den bösen Trieb geschaffen hat und die Tora als Gewürz dazu gegeben hat.

Es kann keine Dunkelheit ohne Licht und kein Licht ohne Dunkelheit geben. Wir begreifen nichts für sich allein – sondern nur im Vergleich mit seinen Gegensätzen. Der Mensch kann nur in dem Maß, wie er gute Taten vollbringt, die negative Seite seiner Natur erkennen. Nur so wird ihm das Böse bewusst.

Die Sünder, von denen die Tora spricht, sind besondere und herausragende Menschen. Die Stufe des Sünders ist eine sehr hohe Stufe. Der Mensch arbeitet in Bezug auf das Gute und versucht, das Böse in sich zu überwinden, um das Gute zu erreichen. Dann erkennt er das Übel, offenbart die Sünde Adams und tritt in den Prozess der Korrektur ein. Die Offenbarung des Bösen ist somit Teil dieses Prozesses.

Erst nachdem der Mensch das Böse erkannt hat, beginnt er zu prüfen, ob „Baum und „Frucht“ übereinstimmen, ob sie in die gleiche Richtung, in die Richtung des Gebens streben. Die „Früchte“ repräsentieren das Geben und nicht den Eigennutz. Der Mensch versucht über seinen Egoismus hinauszuwachsen, er identifiziert ihn als das Böse, über den er sich erheben muss. Es wird ihm immer wieder bewusst, dass er für sich selbst genießen möchte und erkennt dies als die „ägyptische Plage“. Er ist bereit alles zu tun, außer für sich selbst zu genießen.

So erhebt er sich über alle Möglichkeiten des Genusses und gelangt zu den wahren Früchten- dem Geben. Die Freude am Geben ist die Frucht des Baumes der Erkenntnis. Dies ist der Glaube, der über den Verstand hinausgeht – der Glaube, der auf dem Baum der Erkenntnis gewachsen ist.

Nur so kann der Mensch wachsen: Er erhebt sich über das Böse und lehnt das Verlangen zu empfangen ab. So reifen in ihm die Früchte.

Dies symbolisiert auch Tu bi-Schwat das „Neujahr der Bäume“. Warum Bäume und nicht Früchte? Der Mensch muss zunächst lernen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen und anschließend   das Empfangen um zu Geben.

Auf dem spirituellen Weg entdecken wir immer wieder in uns falsche Formen. Wie Baal HaSulam im „Vorwort zu TESS“ schreibt: Nur die, deren Maß an Geduld standgehalten hat, verdienen es, in den königlichen Palast einzutreten, in den „Garten“, in dessen Mitte der Baum der Erkenntnis steht.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash.

 

Was ist ein „Segen“?

Frage: Das letzte Kapitel der Tora heißt „Vezot HaBracha“ („Und dies ist der Segen“). Was bedeutet das?

Antwort: Ein Segen ist das Höhere Licht. Doch nicht einfach nur Licht, sondern das Licht, das den Menschen und die gesamte Menschheit korrigiert, sie zu einer einzigen, einheitlichen Form verbindet – und diese Form gleicht dem Schöpfer, befindet sich in Verschmelzung mit Ihm. Sie ist dem Schöpfer ähnlich, sowohl als Gefäß als auch in ihrer Erfüllung.

Das Licht, das uns korrigiert und uns dem Schöpfer ähnlich macht, wird Tora genannt.

Uns bleibt nur, zu lernen, wie wir die Tora empfangen, wie wir sie richtig auf uns lenken, sodass sie uns vollständig formt und gestaltet.

Der Segen ist der höchste Zustand, den ein Mensch erreichen kann – wenn er sich vollkommen „auf den Schöpfer kleidet“. Denn dann ist er wie ein Gefäß, das das Höhere Licht in sich aufnimmt.

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(Aus der TV-Sendung „Die Geheimnisse des ewigen Buches“)

Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

Zur Kabbala Akademie…

Die schwer fassbare Stelle der Freiheit

Es scheint so einfach zu sein – möge die Kraft des Lichts uns zur Liebe zum Nächsten korrigieren!

Warum ist der Korrekturprozess so kompliziert? – Die Schwierigkeit liegt darin, dass dieser ganze Prozess verborgen ist. Und verborgen ist er, um uns die Freiheit des Willens zu geben.

Freier Wille bedeutet, gegen mein Verlangen und meinen Verstand, wenn ich es nicht direkt will! 

Mein tierisches Körper strebt nicht danach, mein Egoismus hilft mir dabei nicht. Ich muss eine neue Motivation für meinen Fortschritt finden – eine, die nicht aus meinen eigenen Eigenschaften entspringt. Andernfalls würde ich nur meinen tierischen Egoismus vergrößern.

Die Ursache für das Vorankommen muss außerhalb von mir liegen – in meiner Umgebung. Ich muss etwas für den Fortschritt nutzen, das nicht meinem egoistischen Verlangen gehört – und genau das ist die Schwierigkeit.

Wenn es diese Hürde nicht gäbe, würde jeder nach Korrektur streben. Wer will nicht Vollkommenheit und Ewigkeit erlangen, den Schöpfer, sein eigenes Schicksal von Anfang bis Ende sehen und es lenken?

Jeder wäre bereit, diese vergängliche Welt gegen eine ewige einzutauschen. Doch der Mensch empfindet, dass es zu hoch, zu schwierig und unerreichbar ist.

Und all das geschieht, weil wir genau hier den Punkt unserer freien Wahl offenbaren müssen – den Punkt, der „das mittlere Drittel von Tiferet“ genannt wird.

Wir verstehen, was Liebe ist, wir verstehen, was Hass ist – aber was ist dieser neutrale Zustand, das „mittlere Drittel von Tiferet“? Das bleibt unklar.

Auf jeder Stufe müssen wir die Wahl aus diesem Zustand heraus treffen – sonst wären wir nicht unabhängig vom Schöpfer.

Was wäre der Sinn darin, ein unglückliches Geschöpf zu erschaffen, das in dieser Welt leidet, ihm die Erkenntnis eines vollkommenen Zustands zu geben und ihm einfach nur ein Mittel (die Tora) zur Verfügung zu stellen, um von einem schlechten Zustand in einen guten zu wechseln?

Jede Maschine würde dasselbe tun, wenn es Gut und Böse gibt und ein Mittel, um von Schlechtem zu Gutem zu gelangen – aber das wäre kein freier Wille.

Nach diesem Zwei-Linien-Prinzip funktionieren Religionen. Der Unterschied zwischen der Kabbala und der Religion liegt im freien Willen, in der dritten Linie.

Dazu muss der Mensch einen Punkt finden, von dem aus er seine Handlungen ausführt, der nicht von ihm abhängt, nicht von seiner irdischen Wahl, und in dem er keinen eigenen Vorteil sucht.

Wenn wir diesen Punkt finden und aus ihm heraus handeln, dann bauen wir uns frei auf – unabhängig von unserer früheren Natur. Wir „schneiden“ uns von ihr ab und „gebären“ uns selbst, anstatt vom Schöpfer geformt zu werden.

Und genau in diesem unabhängigen Punkt liegt die größte Schwierigkeit. Er verwirrt uns ständig, löscht immer wieder alles aus, was wir gerade verstanden und gefühlt haben, und taucht uns erneut in einen „Nebel“.

Denn man will uns in eine völlig andere Dimension des Lebens führen, uns die wahre Realität enthüllen – anstelle des unbewussten Zustands, in dem wir uns heute befinden.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“