Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gruppe'

Der Wohnsitz in der Welt der Unendlichkeit

Frage: Über den Sukkot Feiertag ist gesagt: „Gehe aus deinem Haus heraus und lasse dich an dem zeitweiligen Ort nieder“.

Aber welcher normale Mensch wird freiwillig sein festes, bequemes Haus verlassen, um in den Behelfsbau umzusiedeln?

Antwort: Wir werden sowieso gezwungen sein, unsere egoistische Behausung zu verlassen, ob wir es wollen oder nicht. Auch wenn dir jetzt dein heutiger Wohnsitz als fest vorkommt, ist es allen bekannt, dass er vorübergehend ist, und alle an den anderen, beständigen Ort umgesiedelt sein werden.

Und Kabbala bietet im Voraus „das beständige Haus zu verlassen“, das uns solch sicher zu sein scheint, und, „ins vorübergehende“ überzugehen.

Unsere Selbstsucht zeichnet uns unsere Welt als beständig auf, aber das Studium der Kabbala zeigt uns eine andere Beziehung der Welten: die Welt des Gebens ist konstant, in Wirklichkeit ist sie die Welt der Unendlichkeit, worin sich der Mensch mit dem Schöpfer verbindet und die Ewigkeit und die Vollkommenheit erreicht.

Und wir sind wie kleine Kinder, die am gewöhnlichen Ort befestigt sind, wir haben Angst, uns davon zu entfernen, das Lieblingsspielzeug abzugeben, sogar für die Erwachsenen ist es schwierig, sich von den gewöhnlichen Anblicken zu trennen und, die Welt anders anzuschauen.

Der Unterschied zwischen der beständigen und vorübergehenden Behausung besteht darin, dass ich mit Hilfe der neuen Umgebung versuche, von der vorigen Umgebung abgetrennt zu werden, die „der beständige Wohnsitz“ heißt.

Ich befinde mich in der vorigen Umgebung unter dem Druck der Massenmedien, der Meinung der Mitarbeiter und der Nachbarn, mit der Verpflichtung, wie alle zu sein, wie alle zu denken.

Ich hänge von der Menge der Faktoren ab, die meine „ständige Behausung“ bestimmen – ich bin allen verpflichtet, ich lebe genauso, wie es alle tun. Meine Lebensweise ist allen klar und von allen gebilligt.

Und plötzlich scheint mir diese beständige Behausung, ein Konzentrationslager zu sein, aus dem ich mich nicht befreien kann! Ich beginne, mich von der Seite zu betrachten, beginne zu verstehen, dass dieses beständige und so ein vorübergehendes Leben schon bald zu Ende gehen wird…

Unter der neuen Einwirkung der Bücher und der Meinung der Gruppe, gehe ich allmählich aus „dem Wettbewerb des Lebens“ hinaus und sehe „den beständigen Wohnsitz“ (den Zustand) an – im höheren Licht, in seiner absoluten Ruhe, sowohl in dieser Welt, als auch in der Zukunft.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 22.09.2010

Zur Kabbala Akademie

 

Versöhnungstag ist ein Freudentag

Jom Kippur bedeutet Versöhnungstag, einen Tag, an dem das Kli (das Verlangen), das von uns korrigiert werden muss, enthüllt wird.

Rabash schreibt in vielen Artikeln, dass der Mensch entsprechend seinem inneren Zustand, der ohne jegliche Verbindung mit dem kalendarischen Feiertag eintreten kann, zum Versöhnungstag kommt.

Jeder von uns durchläuft in seiner persönlichen Entwicklung diese Zustände, Aufstiege, die als „Rosh haShana“ (Jahresanfang), „Jom Kippur“ (Versöhnungstag) u. a. bezeichnet werden.

Jom Kippur ist ein sehr hoher Zustand, und es bedarf eines gewaltigen Lichtes, das auf uns einwirkt, um diesen Tag, diese Stufe in uns zu enthüllen.

Dafür ist eine ganze Handlungsabfolge notwendig. Der Mensch unternimmt große Anstrengungen innerhalb der Gruppe, innerhalb unserer Verbindung, wo einst das Zerbrechen stattgefunden hat.

Der Ort des Zerbrechens ist uns dafür gegeben, damit wir ihn korrigieren. Dann begreifen wir, was Korrektur bedeutet, wie der Aufbau dieses Ortes ist, wie die höhere Kraft ihn erschaffen hat und ihn unterstützt. So enthüllen wir den Schöpfer.

Um das zu erreichen, strengen wir uns an – entsprechend dem Hauptgesetz der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Wie uns die Kabbalisten empfehlen, setzen wir es nicht in der gesamten Menschheit um, weil das unmöglich ist, sondern vor allem in einer oder mehreren kleinen Gruppen.

Indem wir versuchen, dieses Gesetz nach der Methode der Kabbalisten in der Verbindung zwischen uns umzusetzen, das heißt, durch die Liebe zu den Geschöpfen die Liebe zum Schöpfer zu erreichen, stellen wir fest, wie wenig wir uns in der Eigenschaft des Gebens befinden.

Die Rede ist nicht von unserem Leben in dieser Welt, wie schlecht oder wie gut es uns geht; nicht dadurch überprüfen wir Gut oder Böse, nicht damit kommen wir zum Versöhnungstag.

Nur wenn ich mich in der Gruppe befinde, die Verbindung mit den Anderen anstrebe, das Licht, das zur Quelle zurückführt, erwecke und es mir leuchtet, dann sehe ich, wie tief ich im Hass und in der Abstoßung gegenüber meinen Freunden stecke, die nach der Einheit streben, um in ihr das Geben, den Schöpfer, zu entdecken.

Ich enthülle in mir die Kraft der Abstoßung, die Kraft des Zerbrechens – und nur über sie kann ich sagen, dass ich das Böse enthüllt habe. Nur mit diesem Übel kann ich zum Schöpfer kommen und von ihm die Korrektur verlangen.

Dann wird der Versöhnungstag zum Freudentag, weil ich die Krankheit des Egoismus, meine Natur, die korrigiert werden muss, enthüllt habe.

Ich habe die Bedingung „Ich erschuf den Egoismus“ enthüllt und kann jetzt den Schöpfer um die Tora bitten – um die Kraft, die den Egoismus korrigiert, weil weiter von Ihm gesagt wird „Und erschuf die Tora zu dessen Korrektur, da das Licht in ihr zur Quelle zurückführt“, d.h. zu Mir.

Darum kommen wir erst nach einer schweren Arbeit an der Verbindung zwischen uns am Versöhnungstag an: erst – nachdem das höhere Licht von der Stufe des Monats ELUL („Ich zum Geliebten und der Geliebte zu mir“) scheint, erst – nachdem wir Rosh haShana erreicht haben, weil wir einen Neuanfang, eine Änderung auf dem Weg wünschen und nur die Verbindung zwischen uns – die Geburt eines neuen Systems, eines neuen Menschen (Adam) in uns – anstreben, erst danach kommen wir zu einem Zustand, in dem wir unsere gesamten zehn Eigenschaften überprüfen, und am zehnten Tag nach dem Jahresanfang, nach dem Beginn eines neuen Weges, am Versöhnungstag ankommen.

Dann befinden wir uns einerseits wirklich in dem Zustand der völligen Hoffnungslosigkeit und Kraftlosigkeit und andererseits in der unvorstellbaren Freude, weil wir jetzt endlich so zum Schöpfer flehen können, dass Er uns hilft.

Wir haben die völlige Sicherheit, dass Er uns hilft, weil wir uns bereits geprüft und erkannt haben, dass wir uns alle ausschließlich im Bösen befinden und nichts dagegen tun können. Andererseits haben wir in der Verbindung zwischen uns die Sicherheit gefunden, dass in diesem Fall der Schöpfer hilft, und warten genau auf diesen Moment.

Baal haSulam schreibt, dass „es keinen glücklicheren Moment im Leben eines Menschen gibt als den, wenn er feststellt, dass er völlig geschwächt ist und den Glauben an seine Kräfte verloren hat, weil er alle möglichen Anstrengungen unternommen hat, die er nur im Stande war, zu unternehmen, und doch nichts erreicht hat. Weil er gerade in einem solchen Moment, in einem solchen Zustand, zum absoluten, klaren Gebet, zur Bitte, zum Gebet an den Schöpfer, bereit ist!“ Eben dieser Moment nennt sich Versöhnungstag. Von diesem Moment an und weiter ist der Mensch bereits sicher, dass er das Licht der Korrektur erhält.

Aus dem Unterricht nach den Artikeln von Rabash, Auszüge zum Versöhnungstag vom 15.09.2010

Zur Kabbala Akademie

Was bedeutet der Tod? Wie kann man den Tod nicht fürchten?


Frage: Was ist der Tod und wie kann man aufhören, davor Angst zu haben?

Antwort: Wenn sich jemand mit der tierischen Stufe (dem Körper) identifiziert, fürchtet er den Tod, da er dies als Ende der Existenz seines „Ich“ ansieht. Sollte er allerdings bereits begonnen haben, sich mit der Seele zu identifizieren, d.h., dass er im Allgemeinen beginnt, sich selbst in seinem inneren Leben wahrzunehmen, er sein ‚Ich‘ als jenseits seiner tierischen Stufe (dem Körper) empfindet, er sich selbst durch den Punkt im Herzen wahrnimmt, sich mit den Punkten anderer verbindet und beginnt in anderen zu leben, dann erlangt er einen Zustand der Zuversicht (selbstverständlich unter dem Einfluss von Or Makif). Er weiß, wenn sein physischer Körper stirbt, hat er bereits einen neuen, spirituellen Körper erworben! Und im Augenblick des Todes nimmt er seinen physischen Körper so wahr, als würde er ihn „ausziehen“ wie ein Hemd und trennt sich von ihm. Allgemein ist dies ein psychologisches Problem. Das kommt daher, weil man das Gefühl hat, in seinem Körper zu leben – in seinen Wünschen. Die Hauptlösung liegt in der Interaktion mit der Gruppe. Denn wenn Sie beginnen, die Verlangen anderer (seiner Nächsten) anstelle der eigenen zu empfinden, erlangen Sie einen ewigen Körper oder Verlangen, die sich außerhalb von Ihnen befinden.

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

 

Über Rabash und die spirituelle Bedeutung von Tod und Auferstehung


Während ich an Rabashs Seite war, überraschte es mich immer wieder, wie kurz und formell die Begräbniszeremonien waren. Man musste zum Friedhof kommen, ein paar Worte über das Grab sprechen und wieder gehen. Und er braucht nur einmal im Jahr wieder dorthin zu kommen, nicht mehr.

Im physischen Sinn ist dieses Ritual düster, doch im spirituellen Sinn ist es voller Freude! Wir veranstalten gerade ein Ritual, über das ein Mensch sich freuen sollte. Er sollte darüber jubeln, dass er seinen „Körper“ los wird, über die Tatsache, dass sein egoistisches Verlangen gestorben ist und das Verlangen zu geben und zu lieben – „Seele“ genannt – auf eine neue Stufe aufgestiegen ist. Es ist von der irdischen Stufe, dem Empfangen, in die „Himmel“ aufgestiegen – zum Geben!

Wenn man einmal im Jahr hierher zurückkehrt, zu seinem begrabenen Verlangen, prüft man, ob es etwas mehr gibt, das man davon nehmen kann, um es zu korrigieren und noch höher aufzusteigen. Schließlich kann der Aufstieg nur durch die Korrektur stattfinden, durch die Umwandlung des Egoismus zum Geben.

Danach kommt die „Auferstehung der Toten“, wenn wir alle unseren Verlangen korrigieren und nichts im „Grab“ zurück bleibt. Dann wird der Tod (die Verlangen) wiederbelebt und die Begräbnisrituale werden nicht länger durchgeführt.

Rabash war ein Mensch, der handelte, wie ein Kabbalist nie zuvor gehandelt hatte.
Er nahm säkulare Studenten in seine Gruppe auf, die sich in der Mitte der jüdisch-orthodoxen Bevölkerung befand, der Stadt Bnei Brak. Er lehrte diese Studenten die Wissenschaft der Kabbala. Zu dieser Zeit war das eine echte Revolution. Er stellte sich gegen seine Familie, gegen die Menschen, die ihm nahe waren und gegen die gesellschaftliche Meinung der gesamten orthodoxen Gemeinschaft.

Trotz alledem wagte er das und erreichte einen Durchbruch. Er fing an, Artikel zu schreiben und Unterricht für Anfänger zu geben, einschließlich für säkulare Menschen. Er tat alles, was möglich war, um die Lehre zu verbreiten.

Das Allerwichtigste, was er hinterließ, sind seine Artikel und sein Geist. Alles, was wir heute haben, unsere gesamte Grundlage, wurde von ihm gelegt. Immer spüre ich, dass ich nichts anderes, als seine Arbeit fortführe. Daher spüre ich, dass die inneren Kräfte weitermachen. Die Art, wie wir studieren, erklären und Dinge formulieren, das alles kommt von ihm. Ich hoffe, alles an euch weiterzugeben, was ich habe, einschließlich des Geistes Rabashs, den ich von ihm erhalten habe.

Dieser Mensch ist hauptsächlich eine Brücke, eine Verbindung zwischen allen großen Kabbalisten der Vergangenheit, von Abraham bis Baal HaSulam, zu uns. Durch seinen Geist gab er die Wissenschaft der Kabbala an uns weiter. Wir leben innerhalb seines Kli und er unterstützt uns.

Wir haben dem Schöpfer dafür zu danken, dass Er uns diese Seele gegeben hat, die uns heute weiterhin in sich einschließt und uns entwickelt. Jedwede Spiritualität, die wir erlangen, erlangen wir kraft seiner Hilfe, seiner Kraft, die unter uns wirkt. Deshalb nennen wir uns „Bnei Baruch“ – die Söhne Baruchs. Lasst uns hoffen, dass wir wahrhaftig die Söhne von Baruch Ashlag – dem Rabash – werden.
(Aus der Rede am Grab von Rabash am Morgen des 23. September 2009)

Zur Kabbala Akademie

 

Die Zukunft existiert bereits

Frage: Sie sagen, dass die Zukunft zwar von uns abhängt, aber unser Schicksal vorbestimmt ist. Wie ist es zu verstehen?

Antwort: Es geht darum, dass wir alle einen Zustand der vollständigen Korrektur erreichen müssen. Es ist bereits vorgegeben. Noch mehr, wir existieren bereits darin.

Jetzt müssen wir diese Zukunft realisieren, uns ihr näher bringen. Wie wir es tun, ob schnell oder langsam, ob wir selbst nach vorne streben oder von der Natur zur Eile getrieben werden – hängt von uns ab. Die Zukunft existiert bereits.

Dies ist der Zustand, in dem wir waren, bevor das Gefäß unserer Seele zerbrach, jetzt müssen wir zu ihm zurückkehren. Wir werden nicht drum herumkommen, da jeder von uns verpflichtet ist, seinen eigenen Punkt, seine eigenen Zellen zu füllen – ihr, ich und alle anderen.

Der Weg auf dem wir diese vorbestimmte Zukunft erreichen werden, existiert nicht. Es hängt von uns ab, wie schnell wir uns auf dieses Ziel fokussieren können, wie schnell wir es erreichen können und wie bequem wir diesen Weg gehen werden. 

Wir müssen zu seinem vorbestimmten Ende gelangen, wo alle Teile der Seele miteinander zu einem gemeinsamen System, zu einem Ganzen verschmelzen und der Schöpfer sie mit seinem unendlich hohen Licht füllen wird. Wir müssen zu diesem Zustand kommen.

Frage: Sie sagen immer wieder, dass es in jedem Menschen eine spirituelle Informationsaufzeichnung (Reshimo) gibt. Ist es wirklich in uns?

Antwort: In jedem Menschen gibt es eine eindeutige Aufzeichnung aller Zustände, die er vom Anfang bis zum Ende durchlaufen muss. Er bestimmt, wie er durch sie hindurchgehen wird: schnell, langsam, bequem oder mit Schlägen.

 

Aus dem Unterricht, 28.04.2019

(249830)

Die Seele ist das Wissen über die höhere Welt

Wenn die Seele eine Möglichkeit hätte, ohne Wissen aufzuwachsen, würde ihr das schaden. Aus diesem Grund erhält sie die Chance, im Maß ihres erworbenen Wissens zu handeln.

Ich kann in unserer Welt Knöpfe eines Gerätes drücken, unterschiedliche Antriebe aktivieren und dabei sowohl für mich selbst als auch für Andere eine Bedrohung sein. Zum Beispiel kann man die Starttaste einer Atombombe drücken.

In der spirituellen Welt ist das unmöglich. Ich kann dort beliebige „Knöpfe“ drücken, jedoch werden die  spirituellen Systeme zwischen den Menschen nur in dem Maße in Gang gesetzt, inwieweit ich verstehe, was ich mache. Ich bin absolut mit dieser Handlung verbunden, ich befinde mich darin und stehe darüber. Nur in dem Umfang, in dem ich mir darüber bewusst bin, kann ich etwas entscheiden. 

Die spirituelle Welt unterscheidet sich von unserer Welt dadurch, dass ein Mensch in unserer Welt unbewusst hässliche Dinge ausführen kann. Er versteht nicht was er macht. Wir handeln praktisch alle so. Die spirituelle Welt ist vor uns verborgen und daher sind die Folgen von dem was wir tun, für uns nicht erkennbar.

Ich mache etwas und das Ergebnis daraus ergibt einfach etwas, was sich halt ergibt. Deswegen kommen wir nicht vom Fleck. Unsere Handlungen, haben keine richtige Entwicklung, sie sind sehr begrenzt, wir sehen und fühlen sie nicht

Sobald wir in der spirituellen Welt sind, nehmen wir uns anders wahr. Wir sehen die Folgen unserer Handlungen, wenn wir mit ihnen einverstanden sind, dann starten wir ihre Umsetzung.

In Übereinstimmung mit dem gewonnenen Wissen handelt der Mensch und dadurch wächst seine Seele.

Die Seele ist das Wissen über die höhere Welt. Sie erhält nach dem Maß der zunehmenden Reife die Möglichkeit, nach dem erworbenen Wissen zu handeln. So entwickelt sich die Seele.

Die Kraft eines Kindes nimmt, entsprechend dem erworbenem Wissen nach und nach zu. Hätte das Kind die Kraft vor dem Wissen erhalten, würde es sich selbst schaden.

In der spirituellen Welt gibt es so etwas nicht, da wir nur im Rahmen unseres Wissens handlungsfähig sind.

Da wir heute noch kein Wissen über die spirituelle Welt besitzen, werden wir darin keine Handlungsmöglichkeiten erhalten – ganz egal wie wir uns anstrengen. Sobald jemand Erkenntnisse über die spirituelle Welt erlangt, wird er in der Lage sein, entsprechend diesem Bewusstsein zu handeln. Dieses Wissen garantiert uns, richtig zu handeln.

 

Aus dem Unterricht von 16.06.2019

[250341]

Den Neid fördern

Frage: Baal  HaSulam schreibt:“ Wer bis morgen warten kann, wird nach Jahren weise werden.“ Wie kann man jetzt, anstatt auf morgen zu warten, die Suche nach dem Höheren entwickeln?

Antwort: Es hängt davon ab, wie sehr sie ihre Freunde beneiden. Sie sollten Neid darüber empfinden, dass sich ihre Freunde viel schneller und erfolgreicher entwickeln als sie. Das ist ein Problem. Diese Einstellung wird auch dem Lehrer empfohlen. Ich sitze zum Beispiel jeden Tag vor meinen Schülern, obwohl ich mir sehr wünsche, dass sie schneller vorankommen, muss ich sie auch beneiden, sonst kann ich nichts von ihnen lernen. Ich muss durch den Schöpfer von ihnen lernen.

Guter Neid ist das Hauptmerkmal, das uns vorwärtsbringt. Ich denke nicht daran, dass sie langsamer vorankommen, sondern, dass sie von selbst schneller werden. Auf diese Weise helfen wir uns gegenseitig. 

Diesen Neid sollten wir entwickeln. Sie müssen den anderen zeigen, wie viel mehr sie verstehen, sie intelligenter sind und wie sie mehr investieren. Helfen sie ihnen dabei!

 

Aus dem Unterricht, 21.04.2019

[250064]

Ein Mini-Staat nach dem Gesetz des Geben

Baal HaSulam schreibt in den Artikeln „Exil und Erlösung“ und „Die Bürgschaft“, dass wir uns an der Schwelle zur endgültigen spirituellen Befreiung befinden und das Volk Israel (jeder, der nach der Enthüllung des Schöpfers strebt) als Wegbegleiter für die allgemeine Korrektur der Welt dienen muss.

Alles, was heutzutage geschieht, ist nur zur Verwirklichung des Endziels bestimmt, und darauf müssen wir uns ausrichten.

Deshalb muss eine Gesellschaft, ein Bund, ein virtueller Staat erschaffen werden, der allein nach den spirituellen Gesetzen lebt und gar kein Beispiel an der Außenwelt nimmt.

Dieser Staat soll nicht physisch existieren, – es soll ein Bund von Seelen sein, die nach den Gesetzen des Gebens existieren, ohne Rücksicht auf sich selbst zu nehmen. Das ist die einzige Bedingung.

Wenn die Menschen eine solche Beziehung erreichen können, werden sie die höhere Kraft untereinander enthüllen – und werden zum spirituellen Zentrum der Welt, an das sich alle anschließen können.

Und diese Gruppe/dieser Staat muss seine eigenen Systeme aufbauen, die zur Erreichung/Verwirklichung des Ziels – der vollständigen Korrektur – notwendig sind.

Es muss ein Bildungs- und Erziehungssystem geschaffen werden, welches dazu bestimmt ist, einen Menschen zu erschaffen, sowie ein Sozialsystem nach den kabbalistischen Prinzipien,welches den Menschen in Not, Krankheit, im Alter unterstützt, ihn mit Arbeit und Rechtschutz versorgt. Nach den Prinzipien, die von Baal HaSulam im Artikel „Die letzte Generation“ beschrieben wurden.

Es müssen Systeme für den Übergang der Menschheit vom Krisenzustand zum Zustand „Die neue Generation“ erforscht und aufgebaut werden.

Heute nähern wir uns der Bildung eines solchen spirituellen Systems zwischen uns. Und alles geht vom Spirituellen zum Äußeren, Materiellen hin. Es muss äußerlich nichts getan werden, wozu wir innerlich nicht bereit sind.

Wie es auch keinen Sinn macht, den Dritten Tempel zu bauen, wie von einigen gewünscht wird, solange wir in unserem Inneren diesen spirituellen Zustand (Mochin de Yechida) nicht aufgebaut haben.

Wir werden ihn noch nicht einmal aufbauen können, weil wir nicht begreifen, wie er sein soll. Nur von einer höheren Stufe, aus der Erkenntnis der Stufe „der Dritte Tempel“, kann man eine tiefere Stufe genau erkennen und sie erschaffen.

Aus diesem Grund können wir nur in dem Ausmaß unserer spirituellen Entwicklung die materiellen Verbindungen dieser Welt zwischen uns aufbauen. Und je höher wir aufsteigen und je mehr wir die inneren spirituellen Verbindungen zwischen uns begreifen, werden wir dementsprechend auch die von uns aufgebauten materiellen Systeme verbessern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 04.11.2010

Die Hülle des Egoismus durchbrechen.

Frage: Warum haben die spirituellen Konzepte die Eigenschaften von Mut, Tapferkeit und Treue?

Antwort: Das ist die Arbeit mit unserem Ego. Der Egoismus steht als isolierte Hülle zwischen dem Schöpfer und mir.

Er umgibt mich von allen Seiten, ich befinde mich darin wie in einem Kokon, unfähig etwas nach außen zu übertragen und etwas von außen wahrzunehmen. Ich nehme alles nur durch den Egoismus hindurch wahr. Das ist unser Problem. Wir müssen ständig auf das Ego einschlagen. Wenn wir damit fortfahren und schließlich aus der Hülle des Egoismus hinausschauen können, werden wir die reale Welt sehen.

Es braucht großen Mut und viel Unterstützung von Freunden, ohne die es absolut unmöglich ist, sich in diese Richtung fortzubewegen.

Frage: Warum braucht man Loyalität und zu wem?

Antwort: Es tut dem Egoismus weh, wenn er geschlagen wird. Man benötigt viel Zeit, bevor man die Schale durchbrechen kann und wie ein Küken den Kopf herausstreckt. Wir müssen daher sehr ernsthaft und mit voller Hingabe gegenüber unserer Gruppe und dem Schöpfer arbeiten.

Aus dem Unterricht, 24.03.2019

(248541)

Kabbala und die Natur des Lichtes.

Frage: Außerhalb von uns gibt es einige Wellen, die durch unsere fünf Sinnesorgane geleitet werden. Sie werden vom Gehirn verarbeitet. Baal HaSulam schrieb: in mir gibt es eine Linse, welche die Realität auf einem Bildschirm abbildet und ich sehe sie als Teilchen der Materie.
Bedeutet dies, wenn ein Mensch diese Wellen betrachtet, sie als Partikel sieht und wenn er sie nicht beobachtet, sie sich wie Wellen verhalten?

Antwort: Es geht um die Wellen und Ganzheitlichkeit des Lichtes. Vor einigen tausend Jahren wussten die Kabbalisten aus ihrem Verständnis heraus, dass diese Wellen und Partikel zur gleichen Zeit bestanden. Wenn es sich um das Empfangen von Licht handelt, quantisieren wir es; wenn wir über seinen allgemeinen Inhalt sprechen, dann messen wir es in Wellen, in Eigenschaften.

Aus dem TV Programm „Grundlagen der Kabbala „ 26.11.2018
[247230]