Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gruppe'

Müssen wir uns in die Bedeutung der kabbalistischen Texte vertiefen?

Frage: Müssen wir Workshops durchführen,  um die Bedeutung der Originaltexte besser zu verstehen, wenn wir gemeinsam oder in der Gruppe lesen?

Antwort: Ja und nein. Tatsache ist, dass uns die Vertiefung in den Text  manchmal verwirrt. Anstatt in die Gefühle und unsere Einheit einzutauchen, fangen wir an den Text auf einige phonetische, orthografische, sprachliche Elemente und Eigenschaften hin zu analysieren. Ich glaube nicht, dass das notwendig ist. Es ist nur aus der Sicht unseres konkreten Verständnisses in diesem Text zu verstehen: was gibt er uns für unsere Verbindung, mit dem Ziel den Schöpfer zu offenbaren. Das ist genug. Alles andere wird kommen.

Sobald wir mit der Offenbarung des Schöpfers beginnen, ihn zwischen uns enthüllen, werden wir in die praktische Kabbala einsteigen. Es wird für uns klar, was im Buch steht, dann verstehen wir, was uns die Lehre der 10 Sefirot und die andere Quellen sagen.

Aus dem Unterricht, 11.02.2019

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Spirituelle Entwicklung kann man von Babys lernen

Frage: Wie kann ich die inneren Eigenschaften finden, welche der Sohar beschreibt, wenn ich nichts von alledem verstehe und mich nicht damit verbinden kann?

Antwort: Wir sind wie Babys, die nicht verstehen, in was für einer Welt sie leben, doch unter der liebenden Obhut ihrer Mutter und ihren Angehörigen sind, die ihnen alles für Wachstum geben, was sie benötigen. Ein Baby muss nur wachsen wollen und die Natur hilft ihm, indem sie ihm dieses Verlangen gibt.

In unserer Welt, das heißt auf der tierischen Stufe, existiert dieses Verlangen von Natur aus in einem Baby. Sogar auf der unbelebten und pflanzlichen Stufe, welche die physische Entwicklung eines Menschen in dieser Welt einschließt, gibt es ein natürliches Verlangen zu wachsen. Doch wenn wir auf der menschlichen Stufe wachsen wollen – in der Spiritualität, muss das Verlangen von uns kommen.

Die Entwicklung findet auf natürliche Weise auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe der Natur statt. Bis jetzt haben wir – die Menschen dieser Welt – uns auf allen diesen Stufen entwickelt und unser Verlangen hat sich ebenfalls auf allen diesen Stufen die gesamte Geschichte hindurch entwickelt. Jetzt jedoch müssen wir zur „sprechenden“ oder „menschlichen“ Stufe aufsteigen. Die menschliche Stufe bedeutet, dass wir uns entwickeln und das Ziel alleine erreichen müssen. Auf unsere körperlichen Verlangen (nach Nahrung, Sex und Familie) und unsere sozialen Verlangen (nach Wohlstand, Ruhm, Macht und Wissen) gegründet, müssen wir unser eigenes Streben nach Spiritualität entwickeln. Wir fangen mit dem Punkt im Herzen an, doch dann müssen wir ihn beständig zur Entwicklung antreiben, indem wir unsere Umgebung zur Hilfe nehmen.

Um dies zu tun, brauchen wir die Gruppe, weil nur sie uns das Verlangen geben kann, den Punkt in unserem Herzen zu entwickeln. Mit diesem Verlangen ausgerüstet beginnen wir, zusammen mit der Gruppe das Buch Sohar zu lesen. Während des Lesens müssen wir ein Verlangen nach Entwicklung haben, wobei „Entwicklung“ bedeutet, unseren künftigen Zustand oder Empfindung in dem Buch Sohar zu erkennen. Das ist das Einzige, worauf wir jetzt achten müssen.

Außer diesem brauchen alle nur zu warten. Deshalb verlange nur danach, zu wachsen, wie ein Baby, das auf natürliche Weise erwachsen werden will. Schau, ob du es beruhigen kannst, es dazu bringen kannst, nicht zu wachsen oder es dazu bringen kannst, nicht wachsen zu wollen und es zu fordern. Du wirst sehen, dass es unmöglich ist, es zu stoppen, denn die Natur treibt es mit einer unüberwindbaren Macht an, sich zu entwickeln. Deshalb müssen wir unermüdlich in der Spiritualität arbeiten. Immer müssen wir in unserm Innern suchen und wir dürfen niemals ruhen und aufhören, uns zu verändern. Dann werden wir ganz bestimmt wachsen. Dies ist die einzige Bedingung, die von uns gefordert wird.

Das System existiert, doch wir müssen es mit unserem Verlangen, mit unserem inneren Streben, in Bewegung setzen. Wenn dieser innere Druck nicht von uns kommt, wird dieses System nicht auf uns einwirken. Das heißt, es wird durch Leiden auf uns einwirken, um uns zu erwecken, doch wir werden auf diese Weise durch das Mittel des Leidens, das uns von Oben gesandt wird, nicht einen Zentimeter vorankommen. Nur durch das Mittel unseres eigenen Verlangens, das von unten kommt, von uns selbst, können wir vorwärts kommen.

Wir werden wiederholt Probleme und Schwierigkeiten bekommen, jedoch am selben Platz steckenbleiben, weil diese Probleme für uns nicht ausreichen, damit wir uns mit der richtigen Gruppe verbinden und ein Verlangen nach Vereinigung erwerben wollen. Trotz der Schwierigkeiten werden wir am selben Platz stehen bleiben. Doch an und für sich selbst sind die Schwierigkeiten kein Zeichen für Entwicklung. Sie sind im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass wir nicht einen einzigen Schritt vorwärts gemacht haben.

Kabbala Akademie

Was geschah im alten Babylon?

Frage: Wie ist es möglich, dass Leute, die im alten Babylon lebten und Eigenschaften hatten, die es ihnen erlaubten, die Höheren Welten zu fühlen, plötzlich Egoisten wurden und sich wieder trennten? Bedeutet das, dass der Prozess der spirituellen Entwicklung einer Person umkehrbar ist und jeder fortgeschrittene Kabbalist, der den Punkt im Herzen entwickelt hat, wieder zur tierischen Stufe degenerieren kann?

Antwort: Die Gruppe der Babylonier erhob sich zu ihrer vollständigen Korrektur, aber dann, um ihr Wissen und die Methode der Welt weiterzugeben, fielen sie von ihrer spirituellen Stufe ab. Dies geschah, um sie den Menschen in der Welt gleich werden zu lassen. Heute enthüllt diese Gruppe von Babylonier, der ganzen Menschheit die Regeln und die Methode zur Korrektur der Welt, damit jeder befähigt wird, die Stufe des Schöpfers – das höchste Niveau der Natur – zu erreichen. Diese Verantwortung begründet ihre Auswahl.

 

Verwandtes Material:
Blog-post: Jeder der zum Schöpfer strebt, kann Israel werden
Blog-post: Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben
Kabbala Heute: Wer bist du, Volk Israel?
 

Kabbala Akademie

Gibt es in unserer Welt ein selbstloses Geben?

Frage: Gibt es in unserer Welt Beispiele, die das Empfangen um zu geben veranschaulichen?

Antwort: Angenommen es will mir jemand ein Geschenk machen und gibt mir eine Tafel Schokolade. Ich habe einen hohen Zuckergehalt im Blut und esse daher keine Süßigkeiten. Ich nehme das Geschenk trotzdem an, da es mir diese Person von ganzem Herzen gegeben hat. Im Prinzip nehme ich dieses Geschenk an, um diesem Mensch ein gutes Gefühl zu vermitteln.

In unserer Welt gibt es kein Beispiel für das wahre Empfangen um des Gebens willen. Es gibt nicht einmal einen solchen Zustand wie geben um zu geben. Hier ist alles egoistisch und wird nur für sich selbst getan. Wir können keine Bewegung machen: weder in Gedanken und Wünschen, noch körperlich, dafür haben wir keine Energie. Wir sind dazu bestimmt zu empfangen, so sind wir erschaffen worden.

Um das Geben zu erlangen und darin zu leben, brauchen wir eine völlig neue Energie – die Energie des Gebens. Nur wenn wir in einer Gruppe lernen, können wir diese Dynamik empfangen. Wir haben dann die Möglichkeit, ohne egoistischer Energie, die Eigenschaften für das selbstlose Geben zu erhalten. Wir werden schließlich vom Schöpfer diese Kraft bekommen.

Ich nähere mich dem Schöpfer an, empfange Energie von Ihm, die ich dann weitergeben kann. Nur so können wir in der Spiritualität handeln.

Wir müssen das lernen, da es vor uns liegt.

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Die Sonnenkinder

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur, in dem das Licht, das zur Quelle zurückführt, verborgen ist“. Daraus kann man entnehmen, dass man nichts alleine, sondern nur mit Hilfe der Bitte, des Gebets erreichen kann.

Eine solche Bestrebung, zur Absicht des Gebens, zum Wohl für die anderen überzugehen, selbst wenn es nicht aufrichtig, sondern den in uns noch herrschenden Verlangen vollkommen entgegengesetzt ist, wird als Gebet bzw. Erhebung von MaN bezeichnet.

Wir haben einen winzigen Funken der Spiritualität bekommen, und um die Grenze der spirituellen Welt zu durchbrechen und in diesen zweiten Teil der Realität überzugehen, fehlt uns lediglich das Verlangen! Aus diesem Grund handeln alle unsere Gebete nur darum, das Verlangen zu erlangen.

Doch es gibt Zustände, in denen der Mensch gar nichts will. Und man muss verstehen, dass es ein Zustand, der uns ebenfalls von oben gegeben wurde, und nicht einfach nur unsere Faulheit oder Gleichgültigkeit ist. Der Mensch stellt eine Art „schwarze Kiste“ dar, die durch Signale von oben erweckt wird. Das Licht, welches auf unser Material, auf das Verlangen zu genießen, einwirkt, erweckt es mehr oder weniger oder lässt es ganz und gar kalt.

Und in Abhängigkeit davon erwachen wir entweder und streben wie eine Blume dem Sonnenlicht oder dem Regen entgegen, oder verwelken und gehen ohne Lebenskraft ein. Deshalb, wenn du keine Kraft und kein Verlangen nach der spirituellen Arbeit hast, musst du verstehen, dass genauso wie du einst die Begeisterung von oben erhalten hast und dich danach gerissen und gebrannt und gearbeitet hast, genauso wird dir von oben das Verlangen auch wieder genommen.

Und dieser Zustand wird absichtlich gegeben und anhand der persönlichen Eigenschaften eines jeden und seiner Vorbereitung bemessen – um für dich einen Ort für das Gebet zu erschaffen. Und du musst versuchen, mit Hilfe der Gruppe, der Bücher, des Lehrers und der Umgebung alle Kräfte für die Bitte zu mobilisieren.

Das Gebet wird aus der Hilflosigkeit, aus dem Widerwillen heraus geboren oder im Gegenteil, aus dem leidenschaftlichen Begehren heraus – es ist unwichtig, wie, doch es sind alles Bedingungen, die von oben gegeben werden. Und genauso wird die Umgebung für uns von oben organisiert: die Gruppe, der Lehrer, die Bücher. Und wir unsererseits müssen mit Hilfe des gemeinsamen Studiums und der Gruppe das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, finden.

Die Zeit, in der wir zusammen studieren, ist die beste Zeit für ein Gebet. Denn wir befinden uns in einer Verbindung mit dem höheren System, mit Malchut und Seir Anpin der Welt von Azilut, d.h. mit dem Schöpfer und seiner Shechina, wir werden in sie eingebettet, und zwar nicht jeder einzeln, sondern alle gemeinsam, das bedeutet, wir erheben ein gemeinsames Gebet. Dadurch verlangen wir nach der Kraft der Veränderungen und ziehen diese an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

Kabbala Akademie

Erinnere dich…

Das Purimfest rückt näher – es ist das freundlichste Fest, die schönste Zeit des Jahres, wenn die große Gnade enthüllt wird. Purim symbolisiert die gesamte spirituelle Arbeit des Menschen.

Alle Feste beziehen sich auf die Korrektur der zerbrochenen Seele von Adam HaRishon, dem ersten Menschen. Nur Purim symbolisiert die Vervollständigung dieses Prozesses, die letzte Handlung, genannt Gmar Tikun (Ende der Korrektur).

Wir erinnern uns daran, dass wir alle unsere egoistischen Wünsche genießen und wir verstehen, dass wir ihnen nicht widerstehen können.

Wir sind sehr schwach, denn der Gerechte Mordechai sitzt auf einem Stein am Königstor – ein armer alter Mann, mit dem keiner rechnet. Und Aman regiert das Königreich als die rechte Hand des Königs.

Der Schöpfer krönt absichtlich den Egoismus, damit dieser regiert, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“. Der Pharao (Egoismus) ist in verschiedenen Rollen und Charakteren der König der Welt. Erst wenn der Mensch das Gefühl hat, dass seine Existenz bedroht ist, erwacht er. Wer hilft ihm beim Aufwachen? Haman tut es, indem er ihm sagt: „Lasst uns diese Wurzel, die das Verlangen oder die Absicht zum Geben erwecken könnte, an ihrer Basis zerstören. Warum sollten wir sie behalten? Ich bin der König!“

Wenn wir die Spitze des Willens zu empfangen, die Absicht alles zu kontrollieren, erreicht haben, dann stellen wir fest, dass der Wunsch zu empfangen unveränderlich bleibt. Die Absicht zu geben ist entgegen unserer Natur, unserem Bewusstsein und Verständnis, außerdem wird sie, obwohl sie vorhanden ist, nicht vom König, d.h. vom Schöpfer unterstützt.

Wie kann man das bekämpfen?

Die Absicht zu geben ist zu schwach und zart, um sich gegen Achaschwerosch zu behaupten, der Haman mit der Macht des Bösen unterstützt.

Es gibt einen Teil des Verlangens zu empfangen, der “ Jude“ (Yehudi) genannt wird, dieser Teil besitzt die potentielle Kraft der Einheit. Bricht eine schwere Bedrohung über sie herein, werden sie sich vereinen. Auch wenn ihnen diese Einheit aufgezwungen wird, die durch die Angst vor der Zerstörung ausgelöst wird, zieht sie das reformierende Licht, die höhere Kraft an. Die höhere Kraft wird in König Achaschwerosch geweckt, der zunächst Haman unterstützte. Nach der Verbindung der Juden unterstützt er nur mehr Mordechai.

Alles hängt von dieser Gruppe ab, die „die Juden“ genannt werden (das hebräische Wort für „Jude“ [Yehudi] kommt aus dem Wort „Vereinigung“[yihudi]). Wenn sie sich verbinden, zuerst zwangsläufig, später freiwillig, bekommen sie eine große Kraft, mit der sie zuerst König Achaschwerosch kontrollieren und später Hamans Macht, den bösen Trieb, der sie vernichten sollte, zerstören können.

Das alles konnte durch ihre Verbindung, durch das Anziehen einer großen Kraft geschehen. Diese Kraft der Verbindung überstieg die Kraft der Trennung, die Macht von Haman.

Darin besteht die Korrektur, die wie ein Wunder zu Purim geschieht.

Purim handelt von einem sehr großen Wunsch, der sich durch seine 32 Teile, unmöglich direkt korrigieren kann

Es wird als ein Wunder betrachtet, dass wir 288 Teile des Willens über die 125 Stufen die wir erhalten, korrigieren können. Das steinerne Herz schließt sich unsichtbar (32 Teile) diesen Korrekturen an. Das steinerne Herz erscheint erst in der letzten Handlung und kommt durch die 288 Teile, gleichzeitig mit den 32 Teilen zur Korrektur. Schließlich erscheint das Licht der Korrektur.

Purim zeigt uns den gesamten Prozess der Korrektur: Exil und Erlösung in all seinen Formen. Deshalb beginnt Purim mit der Lektüre des Kapitels: “Denke daran, was dir Amalek angetan hat“. Die Absicht für sich selbst zu empfangen, was als böser Trieb oder Amalek bezeichnet wird, begleitet uns ständig. Nur durch Amalek gelangen wir zum Schöpfer.

Ohne den bösen Trieb wären wir niemals zur Verbindung erwacht, hätten unsere Entfernung zum Schöpfer nicht entdeckt und könnten nicht die Gleichheit der Eigenschaften mit ihm erreichen.

Aus diesem Grund müssen wir uns daran erinnern, was Amalek mit uns gemacht hat. Der Schöpfer schickt uns in jedem Zustand einen Helfer gegen uns selbst, das ist eine großartige Hilfe. Wir müssen lernen, wie wir richtig mit den Naturkräften umgehen können.

Aus dem Unterricht vom 27.02.2018

Schnellstraße zur spirituellen Welt

Das Licht kommt zu uns von oben und erweckt bestimmte Teile der Gesamtseele, um sie entsprechend ihrem Programm voranzubringen. Dieses Programm ist sehr kompliziert und sieht die Erweckung der Seelen in einer bestimmten Reihenfolge und Kombination miteinander wie bei den Teilen eines Körpers vor. Für unser Auge ist es unsichtbar, doch entsprechend dem inneren Aufbau der Seele sind sie miteinander verbunden, deshalb werden sie durch das Licht zum Zwecke einer gemeinsamen Arbeit auf der Suche nach der Eigenschaft des Gebens vereint. Das sind absolut fremde Menschen, verschieden und sehr weit voneinander in ihren materiellen Eigenschaften entfernt. Doch wir müssen glauben, dass es von oben so in die Wege geleitet wurde, alles vergessen, was uns daran hindert, uns zu vereinen, und danach suchen, was uns dabei helfen könnte. Während dieser Suche werden wir begreifen, dass die einzige Grundlage für die Vereinigung das Geben ist, das über dem Empfangen steht. Es gibt nichts anderes, was die Menschen verbinden könnte. Dieser Weg ist so unbeständig, als ob wir durch eine sehr unebene Straße fahren würden und unser Auto ständig bei jedem Schlagloch und jeder Unebenheit hoch und runter stuckern würde, doch trotz alledem muss es weiterfahren. Und je weiter wir vorankommen, desto öfter kommen diese Schwingungen und desto empfindlicher werden wir ihnen gegenüber, d.h., die Veränderungen, die sich in uns vollziehen, werden immer schlagartiger und bedeutender. Obwohl sie auch früher genauso gewesen sind, haben wir sie doch nicht besonders wahrgenommen und gespürt.

Deshalb ist es unmöglich, auf dieser Straße weiterzukommen, wenn man sie nicht ebnet, erst dann wird das Auto schneller und leichter rollen! Dieses Ebnen, das wir bei jedem Schlagloch und jeder Unebenheit auf diesem Weg durchführen müssen, ist nur unter der Voraussetzung einer gemeinsamen Meinung in der Gruppe und der Verbindung zwischen uns möglich. Sie allein füllt alle Schlaglöcher und fügt sie zusammen, wodurch der Weg geebnet wird.

Es gibt keine andere Möglichkeit zur spirituellen Weiterentwicklung, wenn er nicht geebnet wird. Störungen und Hindernisse, die vor denen auftauchen, die den Weg alleine bestreiten oder, was noch schlimmer ist, vor der Gruppe solcher Einzelgänger gehen wollen, sind dermaßen groß, dass sie nicht überwunden werden können.

Das Auto wird unweigerlich so steckenbleiben, dass es unmöglich sein wird, es herauszuziehen, und der Mensch wird dort bleiben, wo er ist – das Leben wird vorbei sein, doch er wird diesen Weg nicht zu Ende gehen und das Ziel nicht erreichen.

Aus diesem Grund muss die Arbeit vor allem auf die Vereinigung ausgerichtet sein. Dann werden wir erkennen, dass wir genau dadurch alles erreichen!

Nur davon hängt unser spirituelles Vorankommen auf diesem Weg ab, alle Anstrengungen und Enthüllungen geschehen nur in eine Richtung – ins Innere dieser Verbindung, die uns alle vereint.

Und hier hängt alles nur davon ab, wie sehr der Mensch die Verbindung unter den Freunden, über allen entstehenden Problemen, schätzt und nur eins versteht: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – alle Hindernisse kommen vom Schöpfer, der diese inneren Schlaglöcher und Unebenheiten in uns entstehen lässt und uns auf tausendfache Weise verwirrt.

Und wir müssen uns vorstellen, dass alle Hindernisse von Ihm und nur zum Zweck, uns zu vereinen, kommen.

Darin besteht das ganze Erfolgsgeheimnis! Das ist die Basis, mit der alles beginnt und auf der alles andere aufgebaut wird.

 

Kabbala Akademie

 

Der Übergang von der materialistischen Psychologie zur spirituellen Psychologie

Früher sollten die Kabbalisten, die die spirituelle Offenbarung angestrebt haben, in unserer Welt beginnen mit allerlei Wissenschaften zu arbeiten, sich sehr bemühen und leiden, um aus der Materie zur Enthüllung der spirituellen Welt zu kommen, sowie um das richtige System der Verbindungen zwischen den Menschen zu offenbaren.

Dann wurden uns die Werke von Ari offenbart, in denen er über die inneren Verbindungen erzählt, die uns durch allerlei besonderen Systeme der Beziehungen führen: SoN, IschsuТ, Abba we-Ima, Arich Anpin usw. Mit diesen Ausdrücken erklärt er uns, in welchen Formen der Verbindung wir uns befinden können und wie uns ihre unterschiedlichen Vereinigungen beeinflussen. Es wird uns klar, wie wir sie selbst beeinflussen und neue Formen der Verbindung erschaffen können. Im Vergleich zur unseren Welt geschieht dort alles in der Eigenschaft des Gebens.

Genauso wie wir in unserer Welt irgendwelche Arten von Verbindungen aufbauen, damit sie uns beeinflussen, gibt es ein solches Netz der Beziehungen auch in der spirituellen Welt, die aber mehr innerlich sind. Auf diese Weise gehen wir aus der materialistischen Psychologie in die spirituelle über, wodurch uns die wahre Verbindung zwischen den Seelen offenbart wird. Wir können auch die Verbindung zwischen den Menschen spüren, die jetzt leben und denen, die früher lebten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch zum heutigen Zeitpunkt in dieser Welt existiert oder nicht, denn das Wichtigste ist, sich in dieses Netz einzureihen. Folglich verliert unsere Welt ihre Wichtigkeit und verschwindet, weil sie nur den äußerlichen Abdruck darstellt, durch den wir nach Innen gehen müssen.

Аri hat uns darüber erzählt, und Baal Schem Tow hat uns gelehrt, wie man mit der ganzen Ergebenheit der Seele (Mesirut Nefesch) arbeiten muss, indem er gesagt hat: „Der Schöpfer ist dein Schatten“. Und jetzt können wir mit Hilfe der Arbeit in der Gruppe aus diesem Netz der Verbindungen (das vom Baal Schem Tow nach Raschbi wieder aufgebaut wurde) das Licht heranziehen, das uns zur Quelle zurückführt. Wir erreichen diese Verbindung nicht einfach durch unseren Wunsch und aus eigener Kraft, sondern ziehen es von oben auf uns , aus diesem Netz des Leuchtens, welches als das umgebende Licht, das Licht der Tora bezeichnet wird.

Wenn wir über die Struktur dieses Systems lesen und es gemeinsam anstreben, um zwischen uns dieselben Arten der Verbindungen zu organisieren, dann ist es nicht wichtig, ob wir seine Funktionsweise verstehen oder nicht, denn unsere Bemühung wird die Einwirkung dieser Kraft hervorrufen.

Wenn wir in unserer Welt irgendein System begreifen wollen, dann reihen wir uns darin ein, studieren es in allerlei Formen und beginnen allmählich, dieses System zu verstehen. Plötzlich bildet sich in uns das Bild dieses Systems und wir begreifen, wie man darin arbeiten kann. Genauso geschieht es in der spirituellen Welt, es ändert sich nur die Absicht des Menschen. Wenn er sich ins höchste System einreiht, dann macht er das mit dem Ziel, sich diesem System anzuvertrauen. Je mehr er sich darin einreiht, desto weiter kommt er in seinem Begreifen.

Das Begreifen erfordert eine große Arbeit und das Studium: mit dem Lehrer, mit den Freunden, mit der ganzen Welt. Das alles verbindet sich miteinander.

Kabbala Akademie

Meine große Seele enthüllen

Ich muss eine einzige Realität enthüllen und um dies zu tun, muss ich in mir selbst das Mittel finden und es damit zustande bringen. In mir wurden alle nötigen Kräfte angelegt, die mir helfen: der Schöpfer, die Schöpfung, ich selbst, die Welt, die Freunde, Menschen, der Lehrer, die Bücher, Rabbi Shimon und seine Gruppe, Moses und die Tora, die das Programm des Universums sind.

Meine „große“ Seele ist die Sammlung dieser Kräfte innerhalb eines Systems von unglaublicher Dynamik. Ich stehe vor dieser Seele wie ein kleines Kind. Es ist meine, aber ich muss sie erlangen und enthüllen, sie erlernen und aktivieren – alles in dem Maße, indem ich fähig bin, es auf die richtige Weise zu tun. Sie erscheint mir verdorben zu sein, obwohl es in Wirklichkeit nicht so ist. Nur mein jetziges „Ich“ ist verdorben und darum sehe ich sie auf diese Weise. Ich muss mich selbst und meine Einstellung ihr gegenüber korrigieren.

Die Kabbalisten erklären uns, wie wir unsere Eigenschaften aufsprengen und erkennen und den Horizont der Wahrnehmung und des Empfindens erweitern können. Indem wir das tun, enthüllen wir diese große Seele in unserem Verlangen.

 

Kabbala Akademie

 

Auf der Suche nach der mittleren Linie

Rabash „Die Agenda der Versammlung-2“, Artikel Nr. 17, 1986:

Nun haben wir die erste Stufe der Freundesversammlung erreicht und es beginnt die zweite Stufe.“ Jeder wird sich überlegen, welche Handlungen er ausführen kann, damit alle die Freundesliebe erwerben mögen. In anderen Worten, was jeder Mensch tun kann, um in seinem Herz die Liebe für jeden in der Gemeinschaft zu erlangen.

Wenn die zweite Stufe abgeschlossen ist – die Überlegungen, was zugunsten der Gesellschaft getan werden kann – beginnt die dritte Stufe. Diese beinhaltet die Umsetzung der Dinge, welche entsprechend der Entscheidung der Freunde getan werden sollte. 

In dem Maße, in dem ich auf das Ziel ausgerichtet bin, muss ich auch ständig auf der Suche nach dem Mittel zur Erreichung dieses Ziels sein. Die Liebe der Freunde kann nicht weniger sein als mein Streben nach dem Ziel, den Schöpfer zu erreichen. Das muss mindestens genauso wichtig sein.

Anmerkung: Rabash schreibt nicht davon, dass auf der zweiten Stufe eine gewisse Ablehnung zwischen uns entstehen muss.

Kommentar: Wir sprechen nie über die Kultivierung von negativen Gefühlen, Eigenschaften oder Handlungen. Wir reden nur über das Positive. Das Negative kommt vor, damit wir das Positive verstärken können. 

Frage: Wir können den Schöpfer lediglich zwischen dem Punkt der Liebe und dem Punkt des Hasses erreichen. Befindet sich der Schöpfer in der Mitte dieser beiden Punkte?

Antwort: Der Schöpfer befindet sich in der richtigen Vereinigung zwischen ihnen.

Frage: Gibt es keinen zweiten Punkt?

Antwort: Natürlich nicht. Wir müssen die mittlere Linie finden, da sie sich weder in uns, noch in der Natur befindet.

Aus der TV-Sendung „Die letzte Generation“, 27.06.2018

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