Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Wunder des Entstehens eines neuen Lebens

Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt – das sind die wesentlichen Elemente der Entwicklung. Selbst in diesen materiellen Vorgängen gibt es vieles, was uns unbekannt, verborgen und unserem Einfluss entzogen ist.
Es ist schwer, die Feinheiten dieses Vorgangs zu verstehen, geschweige denn ihn zu steuern und seinen inneren Beweggrund zu ergründen. Zweifellos gehört die Empfängnis zur Kraft des Schöpfers.
Die Geburt des menschlichen Körpers gehört zur tierischen Ebene, während die Geburt auf der menschlichen Ebene eine spirituelle Geburt ist. Es geht um den Menschen unserer Welt, in dem dank eigener Anstrengungen und durch den Schöpfer von oben gelenkter Prozesse eine höhere Kraft, ein höheres System, zu entstehen beginnt. Dadurch wird er fähig, sich Mensch, Adam, zu nennen, das heißt, dem Schöpfer ähnlich zu sein – jenem höchsten, sich in ihm entwickelnden System.
Wir fühlen, dass es ein Geheimnis gibt, wie sich aus einer einzigen Zelle plötzlich neues Leben zu entwickeln beginnt. Daran ist eine uns unbekannte Kraft beteiligt, die der Zelle den Anstoß zur Entwicklung gibt. Wir spüren dies auch im gewöhnlichen materiellen Leben und empfinden daher die Schwangerschaft und die Geburt eines Menschen als Wunder.
Und umso größer ist dieses Wunder im Spirituellen. Und das Schwierigste ist der erste Eintritt in die spirituelle Welt, das heißt in das Wahrnehmen der spirituellen Kräfte, die auf den Menschen einwirken. Er fühlt seine Seele, die sich aus einem Punkt heraus zu entwickeln beginnt, und verbindet sich mit den Kräften, die auf sie einwirken. Das ist der Beginn der Seele, die spirituelle Empfängnis aus einem Tropfen spirituellen Samens.
Es dauert viele Jahre, bis diese spirituelle Empfängnis erreicht ist und eine Verbindung zwischen der höheren Kraft und den Kräften des Menschen zustande kommt. Wenn dieser sinnliche Kontakt im Menschen zum ersten Mal stattfindet – seine erste Verbindung mit der höheren Kraft, dem Schöpfer –, verändert dies seine gesamte Weltanschauung grundlegend.
Er beginnt, sich selbst und den Schöpfer anders wahrzunehmen, nämlich als Partner, und begreift, dass er erst in dem Moment, in dem er zur vollständigen Selbstannulierung bereit ist, ein neues Leben beginnen kann. Seine gesamte Einstellung gegenüber dem Leben, sich selbst und dem Schöpfer verändert sich.
Zuvor ging alles von seinem natürlichen, egoistischen Verlangen aus. Doch nun fühlt er, dass er bereit ist, sich von seinem Egoismus zu lösen, dass er das dafür notwendige Verständnis und die Kraft besitzt und bereit ist, sich ein Dasein jenseits des Egoismus vorzustellen und im Sinne des Gebens zu handeln. Das heißt, er möchte für den Schöpfer handeln, ohne in diesem Moment einen eigenen Nutzen daraus zu ziehen.
Diese Loslösung vom Verlangen nach Genuss ist einer der Bestandteile der Empfängnis und der anschließenden Geburt in der spirituellen Welt.
Alle Handlungen, die zur spirituellen Entstehung führen, kann der Mensch nur in der Gruppe vollziehen, indem er durch sie Kräfte von oben, vom Schöpfer, empfängt. Der Schöpfer befindet sich im Inneren der Gruppe. In dem Maße, in dem der Mensch bereit ist, sich ihr hinzugeben, erhält er Kräfte des Gebens, die ihm helfen, aus sich selbst einen Menschen zu formen. Andernfalls bleibt er ein toter Samen, der noch nicht begonnen hat, sich zu entwickeln.
Alle Kräfte für die Entwicklung kommen aus der Gruppe, aus dem Zehner. Deshalb kann man erst dann von spiritueller Entstehung sprechen, wenn man weiß, wie man einen Zehner bildet, sich zusammenschließt und sich in ihn einbringt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Ibur (Empfängnis)“

Die Kraft der guten Gedanken tritt in die Welt ein

Frage: Haben unsere Gedanken wirklich Kraft?

Antwort: Natürlich haben Gedanken Kraft, nicht umsonst gibt es solche Begriffe wie „böser Blick“ und „guter Blick“. Die Kraft unserer Gedanken ist die stärkste von allen, stärker als eine Atomexplosion. Sie verbirgt sich in der Tiefe, hinter den Kräften zwischen den Atomen. Die Kraft der Gedanken ist die letzte Stufe vor der spirituellen Kraft.

Doch Gedanken gewinnen nur dann an Kraft, wenn sie vereint sind. Wenn jeder von uns allein denkt, hat das eine gewisse Wirkung auf das System, aber nur auf unserer materiellen Ebene. Wenn wir uns verbinden, um die Kraft des gemeinsamen Gebens freizusetzen, erwecken und erneuern wir das gesamte spirituelle System der Verbindung zwischen uns, als ob wir es einschalten und aktivieren würden. Und dann offenbaren wir die Kraft des Schöpfers in ihr.

Es ist nicht notwendig, dass wir eine große Kraft der Gedanken besitzen, das Wichtigste ist die Qualität dieses Gedankens, damit er richtig ist und uns hilft, die gegenseitige Kraft des Gebens, d.h. den Schöpfer, zwischen uns zu offenbaren. Und wenn der Schöpfer offenbart wird, dann offenbart sich die wahre Kraft. Es ist bereits das gesamte Licht von NaRaNCHaY, nicht unsere kleine Welt.

Wir verbinden uns miteinander und wollen unter dem Einfluss des Schöpfers sein, der zwischen uns herrschen und uns lenken wird, damit wir mit Ihm in Einklang sind, synchron handeln. So wie der Schöpfer immer gebend ist, wollen auch wir immer gebend sein. Und dann erwecken wir das gesamte Netz. In dem Maße, in dem wir darin enthalten und miteinander verbunden sind, offenbart sich der Schöpfer.

Es ist eine gewaltige Kraft, vor der alle materiellen Kräfte wirkungslos sind. Die ganze materielle Welt beginnt sich entsprechend dieser inneren Kraft zu verändern und betrifft alle Menschen. Alles verändert sich, schon ab unserer kleinsten Verbindung. Das Wichtigste ist, dass sie die richtige ist.

Wir sehen, dass im letzten Jahr das Wort „Bürgschaft“ das beliebteste Wort im Lexikon geworden ist. Denn wenn wir als Gruppe zusammenkommen und uns gedanklich und in unseren Handlungen verbinden, wird die Kraft dieses Gedankens in die Welt hinausströmen. Wenn das Wort eine spirituelle Handlung ausdrückt, wirkt es sich auf das gesamte weltweite Netz aus und wird von allen angenommen.

Aus der Fernsehsendung mit Rav Michael Laitman

Die mittlere Linie ist der direkte Weg zum Schöpfer

Die innere Arbeit beginnt damit, dass ich versuche, die Kontrolle über mich selbst zu erlangen. Ich muss selbst bestimmen, wie viel Zeit ich in der rechten und wie viel ich in der linken Linie verbringe (Baal HaSulam schreibt, dass man sich 23,5 Stunden am Tag der rechten Linie und die restlichen 30 Minuten der linken Linie widmen soll).

Ich muss selbst bestimmen, in welcher Linie ich mich befinde und darf mich nicht einfach von den verschiedenen Zuständen, die auf mich zukommen, von einer Seite zur anderen hin und herwerfen lassen. Es geht nicht, dass ich mich, solange ich gut gelaunt bin, in der rechten Linie befinde, und sobald sich meine Laune verschlechtert, ich sofort in die linke Linie falle. Ich muss mich bemühen, dass „ich selbst die Morgenröte erwecke und nicht die Morgenröte mich“!

Das heißt, der Weg zur Selbstverwirklichung beginnt mit der Arbeit an sich selbst, mit dem Versuch, über den beiden Linien zu stehen und diese beiden Zügel in den eigenen Händen zu halten. Und so kommt man richtig voran. Am wichtigsten sind die Bemühungen und wie erfolgreich sie sind, können wir nach unserem Verständnis nicht beurteilen.

Und wenn wir so arbeiten, kommen wir zu der Erkenntnis, dass wir nicht in der Lage sind, uns über unsere Zustände zu erheben, die uns wie hilflose Säuglinge hin und her werfen. Mal geraten wir in die Knechtschaft der linken Linie, des Pharaos, mal unter die Herrschaft der rechten Linie, des Schöpfers. Aber wir finden uns damit nicht ab und wollen unabhängig sein, um uns aus eigener Kraft an die höhere Kraft anzuhaften und ihr gleich zu werden.

Das heißt, in uns müssen sowohl die linke als auch die rechte Linie vorhanden sein, damit wir aus beiden unser eigenes Bild formen können. So gelangen wir zum Gebet, denn wir erkennen, dass wir nicht in der Lage sind, die mittlere Linie selbst zu bilden. Sie entsteht nicht einfach durch die Addition der linken und rechten Linie. Hierfür benötigen wir das Höhere Licht, das kommen und uns zeigen wird, wie wir die ersten beiden Linien miteinander verbinden können, in welcher Form sie vereint werden können.

Denn dies ist alles andere als einfach. Es erfordert eine besondere, sehr facettenreiche und vielschichtige Konfiguration der Verbindung. Die Gefäße müssen sich mit den Lichtern in jeder Zelle, in jedem winzigen Element verbinden.

Die rechte Linie, das Licht, bestimmt die richtige Verbindung mit der linken Linie. Die linke Linie liefert das Material, das Verlangen, und die rechte Linie gibt ihm Form. So entsteht aus beiden eine sehr komplexe Struktur.

Das Material der linken Linie ist der Rohstoff, so wie Stammzellen, die zur unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene gehören. Und das Licht, das von der rechten Seite kommt, weiß, wie man aus all diesen Zellen die unterschiedlichsten Verbindungsformen bilden kann.

So besteht jedes Material aus denselben Elementarteilchen: Elektronen, Protonen usw. Doch die Komplexität ihrer Verbindungen bestimmt den ganzen Reichtum der vielfältigen Atome: die 126 Elemente des Periodensystems, aus denen sich alle Formen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Materie bilden. Der Mensch steht jedoch bereits über ihnen, weil er ein System von Kräften in sich vereint.

Deshalb müssen wir von Anfang an verstehen, wie wichtig der Einfluss der Umgebung ist: der Lehrer, die Gruppe und das Studium sind Faktoren, durch die wir das Licht empfangen, das uns zur Quelle zurückführt. Das ganze Ziel dabei ist, über unsere eigenen Zustände hinauszuwachsen.

Denn letztendlich scheitern all unsere Versuche, uns über unsere Stimmungen zu erheben. Wir verzweifeln an unseren eigenen Kräften und erkennen, dass wir sowohl die Unterstützung der Gruppe als auch Hilfe von oben benötigen.

Es ist entscheidend, sich über die eigenen Zustände zu erheben, über die beiden Linien hinaus, denn dies versetzt den Menschen sofort an den Ausgangspunkt des direkten Weges zum Schöpfer, der mittleren Linie.

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Aus einer Lektion nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“.

 

Der Kongress fängt gerade erst an!

Nichts hält uns davon ab, das beste Gefühl, das wir je in unserem Leben hatten, immer zu behalten, als wir auf dem Kongress die Einheit, die Verbindung zwischen uns und dem Schöpfer, die spirituelle Offenbarung gefühlt haben. Wenn ich aus diesem Zustand herausfalle, bin ich selbst schuld, weil ich mich nicht ausreichend bemüht habe.

Wir haben ein Erwecken von oben, vom Schöpfer, erhalten, und das darf nicht verloren gehen. Der Höhere gibt uns ein Beispiel, wie wir sein sollen, und wir müssen es weiterführen. Das Erwecken darf nicht vom physischen Ort des Kongresses abhängig sein. Wenn es kein Erwecken gibt, dann fehlt die Größe des Schöpfers, die Größe der Gruppe – und daran kann man gerade nach dem Kongress, in der Alltagszeit, noch besser arbeiten.

Die Zeitabstände zwischen den Kongressen müssen als Möglichkeit gesehen werden, eigene Anstrengungen zu unternehmen, die der Schöpfer in dieser Welt für uns organisiert hat. Der Aufbau des spirituellen Gefäßes geschieht gerade in der Dunkelheit, in der Nacht. Man muss alle Ereignisse seines Lebens nach diesem Prinzip als miteinander verbunden betrachten, damit „es war Abend und es war Morgen – Tag eins“ ist. Nur so sollte man sein Leben betrachten.

Von oben werden uns Momente der Verbindung, der Nähe zur Spiritualität gegeben, damit wir sie dann fortsetzen können, wenn das Erwecken von oben vorbei ist. Wir sollten dieses innere Gefühl zumindest mit der Kraft bewahren, die uns von oben gegeben wurde, als wären wir nie aus dem Zustand „Kongress“ herausgetreten.

Der Schöpfer hat uns auf eine bestimmte Stufe erhoben und uns dort zurückgelassen. Wir müssen auf dieser Stufe weitermachen. Es ist nicht gut, wenn wir zurückfallen, denn wir haben bereits ein Beispiel dafür, wie wir weitermachen können. Und dann wird der Schöpfer uns auf die nächste Stufe erheben und noch höher – so immer wieder.

Wenn der Schöpfer uns verlässt, zeigt er uns, welche Stellen mit seiner Größe gefüllt werden müssen. Das Einzige, was uns fehlt, ist die Größe des Schöpfers.

Das Wichtigste ist, sich zu bemühen, ständig mit den anderen in Verbindung zu bleiben, wie auf dem Kongress, und dieses Gefühl nicht abkühlen zu lassen, sondern es mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten.

Und dann werden wir sehen, dass alle Ereignisse unseres Lebens: die Rückkehr zur Arbeit und zu allen alltäglichen Aufgaben vom Schöpfer genau zu diesem Zweck organisiert wurden – um all diese täglichen leeren Lücken mit Erwecken, Inspiration aus der Spiritualität und der Größe des Schöpfers zu füllen.

Wir müssen in diesem Zustand bleiben und dürfen uns nicht zurückfallen lassen. Genau darin besteht die ganze Arbeit. Während des Kongresses gibt es nichts Besonderes zu tun, dort wirkt das Erwecken, das von oben gegeben ist, und alles geschieht von allein. Aber heute müssen wir mit unseren eigenen Anstrengungen, mit Gebeten und allen möglichen Mitteln dafür sorgen, dass dieses Erwecken nicht abkühlt. Jetzt ist die Zeit der Arbeit gekommen.

Deshalb haben wir auf dem Kongress den Erfolg nicht „erreicht“, sondern „erhalten“. Heute müssen wir den Erfolg erreichen. Man kann sagen, dass der Kongress, also die Versammlung, die Vereinigung, gerade jetzt beginnt!

Wenn wir richtig verstehen, wie wir die Zeit während des Kongresses und die Zeit zwischen den Kongressen nutzen können, dann werden wir die von uns erreichte Einheit richtig umsetzen. Alles wird gerade durch die alltäglichen Zustände geprüft, in denen die ganze Arbeit steckt. Lasst uns also weitermachen!

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Aus dem Unterricht zum Thema „Die Größe des Schöpfers“

 

Unendlicher Genuss statt „Black Friday“

Frage: Ich habe so lange auf den „Black Friday“ gewartet, um mir ein E-Bike zu kaufen. Am Ende habe ich es gekauft – und plötzlich hatte ich überhaupt kein Verlangen mehr danach, obwohl ich es noch nicht einmal berührt hatte. Warum passiert das?

Antwort: So ist es immer. Solange dich etwas anzieht, was du noch nicht hast, existiert in dir das Verlangen danach und die Erwartung von Genuss. Du stellst dir den Genuss entsprechend dem Mangel, dem unerfüllten Verlangen vor – und empfindest ihn daher doppelt.

Doch sobald du das Gewünschte erhältst, tritt der Genuss in das Verlangen ein, erfüllt es – und schon willst du es nicht mehr wirklich. So sehr, dass das Verlangen nach einem Tag oder sogar nach ein paar Stunden vollständig verschwindet. Genauso wie beim Essen: Du beginnst selbst das köstlichste, besonders begehrte Gericht zu essen – doch jeder Genuss hat ein Ende.

Das Problem unserer Welt besteht darin, dass wir, sobald der Genuss in das Verlangen eintritt und es füllt – wie der Magen durch Nahrung –, plötzlich entdecken, dass der Genuss ein Ende hat. Und so endet alles, sogar das Leben.

Es stellt sich die Frage: Kann man Genuss so empfangen, dass er unendlich ist und ständig wächst, anstatt abzunehmen? Kann man es so einrichten, dass ich mit jedem Empfang immer mehr und mehr genieße – ohne jedes Ende? Dann würde unser Leben unbegrenzt, unendlich, ewig werden. Im Grunde liegt hierin das Geheimnis des ewigen Lebens. Es hängt einzig davon ab, wie wir unser Verlangen nutzen.

Die Frage ist nur: Wie kann man es erreichen, dass ich, je mehr ich empfange, desto mehr verlange – und dass es niemals dazu kommt, dass ich gesättigt bin und mir der Genuss überdrüssig wird, ja sogar widerlich? Ist das möglich?

Die Wissenschaft der Kabbala (hebr. Kabbala vom Wort „empfangen“ – lekabel) heißt deshalb „Wissenschaft des Empfangens“, weil sie davon spricht, wie man empfängt, wie man sich auf unendliche, unbegrenzte Weise erfüllt.

Wenn wir uns miteinander verbinden und der Genuss durch mich hindurchfließt – ich gebe ihn dir weiter, du dem Nächsten, der Nächste dem Dritten und so weiter – und diese Zirkulation ständig zwischen uns stattfindet, dann bleibt der Genuss bei niemandem stehen. Deshalb wird niemand so erfüllt, dass er nichts mehr will. Im Gegenteil: Der Genuss, der durch alle hindurchgeht, erneuert sich ständig, und jeder beginnt, den Genuss zu spüren, der von allen zu ihm zurückkehrt. So entsteht ein Genuss, der sowohl der Größe nach als auch der Zeit nach unendlich ist – das nennt man, dass wir die zukünftige Welt, ein ewiges und vollkommenes Leben, erreicht haben.

So geschieht es, wenn wir wissen, wie man den Genuss richtig empfängt. Deshalb wird diese Weisheit die Wissenschaft des Empfangens genannt – die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Wer beginnt zuerst zu geben? Ich? Oder soll ich warten, bis mir gegeben wird, und dann ebenfalls geben?

Antwort: Nein. Man kommt in eine kleine Gruppe, in der man lernt, wie man sich miteinander verbindet, sodass der Genuss von einem zum anderen übergeht und eine Zirkulation der Energie zwischen euch entsteht. Dann fühlt ihr euch, als würdet ihr – wie in einem Raumschiff – über unsere Materie, über all diese Vergänglichkeit und Begrenztheit von Bewegung, Raum und Genuss hinausgehoben. So tretet ihr in eine andere Dimension ein, jenseits aller Beschränkungen dieser Welt.

Kommt und probiert es aus!

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Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Die Ziele sind unterschiedlich, die Richtung ist dieselbe

Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“: Diese Weisheit stellt nicht mehr und nicht weniger als eine Ordnung des Abstiegs der Wurzeln dar, die von der Verbindung zwischen Ursache und Wirkung (kausal) bedingt ist, und die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen ist, welche untereinander im Zusammenhang stehen und auf ein erhabenes, doch sehr verborgenes Ziel ausgerichtet sind, welches „die Offenbarung der Göttlichkeit des Schöpfers an Seine Geschöpfe in dieser Welt“ genannt wird.

Alles andere, was wir mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreichen möchten, hat damit nichts zu tun. Es ist so, als würde man ein Physik Lehrbuch zur Hand nehmen, in der Hoffnung, Medizin zu studieren oder Chemieunterricht besuchen, um Politikwissenschaft zu lernen. Hier ist es genauso: Die Wissenschaft der Kabbala dient nur dazu, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen – und das war’s. Wenn du das willst, wird dir die Kabbala als Mittel dazu dienen. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, dann beschäftige dich mit dem, was dir gefällt.

Solange in den Menschen gemäß der Ordnung der Evolution kein Wunsch nach der Offenbarung des Schöpfers erwacht war, wurde die Wissenschaft der Kabbala nicht offenbart, um sie nicht zu verwirren. Heute jedoch, da dieser Wunsch insgesamt zu Tage tritt und eine Antwort verlangt, sagen die Kabbalisten, dass die Zeit gekommen ist und die Wissenschaft der Kabbala der Welt als Mittel, als Lösung offenbart werden muss.

Wenn du in der Kabbala nach Wundern, Rezepten für Erfolg im Leben, Möglichkeiten, die Welt zu verändern, Mysterien von Weihwasser und roten Fäden oder irgendwelchen Garantien suchst, wird sie dir nicht helfen. Es ist schade, Zeit zu verschwenden, wende dich lieber an Wahrsager oder Psychologen. Die wahre Wissenschaft der Kabbala, und nicht die Mystik, die unter ihrem Namen verkauft wird, ist nichts anderes als die Offenbarung des Schöpfers gegenüber seiner Schöpfung.

Baal HaSulam erklärt dies mit einfachen Worten. Wenn du den entsprechenden Wunsch hast – bitte sehr. Dann solltest du die Kabbalisten fragen: „Wie kann ich die Wissenschaft der Kabbala nutzen, um den Schöpfer zu offenbaren?“ Und sie werden antworten, dass es eine Bedingung gibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Man muss eine Gruppe organisieren und in ihr diese Bedingung durch Lernen und gegenseitige Arbeit gegen den eigenen Egoismus umsetzen, um sich über ihn zu erheben und das Ziel zu erreichen.

Zunächst muss man jedoch für sich selbst klären, ob das eigene Lebensziel mit dem Ziel der Kabbala übereinstimmt. Dies muss den Menschen klar und deutlich erklärt werden, ohne Raum für Missverständnisse zu lassen. Selbstverständlich überprüft jeder sich selbst, und die Türen stehen allen offen. Aber wenn dieser Wunsch in einem Menschen noch nicht gereift ist, wenn er noch nicht bereit ist, den Schöpfer zu entdecken, darf man ihn nicht mit Gewalt hineinziehen.

Unser Ansatz muss streng und eindeutig sein: Wir behandeln alle mit Respekt und betrachten diejenigen als Freunde, die den Wunsch haben, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, ist die Kabbala nichts für dich – genieße diese Welt.

Heute ist eine neue Ära angebrochen: Vor dem Hintergrund der Krise und Hilflosigkeit beginnt die ganze Welt zu erkennen, dass sie die Höhere Kraft, den Schöpfer, offenbaren muss, da sie sonst nicht überleben und nicht existieren kann. Dies ist bereits eine andere Situation, in der wir allen nach und nach von der Umsetzung der Methode erzählen müssen. Deshalb beginnen wir, den Menschen die Prinzipien der gegenseitigen Bürgschaft beizubringen und zeigen ihnen, dass man mit Hilfe der Vereinigung und der Nächstenliebe von Krisen und Problemen zu einem glücklichen Leben gelangen kann.

Vor einem breiten Publikum erwähnen wir die Offenbarung des Schöpfers nicht, sondern setzen uns ein gutes Leben in unserer Welt zum Ziel. Damit gehen wir jedoch bereits einen gemeinsamen Weg: Auf unserer Seite ist dies das Prinzip der Einheit Israels, der Tora und des Schöpfers, und die anderen begleiten uns, weil sie ihr Leben hier in Ordnung bringen wollen. Letztendlich werden dank gegenseitiger Unterstützung alle mit der Höheren Kraft verbunden sein und sie offenbaren.

Auf diese Weise haben wir heute einen gemeinsamen Kurs mit der gesamten Menschheit. Das Problem ist nur, dass die Massen vor sich die Rettung aus der Krise und materiellen Wohlstand sehen, während wir vor uns die Offenbarung des Schöpfers sehen. Der Unterschied liegt im Ziel, aber die Richtung ist dieselbe.

Deshalb offenbart sich die Wissenschaft der Kabbala einem Prozent der Menschheit, während die Methode der Bürgschaft den restlichen neunundneunzig Prozent offenbart wird. Gegenseitige Bürgschaft ist dasselbe wie die Wissenschaft der Kabbala, nur ohne die Details und Kräfte zu präzisieren, die uns antreiben. Wie uns die Kabbalisten lehren, sollten Menschen, die dafür noch nicht reif sind, das bekommen, was für sie geeignet ist.

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Aus der Lektion zum Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“

Reue für das Versäumte

Rabash, Shlavey Sulam, 1985/86, Artikel 36, „Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?“: Bevor man den Schöpfer um Vergebung bittet, muss man sich bewusst machen, worin das Wesen der Sünde besteht.

Ich bitte nicht um Vergebung für die ursprünglichen, angeborenen Untugenden, die in meiner Natur liegen. Im Moment stehen sie nicht im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, denn „die Regungen des menschlichen Herzens sind von Jugend an böse”. Ich bewerte nicht den bösen Trieb selbst, sondern nur meine Bemühungen: Hätte ich mich schon darüber erheben, Schirme errichten und eine Haltung der Hingabe, Liebe und Einheit entwickeln können? Hätte ich nach dem Prinzip „Liebe deckt alle Sünden zu” handeln können?

Gerade für die Nachlässigkeit in diesen Bemühungen muss ich Buße tun und Reue zeigen, darüber muss ich weinen. Denn die Shechina trauert nicht darüber, dass sie uns ihren verdorbenen, zerbrochenen Zustand beschert hat, sondern darüber, dass wir nicht versuchen, sie wiederzubeleben, sie aus dem Staub zu erheben, obwohl die Umstände es uns erlauben, dies zu tun.

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, kommt entsprechend meinen Bemühungen. Wenn es unabhängig davon käme, würde es mir das vom Schöpfer verursachte allgemeine Zerbrechen zeigen. Wenn jedoch der Zufluss des Lichts durch meine Bemühungen oder deren Fehlen reguliert wird, offenbart es nur meinen unvollständigen Teil, den ich bereits hätte einbringen können.

Man sollte nicht bedauern, dass man in gewissen Dingen unbegabt oder talentlos geboren wurde. Nehmen wir an, es mangelt mir an körperlicher Kraft, Intellekt, Gedächtnis oder Lernfähigkeit, so sollte man sich darüber nicht beklagen. Wenn mir etwas nicht gegeben wurde, dann brauche ich es auch nicht. Auch wenn ich keine besonderen Fähigkeiten habe und deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, muss ich offensichtlich mein Leben lang unter diesen Bedingungen arbeiten.

Im Allgemeinen sagt die Gesamtheit meiner persönlichen Eigenschaften nichts darüber aus, ob ich gut oder schlecht bin. Vielleicht bin ich als Verschwender, Faulpelz oder Machtmensch geboren worden. Die Tatsache, dass ich mit diesen Eigenschaften geboren wurde, bedeutet jedoch, dass ich ihnen keine Beachtung schenken sollte.  Diese muss ich nicht korrigieren, sondern nur meine Teilnahme an dem Prozess, der mir über meine gesamte Natur hinweg offenbart wird. Wenn ich dort, über meiner Natur, faul bin, muss ich für diese Faulheit „ein Opfer bringen” und am Versöhnungstag (Jom Kippur) über diese Nichtbeteiligung weinen. Ich bereue nicht meine ursprünglich verdorbenen Verlangen, sondern dass ich tatsächlich etwas hätte korrigieren können, als ich eine Chance von oben erhielt und sie nicht genutzt habe.

Wer sich also nicht bemüht hat, entdeckt auch nichts Böses in sich. Wer sich jedoch bemüht hat, entdeckt, dass er schlecht ist, allerdings nur in dem Maße, in dem er etwas hätte korrigieren können, es aber nicht getan hat.

Wir sind nicht dafür verantwortlich, alles zu korrigieren, was die spirituellen Systeme vor uns verdorben haben. Es handelte sich dabei um einen systemischen Schaden. Wenn wir jedoch das korrigieren, was uns aufgetragen wurde, wird das gesamte System wieder funktionsfähig sein. Denn es wurde nur deshalb verdorben, weil eine Komponente namens „Mensch” (Adam) darin eingedrungen ist. Wenn wir also die Beteiligung des Menschen am System korrigieren, korrigieren wir alles.

Frage: Wie hängt Reue mit den Beziehungen zwischen Freunden zusammen?

Antwort M. Laitman: Es heißt, dass der Versöhnungstag die Sünden eines Menschen gegenüber seinen Nächsten nicht sühnt. Ich muss für das, was ich angerichtet habe, Buße tun und gleichzeitig daran denken, dass auch dies vom Schöpfer verursacht wurde. So oder so, ich bereue nicht mein Böses als solches. Ich bedauere, dass dieses Böse, dieses Gefühl der Trennung vom Schöpfer, noch  immer in mir steckt. Und dann korrigiere ich es.

Daher sollte ich auch Freude empfinden, wenn ich das Böse aufdecke.

Frage: Es gibt keinen Menschen, der seinem Nächsten nicht etwas Böses angetan hat, wenn auch unbeabsichtigt. Wie kann ich dieses Böse wiedergutmachen? Wie kann ich um Vergebung bitten?

M. Laitman: Durch die Anstrengungen, die in die Verbindung investiert werden. Das ist die Zahlung.

Es gibt keine Notwendigkeit und keine Handlung, die das, was ich getan habe, wiedergutmachen könnte. Alles Schlechte, was ich getan habe, führte zur Spaltung. Und alles Gute, was ich tun kann, führt nur zur Vereinigung. Die Formen und Details sind nicht wichtig, das Wesentliche ist genau das: entweder Trennung oder Einheit. Wenn ich mich an diesen Ansatz halte, werde ich keinen Fehler machen.

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Aus der Lektion zum Artikel von Rabash.

Wie kann man das Gebet aus dem Herzen erwecken?

Frage: Wie kann man erreichen, dass die Worte des Gebets ein wahres Gebet aus dem Herzen erwecken – idealerweise aus einem gemeinsamen Herzen?

Antwort: Das ist tatsächlich eine tiefgehende Frage.

Jeder von uns hat scheinbar einen gewissen Chissaron (Mangel). Doch was fehlt uns, damit sich unsere persönlichen Empfindungen des Exils, also der Trennung vom Schöpfer, zu einem gemeinsamen Verlangen vereinen?  Das ist eine sehr schwierige Frage.

Was bedeutet es, wenn es in einer Gruppe Wünsche gibt, die sie nicht erfüllen kann? Solche Wünsche verbinden sich mit den Mängeln anderer Gruppen. So entsteht ein umfassenderes, vollkommeneres Verlangen, und auf ein solches wird der Schöpfer mit Sicherheit antworten.

Mehr kann man dazu nicht sagen. Das alles wird im Herzen empfunden. Unsere Worte jedoch löschen buchstäblich unsere Empfindungen aus, das Fundament dieser Worte, sodass das Gesagte leblos bleibt.

Das Problem ist: Du hast deine Worte vorbereitet, vielleicht sogar tief darüber nachgedacht – aber wenn du sie aussprichst, spürst du ihre Leere. Leer! Ohne etwas Echtes, das den Schöpfer berühren oder erschüttern könnte.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Zuerst fordern und bitten.“

 

Die ganze Wahrheit über das „umgebende Licht“

Frage: Was ist das „umgebende Licht“, das wir versuchen anzuziehen?

Antwort: Licht – das ist die höhere Kraft, die Eine, Einzige und allein im Universum existierende. Neben ihr gibt es nur das Verlangen, das sich in uns als Empfangende offenbart. Aber durch die Kraft des Lichts können wir dieses Verlangen in das Verlangen zu geben verwandeln.

Es gibt nichts außer dem Licht (dem Schöpfer) und dem Verlangen – wir geben Ihm unterschiedliche Namen (umgebendes Licht, inneres Licht, „das Licht, das zur Quelle zurückführt“), um es präziser zu beschreiben.

Das umgebende Licht beeinflusst mich, wenn ich nach meiner nächsten Form strebe. Auch wenn ich nicht genau weiß, wie diese aussieht, studiere ich sie in den Büchern, in denen verschiedene Partzufim, Welten und Sefirot beschrieben sind. Damit bringe ich mein Verlangen zum Ausdruck, dorthin aufzusteigen und zu erkennen – und deshalb ziehe ich diesen Zustand an, den ich erreichen will. Dieser beginnt dann, auf mich einzuwirken – im Maße meines Strebens danach.

Ich öffne mich diesem Einfluss und mache mich empfindsamer gegenüber diesem nächsten Zustand, dem ich entgegentrete. Ich beschleunige einfach meine Entwicklung, indem ich der natürlichen, mich entwickelnden Kraft ein wenig eigenes Verlangen hinzufüge.

Dieses zusätzliche Verlangen erhalte ich aus der Umgebung. So realisiere ich meinen freien Willen und bekomme von ihr ein Gefühl dafür, wie wichtig es ist, in den nächsten Zustand zu gelangen. Denn sich im nächsten Zustand zu befinden bedeutet: stärker mit anderen verbunden zu sein, sich mehr zu annullieren, mehr zu geben.

Diese Inspiration empfange ich von der Gruppe, gehe mit ihr zum Unterricht und strebe nach einer zukünftigen, gebenderen Form. Und dann wirkt das Licht auf mich ein, weil es die gleiche gebende Natur hat, die ich mir aneignen möchte. Wir haben denselben Wunsch, dieselbe Ausrichtung, und deshalb sind wir uns gemäß dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften nahe.

Ich selbst hatte kein Verlangen zu geben, keinen Wunsch nach spirituellem Fortschritt – „Null“. Doch ich wende mich an die Gruppe, nehme von ihr „10 kg“ Verlangen zum Geben, zur Verbindung untereinander, und komme damit zum Studium. Ich will mit dieser Kraft von „10 kg“ den nächsten Zustand erreichen. Meine Ähnlichkeit mit dem Licht wird durch diese Kraft von „10 kg“ gemessen – und in genau diesem Maße wirkt das Licht auf mein Verlangen ein und formt es dem Licht ähnlich.

Das ist genau das Licht, das meinen nächsten Zustand erfüllt – denn dieser existiert bereits. Wenn ich mich auf diesen zukünftigen Zustand ausrichte, beginnt er auf mich zu leuchten. Noch wird er „umgebend“ genannt, weil er mich zunächst korrigieren und erst danach in mich hineinkleiden muss. Er wirkt in zwei Etappen, führt zwei Handlungen aus.

In der Physik gibt es dieselben Erscheinungen: Wenn ich mich einem Magneten nähere, gerate ich in sein Anziehungsfeld, seinen Wirkungsbereich. Selbst wir Menschen wirken aufeinander ein, jeder ist von einem gewissen Feld umgeben. Es gibt keinen physikalischen Körper, der nicht von einem Feld umgeben wäre – selbst ein gewöhnlicher Stein nicht.

Alles funktioniert nach demselben Prinzip. Und genau dieses nahe Feld (dein nächster Zustand), dem du zustrebst, beginnt auf dich einzuwirken. Doch es gibt viele Felder um dich herum, mit denen du bisher nichts zu tun hast, nach denen du dich nicht sehnst und über die du nichts weißt. Wenn du später die spirituelle Welt entdeckst, wirst du sehen, wie viel darin geschieht und wie viele unterschiedliche Dimensionen es gibt.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Die Weisheit der Schöpfung ergründen

Frage: Die gesamte Realität beinhaltet das Licht und das Kli, den Schöpfer und die Schöpfung, mich und den Nächsten. Warum erscheint der Sohar dann so schwer und verwirrend?

Meine Antwort: Der Sohar erscheint nur uns schwer und verwirrend, weil wir nicht das gesamte Bild sehen. Uns kommen „ich“ und „die Welt“, meine Verlangen, meine Gedanken, Kräfte, die in dieser ganzen Realität wirken, und Erfüllungen in ihr getrennt voneinander, zerbrochen vor. Aus diesem Grund zeichnet mir diese Kraft des Zerbrechens ein äußerst kompliziertes, verwirrendes Bild. Und alles nur, weil ich das nicht miteinander vereint sehe, und die Trennung bringt mir die Verwirrung.

In dem Maße, in dem wir fähig sind, nicht im Verstand (er nützt nichts!), sondern in den Gefühlen, also in den korrigierteren Kelim/Verlangen alle diese Details der Wahrnehmung vereint zu erkennen – ich, der Nächste, der Schöpfer, das Studium, die Gruppe, die Umgebung, alles, was existiert -, also in dem Maße, in dem ich mich danach sehne, all das zu vereinen, bringen mir diese Anstrengungen das Licht. Und das Licht bringt mich zum Betrachten eines einheitlicheren Bildes, in dem sich alle Elemente allmählich zu verbinden beginnen.

Aus der Verbindung all dieser Gegensätze, die zu unterstützenden und miteinander verbundenen werden, resultiert die ganze Weisheit. Je weiter voneinander entfernt und entgegengesetzter diese ganzen Details des Bildes der Realität, die ich nun miteinander verbinden und einander unterstützend und ergänzend sehe, früher waren, desto tiefer ergründe ich den Schöpfungsgedanken, das Schöpfungsprogramm, den Prozess, den wir durchlaufen.

Aus diesen Gegensätzen heraus fange ich an zu leben, diese erstaunliche Weisheit wahrzunehmen, die höhere Lenkung zusammenzufassen und sie auf die Einzige Kraft zu beziehen.

All das geschieht infolge der Einwirkung des Lichts auf meine zerbrochenen Verlangen und Gedanken, wenn ich will, dass es sie vereint.

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Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort