Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gott'

Warum der Schöpfer und nicht Gott?

Frage: Warum nennen Sie den Schöpfer immer Schöpfer und nicht Gott?“

Antwort: Weil der Begriff „Gott“, der in allen Religionen, Glaubensrichtungen und Kulturen verwendet wird- oft verbunden mit ganz unterschiedlichen, manchmal widersprüchlichen Vorstellungen. Schöpfer hingegen steht für eine bestimmte, klare Bedeutung: Er ist die höchste, einzige, vollkommene Kraft, die uns zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat. Gott gilt allgemein als etwas, das über uns steht und irgendwie das Weltgeschehen lenkt.

Der Schöpfer hingegen erschafft. In jedem Moment erschafft Er diese Welt, aufs Neue. Das macht Ihn zu einem viel persönlicheren Begriff.

Gott erscheint als etwas Entferntes, Abstraktes – als eine Existenz außerhalb von mir. Der Schöpfer dagegen ist eine Kraft, die mich verpflichtet, antreibt und etwas von mir erwartet.

Frage: Was erwartet er vom Menschen?

Antwort: Dass der Mensch beginnt, Korrekturen von Ihm zu fordern, dass er erkennt, wie vollständig er von dieser Kraft abhängig ist und nur der Schöpfer den Menschen in jenen Zustand führen kann, indem er Ihm ähnlicher wird.

Ich bitte Ihn – und Er tut es.
Stellen Sie sich das vor: Einerseits sind wir vollkommen machtlos, andererseits liegt die Lenkung der Realität genau in unserer Hand.

Frage: Das heißt, dass der Mensch selbst nichts tun kann?

Antwort: Ganz richtig – aber auch ohne den Menschen geschieht nichts. Man kann allein nichts bewirken, aber ohne zu bitten, zu fordern, zu zeigen, was fehlt – passiert auch nichts. Es ist eine Partnerschaft.

Frage: Wie bittet man den Schöpfer? Wie bringt man Ihn zum Handeln?

Antwort: Man zwingt Ihn! Es steht geschrieben: „Meine Söhne haben Mich besiegt.“ Erst durch diesen inneren Drang, dieses echte Verlangen, beginnen wir zu spüren, dass wir wirklich Seine Kinder sind und dass Er uns genau dafür erschaffen hat. Das ist,  im wahrsten Sinne, überwältigend.

Frage: Am Anfang haben Sie „nicht Gott“ gesagt, da Gott für alle Menschen eine eigene Vorstellung ist. Wollen Sie nicht, dass der Mensch diese Vorstellung hat?

Antwort: Ja, genau. Der Schöpfer ist der, der erschafft – ständig, in jedem Moment. Er belebt und erneuert unaufhörlich die gesamte Schöpfung.
Deshalb müssen wir jede Minute darauf reagieren, diese Kraft fühlen und das Wirken des Schöpfers in jedem Augenblick erkennen. Das hebräische Wort für Schöpfer – Bo-u-re – bedeutet: „Komm und sieh“. Es fordert zur aktiven Entdeckung auf. Es ist ein Begriff voller Bewegung, Entwicklung und innerem Fortschritt.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Das Wunder der Übersetzung der Tora

Frage: Im Talmud, der alten Quelle jüdischer Weisheit, steht geschrieben: „Ptolemäus, der König von Ägypten, versammelte 72 Älteste von den Weisen Israels und brachte sie in 72 verschiedenen Häusern unter. Zuerst verriet er ihnen nicht, warum er sie versammelt hatte, damit sie sich nicht vorher beraten würden.

Dann wandte er sich an jeden von ihnen einzeln und sagte zu ihnen: „Schreibt mir, das heißt, übersetzt mir das Gesetz von dem großen Weisen Mose.“ Daraufhin legte Gott jedem von ihnen die gleiche Absicht und das gleiche Verständnis in das Herz hinein, und sie waren alle einer Meinung. Dann übersetzten sie nicht nur richtig, sondern wo sie Änderungen vornahmen, waren es dieselben Änderungen.“

So wurde die Tora ins Griechische übersetzt.

Frage: Als erste, kann man glauben, dass die Art und Weise, wie es im Talmud geschrieben steht, richtig ist?

Zweitens, was wird als Wunder bezeichnet – dass die 72 Ältesten die Tora wie von einem einzigen Übersetzer übersetzt haben, oder dass Gott ihnen einen Gedanken, eine Absicht gegeben hat? Was ist hier das Wunder?

Antwort: Das Wunder ist höchstwahrscheinlich, dass sie alle zusammen wie ein Mensch übersetzt haben. Der Grund dafür war, wie es hier heißt, dass Gott eine Absicht und einen Gedanken in sie hineingelegt hat.

Frage:  Wie ist es möglich, dass 72 verschiedene Menschen  denselben Text ohne den kleinsten Fehler geschrieben haben. Wie kommt es, dass Gott in jedem von ihnen einen Gedanken hineinlegt?

Antwort: Weil es Gott ist. Und weil es 72 besondere Weisen sind, die auf der höchsten Stufe des Wissens stehen (daher 72). Die Zahl selbst ist die Ebene des höheren Wissens. Deshalb waren sie in der Lage, es zu tun.

Frage: Wenn Gott eine Absicht und einen Gedanken in die Welt setzt, kann man dann sagen, dass Gott will, dass diese Quelle, die Tora, in der ganzen Welt verbreitet wird?

Antwort: Es wurde mehr als einmal gesagt, auch in den unmittelbaren Texten, dass diese Gesetze für die ganze Welt sein sollen.

Kommentar: Hier steht, dass die Weisen eine Meinung gebildet haben.

Antwort: Ja, das ist wirklich ein Wunder.

Frage: Eine Meinung zu haben, ist ein Wunder. Wo früher 72, 120 Leute,  Sanhedrin, eine Entscheidung treffen, können heute zwei Menschen nicht eine Entscheidung treffen. Zwei! Sie streiten sich, jeder will seine Meinung durchsetzen.

Wie können unsere gewöhnlichen Menschen, gewöhnliche Politiker, Chefs oder einfach Menschen, Familien, eine Entscheidung treffen und zu einer Meinung kommen?

Antwort: Es fehlt die Erkenntnis, dass wir alle unter der Herrschaft des Allmächtigen stehen und alles von Ihm kommt. Und deshalb, wenn man mit einem anderen übereinstimmt, kommt man dem Schöpfer näher.

Frage: Das heißt also, dass man mit dem Schöpfer übereinstimmt, der sich durch einen anderen zu mir wendet?

Antwort: Ja.

Frage: Wenn man sich darauf einlässt und sich annulliert, kann man dann hören, was von oben zu einem gesagt wird?

Antwort: Du wirst den Schöpfer hören. 

Frage: Ist damit gemeint, wenn zwei Menschen sich streiten, in der Familie, oder allgemein?

Antwort: Es geht nicht darum, dass man hört, was der andere sagt. Man hört den Schöpfer durch den anderen. Und das ist wichtig.

Frage: Und das geschieht durch eigene Annullierung?

Antwort: Ja.

Kommentar: Sie messen der Annullierung eine so große Bedeutung bei.

Antwort: Sobald der eigene Egoismus annulliert wird, kann man mit dem arbeiten, was man von außen empfängt. Und das „Außen“ kommt zu ihm vom Schöpfer.

Frage: Also das Wunder ist die Annullierung?

Antwort: Ja, das ist ein Wunder. Wenn wir uns annullieren könnten, würden wir den Schöpfer hören. Er versteckt sich hinter dem, was wir uns gegenseitig sagen und wartet darauf, dass wir in der Lage sind, uns zu annullieren.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“.

Was ist der Unterschied zwischen den Begriffen „Gott“ und „Schöpfer“?

Die Worte „Gott“ und „Schöpfer“ lösen in mir unterschiedliche Gefühle aus.
Das Wort „Gott“ steht für mich für ein Wort, das Religionen, Glaubensrichtungen und Menschen im Allgemeinen eher mit einer Macht verbinden, die den Raum um den Menschen herum ausfüllt, also außerhalb des Menschen existiert.

„Schöpfer“ hingegen steht für mich für den Erschaffer der Welt, des Menschen und alles in ihm. Er ruft in jedem Augenblick im Menschen das Bedürfnis hervor, auf seinen Einfluss zu reagieren. Indem ein Mensch seine Reaktionen auf eine bestimmte Art und Weise kalibriert, kann er erkennen, dass die Menschen die Geschöpfe des „Schöpfers“ sind und dass der „Schöpfer“ eine einzige, ewige und vollkommene gebende Kraft ist, die die Menschen zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat.

Im Hebräischen ist das Wort für „Schöpfer“ Bore, eine Verbindung aus den beiden Wörtern Bo, komm und Re, sieh. Das heißt, der „Schöpfer“ ist ein umfassender Name, der die dynamische Beteiligung des Menschen, bei der Offenbarung des „Schöpfers“, mit einschließt.

Daher ist der Begriff „Schöpfer“ für mich verbindlicher als der Begriff „Gott“. Der „Schöpfer“ erwartet etwas vom Menschen. Und was erwartet Er von ihm? Er erwartet, dass der Mensch seine völlige Abhängigkeit von Ihm erkennt. Er erwartet, dass der Mensch aus diesem Grund anfängt, Ihn zu bitten, dass Er ihm helfen möge, dass Er seine egoistische, empfangende Natur in Seine, gebende Natur korrigieren kann, weil er begriffen hat, dass er nur mit der Hilfe des „Schöpfers“ die Gleichheit der Form mit Ihm – was das Ziel der Schöpfung ist – erlangen kann.

Hilfe bei der Korrektur vom „Schöpfer“ fordern – das bedeutet, der Mensch kann den „Schöpfer“ bitten, etwas zu tun, und Er tut es. Das heißt, einerseits ist der Mensch machtlos wie eine Figur im vorgeschrieben Drehbuch des „Schöpfers“, aber andererseits hat der Mensch, in dem er bittet und Forderung an den „Schöpfer“ stellt, eine Wahl. Wenn er nicht bittet und fordert, wird er niemals die Offenbarung der Ewigkeit und Vollkommenheit, auch „Schöpfer“ genannt, erreichen.

Doch wie kann ein Mensch den „Schöpfer“ richtig bitten, etwas zu tun? Es ist so, wie wenn kleine Kinder etwas von ihren Eltern verlangen. Sie bleiben hartnäckig bei ihrer Forderung, egal wie oft die Eltern Nein sagen. Diese ständige Forderung an den „Schöpfer“ führt den Menschen zu einem Zustand, den die Kabbalisten „Meine Söhne haben mich besiegt“ nennen. Dann beginnt der Mensch zu spüren, dass er ein „Kinder des Schöpfers“ ist und der „Schöpfer“ ihn genau dafür geschaffen hat, diese Beziehung zu Ihm zu entwickeln.

Basierend auf KabTV’s „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“ mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman am 28. April 2022 und am 22. Mai 2023. Geschrieben/bearbeitet von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Was sieht ein Kabbalist?

Frage: Sie sagen, dass ein Mensch nur durch die Kabbala zur Offenbarung der Höheren Welt kommen kann. Was ist mit den anderen Methoden, die behaupten, die Öffnung des menschlichen Bewusstseins erreicht zu haben?

Antwort: Vertraue niemandem. Warum um alles in der Welt sollten Sie mir oder jemand anderem glauben? Einer wird einen längeren Bart haben, ein anderer wird schöner sprechen, der dritte wird etwas anderes manipulieren. Sie müssen alles überprüfen.

Zunächst einmal müssen Sie sicherstellen, dass Sie es richtig prüfen. Das heißt, richten Sie Ihre Sinne, Ihre Gedanken, Ihren Apparat, mit dem Sie überprüfen, wie ein Wissenschaftler aus.

Wie könnte es sonst sein? Angenommen, Sie fangen jetzt an, jemandem zu glauben, dann wird Ihr ganzes Leben so verlaufen. Am Ende werden Sie feststellen, dass Sie an das Falsche geglaubt haben. Das nächste Mal, wenn Sie sich in unserer Welt befinden, werden Sie einem anderen glauben und ihm mit geschlossenen Augen folgen.

Die Kabbala sagt: „Nein, wir müssen zuerst das untersuchen, was wir überhaupt prüfen, nämlich die Erfahrung, die richtige Einstellung dazu, die Analyse, und erst danach den richtigen Umgang mit diesem System.

Als ich als ein Neuling zur Kabbala kam, war das meine Einstellung ihr gegenüber. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, dass ich an etwas glauben könnte. Woran? Daran, dass man mir sagt, dass Gott existiert? Ich will es nicht glauben! Ich will es wissen!

Die Kabbala beschäftigt sich damit, dir Wissen zu vermitteln. Du offenbarst die Höhere Welt. Dies ist ein zusätzliches System, das hinter unserer Welt steht und sie steuert. Wenn man sie offenbart, beginnt man sie zu sehen. Sie schimmert durch die Materie hindurch. Man sieht, wie diese Materie funktioniert, wie alle ihre Teile miteinander verbunden sind. Alle Methoden sprechen nur darüber, der Kabbalist hingegen, sieht es. Er arbeitet damit.

Jeder Mensch, der sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, muss das alles selbst durchmachen. Keiner kann das übernehmen.

Wenn er aber Trost in einer anderen Methode findet, dann soll er dort bleiben. Die Kabbala bindet niemanden fest und macht keine Werbung. Viele Jahrtausende lang war sie verborgen, da die Menschheit sie nicht brauchte. Es stellte sich nicht die dringende Frage nach dem Sinn des Lebens. Damals war die Menschheit noch nicht so vernetzt wie heute.

Aus der Fernsehsendung „Nahaufnahme. Die Suchenden“

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„Müssen wir Menschen korrigieren?“ (Quora)

Michael Laitman, in Quora: „Müssen wir Menschen korrigieren?“

Das ist der Schlüssel zum Verständnis der Untauglichkeit der „Weltverbesserer“, die in jeder Generation existiert haben. Sie haben den Menschen als eine Maschine betrachtet, die nicht richtig funktioniert und daher einer Korrektur bedarf, das heißt, dass man die beschädigten Teile entfernen und durch andere, intakte ersetzen sollte? – Kabbalist Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), „Frieden in der Welt“.

Es gibt nichts Fehlerhaftes im Menschen und nichts, was an ihm geändert werden müsste. Alles wurde dem Menschen von Natur aus mitgegeben, so auch verschiedene negative Eigenschaften und sogar die Begierde zu töten und zu stehlen. Sie wurden uns von Gott oder dem Schöpfer gegeben. („Natur“ und „Gott“ werden in der Weisheit der Kabbala als dieselbe Kraft der Liebe und der Hingabe betrachtet. In der Gematria sind „Gott“ und „die Natur“ zahlenmäßig gleich.)

Wir korrigieren Menschen nicht, indem wir sie ins Gefängnis stecken oder hinrichten. Wir können uns selbst korrigieren, indem wir uns in einen Rahmen begeben, wo wir zu der Einsicht gelangen, dass wir unsere Natur korrigieren müssen, oder mit anderen Worten, uns positiv über unsere negativsten Impulse hinweg mit anderen verbinden.

Wir müssen auf die nächste Stufe unserer Entwicklung aufsteigen, ohne unsere negativen Eigenschaften zu zerstören, und anstelle von negativen Impulsen müssen wir positive Impulse in Bezug auf andere erwerben.

Wenn wir auf diese Weise aktiv einen positiven Impuls über unsere negativen Impulse setzen, dann werden wir einen neuen Zustand der Verbindung zwischen Plus und Minus wie zwischen den negativen und positiven Polen desselben Feldes zu spüren beginnen. Wir werden dann eine ganz neue friedliche und harmonische Realität spüren.

Basierend auf „Grundlagen der Kabbala“ mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman am 7. Juli 2019. Geschrieben/editiert von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

„Gehört Gott irgendeiner Religion an?“(Quora)

Michael Laitman, in Quora: „Gehört Gott irgendeiner Religion an? “

Gott ist die allgemeine Natur und das Gesetz der Wirklichkeit. In der Gematria haben die Wörter für „Gott“ („Elokim“) und „die Natur“ („HaTeva“) denselben Zahlenwert, da sie beide das Gesetz der Selbsthingabe und der Liebe oder der altruistischen Liebe darstellen. Damit ist nicht der uns innewohnende egoistische Altruismus gemeint, bei dem wir altruistische Handlungen ausführen, um etwas zu verdienen und dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Vielmehr bezieht es sich auf das altruistische Gesetz, ohne Rücksicht auf sich selbst oder auf eine Gegenleistung.

Unser Lebensziel ist es, von Seiten Gottes oder der Natur, uns zu einer völligen Formgleichheit mit Ihm/ihr zu bringen. Das ist das Ziel der Schöpfung oder der Natur in Bezug auf jeden Menschen. Wir wurden von Gott/Natur ausschließlich zu diesem Zweck geschaffen.

Gott/Natur führt uns zu diesem Ziel, wo wir ihm/ihr ähneln. Deshalb werden wir „Mensch“ genannt, was im Hebräischen „Adam“ heißt, von dem Wort „Domeh“, „Lehidamot“ („ähnlich werden“). Wir müssen Gott/Natur ähnlich werden, indem wir unser Ego in Altruismus, in eine Form der Selbsthingabe verwandeln. Wenn wir eine solche Umwandlung vollziehen, beenden wir unsere Rolle in dieser Welt, und wir müssen nicht mehr in dieses Leben zurückkehren. Wir bleiben dann allein im ewigen spirituellen Leben, ohne uns in den materialistischen Körper zu kleiden.

Wir müssen unsere Entscheidungsfreiheit durch den Einfluss der Gesellschaft auf uns nutzen, damit wir Gott/Natur ähnlich werden. Von der Seite Gottes oder der Natur aus drängt er uns durch positive oder negative Kräfte – je nachdem, was wir wählen – auf das gleiche Ziel zu.

Es kann auch hinzugefügt werden, dass Gott keine Religion hat, denn Religionen sind eine Erfindung von Menschen, die sich eine psychologisch begründete Erklärung für unsere Existenz in dieser Welt mit einem bestimmten Ziel geben wollen.

Gott ist unsere allgemeine Natur, die uns dazu bringt, ewig und vollkommen wie Er zu werden.

Basierend auf einem Gespräch mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman am 9. September 2006. Geschrieben/editiert von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Die Wahrnehmung von Handlungen und Güte des Schöpfers

Eine Frage, die ich erhielt: Was sind Handlungen des Schöpfers und Seine Güte?

Meine Antwort: Das ist die Güte, welche die Welt erfüllt und in meinen korrigierten Verlangen vorgefunden wird. Sogar in diesem Augenblick bin ich von der Welt der Unendlichkeit umgeben, die von absoluter Güte erfüllt ist, doch ich habe keine Befähigung, sie zu spüren.

Die Güte Schöpfers ist das, was ich anstelle des Übels, das ich jetzt spüre, erkennen werde. Mein Egoismus wächst ständig und dadurch zeigt er mir, dass alles schlecht ist. Er zeigt mir zwei Gegensätze: das Licht und das gleiche Licht in der Form von Dunkelheit. Auf diese Weise spürt jemand das Licht in dieser Welt, da er entgegengesetzt zur Eigenschaft des Gebens ist.

Je stärker das Licht an mir arbeitet, umso härter und dunkler erscheint mir das Leben, weil ich mich im Gegensatz zum Licht befinde. Das Licht, das in Bezug auf alle Seelen und nicht nur in Bezug auf mich enthüllt wird, zeigt mir, dass alles, was mir geschieht, von der gesamten Welt abhängt.

Daher versteht die Welt nicht, warum sie plötzlich Flauten und Trägheit durchmacht. Unterbewusst spürt ein Mensch, dass er von jedem abhängig ist. Wie also soll er handeln? Er muss fähig sein, zu prüfen, wann er gibt und wann er empfängt. Jedoch die Enthüllung unserer globalen Verbindung trübt unser Verlangen zu empfangen und macht uns hilflos. Wenn mir gesagt wird, dass ich eine Arbeit beenden soll und bekomme Geld dafür, verstehe ich das. Doch ich kann nicht ohne eine Belohnung arbeiten!

Die Problematik hier ist, dass das Licht sich selbst zunehmend enthüllen wird, während sich die Verbindung zwischen uns zeigt. Wir werden ihren Einfluss als verstärkte Dunkelheit und Krise spüren. Doch wenn wir anfangen, miteinander das Spiel des Gebens zu spielen, werden wir korrigiert. Die Wissenschaft der Kabbala, selbst als ein Spiel, wird die Menschheit im gegenseitigen Geben mit der Quelle, die uns korrigiert, vereinen. Als Ergebnis werden wir uns gewiss in einem korrigierten Zustand wiederfinden.

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Das Gebot: „Ich bin der Herr, dein Gott“

Frage: Im ersten Gebot steht: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt hat.“ Wer ist Gott? Was ist er?

Antwort: Er ist die höchste, intelligente, allmächtige, ewige, vollkommene Kraft der Natur.

Wir schreiben es nur der Natur unserer Welt zu, weil wir mehr nicht sehen können. In Wirklichkeit erfüllt sie alles, einschließlich des gesamten Schöpfungsprogramms: den Anfang, das Ziel, die Verwirklichung und das Ende.

All dies zusammen wird der Schöpfer genannt, und zwar nur in Bezug auf uns.

Wir können nicht über den Schöpfer, über Gott, über die höhere Kraft sprechen, dass er allmächtig ist, ewig ist, oder ihm irgendwelche Namen geben, die wir wollen. Man muss sie ausspielen, diskutieren, warum sie genau so und nicht anders sind, warum es so viele von ihnen gibt.

Deshalb können wir, ohne auf diese Namen zu achten, über Ihn sprechen, aber nur in Bezug auf uns selbst, so wie die großen Seelen der Kabbalisten, die Ihn kannten und uns über Ihn erzählten.

Frage: Als Folge des Gebotes „Ich bin der Herr, dein Gott“, fand der Schöpfungsakt statt: „Und Gott sprach: ‚Es werde Licht‘, und es ward Licht.“ Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden?

Antwort: Die Manifestation des Schöpfers von oben nach unten in Bezug auf uns im Schöpfungsakt ist die Manifestation des Lichts aus der Welt der Unendlichkeit, das ein Gefäß für sich selbst erbaut. Dieses Gefäß ist die ursprüngliche Schöpfung.

Es ist noch weit entfernt von der Schöpfung, die schließlich entstehen soll, denn es ist wie ein Samentropfen und es ist nicht klar, ob sich daraus etwas entwickeln wird oder nicht. Aber es hat fast alles in sich, außer Materie. Deshalb muss es sozusagen mit allem Notwendigen gefüllt sein.

Aber alle Informationen, absolut alle Seine Eigenschaften, alles, was „Er selbst“ genannt wird, befindet sich in diesem Gefäß.

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Aus KabTV’s „Die Kraft des Buches Zohar“ #10

Über jüdische Einheit und Antisemitismus Artikel Nr. 5 – Aufbruch aus dem Exil und Neuanfang

Im vorigen Artikel haben wir den Aufstieg und Fall des Ersten Tempels aufgrund von Blutvergießen und Sünden unter den Königen Israels besprochen. Als Israel im Exil war, wurden sie nach Babylon, woher Abraham zuvor gekommen war, geschickt. Dort, in Babylon, zerstreuten und assimilierten sie sich, bis sich erneut ein großer Judenhasser erhob und versuchte, sie zu vernichten: der Erz-Antisemit, bekannt als böser Haman.

Haman sagte zu König Achashverosh, dass die Juden voneinander getrennt seien: „Es befindet sich ein gewisses Volk, verstreut und zerstreut unter den Völkern, in allen Provinzen deines Reiches“ (Esther 3,8). Ihre physische Zerstreuung war jedoch nicht das, was Hamans Hass hervorrief; es war ihre Zwietracht. Der Tora-Kommentar aus dem 17. Jahrhundert, Kli Yakar, sagt es sehr deutlich: „‚ein gewisses Volk verstreut und zerstreut‘ bedeutet, dass sie voneinander entfernt und getrennt waren.“ Ebenso nimmt die prominente Interpretation des jüdischen Gesetzes, Yalkut Yosef, „getrennt“, um zu verdeutlichen, dass „es eine Trennung der Herzen unter ihnen gab.“ So, wie es damals im Falle des Pharao und auch von Nebukadnezar geschah, führt die Trennung des Volkes Israel zum Auftauchen von Feinden, die es vernichten wollen. Haman war nur ein weiteres Glied in dieser Kette, wenn auch ein ziemlich bösartiges. [Rest des Beitrags lesen →]

Schöpfer=Natur=Gesetz des Gebens und der Liebe

Fragen, die ich über Nächstenliebe, Gott als eine Illusion und Engel erhielt:

Frage: Können wir sagen „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißt: Liebe ihn, als ob er du wäre, denn er ist du? Letztendlich vereinigen sich alle Seelen in dir? Und das ist der Schöpfer. Oder ist meine Interpretation falsch?

Meine Antwort: Bis zum Ende der Korrektur, wenn alle Seelen korrigiert werden und zu einer Einheit verschmelzen, werden die Unterschiede zwischen den Seelen nicht verschwinden. Die Verbindung wird trotz der Unterschiede stattfinden können.

Frage: Warum brauchen Sie Gott? Warum jagen Sie einer Illusion nach?

Meine Antwort: Es gibt keinen Gott! Es gibt den Schöpfer = die Natur = das Gesetz des Gebens und der Liebe, die wir in unserem korrigierten Zustand erreichen werden.

Frage: Ich habe eine Frage zur kabbalistischen Deutung der Prophezeiung von Hesekiel. Viele Wissenschaftler sehen in der bildlichen Prophezeiung einen Beweis für die Existenz von Aliens. Wie interpretieren Kabbalisten, die in der Prophezeiung beschriebenen Engel?

Meine Antwort: Engel sind Kräfte des Gebens, die zwischen den Seelen wirken.

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