Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gefühl'

Das scharfe Messer eines Heilers

Frage: Wenn wir große Probleme und sehr schwere Zustände durchleben, müssen wir auch dafür dankbar sein?

Meine Antwort: Wenn du mit dem Schirm und dem reflektierten Licht über der Erfüllung stehen willst, ist es für dich unwichtig, welche Empfindung du innerhalb deines Verlangens wahrnimmst, sei sie gut oder schlecht. Du verstehst, dass alle Zustände, die du durchläufst, wie schlecht sie auch sein mögen, notwendig sind, um dein Verlangen zu entwickeln.

Manchmal fällt es dem Menschen schwer, dies umzusetzen, wenn ihm ein Unglück widerfährt oder er schwer krank ist. Wenn er jedoch die richtige Korrektur erreicht hat, wird er keinen Zustand als schädlich oder schlecht wahrnehmen, wenn er sich in diesem Zustand mit dem Schöpfer verschmilzt.

In seiner Empfindung kann er sich schrecklich fühlen, sich aber nicht mit dieser Empfindung identifizieren, sondern nur mit dem Ziel. Das heißt, er versteht, warum der Schöpfer, der ihm zuvor immer gute Empfindungen und sogar mehr geschenkt hat (anstatt des üblichen einen Schekels fünf Schekel!), ihm plötzlich eine Null und sogar weniger als Null schickt…

Wahrscheinlich geschieht es, damit er trotz allem die Korrektur in diesen Verlangen erreichen kann – und zwar das Gefühl der Dankbarkeit. Es ist nicht einfach, doch so funktioniert es. Auf diese Weise enthüllen sich Verlangen.

Es fällt uns schwer, das zu begreifen und zu rechtfertigen, denn wir sind von unserer egoistischen, körperlichen Empfindung abhängig – und dennoch ist es so. Es steht geschrieben: „Selbst wenn du ein scharfes Messer an deinem Hals spürst, verzweifle nicht an Seiner Barmherzigkeit“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 15.07.2011

Der Atheismus, die Religion und die Kabbala

Frage: Welchen Stand nimmt die Kabbala gegenüber ungläubigen und religiösen Menschen ein? Ich sehe, Sie versuchen irgendwie die ganze Zeit zwischen den beiden zu lavieren.

Meine Antwort: Sie haben recht.

Die Religion hält den Schöpfer dem Menschen ähnlich, das heißt, dass Er sich in Abhängigkeit der Handlungen des Menschen ändert. Darüber hinaus hat jede Religion nach eigenem Belieben eine eigene Vorstellung von dem Schöpfer und seinen Gesandten. Sie sind gezwungen, miteinander auszukommen oder einander zu bekriegen; denn ihre Meinung ist die Frage des Glaubens und damit ohne Beweise. Wer der Stärkere ist, der hat recht. Oder wir werden so handeln, als würden die anderen nicht existieren, dabei bleibt jeder in seiner Glaubensgemeinde.

Aber sie alle verbindet eins: Gottes Verhalten dem Menschen gegenüber ist davon abhängig, wie der Mensch sich zu Gott oder anderen Menschen verhält, das heißt, Gott verändert sich, mal ist er zornig, mal ist er gnädig. So sieht es der Mensch aus seinem Leben, seinem Schicksal heraus. Das bedeutet, man kann Gott mit Geschenken überhäufen, für das Paradies bezahlen, ihn gut einstimmen – und dann wird er gut zu euch sein. Die Sünden lassen sich durch den Gesang der Gebete bedecken; es besteht die Möglichkeit, sich vor Bestrafung und Richten freizukaufen. Ich gebe Almosen und wende den Schicksalsschlag von mir ab. Alles ist darauf aufgebaut, dass das äußere Verhalten des Menschen das Verhalten Gottes zu ihm ändert.

Atheisten verhalten sich zu Gott wie zur Natur: denn sie ist konstant, mechanisch und hat keinen eigenen Verstand und keine Planung. Sie hängt nicht von unserem Verhalten ihr gegenüber ab, sondern nur von unseren „mechanischen“ Einwirkungen auf sie.

Die Kabbala sieht die Natur und den Schöpfer als ein und dasselbe. Aber Er hat den Verstand, die Planung, das Ziel. Er hat Gefühle. Deswegen hat Er den Menschen im Laufe der Entwicklung (Evolution) in dieser Weise erschaffen, mit Gefühlen und mit Verstand, in zwei gegensätzlichen Systemen, als Egoist, d.h. mit dem Wunsch, in jedem Moment seiner Existenz Genuss zu bekommen. Er hat ihn auf so eine Weise geschaffen, damit der Mensch sich mit Hilfe der Methodik der Kabbala und der Naturkräfte (das umgebende Licht), ändert und dem Schöpfer dadurch ähnlich wird.

Damit erreicht der Mensch seine Unabhängigkeit (in anderen Zuständen wird er vollständig von der Natur und seinem Egoismus angetrieben, ist unfrei), Vollkommenheit, Ewigkeit und die Verschmelzung mit dem Schöpfer (den Status des Schöpfers). In der Kabbala ist der Schöpfer unveränderlich, absolut, absolut gut, und deshalb kann er sich nicht ändern; es verändert sich nur derjenige, der zuvor schlechter/besser aber nicht absolut war. Deshalb handelt es sich bei der Ansprache zum Schöpfer um eine Ansprache zu sich selbst, zur Selbsterkenntnis der Notwendigkeit, sich zu korrigieren, wie der Schöpfer zu werden – ein Vorbild der Güte.

Also, die Atheisten ändern die Welt, die Religiösen bestürmen den Schöpfer mit Bitten, und die Kabbalisten korrigieren sich selbst – dabei korrigieren sie die Welt.

Stimmt die Welt auf die Einheit ein!

Morgenunterricht aus Moskau

Frage: Während der Vorbereitung auf den Moskauer Kongress haben sich einige von uns auf den Gedanken eingestimmt, dass der Kongress bereits begonnen hat. Und es kam wirklich das Gefühl auf, als würde man sich tatsächlich auf dem Kongress befinden. Sollten wir uns vielleicht ständig auf einen Zustand des Kongresses einstimmen?

Meine Antwort: Wenn wir uns selbst nicht auf der nächsten, höheren Stufe sehen werden, werden wir niemals zu ihr aufsteigen können.

Wir sollten uns ein Beispiel an kleinen Kindern nehmen. Es ist ein Beispiel für uns, wie wir von der physischen Ebene aus die spirituelle Ebene studieren können. Wenn wir nicht danach streben, groß zu werden, werden wir niemals groß.

Deshalb ist es natürlich hilfreich, sich die Vereinigung als einen niemals endenden, ständig fortlaufenden Kongress vorzustellen.

Das Gleiche gilt in Bezug auf die Gruppe. Die Gruppe befindet sich in meiner Vorstellung immer in einem korrigierten Zustand. Der einzige Sünder, der unkorrigierte Egoist, bin ich. Deshalb muss ich ihnen entgegenstreben, ich muss mir vorstellen, dass ich bereits in sie eingebettet bin, und klären, was mir für diese Einbettung fehlt.

Unsere gesamte Welt ist eine Vorstellung. Sie ist so, wie wir sie uns vorstellen. Es gibt hier nichts Reales. Das alles sind lediglich unsere Vorstellungen.

Ordnet alles an! Verseht alles – die Gruppe, den Menschen, eine Eigenschaft – mit einem bestimmten Wert, mit einer bestimmten Stufe. Und ihr werdet sehen, dass ihr dabei die Welt wie ein Musikinstrument auf euch einstimmt.

Alles hängt davon ab, wie ihr sie einstimmt, was für euch einen höheren und was einen geringeren Stellenwert haben wird. Und in Übereinstimmung damit werdet ihr voranschreiten – entweder zum Bösen oder zum Guten, entweder zum Stehlen, zu Drogen oder zum Geben und zur Liebe. Es hängt von euch ab, wie ihr die Welt für euch erschaffen werdet. Die Welt hat an und für sich keine Form. Alles hängt nur davon ab, wie ihr euch einstimmt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 16.06.2011

Ein Kongress kann alles geben!

Frage: Je näher ich meinen Freunden kommen möchte, desto mehr entferne ich mich von ihnen. Ich kann ihnen nichts Positives entgegenbringen. Ich empfinde eine große Disharmonie. Der Kongress wird zu einem großen Hindernis für mich. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Sehr gut! Genau solche Leute brauchen wir! Weil gerade in dem Maße unserer Abstoßung und der Versuche, eine Verbindung zu den anderen aufzubauen, unsere Anstrengung zum Ausdruck kommt. Dank dieser Stärke der Anstrengung bekommt ihr auch die Stärke der Eigenschaft des Gebens, die euch vielleicht sofort helfen wird, zur ersten Stufe aufzusteigen.

Frage: Ich habe das Gefühl, dass alle um uns herum bereit sind, zu hören, wir es aber nicht schaffen, das Licht an alle anderen weiter zu geben. Kann der Kongress uns eine Möglichkeit geben, diesen Punkt zu überwinden?

Meine Antwort: Ein Kongress kann alles geben. Die einen werden zum ersten Mal mit der Eigenschaft der Vereinigung und des Gebens in Berührung kommen. Die anderen werden sich aktiv an der Erschaffung der gemeinsamen Eigenschaft des Gebens beteiligen. Die dritten, die diese Eigenschaft des Gebens bereits besitzen, sich in ihr befinden und die Höhere Welt wahrnehmen, werden den anderen dabei helfen können. An einem Kongress nehmen die unterschiedlichsten Menschen teil – von denjenigen, die sich danach sehnen und noch nicht begreifen, wonach sie sich sehnen, bis hin zu denjenigen, die sich bereits in der Erkenntnis befinden und wissen, was sie erkennen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 29.05.2011

Geben bringt Freude

Frage: Warum steht geschrieben, dass eine Handlung des Gebens immer ein Gefühl der Freude hervorruft?

Meine Antwort: Wenn der Mensch an den Höheren angeheftet ist, dann muss diese Verschmelzung ihm Freude bringen, denn er ist in die Vollkommenheit des Höheren eingebettet. Das ist nicht einfach nur gute Laune, sondern ein Gefühl der Erfüllung mit der Vollkommenheit und der Ewigkeit, ein Gefühl der Angehörigkeit und Abhängigkeit, der Berührung mit etwas Vollkommenem und Ewigem.

Ein solches Gefühl erlebt ein Mensch, der eine Verbindung zu der höheren Stufe hat, die den Lehrer, die Gruppe, den Schöpfer mit einschließt. Je mehr er sie schätzt, desto größere Vollkommenheit nimmt er wahr. Doch dann kommt die Frage auf: Und wie benutzt er diese Empfindung? Vielleicht sucht er lediglich nach einem guten Gefühl, um sich selbst zu beruhigen? Oder benutzt er sie, um aufzusteigen und seinerseits geben zu können?

Das heißt, es ist wichtig, ob er seine Verbindung mit „dem Lehrer, der Gruppe und den Büchern“ nutzt, um ein spirituelles Gefäß zu erlangen, das als „Glaube“ bezeichnet wird, oder um sich selbst zu erfüllen? Wenn er nach einer egoistischen Erfüllung sucht, dann ist es ein unreines Verlangen, „Klipa„, die sich an der Heiligkeit festsaugen und das Licht daraus ziehen will.

Obwohl auch diese unreinen Zustände durchlaufen und auf dem Weg durchlebt werden müssen, und man sollte versuchen, sie zu überwinden.

Und letztendlich muss ich begreifen, dass es nichts außer einer einzigen Macht gibt – der Macht des Schöpfers. Das bedeutet, dass der Schöpfer, der gut ist und Gutes schafft, meine ganze Welt, meine ganzen Verlangen – das ganze Herz und den Verstand – ausfüllt. Ich muss ständig spüren, dass ich vom Schöpfer beherrscht werde und Er mich ausfüllt. Und ich darf der Klipa (meinen unreinen Verlangen) nicht erlauben, mich selbst von innen zu zerfressen.

Es gibt Menschen, die eine solche Selbstzerfleischung genießen. Oder sie haben sich schon so sehr daran gewöhnt, dass sie nicht mehr aus diesem Zustand heraus können. Er ist aber sehr schlecht und bringt niemanden voran.

Der Mensch glaubt, dass Leiden ihm beim Vorankommen helfen und irgendwann ein Ende haben werden. Doch sie werden niemals ein Ende haben. Wir kommen gerade dadurch voran, dass wir der Freude, dem Guten, dem Glück durch Ausübung guter Taten – der höheren Stufe, dem Glauben – entgegen streben. Das wird als Glaube an den Höheren bezeichnet, wenn der Mensch sich der Vollkommenheit angehörig fühlt, sich also dem Höheren anschließt.

Doch stell dir selbst die Frage: versuchst du dich an den Höheren anzuheften, um dadurch Genuss zu empfangen, oder suchst du nach Begeisterung und Freude, die dir helfen werden, die Eigenschaft zu geben zu erlangen?

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 29.05.2011

Der Lohn für meine Arbeit

Wenn ich den Funken des Gebens – die Kraft, die in der Lage ist, meinem Egoismus entgegenzuwirken – in mir entwickeln möchte, versuche ich, mich mit Freunden zu verbinden, gemäß der Methode, die der Lehrer vermittelt, mit Hilfe des Lichts, das während unseres gemeinsamen Studiums angezogen wird.

Und dann beginne ich zu spüren, wie mein Verlangen, das Ziel zu erreichen, wächst, denn ich investiere so viel Kraft darein und versuche zu klären, was das wahre Geben im Vergleich zum Empfangen, die Einheit im Vergleich zur Trennung, die Gruppe im Vergleich zu einem einzelnen Menschen bedeutet.

Und wenn ich durch die Gruppe genau nach der Einheit, nach dem Geben, nach dem Schöpfer strebe, erziele ich dadurch, dass ich viel studiert und viel Kraft investiert habe, genau das ungekehrte Ergebnis – das Gefühl der Entfremdung.

Zuvor habe ich das nicht empfunden, ich habe lediglich den Punkt des Gebens wahrgenommen und gehofft, alles erreichen und dieses neue Verlangen befriedigen zu können. Doch nun, anstatt dieses punktuellen neuen Verlangens, empfange ich in diesem Punkt die Empfindung, wie entgegengesetzt und fern ich der Vereinigung, der Verbindung, der Gruppe, dem Lehrer, der kabbalistischen Methode und dem Geben bin. Mich stoßen alle diese Begriffe ab.

Und dann glaube ich, dass ich vollkommen verkehrte Ergebnisse erzielt habe, in Bezug auf das, wonach ich gestrebt habe. Und ich denke: Vielleicht bedeutet das, dass die Methode falsch ist? Ich fange an, an den Büchern, an der Gruppe und am Lehrer zu zweifeln, und begreife nicht, dass dies die richtige Form der Entwicklung ist und ich genau jetzt beginne, meinen wahren Zustand in Bezug auf den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu enthüllen, indem ich erkenne, wie weit ich davon entfernt bin.

Wenn es mir gelingt, diese Empfindung irgendwie zu überwinden und mich dazu zu zwingen, meine Versuche, mich zu verbinden, zu studieren, das höhere Licht anzuziehen, zu einem einheitlichen Teil der Gruppe zu werden, wie es der Lehrer empfiehlt und die Gruppe gemäß ihren Statuten bestimmt hat, fortzusetzen, werde ich mich über dieses Gefühl der Abstoßung und der Entfremdung erheben und spüren können, dass ich tatsächlich ein wenig neue Erkenntnis, neue Kraft, Verbindung gewinnen konnte und vorangekommen bin!

Ich bekomme also ein gutes Gefühl und mache mich mit neuer Kraft an das Studium, an die Arbeit – bis ich von meinem starken Bestreben nach Geben und Verbindung wieder zum Gefühl der Entfremdung und der Kraftlosigkeit, zum Verlust des Interesses komme. Ich denke: „Und das ist der ganze Lohn für meine Arbeit?!“ Ich glaube nicht daran, dass das die Belohnung sein soll!

Wenn die Gruppe den Menschen nicht unterstützt, ist es sehr schwer an die Richtigkeit dieses Weges zu glauben, denn mein ganzes Wesen sagt das Gegenteil: das kann nicht sein! Doch auch dieses Hindernis ist letztendlich überwindbar, denn „was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“, und letztendlich fange ich an, diesen Berg, auf dem der Königspalast steht, hochzuklettern (Baal HaSulam führt dieses Beispiel in der Einführung zu TES, im Punkt 33 an).

Das ist die richtige Entwicklung, doch wenn sie in unserem egoistischen Verlangen, in unserem Herzen und unserem Verstand, wahrgenommen wird, können wir sie nur schwer objektiv von außen betrachten und über uns selbst als ein unbefangener Richter, der unabhängig von den eigenen Empfindungen ist, urteilen. Hier treffen jedoch immer zwei Gegensätze aufeinander: wir streben nach Geben, nach Verbindung, nach Einheit, nach Spiritualität – und werden zurückgestoßen. Und wir streben trotzdem danach – und werden wieder zurückgestoßen. Auf diese Weise verläuft das Vorankommen.

Und hier hängt natürlich alles davon ab, wie schnell der Mensch diese Abstoßung überwindet und zur Vereinigung zurückkehrt. Einen sehr starken Einfluss darauf hat die Umgebung, die „Stützen auf dem Weg“, die wir für uns selbst durch das Studium und die Arbeit erschaffen, indem wir den Ablauf streng einhalten und uns möglichst eng an das Leben der Gruppe und die Verbreitung binden. Je mehr Kraft der Mensch darein investiert, desto mehr beschleunigt er seine Entwicklung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.05.2011

Erwecke dich selbst!

Frage: Ich habe das Gefühl, als würden alle meine Freunde in eine Art „Schlaf“ verfallen. Was kann ich ihnen sagen, damit sie erwachen?

Meine Antwort: Wenn sie spüren, dass du sie brauchst, werden sie aufwachen. Alles hängt vom Menschen selbst ab. Er muss glauben, dass die Gruppe bereit ist und das Problem sich nur in ihm selbst verbirgt. Sobald er sein Herz geöffnet hat, erkennt er, dass er sich mit allen Herzen, die brennend und wach sind, verbindet. Er muss ihnen nichts sagen, nur sich selbst.

Aus dem Mahl am Abend des 21.04.2011

Was ist meine Berufung?

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, 2. Lektion

Frage: Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie Ihr Leben dieser Wissenschaft gewidmet haben.

Meine Antwort: Das war nicht meine Entscheidung. Ich bin genauso wie Sie zur Kabbala gekommen, weil ich unzufrieden mit meinem Leben war und nach dem Wichtigsten im Leben eines Menschen gesucht habe.

Zuerst habe ich gehofft, Antworten auf meine Fragen in der Wissenschaft zu finden, und erst nach vielen Enttäuschungen und langer Suche bin ich zur Kabbala gekommen. Für all das muss ich allein dem Schöpfer danken.

Ich bin jedoch so von Ihm erschaffen worden, dass ich kein Gefühl haben werden, mich selbst verwirklicht zu haben, bis die Menschen über mich zu Seiner Enthüllung kommen.

Auszug aus der 2. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 01.04.2011

Warum die Seelen wie Zahnräder verbunden sind

Mit der Zweiten Einschränkung (Zimzum Bet) beginnend und weiter werden sprituelle Objekte (Parzufim) nicht wie in der Welt Adam Kadmon geboren, eines unter dem anderen. Da jedes von ihnen jetzt ein Tieferes einbindet, das nicht genutzt werden kann, die AHP (Awzen, Hotem, Peh); dieser Teil steigt zur tieferen spirituellen Stufe herab.

Mit anderen Worten, das Parzuf arbeitet mit seinem Galgalta ve Eynaim (GE) (dem oberen Teil), während sich sein AHP im GE des unteren Parzuf eingliedert. Somit gliedern sich die AHP des letzteren in den GE eines gar niedrigeren Parzuf ein und so weiter.

Es folgt, dass der obere Teil eines jeden Parzuf in den unteren Teil des höheren Parzuf gekleidet ist, während sein unteres Teil in den oberen Teil des tieferen Parzuf herabsteigt. Wo ist der Parzuf selbst unabhängig von dem höheren oder unteren Teil? Er besitzt nichts Eigenes!

Auf diese Weise werden die Seelen wie Zahnräder verbunden, es ist genau dasselbe Prinzip. Du bist nicht frei von einer Verbindung mit irgendjemand. Du bist anfänglich in einer solchen Anlage erschaffen, einem solch inneren Aufbau von Malchut der ganzheitlichen Seele, in dem kein Teil existiert, das nicht mit all den anderen verbunden ist.

Jedes Verlangen auf allen Ebenen von Awiut (Grobheit) ist mit dem Rest verbunden, jeder ist mit jedem anderen verbunden, und niemand besitzt irgendein freies Teil, nicht einmal ein Grad von Freiheit. Das Höhere sagt mir immer, was zu tun ist, während das Untere festlegt, wie ich das höhere bedienen soll. Folglich ist jeder von uns wie mit einer Leine an beiden Seiten angebunden, und es ist unmöglich, eine einzige, unabhängige Bewegung zu machen.

Wie können wir uns dann losreißen und die Freiheit der Wahl bekommen?! Wenn du beginnst, anstelle all dieser Handschellen die Ketten der Liebe zu erfahren, die Seile der wechselseitigen Mitverantwortlichkeit, wirst du von diesem „Engegefühl“ geheilt werden, dem Gefühl, du seist straff gefesselt und lebendig in einem System begraben, in dem du keine unabhängigen Gedanken oder Verlangen besitzt, kein individuelles „Selbst“.
Die Freiheit kann nur mit Liebe erkauft werden.

Um der Liebe willen will ich selbst danach verlangen, ihnen allen zu dienen und diese Verbindung willkommen zu heissen. Diese Fessel wird für mich wünschenswert sein! Und so werde ich Freiheit erlangen, die reine Luft, und das ganze System wird mir gehören: Ich werde der Schöpfer in Beziehung zu diesem System sein.
Diese übernatürliche Eigenschaft durchdringt uns nach dem Zimzum Bet, wenn Malchut den Funken von Bina empfängt, dank dem es eine Gelegenheit bekommt, sich mit den anderen durch Schenken zu verbinden.

Unterricht aus dem 3.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 08/03/2011, Talmud Eser Sefirot

Wachse durch die Fürsorge für die Welt

Frage: Wenn wir gemeinsam den Sohar lesen, entsteht in mir das Gefühl unserer Verbindung – der Einheit, die wir auf dem Kongress in New Jersey erreichen werden. Ich spüre ständig, dass es dort geschehen wird – in einer sehr starken, gemeinsamen Empfindung. Ist es nur meine persönliche Empfindung oder das Resultat unserer gemeinsamen Vorbereitung, aller unserer Gedanken?

Meine Antwort: Ich hoffe, dass es wirklich geschehen wird. Wir sind an einem Zustand angelangt, in dem wir die Zeit nicht mehr verstreichen lassen dürfen. Die Natur/der Schöpfer führt uns die riesige Verzögerung unseres Zustandes gegenüber jenem Zustand, den wir bereits erreichen müssten, vor Augen. Und mit jedem Tag wird dieser Rückstand des „Tatsächlichen“ gegenüber dem „Erwünschten“ größer.

Aus diesem Grund müssen wir eine bestimmte Stufe der Einheit auf dem Kongress in Amerika erreichen, und von dort werden wir mit Hilfe dieser Einheit auf die gesamte Welt einwirken können. Weil die ganze Menschheit miteinander verbunden ist.

Es gibt keine andere Wahl! Wir sehen, dass die Welt immer unberechenbarer und chaotischer wird, und keiner weiß, was zu tun ist. Die Menschen beginnen, den Zustand immer richtiger „abzulesen“ – zu begreifen, dass wir wirklich miteinander verbunden sind – und verwirrt.

Man könnte es damit vergleichen, wie eine Schnur oder ein Kabel sich verknoten und wie schwierig sie dann zu entwirren sind. Auch uns selbst ist es nicht ganz klar, wie wir die Korrekturmethode der Welt enthüllen sollen. Doch sobald wir anfangen, uns mit dieser Methode an die Welt zu wenden, werden wir deren richtige Form finden. Es ist nicht möglich, die Darbietung des Materials zu verbessern, bevor wir nicht damit begonnen haben, uns unmittelbar damit zu beschäftigen. Bei jeglichem Beginnen ist es so: ein Kind wird geboren – und macht Eltern aus euch. Indem du beginnst, für das Kind zu sorgen, wirst du selbst erwachsen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 18.03.2011