Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gedanken'

Das zeichnet Empathie aus

In dieser Minute sind etwa 10.000 Menschen damit beschäftigt, die Welt vor einer weiteren Naturkatastrophe zu retten. Gleichzeitig berichtet Amnesty International, dass in den 28 Jahren zwischen 1989 und 2017 fast 2,5 Millionen Menschen in bewaffneten Konflikten ums Leben gekommen sind. 

Wenn wir uns auf persönliches Leid konzentrieren, wie z.B. ein Kind, das aus den Trümmern eines durch eine Bombe oder ein Erdbeben zerstörten Gebäudes gerettet wird, erschaudern unsere Herzen vor Mitgefühl. Tatsächlich muss es nicht unbedingt ein Mensch sein, der leidet. Es gibt viele herzzerreißende Videos in sozialen Medien, die Tiere zeigen, die verzweifelt versuchen, eine Straße zu überqueren oder sich gemeinsam gegen Raubtiere zu verteidigen, auch da haben wir tiefes Mitgefühl mit ihnen. Aber wenn Millionen durch Krieg, Hunger oder Krankheit sterben, wenn Zehnmillionen durch Sklaverei, Tyrannei und zahllose andere Formen der Ausbeutung missbraucht werden, sind wir meist gefühllos und apathisch.

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Die Kraft der Gedanken – Viel weitreichender als wir dachten

Wussten Sie, dass Ihre Gedanken die Welt um Sie herum aufbauen oder ruinieren? Das tun sie; sie sind das „Gehirn“ unseres Verlangens, das die Welt entwirft, in der wir leben.

Wir wissen seit Jahrzehnten, dass die Menschheit den Planeten zerstört, dass unsere Lebensweise nicht nachhaltig ist und dass wir auf Kosten unserer Kinder auf geborgte Zeit leben. Wir haben es gewusst, wir haben versucht, uns zu bremsen, aber wir konnten es nicht. Erst Covid-19 stoppte unser rücksichtsloses Verhalten. Wenn es verschwindet, werden wir alles zerstören, was von unserem Planeten übrig geblieben ist, und nichts mehr für den Wohlstand übrig lassen. Wir können nichts dagegen tun, denn unsere Handlungen sind Ableger unserer Gedanken, und solange unsere Gedanken negativ sind, werden unsere Handlungen ebenso negativ sein.

Die Kabbalisten beschäftigen sich nicht so sehr mit der Einschränkung der CO2-Emissionen, dem Recycling von Abfällen oder der Rettung bedrohter Arten, nicht weil ihnen unsere Welt gleichgültig ist. Im Gegenteil, sie kümmern sich mit Hingabe um alles Leben und die ganze Natur! Deshalb konzentrieren sie sich auf das Kernproblem, die Fehlfunktion, die all das Negative in unserer Welt erzeugt: unsere Gedanken. Wenn wir unser Denken ändern, werden wir die Welt um uns herum verändern. Wenn wir unsere Gedanken von negativ zu positiv kehren, wird kein einziges Problem ungelöst bleiben.

Wir könnten argumentieren, dass wir unsere Gedanken nicht kontrollieren können, dass sie in unserem Gehirn auftauchen, ohne um „Erlaubnis“ zu fragen. Es stimmt, dass Gedanken nicht „um Erlaubnis bitten“, bevor sie auftauchen, aber wir können die „Fabrik“, die sie erzeugt, optimieren: das soziale Umfeld, in dem wir leben.

Wenn wir in ein Umfeld geboren werden, das uns sagt, dass wir nur so gut sind wie unsere letzte Eroberung, dann haben wir keine andere Wahl, als rücksichtslos konkurrenzfähig zu werden, bis wir zu Tode erschöpft sind. In diesem Prozess werden wir alles um uns herum zerstören: Menschen, Tiere, Pflanzen und die Erde. Gegenwärtig verhalten wir uns alle mehr oder weniger so, und deshalb ist die Welt so chaotisch.

Wir können unsere Welt verändern. Wenn wir anfangen, eine andere Kultur zu pflegen – die Vielfalt anzunehmen, Originalität zu fördern, Zusammenarbeit zu unterstützen und Solidarität zu belohnen – wird sich unsere Welt augenblicklich von schlecht zu gut verändern. Wir werden uns keine Sorgen darüber machen müssen, was wir tun oder nicht tun sollten; wir müssen uns nur darüber Gedanken machen, was wir denken oder nicht denken sollten.

Wir können unsere Gedanken nicht allein ändern. Aber zusammen können wir alles erreichen. Wir können sogar unser eigenes Wesen von der negativen Einstellung, mit der wir geboren wurden, in eine positive Einstellung umwandeln, die wir alle gemeinsam erschaffen werden.

Wir suchen nach einem Heilmittel für Covid-19, aber wir vergessen, dass es aus derselben Quelle stammt, die all unsere „Krankheiten“ verursacht, von Viren bis hin zu Wirbelstürmen. Wir müssen nicht daran arbeiten, unser Verhalten gegenüber der Umwelt zu korrigieren, sondern wir sollten an unseren Gedanken arbeiten, die uns dazu bringen, die Umwelt zu misshandeln. Wir brauchen uns auch nicht auf die Heilung des Virus konzentrieren, sondern auf die Heilung seiner Ursache – unsere egozentrierte Denkweise.

Es wäre großartig, wenn wir einen Impfstoff für Covid-19 finden könnten. Aber wenn wir seine Ursache nicht lösen, werden noch mehr und schlimmere Bedrohungen auf uns zukommen. Also könnten wir genauso gut sofort an einer systemischen Lösung arbeiten und unser Leben wirklich zu dem machen, was es sein kann, anstatt in dem Sumpf steckenzubleiben, in den unser Leben geraten ist.

Foto von Anastasia Shuraeva von Pexels

Das wahre Bild der Realität offenbaren

Amerika wartet auf gute Nachrichten. Die Menschen erwarten in den kommenden Tagen staatliches Arbeitslosengeld als Folge einer Ausführungsverordnung zur Linderung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19. Darüber hinaus versprechen neue experimentelle Behandlungsformen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, bald Früchte zu tragen, und es werden Milliarden in den laufenden Wettlauf um einen Impfstoff gegen das Coronavirus investiert. Trotz dieser Bemühungen besteht die einzige Lösung, die das verschwommene Bild der Zukunft aufhellen und schärfen kann, darin, unsere menschlichen Beziehungen zu reparieren. Und warum? Weil das Problem nur dort, wo es an der Wurzel liegt, endgültig angegangen werden kann.

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Die Welt mit den Augen anderer sehen

Frage: Gibt es aus Ihrer Sicht solch einen Begriff wie die objektive Meinung, oder ist sie immer subjektiv?

Antwort: Die Meinung ist immer subjektiv. Wenn wir uns selbst verändern, werden wir auf diese Weise unsere Meinung und die Welt, in der wir leben, verändern.

Frage: Kennen Sie Methoden, mit denen man menschliche Gedanken lesen kann? Halten Sie das für möglich?

Antwort: Das ist nur dann möglich, wenn ich wirklich so an mir arbeiten kann, dass ich ein anderer Mensch werde. Das heißt, wenn ich mit ihm in Kontakt komme, versetze ich mich in seine Lage, so als würde ich ihn auf mich selbst kopieren, auf diese Weise kann ich seine Gedanken und Wünsche identifizieren.

Das ist keine leichte Aufgabe. Um das zu tun, muss ich versuchen mich ihm gegenüber ständig zu annullieren und mich in ihn hineinzuversetzen. In diesem Fall lese ich nicht mehr ihn, sondern meine Gedanken.

Indem ich mich in einen anderen versetze, ihn als etwas Besseres als mich selbst akzeptiere, beginne ich, die Welt durch ihn zu fühlen.

Aus dem TV Programm „ Die Zeit nach dem Coronavirus“ 07.05.2020

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Wenn das Ego keinen Schaden verursacht…

Frage: Was bedeutet Egoismus?

Antwort: Egoismus ist Liebe zu sich selbst. Wenn ich mir über das Lebensnotwendige Gedanken mache, ist das keine egoistische Liebe. Im Gegensatz dazu ist es Egoismus, wenn ich mich über das was für meine Existenz notwendig ist, liebe.

Frage: Was ist dann mein Egoismus, wenn mir alle Gedanken vom Schöpfer geschickt werden?

Antwort: Natürlich schickt der Schöpfer egoistische Gedanken. Er verbirgt das auch nicht. Er sagt: „Ich habe den Egoismus erschaffen“ und fügt dann gleich hinzu: „Ich gab auch die Methode dazu, ihn zu korrigieren.“

Frage: Aus welcher Wurzel stammt das Bedürfnisses nach Komfort?

Antwort: Aus der des Egoismus. Der Egoismus will keine Schwierigkeiten. Es ist eine nutzlose Verschwendung von Kalorien, seelischer und körperlicher Kraft, das keinem lebenden Organismus gefällt. Jedes Lebewesen strebt nach Harmonie. Unbelebte Dinge streben übrigens auch danach.

Frage: Was wird aus Orten wie Las Vegas, die nur für weltliche Vergnügungen gebaut wurde?

Antwort: Im Grunde genommen ist das kein großes Problem. Solange ich anderen Menschen nicht schade, in ihnen keinen Hass hervorrufe, dann können all diese Spielzeuge recht harmlos sein.

So wie Kinder ständig irgendwelche Spiele spielen, so spielen auch Erwachsene Spiele. Die Erwachsenen sind daran interessiert, untereinander mit Geld zu spielen, um eine gewisse Aufregung zu erzeugen.

Aus dem Unterricht, 10.05.2020

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Wie beeinflusst man Regierungen?

Frage: Wann verstehen, Ihrer Meinung nach, Regierungen das, wovon Sie sprechen?

Antwort: Niemals. Sie können und wollen nichts verstehen. Wenn Sie es wären, würden Sie es selbst tun.

Ich bin  ein Optimist. Sie bekommen die Möglichkeit, wenn die Bevölkerung Druck ausübt und zwar alle zusammen.  Dann ändern sich die Wünsche und Gedanken, es gibt keinen anderen Weg.

Frage: Ist uns die Situation mit dem Coronavirus zur Befreiung oder zur Revolution gegeben?

Antwort: Keine Revolutionen! Solche Maßnahmen können keine Probleme lösen. Das Virus soll eine innere Revolution in uns auslösen, damit wir uns miteinander verbinden wollen.

Alle Viren, die wir jetzt und in der Zukunft bekommen werden, bereiten uns auf eine innere Verbindung in unseren Wünschen und Absichten vor. Wenn wir einander in Verständnis und Mitgefühl näher kommen, werden wir alle Menschen, sowie die Regierungen beeinflussen können.

Auch wenn wir das Gefühl haben, dass wir nichts anregen können, werden wir doch dazu in der Lage sein. Nur wenn wir uns verbinden, werden unsere Gedanken und Wünsche alles bewegen und so wird alles was existiert korrigiert. Die Regierungen werden nichts dagegen tun können. Sie werden unsere Gefühle, Gedanken, unsere Herzen und  unseren Verstand so wahrnehmen, dass wir es steuern können.

Aus dem Unterricht, 19.04.2020

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Durch unsichtbare Fäden verbunden

Alles im Universum ist wie durch unsichtbare Fäden verbunden. Betrachten wir zum Beispiel das Element Eisen. Unser Planet besteht zu einem grossen Teil aus diesem Element. Es hilft uns, Sauerstoff in unserem Blut zu transportieren und ermöglicht es uns dadurch zu leben. Bakterien wiederum, machten – indem sie vor etwa 2,5 Milliarden Jahren gelernt haben, durch Photosynthese Sauerstoff zu erzeugen – die Evolution der Menschheit möglich. Diese hat sich über Zehntausende von Jahren entwickelt und Kinder, die heute geboren werden, sind unbewusst mit dem Wissen aller vorangegangenen Generationen ausgestattet.

Ganzheitlich betrachtet gibt es weder Geburt noch Tod, sondern nur den Wechsel von Zuständen. Ein ständiger Entwicklungsprozess derselben Entität, die aus der gesamten Realität besteht. Diese Entität, die in der Wissenschaft der Kabbala als „eine Seele“ bezeichnet wird, enthält all unsere Eigenschaften, Empfindungen, Erfahrungen und Gedanken. Alles ist in Allem vereint. Nichts von dem, was wir als „ich“ betrachten, ist wirklich persönlich. Anstatt verkrampft auf unserer Einzigartigkeit zu beharren, sollten wir deshalb versuchen uns mit unserer ganzen “Seele” zu verbinden, um das System dieser Verbindung fühlen zu können. Sonst wird sich dieses immer häufiger auftretende Gefühl, dass wir getrennte und einsame Wesen sind verstärken. Schlimm am Gefühl des Alleinseins ist, dass es genau die entgegengesetzte Wahrnehmung unseres wahren Zustands der ganzheitlichen Verbundenheit darstellt. Denn in Wahrheit gibt es keine einzige Zelle, keinen Gedanken, kein Verlangen oder Motivation, die nicht von unserer Umgebung zu uns kommt und von uns zur Menschheit und zum gesamten Universum weitergegeben wird. Durch unseren Egoismus, der in uns das Gefühl von Anspruch, Trennung und Entfremdung anderen gegenüber bewirkt, werden wir daran gehindert, diese ganzheitliche Verbundenheit zu spüren. Anstelle des absoluten Bewusstseins unserer Zusammengehörigkeit, empfinden wir eine durch die Mauern unseres Egos verursachte Dunkelheit.

Doch das ist nicht der Sinn unseres Daseins. Wir sind dazu bestimmt, diese Mauern zu durchbrechen. Aus diesem Grund können wir nur in Gesellschaft leben. So müssen wir lernen, uns miteinander zu verbinden. Die Fähigkeit, andere zu lieben wird es uns ermöglichen das gesamte Wissen über die Welt in unseren Herzen und Gedanken zu erlangen. Denn wahre Weisheit entsteht nicht durch Anhäufung von Wissen, sondern durch den Aufbau und die Pflege der Verbindungen zu anderen. Die Lösung all unserer Probleme liegt in der Fürsorge und gegenseitigen Verantwortung für alle Menschen. Dies wird uns nicht nur soziale Sicherheit, sondern ein uns derzeit noch unvorstellbares Wissen und Bewusstsein geben.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Glaube über den Verstand, die Meinung des Freundes  akzeptieren

Frage: Kann man den „Glauben über den Verstand“, die Anerkennung der Meinung des Freundes nennen, obwohl sie das Gegenteil der eigenen Meinung ist? Wenn ja, wie kann das gelingen, ohne die eigene zu brechen?

Antwort: „ Glaube über den Verstand“ bedeutet entgegen der eigenen Meinung, wenn ich die Meinung meines Freundes akzeptiere und mich zu hundert Prozent von ihr leiten lasse. Ich versuche, seine Meinung, obwohl sie das Gegenteil von meiner ist, zu meiner zu machen. Das muss man ausprobieren und nach und nach wird man verstehen, was das ist.

„ Glaube über den Verstand“ ist ein System der spirituellen Einstellung, wenn man beginnt die spirituelle Welt über oder durch unsere Welt zu sehen. Das ist nicht leicht. Man muss viel Zeit und Mühe investieren, bis man beginnt, alles so wahrzunehmen.

Es ist ein völlig anderes System des Universums, als ob Sie einen völlig anderen Verstand, andere Gefühle und Gedanken hätten.

Aus dem Unterricht, 19.04.2020

[266309]

Die Kunst, sich zu annullieren

Frage: Wie kann ich prüfen, inwieweit ich mich annulliere?

Meine Antwort: Die Selbstannullierung kann innerlich und äußerlich sein. Und ich muss mich selbst überprüfen, ob ich meinen Egoismus nur äußerlich annullieren kann, d.h. ob ich bereit bin, dem anderen entgegen zukommen, zu helfen, das zu tun, was er sagt, obwohl ich es anders machen würde.

Das wird als äußere Selbstannullierung bezeichnet, wenn ich mein inneres Verlangen, meinen eigenen Verstand und die Sicht der Situation stoppe und zurückhalte und das tue, was der andere sagt – wie ein treuer Diener, der die Wünsche seines Herrn erfüllt. Obwohl er es selbst anders, vielleicht sogar hundertmal besser machen würde, annulliert er sein Verlangen vor dem Verlangen des Herrn. Diese Selbstannullierung betrifft jedoch nur die Handlung selbst – er führt einfach den Befehl aus, wie beim Militär.

Es gibt jedoch eine noch höhere Stufe, wenn du dich auch innerlich, im Verstand, annullierst und den fremden Verstand höher als deinen eigenen annimmst. Das heißt, du hältst seine Gedanken und Entscheidungen für besser und richtiger als deine eigenen. Und das – nachdem du sie überprüft und deine Berechnungen mit seinen verglichen und gesehen hast, dass er unrecht hat und viel schlimmer in seinen Berechnungen und Vorhaben ist, als du es bist. Doch du nimmst seine Entscheidungen an, weil sie für dich am wichtigsten sind. Du schätzt ihn mehr als dich selbst und wählst bewusst seine Entscheidungen.

Denn du verstehst, dass du deine Berechnungen in deinem Egoismus durchgeführt hast. Deshalb entscheidest du nach all dem, dass er wichtiger ist, und nimmst seine Entscheidungen durch den Glauben über dem Verstand an. Von nun an dienen seine Verlangen, Berechnungen und Handlungen als Beispiel für dich, und du schließt dich ihnen mit Herz und Seele an.

Du hast keine Beweise dafür, keine Unterstützung, doch du machst es so, weil, nachdem du dich auf diese Weise an die Gruppe, an den Freund, an den Lehrer angeheftet hast, du ein Verlangen erhältst, an dem du um des Gebens willen arbeiten kannst. Du wirst bereits sowohl über das Verlangen zu geben als auch über die Handlung und über den Gedanken verfügen.

Doch das alles bezieht sich nicht auf unsere Verbreitungsarbeit – sie muss ein für alle Mal vollkommen von der Arbeit in der Gruppe getrennt werden. Verbreitung ist mit der Arbeit in einem Betrieb zu vergleichen und hat nichts mit der inneren Arbeit zu tun.

Als ich an der Seite meines Lehrers Rabash war, habe ich ihm oft Ratschläge gegeben, die das normale Leben betrafen: wohin und wie wir fahren sollten. In einem solchen Fall unterhalten wir uns wie zwei normale Menschen, die eine einfache, alltägliche Handlung besprechen. Wenn aber die Rede von der Selbstannullierung ist, dann ist die Anordnung auf den spirituellen Stufen und die Einstellung dieser gegenüber gemeint.

[#48401]

 

Sinn des Lebens Teil 3

Ist es möglich, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beseitigen?

Bemerkung: Heute hat sich die Lebenserwartung der Menschen vervierfacht. Vor dreieinhalb tausend Jahren betrug im alten Ägypten die durchschnittliche Lebenserwartung 22 Jahre.

Antwort: Heute können wir das nicht verstehen. Mit 22 Jahren beginnt das Leben noch gar nicht.

Frage: Damals wurden ständig Kriege geführt, daher starben 15  bis 20% der Menschen auf unnatürliche Weise. Einerseits sieht das Leben heutzutage zweifellos besser aus, andererseits nimmt die Hälfte der Weltbevölkerung Antidepressiva. Löst die Natur all das im Menschen aus?

Antwort: Ja, es ist unsere Natur, die uns zum Ziel führt. Wir haben alles außer dem Wichtigsten: Wofür leben wir?

In der Antike hat der Mensch mit 20 Jahren vielleicht noch gar nicht über den Sinn des Lebens nachgedacht. Wenn man aber 80 Jahre lang lebt, gibt es ein Problem – man denkt die Hälfte seines Lebens darüber nach: „Ich werde bald sterben, wofür habe ich gelebt? Was ist der Sinn?“ Das ist schlimmer, als der Tod.

Bemerkung: Allein die Tatsache, dass alles ein Ende hat, wirft die Frage auf: Was ist, wenn alles ein Ende hat, der Sinn des Lebens?

Antwort: Um nicht darüber nachdenken zu müssen, braucht man Drogen, – das hat auch der Mensch erfunden.

Frage: Heute sind auf der ganzen Welt Drogen legalisiert. Glauben Sie, dass dies kein Zufall ist?

Antwort: Natürlich ist das kein Zufall! Der Mensch will nicht über sein Ende nachdenken. Diese Gedanken lassen ihn aber nicht los, er möchte seine Leere irgendwie füllen.

Frage: Auf der einen Seite gibt uns folglich der Schöpfer Leiden und andererseits lässt er den Gebrauch von Drogen zu, damit wir sie benutzen können?

Antwort: Wir sollen erkennen, dass auch dies keine Lösung ist. Es ist keine Lösung!

Frage: Wir können also mit Drogen die innere Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten?

Antwort: Keinesfalls.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ , 14.01.2019.

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