Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wir brauchen einen Neuanfang!

Feiertage und besondere Tage, über die in der Kabbala gesprochen wird, sind keine gewöhnlichen Kalendertage, sondern Erlangung durch den Menschen seines persönlichen besonderen Zustandes, in dem er eine prinzipielle innere Berechnung mit sich selbst durchführt. Und wenn der Mensch zu einer solchen Berechnung kommt, dann bedeutet es, dass er tatsächlich einen Neuanfang erreicht hat, der als Neujahr, Rosch ha Schana bezeichnet wird. Dementsprechend erreicht er auch das Feiertagsgebet.

Jeder Feiertag bedeutet eine seelische Berechnung und ein Gebet, denn es gibt nichts außer der Korrektur unserer Verlangen. Doch der Anfang eines neuen Jahres ist dadurch besonders, dass er nach vielen Klärungen kommt. Er kommt nicht, bevor der Mensch sich selbst, alle Verlangen, die sich ihm enthüllen, nicht vollständig geprüft hat – denn jede höhere Stufe schließt alle vorangegangenen als einen winzigen Teil von sich mit ein.

Wenn der Mensch jedoch eine Berechnung seiner gesamten Handlungen und Gedanken durchführt, erkennt er, dass er keinen Erfolg erzielt hat, dass er nicht vorankommt, denn er ist überhaupt nicht für die spirituelle Erhebung erschaffen. Schwere Gedanken hinsichtlich der Spiritualität sowie Zweifel und Neid in Bezug auf die anderen übermannen ihn – er will höher als sie sein und denkt: „Warum sie und nicht ich?“

Und nach vielen solchen Berechnungen, wenn er vollkommen verloren ist, spürt er endlich, dass er einen Neuanfang braucht. Es gibt keinen Ausweg, denn an diesen ganzen Berechnungen, Klärungen, Kritik, Neid und Hass ändert sich jahrelang nichts. Und das einzige, was ihm bleibt, ist das Gebet, der Hilfeschrei, weil nur die höhere Kraft hier helfen kann. Genau dieser innere Schrei wird als Gebet von Rosch ha Schana, von Neuanfang, bezeichnet.

Und bis dahin sieht sich der Mensch als vollkommen verloren, er sieht, dass die ganze Welt damit, was er macht, nicht einverstanden ist, und er selbst begreift nicht, was mit ihm los ist und was das für ein Weg ist. Seine ganze Kritik entspringt dem Egoismus.

Darum geht es in dem Gebet um die Erinnerungen – um die Notwendigkeit, seine gesamten Verlangen und Handlungen zu analysieren, und um das Blasen des Horns (des Schofar) – denn wir müssen unseren spirituellen Weg trotz allem erheben („Schufra“ bedeutet auf Aramäisch „Schönheit“). Und um hier voranzukommen, müssen wir uns an die authentischen Quellen wenden.

Es existiert in der Welt eine Vielzahl von Meinungen, eine Vielzahl von Menschen, die einen beeinflussen, ihm ihre Gedanken einflößen und ihn in verschiedene Richtungen zerren. Man muss jedoch einen strengen Richter über sich selbst stellen und sich fortwährend in dem Maße seines Verständnisses für das Geschriebene mit den Quellen vergleichen – unabhängig von seinem Ego, vom Verlangen, sich zu erheben und zu verdienen, höher als die anderen zu sein, sondern umgekehrt, indem man nur wünscht, die Kraft des Gebens zu erlangen und in jenem Volk, in dem der Schöpfer wohnt, aufzugehen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.09.2011


Zusammenfassung der Prinzipien und Ratschläge aus dem Morgenunterricht vom 25/9/11

Eine gute Niederschrift und Besiegelung“

*Unsere gesamte Arbeit liegt in der Niederschrift, schwarz auf weiß. Weiß : Olam Azilut. Schwarz: die niedrigste Stufe, in der gerade wir uns befinden, welche Olam Assya ist.
Derjenige der „schwarz auf weiß“ schreibt, prüft und misst sich selbst in Bezug zur Welt Azilut, indem er Adam in Azilut gleichen möchte und merkt, wie sehr er davon entfernt ist und sich weiter entwickelt.

*Unsere gesamte Arbeit liegt in der Enthüllung unseres gegensätzlichen Zustandes bezüglich der Korrektur, und diese Unterstützung dient der Enthüllung des richtigen Wunsches, in Azilut zu sein.
Wenn wir nach diesem Zustand streben und nicht unterwegs zerbrechen oder uns entspannen, bis wir dazu gelangen, unsere vollständige Stufe als entgegensetzt von Azilut zu enthüllen, so heißt das, dass wir die Niederschrift zu Ende geführt haben und wir unsere Form(Gestalt) für uns definiert haben.

*Nur in der gemeinsamen Verbindung miteinander können wir jeden Einzelnen zu einer guten Niederschrift führen, das bedeutet, dass all die Dinge, die wir oben erwähnen, wirklich umgesetzt werden. Indem wir einander ein neues Jahr und gute Besiegelung wünschen, so steckt in diesen Worten die höhere Kraft, da wir miteinander verbunden sind, sowohl in der gegenseitigen Vorbereitung als auch in richtigen Niederschrift.

*Der zukünftige Zustand, in welchem alle unsere Gedanken und Herzen eins sind und wir alle wie zu einem Mensch werden, indem wir in diese Richtung streben, schreiben wir die ganze Tora in unserem Herzen nieder.

*Der Höhere definiert sich aus einer verbundenen Gruppe, und ich befinde mich in ihr ohne mich von allen zu unterscheiden, in vollkommener Bürgschaft. Und finde darin die positive Kraft.

*Der Höhere kann sich niemals entwickeln, es sei denn zum Wohl des Niederen, welcher von ihm empfängt.
Parzufim, die sich verbinden und einander erfüllen, führen dazu, dass jeder Parzuf sich mit dem ganzen Licht der Weisheit (Or Chochma) füllt. Deshalb, wenn ich zusätzliches Wissen und Weisheit (Chochma) erlangen möchte, so kann ich das nur, wenn ich dieses meinem Nächsten gebe.

*Erkenntnis: Verbindung; sich in jemanden einkleiden zu können.

Vorbereitung auf den Unterricht

*Während des Lesens der Tora: damit ist gemeint, wenn das Licht kommt, welches zum Guten zurückführt, wenn du dies mit Lesen korrigieren willst, so bist du verpflichtet, dich in einem vollkommenen (ausgeglichenen) Zustand zu befinden, dem Zustand angeglichen, über welchen du gerade liest. Du willst dich in die Verbindung mit den Freunden einschließen, dass dir dort der Sohar die Formen und Arten der Verbindung, beschreibt. Das ist was die Kabbalisten enthüllen, und nichts anderes.

Die Nation

*Mittels Enthüllung großer bitterer Fehler, die wir erfahren, wenn wir mit alten Methoden nach einer Lösung suchen, werden wir verstehen dass es hier eine neue, vollkommen andere Perspektive in der Menschheit, Familie, zwischen Eltern, Kindern, Ländern und 7 Milliarden Menschen auf der Erde gibt, die verpflichtet sind, in einem System zu existieren, unabhängig von allen Gegensätzen und Unterschieden.

*Die 1. Stufe der Korrektur beginnt damit, indem wir unseren Hass zu einander zügeln.

*Wenn es keine Verbindung unter den Menschen gibt, wird alles zerfallen. Und das ist jetzt dabei, sich zu offenbaren.

*Im Gegensatz zu vergangen Krisen wird die jetzige Krise uns nicht lehren zu zerfallen und uns zu trennen, sondern uns lehren, uns zu verbinden

*In der heutigen Welt werden nur einander ergänzende und nicht konkurrierende Systeme Erfolg haben.

*Es gibt keine frei Wahl für ACHaP (Volk) und es gibt keine freie Wahl für GALGALTAEJNAIM (Israel), sondern nur, wenn diese zwei Teile anfangen, sich miteinander zu verbinden. In der Verbindung finden sie die freie Wahl, im „mittleren Drittel von Tiferet“.

*GALGALTA-EJNAIJIM (Israel) hat ein doppelt so großes Problem, da sie die Krise nicht verspüren, weil sie nicht so sehr mit der Welt verbunden sind, welche sich in der Krise zwischen den ACHaPim (Völkern) ausdrückt. So erscheint uns, dass wir uns in einer guten Situation befinden, obwohl dem überhaupt nicht so ist. Wir sind sowohl für die Verbindung der Welt als auch für unsere Verbindung in der Gruppe, verantwortlich.

Die flüchtige Gedanken quer durch „Shamati“ – Es gibt nichts außer Ihm

Man muss lediglich nur das Eine wissen: es gibt nur einen Grund, nur eine Kraft, die auf uns einwirkt und uns lenkt. Diese Kraft hat den Anfang, das Ende und es gibt den Prozess, nach dem sie uns vorantreibt. Niemand kann sie beeinflussen, niemand kann sie verwirren oder ändern. Diese Kraft ist absolut.

Das Einzige, was wir machen können, ist sich selbst zu verändern, um ihre Einwirkung in der besseren, angenehmen Art wahrzunehmen. Danach werden wir die gleiche Stufe erreichen können, und werden diese Kraft verstehen und empfinden, beginnen in der Harmonie und in der Gleichheit der Eigenschaften zu leben.

Ein solcher Zustand wird auch als die Verschmelzung bezeichnet. Im Endeffekt werden wir auf alles vorbereitet und entwickeln die richtige Empfindung, können gemeinsam mit dieser Kraft in der vollen Partnerschaft und im vollkommenen Einklang agieren.

Es gibt keine andere Kraft, außer dieser einer. Es gibt nichts anderes, was unsere Wurzel sein könnte.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Liebe und Hass

Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen der Umsetzung Ihrer Ratschläge und der blinden Anbetung?

Meine Antwort: Die Grenze ist die kritische Analyse. Ein Mensch, der richtig arbeitet, gibt dem Lehrer nicht recht, empfindet  Hass, Abneigung und völlige Verachtung ihm gegenüber – und gleichzeitig überwindet er das, erhebt sich über sich selbst, nimmt die Größe des Lehrers von ganzem Herzen an und annulliert sich vollkommen vor ihm.

Ein Anbeter hat nur eine Seite der Medaille, er unterwirft sich ohne jegliche Kritik. Von  jedem abfälligen Gedanken flieht er wie vor den Flammen. Bei uns ist es jedoch anders. Das bedeutet nicht, dass man den Protest und die Abstoßung künstlich in sich erzeugen soll.

Fang einfach an, auf den Nächsten zuzugehen, und du wirst sehen, wie sehr du ihn hasst. Der Hass muss sich entsprechend dem Bedürfnis nach Liebe enthüllen, anderenfalls ist er nicht schöpferisch. Wir entfachen ihn nicht, er kommt von allein.

Genau darin besteht die Überprüfung: Liebe und Hass agieren zusammen, parallel zueinander, und der Mensch arbeitet in der mittleren Linie, über ihnen beiden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 09.09.2011

Die armen, armen Banken

Meinung: (J. Ackermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank AG.): Die Aktienmärkte und die Märkte für Obligationen befinden sich in einer sehr schwierigen Situation und es gibt wenig Hoffnung auf Wirtschaftswachstum. Die Schuldenproblematik in der EU hat die Aktienkurse an den Börsen „eingefroren“, so dass die Banken als erstes fallen werden.

Kommentar: Natürlich empfinden gerade die Menschen, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, den Verlust der Kontrolle über die Marktsituation stärker als andere Menschen.

Das Problem kann nur durch eine Veränderung der Wahrnehmung des tatsächlichen Zustandes der Gesellschaft gelöst werden: Wir befinden uns in einer globalen Welt, so dass wir verpflichtet sind, die Strategie der gegenseitigen Beziehungen zu verbessern, indem wir den einseitigen egoistischen Vorteil gegen den vielfältigen beiderseitigen Vorteil tauschen. Wir sollten nicht den maximalen persönlichen Gewinn anstreben sondern den optimalen gesellschaftlichen Nutzen. Gerade die Ökonomen sollen sich Gedanken über die Krise und ihre eigene Wahrnehmung machen, um diese folglich korrigieren zu können!

Die Liebe des Diktators al-Gaddafi und des Westens zur Gehirnwäsche

Meinung (Lee Kwan-Yew, Politiker, Autor des Buches „Die neue asiatische Halbkugel“, Zeitung „The Financial Times“, London): Die Diktatoren verlieren ihre Macht. Die Demokratien stürzen ein und werden bankrott. Ist das ein Merkmal dafür, dass in der Geschichte der Menschheit grundlegende Veränderungen eingetreten sind?

Die Eurozone basiert auf einer großen Lüge, auf der Nichtübereinstimmung zwischen dem Währungsbündnis und der Haushalts-Unabhängigkeit. Diese Grenze haben zunächst Frankreich und Deutschland überschritten. Alle haben stillschweigend zugesehen und dies dann auch nachgemacht: Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Bis man für diesen Betrug zahlen musste. Die Finanzkrise 2008-2009 hat alles geändert: man musste die Banken auf Kosten der Steuerzahler retten.

Das amerikanische Volk ist auch böse auf die eigene Regierung. Das Staatsoberhaupt der USA ist unentschlossen, dem Volk die unangenehme Wahrheit mitzuteilen und hofft darauf, dass es sich um die gewöhnliche Rezession handelt, weshalb man auf den „neuen Aufschwung“ in der Wirtschaft wartet. Aber es ist keine gewöhnliche Rezession. Statt die Steuern einzusammeln und der Bevölkerung das öffentliche Wohl zu gewähren, verteilt die Regierung diese Mittel an die bedürftigen Finanzgruppen. Denn die Finanzeliten sind eng mit den politischen Eliten verbunden. Für die Interessen der Banken wird gesorgt, aber über die Interessen der einfachen Bürger macht sich die Elite keine Gedanken.

Mein Kommentar: Wir sind so geschaffen, dass uns die Empfindung der Vereinigung und der Zusammengehörigkeit tausendmal mehr erfüllen und befriedigen kann als jedes andere egoistische Vergnügen unserer Welt – und nur dieses Empfinden kann eine würdige Belohnung für jegliche Bemühungen des Menschen werden. Denn in der Empfindung der Harmonie des inneren Systems der Verbindung zwischen den Menschen erreicht der Mensch das Gefühl der Ewigkeit und der Vollkommenheit.

Dieses Gefühl der Vollkommenheit lässt keine Gedanken über die Vergrößerung der Belohnung zu, welche die Harmonie des Gleichgewichtes mit der Natur verletzen könnte. Aber einen solchen Zustand kann man nur in der richtigen Umgebung, mit den richtigen Massenmedien und mit der neuen Methodik der Erziehung erreichen.

Du wirst staunen, was das für eine Gruppe ist

Frage: Was soll ich tun, wenn ich fühle, dass ich nicht genug an die Gruppe gebe, als ob mir die Kräfte ausgegangen sind?

Meine Antwort: Die Kräfte gehen tatsächlich aus, und mit jedem Augenblick werden sie immer weniger. Und es ist noch gut, dass der Mensch spürt, dass die Kräfte ausgehen! Für gewöhnlich erkennen wir das noch nicht einmal, sondern beruhigen uns einfach und schlafen ein, wir verlieren das Verlangen. Und der Grund dafür ist, dass wir uns keine Gedanken um unser Erwachen machen. Wir müssen einander helfen – nur so können wir erwachen!

Derjenige, der nicht in die anderen investiert, damit sie sich um ihn kümmern, wird keine Kraft erhalten. Und es ist unwichtig, auf welchem Niveau sich diese Umgebung befindet und was sie tut – das Wichtigste ist, dass du selbst anfängst zu handeln und in sie zu investieren, dann wirst du das Ergebnis sehen. Du wirst noch nicht einmal glauben können, wie viel diese Gruppe und die Freunde dir geben können! Alles hängt vom Beitrag des Menschen und von seiner Empfindsamkeit ab.

Und wenn er in die Gruppe investiert, wird er plötzlich feststellen, dass sie ebenfalls erwacht sind  ist und in Bezug auf ihn handelt. Selbst wenn er das früher nicht bemerkt hat, erkennt er das jetzt, dank seinem Beitrag, und das wird bereits als gegenseitige Bürgschaft bezeichnet.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 04.09.2011

Kabbalisten über die Wahrnehmung der Realität, Teil 8

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

Wir können das Material des Schöpfung weder begreifen noch wahrnehmen

Und wisse, dass es vollkommen unmöglich ist, die vierte Kategorie, welche das Wesen des Menschen als solches darstellt, ohne die materielle Verwirklichung wahrzunehmen, da unsere fünf Sinnesorgane und unsere Vorstellungskraft nur eine Offenbarung der Wirkungen des Wesens zulassen, nicht aber des Wesens selbst.

Zum Beispiel:

Der Sehsinn nimmt nur Wellen vom Wesen des Gesehenen wahr, entsprechend dem Licht, welches es reflektiert.

Der Hörsinn nimmt nur die Stärke der Einwirkung akustischer Wellen eines gewissen Wesens wahr, die in der Luft übertragen werden. Unter der Einwirkung der Stärke einer akustischen Welle drückt die Luft auf das Trommelfell in den Ohren, und auf diese Weise hören wir, dass sich in unserer Nähe etwas befindet.

Der Riechsinn nimmt die Luft wahr, die vom Wesen ausgeht, die unsere Nervenenden reizt, die auf Gerüche reagieren, und dann spüren wir einen Geruch.

Der Geschmackssinn ist nur Produkt des Kontaktes zwischen einem gewissen Wesen und unseren Geschmacksrezeptoren.

Somit bieten uns alle unsere vier Sinnesorgane nichts weiter als die Offenbarung der Wirkungen, die von irgendeinem Wesen ausgehen, doch keineswegs das Wesen selbst.

Und sogar die stärkste Empfindung- der Tastsinn, der fähig ist, Kaltes von Heißem, Hartes von Weichem zu unterscheiden, stellt auch nichts anderes dar als die Offenbarung der Wirkungen innerhalb des Wesens, doch diese sind nur Äußerungen des Wesens. Man kann Heißes abkühlen und Kaltes erwärmen, Hartes kann man bis zum flüssigen Zustand schmelzen, und eine Flüssigkeit verdampfen, indem man sie in den gasförmigen Zustand bringt, und zwar so, dass es nicht mehr möglich sein wird, sie mithilfe unserer fünf Sinnesorgane aufzuspüren. Und nichtsdestotrotz bleibt das Wesen bewahrt. Denn wir können das Gas wieder in eine Flüssigkeit verwandeln, und eine Flüssigkeit in den festen Zustand überleiten.

Es ist also klar, dass unsere fünf Sinnesorgane uns das Wesen keineswegs offenbaren werden, sondern nur dessen Äußerungen und Einwirkungen. Und wir müssen wissen, dass alles, was wir in den Sinnen nicht wahrnehmen können, auch nicht in unserer Vorstellung sein kann. Und das, was in der Vorstellung nicht auftaucht, wird niemals in den Gedanken existieren, und wir haben keinerlei Möglichkeit, es zu erkennen.

Baal HaSulam. Die Einleitung zum Buch Sohar. Punkt 12

Flüchten Sie vor den Leiden

Frage: Wie kann man die richtige Absicht und den richtigen Gedanken vom Kongress beibehalten?

Meine Antwort: Im Laufe der Unterrichtsstunden werden wir die ganze notwendige Vorbereitung vernehmen. Ihr werdet mehrmals zu ihr zurückkehren. Ich empfehle es sehr. Das, was wir hier gemacht haben, bleibt – und ihr werdet noch fühlen, wie wichtig es für euch ist.

Und außerdem, ob ihr es wollt oder nicht, das Leben wird euch in der nächsten Zukunft wecken, so dass ihr nicht vergessen werdet, worüber wir hier gesprochen haben. Die Botschaft des Kongresses wird sich in euch infolge der guten Empfindungen realisieren, wenn ihr zwecks der Korrektur arbeiten werdet, oder – sie wird sich in schlechten Empfindungen äußern, wenn ihr diese Aufgabe der Korrektur vernachlässigen werdet.

Also macht euch keine Gedanken, ihr werdet es nicht vergessen. Ich mache mir keine Sorgen mehr, dass unsere Schüler weglaufen könnten. Das Leben verändert sich auf eine Art und Weise, dass es uns sehr schnell zwingen wird, zur Sache zurückzukehren. Denn wir haben den Weg der allgemeinen Korrektur der Welt betreten. Ihrerseits ist nur eine Verzögerung möglich. Wenn ihr nicht selber aktiv werdet, dann wird das Licht kommen und euch in die Richtung beeinflussen, dass ihr das richtige Verlangen bekommt.

Ich hoffe, ihr werdet euch vor den starken Schlägen fürchten. Diese Angst wird euch verpflichten, vorwärts zu gehen, ohne die schmerzhaften Injektionen abzuwarten. Ich sage das mit der ganzen Ernsthaftigkeit. Ich will, dass ihr vor den Schlägen flüchtet. Ich meine es ganz ernst.

Auszug aus der 1.Lektion des Kongresses in Deutschland, 05.08.2011

Und vor den Gedanken gibt es keine Ruhe

Frage: Welchen Sinn haben die begleitenden Gedanken, die während des Lesens des Buches Sohar entstehen und unsere Konzentration stören?

Meine Antwort: Sie alle werden uns von Oben gegeben, und wir wissen nicht, warum uns gerade diese oder jene Gedanken kommen, in der einen oder anderen Form und worin ihre Notwendigkeit besteht. Wir können natürlich verschiedene Vermutungen haben, aber wir werden niemals ihren genauen Grund erkennen.

Die Gedanken können sehr aufdringlich sein – ebenso plötzlich verschwinden und niemals zurückkehren. Sie treten etappenweise auf: ich denke jetzt an jenes, dann an etwas anderes. Natürlich sind sie notwendig; denn aufgrund dieser Gedanken wächst unsere Seele.

Deshalb sollen wir mit ihnen rechnen, d.h. wir sollen verstehen, dass die Gedanken von Oben kommen und dass es keine Zufälle gibt. Wir bekommen die Bedingungen von Oben und müssen aufgrund dieser Bedingungen wachsen.

Auszug dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.07.2011