Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freiheit'

Programmfehler der unvollkommenen Wahrnehmung

Solange der Mensch sein Weltbild durch die spirituelle Wahrnehmung nicht ergänzt hat, wird er mit einigen Problemen konfrontiert.

Erstens ist es schwierig für ihn, zwischen dem Materiellen und der Spiritualität zu unterscheiden. Denn wir befinden uns auf der materiellen Ebene und müssen bestimmte äußere Bedingungen erfüllen.

Wir müssen die Arbeit in der Gruppe, Beziehungen in der Familie, auf der Arbeit und zwischen den Freunden aufbauen – unter anderem auch nach den Gesetzen unserer Welt, die wir als einen Teil der höheren Lenkung wahrnehmen.

Von uns wird eine doppelte Haltung verlangt: von dem äußeren und dem inneren Standpunkt aus. Doch wenn man alles „von innen“ betrachtet, wozu soll man dann überhaupt die Wissenschaft der Kabbala verbreiten? An wen versuche ich sie heranzutragen? An die bereits korrigierten Teile?

Unser Weltbild ist noch nicht vollkommen, es kommt mit der Zeit zum Vorschein. Es wird mit Absicht so gemacht, um angesichts der von außen betrachtet zersplitterten Realität dem Menschen die Freiheit der Wahl zwischen den beiden Prinzipien „Wenn nicht ich mir, wer dann“ und „Es gibt niemanden außer Ihm“ zu lassen.

Und zweitens gibt es Widersprüche in der Arbeit mit den Freunden. Entweder sind sie bereits völlig korrigiert oder man muss mit ihnen wie mit Gleichgestellten arbeiten, was eine andere Art von Beziehungen und Forderungen voraussetzt.

Diese Zweiteilung begleitet ständig einen Anfänger, und man muss damit arbeiten können. Denn gerade dadurch, indem wir die Gegensätze vor einer Handlung und danach miteinander kombinieren, kommen wir zu einer korrekten Analyse und setzen sie um.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.11.2010

Die Liebe ist die gegenseitige Durchdringung

Die Nächstenliebe bedeutet, dass ich den Wunsch meines Nächsten gefühlt und mir angeeignet habe.

Ich „absorbiere“ den Wunsch meines Nächsten mit meinem ACHAP, genauso wie Bina es tut, um ihn mit allem zu füllen, was er will. Es ist eben die Liebe. So liebt die Mutter ihr Kind.

Folglich muss ich die Stufe Bina erreichen, durch die Stufe „Chafez Chesed“ (sich über die eigenen Wünschen erhebend) gehen. Anfangs, wenn mein Punkt im Herzen erwacht, bekomme ich die Freiheit der Wahl, betrete die Gruppe und lerne dort, obwohl ich immer noch eine egoistische Absicht „lo-lischma“ habe.

Später steige ich auf das erste Niveau der altruistischen Absicht „lischma“ hinauf, das „Chafez Chessed“ heißt. Auf dieser Stufe Bina bekomme ich zuerst die Wünsche des Gebens, G“E, und dann die Wünsche des Empfangens um zu Geben, ACHA“P

Ich erhebe mich über den Berg der Selbstsucht, über die Stufe null, eins und zwei – G“E, und dann  über den Berg der Selbstsucht des dritten und vierten Grads – ACHA“P

Folglich kann ich mein АCHA“P einsetzen, um mich zu den Anderen ebenso zu verhalten, wie sich Bina zu Malchut verhält. Es ist schon die vollkommene Absicht „lischma“, die Stufe der Liebe.

Warum gerade der Liebe? Weil ich mich mit den Anderen verbinde, ihre Wünsche übernehme und sie bediene.

Auf diese Weise erreichen wir die Nächstenliebe und öffnen darin die Liebe zum Schöpfer, die das Ende der Korrektur andeutet.

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Spirituelle Welt bedeutet Freude und Freiheit

Eine Frage, die ich im Moment von überall her erhalte! Wie kann man auf dem bevorstehenden Kongress die richtige Verbindung erreichen und einen guten Einfluss von der Umgebung bekommen?

Meine Antwort: Jeder kommt ohne jegliche Verpflichtungen, es gibt keinen Druck. Das Wichtigste ist, sich so frei wie möglich zu fühlen. Ich komme zum Kongress und lasse die ganze Aufregung hinter mir, ich befinde mich dort, als ob ich keine Probleme hätte. Man sollte sich so darauf vorbereiten, als ob man zum Picknick oder in den Urlaub fahren würde, ohne jegliche Sorgen.

Natürlich wäre es gut, die Lieder zu lernen und sich mit der Internetseite über die Vorbereitung auf den Kongress vertraut zu machen. Doch das Wichtigste ist, mit einem Gefühl der absoluten Freiheit zu kommen, an einen Ort, der keinerlei Druck ausübt, sondern nur Genuss und Freiheit verspricht. Denn gerade ein solcher Zustand bedeutet Annäherung an das höhere Licht.

In der spirituellen Welt gibt es keine Anspannung, keine Probleme, keine schwierigen Umstände – nichts! Der Mensch muss offen für die Freude sein! Ich bekomme im Moment viele Fragen und Briefe – die Menschen durchleben schwierige Zustände und verspüren Stress, sie zweifeln daran, ob sie zum Kongress kommen sollten oder nicht, ob das ihnen passt oder nicht. Der Eine hat von der Bürgschaft gehört und hat Angst, weil er denkt, dass er dazu nicht in der Lage ist. Der Andere hat gehört, dass man dort zusammenkommt, um das „Licht“ zu empfangen, und weiß nicht, was das ist.

Die Menschen verstehen nicht, dass die Rede einfach von der Vereinigung ist, die jetzt die ganze Welt erlangen muss! Und wir wollen es beschleunigen, solange die Schläge der Natur nicht über uns hereingebrochen sind.

Dank der Vereinigung zwischen uns, die wir zu erreichen versuchen, kommen wir zur Wahrnehmung des höheren Lichts, des höheren Lebens. Eine solche Vereinigung heilt alles Unglück und alle Probleme.

Baal HaSulam schreibt am Ende des „Vorwortes zum Buch Sohar“, dass unsere Entfernung voneinander die Quelle allen Übels, aller Leiden, Krankheiten und allen Unglücks ist. Und wenn wir im Gegenteil beginnen, uns einander näher zu kommen, werden wir uns von Problemen auf allen Ebenen – sowohl von den materiellen als auch von den spirituellen – befreien.

Kommt deshalb frei und voller Freude, ihr werdet von niemandem zu nichts verpflichtet! Selbst das Lächeln muss nicht mitgenommen werden – wir werden es für euch vor Ort besorgen, ihr werdet es sehen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“ vom 29.10.2010

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Wie verändert man das Schicksal

Eine Frage, die ich erhielt: Kann man das eigene Schicksal verändern oder nicht?

Meine Antwort: Aufgrund der freien Wahl kannst du das Schicksal so verändern, wie du möchtest, und dieses in einer beliebigen Richtung auf allen 360 Grad entfalten.

Aber nur dann, wenn du genau weißt, wo du sie beeinflussen sollst: durch welches winzige Loch kannst du alle Welten, bis zur Welt der Unendlichkeit beeinflussen. Du hast zwar solche Möglichkeit, aber sie ist sehr eng.

Gerade diese Möglichkeit müssen wir aufklären. Folglich stellt sich heraus, dass wir eben in dieser Richtung handeln wollen.

Um mich herum ist die ganze Welt, die sich mittels des feinen Röhrchens mit der anderen vollkommenen Welt verbindet.

Ich befinde mich unten, mit meinen Eigenschaften und Kräften, und im Röhrchen ist meine Freiheit des Willens, und oben – die vollkommene Welt!

Man kann sie also problemlos erreichen! Du musst nur herausfinden, wie man unter allen Richtungen, welche dir von deinem Wunsch vorgegeben werden, die winzige Öffnung deiner Freiheit gefunden wird.

Und wenn du diese Möglichkeit gefunden hast, dann kannst du alle Kräfte in einer Handlung konzentrieren, um dadurch die Höhere Welt erreichen zu können.

Darin liegt der Sinn der Wissenschaft der Kabbala eben! Statt die Kräfte in allen möglichen Richtungen zu verlieren, in denen man sowieso keine Freiheit des Willens hat, weil alles vorbestimmt ist, kannst du diesen Weg der freien Wahl finden, und alle Kräfte auf die Erreichung der spirituellen Welt ausrichten.

Folglich wirst du begreifen, dass die Bedingung des Aufstiegs in die höhere Welt gerade durch die Bürgschaft, durch die Liebe zu den Geschöpfen erfüllt wird,weil sie die andere Definition derselben Formel ist, die dich auf den Ausgang aus dieser Welt, auf den Durchgang und die Geburt in der höheren Welt ausrichtet.

Somit können wir eben unser Schicksal verändern. Denn du bekommst solchen freien Punkt, über welchen Archimedes sagte: „Geben Sie mir den äußeren Stützpunkt, und ich werde die Erde umwenden.“

Messias – für die ganze Menschheit

In der Erreichung des Schöpfungsziels gibt es die gegenseitige Arbeit zwischen denjenigen, die „Israel“ (direkt zum Schöpfer) heißen und der ganzen übrigen Menschheit.

„Israel“ ist ein kleiner Teil (mengenmäßig) der Seelen, in denen die geistigen Funken, die Bestrebung zur Offenbarung des Schöpfers enthüllt werden.

Und sie sollen zunächst notgedrungen die Bestrebung zur Spiritualität realisieren, und dann erreichen sie die begriffene freie Wahl, den Glauben über dem Verstand.
Dieser Teil der Seelen, „Israel“, die menschliche Stufe des Wunsches, wirkt auf die übrigen Seelen ein, die sich noch auf den tierischen, pflanzlichen und unbelebten Stufen der Wünsche befinden, weil die Stufe von „Israel“ das Licht des Wissens, des Verständnisses und der Kraft heranziehen kann.

Und die Antwort kommt zu „Israel“ , die Reaktion: vom Unbelebten zum Pflanzlichen, vom Pflanzlichen zum Tierischen, und vom Tierischen zum Menschlichen (Israel), und so schließen sich alle an den Prozess der Korrektur an.

Wie Baal HaSulam sagte, treffen die übrigen Völker der Welt auch eine Entscheidung und verfügen über die Freiheit der Wahl, aber nur nachdem „Israel“ sie beeinflusst hat .
Dann wird Messias – das allgemeine höchste korrigierende Licht geöffnet werden. Messias bedeutet übersetzt das Herausziehende, die Kraft, die dem Menschen aus seiner Selbstsucht hilft.

Die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in der ganzen Welt heißt „der Aufruf (das Horn) des Messias“. Die allgemeine Kraft, die alle zum geistigen Aufstieg hinreißt, wird in der ganzen Menschheit geöffnet, und heißt „Mashiach„.

Messias kommt zu „Israel“ nicht, denn sie sollen sich selbst korrigieren. Мessias wird gerade in der ganzen Welt offenbart, nachdem Israel, diejenigen, die die Bestrebung zur persönlichen Korrektur bekommen haben, beginnen, die ganze Welt zu bedienen, weil sie verhältnismäßig korrigiert sind und in diesem Maß der Welt geben können.

Deshalb, wenn wir über die Zeiten des Messias sprechen, dann handelt es sich darum, dass die Gruppe „Israel“ verpflichtet ist, korrigiert zu sein – und in diesem Maß kann sie die Welt korrigieren. Somit heißt das Erwachen der Welt „Mashiach„.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 12.10.2010

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Die wahre und die eingebildete Freiheit

Wir verfügen über eine einzige freie Handlung in unserem Leben in dieser Welt, alles Andere ereignet sich mit einer absoluten Unvermeidbarkeit und auf Befehl von oben.

Es ist jedoch nicht einfach, diese uns überlassene Freiheit zu finden, denn wir werden hart durch Schmerz und Genuss von oben regiert, gefesselt von Tausenden von Fäden.

Wir sind gehorsame Marionetten, die von oben an diesen Fäden gezogen werden, wobei unsere Verlangen, Gedanken und Körper, Worte und Taten gesteuert werden.

Wir sind absolute Sklaven unserer Natur, angefangen von einer Embryozelle im Mutterleib bis hin zum Alter, in dem der Mensch glaubt, dass er bereits selbständig handelt und existiert.

Er wird von den Naturkräften gesteuert. Woher kann auch etwas Neues in ihm entstehen, wenn alles Natur ist? Daher gibt es hier auch keine Freiheit der Wahl, und der Mensch wählt immer das Angenehmste für sich und flüchtet vor den Leiden, wie auch jedes andere Geschöpf, ob Pflanze oder Tier.

Und obwohl diese Illusion der Freiheit im Menschen existiert – denn ich mache doch, was ich will! – ist es doch eine Illusion, und die wahre Freiheit verbirgt sich im Ausbruch über die Natur, d.h. im Ausbruch über den Egoismus.

In der Tora steht geschrieben, dass es die „Freiheit vom Todesengel“ bedeutet. Diese Worte können niemanden gleichgültig lassen! Die Freiheit vom Tod setzt nicht voraus, dass unser tierischer Körper die Unsterblichkeit erlangt, um endlos dieses irdische Dasein voller Leiden und mit wenig Freude zu fristen.

Die Freiheit vom Todesengel tauscht dieses Leben gegen die Erlangung eines vollkommenen und bestmöglichen Daseins ein: sowohl eines ewigen als auch eines vollkommenen zugleich! Und das kann durch diesen Begriff, genannt „Freiheit des Willens“, erreicht werden.

Eine solche Freiheit ist wirklich anlockend und erwünscht, denn in unserem normalen Leben brauchen wir für gewöhnlich auch keine Freiheit, und es passt uns viel besser, wenn unser Leben wie eine gut funktionierende Uhr geregelt ist: Zuhause, Familie, Arbeit.

Je weniger Freiheit, desto weniger Kopfschmerzen. Doch wenn man Ewigkeit und Vollkommenheit erlangen kann, indem man sich vom Todesengel befreit, was kann es besseres geben?

Man muss außerdem verstehen, dass der Todesengel unser eigenes Ego ist, das uns unser Grab schaufelt. Es gibt uns dieses schreckliche Gefühl, dass wir uns niemals erfüllen können, und wir nehmen dieses Leben als beengend und vergänglich wahr.

Die Freiheit vom Todesengel bedeutet die Erlangung des Gebens, dessen unendlicher Erfüllung und des Einschlusses in den ewigen Strom des Lebens.

Ausgehend davon wollen wir versuchen, aus den Werken von Kabbalisten zu klären, wie man eine solche Freiheit erlangen kann.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 15.10.2010

Die Kunst zu siegen

Die Vorbereitungsphase zur Enthüllung der höheren Welt bedeutet die Erreichung der Eigenschaft des Gebens, weil das Licht sich um uns herum befindet, es zu empfangen jedoch allein von der Ähnlichkeit unseres Verlangens mit diesem Licht abhängt.

Die Vorbereitung ist ein vielseitiger Prozess, der einer richtigen Herangehensweise bedarf. Erstens muss man verstehen, dass man sich nur in der Gruppe vorbereiten kann. Denn alle Korrekturen laufen auf die Vereinigung von Seelen zu einer Gesamtseele hin.

In dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ steht geschrieben, dass die Nächstenliebe ein allgemeines Prinzip, die Gesamtheit aller Korrekturen ist. Und dessen Umsetzung ist nur gemeinsam möglich.

Zweitens gehen wir davon aus, dass wir uns selbst korrigieren können. Es kommt ein Hindernis, und ich glaube, dass ich dieses aus eigener Kraft überwinden muss.
In Wirklichkeit besteht unsere Arbeit nicht darin, das Böse zu besiegen, sondern darin, mit dem Schöpfer zu verschmelzen. Nur dadurch wird das Böse besiegt werden.
Ich laufe nicht vor dem Bösen wie vor einem mächtigen Pharao weg, sondern benutze diesen Pharao als ein Mittel zur Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Es steht geschrieben, dass gerade der Pharao die Söhne Israels dem Schöpfer näher gebracht hat. Der Pharao ist wie ein Verdienst für mich – ich habe seine Kraft zur Unterstützung verdient. Dank und mittels derer ich mit dem Schöpfer verschmelzen kann. Ohne sie wäre das nicht möglich.

Ich handle in einem System, in einem Feld von Kräften. Sie sind weder gut noch böse – die Frage ist, wie ich sie anwende, während ich mich zwischen ihnen befinde. Alles hängt von meinem Können ab, sie zum Vorankommen zu nutzen.
Somit kämpfe ich niemals selbst. Ich verfüge von Anfang an über keine andere „Waffe“ außer der Kraft der Analyse. Indem ich meine Kräfte richtig, nur für die Analyse, einsetze, kläre ich auch die Situation richtig und kann, indem ich die Kraft des Schöpfers nutze, den Sieg erringen.
Alle Situationen gehen vom Schöpfer aus. Um uns wie in einem Lernspiel zu „drillen“. Während ich es spiele, muss ich lediglich nach Mitteln suchen, die mich bestmöglich zum nächsten Schritt in Richtung Verschmelzung und Einheit, in Richtung Nächstenliebe bringen.

In diesem Fall erkenne ich, dass alle Kräfte dazu berufen sind, mir dabei zu dienen. Es gibt keine Fehler und keine Böswilligkeiten, es gibt nur Verdienste, nur Gutes. Ich rechtfertige alles und spüre, dass alles zu meiner Unterstützung geschieht.

Eine solche Einstellung muss ständig gehalten werden, dann entrollt sich der Weg wie ein roter Teppich vor mir.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 07.10.2010

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Der Sieg über den Todesengel

Jeder weiß, dass das materielle Leben mit dem Tod endet. Und können wir ewig leben? Selbstverständlich nicht, jeder biologische Körper stirbt, wie es von den Naturgesetzen festgelegt ist.

Es gibt jedoch die„Freiheit von dem Todesengel“, wobei der Tod die Macht unseres Egoismus bedeutet, der uns tötet und in einer engen Kapsel dieser Welt für einen kurzen Augenblick einschließt. Das nennt sich Tod, und darüber sind wir in der Lage, uns zu erheben.

Das bedeutet nicht, unseren biologischen Körper ewig leben zu lassen, sondern während unseres Lebens ein zusätzliches Leben zu erlangen, das sich über diese Realität erhebt – das spirituelle Leben.

Und dann, in diesem spirituellen Leben, werden wir genauso wie jetzt in einer weiteren Dimension existieren können. Und wenn der biologische Körper stirbt, werden wir in der gleichen Wahrnehmung des ewigen Lebens weiter leben.

Das ist das, wozu das Leben im Geben im Stande ist – den Todesengel zu besiegen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Wer sind wir? – Freie Menschen oder Rädchen im Getriebe der Schöpfung?

Der freie Wille ist das wichtigste Thema, weil es uns das Hauptproblem unseres Lebens vor Augen führt: sind wir wie jedes andere Teil der Natur vollkommen von oben steuerbar?

Denn wir sehen, dass alles sich nach der Lenkung von oben – nach der Lenkung der Natur, sprich des Schöpfers, bewegt.

Es gibt nichts, was über die Grenzen der Natur hinausgehen würde. Es gibt Handlungen, an denen wir sehen, wie sie geregelt werden, und es gibt Handlungen, wo die lenkende Kraft vor uns verborgen ist.

In unseren jungen Jahren denken wir, dass wir über unser Leben verfügen können, doch während unseres Erwachsen werden gewinnen wir an Lebenserfahrung und begreifen, dass das Leben uns beherrscht und nicht wir es.

In der Tat, wo ist der freie Wille möglich, wenn wir feststellen, wie auf allen Ebenen der Natur strenge und unabänderliche Gesetze gelten: physische, chemische, biologische?

Und wenn wir an irgendeiner Stelle kein Gesetz erkennen können, dann bedeutet das lediglich, dass wir es noch nicht entdeckt haben und nicht dass es dort nicht mit absoluter Bestimmtheit gilt.

Wie kann es einen Teil der Natur geben, der nicht steuerbar ist, der von keinem Gesetz kontrolliert wird? Das ist einfach unmöglich! Überall, wo wir die Natur enthüllen, entdecken wir eine klare Gesetzmäßigkeit.

Und was ist der freie Wille? Die Möglichkeit, so zu handeln, wie es mir passt, ohne mich einem determinierten Naturgesetz zu unterwerfen?!

Woher sollen wir den freien Willen hernehmen? Kann es etwa in der Natur einen weißen Fleck geben, der sich ihr nicht unterwirft?

Also stellt sich heraus, dass unsere ganze scheinbare Freiheit lediglich die Illusion eines kleinen Kindes ist, dass unter einer scharfen Beobachtung alleine beim Spielen in seinem Zimmer gelassen wurde, aber denkt, dass es frei ist. Das heißt, sie wird gänzlich durch unser Unwissen erklärt. Und das nennt sich Freiheit?!

Und was ist dann der Mensch? Ein weiterer Teil der Natur, der ganz und gar von oben gesteuert wird und es noch nicht einmal selbst weiß? Wenn wir jedoch einfache Marionetten sind, dann bedeutet das, dass wir weder Gutes noch Böses tun – wenn ich entsprechend einem Gesetz handle, was kann dann von mir verlangt werden?

Alles, wozu ich plötzlich Lust bekomme, ist ein natürlicher Instinkt, der mich von innen und von außen steuert.

Es kann weder eine Belohnung noch eine Bestrafung geben, wenn wir nur gewöhnliche Rädchen im Getriebe der Schöpfung sind. Doch worin besteht dann deren ganzer Sinn, wenn das alles ein abgekartetes Spiel ist?

Also müssen wir als erstes feststellen, ob wir dennoch über irgendeinen freien Willen verfügen und worin er besteht. Denn wenn es sich wirklich um einen freien Willen handelt, kann man hier entweder sehr viel gewinnen oder im Gegenteil alles verlieren…

Aus diesem Grund ist dies das wichtigste Thema in der Kabbala, denn damit beginnt der nächste Schritt: sind wir frei oder nicht, und wenn ja, wie kann ich diese Freiheit zum maximalem Vorteil nutzen?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Die Kinder nicht der Wahl berauben

Unser Erziehungssystem muss in der gleichen Weise funktionieren, in der auch wir selbst handeln.

Man darf den Kindern keinen Unsinn und keine Unwahrheiten erzählen, man darf keine falsche Welt für sie errichten. Jedes Spielzeug muss das Kind an das reale Leben, an die richtige Analyse heranführen.

Jedes Detail muss ein kleines Modell von richtigen Realien der großen Welt darstellen. Wir öffnen sie schrittweise für die Kinder, doch das ist eine echte Welt und keine Fiktion.

Zum Schutz lege ich für das Kind einen begrenzten Rahmen fest, doch innerhalb dieses Rahmens lasse ich ihm die Freiheit.

Es lernt durch seine Handlungen, unter begrenzten, sicheren Bedingungen ein Mensch zu sein. Nach und nach werden die Grenzen erweitert, nach und nach wird ein Mensch in ihm geformt.

Dabei biete ich ihm keine im Voraus vorbereiteten Lösungen an, sondern nur ein begrenztes Vorbild.

Ich baue kein Lego an seiner Stelle zusammen, sondern gebe ihm ein Beispiel zur Nachahmung und lasse ihm die Freiheit zum Phantasieren und Kreativsein, bereite mitunter Aufgaben, Streiche und Fallen vor – denn man lernt aus seinen Fehlern. Nur so kann ich es auf das Leben vorbereiten.

Darf man etwa alle Antworten vorgeben? Wir lernen im Gegenteil durch Aufgaben und Übungen, durch Versuche und Fehler.

Die Erfahrungen formen die richtige Herangehensweise bei dem Kind, und es weiß bereits, wie es sich an die Sache machen und das Problem lösen soll.

Wenn es sich letztendlich irrt, dann nur, weil es überrascht wurde, weil es eine solche Wendung nicht erwartet hat.

Jede nachfolgende Stufe beginnt genau so: sie ist neu und unvorhersehbar, darum macht das Kind Fehler, doch dabei lernt es aus seinen Fehlern, und das bekommt ihm gut.

Aus dem Gespräch über die Erziehung vom 29.09.2010

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